Trauer

      scheint sich keine zu entwickeln, obwohl schon ein paar Wochen vergangen sind.
      Nach mehr als 25Jahren Beziehung musste er fort. Die Tage die auf die kurze Erkrankung und den Sterbetag folgten waren voller Dinge, die erledigt werden mussten. Besucher gingen ein und aus. Die Beerdigung musste organisiert werden. Diverse andere Dinge ebenso, ihr kennt das sicher. Das Leben muss weiter gehen, besonders wenn Kinder da sind.
      Aber.
      Irgendwann muss doch ein Gefühl des Verlustes, das Vermissen, das Selbstmitleid, die Sehnsucht, .... Trauer kommen.
      Hallo schnee!
      Sei willkommen hier bei uns. Es tut mir leid, das Dein Partner gehen musste.
      Du "wartest" auf die Trauer, den Schmerz? So, wie man lesen kann war Dein Partner krank, so schwer, das er gehen musste.
      Jeder trauert auch anders. Du scheinst noch mitten in den Eindrücken der letzten Wochen zu stecken, "nebenbei" offensichtlich Kinder.
      Eine Art Schock in dem Du Dich derzeit befindest.Lass Dir Zeit it allem, was Du tust.
      Schreib uns doch gern mehr über Deinen Partner, wenn Du möchtest. Wer fängt Dich derzeit auf, hast Du jemanden mit dem Du reden kannst?
      Schreib, wenn Dir danach ist, hier ist immer jemand der Dir "zuhört".
      Liebe Grüße
      Karla :30:
      Mein Kind Juliane,
      Mein Bruder Rene,
      Mein lieber Vati,
      Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:
      Schockzustand, das muss es wohl sein.
      Unfähigkeit das Geschehene zu realisieren.
      Alltägliches geht mir gut von der Hand.
      Ich weiß nicht, was ich denken soll.
      Stark sein für die Kinder, Vorbild sein.
      Meine Vernunft will, dass ich traurig bin, aber ich spür nichts.
      Leere.
      Vielleicht ein wenig Angst, Zukunftsangst.
      Vielen Dank an alle die ihr mir Mut machen wollt. Ich habe mehr Mut, Kraft und Durchsetzungsvermögen denn je und ich verstehe es nicht.
      Die Tage und Wochen nach dem Todesfall sind geprägt von so viel Arbeit und Stress. Ich bin sicherlich 17-18 Stunden täglich auf den Beinen damit ich alles geregelt bekomme. Geht es anderen Leuten auch so? Da sind die normalen Tätigkeiten für die Kinder und den Haushalt, die man schon zuvor erledigen musste. Man hat einen Job, den man nicht verlieren kann und auch nicht will, also macht man diesen auch weiter so gut man kann. Speziell hier kann man sich meiner Meinung nach absolut gar nicht hängen lassen.
      Überdies übernimmt man die Arbeiten des verstorbenen Partners so gut man eben kann. Nicht zuletzt sehe ich mich mit einem Berg an Papierkram und Erledigungen konfrontiert, der unmittelbar mit dem Tod meines Mannes zusammen hängt und gemacht werden muss. Ich muss mit Ämtern und Behörden streiten, diverse Meldungen machen, Änderungen vornehmen, usw.
      Ich scheine überhaupt keine Zeit zu haben, über das Geschehene nachzudenken, aber ich bemerke während den Besuchen am Grab und bei Gesprächen mit Freundinnen, dass meine Vernunft mir immer noch vorgaukeln will, er wäre im Urlaub, oder sonst irgendwo. Ich habe eben auch das Gefühl, dass ich nicht sonderlich schockiert wäre, wenn er plötzlich zur Türe herein käme. Mein Bewusstsein hat alles schon begriffen. Mir scheint, das Herz und die Seele aber nicht.
      Von überall her wird mir prophezeit, dass bei mir die Realität, die mir zwar bewusst ist und auch meiner Vernunft bewusst ist, irgendwann "wie ein Hammer" zuschlagen wird. Mein Bekanntenkreis spricht davon, dass ich vermutlich um die Weihnachtszeit zusammenbrechen werde. Ein jeder will mir weis machen, dass ich noch in ein riesengroßes schwarzes Loch fallen werde. Nun, ich habe freilich Angst davor, aber kann bis Dato noch überhaupt keine Anzeichen dafür erkennen. Im Gegenteil, so viel Kraft und Power habe ich in meinem Leben noch nie gespürt.
      Ich lese verschiedene Beiträge von euch Trauernden durch und suche Anzeichen derselben Gefühle bei mir. Kann aber nix finden. Ob ich zu einem Arzt gehen sollte?
      Ich vermisse ihn nicht, obwohl wir über ein viertel Jahrhundert lang ein Paar waren. Ein gutes Paar mit wenig Zank. Ein eingespieltes Team in Sachen Kindererziehung, Finanzen, Haushalt, usw. Es gab viel Liebe und Zusammenhalt, blindes Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung.
      Viele Entscheidungen die ich in den letzten Wochen treffen musste habe ich aus dem Bauch heraus getroffen und immer abgewogen, ob er das wohl auch so gemacht hätte und beschlossen, dass es in seinem Sinne ist.
      Wo ist die Trauer, wo die Sehnsucht, wo das Vermissen, wo das Gefühl der Einsamkeit, des verlassen worden seins.....
      Liebe Schnee,
      am Anfang die Phase wird "Nicht-Wahrhaben-Wollen" genannt und du beschreibst den Zustand sehr gut. Die Vernunft weiß es, das Herz hat es aber noch nicht begriffen. Das ist Schock, das ist Betäubung, eine Art Schutz am Anfang. Und dieser Zustand kann dauern, vor allem, wenn man keine Zeit hat, Gefühle richtig zuzulassen.
      Niemand kann sagen, wann die Gefühle daherkommen. Meist kommen sie dann, wenn man Zeit dafür hat bzw. sich Zeit dafür nimmt. Weihnachten ist eine senible Zeit, weil es ein Familienfest ist und man besonders schmerthaft merkt, wenn einer fehlt. Aber lass dir deine Zeit, die du brauchst, jeder hat seinen eigenen Trauer-Rhythmus.
      Pass auf, dass du dich nicht überarbeitest und in eine Erschöpfungsdepression schlitterst, bitte gönn dir ab und an eine Verschnaufpause, das ist wichtig!
      Alles Liebe
      Christine
      Vielen Dank, liebe Christine!
      Ich gönne mir Verschnaufpausen, keine Sorge. Liebe Freunde sorgen dafür, dass ich Spaziergänge an der Sonne und in schöner Landschaft bekomme, Besuch habe, eingeladen werde. Das Netzwerk funktioniert noch.
      Mein Hauptaugenmerk liegt auf den Kindern, die er hinterlässt. Sie sind Jugendliche, junge Erwachsene, befinden sich mitten in der Ausbildung. Ich kann auch bei ihnen kaum Anzeichen von Traurigkeit bemerken. Sie verfolgen weiterhin ihre Laufbahn, pflegen ihre Hobbies und ihre Freundschaften.
      Manchmal kommt es mir vor, als lebten wir weiter, so als wär nix geschehen.
      Auf Nachfrage versichern sie mir, dass es ihnen gut geht. Ich denke, sie wissen, dass sie Rückhalt von mir bekommen und dass sie sich auf ihre Mutter verlassen können. Vielleicht sind sie deshalb so stark.
      Es sind wohl so die Kleinigkeiten im Leben, die einen zur Verzweiflung bringen können.
      Mein Fahrrad hat keine Luft. Er hätte diesen Mangel innerhalb von Sekunden behoben. Ich weiß nicht mal, wie man den Reifen ausbaut um das Loch zu finden. Ohne ihn bin ich nix. Das ist eine bittere Erkenntnis....

      hallo liebe schnee

      auch von mir mein aufrichtiges beileid
      glaub mir irgend wan kommt die trauer,
      bei mir war es anfangs ähnlich muste stark sein tochter enkel.
      doch dan kam es doppelt so stark,dachte mein herz zerreist innerlich,
      schik dir vieeeeeeellll kraft lbg silvia
      Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

      Kommt ein Engel nun vom Himmel,sanft im Arm,er dich jetzt hält.
      Liebe Schnee!

      Mache Dir nicht zu viele Gedanken darüber, warum es bei Dir zur Zeit anders verläuft als bei anderen Trauernden. Sowie jeder Mensch einzigartig ist, ist auch der Trauerweg individuell.
      Du schreibst, dass Du es vom Verstand her begriffen hast, auf der anderen Seite würde es Dich aber nicht wundern, wenn Dein Mann wieder bei der Tür herein kommt. Für mich deutet diese Aussage darauf hin, dass der Verstand es nicht begriffen hat. Du scheinst durch Deine "Überaktivität" einiges zu verdrängen. Meine Schwiegermutter ging auch gleich wieder arbeiten. Und dann zack ... am Geburtstag von meinem verstorbenen Mann hat es uns alle voll erwischt. Da wurde uns diese Endgültigkeit sehr stark bewusst.

      Was ich sehr schön finde ist, dass Du so ein gutes "Netzwerk" hast, das Dich auffängt. Das ist leider auch nicht oft der Fall. Viele hier können es bestätigen. Man hat oft neben der Trauer um einen geliebten Menschen noch mit der Enttäuschung zu kämpfen. Für die Umwelt geht das Leben ja weiter und nach einigen Wochen ist man dann oft sehr allein und soll wieder so sein wie früher.

      Es kann aber auch sein, dass es bei Dir nicht so heftig wird, was überhaupt nichts über die Beziehung zu Deinem Mann aussagt. Jeder verarbeitet seine Gefühle anders.

      Nur eines, bitte, rede Dir nicht ein, dass Du ohne Deinem Mann nichts wert bist. Du warst ja vor der Ehe auch was wert, oder? Es ist klar, dass wir Frauen uns bei gewissen handwerklichen Dingen, die früher immer unser Schatz gemacht hat, schwerer tun. Wenn ich irgendetwas tue, was früher Andreas gemacht hatte, bitte ich ihn immer um Hilfe ;-) und es klappt dann auch meistens. Und denke mal umgekehrt. Glaubst Du Dein Mann wäre auf Anhieb gleich der absolute Bügelprofi? ;-)

      Liebe Schnee, der Weg der Trauer muss gegangen werden. Es gibt keine Abkürzungen, keine Umwege und es ist sehr unberechenbar und wie gesagt individuell.

      Alles Liebe
      Susanne
      Liebe Schnee,

      vielen Dank für deinen Beitrag in meinem Thread. Nicht jede Verlassenschaftsabhandlung muss so lange dauern, wie meine. Sie ist ein bisschen spezieller Fall mit Grundstückskauf und Kredit für Hausbau und dazugehörigen Versicherungen. Außerdem spielt noch ein minderjähriger Erbe eine Rolle.

      So wie alle Menschen unterschiedlich sind, so verschieden sind auch die Möglichkeiten mit Trauer umzugehen. Es muss nicht sein, dass du irgendwann in ein riesengroßes Loch fällst. Ich würde an deiner Stelle nicht darauf warten. ;) Du scheinst eine durch deine Vergangenheit gefestigte und bodenständige Person zu sein. Außerdem fängt dich dein Umfeld wunderbar auf. Und wie du selbst schreibst, bist du tagtäglich so "eingespannt", sodass dir gar keine Zeit bleibt.

      Die ersten Anzeichen des Vermissens haben sich bei dir ja schon eingeschlichen (Reifen) und genauso werden auch die anderen Gefühle, die du vermisst, mit der Zeit ankommen. Mach dir keine Gedanken darüber, dass du ohne ihn nichts wert bist. Ganz im Gegenteil, du hast seit seinem Verlust bereits eine Menge geschafft, und das ganz alleine. Wenn das nicht eine großartige Leistung ist, dann weiß ich auch nicht. :thumbsup:

      Ich wünsche dir weiterhin schmerzfreie Zeiten und dein Mut und deine Kraft sollen dich nie im Stich lassen.

      Alles liebe von
      Dschina
      Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds.Der Zurückgebliebene leidet. (Longfellow)
      Vielen Dank für eure Beiträge! Es tut mir so leid, dass ihr alle aus demselben Grund hier seid, wie ich, dass ihr alle einen so schweren Verlust hinnehmen musstet.
      Ich scheine doch nicht ganz so gefühllos zu sein, wie ich anfangs dachte. Gestern stellte ich fest, dass die Sonntage in Zukunft wohl die schlimmsten Tage werden:
      Ich stehe wie immer früh auf, die Kiddies schlafen noch, oder sind gar nicht da. Nachdem ein paar Erledigungen im Haushalt gemacht sind, gönne ich mir eine Tasse Kaffee und setze mich an den Computer. Schon kommen die Tränen, weil ich ihn nicht wie immer später wecken werde, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Angst kriecht in die Seele.
      Geht es euch auch an Sonntagen mehr nahe, als an Arbeitstagen?
      Ich konnte mich rasch wieder beruhigen, weil kurz darauf ein Spaziergänger mit Hund vor der Türe stand und mich als Begleitung abholen wollte. Später am Tag half mir jemand mit dem Computer und das Fahrrad ist auch wieder ganz.
      Danke @Dschina! Ich denke, du hast Recht. Jede Verlassenschaftsabhandlung wird wohl unterschiedlich gehandhabt, je nach Gegebenheiten. Eins meiner Kinder ist auch noch minderjährig - deshalb war ich der Meinung, dass es schneller gehen müsste, als gewöhnlich, weil die Minderjährigen vom Gesetz geschützt werden müssen. Leider fällt es mir enorm schwer, einfach darauf zu warten, was passiert. Ich habe gern alles im Überblick und fühle mich ungern abhängig.