Gute und schlechte Tage

      Liebe Lea <3

      ich denke gerade fest an Dich. Wie mag es dir wohl ergehen.?

      Schön, daß der Spaziergang mit deinen Eltern so wohltuend war. Ich freue mich für dich.

      Leider bin ich viel zu müde, um mehr zu schreiben, daher schicke ich dir einfach nur dies:



      rabelein :24:
      Liebe Lea <3

      Ich HOFFE SEHR... dass du dieses Wochenende in einer Gefühlssituation verbringen konntest... die dich nicht allzu sehr belastet hat???
      es wäre tatsächlich sehr beruhigend für mich, wenn du etwas schreiben würdest...
      Es braucht wahrhaftig kein Bericht sein, der von positiven Gedasnken gefüllt ist.. Dazu ist der Schmerz einfach noch zu gross....

      Das können WIR hier ALLE verstehen
      auch dir gebe ich GERNE eine herzliche Umarmung <3 :24: <3 :30: <3 <3
      deine Amitola
      Hallo meine lieben
      Danke für eure lieben Nachrichten. Es tut mir echt leid das ich jetzt schon ein paar Tage nicht geschrieben habe, ich habe zurzeit einfach so viel zu tun....
      Was mir auch sehr gut tut da mir Zuhause die decke auf den Kopf fehlt....
      Manchmal glaub ich auch ich mach mir einfach immer so einen Druck, das es mir ja schnell wieder gut geht...
      Aber das geht leider nicht....

      Ich hatte trotzdem ein schönes Wochenende, mit Freunden und Familie verbracht....
      Leider ist von dem Wochenende, heute nichts mehr zu spüren... ich bin traurig und fühl mich sehr ausgelaugt vo den heutigen Arbeitstag....

      Danke liebe rabelein für die schönen Blumen.

      Auch wenn ich nicht so oft schreibe denke ich doch sehr oft an euch...

      Ich umarme euch.....
      Liebe Lea,

      schreiben ist ja kein "muß" - wenn du es brauchst und es dir gut tut, dann schreibst du. Es soll ja kein Streß sein sondern "helfen"!

      Schön, daß du ein gutes WE verbringen konntest. Auch wenn du jetzt meinst, nichts mehr davon zu spüren. Es ist trotzdem ein "Krafttanken". Wer weiß denn schon wie du dich erst fühlen würdest, hättest du dies nette WE nicht gehabt ;) .
      Ok - Spaß beiseite. Es ist halt ein ewiges auf und ab und es dauert bis die "Ab's" weniger und die "Auf's" mehr/länger werden. Versuche, deinen "eigenen" Druck möglichst nicht zu verstärken - der Druck von außen ist ja doch meist schlimm genug! Und vor allem - Druck erzeugt Gegendruck ... gar nicht gut! ;) Das endet meist eher in einer Abwärtsspirale als daß es hilft. Und meist geht unter Druck gar nix "schneller", meist werden nur die "Fehler" (Umwege) mehr.

      Ich wünsche dir eine erholsame Nacht, so daß der morgige Tag ein wenig leichter fällt.
      Liebe :24: schickt dir
      Jutta
      Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
      das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
      die uns Gott geliehen hat.
      Hallo meine lieben helferlein. :)

      Ich habe leider zu wenig Geduld mit mir...

      Am liebsten würde ich alles auf einmal ändern.

      Was mich noch sehr beschäftigt ist die Angst...
      Ich habe angst das wieder etwas schreckliches passiert, das ich wieder einen geliebten Menschen verliere.... angst das es mir wieder so schlecht geht. Das lässt mich oft nicht schlafen und meine Gedanken drehen sich.
      Vielleicht ist es auch so das ich sogar angst habe wieder glücklich zu werden, denn gerade als ich sehr glücklich war ist das schlimmste passiert....
      Ich stehe mir nur selbst im Weg , ich sollte über sowas nicht nachdenken , aber ich kann nicht anders....

      Ich werde jetzt ins Bett gehen und versuche meine Gedanken wie Wolken vorüber ziehen zu lassen.... zurzeit bin ich nur müde und könnte ständig schlafen.

      Gute Nacht....
      Ich umarme euch.
      Liebe Lea <3

      Die Angst.. ja die Angst ist dazu da uns zu beschützen. Und manchmal hemmt sie einen zu LEBEN. Es ist verständlich, dass Du Angst hast, weil es für Dich ein traumatisches Erlebnis war.. und vor diesem Trauma willst Du Dich schützen, weil Du es nicht mehr oder denkst es.... verkraften würdest....

      Desto mehr Dir vieles bewusst wird auch die Angst, desto mehr Du fühlst... desto mehr Du Dich langsam wieder öffnest auch dem Leben.. wird die Angst automatisch verschwinden....

      Schlafe gut und liebevolle Umarmungen :24: <3

      Katarina
      Liebe Lea,

      ja, die Angst ist etwas was uns Alle auf unserem Lebensweg begleitet. Desdo stärker wenn wir sehr traumatische Erfahrunge manchen mußten - egal ob schon wärend der frühesten Kindheit oder in unserem Hier und Heute.

      Du bist damit nicht alleine, besonders mit dieser Mischung von großem Glück und noch größerem Unglück. Gerade heute habe ich dieses Spagat sehr intensiv erlebt, denn Dank schönem Wetter hatte ich richtig gute Laune und einen sehr genußvollen Tag. Als der Abend aber kam merkte ich wie meine Stimmung immer schneller kippte - die Angst all Das was ich mir bisher so sehr mühevoll aufgebaut habe wieder zu verliehren. Nebenher laufend die Angst meine Mutter zu verliehren wo wir es gerade geschafft hatten ein recht gutes Verhältnis zu einander aufzubauen. Übermorgen wird sie auf ungewisse Zeit wieder nach Italien zurück kehren um dort ihr Haus zu verkaufen mit dem Plan dann ent-
      gültig nach Deutschland zu kommen. Ja, und da sie in einem gewissen Alter ist, nicht die Gesündeste und sich etwas enorm stressiges vor-
      genommen hat meldet sich nun immer wieder meine Angst das wir einander nie wieder sehen würden. Dann arbeite ich hart daran mir einzure-
      den positiv zu denken und das Alles gut werden wird - aber es fällt mir eben enorm schwer.

      Ja, und was das Andere betrifft kommt es mir manchmal schon unheimlich vor das ich nach gut acht Monaten "schon" wieder recht gut im Leben wieder angekommen bin. Vermutlich weil ich es in meinem Leben oft genug erlebt habe das ich zu Zeiten wo ich fast vor Glück hätte platzen können wenig später Alles in Scherben zerbrach. Liebe Lea, auch ich werde oft Nachts umtriebig weil mir diese Ängste und Sorgen keine Ruhe lassen wollen.

      Und genau wie Du quält mich oft genug die Ungeduld das all meine Vorhaben sich viel zu langsam bewegen, das die Trauer weiterhin großer Be-
      standteil meines Daseins ist und das es noch so viel zu verarbeiten gibt. Ungeduld weil ich immer noch nicht meine Eßstöhrung in den Griff bekommen habe und umso mehr ich dagegen ankämpfe umso schlimmer wird es weil ich dann stehts riesig über mich selber enttäuscht bin. Genauso wenn ich mir allmögliches für den neuen Tag vorgenommen habe und am Ende doch die große Antriebslosigkeit wieder einmal gewonnen hat.

      Liebe Lea, ich wünschte ich könnte Dir gute praktische Ratschläge geben aber leider habe ich da keine - sonst hätte ich ja selber nicht all diese Probleme. So schicke ich Dir einfach nur ein ganz großes Kraftpaket und alles Liebe,

      Hanna
      Liebe Hanna <3

      Du selber hast mal gesagt, dass es wichtig ist im HIER und JETZT zu leben. Und wenn Du Angst hast vor der Zukunft oder Dir gewisse negative Sachen ausmalst... lebst Du NICHT im HIER und JETZT.

      Im HIER und JETZT ist eigentlich alles möglich.... jede Kleinigkeit beeinflusst die Zukunft auch wenn es NUR ein Zwischendurchsnack oder der Gang zur Post ist. Es sind nicht nur die GROSSEN Dinge die verändern.

      Deshalb liebe Hanna GENIESSE einfach im HIER und JETZT die gute Beziehung zu Deiner Mutter...

      GENIESSE einfach JETZT was Du alles geschafft hast! Du hast es geschafft und dies WIRD IMMER BLEIBEN.

      Das Leben an sich ist im Wandel permanent.. JAAAA...

      und wie oft habe ich versucht in die Zukunft zu schauen... doch es war mir bis jetzt verwehrt und hätte ich wirklich gewollt zu sehen oder hätte ich es verkraftet zu sehen, dass Tatjana gehen wird???? Wenn ich es gesehen hätte es definitiv unserer Beziehung dem HIER und JETZT geschadet.. da ich dann permanent Angst gehabt hätte und jede Sekunde damit verbracht hätte es zu ändern.... und ändern hätte ich es eigentlich wahrscheinlich eh nicht gekonnt...

      Verstehst Du???

      LASSE LOS... LASSE ALLES FLIESSEN... LEBE ...... IM HIER und JETZT!

      Liebevolle Umarmungen :24: <3

      Katarina
      Liebe Katarina,

      wieder einmal hast Du sehr recht mit Deinen Worten, aber dennoch sehe ich weiterhin eine große Differenz zwischen der Theorie und der Praxis was das Loslassen betrifft. Besonders wenn es um Erlebnisse geht die eben dermaßen prägend waren, das sie vermutlich aus mir einen völlig be-
      ziehungsunfähigen Menschen gemacht haben der noch einen langen Weg vor sich hat ehe sie ein bisschen Vertrauen wieder zulassen kann.

      Auch wenn es nicht so erscheinen mag, habe ich immerhin inzwischen recht gut gelernt mein Hier und Heute von der Vergangenheit abzutrennen. Damit meine ich das ich wieder sehr viel Freude an den Dingen empfinden kann die mein neues Leben ausmachen ganz unabhängig davon was sich wieder einmal aus vergangener Zeit bei mir gemeldet hat. So ähnlich wie ich die letzten Jahre mit meinem Mann verbracht habe, bezw. habe mit dem Herzen für ihn gesorgt aber alle Entscheidungen für ihn mit dem Kopf getroffen und nicht den Emotionen.

      Gerade heute war dies wieder sehr present, denn auf einer Seite habe ich es sehr genossen den Balkon für den Frühling zu bepflanzen und die nächsten Arbeiten am Haus zu durchdenken. Ja, und als Alles fertig war überkam mich dann doch eine sehr große Traurigkeit als meine Augen seine Sitzbank streiften wo er oft die frische Luft und die Sonne genossen hatte als er nicht mehr "seine" Etage verlassen konnte. Mich auf einer Seite freuend das nun Alles wieder so schön frisch und farbenfroh aussah. Auf der Anderen ein weinendes Auge da er sich nun nicht mehr daran erfreuen kann.

      Meine liebe Katarina, wo Du einst oft genug versucht hast in die Zukunft zu schauen habe ich das damals nie gemacht sondern mich stehts nur auf Das konzentriert was in dem Moment zählte. Vermutlich weil ich wußte das er eine tödlich verlaufenden Krankheit hatte die ihre Zeit brauchen würde um ihr sicheres Ende zu erreichen. Folgedessen keine Hoffnungen oder Illusionen das sich sein Zustand noch stabilisieren oder er gar geheilt werden könnte. Ja, als wir die Diagnose bekam wußten auch seine Ärzte nicht ob er noch ein Jahr, weniger oder sehr viel länger leben würde und das war der Moment wo ich beschloss mir keine Gedanken mehr über eine mögliche Zukunft zu machen. Ehrlich gesagt kam dann auch irgendwann der Punkt wo ich mich nicht einmal mehr fragte wie der nächste Monat oder gar die nächste Woche aussehen könnte. War eher froh wenn wieder ein Tag gut gemeistert und eine Nacht ruhig geblieben war.

      Ich weiß nicht ob Du das verstehen kannst, aber solch ein recht langfristiges Denken prägt Einen doch und obwohl ich inzwischen wieder recht gut auf beiden Beinen stehe fällt es mir noch schwer an Zukunft zu denken oder langfristig etwas zu planen. Ehrlich gesagt war die Buchung meiner nächsten Winterreise erneut ein sehr großer Schritt für mich da es bis dahin ja noch ganze 3 Jahreszeiten vor mir stehen.

      So wünsche ich Dir einen restlichen schönen Abend und alles Liebe dazu,

      Hanna
      Liebe Hanna!

      Hier möcht ich dir sagen,das sich unsere Ansichten ziemlich auseinander bewegen, und es ist gut so.
      Auch wir hatten eine Diagnose ,die uns nichts ausser das ableben meiner Frau versprochen hatte, und trotzdem lebten ich und meine Frau keinen Moment in dem Gedanken ,wieder einen Tag von ihren verbeleibenden zu streichen .Natürlich liegt dein Leben und dein Erlebtes mit denem Mann in einem ganz anderen Licht.
      Sie lebte ihre Tage wie wenn es ihr letzter wäre,aß nur mehr dass was sie wollte, und ich ihr kochen musste,welches ich gerne tat,
      Wir schoben das unausweichliche nicht von uns,aber wir hofften jeden Tag auf eine Änderung ihres Zustands,ja vielleicht auf ein Wunder von dem mann ja auch hin und wieder liest.
      wir hatten im ersten Jahr ihrer Erkrankung auch schon gehört sie wird nicht mehr lange leben von den Ärzten,und dann haben sie sie arbeiten schicken wollen ,weilsie sagten sie sei Krebsfrei ihre Befunde seien voll ok.
      das war Ende Dez.2104 und Anfang Feb. 2015 sagten sie uns sie habe alles voller Metastasen und solle ihre Sachen erledigen. Umd auch da hatten wir gesagt wir schaffen es wieder.
      Was leider doch nicht so war,aber wir haben die Hoffnung bis zum Letzten Tag nicht aufgegeben.
      Ich will dir in keinster Weise absprexhen dass du nicht aucch für deinem mann gehofft hast auf Heiling
      aber ich glaube aus deinen Worten herauslesen zu können das du auf keine Wunder gezählt hast.
      Vielleicht ist es so besser ,weil man dann vom ableben doch nicht mehr so fertiggemacht
      wird wie es bei ns der Fall war ,weil wir wirklich glaubten
      wir können es Schaffen
      Wir lebten n einer Welt wo wirglaubten wir schaffen alles,
      Doch irgentwer da oben hat ns eines besseren belehrt
      Liebe Grüsse und dicke Umarmung dir hanna von
      wolfgang
      :24:
      Liebe Hanna <3
      Lieber Wolfgang <3
      Ihr Lieben <3

      Einmal habe ich mir Gedanken darüber gemacht, soo mässig was wäre.. wenn...

      Was wäre wenn Tatjana nicht plötzlich gegangen wäre sondern eine unheilbare Krankheit gehabt hätte...

      Wie hätte ich reagiert?

      Wie hätte sie reagiert?

      Und ich muss zugeben, dass ich es wahrscheinlich NIE ganz richtig fühlen oder verstehen kann... was IHR und die anderen durchlebt habt....

      Ich kann sozusagen nur theoretisch fühlen oder sehen.....

      Zu dem obigen hätte ich früher wie Wolfgang reagiert: IMMER an ein Wunder geglaubt und wäre auch erschüttert gewesen.. hätte die Welt/das Universum nicht verstanden, wenn es nicht passiert wäre...

      Doch ich verstehe Dich Hanna.... denn es war eine festgeschriebene Zukunft.... und deshalb meinte ich: ES WAR BESSER, dass ich es nicht gesehen habe dadurch war ein unbefangens Leben möglich.....

      Und sind wir mal ehrlich.... und ich hoffe ich bin Euch jetzt nicht zu düster....... JEDER/JEDEM erwartet in der Zukunft das Gehen... manche früher... manche später.... und deshalb komme ich JETZT WIEDER zu dem:

      LEBEN IM HIER UND JETZT

      UND LIEBE LEA <3 Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, dass ich/wir dies in Deinem Thread geschrieben haben.... Fühle Dich von mir liebevoll umarmt und ich denke an Dich :24: <3


      Katarina
      Liebe Lea, <3

      einfach ein kleiner Gruß von mir - verbunden mit einer dicken Umarmung.

      Ach die Geduld! Mir fehlt sie auch. Am liebste würde ich mit "Siebenmeilenstiefeln" reisen.

      Manchmal denke ich an ein chinesisches Sprichwort:
      "Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe,
      der anfing, kleine Steine wegzutragen."

      Da hat er sicherlich viel Geduld dazu benötigt * grins*
      U N D hat viele vermeintliche Rückschläge durchleben müßen

      Du hast geschrieben: versuche meine Gedanken wie Wolken vorüber ziehen zu lassen.
      Gute Idee - bin ich auch gerade am Üben - klappt meistens nicht so richtig, ABER - " Gut Ding will Weile haben" - und es geht ums Tun..einfach Tun .Irgendwann sind wir
      darin "Meisterinnen"- behaupte ich mal so einfach.

      Dir alles Liebe - ich denke oft an dich

      rabelein :24: :30: :24: <3
      Lieber Wolfgang,

      habe mich sehr gefreut von Dir so liebevolle und einfühlsame Post bekommen zu haben, und das Du recht gut aus meinen Zeilen das wahrhaftig beschlossene gelesen hast. Und ehe ich weiterschreibe sollst Du wissen das ich sehr den Hut vor Deiner Frau und Dir ziehe weil Ihr bis zum Schluß so hart gekämpft und nie den Kampf aufgegeben habt.

      Ehrlich gesagt war es ja auch mein großer Wunsch das mein Mann nach der Diagnose mit mir am selben Strang ziehen würde. Da es ihm wärend des ersten Jahres aber noch recht gut ging - bis auf seinen starken Husten und das er etwas schneller aus der Puste geriet - beschloß er die Ernsthaftigkeit seiner Erkrankung komplett zu verdrängen. Nicht erkennen wollend das die Diagnose DER Zeitpunkt war wo er hätte aktiv werden sollen um sich seine Lebensqualität und Prognose deutlich zu verlängern. Ich war sofort bereit gewesen ihn auf allen Gebieten zu unter-
      stützen, aber wann immer ich ihn darauf ansprach gab es heftigen Streit weil er der festen Überzeugung war das Einer wie er all diesen "Firlefanz" nicht nötig habe. Damit meinte er die Gewöhnung an mobilen Sauerstoff und die Reduzierung seines heftigen Übergewichtes. So versuchte ich stehts ihn zur Selbstständigkeit zu animieren indem ich mich weigerte ihm jede Kleinigkeit abzunehmen. Ja, und dann dauerte es nicht lange das ich dadurch immer wieder als die Böse, Faule und Gleichgültige da stand. Als er dann einen Sauerstoffkonzentrator verschrieben bekam war es wohl das letzte Mal das er mit meiner Hilfe versuchte die Treppen im Haus zu benützen. Der Zeitpunkt wo er sich sehr schnell damit arrangierte das ich nun seine Hände und Beine war. Um diese Geschichte nicht ewig auszudehnen, entschied er sich erst für den mobile Sauerstoff als es schon viel zu spät war ihn noch nützen zu können da er kaum noch laufen konnte durch das ständige sitzen und liegen.

      Lieber Wolfgang, ich schreibe Dir all Das nur weil nicht ich sondern er der Jenige war der nicht bereit gewesen war das Beste aus seiner übrig gebliebenen Zeit rauszuhohlen. Ich gestehe das auch ich irgendwann den Kampf aufgab als meine gut gemeinte Unterstützung immer wieder als nervige Nörgelei betrachtet wurde. Ja, anstatt froh zu sein das der Pflegedienst sich so intensiv um ihn kümmerte, empfand er sie eher als nervig - außer wenn er mitten in der Nacht gerufen werden mußte weil es ihm ordentlich schlecht ging und er Panik hatte. Wie Du siehst hatte ich es echt nicht einfach mit meinem "Patienten" und so denke ich das man es mir nicht übel nehmen kann das ich am Ende nur noch half wo ich konnte und mir schon lange keine Illusionen mehr machte das es ihm noch 'mal besser gehen könnte. Wie sollte ich auch, wo er mir oft genug nicht sagte das er Schmerzen hatte - gegen die ich ihm etwas hätte geben können - bis wieder einmal akute Not an Mann war und wie so oft der Pflegedienst gerufen werden mußte um ihn wieder stabil zu bekommen.

      Wie gesagt, ich habe von Anfang an nie auf Heilung gehofft weil seine Ärzte sehr klare und zweifellose Ansagen gemacht hatten, und er eben ein Mensch war der sich nicht hat helfen lassen wollen weil er der Meinung war das er Alles am Besten wußte. Egal wie irre frustrierend das oftmals für mich war, bin ich bis heute sehr froh das er am Ende ins Krankenhaus mußte und dann nur noch der Weg ins Hospiz blieb, weil man ihm dort zu einem schmerzfreien und friedlichem Gehen so verhelfen konnte wie ich es gewiß niemals geschafft hätte - auch nicht mit der Hilfe des Pflege-
      dienstes.

      Lieber Wolfgang, ehe ich schließe möchte ich noch hinzufügen das es mit trotzdem komplett den Boden unter den Füßen weg zog als mich das Hospiz in jenen frühen Morgenstunden mit der Todesnachricht anrief. Klar wußte ich das er an einem Punkt angekommen war wo es nur noch eine Frage von wenigen Wochen war, aber auch wenn ich mir nie die Illusion einer Wunderheilung gemacht hatte saß der Schock dennoch tief bis auf das Knochenmark und brauchte einige Tage bis ich es endlich kapiert hatte das er wirklich gegangen war, denn als ich ihn tod vor mir liegen sah lief das Ganze vor meinen Augen ab wie ein falscher Film, ein doofer Traum von dem ich wieder aufwachen würde. Auch die Woche die folgte rauschte an mir vorbei wärend ich nur noch funktionierte. Ehrlich gesagt fiel der erste Groschen erst als ich nach seiner Bestattung wieder alleine zuhause war und zum ersten Mal ein wenig Zeit mit mir selber hatte.

      Ich danke Dir für Deine dicken Umarmungen und schicke Dir selbige zurück, Dir für Deine Geschichte - die mich sehr berührt hat - von Herzen dankend,

      Hanna
      Liebe Katarina,

      ... hoffend das Lea mir verzeiht das auch ich ihren Thread noch einmal nutze .... ich weiß nicht ob Du Glück oder Pech gehabt hast das Du Tatjana's Ende nicht voraussehen konntest. Auch ist es irre schwierig sich vorzustellen wie man reagieren würde wenn man mit solch einer Situation - wie die von Wolfgang und mir - plötzlich konfrontiert ist.

      Die meisten Menschen würden sagen das es für sie selbstverständlich wäre einen schwerstkranken Lieben zu pflegen weil sie sich nicht wirklich solch einen Pflegealltag vorstellen können. Noch weniger das es oft nur eine Frage der Zeit ist das man selber kein Leben mehr hat, ein Großteil des alten sozialen Netzwerk wegbricht und das diese Pflegeverantwortung weit länger dauern könnte als man es sich vorgestellt hatte. Das sage ich nur weil auch ich ehrlich gesagt keinerlei Ahnung hatte auf was ich mich eingelassen hatte, als ich beschloß meinen Mann auf seinem letzten Weg zu begleiten. Noch weniger wie irre belastend und schwer Das werden würde mit dem vergehen der Zeit. Mit Belastung meine ich nicht das Einem irgendwann die letzte Lust vergeht, sondern den ständig wachsenden Schlafdefizit, schlechte Ernährung, Mangel an sozialen Kontakten und kaum noch Zeit vorhanden um an Anderes zu denken wärend der eigene Alltag deswegen nicht stehen bleibt.

      Liebste Katarina, blicke ich zurück bin ich froh das ich ohne groß zu überlegen beschlossen hatte meinen Mann bis zum Ende zu pflegen, denn wenn ich ehrlich bin war es damals eher ein Sprung ins kalte Wasser als eine gut durchdachte Entscheidung weil ich eben einzig und alleine nur meinem Herzen und meinem Bauchgefühl gefolgt bin. So denke ich das man sich wirklich in solch einer Situation befinden muß um zu entdecken wie man sich entscheiden würde.

      Dir eine gute Nacht und einen schönen neuen Tag, verbunden mit vielen lieben Grüßen und einem dicken Drücker,

      Hanna
      Liebe Lea und liebe rabelein... und natürlich alle grüssend die hier schreiben diesen thread lesend

      Ich bin mir sicher...
      wir werden tatsächlich alle MEISTER ... so nach und nach...
      i m LEBEN ... so still dazusitzen ... unddie WOLKEN der GEDANKEN sich anzusehen... sie genau zu ERFÜHLEN...
      und dann...
      sieVORBEI ZIEHEN zu lassen...
      soo einfach dahin schwebend .... vorbei...
      Jaa,
      das bedarf der Zeit...
      aber das werden wir MEISTERN...

      geduldiges akzeptieren
      wünscht sich selber und natürlich euch beiden und ALLEN HIER
      eure Amitola

      P.S. wie gesagt... entweder spinnt mein PC oder ich... aber das sagt man ja auch über Schamanen , dass sie nicht sooo ganz hier sind... sondern ein bisschen ???? wo anders... :rolleyes: :D
      Liebe Hanna!
      ja genau das ist es was ich meine unsere Situationen sind grundverschieden,meine Frau wollte immer leben und tat auch alles dafür,auch wie alles schon offensichtlich war,jedoch sprach sie auch von Plan B ,wennes ihr nicht erlaubt war mit einem Wunder geheilt zu werden.Sie war bis zum Schluss wahnsinnig stark und selbstverantwortlich.Darum war die Hilfe die ich ihr geben konnte auch nicht so ein Problem für mich da sie immer ganz toll mitarbeitete.Sie lies sich nur ungern helfen ,nur wenn sie wirklich nicht mehr ging ,lies sie es zu. Auch wenn es aussenstehende nicht so sahen war es für mich kein Problem ,jede Minute die ich bei ihr war für sie da zu sein, viele unsere Bekannten sagten ,dass sie das nicht gekönnt hätten, und sagte ihnen wenn ihr in diese Situation gekommen wärd ,würdet es ihr wahrscheinlich auch machen.
      vorausgesetzt eure Liebe zu dem Menschen ist aufrichtig und ehrlich.
      Und die liebe Hanna ist bei uns in dieser Zeit immer intensiver geworden ,ich weißnicht wieso, aber es war alles abegeklärter zwischen uns,obwohl immer diese grosse Angst im Raum stand.Die wir nie wirklich angesprochen hatten aber die immer wie dick schneidende Luft zwischen uns hing.
      Wie gesagt ich kann dich gut verstehen und ich wüsste nicht wie ich reagiert hätte,wenn von ihrer Seite nichts gekommen wäre.
      ich dachte mmer,wenn sie das ganze so tapfer bearbeitet darf ich nicht zusammenklappen und muss ihr genauso tapfer gegenüber helfen
      Danke für deine Worte und dein zuhören
      glg Wolfgang,
      Hallo meine lieben.
      Ich weiß es ist viel zu lange her das ich geschrieben habe, aber mir erging es sehr gut in letzter Zeit. Oder manchmal habe ich nur in den anderen therad's gelesen.

      Bis jetzt lief alles ganz gut bei mir nur leider holt mich manchmal alles wieder ein.
      Ich möchte dann nur im Bett sein und weinen.
      Wenn ich dann doch arbeiten bin fühl ich mich schnell erschöpft. Oft habe ich auch einen starken Bewegungsdrang und versuche mich abzulenken.

      Aber dann geht es doch wieder ganz gut dahin. Ich fühl mich wohl bin wieder im hier und jetzt in meinem inneren Frieden.

      Nur bis man dort wieder hin kommt ist es oft ein steiniger weg.
      Aber ich weiß ja ich hab es schon öfter geschafft dort hin zu kommen.

      Ich umarme euch. Eure Lea