Was fehlt am meisten?

      Was fehlt am meisten?

      "Nur ein sauberes Hermelin ist ein sicheres Hermelin". Klingt wie eine Waschmittelreklame, ist aber aus einem Naturfilm (SWR am 21.1.17). Über solche Sätze konnten wir uns zusammen kringelig lachen. Das gemeinsame Lachen fehlt mir am meisten.
      Magie ist alles.
      Klar, liebe Monika. Sowieso. Ich bin gerade in Luwig Thomas "Lausbubengeschichten" dem schönen Lied "Fein sein..." wieder begegnet, das wir immer sehr liebten, und kam aus dem Heulen nicht mehr raus. Dieses innige Verbundensein...Das ist alles so fern, und das fehlt so sehr...
      Magie ist alles.
      Was für ein schönes Thread.
      Ich musste über den Hermelin ebenfalls lachen, und dachte die Naturfilmer sind doch sehr gewitzt wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit auf ihre Kleinode zu lenken :)

      Hörte gestern das Mittagsquiz auf OE1, da fragte die sehr sophisticated fragende Sprecherin
      in der Schnellraterunde
      "was kommt heraus wenn man grün und blau mischt" und der Ratende sagte nach kurzem überlegen "öhm, Gelb" und die Quizmasterin: ja, sehr gut, ein Punkt (gab dann auch zu dass sie sich verlesen hat). Ich weiß nicht ob das jetzt so situativ komisch rüberkommt wie eben gehört aber das sind so die netten Momente.

      .....


      Ja was fehlt am Meisten...

      ich will es versuchen....

      mir fehlt am meisten das Lachen meiner Mutter
      der Klang ihrer Stimme, ihre Wärme
      die Art wie sich ihre Hand in meiner anfühlt
      wie sie mich angesehen hat, ihr unerschütterlicher
      Glaube an mich, ihre mitfühlende Art, das stundenlange
      Lamento und Reden, ja mir fehlt sogar mich über sie
      zu ärgern, und dass sie sich über mich ärgert
      mir fehlt ihre Eigenwilligkeit
      mir fehlt sehr ihre Erzählungen über ihre Jungend,
      Kindheit, die Familie, ich habe mir das alles nicht gemerkt
      (teilweise war es sehr belastend als Kind im Raum zu sitzen
      und leise die Geschichten über den Krieg anzuhören und
      den Verlust aller Menschlichkeit darin, und später noch einmal
      zu Verstehen welche Abgründe sich da aufgetan haben...
      und von den Menschen meiner Kindheit der Versuch dann
      an etwas anzuknüpfen, an eine frühere, vergangene Welt
      an die doch nicht anzuknüpfen war)... da schien mir die Vergangenheit
      immer sehr bedrohlich
      aber wenn meine Mutter erzählte war sie warm
      voller Leben, die Urgroßahnen erwachten zum Leben
      die Urgroßmutter bei der es immer Semmeln gab sonntags und man
      durfte so viele Zwetschkenknödel essen wie man wollte und die Schublade
      mit den Fotografien, und auch die Lebensgeschichten, ....
      ich wünschte ich hätte mir das aufgeschrieben
      auch die Geschichte meiner Mutter... der Maskenball wo das Motto
      "die Zukunft" war, 2222" und sie ging mit einem Fell und einer Pappmache-Keule
      weil sie sagte, da sind doch ohnedies die Menschen wieder in der Steinzeit
      angelangt, und da war sie 17, keiner hat das Kostüm verstanden
      aber ihr damaliger "schwarm" hat ihr dann um 3 in der Früh
      auf einem entlegenen Klavier die Mondscheinsonate, 1. Satz, vorgespielt...
      die Selbstmörderin mit der sie einmal eine Nacht lang gesprochen hat
      mit der sie dann in den Tag gegangen ist, zurück von der Klippe
      irgendwo in der Schweiz
      und , ja die große Liebe ihres Lebens die zwar
      nicht mein Vater war, aber was solle
      und ja, all das fehlt mir, und noch mehr
      gemeinsame Konzertbesuche, und sie erzählte mir die Noten würden
      in den Ritzen des Festspielhauses schlafen, und beim Stimmen der
      Instrumente, da würden sie geweckt werden...erwachen...
      sie hat sich sehr bemüht mir die Schönheit der Welt
      all das Besondere näher zu bringen
      meine Sinne zu schärfen
      (auch wenn ich bockig war, manchmal)

      aber am meisten fehlt mir
      dass sie meinen Sohn
      nicht mehr aufwachsen sieht
      ihm keine "Nonna" mehr ist
      denn sie hätte das so gut
      gekonnt
      hat es so außergewöhnlich
      gut gekonnt
      hat die Zeit so genossen
      ihre Geduld, die sanfte
      Art ihn anzugreifen
      zu berühren

      mit ihr hat er laufen gelernt


      und doch bin ich dankbar
      und das dankbar sein überwiegt
      bei Weitem den Verlust.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Nebelfrau“ ()

      Er fehlt mir jeden Tag, er fehlt mir immer, wenn ich versuche über meine Grenzen zu gehen, seine Ermutigung, sein Lob.
      Seine positive Einstellung, die jedes Unglück in eine meistbare Herausforderung wandelte.
      Seine Haut, sein Duft, seine Stimme, sein Lachen, seine wunderschönen Augen, seine bedingungslose Liebe.
      Miss you mein sexy Biker (seit 07.06.2015)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Angie64“ ()

      Dein Kampfgeist, deine Tapferkeit, die du mein schwerkranker Bruder immer zeigtest, dem Schicksal frech ins Gesicht rotzen und nach jedem Tiefschlag mit "Ich zeigs euch allen" wieder Aufstehen-Mentalität, deine Hilfsbereitschaft, dein Lachen , deine Bereitschaft für alle immer da zu sein, deine cholerischen Ausbrüche , bei denen ich dich wieder "runterbringen" musste, dein Vertrauen in mich. Stephan du fehltst mir (seit 12.Oktober 2014)!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Angie64“ ()

      Morgen wirst du beerdigt, Mutter. Wir hatten keine guten Start, kein inniges Verhältnis in der Kindheit , doch ein ganz nettes Happy End in deiner letzten Lebensphase, ein Aufeinanderzugehen, ein Zuhören, ein Austausch, der leider viel zu kurz war, wir hätten einander noch viel zu sagen und zu geben gehabt.
      Ich hoffe, dass du jetzt bei deinem geliebten Walther bist. <3
      Der Tod hat nichts mehr genommen, der hat nur Erlösung gebracht.

      Die Krankheit hat alles genommen.

      Das Vermissen geht schon extrem lang. Die Augenbrauen vermissen, die Haare vermissen, die normale Haut vemissen, die Fröhlihkeit vermissen, ruhige Nächte vermissen. Sehr vieles vermissen. Das alles hat momentan sehr weh getan, nacheinander viele Trauertage.

      Was fehlt am meisten?

      Die weggeworfenen Jahre.
      Die Jahre, die dem Alkohol und dem Daheim-Einspinnen geopfert wurden. Diese g´miatlichen 2 Liter Wein und Bier PRO TAG und diese "harmlosen Zigarrln" haben sich furchtbar gerächt.
      Ein Therapeut hätte viel verhindern können, aber dorthin bring ich meine Altvorderen nicht mal mit vorgehaltener Waffe.
      Liebe Nebelfrau,

      nettes Erlebnis, die Mischung von Grün und Blau. Ich weiß ja, wie es gemeint ist. Aber wenn es sich um subtraktive Farbmischung handelt, dann ist die Antwort richtig. Blau entzieht dem Grün seinen blauen Anteil, und übrig bleibt Gelb. Glaub' ich.
      Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

      LG
      Magie ist alles.
      ...ist das nicht der Physiker des Vertrauens den du meinst (sind außerdem interessanter wie ich finde als Ärzte und Apotheker) ... :) aber das ist jetzt auch ein Klischee. Mich faszinierte kürzlich als ich las, dass das Sehen wirklich einen riesigen Teil des Gehirns "beansprucht" - nahezu ein Drittel...glaube ich mich zu erinnern...und dass Sehen ein aktiver Prozess ist...

      was derzeit fehlt...einfach nur ihre Stimme, ihre Gedanken auf der anderen Seite des Netzes ... sie hatte einen Volley wie sonst keine/r... war sehr ausdauernd...ihr Lachen. Ja, ihr liebevolles Lachen mit dem Funkeln in den Augenwinkeln wenn sie mich angesehen hat, und ich wusste ohne Worte, dass sie mich jetzt einfach nur lieb hat. Und ihre Umarmung.
      Und dass sie mir beim Autofahren immer, aber auch immer reingeredet hat. <3
      Mir fehlt am meisten die Zärtlichkeit-das Gefühl, in deinen Armen geborgen zu sein.Gestern hatte ich wieder so eine blöde "was wäre wenn -Phase", wo ich mir wieder vorgestellt habe, dass wir gemeinsam auf der Terasse sitzen, über Gott , das Universum, die Welt diskutieren, lachen, Pläne schmieden und dann händchenhaltend im Bett einschlafen. Ich habe mir wieder ausgemalt, wie unser gemeinsames Leben verlaufen wäre... Das ist ein großer Fehler, in den ich ab und zu verfalle. :13:

      Ich hab kürzlich irgendwo gelesen: "Ich war so unverschämt glücklich, da wurde mir klar, dass es bald darauf vom Himmel Scheisse regnen würde! "- ja so war das auch bei mir, immer wenn ich mal glücklich war, passierte irgendetwas, dass das Glück auf einen Schlag zerstört hat.
      Heute will ich nicht mehr unverschämt glücklich sein, nur noch zufrieden, das reicht.

      Natürlich mußte ich weinen, aber du hast mir dann einen heiteren Traum geschickt, aus dem ich dann getröstet erwacht bin. <3
      Ich weiss ja , dass ich nicht alleine bin, du bist bei mir, bei allem was ich mache, denke, fühle. Trotzdem mein Geliebter, ist es manchmal schrecklich schwer.
      Liebe Angie ,

      Ja unsere geliebten sind bei uns , und auch ich verfalle in die Momente wo ich mir sehr sehr oft das vorstelle und auch bei gewissen eigentlich vielen Erlebnissen, Ereignissen förmlich seine Stimme höre wie er das dokumentiert und dann denke ich warum war es uns nicht vergönnt länger unser gemeinsames leben zu genießen und bin entsetzlich traurig , auch wenn er mich tröstet , es ist verdammt schwer dankbar zu sein für die kurze zeit unseres gemeinsamen Weges.

      Es ist einfach verdammt schwer ohne unsere geliebten .

      LG Petra

      LG
      Im Garten (der eigentlich ein Wald ist) an verschiedenen Ecken des Hauses sitzen und lesen und herüber- und hinüberrufen: Geht es dir gut? Ja, dir auch? Mir auch. Zu ihr hinüber gehen und sagen: Jungfer im Grünen! Oder: Veronika, der Lenz ist da! Oder:

      Hier an der Bergeshalde
      Verstummet ganz der Wind;
      Die Zweige hängen nieder,
      Darunter sitzt das Kind.

      Sie sitzt in Thymiane,
      Sie sitzt in lauter Duft;
      Die blauen Fliegen summen
      Und blitzen durch die Luft.

      Es steht der Wald so schweigend,
      Sie schaut so klug darein;
      Um ihre braunen Locken
      Hinfließt der Sonnenschein.

      Der Kuckuck lacht von ferne,
      Es geht mir durch den Sinn:
      Sie hat die goldnen Augen
      Der Waldeskönigin.

      (Theodor Storm)

      Nicht alles, aber ein Teil davon. Mein liebstes Gedicht überhaupt. Oder: Ich hab' dich so lieb. Wir sagten nie: Ich liebe dich, das war uns zu kinomäßig. Dann war sie verlegen und sagte leise: ich dich auch. Vergangen, vergangen. Aber Gegenwart gewesen. Der blaue Tisch, an dem sie saß, steht noch immer da, und wer genau hinschaut, der kann sie da noch sitzen sehen. Ich schicke von Zeit zu Zeit ein kleines Winke-Winke da hinüber.

      Magie ist alles.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Dieter“ ()