meine geliebte Mutter

      Liebe Malena <3

      Deine Schilderungen haben mich tief berührt und für kurzen Moment... es war ein Hauch..habe ich gespürt wie es sich für Dich anfühlt....

      und den Gedanken finde ich schön, dass wir immer auch nach unserem Sterben mit allen die wir geliebt haben verbunden bleiben... In der Vergangenheit... im Jetzt... in der Zukunft... in der Ewigkeit.

      Liebe tröstende Umarmungen :24: :30: <3

      Katarina
      Knack Knack Ofenholz. Kelpie hat das gesagt "Trauertagebuch" - ein passender Begriff, und das Ganze hier weil die Vorstellung, es nicht alleine zu tun, alleine die Vorstellung, hilfreich ist. Es muss gar nicht gelesen werden, so lange und umständlich wie ich schreibe, und auch nicht kommentiert - wobei ich mich immer über tröstende Worte freue...aber die Vorstellung nicht alleine zu sein gibt mir die Kraft mich mit meinen Gefühlen auseinander zu setzen. Und nicht zuletzt die Idee, jemand könnte das lesen und es könnte hilfreich sein, so wie es mir sehr hift Berichte Anderer hier zu lesen... aber das muss nicht sein. Ich hoffe es ist ok hier so viel zu schreiben, so überlang. Überlege ob, da offensichtlich der Schreibfluss beginnt...ich habe ein Jahr geschwiegen...ich das hier weiter tun darf oder soll...oder ob ich anfange einen Brief zu schreiben...

      ......

      So, nun hole ich diesen Ausschnitt aus "in Treatment" hierher, ich denke es ist passend, weil persönlich.
      Mich hat diese Differenzierung der Frage des alttestamentarischen Gottes sehr getroffen, hat mich getroffen wie ein Blitz als ich es zum ersten Mal sah, und auch die Verbindung dahingehend dass man so auch die Beziehung zu seinen Eltern gestaltet.

      Natürlich war es auch ein Leben lang Thema zwischen meiner Mami und mir, was es heisst Eltern Fehler vor zu halten, und dass diese gemacht wurden...und ich rechne es meiner Mutti hoch an dass sie immer so offen für Kritik war, sich viel einschenken hat lassen von mir, auch viel ausgehalten hat mit mir...und mich nie fallen gelassen hat auch wenn wir wilde Auseinandersetzungen hatten. das war sicherlich nicht leicht für sie, ich war eine heftigste pubertierende! und auch später nicht immer einfach, aber ich habe ihr auch viel Liebe und Zuwendung geschenkt kann ich jetzt sagen.

      Das Mami-Mutti kommt daher dass meine Mutter, als ich 7 war schon einmal schwer an Krebs erkrankt ist. Ein Fibrosarkom, alle dachten sie würde sterben, sie war etwas über 40, damals war die OP eine Sensation noch mehr aber, dass sie tatsächlich überlebte, nämlich das Sarkom. Einerseits war das ein Flashback als meine Mutter plötzlich wieder Krebs hatte, der alte Arsch war zurück, der Nemesis, der Krebs hat mich als Kind brutalste schockiert...erst erzählten sie mir meine Mutter wäre zu einem Klassentreffen gefahren...sie meinten das gut, aber ich lebte bei meinen Grosseltern und spürte das etwas nicht stimmte...und dann besuchten wir plötzlich meine Mutter im Krankenhaus...sie war ganz schmal...ich durfte sie nur durch eine Glastüre sehen...gefühlt Wochenlang, keine Ahnung wie lange das wirklich alles dauerte...meine Mutter erzählte mir sie hat damals, in der Narkose nach der OP ein unglaublich langes Märchen für mich erfunden...hat das angeblich auch aufgeschrieben...ich hätte das gerne einmal gehört... ich erinnere mich noch heute beim ersten Besuch habe ich eine Pillbox meiner Großmutter aufgesetzt und habe mir ein Kostüm angezogen, ich wollte erwachsen wirken, ja ich war erwachsen, so habe ich das gefühlt...es muss skurril ausgeshen haben das kleine Mädchen mit dem dunkelblauen Kostüm und der Schleifenbluse, und einem Hütchen mit Schleier. Damals als ich das ausgesucht habe - ich rieche noch heute den Geruch des "böhnderls" des kleinen Dachbodens den ich durchwühlt habe, ich sehe noch heute die Sonne durch Ritzen im Holz und zwischen Schindeln herein fallen....zeigte mir meine Großmutter auch das Taftkostüm in dem sie einmal beerdigt werden wollte (was auch geschah).

      Und danach hatte meine Mutter diese lange Narbe am Bauch, sie hat sie so gehasst, hat sich so geschämt weil sie nicht schön war in ihren Augen, sie hat nie wieder Bikini getragen. Meine Mutter war eine sehr schöne Frau, groß und schlank (ich bin klein und weiblich geformt) und als ich meine Mutter ankleidete nachdem sie gestorben war habe ich meine Hand auf ihren Bauch gelegt, habe ihn sanft gestreichelt und habe gedacht dass ich einmal als Embryo in diesem Bauch gewachsen bin, dass mich dieser Körper geboren hat, und ich war zutiefst dankbar dafür. Ich habe die Narbe angesehen, sie war ganz blass so wie die gesamte Haut, ich habe sie zum ersten Mal genau betrachtet, als Kind habe ich immer weg gesehen und dann hat sie meine Mutter nur ganz selten gezeigt, immer versteckt...ich sah jeden einzelnen Stich genau an, fühle das Keloid mit meinen Fingerspitzen...und ich liebte diese Narbe denn sie stand dafür dass ich meine Mutter nicht so früh verlieren musste, was damals fatale Folgen gehabt hätte - mein Leben wäre ganz anders verlaufen aber auch, dass meine Mutter noch leben durfte hat mich sehr dankbar gemacht.

      ---- wir sterben im Leben tausende Tode, der letzte ist nicht der Bitterste -----

      Natürlich war dann, als der Krebs , ein anderer Krebs, kam, das wie eine Scheißironie. Ausgerechnet diese Dreckskrankheit! Der Krebs hat mir meinen Großvater gestohlen als ich 8 war, und ich habe ihn so geliebt, er war mir ein Seelenverwandter... und dann das. Nun, ich habe versucht die Zeit zu nutzen, da mir nach Recherchen schnell klar war dass diese Art von Krebs in dieser Ausprägung sehr unwahrscheinlich zu besiegen sein würde. Nun, wir haben bis zum Schluss dran geglaubt dass alles möglich ist - wie sagte meine Mutter "Krieg gegen die Sterne". Sie hat es wohl gewusst aber wir haben überlebt indem wir es eigentlich nie ausgesprochen haben - war das ein Fehler? Wir haben alles für möglich gehalten, wir haben alles auf eine Karte gesetzt und schlussendlich gewonnen. Nein, wir haben keine Weltreise gemacht, wir haben normal weiter gelebt (wobei , dass wir spontan zu ihr unter ein Dach gezogen sind als Jungfamilie war für alle eine Herausforderung!) aber ich war sehr dankbar, dass ich in der Lage war dass wir uns so zuwenden konnten, und sehr sehr danbar über dieses med. System bzw. System in dem wir leben, die Sicherheit in Europa zu leben, in Mitteleuropa ... wir hatten wirklich die Chance in Würde das letzte Stück Weg zugehen...

      .....


      nun zum Video. als ich es zum ersten mal sah hat es mich fasziniert, und ich bedanke mich einfach bei meiner Mutter das sie nicht perfekt war und gleichzeitig eine wunderbare Mutter, kritikfähig, konfrontationsbereit und unglaublich liebevoll und treu. Es war ihr wichtig mir eigenständiges, unabhängiges und kritisches Denken zu fördern... sie bemühte sich sehr was sie an Wunden mit genommen hatte aus ihrer Kindheit an mir nicht zu wiederholen... und dass sie als Kind Kriegstraumatisiert wurde, Flucht und Schlachtfelder als Kleinkind erlebt hat und danach Hunger gelitten hat und all das, das habe ich erst viel viel später verstanden.

      Alle Eltern machen Fehler, und es ist wie in Anna Karenina als erster Satz steht... alle Glücklichen Familien gleichen einander, alle unglücklichen Familien sind auf ihre eigene Art unglücklich. Aber dieses "Unglück" ist auch Geschichte, und ist auch Glück, denn wo ist dieses schmale lichte band zwischen Glück und Unglück?

      Ich habe wie in dem Video natürlich erst mich, dann meine Mutter angeklagt. Wir haben es ausgetragen, und sollte es ein göttliches Konzept geben, die Idee einer Göttin, dann eben jene die einem den Verstand schenkt sie zu kritisieren, zu hinterfragen, zu negieren... denn was sonst ist Liebe als ein Kind der Freiheit? Der freien Entscheidung? Ich kann nicht sagen, ob es eine Göttin gibt, oder Götter oder Gott, ich kann sagen dass ich die Liebe kenne und dass ein Mensch, der sie mich gelehrt hat, ein ganz entscheidender Mensch war, unwiderruflich meine Mutter war. Sie hat sich bemüht mir alles gegeben, all die Geschichten, iher Phantasie, ihre Liebe zur Schönheit der Natur, zur Musik, zur Kunst, Literatur...all das, unkonventionell zu sein...ich selbst zu sein auch wenn nicht immer klar ist, was genau das in einem bestimmten Moment heißt oder heissen kann ;)


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      liebe NEBEL-LEBEN Frau, liebe Malena <3
      im slawischen Bereich habe ich gelesen heisst das Himbeere, <3

      wenn du und andere meinen ersten Text gelesen habt, wisst ihr jetzt mehr über mich...aber ich habe ihn dann doch gelöscht wegen dem .... www ....
      "nur" soviel....
      Ich glaue wirklich nicht mehr, dass es ein Zufall ist, wenn Menschen "hier " in dieses Forum kommen ,,, und man eine Verbindung sehr schnell innerlich verspürt....

      Hier schneit es und es ist deswegen einfach .... stiller... heller ...lichter....
      dieses Sanfte dadurch wünsche ich uns allen für diesen Tag ...
      alles LIEBE möge uns begleiten <3

      denkt und fühlt
      deine/eure Claudia Amitola


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Amitola (rainbow)“ ()

      Liebe Katarina, danke für das wunderschöne Lied....

      liebe Claudia-Amitola, gestern vor dem Einschlafen konnte ich noch deine ganze Nachricht lesen, danke dir für diese sehr persönlichen Worte, sie haben mich sehr berührt. Ja, es stimmt schon ich mag dich sehr, deine offene und unkonventionelle frische Art, und ich finde es sehr schön wie Katarina und du eure Liebe hier gefunden habt. Ich seid zwei ganz besondere Menschen.

      Du bist unermüdlich liebevoll, fürsorgend, warmherzig, tröstend und du hast eine sehr berührende Art plastisch und umittelbar zu schreiben, das sind nur einige deine vielen positiven Eigenschaften. Du hast, wie eine liebe Freundin von mir sagt ein "hexisches Gespür" und damit meine ich etwas sehr positives ;) und Katarina hat es auch ;) Du bist eine freie und unabhängige Frau, das gefällt mir besonders gut, du tust was du tust ohne dir den Kopf zu zerbrechen ob es einer Konvention entspricht oder nicht. Das Bild wie du ins Meer gehst, in deinem Text, das war sehr sehr schön.

      Nun, ich verstehe warum du den Text zurückgezogen hast---- auch ich dachte gestern und denke noch immer bald kann ich mich von Nebelfrau in "Seegurke" umbenennen, wenn ich so weiter mache ;) Die haben mich schon als Kind auf grausige Art fasziniert wenn man auf sie drauf steigt, dann stülpen sie ihr Innerstes nach Außen---gibt auch Nebel, jaja ;)

      Danke für dein da sein, ich gebe dir recht, ich freue mich jedes Mal wenn ich dich lese und auch , wenn wir unmittelbar miteinander zu tun haben, auch Katarina. Ich mag euch sehr. Und es ist schön in dir eine weise, liebevolle, großzügige Dame als Gegenüber gefunden haben, etwas dass ich ja sehr vermisse, da ich bis auf eine, etwas ältere Freundin nur von lieben Frauen umgeben bin, die jünger sind als ich. Wenn du mir also erlaubst ein wenig dich als weise eine Spur ältere Freundin zu sehen, sie sich sogar mit mütterlich angehauchten Gefühlen mir zuwendet, dann freue ich mich sehr darüber! Ich sende dir alles Liebe, du liebes Herz,

      Himbeere (ohne Wanzengeschmack) ;)
      "meine " liebe ....üjüjüühhh hoffentlich wird das nicht falsch ausgelegt. ;)
      wohlriechende , schön geformte , saftige Himbeere :thumbsup:

      genannt Malena, oder sooo gerne NEBEL -LEBEN Frau <3
      Ich habe NICHTS dagegen ....
      :24:
      Es ist seit ungefähr ...mmmhhh. 35 Jahren so , dass ich viele sehr viel jüngere Freundinnen und Freunde habe... auch HERZENSFREUNDINNEN .... <3 :24: <3

      wenn sie leider auch , das war ebenfalls eine Herausforderung , nicht gestorben sind ...

      Ja, es ist wirklich so, bei "beloved Sandrita " und meiner Seelenfrau , und einer Frau aus dem Hirntumorforum , das wir sehr viele gemeinsame , manchmal sogar ganz kleine ...und dennoch so berührende Verbindungen haben...

      Ich wollte bei Kelpie <3 auch schreiben ...ehrlich,.... da ich immer auch einen Baumwollpullover trage oder unter dem Wollpullover ein Baumwoll -T-Shirt...Ich sehe auch bei Kelpie sooo viele Gemeinsamkeiten, auch wenn sie das vielleicht noch nicht so sieht... ;)

      Lächel.... Katarina und ich sind "Hexen" ....mmmmhhh... weiße ... JETZT....
      Ganz ernsthaft , das "müssen/mußten " wir Frauen auch sein... schon seit URZEITEN... weil wir die Menschen , die Erde BEHÜTEN....

      Auf ein weiteres sich gegenseitig BEREICHERNDES Schreiben .... absolut glaubend und wissend... :rolleyes:

      und lach
      aus der "privaten Trauergruppierung" die sich leider aufgelöst hat , es war dann viel, sehr viel "NEUE Liebe " da...ja hat ein Mann immer wieder einmal gesagt
      "Gramyo /Claudia ist eine ZEN-GURKE".... setzt zum "ZEN-Gurken-Schlag " an

      Es war nicht immer leicht , unkonverntionell zu leben, aber das geschah auch nie in dem Sinne rational gesteuert , sondern KAM EINFACH in MEIN LEBEN... und ich finde es gut....
      Heute hat der Sohn meiner Tochter Geburtstag gefeiert ... und das ist Sitte bei uns, wir bedanken uns wirklich GEGENSEITIG, das wir uns als Mama und Kind gefunden haben ( auch mein Sohn) und ich habe das heute dem Sohn meiner Tochter erklärt , er hat diese "ader " um das zu verstehen...

      bis später
      du NEBLIG ...LICHTE... HIMBEERE ( Himbeere ist übrigens meines Wissens keine BEERE...müssen wir Kelpie fragen ) und SEEGURKE haaaach und im Wald versuchende zu MEDITIERENDE ( klappt bald ...musst uns besuchen in Schweden) .. und MAMA und PARTNERIN .... schön
      Liebe Malena <3

      Hatte zuerst "nur" das Musikvideo reingstellt, weil ich zuerst "nur" im intensiven Mitgefühl zu Dir war und einfach keine Worte fand und dieses Lied an sich die Liebe der Mutter symbolisiert auch Deine Liebe zu Deinem Kind.

      Ich sehe eine komplexe Mutter-Tochter-Beziehung bei Dir und ich sehe so eine tiefe Liebe zueinander. In Treatment hat mich sehr berührt und auch die Aussage darin: Weil alles unlogisch für Dich ist und Du keinen Sinn erkennen kannst, denkst Du es kann nur an Dir liegen und Du bist Schuld.

      Ich glaube die Mutter-Tochter-Beziehung ist oft verzwickt, weil beide viele Erwartungshaltungen haben. Die Tochter wünscht sich z.B. dass die Mutter "Gedanken lesen" kann und manchmal sind die Mütter einfach imperfekt... zu menschlich.. haben ihre Stärken und Schwächen. Es gibt schlussendlich keine perfekte Familie oder eine perfekte Mutter oder eine perfekte Tochter. Es wird einem durch die Werbung, durch Serien und Filme suggeriert. Es kann keine perfekte Familie geben, weil jeder Mensch TROTZ Familie ein Individuum ist mit TROTZDEM Wünschen, Träumen, Sehnsüchten, vermeintlichen Ticks und Fehlern.

      Doch ich lese in Deinem Bericht sehr viel Liebe und dass sie eine liebende und liebevolle Mutter war. Du sagtest so wunderschön:

      Nebelfrau schrieb:

      Ich kann nicht sagen, ob es eine Göttin gibt, oder Götter oder Gott, ich kann sagen dass ich die Liebe kenne und dass ein Mensch, der sie mich gelehrt hat, ein ganz entscheidender Mensch war, unwiderruflich meine Mutter war. Sie hat sich bemüht mir alles gegeben, all die Geschichten, iher Phantasie, ihre Liebe zur Schönheit der Natur, zur Musik, zur Kunst, Literatur...all das, unkonventionell zu sein...ich selbst zu sein auch wenn nicht immer klar ist, was genau das in einem bestimmten Moment heißt oder heissen kann



      Ich habe eine schwierige Beziehung zu meiner Mutter und sie hatte einen bösartigen Tumor (war zum Glück noch mini) an der Blase, das gut entfernt wurde. Sie muss jetzt immer wieder mal zur Nachkontrolle und bis jetzt ist alles gut.

      Und gerade jetzt wenn ich dies schreibe fällt mir auf, dass ich eigentlich nie das ganze Bild sehe... nie wirklich ganz erfassen kann, was Du erlebt und gefühlt hast, weil ich "beschränkt" bin in meiner Weltsicht. Wir alle haben ein Raster und wir alle können nur das sehen, was wir wollen oder können.

      Z.B. werde ich nie wirklich nachvollziehen... nachfühlen können wie es zwischen Euch bei der Erkrankung und dem Gehen Deiner Mutter war auch wenn ich mitfühle bei Deinem Bericht. Irgendwie ist es was "heiliges und individuelles" was ihr zueinander hattet und was sie und Du empfunden hast, durch was sie und Du gegangen seid.

      Ich danke Dir für Deine immer sehr empathischen, tiefgründigen Worte.. sie bereichern ungemein.

      Liebevolle Umarmungen :24: <3

      Katarina
      Liebe Katarina, ich freu mich mit euch dass deine deiner Mama alles gut ist, soweit! Drück sie das nächste mal mal ganz fest, wenn du sie siehst (und das magst)... <3

      ja sicher können wir, das denke ich auch die Gefühle, den Schmerz des Anderen nur ahnen, mitfühlen, nachfühlen...schlussendlich ist da immer ein besonderer, privater Bereich der sich der Fassbarkeit von Worten oder Objektivität entzieht, das empfinde ich auch so. Und das ist ja auch schön so, dass die Geschichte einzigartig ist und wirklich ein Dialog, der zwischen zwei Seelen statt gefunden hat, so denke ich.

      Als du so eindringlich über deine Traumfrau geschrieben hast, wie sie gestorben ist, ist es mir auch so gegangen als ich es gelesen habe, aber ich konnte die Intensität fühlen mit der du es erlebt hast, diese Augenblicke, aber vor allem eure Liebe.

      Und das ist dann auch die Realität, unsere Lebensrealität...einer bestimmten Person gewidmete Liebe, Zuwendung, verbrachte Lebenszeit, gewachsenes ich am du...

      die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur sagt Max Frisch. Und ähnlich empfinde ich es mit der Liebe, sie ist da und entfaltet sich ---- und mit Begegnungen, den Menschen bei dieser Entfaltung teil haben... sie behüten...ihr Raum geben, Lebensraum...und wieder reichen die Worte nicht aus.

      Man faselt, schlussendlich endet man so? Ich bin dann die Nr. 3 ;)


      Liebe Malena <3 ,

      ich sehe gerade, daß mir bei meinem, in letzter Zeit sehr sporadischen, schreiben hier dein Thread immer durchgerutscht ist. Deshalb jetzt erst mal

      ein liebes, wenn auch sehr verspätetes Willkommen auch von mir. Schön, daß du "da" bist!

      Dieses "Seegurkengefühl" ... jaaaha, ähnliches hab ich mir auch öffters gedacht. Aber es tut doch immer mal wieder gut, sich so ein wenig "umzustülpen".Viele Gedanken die so im Kopf kreisen werden dann oft ein wenig klarer. Auch wenn wir uns schon auch bewußt sein sollten (und ja auch sind), daß wir im "www" schreiben.
      Es erstaunt mich oft, was da bei mir so an "Altlasten" an die Oberfläche kommt.

      Deine Erzählungen haben mich sehr berührt.
      Für heute wünsch ich dir jetzt eine gute Nacht, :19: gut.
      Kraft, LICHT und Liebe schickt
      Jutta
      Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
      das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
      die uns Gott geliehen hat.
      Liebe Jutta, danke für deine lieben Grüße! Indirekt haben sich unsere Wege in anderen Threads ja schon gekreuzt...berührt...
      Liebe Jutta, ich habe deinen Thread noch gar nicht gelesen, aber ich werde es tun...ich möchte mich wenn nur in Ruhe widmen, und dann teile ich auch deinen Schmerz mit dir. Verzeih, dass ich noch gar nicht so viel über dich weiß aber ich danke dir von ganzem Herzen für deinen freundlichen Gruß - ich freu mich mit dir dass es deiner Fellnase wieder besser geht :)

      ich verstehe das gut, ich lese auch manchmal in Fäden, sage dann aber nichts weil ich nicht "hineinplatzen" möchte, auch kann ich gar nicht so viel lesen weil dann das Kind - zu recht! - mit dem Laptop konkurriert, ihn mir zusammenklappt, auf mir herumklettert und und und :) ja, und nicht zuletzt ist für mich das schreiben, das hin- und- her schreiben mit anderen lieben Menschen hier, die ebenfalls im Kontext der Trauer hier sind etwas ganz Besonderes oder eben das "von der Seele schreiben".

      Was mir aufgefallen ist ist, dass seitdem ich hier schreibe , also meine Gefühle "herunterschreibe" sich die Wahrnehmung zu meiner Mami verändert hat. Ich habe diese sehr intensive Zeit jeden Tag wenn ich ca. 20-30min durch eine sehr schöne Naturlandschaft in die Arbeit fahre,...glücklicherweise kein Stau, der Tag bricht gerade an und meine Mutter hat ja die Natur geliebt, ihre Schönheit, hat mich immer darauf hingewiesen, das hat mich als Kind und erst recht als Jugendliche und auch Erwachsene dann richtig genervt...wenn wir irgendwo waren und führten ein Gespräch (über z.B. Liebeskummer) und auf einmal sagt sie "schau wie schön das Licht dort auf den Blättern, wie ein Feuer" oder schau dir an wie das Gras von Raureif eingekleidet ist, wie brüsseler Spitze...oder sie konnte stundenlang auf einer Kleewiese stehen oder einem Kleefleck und suchte so lange bis sie einen vierblättrigen fand...einfach so...sie war als junge Frau bei der Naturschutzjugend und das war einerseits eine Befreiung für sie, ein Erwachsenwerden, hier fand sie ihre Identität, hat sich zum ersten mal verliebt bzw. wurde "verehrt" so nannte man das damals :) und andererseits sind sie da gewandert, haben Skitouren gemacht, gezeltet...haben für Tiere Schutzvorrichtungen gebaut, Nistplätze etc....haben Wanderwege befestigt...sie hat immer davon geschwärmt so dass es mir, ich bin ja ein Stadtkind, wenn ich was Grünes will stell ich mich vor eine Ampel so wie Hader sagt...es mir schon auf die Nerven gegangen ist weil ich mich dann unsportlich gefühlt habe und es mir fremd war und irgendwo war ich als Kind auch eifersüchtig dass sie VOR meiner Anwesenheit - oh Schreck- ein Leben, und noch dazu ein sehr glückliches (manchmal glücklicher so habe ich befürchtet) als später hatte...nachdem ich gekommen war...wobei sie mir immer gesagt hat dass ich ihr größtes Glück bin.
      Heute vermisse ich ihre Erzählungen, ihre Stimme - leider hat ein Absturz meines Laptop dazu geführt dass ich überhaupt kein Fragment ihrer lieben Stimme habe.
      Ich höre nur den Tonfall meiner Stimme,und die Art der Intonation, das Tempo, die ihrer Art ähneln - nahezu gleichen, wenn ich meinem Kind vorlese.

      Nun, siehst du ich schweife ab...wenn ich also jeden Tag durch die Landschaft fahre dann bewundere ich das Licht, die Farben, die Stimmungen und spüre meine Mutter so präsent als würde sie am Sitz neben mir sitzen. Das ist friedlich und ruhig, und ich kann mir vorstellen was sie nun sagen würde, aber das braucht es gar nicht, einfach dieses Gefühl der Verbundenheit reicht schon aus damit es sich anfühlt, als wäre sie eigentlich nicht weg und irgendwie verrückt: als wäre es immer schon so wie jetzt gewesen. Vielleicht ist das ja eine Form sich selbst zu schützen dass es sich so anfühlt? Anfangs habe ich fast jedes Mal während dieser Fahrt geweint, ich hatte eine spezielle Musik die mir sehr geholfen hat ... Tristans Ouvertüre, oder vom Projekt Rilke ein CD -Stück.
      Es ist nun ein großer Friede eingekehrt - wie der Schnee der alles bedeckt seit heute. Der Schnee macht alles leiser, ein bisschen unwirklich und gleichzeitig schärft man die Sinne weil man ja aufpassen muss nicht auszurutschen...so fühlt es sich ein wenig an. Die Kinder und Hunde toben durch den Schnee, ihre leichten Herzen freuen sich...

      ja der Frieden, die letzte Zeit die wir hatten war immer von Abschied geprägt...wie Rilke sagt...irgendwo blüht immer die Blüte des Abschieds und lässt ihre Blätter herüberwehen....und nun ist dieses andauernde Abschiednehmen in den Hintergrund getreten (also ich habe ja hier den Begriff "Vortrauer" gehört und das passt genau).

      Seitdem ich nun hier schreibe, vor allem wenn es schwallartig ist so wie Packeis Erinnerungen von meiner Seele brechen hat sich natürlich etwas verändert.
      Und ich verarbeite die Trauer, gleichzeitig ist der Kontakt zu meiner Mami nicht mehr so unmittelbar. Das hat mich fast erschrocken - und dann habe ich das Gefühl wieder "zu mir geholt". Die Abstraktion der Sprache schiebt sich zwischen Erinnerungsbilder und dem Jetzt. Das ist sicher gut, heilsam, aber ich muss auf das Tempo schauen. Auch, dass ich mich nicht retraumatisiere, ich bekomme Flash-backs, das habe ich gemerkt nach meinem letzten Text, und ich merke immer wenn es mir anfängt nicht gut zu gehen, dass ich nicht schlafen kann, und ein gesunder Schlaf ist die Basis seelischer Gesundheit sage ich immer.

      Insofern bin ich etwas "runter vom Gas" wobei ich, so wie jetzt, wo du nachfragst, gleich wieder erzähle.

      Ich habe überlegt ob ich auch erst einmal in dem Thread wo wir um Tiere trauern dürfen, schreibe. Warum? Tiere begleiten uns, sind ganz entscheidende Tröster und Freunde, nehmen uns wie wir sind. Es ist also kein Zeichen von Respektlosigkeit wenn ich dort hin "switche" sondern ein Umkreisen der Trauer oder ein sich von unterschiedlichen Orten aus nähernd.

      Mit liebem Gruß,
      Malena

      PS ich finde Wagners antisemitische Aussagen höchst bedauerlich, seine dahingehend groben Verirrungen. Es ist eine interessante Frage wie ein Mensch der so schöne Musik erschaffen kann, gleichzeitig solche Abgründe in sich tragen kann. Vermaledeiter Narzissmus? Daniel Barenboim hat es so treffend gesagt... Wagner war antisemitisch, seine Musik ist es nicht. Seine Musik, vor allem den Tristan liebe ich sehr. Mahler liebe ich noch mehr aber seitdem ich bei der Beerdigung Malers 2. Gespielt habe, also Teile davon, kann ich sie nicht mehr anhören, noch nicht.


      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Nebelfrau“ ()

      Liebe Malena <3

      Ja, es wird anders wenn man schreibt. Es ist wie ein intensives Hervorholen und wenn ich dann anfange zu schreiben, erschrecke ich manchmal was ich denn da geschrieben habe. Nachdem es sozusagen aus mir "draussen" ist schaue ich es mir nochmal an und fühle nochmal hinein.

      Es verändert sich permanent und permanent kommen Flashbacks im Alltag. Es gibt Tage wo ich vielleicht nur 1-2 Flachbacks habe und es gibt Tage wo ich fast permanet von unserem gemeinsamen Leben Flashbacks habe.

      Was ich wunderschön finde ich, dass sich die Flashbacks verändert haben. Es sind ausschliesslich in letzter Zeit Flashback des gemeinsamen Glücks und der Liebe und nicht mehr so von unserem manchmal schweren Leben.

      Ich glaube einfach die Trauer verändert sich permanent und jaaa man bemerkt auf einmal immer mehr Gemeinsamkeiten oder was man so übernommen hat egal ob Mutter oder Partner/Partnerin.

      Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es für Dich heute schwerer ist ... deshalb liebevolle wärmende stärkende Umarmungen :24: :30: <3

      Katarina
      Liebe Malena <3

      tu dir das nicht an! - meinen Thread zu lesen, mein ich ... der ist im Laufe der Jahre vviiieeel zu lange geworden ;) Dein Kleiner soll nicht deswegen mit dem Laptop konkurrieren müssen. Wenn du magst, gib ihm einen lieben Knuddler von mir. Ich liebe Kinder und bin ein wenig traurig, daß ich, wie es scheint, keine Enkerl haben werde.

      Danke für die Erzählung über deine Mami!
      Der Blick für die Natur, für die Schönheit die sie uns bietet ... das kenne ich auch gut von meiner Mutti. Auch sie hat einen Blick für "besondere" Dinge, für die Schönheit der Welt. Und die Kleeblätter ... da bin ich immer wieder erstaunt - sie geht über eine Wiese, bückt sich und hat ein "Vierblättriges" in der Hand, selten, daß sie sich irrt und es keines ist. Ich teile diesen Blick (nur beim Klee - da kann ich nicht mit ;) )

      Verzeih - jetzt bin auch ich "abgeschwiffen" ...
      Es muß dich nicht erschrecken, daß durchs schreiben der "unmittelbare" Kontakt sozusagen weniger wird.
      Um die Trauer richtig zu verarbeiten, brauchen wir erstmal etwas mehr "Abstand". Ich selbst habe festgestellt, daß es dann im Lauf der Zeit durchaus wieder "mehr Nähe wird" - aber eben anders. Nicht mehr "schmerzgeprägt" sondern mehr die Freude über viele schöne Erinnerungen - so wie Katarina bei den Flashbacks meint.
      Auch wenn dich momentan diese Flashbacks schmerzen - ich glaube, daß mit jedem einzelnen ein Stück Verarbeitung geschieht.
      Aber du hast auch richtig festgestellt - das TEMPO ist schon wichtig.... immer nur so viel, als du auch verarbeiten kannst.

      Hmmm - "Tristan" ...
      Mutti war - schon mit ziemlich dickem Bauch mit mir - auf Stehplatz!!! weil sie diese Aufführung unbedingt sehen wollte. Ich machte da (lt. ihrer Erzählung) solchen "Rabatz", daß sie die meiste Zeit nur auf den Stufen saß. :D Vielleicht ist Wagner deshalb für mich nur in "homöopathischen Dosen" er-trag-bar.
      Aber so kurze Ausschnitte wie der von dir eingestellte, die höre ich mir durchaus gerne an :D

      Sooo - irgendwas wollte ich noch ansprechen - pfff - kA mehr ... wie heut schon geschrieben - "Matsch in der Birne". also dann

      dir alles Liebe und eine "Gute Nacht"
      Jutta
      Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
      das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
      die uns Gott geliehen hat.
      Liebe Jutta, danke dir für deine gefühlvollen Worte, du bist eine ganz sanfte Seele...also empfinde ich dich... und ja, das schließt Temperament nicht aus denn wo ich das schreibe höre ich dich in meiner Phantasie rebellieren "ich kann auch anders" - Wildkraut wirst du ja auch genannt :) wenn ich mich recht erinnere...

      ja, der Stehplatz in der Oper, auch meine Mama hat während ihrer Ausbildung permanent Stehplatz in der Wiener Staatsopfer okkupiert, hat mir erzählt von den Opernsängerinnen wo man die Augen geschlossen hat weil sie solch gewaltige Resonanzkörper hatten im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Rätsel wie man teilweise so zart und stimmgewaltig sein kann, und dann auch noch im Liegen und was weiß ich noch was singen kann wie die Sängerinnen die ich so gesehen habe.

      Ja, die Liebe zur Musik. Es ist schön dass du auf meine Erinnerungen eingehst, denn ich kann sie eigentlich mit niemandem teilen. Anfangs hat mich der Spruch den du in deiner Signatur hast, wütend gemacht, aber je öfter ich ihn lese umso mehr mag ich ihn. Es ist aber auch eine Kostbarkeit, so empfinde ich es, so wie von dir Trost geschenkt zu bekommen...danke dir dafür, mit herzlichem Gruß,
      Malena
      Liebe Malena <3

      :2: :D .
      Du hast ganz recht ;) - manchmal zuu sanft. Meist stecke ich leider meine Grenzen viel, viel zu spät ab.
      Wenn mir etwas gegen den Strich geht ziehe ich mich eher zurück, "gehe" und bin "kusch". Was aber für meinen Seelenfrieden auch oft nicht gut ist. Und wenns dann mal zu viel ist, dann gibt's ein Feuerwerk und die riesen Explosion - und keiner versteht warum.
      Das Wildkraut - das geht wohl eher auf "Unkraut verdirbt nicht" zurück. Und da es bekanntlich keine "UN"kräuter gibt, wurde das Wildkraut daraus. :D
      Genug von mir -

      die Operndiven früherer Zeiten - *grins* - die waren noch ein ganz anderes "Kaliber" als heutzutage die meisten.Du hast recht, manchmal fragt man sich, wo dies Stimmvolumen "Platz hat".

      Wenn du magst schreib ruhig weiter deine Erinnerungen nieder. Es schmerzt zwar oft, aber trotzdem tut es auch soo gut, einfach erzählen zu können, diese Erinnerungen mit-zu-teilen. Und nicht nur alleine im Kopf herumzudrehen.
      Wenn du es hier nicht tun magst - es gibt da diesen Thread - Geschichten über unsere Lieben
      ich fände es schön, bekäme der wieder "neues Leben".

      Der Spruch - er stand auf der Parte von Vati ... tut mir leid, wenn er dich wütend machte :24:
      Ich fand ihn immer tröstlich - so wahr .... und das Wort "Gott" - für mich steht es immer als "ein Wort für alles" ... Gott, Allah, Buddha, Mutter Erde, das Universum, das "Große Nichts" oder an was auch immer ein Mensch glaubt (oder nicht glaubt) ... für mich ist alles "eins".
      Ich würd mir wünschen - hätte ich einen Wunsch frei - daß das alle Menschen an eine "Einheit" glauben könnten ... unsere Welt wäre um so vieles friedlicher.
      Jetzt bin ich schon wieder bei mir - ich höre lieber auf ;)

      Dir eine gute Nacht, :19: gut (auch da sind wir einer Meinung - guter, gesunder Schlaf ist "die halbe Miete")
      Jutta
      Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
      das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
      die uns Gott geliehen hat.