Ich weiß nicht wie ich ohne ihn leben soll

      Liebe Andrea ,

      Ja ich weiss was du meinst, es sind viele liebe Menschen um einen , aber troz allem ist diese innere Einsamkeit und Traurigkeit da die einem niemand nehmen kann so lieb auch alle sind . Aber ich bin froh das alle so super zu dir waren in deiner Firma .
      Das mit den Wochenenden habe ich einfach so gemeint das du sie nicht alleine verbringen sollst . Schade das du soooo weit weg wohnst .
      Ganz ganz liebe und mitfühlende Grüße Petra
      Liebe Andrea,
      nein, das was du brauchen würdest, das kann dir niemand zurückgeben! Aber es freut mich, dass du so einen gute und liebevollen Start in die Arbietswelt hattest - mit so vielen verständnisvollen Kollegen, Kolleginnen und Chefs! Das ist ungeheurlich wichtig, du kannst so Kraft tanken fürs Nachhausekommen am Abend .... Es wird besser werden, leichter werden, du wirst auch wieder unbeschwert nach Hause kommen - aber das dauert! Hab Geduld mit dir! Alles Liebe und viel Kraft!
      Christine
      Liebe Andrea, ich freu mich sehr mit dir dass dein erster Arbeitstag so gut gelaufen ist und dass du so fürsorgliche Kolleginnen und Kollegen hast...nur so schafft man das...Schritt für Schritt...irgendwo gibts immer kleine Lichtblicke (neben den Arschgeigen :)) und manchmal sogar mit ihnen, dann scheint ihnen vielleicht die Sonne aus selbigem unteren Ausgang ? :)
      Liebe Andrea,
      ich gratuliere dir zu einem tollen Team in dem du arbeiten darfst. Ich gratuliere dir, dass du den ersten Tag als hilfreich empfunden hast, ich gratuliere dir, dass du die Tochter deines Vermieters über den Tod deines Mannes informieren konntest. Du hast an einem Tag ganz viel geschafft.
      Ja, das nach Hause kommen ist bestimmt schwer. Vielleicht kannst du dir ein Ritual aneignen, dass es dann leichter macht. Mir fällt ein, zuerst eine Kerze anzünden oder zuerst eine Musik einschalten auf die du dich freuen kannst, einen Tee zu kochen. Eine kleine Sache, die du immer als erstes tust, wenn du nach Hause kommst. Struktur und das geben Rituale, kann es leichter machen.
      Jetzt habe ich noch eine Bitte, ich möchte dir auch irgendwann einmal gratulieren dürfen, wenn du dich ausgeruht hast, wenn du nicht funktioniert hast und wenn du einfach wähh :S <X 8| bist. Auch das gehört dazu und darf sein.

      Achte auf das, was du brauchst und was dir wohl tut. Ich wünsche dir einen Abend mit einem guten Film und .... das was du eben magst.

      Lg. Astrid
      Liebe Andrea! Ich finde übrigens den Gedanken, dass die Teile die fehlen, (nur) sichtbar werden wenn man die Vase wieder zusammen setzt, sehr interessant... Ich dachte erst es ginge darum dass das Gebrochensein der Schönheit der Keramik nichts anhaben kann...im Gegenteil...aber dein Gedanke ist auch noch mal ein ganz besonderer Aspekt. Danke dir!

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      @Petra
      ja, ich wollte ja auch Samstags einen Sprachkurs machen, aber das ist für Chinesisch hier wirklich schwer zu finden. Ja, wirklich schade, dass wir nicht näher beieinander wohnen.

      @Christine
      Ich weiß, dass es irgendwann leichter wird oder besser gesagt, mein Kopf weiß das, aber mein Herz weiß das nicht, will es auch gar nicht wissen im Augenblick. Ein Arbeitskollege meinte gestern zu mir, ich solle mich mit Musik ablenken. Ich sagte ihm ich höre viel Musik und vor allem die Musik, die mein Mann gern gehabt hätte. Er meinte, dass sei falsch, weil mich dass nur runter ziehen würde, ich solle meine Musik hören. Ich sagte ihm, dass er nun mal ein Teil von mir ist und runter ziehen wie er es ausdrückt könne mich im Augenblick nichts, weil ich im Moment sowieso ziemlich weit unten bin. Ich spüre eben, dass es mir hilft, die Musik zu hören, die er auch mochte. Wir mochten viel Musik auch gemeinsam. Ich glaube nicht, dass er mich verstanden hat. Er versteht nicht, dass es nicht darum geht, sich auf Teufel komm raus abzulenken, sondern, darum festzuhalten, was man festhalten kann, ich meine die schönen Erinnerungen und die Liebe die man fühlt. Ich weiß auch dass er das nicht böse gemeint hat, er meinte mir glaube ich damit helfen zu können. Er ist auch ein sehr netter Typ, aber hat auch eine gänzlich andere Einstellung zum Leben.

      @Malena
      ja du hast recht, es muss wohl auch die Arschgeigen geben, sonst wüsste man ja, die die eben keine sind nicht so zu schätzen. Nur wenn ich jetzt einer solchen Person begegne, dann kommt mir schon mal der Gedanke, warum diese Person noch lebt und mein Engel darf nicht mehr bei mir sein. ich weiß, dass ist irgendwie gemein so zu denken, aber diese Gedanken kommen dann einfach. Wir haben da wie gesagt, diesen einen Kollegen, den niemand von uns mag und das nicht ohne Grund. Er ist nach vorne immer total freundlich, geht aber hinterm Rücken zum Chef und erzählt dann Lügen. Als ich da noch ziemlich neu war, musste das Farbband in einem Thermotransferdrucker ausgetauscht werden und ich sagte diesem Kollegen, dass ich keine Ahnung hätte wie das geht. Er wechselte dann das Farbband auch und ich sah zu. Ich habe den Drucker nicht angefasst. Er hatte, das Farbband aber falsch herum eingelegt und dann versuchte er es noch mal. Aus welchem Grund auch immer war der Drucker dann kaputt. Er erzählte dann dem Chef, ich hätte das Farbband gewechselt und denn Drucker dabei kaputt gemacht. So etwas macht er immer wieder. Er macht Fehler und schiebt es dann anderen in die Schuhe. Das macht er bei uns allen so und deswegen mag ihn auch keiner. Ich persönlich finde, wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man dafür gerade stehen, denn jeder macht Fehler. ich habe auch Verständnis dafür, wenn das jemand vielleicht nicht kann, aber dann soll diesen Fehler eben auf die Umstände oder von mir aus das Wetter schieben, aber nicht auf andere. Wenn ich diesen Kollegen sehe, dieser Tage, dann habe ich mehr denn je das Gefühl, dass das Leben so ungerecht ist.

      Ich danke dir dafür, dass du mich an diese Goldreparatur erinnert hast. :)


      @Astrid
      Ich danke dir liebe Astrid. Ich werde einen deiner Vorschläge mal ausprobieren oder etwas ähnliches. Das mit dem Nachhausekommen wird wohl noch lange so bleiben und dass ist ja auch normal. Er war eigentlich immer da, wenn ich nach Hause kam. Ich muss mich irgendwie daran gewöhnen, dass das jetzt anders ist, aber ich lasse mir Zeit damit, Ich glaube auch dieser Schmerz gehört zu meiner Liebe und muss wohl auch erlebt werden. Ich hatte 28 schöne Jahre mit ihm, nicht immer leicht, aber trotzdem schön und wäre es nicht so schön gewesen, würde es jetzt auch nicht so weh tun.

      Auf der Arbeit ist es leichter, ich kann manchmal sogar manchmal für ein paar Minuten vergessen, verdrängen? , dass er nicht mehr da ist. Bei mir im Büro sitzt eine sehr liebe Kollegin, mit der ich auch offen sprechen kann. Letztes Jahr war ihre Mutter an Krebs erkrankt. Sie war auf der Arbeit als sie es erfuhr. Ich habe sie direkt nach Hause geschickt, damit sie bei ihrer Mama sein kann. Ihre Mutter hat es Gott sei dank überstanden und ist wieder gesund. Aber ich glaube sie kann, durch das Erlebnis mit Ihrer Mutter zumindest ein Stück nachvollziehen, was jetzt in mir vorgeht. Sie lässt mich reden, wenn ich es brauche, aber regt sich auch über die Arbeit auf, wenn wir mal wieder nicht genug Informationen kriegen, um unsere Arbeit zu machen und lenkt mich dadurch auch ein bisschen ab.

      Liebe mitfühlende Grüße an euch alle. :24:
      Liebe Andrea ,

      Das mit deinem Arbeitskollegen und mit den anderen arschgeigen das kann ich total verstehen ich denke auch immer wieder soetwas , weil es einfach so weh tut das man seinen mann nicht mehr hat und die deppen dürfen noch rum laufen. Das mit dem heimkomm ritual finde ich gut nur schwer , scher umzusetzen wenn man so im Schmerz ist , ich habe nur ein einziges und das ist ein eingeschweistes Bild wo ich überall hin mitnehme und wenn ich dann wieder heimkomme sage ich immer so mein Schatz wir sind wieder da und hole das Bild aus der Tasche stelle auf den Tisch und zünde eine Kerze an , wenn ich zuhause bin steht er immer bei mir auf dem Tisch und eine Kerze brennt auch immer , aber ganz ehrlich desswegen ist für mich das heimkommen trozdem schmerzlich , mein Mann war das letzte Jahr ja immer da ausser bei seinen Krankenhaus aufenthalten . Ich rede auch immer sehr mit ihm und wenn es mir ganz schlecht geht so wie gestern abend nehme ich sein Bild mit ins Bett und lege es mu auf das Herz , das beruigt mich dann immer etwas . Das mit dem chinesischkurs finde ich super , kannst du nicht mal bei euch in der uni schauen oder an der volkshochschule ??? Da bieten sie öfter soetwas an . Ja es tut sehr sehr weh aber hätten wir unsere liebsten nicht so geliebt dann würden wir nicht so leiden. Unsere liebsten wissen das und trozdem müssen wir versuchen damit zurecht zu kommen. Ich finde es gut das du eine so nette Kollegin hast und du phasenweise auch abgelenkt bist . Mach nur das was dir gut tut und höre euere Musik dann bist du ihm besonders nah , das muss kein anderer verstehen .
      Ich wünsche dir einen erträglichen abend
      Mitfühlende Grüße Petra
      Liebe Petra,
      nein ein Ritual nimmt den Schmerz nicht weg. Die Struktur durch das Tun, das immer gleich ist, kann Routine geben. Wenn das Bild von Jo, das du aus der Tasche nimmst und eine Kerze daneben anzündest für die passt, dann kann es dir mit der Zeit eine Routine geben, die es dir leichter macht.

      Und Rituale dürfen sich auch verändern, vielleicht kommt irgendwann der Moment an dem du das Foto nicht immer bei dir tragen musst. Ich denke doch, dass es jetzt noch ein "müssen" ist. Und irgendwann wird es ein dürfen und dann ein können, wenn du willst. Doch das brauch Zeit und solang es dir wertvoll ist, das Bild immer bei dir zu haben, es zu tragen, zu spüren, in deiner Tasche zu wissen, auf dein Herz zu legen, eine Kerze daneben anzuzünden, solange ist es auch gut, das zu tun.

      Liebe Andrea,
      ich bin gespannt was du ausprobierst und bin dankbar, wenn du uns davon erzählst. Besonders bei den ersten Malen darfst du dir kein Wunder erwarten. Es kann nur ein bisschen Halt und Routine geben in einer Haltlosen und verwirrenden Zeit.

      Euch beiden und allen einen erträglichen Abend auch von mir.
      Lg. Astrid.
      Liebe Petra,

      ja, das Heimkommen ist schmerzlich und auch das Aufstehen morgens finde ich schlimm. Ich habe ja für meinen Engel einen kleinen Gedenkplatz hier mit seinem Foto und einer Buddhafigur und morgens koche ich immer zuerst Kaffee und die erste Tasse stell ich dann für ihn an seinen Gedenkplatz. Es stehen dort auch zwei Windlichter aus Glas mit Kirschblütenmuster, diese Lichter mache ich immer an, wenn ich nach Hause komme. Wenn ich was gegessen habe, schreibe ich ihm einen Brief und erzähle ihm was ich den ganzen Tag so erlebt habe und was ich fühle. Genau wie die Musik tröstet das ein bisschen, aber gegen diesen tiefen Schmerz kommt es natürlich nicht wirklich an. Ich weiß was du meinst, mein Mann war auch immer hier wenn ich nach Hause kam, außer als er im Krankenhaus war, aber als er im Krankenhaus war, war ich die meiste Zeit bei ihm und wenn ich dann abends nach Hause kam, wusste ich ja, dass ich ihn am nächsten Tag sehen würde. Jetzt kommt man nach Hause und hat nur noch das Bild und die Erinnerungen. Aber man hat wenigstens das Bild und die Erinnerungen und die Liebe. Ich versuche mich damit zu trösten, dass es schlimmer sein könnte. Man könnte diesen einen Menschen nie getroffen haben, mit dem man so glücklich war, auch dann wäre man einsam, hätte aber keine Liebe und keine Erinnerungen. Der Schmerz wäre natürlich auch nicht so groß. Aber hätte mir vor 28 Jahren jemand gesagt, dass es so kommen würde und wie fürchterlich weh es tun würde ihn zu verlieren, und mich dann vor die Wahl gestellt, diese Liebe zu erleben oder lieber nicht um den Schmerz zu vermeiden, dann hätte ich mich ganz klar für die Liebe entschieden. Ich möchte nicht einen Tag missen, egal wie weh es jetzt tut. Es gibt da so einen chinesischen Film, der ist glaube ich Ende der 80er Jahre oder Anfang der 90er gedreht worden. Es war der erste chinesische Film den ich mit meinem Engel gesehen habe. So einen Mischung aus Fantasy, Romantik und Komödie. Ein Film den man sich auch immer wieder ansehen kann. Es ist eine Liebesgeschichte zwischen einem Geist und einem armen Buchgelehrten. Am Schluss des Films begräbt er die Urne des Geistes bei ihr zu Hause damit sie wieder geboren werden kann. In der Nacht zuvor verfassen beide ein Gedicht, dass sie auf ihr Porträt schreiben, als Erinnerung für ihn. Das Gedicht lautet:
      Eiseskälte liegt über dem See
      Verlorene Zeit
      Mein Haar wird grau
      Alleine sind wir mit dem Mond
      Ach wär ich doch verliebt in dich
      Anstatt im Himmel

      Ich fand dieses Gedicht immer sehr schön, wie auch den ganzen Film.

      Ich umarme die Petra und wünsche dir von ganzem Herzen, dass du immer mehr gute oder bessere Tage hast und nur ganz wenige von den schlechten. Du und dein Jo hatten etwas ganz besonderes, dass vergeht niemals und es tut nur so weh, weil es so besonders war, weil er so ein besonderer Mensch war. Ich warte noch auf die Tage, an denen es mir etwas besser geht, aber außer diesem einen Arbeitskollegen sind alle unheimlich lieb, jeder auf seine Weise, das habe ich von Anfang an so empfunden, aber jetzt wo meine ganze Welt zusammengebrochen ist merke ich es noch viel mehr. Es gibt einen Kollegen aus der Technik, mit dem ich mich morgens immer unterhalte wenn ich auf der Arbeit ankomme, weil wir beide morgens immer etwas früher dran sind. Er kennt sich sehr gut mit Computern aus und baut seine Computer auch selbst zusammen. Ich habe ihn gestern davon erzählt, dass mein Engel einen Computer zusammen bauen wollte bevor er so krank wurde und dass mir hat nur noch die CPU fehlt. Ich habe ihn gefragt, ob er mir helfen würde, wenn ich die CPU hätte, weil ich zwar alles installieren könnte und so, aber einen Computer zusammengebaut habe ich eben noch nie, dass hat ja immer Ernst gemacht. Er sagte, dass sei überhaupt kein Problem, ich solle ihm nur Bescheid sagen wenn ich soweit sei. Das hat mich wirklich erleichtert, denn ich würde diesen Computer so gern zusammenbauen weil Ernst das ja nun nicht mehr fertig machen konnte. Das sind Momente, wo man sich nicht ganz so einsam und verlassen fühlt.

      Liebe Astrid,

      ich habe eben gemerkt, dass ich ja schon so ein kleines Ritual habe, ohne das so bewusst wahrgenommen zu haben. Am meisten hilft mir das Schreiben an ihn. Das ist etwas, worauf ich mich auch ein bisschen freue. Ja, das ist nicht so als wäre er noch hier, aber es wird auch nie wieder so sein, wie es war als er noch hier war., aber es es gibt mir Trost. Was mir auch sehr hilft, und was auch schon fast ein Ritual für mich geworden ist, ist der allabendliche Besuch hier im Forum. Ihr seid alle so lieb und ich weiß dass ihr gut verstehen könnt, was in mir vorgeht, weil ihr dass selbst durchmacht. Ich weiß wirklich nicht, wie ich die letzten Tage ohne euch überstanden hätte. Ich hoffe, dass ich auch euch eine solche Unterstützung oder Trost an jemanden hier geben kann.

      Auch von mir euch allen einen erträglichen Abend.
      Andrea
      Liebe Andrea,

      wie schön, ich bin nicht die einzige Vielschreiberin hier :) Es freut mich dass du die Erinnerung mochtest, spontane Assoziationen sind oft die besten. (Ich glaube ich möchte für meinen Teil diese Goldreparatur einmal auch tatsächlich versuchen).

      Mandarin ist toll, ich habe nach einer Stunde aufgegeben vor Jahren, habe mir nur gemerkt dass das Fingerzählen (wie in einigen Kulturen) anders ist und jemand 8 Stück von jeder Speise bekam nachdem er europäisch zwei gezeigt hatte

      Ja, diese Gedanken mit dem Kollegen die du da hast sind - um Yalom zu zitieren wenn er Nietzsche zitiert- menschlich, nur allzu menschlich. Ich kenne sie auch, und wahrscheinlich kennt sie jeder. Warum lebt Trump und Leonard Cohen ist tot? Und natürlich auf viel persönlicher Ebene so wie du es so offen beschreibst. Ich glaube auch unsere Lieben, bevor sie gehen mussten hatten solche Gedanken. Das ist doch auch natürlich. Und es ist gut darüber zu reden, denn meist schämt man sich ja dafür, und das hilft auch nicht weiter.

      Ich für meinen Teil empfinde es halt so - diese Gedanken bringen mir nichts - sie führen zu nichts, kosten nur Kraft und sind sinnentleert.
      Ich habe einen Kollegen der war so eine Arschgeige zu mir vor einem Jahr, und nun ist er ein wirklich guter Freund. Gut, kann nicht immer so sein. Trotzdem: rückblickend betrachtet war ich auch erleichtert dass ich auf jmd wütend sein konnte, weil mich das abgelenkt hat.
      Zu dem Hadern mit dem Schicksal...

      Das von dir zitierte Gedicht ist wunderschön, auch der Schrein den du schilderst und der dich tröstet.
      Zur Frage des Zeitpunkts des Gehens hier ein Gedanke, es ist kein Haiku, aber es ähnelt einem Haiku ein wenig wie ich finde (gut, habe da nicht so viel Ahnung) vielleicht gefällt er dir, ist von Marc Aurel (Selbstbetrachtungen):

      15.
      Viele Weihrauchkörner sind für denselben Altar bestimmt,
      die einen fallen früher, die anderen später ins Feuer; aber dies macht keinen Unterschied.

      ********************

      Dass es abgesehen davon und trotz aller hehrer Versuche unendlich weh tut, steht außer Frage.
      Magst du noch ein wenig von deinem lieben Mann, deinem Engel, erzählen?

      hab einen schönen Abend,
      mit liebem Gruß - danke für die mitfühlende Umarmung
      Malena
      Liebe Andrea ,

      Das ist ein wunderschönes gedicht , und so sehr passend zu unserer situation . Ich finde das sehr schön das du auch ein solches ritual für euch hast und es beruigt einen doch etwas wenn man sosehr verbunden ist und immer seinen kontakt mit seinem geliebten hat . Weh tut es aber trozdem denn man Weis ja das er niemehr da ist ( körperlich ) wenn man nach Hause kommt . Ich war 40 Jahre mit meinem Jo zusammen davon 30 Jahre verheiratet, ich hätte mir niemals gedacht das es so schnell vorbei ist auf diese art und weise , aber auch wenn ich es gewusst hätte, hätte ich mich dafür entschieden , ja wir haben die Erinnerung an einen wundervollen Menschen und eine gute ehe manche haben das nicht erleben dürfen aber genau deswegen tut es ja auch sosehr weh . Ja das kenne ich gut , wie mein jo im kh war da wusste man wenn man am Abend nach Hause kam das man ihn am nächsten Tag wieder sieht oder man konnte noch kurz anrufen und gute nacht sagen, ich war auch jeden Tag bei ihm und die letzten 2 tage bis zum letzten Atemzug . Es tut sosehr weh aber ich würde es immer wieder tun und bei ihm bleiben bis zum Schluss auch wenn es mir immer wieder das Herz zerreißen würde.
      Ja das habe ich auch festgestellt das man aufeinmal Hilfe bekommt wo man es eigentlich nu erwartet hätte und das muss ich sagen es war für mich eine absolut schöne Erfahrung in dem Schmerz wo man sich befindet . Bei mir im Haus zb ich hatte immer ein freundliches Verhältnis zu meinen 2 nachbarinnen und aufeinmal wo das mit meinem jo geschehen ist waren die beiden da , eine davon ist alleinstehend und mit dieser unternehme ich oft etwas am Wochenende , das ist wirklich eine schöne Erfahrung die ich machen durfte , die andere Nachbarin ist zwar nicht oft zuhause sondern grossteils in ihrem Heimat land aber sie schreibt regelmäßig wie es mir geht , schickt auch mal nette Bilder . Also es gibt in diesem Schmerz auch schöne erlebnisse .
      Ich muss auch sagen auch ich bin unendlich dankbar das es dieses Forum gibt mit all den lieben Menschen es hilft mir immer wieder und hat mir auch ganz am Anfang sehr geholfen . Ich gehe sehr oft ins Forum weil es gut tut es würde mir etwas fehlen wenn ich es mal nicht tun würde.
      Sei lieb umarmt und tröstende Grüße Petra
      Liebe Malena,

      Chinesisch (Mandarin) empfinde ich als ein sehr schöne Sprache. Für mich klingt diese Sprache schon beim Sprechen wie Musik. Sie ist allerdings auch nicht einfach. Die Grammatik ist sehr einfach, es gibt fast gar keine. Es gibt keine Mehrzahl, keine Verbbeugung und so weiter. Schwer sind natürlich die Schriftzeichen und vor allen Dingen die Aussprache, jedenfalls für uns Europäer, wegen der verschiedenen Tonlaute. Die Chinesen haben auch gar kein Wort für "Ja". Wenn man zustimmt, dann sagt man zum Beispiel: "shì (是)" was soviel heißt wie: "ist so". Was ich auch schwierig finde sind die Verwandtschaftsbezeichnungen. Bei uns gibt es Bruder und Schwester. Im Chinesischen gibt es einen Ausdruck für jüngeren Bruder /Schwester und älteren Bruder/Schwester. Allein für Onkel und Tante gibt es 6 verschiedene Bezeichnungen, je nachdem ob es sich um Bruder oder Schwester vom Vater oder von der Mutter handelt. Aber wirklich schön finde ich zum Beispiel einen Ausdruck für Ehemann oder Ehefrau oder Geliebte/r das ist "ài rén (爱人. ài heißt Liebe und rén Mensch, also geliebter Mensch.

      Mein Engel war mein geliebter Mensch. Er war einer der großzügigsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Er hat jedem geholfen wenn er irgendwie konnte, was leider oft ausgenutzt wurde. Er war als junger Mensch sehr jähzornig, er hat das aber durch Kampfsport in den Griff bekommen, deshalb wahrscheinlich auch seine Verbundenheit mit der chinesischen Kultur. Er war ein Träumer, den ich aber wenn es sein musste auf die Erde zurückholen konnte. Er konnte nicht weinen, irgendwie hatten seine Eltern, das Weinen aus ihm raus geprügelt. Es kamen einfach keine Tränen mehr. Wenn wir einen traurigen Film zusammen gesehen haben, musste ich immer weinen, er sagte dann immer, er wünschte er könne auch weinen, denn ihm täten dann immer die Augen weh. Er konnte absolut keine Komplimente machen, wenn er es mal versuchte, dann ging das fürchterlich schief aber er konnte mich immer aufheitern, wenn es mir mal nicht so gut ging und er war zärtlich und liebevoll. Er konnte fürchterlich stur sein und so hilfsbereit er anderen gegenüber war, so konnte er selbst nur sehr schwer Hilfe von anderen annehmen, außer von mir. Er hat es gehasst zu schreiben, weil er meinte, das könne er nicht gut. Wenn er irgendetwas schriftlich verfassen musste, dann war das meist meine Aufgabe. Wenn er jemanden liebte, dann hat er alles für diese Person getan. Er hatte viel Humor, mochte aber nicht viel Trubel. Er hörte gern Musik oder schaute gerne Filme, vor allem asiatische Filme. Er sah sich gern Kampfsportfilme an, aber auch historische Filme, Dramen, Komödien oder Kinderfilme. Wenn er einen Film gut fand, dann konnte er ihn sich auch 10 mal oder öfter ansehen. Er schlief gern lang, ist für mich aber immer früh aufgestanden, wenn ich arbeiten musste. Er hat dann Kaffee gekocht und mir Brot für die Arbeit gemacht und mich zur Tür gebracht. Er liebte scharfes Essen, bei manchen Dingen, wo es mir schon in den Ohren brannte, meinte er nur, dass sei sehr gut gewürzt. Er las nicht gern, es sei denn, es handelte sich um Computerbücher. Wenn es um Romane ging, hatte er eher den Standpunkt, wozu soll ich das lesen, wenn es gut ist, wird es sowieso irgendwann verfilmt. Er glaubte nicht an Gott, er sagte immer, niemand könne ihm erklären wo Gott denn hergekommen sei, aber er glaubte an Buddha, weil Buddha ja als Mensch geboren worden war. Er war ein gefühlvoller und mitfühlender Mensch, hatte aber oft nicht genug Vertrauen zu sich selbst. Er war nicht perfekt, niemand ist das, aber für mich war er der perfekte Partner. Er hat mir soviel Kraft und Mut gegeben und Liebe. Er war mein Engel und ich war sein kleines Teufelchen. :)

      Beim Schreiben merke, ich dass ich das alles gar nicht wirklich in Worte fassen kann, oder dass meine Worte nicht reichen, um zu sagen wie er wirklich war und wie glücklich ich war einem Menschen wie ihm begegnet zu sein und so viele schöne Jahre mit verbringen zu dürfen. Wir hatten auch schwere Zeiten, aber wir hatten eben immer uns und zusammen konnten wir alles schaffen und ertragen.

      Liebe Petra,

      ja, es tut trotzdem weh und ich glaube dass wird immer weh tun. Vielleicht irgendwann anders oder leichter, aber wehtun wird es wohl immer. Der Schmerz ist ja Ausdruck unserer Liebe und so wie wir früher unseren Partner körperlich bei uns hatten, haben wir jetzt den Schmerz, weil er eben körperlich nicht mehr bei uns ist. Alles ist von einem Tag auf den anderen anders, der Mensch der alles für einen bedeutet hat fehlt. Ich finde es schlimm einkaufen zu gehen weil ich ja immer für zwei eingekauft habe, alles doppelt und jetzt wird mir jedes mal beim Einkaufen schmerzlich bewusst, dass das nicht mehr nötig ist. Ich fühle mich irgendwie so halbiert. Mit ihm war ich irgendwie komplett und jetzt bin ich nur noch halb. Ich bin nur froh, solche Arbeitskollegen und Kolleginnen zu haben, bis auf die eine Ausnahme. Das hilft wirklich sehr, auch wenn es den Schmerz nicht nehmen kann. Der Schmerz gehört jetzt einfach zu mir dazu, wie mein Engel zu mir gehört hat, ist ein Teil von mir wie mein Engel ein Teil von mir war und immer sein wird. Wir waren wie zwei Seiten der selben Medaille. Ich habe ihm versprochen, dass ich irgendwann wieder glücklich oder wenigstens zufrieden sein werde, auch wenn er nicht mehr so bei mir sein kann, wie er es war und ich mich fühle wie amputiert oder in der Mitte durchgeschnitten, aber ich habe ihm auch gesagt, dass ich dafür verdammt viel Zeit brauchen werde und dass ich glaube, dass für ihn jetzt Zeit keine Rolle mehr spielt und er mir diese Zeit auch geben kann.

      Liebe mitfühlende Grüße und eine herzliche Umarmung an euch alle
      Andrea
      Liebe Andrea,

      schön, das Bild das du uns von deinem Mann gibst. Es ist berührend und durch die vielen Facetten scheint er mir ein bisschen bekannt zu sein. Bei manchen Eigenschaften musste ich an Personen denken, die mir in meinem Leben wichtig sind und so hat dein Mann gerade ganz viele Gesichter bekommen.

      Andrea, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht lesen magst, weil du es noch nicht glauben oder annehmen magst - der Schmerz wird vergehen. Die Liebe wird bleiben.Die Ausdrucksweise und die Art der Beziehung wird sich verändern und es wird ein neues und schmerzfreies Leben geben, das ganz anders sein wir.

      Ich wünsche dir einen Tag mit einem leichteren nach Hause kommen.
      Lg. Astrid
      Liebe Andrea ,

      Wundervoll wie du deinen Engel beschrieben hast , ein paar eigenheiten konnte ich entdecken die mein geliebter Jo auch hatte , in jungen Jahren sein jähzorn , immer für andere da zuletzt erst an sich selbst gedacht, gutmütig und verlässlich, umsorgend besonders um mich . Ja all das halbiert uns und hinterlässt eine irrsinnige leere und Verlassenheit.
      Sei lieb umarmt , einen ruigen tröstlichen abend dir
      Lg Petra
      Liebe Astrid,

      lesen mag ich es schon, aber glauben kann ich im Augenblick noch nicht, dass dieser Schmerz jemals vergeht. Aber ich danke dir für deine Worte, Irgendwie geben sie mir doch ein bisschen Hoffnung. Ich glaube das Problem ist, dass man so etwas vom Verstand her begreift, aber das Herz und das Gefühl sagen eben etwas ganz anderes.

      Heute hatte ich ein Gespräch mit der Steuerberaterin unserer Firma und sie hatte mitbekommen, dass ich wegen meinem Mann Urlaub genommen hatte und fragte nun ob es ihm nun besser gehe. Ich sagte ihr, dass er letzte Woche gestorben sei. Sie fragte warum ich denn dann schon wieder arbeiten würde. Ja, würde sich denn in zwei Wochen oder in zwei Monaten irgendetwas ändern? Ich werde dann noch genauso traurig sein wie jetzt. Ich werde mich genauso leer fühlen. Nichts hätte sich geändert nur weil ich 2 Wochen länger zu Hause geblieben wäre. So lenkt mich wenigsten die Arbeit etwas ab. Früher habe ich mich immer so auf das Wochenende gefreut, jetzt graut mir davor. Ich habe im Augenblick aber nicht die Energie meine Wochenenden zu verplanen. Ich lass mich einfach treiben.

      Mir graut es aber auch vor nächsten Montag. Es ist sein Geburtstag. Der Geburtstag von dem ich glaubte, dass er ihn noch erleben würde, dieses Jahr.

      Ich danke dir für deine Ermutigung liebe Astrid. Ich wüsste wirklich nicht, was ich im Augenblick machen würde, wenn es dieses Forum nicht gäbe und so liebe Menschen wie euch. :2:


      Andrea


      Liebe Petra,

      ja, man fühlt sich wie halbiert, aber auf der anderen Seite können wir uns doch glücklich schätzen, einem solchen Menschen begegnet zu sein und viele schöne Jahre mit ihm verbracht zu haben. Ich fühle mich so halbiert, weil ich durch ihn eben komplett war. Es gibt Menschen, die so etwas nie erleben dürfen, die diesen einen Menschen, der sie komplett macht niemals in ihrem Leben finden. Wäre es nur nicht so schwer sich an die Welt zu gewöhnen, in der er nicht mehr ist. Und wäre da nicht dieses Gefühl der Sehnsucht, die niemals aufzuhören scheint.

      Ich umarme dich auch und wünsch dir auch einen ruhigen tröstlichen Abend.

      Liebe Grüße
      Andrea
      Liebe Andrea ,

      Ja ich gebe dir recht früher war das Wochenende mit Freude verbunden , jetzt verplane ich es das ich ja im Höchstfall nur wenn überhaupt nur 1 Tag davon alleine verbringe . Ja es stimmt ich schätze mich glücklich so einem Menschen gehabt haben zu dürfen, aber umso mehr tut es einfach weh ihn verloren zu haben ( körperlich)
      Liebe mitfühlende Grüße
      Petra
      Liebe Andrea,

      als ich gelesen habe wie lieb du deinen Ernst beschreibst, mit wie viel Gefühl, an Nuance, da hielt ich erst einmal den Atem an.
      Ja, du schreibst bezaubernd, berührend, die Liebe zwischen euch, und die Besonderheit eurer Beziehung ist ganz klar spürbar. Was kann ich da noch hinzu fügen an Worten? Ja, es passt hier eine andere Sprache zu wählen wie du es tust, weil die Dimension der Sprache ohnedies nie reicht, um die Liebe zu erfassen und zu beschreiben. Ich möchte da gar nicht so viel dazu sagen, außer noch die Bitte, so du magst, noch mehr von ihm zu erzählen, und von euch.

      Ich muss mich bei euch auch für einen großartigen Filmtipp bedanken, ich fand "A Chinese Ghost Story" im Original mit Untertiteln auf Youtube, oh was für ein Film! Es ist finde ich immer so ein besonderer Moment wenn man das Glück hat auf ein gutes Buch oder einen guten Film zu stoßen...wie ein seltener Edelstein... danke dir, danke euch! Ich musste herzlich lachen wie schon lange nicht mehr, anfangs - wie der Held der Geschichte zwischen den Schwertspitzen etwas über Liebe faselt, die Szene mit dem Mundgeruch, und wie die schöne Geisterfrau ihn zum ersten mal trifft und ihn bittet, sie zu tragen und er meint, sie wäre zu schwer :) Der Film hat eine herrliche Story, er ist clever, romantisch, witzig, und die Special Effects - die kriechenden Mumien! - im old School Stil haben wirklich Klasse! :) Das ist noch ein gutes Stück solider, ehrlicher Filmarbeit möchte ich sagen, der Film berührt auf ganz vielen Ebenen.

      Ich habe dabei auch an dich und Ernst gedacht, Teufelchen und Engelchen wie du hier schreibst. Ich dachte dass Ernst wirklich einen exquisiten Filmgeschmack hatte und hab mir vorgestellt wie ihr vielleicht vor vielen Jahren in einem Kino gesessen habt und sich dann eure Hände zum ersten Mal berührt haben :) Naja, an solche Dinge denke ich dann gleich. Wie habt ihr euch denn kennen gelernt?

      Und ja, in diesem Film gibt es wie ich finde einen der schönsten und romantischsten Filmküsse...unter Wasser...und genauso beschreibst du eure Liebe...einzigartig und schön.

      Dass sein Geburtstag schwer für dich ist, der erste Geburtstag ohne ihn kann ich nur mehr als gut verstehen. Ich bekam hier die liebe Anregung, diesen Tag besonders zu gestalten, oder auch sich ein Geschenk zu machen. Wie hast du denn vor den Tag zu verbringen?
      Was macht es dir leichter ihn gut zu gestalten?

      Sei lieb gegrüßt,
      Malena
      Liebe Andrea ,

      Ich wünsche dir ganz viel positive Energie heute und schöne nicht schmerzende Erinnerungen an dein Engerl , ihr wart etwas ganz besonderes sowie euere Beziehung zueinander . Mach heute etwas was engerl gefallen hätte. Ich wünsche dir ganz viel Energie
      Sei lieb umarmt
      Petra
      Liebe Malena,

      ja, als ich den Film zum allerersten Mal sah, habe ich auch nur gedacht: "Wow". Wir haben ihn so oft gesehen, dass ich einmal als wir den Film einmal nur im Original ansahen ohne Untertitel, ich die Dialoge alle auswendig kannte. ;) Mein Engel hat diesen Film auch geliebt. Es gibt da noch einen 2. und 3. Teil. Der 2. ist auch nicht so schlecht, reicht aber nicht an den ersten heran. Der dritte hat mir nicht wirklich gefallen.

      Mein Engel und ich liebten asiatische Filme und Serien. Er sah sich auch gern Kampfsportfilme an, die aus den 70er Jahren, aber das lag natürlich auch daran, dass er selbst ja mal Kampfsport gemacht hat. Er mochte aber auch Dramen und auch Kinderfilme sehr gern. Besonders Filme wie "Frühling, Sommer, Herbst Winter und Frühling", "Bin Jip" , "Oldboy" und "My Sassy Girl" und "Princess Aurora" aus Südkorea, "Nobody knows", "Die letzten Glühwürmchen" "Chihiros Reise ins Zauberland", aus Japan und "Der Mythos", "Die Legende der weißen Schlange", "Infernal Affairs" und "Shaolin" aus China.

      Kennengelernt haben wir uns eigentlich schon als ich 13 Jahre alt war. Ich konnte ihn. nicht ausstehen damals. :) Er war ein Freund meines Bruders und ich war mit 13 Jahren ziemlich fett. Mein Bruder ärgerte mich immer deswegen und wenn Ernst dabei war machte er auch mit. Fünf Jahre später haben wir uns wieder getroffen, als mein Bruder mich zum Babysitten abholte, saß er im Auto und er flirtete mit mir. Ich hab das aber nicht ernst genommen. Kurze Zeit darauf starb mein Vater und meine Mutter warf mich mitsamt seiner Katze aus der Wohnung. Ich ging dann erst mal zu meinem Bruder, der aber eine eigene Katze hatte, die beiden Katzen hätten sich wahrscheinlich gegenseitig umgebracht. Mein Bruder rief deshalb Ernst an und fragte ihn, ob er die Katze für ein paar Wochen bei sich aufnehmen könnte. Er sagte sofort ja. Wir haben die Katze dann zu ihm gebracht. Er gab mir sofort einen Wohnungsschlüssel, damit ich jederzeit meine Katze sehen konnte. ich war natürlich oft bei meiner Katze und wir unterhielten uns viel. Er meinte, meine Mutter sei ja noch schlimmer als seine und erzählte mir von seiner nicht sehr schönen Kindheit. Ich merkte recht schnell, dass ich mich in ihn verliebt hatte, glaubte aber nicht, dass er auch so fühlen könnte, bis ich eines Tages in seine Wohnung kam und einen Brief auf dem Tisch fand. Er war arbeiten. Er schrieb, dass er sich in mich verliebt hätte, dass er aber nicht wüsste wie er mir das sagen solle und dass er ja eigentlich zu alt sei für mich. Er war damals 31. Er schrieb auch, dass er verstehen könnte wenn ich ihn nicht wollte und lud mich zum Chinesen zum Essen ein. Als er nach Hause kam, sagte ich ihm dass ich mich auch in ihn verliebt habe und von da an waren wir zusammen. Das war der 23. August 1988. Leider stellte sich heraus, dass mein Bruder kein guter Freund für ihn war. Erst fand er es gut dass wir zusammen waren, aber irgendwann fing er plötzlich an immer mehr gegen ihn zu hetzen. Ich weiß bis heute nicht genau warum. Es hat ihn wohl gestört, dass Ernst irgendwann seinen Job verlor. Ich hatte aber inzwischen einen Job und für mich war das kein Problem. Er hat immer den Haushalt gemacht, wenn er keine Arbeit hatte. Das Problem war, dass Ernst immer körperlich gearbeitet hatte weil er eben keine so hohe Schulbildung hatte, dass man ihn was anderes hätte machen lassen. Er hatte aber immer Probleme mit seinem Rücken und Migräne. Wir haben dann beschlossen, dass er auch einfach zu Hause bleiben kann, weil Hausarbeit sowieso nicht mein Ding war. Meiner Familie passte das aber nicht und deshalb habe ich auch irgendwann den Kontakt ganz abgebrochen. Ich habe niemals bereut, mich so entschieden zu haben. In unseren beiden Familien ging es immer nur um Geld. Er war alles, was ich brauchte.

      Ernst sagte oft, besonders in den ersten Jahren er könne nicht verstehen, warum ich mit ihm zusammen sei, wo ich doch so intelligent sei und er nicht. Ich sagte ihm, Intelligenz hat nichts mit Bildung zu tun. Er war intelligent. Er konnte mit Computern umgehen. Er hat sie selbst zusammengebaut und brachte sich auch selbst das Programmieren und Chinesisch schreiben bei.Vor allem verfügte er über eine emotionale Intelligenz, über die viele der ach so gebildeten Menschen nicht verfügen. Er war in der Lage sich in andere Menschen hinein zu versetzen und mit ihnen mit zu fühlen. Er tat sich auch anfangs schwer, damit, dass er keinen Job fand und meinte, er würde ja nur von meinem Geld leben. Ich sagte ihm dann, dass das nicht stimmt. Er arbeite ja schließlich auch, in dem er den Haushalt macht und das sei nicht mein Geld, sondern unser Geld.

      Wir haben keine Kinder. Am Anfang wollte ich nicht, weil ich immer Angst hatte, wie meine Mutter zu werden und meinem Kind nicht genug Liebe geben zu können. Später wollte Ernst kein Kind, weil er eben 13 Jahre älter ist als ich und nicht wollte, dass sein Kind gefragt wird ob er der Opa sei. Im Nachhinein bin ich jetzt erst recht froh, dass wir keine Kinder haben. Ich habe meinen Vater auch sehr früh verloren und ich weiß wie sich das anfühlt, wie sehr einem der Vater fehlt, mein Vater fehlt mir heute noch. Es ist wohl immer schmerzlich einen Elternteil zu verlieren, aber ich muss eben auch immer daran denken, was mein Vater nicht mehr miterleben durfte. Er hat Ernst nie kennengelernt, aber ich war mir immer sicher, das er ihn gemocht hätte. Vielleicht sind sie jetzt zusammen, wo auch immer sie sind und warten auf mich.

      Ich weiß noch nicht, was ich an seinem Geburtstag machen werde. Wir haben uns zu Geburtstagen nie etwas geschenkt. Wir haben uns auch zu Weihnachten nie etwas geschenkt. Wir waren beide der Meinung, dass wenn man dem anderen etwas schenken möchte, dann braucht man dazu kein Geburtstag oder Weihnachten. Wir haben oft einfach spontan Geschenke für einander gekauft wenn einer von uns etwas gesehen hat, wo er dachte oh das wird meinem Schatz gefallen, darüber freut er sich. Wir sind immer essen gegangen oder haben was schönes zu Essen für zu Hause geholt. Es gab natürlich eine Geburtstagskarte meist eine selbst gemachte und der, der Geburtstag hatte wurde ein bisschen verwöhnt. Ich glaube ich werde eine Geburtstagskarte für ihn machen, wie jedes Jahr.

      Ich finde es schön, dass du dir "A Chinese Ghost Story" angesehen hast und bin froh, dass er dir so gut gefallen hat.

      Liebe Grüße
      Andrea