Trauer

      Hallo Sandra, hallo Hanna!
      Freue mich über euer Feedback!
      Rückblickend kommt es mir so vor, als ob man durch das bewusste Herbeiführen und Verbreiten positiver Stimmung viel mehr Positives ins Leben bringen kann, als durch das Verharren in der Trauer. Dankbarkeit und Zufriedenheit mit dem was da ist. Will sagen, dass ich das Loslassen wohl exzessiv zelebriert habe. Nicht nur im Bezug auf den Verlust, sondern auch sonstige Dinge im Leben. Bewusstes Verabschieden von Leuten, oder Dingen, die man verloren hat, oder die man sowieso nicht erreichen kann.
      Freilich habe auch ich die Ohnmacht der Trauer nicht vergessen und weiß nur allzu gut, wie schwer es ist, nachvollziehen zu können, dass es nach gelebter Trauer auch wieder Sonnentage geben könnte. Ich wollte das selbst nicht glauben. Ich hielt mich eine Zeit lang selbst für gestorben - nur gefühllos funktionstüchtig, wie eine Maschine. Durch alle Wetter durch, geht es mir heute gut. Es ist aber nicht schwer, in meiner derzeitigen Lebenssituation positiv gestimmt zu sein. Es läuft alles gut, die winzigen Querelen des Alltags mal abgesehen, *smile.
      Kraft ohne Ende, schicke ich euch allen davon - je Schicksalsgefährten einen 40"Container voll!
      Liebe Schnee,

      jetzt wollte ich auch noch einmal so einen Kommentar dazu abgeben...Ja, du hast völlig recht, wenn man sich mehr und mehr dem Leben mit all seinen intensiven Lebensgefühlen wieder zuwendet und tatsächlich nicht in der Trauer verharrt...

      SCHÖN wäre es aber trotzdem, wenn gerade so Menschen wie DU, die tatsächlich einfach durch ihre Worte einen so grossen Optimismus verbreiten, ab und zu hier schreiben würden..
      weil dann die Menschen , die in ihrer allerersten Trauer sind ein "Licht am Horizont " erblicken würden...
      und was für ein STRAHLENDES... :P
      Wie wär´s?
      Die ebenfalls Kraft ohne Ende und sehr viel Fröhlichkeit und Lebenslust :8:
      herzlichst deine Amitola
      Guten morgen ihr Lieben,
      ​das dritte Weihnachten ohne meinen Mann steht an und er ist und bleibt unvergessen. Ich vermisse ihn oft, denke an ihn, über ihn nach, trage ihn im Herzen, obwohl ich mich auf eine neue Partnerschaft eingelassen habe. Schon interessant. Mein Mann und ich haben eine lange und intensive Zeit miteinander verbracht und noch heute habe ich manchmal eine Frage, die ich ihm stellen wollen würde.
      Erinnerungen an die Weihnachtsfeierlichkeiten von früher und die krassen Veränderungen im Jetzt.
      In diesem Jahr werde ich nur am Weihnachtsabend daheim bei meiner Familie und für sie da sein, den Rest der Feiertage sind wir unterwegs, um mehrere Personen meiner neuen Patchworkfamilie kennen zu lernen. Zum ersten Mal im Leben überhaupt fahre ich über Weihnachten weg.
      Man muss sich auf die Veränderungen einlassen und sie genießen, auch wenn manchmal Zweifel kommen, ob den Kindern deshalb etwas abgeht.
      Überhaupt habe ich viel verändert, speziell im vergangenen Jahr und Anfang 2016 steht noch der vorläufig letzte größere Umbau an. Eine Bergtour, die ich noch in Memoriam machen wollte, habe ich nun auch auf 2016 verschoben. Dann ist alles gemacht, was wir geplant hatten.
      Ich wüsste gerne, ob er zufrieden ist.
      Das Leben geht weiter, auch meins und wenn ich so überlege, hoffe ich, dass alle Trauernden eines Tages soweit sind, um mit Dankbarkeit und Stolz zurückblicken zu können und dabei ihr Fortkommen, ihr Dasein und ihr Glück nicht aus den Augen verlieren. Auch die, die dann mal um mich trauern werden.
      Für alle Begleiterinnen hier im Forum sende ich von Herzen viel Kraft für die kommenden Feiertage und das neue Jahr 2016.
      Lasst euch nicht unterkriegen.
      Taucht durch Tiefs durch und taucht gestärkt wieder auf!
      Liebe Schnee, <3

      da kommt zuerst ...gleich sogar mehrere ...
      JA.....JA....JA....
      zu deinen "sogenannten äusserlichen Aktivitäten"...
      und vor allen Dingen zu deinen innerlichen Erkenntnissen und dadurch auch Ratschlägen an ALLE hier.
      ​Das Leben geht weiter , auch meins und wenn ich es so überlege, hoffe ich, dass alle Trauernden eines Tages soweit sind, um in Dankbarkeit und Stolz zurückblicken zu können und dabei ihr Fortkommen,ihr Dasein und ihr Glück nicht aus den Augen verlieren


      Ja, das gilt es wahrhaftig zu erreichen...Ich DANKE dir sehr, dass du diesen wiederum so einen Mut machenden Beitrag geschrieben hast, der allen ... die in der ERSTEN Trauerphase sind... aufzeigt, dass es einen guten Weg gibt, einen guten Lebenssinn gibt,... nach dem Tag, der alles veränderte...
      Liebe Schnee, <3
      jetzt noch einmal ganz persönlich ... Ich habe auch eine sehr "patchworkige " Familie ... sehr sogar... und ich kann dir sagen, dass man sehr schön Weihnachten zusammen verbringen kann... Sehr schön und entspannend...
      Ganz toll finde ich, dass du dir eine "innere to-do" Liste in deiner Trauer gemacht hast und die sich wohl nächstes Jahr ihrem Ende zuneigt...
      Dass finde ich eine sehr erstrebenswerte Lebensbereicherung...

      Es ist einfach sehr wichtig...und ist für die innere Harmonie ausschlaggebend..
      dass man den gegangenen Partner im Herzen und auch in der Erinnerung behält...
      aber der neuen Liebe ebenfalls alle JETZIGEN Gefühle schenkt...
      Ich wünsche dir alles Gute dieser Welt dazu
      und...
      immer wieder mal so ein kleines "update " deines Lebens wäre sehr , sehr. sehr schön... :)

      herzlichste Grüße an dich und all deine Lieben
      von deiner Amitola
      Danke ihr Lieben!
      Neue und alte Zeitrechnung.
      Neues Leben:
      Alle zufrieden, alle in ihrem Leben fest und gut verankert, alle gesund und munter.
      Umbauten abgeschlossen, Berge noch auf Offenliste.
      Altes Leben:
      Erinnerungen an schöne und erfahrungsreiche Zeiten, Dankbarkeit für alles Erlebte.
      Erinnerung an schwarze Tage im Dunkelgrau verschwunden.
      Wünsche euch viel Kraft, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit die kleinen Fortschritte bewusst zu erleben.
      Danke ...DU Liebe <3 :) <3

      das hört sich doch wirklich sehr "rund" an... :) :8:
      Ich habe am Sonntag auch ein sehr "patchwork-family-" Treffen , weil zwei meiner Enkel Kommunion haben...

      Es freuen sich ganz bestimmt viele hier über deinen wirklich Mut machenden Beitrag, den ich persönlich in den Empfindungen sehr, sehr nachvollziehen kann....

      Wenn du dann in den Bergen bist, lass einen Jodler oder so was ähnliches erschallen, der mit seinen Schwingungen nicht nur in Austria zu hören ist, sondern ... wir sind jetzt wirklich international verbunden... bis nach Mallorca und Schweden in seinen SCHWINGUNGEN zu hören ist... 8o :8:

      Ich wünsche dir und deinen LIEBEN ... das ALLERBESTE...
      Herzlichste Grüsse <3
      deine Amitola
      Liebe Schnee,

      schön von dir zu hören, besonders schön,daß es dir/euch "gutgeht".

      Schön laangsam kommt ja jetzt dann das "Bergwetter", momentan ist ganz oben wahrscheinlich eh noch "genügend Schnee" ;)

      Daß es für euch so weiter geht, wie es jetzt läuft ... und wenn möglich immer besser wird, wünscht

      Jutta
      Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
      das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
      die uns Gott geliehen hat.
      Ein freundliches Hallo, ja spritziges Hoi zämma sogar,
      ​.... auch wenn es für manchen Leser hier zuerst mal recht schräg klingt.
      ​Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Leute, die noch in tiefster Trauer sind mit meinem Post vielleicht eher schwer umgehen können.
      Mehr als vier Jahre liegen zwischen dem recht plötzlichen Tod meines geliebten Mannes und dem heutigen Tag und ich habe nicht vergessen, wie schwer es ist, die Phasen der Trauer zu durchschiffen, aber ich kann heute auch sagen, dass es zu schaffen ist, auch wenn viele hier daran vielleicht nicht glauben mögen.
      Ich könnte euch nun von meinen turbulenten letzten Monaten erzählen, das will ich aber gar nicht, sondern nur versuchen, einen kleinen Lichtstrahl der Hoffnung zu senden und euch zu versichern, es wird besser, von Jahr zu Jahr
      Viel Kraft wünscht euch
      schnee
      Liebe Schnee,

      ich finde es schön dass du Hallo sagst, so konnte ich deinen Thread lesen und durch deine optimistische Stehauf-Frau-Mentalität, deinen unerschütterlichen Optimismus, deine Kraft die Berge zu versetzen vermag, ganz viel an Zuversicht schöpfen. Es ist wirklich etwas besonderes hier lesen zu dürfen, wie du deinen Weg bewältigt hast...gegangen bist... danke dir also von meiner Seite her dafür und von Herzen alles Gute weiterhin...vielleicht "schneist du öfter oder hie und da mal rein" ;)

      Liebe Grüße,
      Malena

      Neu

      einen lieben Dank an all die Schreiber und Schreiberinnen hier, ihr seid da, auch wenn es nachts um Zwei ist.
      .......

      ​Schultern raffen....

      ​So...... ohne euch Trost spenden zu können, ohne, Kraft, Sonnenstrahlen und Zuversicht geben zu können bin ich heute Nacht hier, weil, ja, weil....

      ​Warum eigentlich?

      ​Schon ein paar Tage lang schlafe ich schlecht, kann kaum einschlafen, schlafe nicht durch, irgendwie habe ich das Gefühl ich schlafe überhaupt nicht. Tja, man schiebt das auf die Hitze, die für viele Leute unerträgliche Schwüle, oder sonst was, aber ich sag euch im Stillen, ich liebe so ein Wetter, aber egal, trotzdem auch ich schlafe kaum.

      Gut, schon seit ein paar Tagen - heut Nacht fällt mir endlich ein, warum.

      ​Der Lebenspartner meiner Mama liegt seit einigen Tagen im Koma. Krankheit, Operation, leichte Narkose, neuerliche Operation, Nierenversagen, Koma..... was soll ich sagen, das ganze Programm. Derzeit sieht es aus, als würde bald die Aufwachphase beginnen können - also Hoffnung.

      ​So gut es mir neben meinem sehr glücklichen, erfüllten und arbeitsreichen Leben möglich ist, bin ich für meine Mama da in dieser schweren Zeit, rufe sie an, frage nach, fahre sie, was immer zu tun ist, wird getan. Muss dazu sagen, auch sie eine starke Frau, die alles alleine managt und keine Hilfe sucht. Dennoch hat sie mir heute gesagt, dass sie froh ist, diesen kleinen Rückhalt, den ich ihr geben kann, zu haben.

      Aber ich komme nachts nicht zur Ruhe.

      ​Mir fällt wie Schuppen von den Augen, warum das so ist. Es kocht alles wieder hoch. Nach fast fünf Jahren kocht alles hoch, nur weil ein anderer Mensch, eine ähnliche Krankengeschichte aufweist, wie mein Mann damals, oder auch, weil meine Mama gerade die Stunden des Bangens, Hoffens, der Zuversicht, der Unsicherheit, der Angst, des blinden Vertrauens an die Ärzte, undundund durchmachen muss, wie ich damals und ich kann ihr im Grunde überhaupt nicht helfen.

      ​Meine Güte.

      ​Mein Partner versteht mich nicht - gut, ich habe soeben erst gemerkt, warum ich kaum schlafen kann, vielleicht erkläre ich ihm das morgen - heute, egal.

      ​So.... bei euch sein, sammeln, auf das Wesentliche konzentrieren, stark bleiben, hoffen, kämpfen und vielleicht sogar das Positive an der ganzen Geschichte erkennen. Mama, die nie irgendeine Hilfe braucht, schreibt mir ein modernes whatapp, dass sie so froh ist, dass ich da bin....

      ​Diese kleine Regung der Dankbarkeit sagt mir, du kannst was tun, sei einfach da.

      ​Viel braucht man nicht zu tun, um Menschen in schweren Lebenssituationen beizustehen, nur da sein, nachfragen, immer mal wieder durchklingeln, eine kurze sms über Handy und all diese elektronischen Geschichten. Aber auch, wenn sie rufen, ab ins Auto und hinfahren, da sein, Kleinigkeiten erledigen, so wie ein Auto abzuholen, das verwaist irgendwo steht, weil ein Mensch es selbst nicht mehr fahren kann.

      ​Wenn ich so zurückdenke an meine schwersten Stunden waren es auch die Kleinigkeiten, die Leute für mich gemacht haben, die mir heute in Erinnerung sind. Da sind meine Freunde, die mich zu Hause abgeholt haben, um spazieren zu gehen. Sie mussten sowieso gehen, wegen Hund. Andere haben mich angerufen, sie grillen abends, ich solle dazu kommen, sie grillten sowieso. Da waren Mädels, die auf einen Berg krabbeln wollten und mich als Begleitung anheuerten, sie gingen sowieso auf einen Berg.

      ​Ihr versteht was ich meine.

      So, da sitze ich.

      ​Spät nachts. Den ganzen Tag gearbeitet, im Büro, daheim, später Freunde besucht. Alle anderen sind schon im Bett. Die, die nicht nachvollziehen können.

      Egal.

      ​Morgen werde ich Mum wieder schreiben, oder anrufen. Ich werde sie löchern, wie es ihrem Schatz geht. Wenn man ihn besuchen darf, fahre ich mit. Wenn Mum Lust hat, gehen wir zusammen was essen, oder ich hol sie ab auf einen Drink. Mehr kannst du nicht tun, aber das ist, worauf es ankommt.

      So.

      ​Mal wieder weit aus dem gesamten Kontext meine spontane Meldung hier - aber ihr versteht.

      ​Ich weiß.

      ​Und mittlerweile habe ich wieder die Kraft euch allen all meine Kraft weiterzugeben.

      ​lieb grüßt euch
      schnee

      Neu

      Liebe Schnee
      das du da Erinnerungen und Gefühle hast,ist doch ganz klar.
      In der Traumatherapie spricht man auch von flashbacks.Ich hab das immer noch, wenn ich dieses Warnlicht von Polizeiautos sehe.Dann geht mein Puls hoch und ich hab Herzrasen. ( 2 Tage nach seiner Beerdigung geschah ja ein Mord vor unserem Haus)

      Alle Situationen ,die vergleichbar sind,reissen Erinnerungen auf.Bewusst, aber auch unbewusst.
      Pass gut auf dich auf.
      Deiner Mutter und dir alles Gute und ihrem Partner einen friedvollen Weg
      Monika

      Neu

      Liebe Schnee,
      es ist schön, dass du deiner Mama das tust, was dir damals wohl tat.
      Es ist wichtig, dass du auch dir tust, was dir heute wohl tut.
      Entspannungsbad, schreiben, schwimmen, Eis essen, umarmt werden, erzählen dürfen,....

      was auch immer dir wohl tut. Damit du dich nicht vergisst.

      Jedes mal wenn etwas tief erinnert, dann kann es dich wieder in die Tiefe zurückbringen - das zu erkennen ist der erste Schritt, damit umzugehen. Darüber zu reden und zu schreiben ist ein weiterer Schritt in Richtung Integration.
      Ist es das Ganze Paket, das dich zurückwirft in die Zeit damals oder sind es Einzelheiten? Oder ist es kein Zurückwerfen, sondern ein Erinnern?

      Ich wünsche dir, dass du bald wieder den erholsamen Schlaf findest.
      Sei lieb gegrüßt
      Astrid.