Mama...

      Hallo ihr Lieben,

      heute vor zwei Wochen ist meine Mama eingeschlafen. Sie war 59 Jahre alt. Alles kam ganz plötzlich, ich war auf nichts vorbereitet. Und wie aus dem nichts, wurde mir meine Mama genommen.

      Sie fühlte sich seit Weihnachten nicht so gut. Wir gingen von einer Grippe aus. Mama ging zum Arzt, bekam Antibiotika und es war immer ein auf und ab. Es ging ihr besser, dann wieder ein bisschen schlechter. Ich war besorgt, aber nicht übermäßig. Ich war einfach nicht davon ausgegangen, dass es so ernst um sie steht. Nichtmal Mama wusste das.
      Eine Woche vor ihrem Tod (es ist schrecklich, das so auszuschreiben) bekam sie fürchterliche Rückenschmerzen. Der Arzt ging von einem eingeklemmten Nerv aus, ein MRT-Termin wurde vereinbart. Das war Freitags. Der Termin wäre am Dienstag gewesen. Samstags war ich bei meinen Eltern zuhause und habe für Mama den Haushalt gemacht. Sie war so schwach. Ich machte mir furchtbare Sorgen. Ich bat sie darum, dass ich sie ins Krankenhaus fahren durfte, aber sie wollte nicht. Das wird schon wieder, sagte sie. Lass uns den MRT-Termin abwarten.
      Wir redeten noch ein bisschen, ich erledigte die Sachen, stellte noch eine Waschmaschine an und fragte sie noch, ob ich neue Handtücher aufhängen sollte. Sie meinte, sie würde es machen, wenn der Trockner fertig ist. Ich wuselte noch ein bisschen herum und als ich gehen wollte schlief sie. Ich überlegte, sie zu wecken, aber ich wusste, dass sie die letzten Tage nicht gut geschlafen hatte, also ließ ich sie schlafen und ging. Das war das letzte Mal, dass ich meine Mama zuhause gesehen habe.
      Abends rief Papa mich an und sagte, dass er den Krankenwagen gerufen habe. Mama ging es immer schlechter. Im Krankenhaus fand man heraus, dass in ihrem Bauch ein großer Abzess war und noch in der Nacht wurde eine Notoperation durchgeführt. Morgens rief Papa mich an und weinte. Er sagte, die Ärzte meinten, es sähe nicht gut aus. Sie hatte eine starke Blutvergiftung und kämpfte.
      Sonntagvormittag erfolgte eine zweite Notoperation. Wir waren den ganzen Sonntag bei ihr. Sie lag im künstlichen Koma und am Montagmorgen rief das Krankenhaus an, dass wir schnell kommen sollten. Der Arzt erklärte uns, das Mama es nicht schaffen würde. Sie könnten ihr nur die Schmerzen nehmen. Sie würde bald einschlafen. Für mich war das alles nicht wahr. Ich konnte und kann es noch immer nicht begreifen.
      Wir waren alle bei ihr, als sie einschlief. Papa, Opa, Mamas Schwester und ihr Bruder, ihre beste Freundin und ich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Kraft dazu habe, dass auszuhalten, aber ich wollte Mama nicht im Stich lassen. Ich streichelte sie und küsste sie. Ich sagte ihr, dass sie die beste Mutter der Welt habe. Eine Weile später ging sie. Ich war entsetzt, wie schrecklich sich diese Endgültigkeit anfühlte. Ich war aber auch erleichtert, nicht mehr im Krankenhaus sein zu müssen. Es war total absurd.

      Sie fehlt mir so sehr. Ich kann es kaum ertragen. Mein Freund und ich wollten im Mai heiraten. Mama und ich wollten im Januar ein Brautkleid kaufen gehen. Sie hat sich so gefreut auf die Hochzeit. Ich habe alles mit ihr besprochen, sie um Rat gefragt. Jetzt ist sie nicht mehr da. Ich vermisse ihre Stimme, ihre Liebe, ihren Duft. Papa trauert auch so sehr. Ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann. Ich habe das Gefühl, ich müsste für ihn da sein, kann es aber nicht so richtig, weil ich selbst auch so traurig bin. Mein Leben liegt gerade brach. Ich bekomme nichts auf die Reihe. Wenn ich zuhause bin, dann sitze ich nur da, kann mich nicht aufraffen, etwas zu tun. Eigentlich nicht mal die kleinsten Dinge. Mein Freund ist so gut es geht für mich da, aber er kann mir natürlich nicht den Schmerz nehmen. Auch er hat schon einen Elternteil verloren.

      Ich frage mich die ganze Zeit, wie mein Leben weitergehen soll. Ich fühle mich beraubt. Ich bin so wütend, dass ich ohne meine Mama heiraten soll, dass Ich nichts mehr mit ihr etwas unternehmen darf. Wir haben noch keine Kinder, aber wir hätten gerne welche. Ich kann es kaum ertragen, dass sie ihre Enkelkinder (sofern uns Kinder vergönnt sind) nicht kennenlernen wird. Es macht mich einfach so wütend, so traurig. Ich bin so verzweifelt.

      Am Freitag wird die Urnenbeisetzung im engsten Familienkreis stattfinden. Morgen werde ich das erste Mal seit zwei Wochen wieder zur Arbeit gehen. Ich fühle mich nicht bereit, aber ich kann auch nicht nur zuhause sitzen und grübeln.

      Mir fehlen vor allem die kleinen Alltäglichkeiten mit meiner Mama. Eine kleine Whatsapp von ihr. Oder ein Anruf. Manchmal haben wir uns einfach ein kleines Bild geschickt oder nur ein „Na, was machst du gerade?“ Nie wieder wird das kommen.

      Vielleicht ist das gerade hier alles ein bisschen wirr, aber es tut auch gut, sich alles einmal von der Seele zu schreiben.

      Ich sorge mich auch um meinen Papa, ob er das alles verkraftet. Er ist jetzt allein im Haus. Niemand ist mehr da. Ich habe meinen Freund zuhause, unseren Kater. Ich habe plötzlich totale Verlustangst. Angst ,das meinem Vater was passiert, Angst, dass meinem Freund etwas passiert.
      Ende Februar habe ich einen Termin bei einer Heilpraktikerin für Psychotherapie gemacht. Ich glaube, ich könnte ein bisschen Unterstützung gebrauchen. Dennoch bin ich froh, dass ich dieses Forum gefunden habe, einfach um mir ein bisschen was von der Seele zu schreiben.

      Liebe Grüße
      Kiwi
      Liebe Kiwi <3

      Sei herzlich willkommen und fühle Dich mitfühlend umarmt und getröstet.. :30:

      Es ist gut, dass Du Dich entschieden hast Dich mitzuteilen... Deinen Schmerz mit uns zu teilen. Du bist noch im Schockzustand und funktionierst gerade und Deine Gefühle sind ein Wechselbad... Fühle alles..... schreibe alles was Dir in den Sinn kommt.... lass alles raus... wirklich alles...

      Und wegen Deinem Papa.. nehmt Euch einfach gegenseitig in die Arme :24: <3

      Mitfühlende Umarmungen :24:

      Katarina
      Liebe Kiwi
      beim Lesen dachte ich,so eine Tochter hab ich mir gewünscht.
      Ich finde,ihr habt eure Mutter in grosser Liebe begleitet .Das war nicht leicht.
      Aus eigener Erfahrung denke ich ,diese liebevolle Begleitung und euer gutes Verhältnis erleichtert etwas das Weiterleben.Ihr habt alles getan.
      Es gibt in D Trauercafes und Trauerbegleiter. Meist erfährt man die Adressen bei Gemeinden,Hospizen usw.
      HP finde ich eine gute Idee.Wenn sie sich mit Trauer auskennt sicher ein guter Weg.Ich finde es gut,dass du gut für dich sorgst und schaust,was dir gut tut.
      Ich wünsche dir und der ganzen Familie viel Kraft auf eurem Weg
      Monika
      Ich danke Euch für Eure lieben Worte und dass ihr mich hier so schön Willkommen heißt.

      Gestern Abend habe ich nur geweint. Ich konnte mich nicht ablenken, mich mit nichts anderem beschäftigen, als damit, dass meine Mama nicht mehr da ist und was wir nicht mehr haben werden. Es fehlen einfach diese kleinen Alltäglichkeiten so sehr. Ich weiß nicht wie ich das ertragen soll und wie es ohne meine Mutter weitergehen soll.

      Versteht mich nicht falsch, ich habe keine Suizidgedanken, aber ich frage mich doch, wie man ohne seine Mutter weiterleben soll. Wie man diesen großen Verlust verarbeitet und wie und wann das Leben wieder erträglicher und vielleicht sogar schöner wird.

      Meinen Papa einfach so zu umarmen ist schwierig. er lässt das nicht so zu. er liebt mich, das weiß ich. Er drückt das anders aus. Aber Umarmungen waren noch nie so sein Ding. Er kann das nicht so gut und ich willl ihn dazu auch nicht zwingen. Er fühlt sich glaube ich unwohl dabei. Für mich ist seine Trauer einfach auch schwer zu ertragen. Genauso wie es schwer ist, in mein Elternhaus zu fahren. Wenn man da ist, dann denke ich jedes Mal, dass meine Mama gleich um die Ecke kommt, dass sie doch in der Küche sitzen müsste under dass sie gerade im Wohnzimmer ist. Aber niemand ist da....

      Fü mich ist diese Sehnsucht einfach gerade unerträglich. Kaum auszuhalten.

      Danke, dass ihr mir zuhört. <3
      Liebe Kiwi,
      ach, schlimm! Ein Abszess und eine Sepsis ..... das ist selten und gemein und ungerecht ..... ich kann deine Wut nur allzugut verstehen!
      Alles, was du gerade an Gefühlschaos durchmachst - die Trauer, die Verzweiflung, die Wut, die Angst - das ist normal. Und auch wenn du es jetzt nicht glauben kannst, das Leben wird wieder heller, schöner und die Lebensfreude kehrt zurück - ganz langsam. Aber jetzt ist da einmal die Trauer u diesen plötzlichen und unfassbaren Verlust. Durch diese Trauer muss man hindurch, da führt kein weg vorbei. Auch wenn es hart klingt, aber Trauer ist ein Bewältigungsprozess. Niemand kann ihn euch abnehmen, jeder - dein Vater und du - muss seine Strategien finden, um damit umzugehen. Mitunter kann man sich gegenseitig stützen, manchmal hält man die Trauer des anderen aber auch gar nicht aus, so schwer hat es man es schon mit sich alleine. Wenn dein Papa keine Umarmungen mag, kannst du mir ihm drüber reden, wie es ihm geht? Könnt ihr drüber reden, was für euch zur Zeit unerträglich ist und was euch gut tut? Wo holst du dir deine Umarmungen? Bei deinem Freund?
      Alles Liebe und eine feste Umärmelung!
      Christine
      Liebe Kiwi.
      ich verstehe deine Trauer und deine Verlustangst. Nach so einem unerwarteten tragischem Ereignis, quasi ein Blitzschlag aus heiterem Himmel, fängt man an, um seine noch lebenden Lieben zu bangen.
      Deine Zeilen sind so mit Liebe zu deiner Mutter erfüllt, ihr dürftet ein ganz tolles Verhältnis gehabt haben <3 .
      Gott sei Dank hast du einen Lebenspartner, der dich sicher unterstützen wird, der diese Form des Leidens durch seinen eigenen Verlust kennt.
      Ich bin überzeugt davon, dass so eine große Mutter-Tochter-Liebe unsterblich ist und dass ihre Seele bei deiner Hochzeit dabei sein wird und du das sicher spüren wirst. :005:
      Liebe Kiwi,

      zunächst möchte ich dir von ganzem Herzen mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen, es tut mir sehr leid dass deine liebe Mama so plötzlich gestorben ist. So du den Gedanken magst, möchte ich dich erst einmal in Gedanken umarmen...

      Du hast sicher eine sehr turbulente Zeit, denn ihr habt ja gar nicht mit dem gerechnet, was nun geschehen ist, das Schlimmste überhaupt, ein geliebter Mensch wird aus dem Leben gerissen. Das tut furchtbar weh und ist anfangs einfach nur unbegreiflich. Man fragt sich, wie das Herz das fassen kann.

      Auch ich habe vor einem Jahr meine Mutter verloren, sie ist gestorben und auch für mich war es überraschend, obwohl sie eine unheilbare Erkrankung hatte...ich kann also nachfühlen wie es dir geht. Ich finde es wunderschön wie du beschreibst, dass du sie begleitet hast im Kreis eurer Lieben, dass du bei ihr warst, sie gestreichelt, geküsst hast und ihr gesagt hast dass du sie liebst...das war bestimmt das Größte für sie und hat ihr ihr Gehen - auch wenn es furchtbar ist dass sie so früh und plötzlich gehen musste - leichter gemacht.
      Bestimmt ist sie bei dir, und trägt und stützt dich, ich glaube dass all die Liebe eurer Beziehung bei dir ist und ihr dadurch verbunden seid, der Mensch ist in der Liebe die man geteilt hat, die sie dir als Mama geschenkt hat nicht tot, die Beziehung verändert sich nur, aber um das zu erfassen so meine Erfahrung -braucht es ganz viel Zeit und Kraft...

      diese Kraft wünsche ich dir, und liebe Menschen die dich tragen, in deinem Umfeld, auch hier im Forum - das darüber Schreiben als ein Anker kann sehr hilfreich sein...es gibt hier viele liebe Menschen die da sind, und einem beistehen...

      Liebe Kiwi - deinen Namen kenne ich leider nicht - irgendwie wirst du die nächsten Tage und Wochen überstehen, Tag für Tag, Minute für Minute, Atemzug für Atemzug. Diese Gefühle die du hast, dass die geliebte Mama noch überall ist, ihr Geruch, ihre Präsenz, ihre Orte, all das - oh, ich kenne das. Das Telefon ohne Nachricht und und und, ich glaube dir von Herzen, dass dir das weh tut. Meine Erfahrung war die dass ich in mir, irgendwo meine Mutter gespürt habe und spüre, und mich das stärkt, obwohl der Schmerz mich an den Rand - und manchmal über den Rand- des fassbaren getrieben hat und treibt - es war dadurch irgendwie auszuhalten...
      und ja, auch das Gefühl dass einem der Boden unter den Füßen weg gezogen wurde und plötzlich nichts mehr so ist, wie es war.
      Hab Geduld mit dir und dem Leben- , auf das man manchmal wirklich einfach nur böse sein kann und das zu Recht... darf ich das so zu dir sagen?

      ..du hast ja auch liebe Menschen an deiner Seite...die Hochzeit...vielleicht ist es hilfreich diese Gedanken jetzt einmal ein wenig ruhen zu lassen und erst langsam wieder an zu gehen...aber ich weiß was du meinst, ich bin auch sehr traurig nicht in Anwesenheit meiner Mutter geheiratet zu haben, erst jetzt wo sie nicht mehr da ist weiß ich was das heißt.

      Du wirst sehen, mit der Zeit werden die Gefühle geordneter, und alles wird klarer, bestimmt, und erträglich. Bis dahin weine, schreie, schreibe, und lass dich ganz fest umarmen so oft es geht ... <3

      Wie ist es dir heute in der Arbeit gegangen? Erzähl ruhig alles, was du magst. Du kannst ja auch gerne von deiner Mama selbst erzählen, wenn du magst und soweit bist...

      nun,
      ganz kann ich es in Worte nicht fassen was ich dir sagen möchte
      aber du sollst wissen dass du - auch hier -
      nicht allein bist

      mit liebem Gruß
      Malena
      Liebe Kiwi
      TROTZ DEM herzlich willkommen.
      TROTZ DEM, weil du jetzt auch auf diesem unerwünschten Weg durch die Trauer bist. Niemand hier hätte sich freiwillig entschieden diesen Weg zu gehen und TROTZ DEM heiße ich dich hier herzlich willkommen. Du hast dich hier geöffnet TROTZ Deinem Schmerz. Du hast dich aufgemacht um zu finden was dir vielleicht TROTZ DEM Erleichterung bringen kann.

      Wie du schon bemerkt hast, sind immer wieder offene Augen da, die lesen und auch verstehen, was du gerade erlebst.

      Was hast du denn früher für dich getan, wenn es dir mal nicht so gut ging? Auch wenn das kein Vergleich ist, kann es dir auch heute wieder gut tun.

      Und wie Christine schon fragte, von wem bekommst du deine Umarmungen? Ist der Wunsch nach Nähe zu deinem Papa groß oder der Wunsch nach Umarmungen?

      Auch wenn du "nur" weinst, lass es zu. Das kann ein bisschen helfen. Alles was du beschreibst ist so normal und vielen hier bekannt. Leider macht es das nicht leichter. Und doch kann das Wissen: "Ich bin nicht allein" auch ein kleines Tröstchen sein.

      Ich wünsche dir für den heutigen Tag, dass du dir etwas Gutes tun kannst und freu mich wieder von dir zu lesen.
      Lg. Astrid
      Hallo ihr Lieben, ich wollte euch schon längst geantwortet haben, leider was ich heute erst spät zuhause und ich brauche ein bisschen Ruhe. Ich bin euch für eure Worte so dankbar und ich werde in den nächsten Tagen auch ein bisschen schreiben. Das tut gut und ich finde es sehr schön, dass ihr für mich da seid.

      Eure Nadine
      Liebe Kiwi,

      ​ich habe noch nicht alle antworten durchgelesen, weil ich selber gerade wieder durchhänge.

      ​Aber ich habe deine Geschichte sehr genau gelesen und sie ist ganz ähnlich wie meine. Nur das es bei mir die Oma war, die aber eigentlich meine Mama war (weil meine schon im Kleinkindalter starb) und wir hatten genau so ein enges Verhältnis wie du und deine Mum, haben mehrmals täglich telefoniert. Auch ich wollte dieses Jahr heiraten.
      ​Auch meine Oma hatte plötzlich Rückenschmerzen und niemand ist von solch einem Verlauf ausgegangen. Das ist fast schon gruselig, wie ähnlich die Geschichten sind.

      ​Ich kann jedes einzelne Wort verstehen. Ich fühle momentan genau das selbe und bei uns ist es auch noch keine drei Wochen her.

      ​Leider bin ich wohl momentan auch keine große Hilfe, aber wenn du mal reden magst, vielleicht sogar telefonieren oder ähnliches, sag gerne Bescheid.

      ​Ich wünsche dir unheimlich viel Kraft!
      Liebe Nadine,
      bin in Gedanken bei dir. Ich wünsche dir, dass die Beerdigung für deine Mama passend sein wird und du mit den Menschen die für deine Mama wichtig waren Abschied nehmen kannst. Ich wünsche dir, dass du dich später an die Beerdigung erinnern kannst und sagen kannst, dass sie für deine Mama stimmig gewesen ist.
      Alles Liebe, viel Kraft, heilsame Tränen und vielleicht auch ein Lächeln, wenn ihr Erinnerungen an deine Mama austauscht.
      Lg. Astrid.
      Liebe Nadine,

      so ein schöner Name...das hat sich deine Mama bestimmt auch gedacht als sie ihn für dich ausgesucht hat, und dich zum ersten Mal im Arm halten durfte...denn so wie du sie beschreibst war sie eine ganz tolle Mama (und ist es noch, so mein Gedanke).
      Ich hoffe die Beisetzung war schön und du konntest auf die Art Abschied nehmen, dass es für dich gut ist. Diese Rituale helfen einfach, das zu begreifen, was unbegreiflich ist. Dass du nicht immer und gleich schreiben kannst und willst, ist ganz klar.
      Ich habe das Gefühl dass du von lieben Menschen umgeben bist die dich auch stützen...und vielleicht wird dein Papa auch ein bisschen "Umarmungs-freudiger"...

      sei ganz <3 lich gegrüßt und gedrückt
      lass dir nur Zeit

      schicke dir viel Kraft und liebe Gedanken,
      Malena

      P.S. hast du den süßen Vierbeiner an deiner Seite - Tiere sind wunderbare Tröster, wie ich finde, mithin die Besten... <3

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Nebelfrau“ ()

      Hallo ihr Lieben,

      die Trauerfeier und Beisetzung war schön und auch nicht schön. Ich denke, ihr wisst was ich meine. Ich habe meiner Mama einen Brief geschrieben. Vieles was ich ihr sagen wollte, habe ich hinein geschrieben. Nicht alles. Aber das, was mir wichtig war. Ich habe den Brief zur Urne beigelegt. Ich weiß noch nicht, ob das erleichternd ist oder was es mit mir macht, aber ich glaube, dass es richtig war. Der Pastor hat die Trauerfeier wirklich schön gestaltet. Mama stand im Vordergrund und nicht ein Bibelvers. Ich weiß gerade nicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Diese Endgültigkeit, ja... die macht mir wirklich zu schaffen. Heute ist es aber auch gerade einmal drei Wochen her. Es fühlt sich aber an, als wäre es schon länger her. Und dann bin ich wieder erschrocken wie schnell die Zeit doch vergeht.

      Leider habe ich noch nicht herausgefunden, wie es mit dem Zitieren hier so richtig funktioniert...

      Liebe Christine, ich danke dir sehr. Meine Umarmungen bekomme ich. Von meinem Partner, meinen Freundinnen und Freunden, meiner Familie und meinem Kater. Der umarmt mich nicht tatsächlich, aber er schläft jede Nacht bei mir und kuschelt gern und das ist auch ein Trost.
      Mein Papa ist nicht so gut darin, Gefühle zu zeigen. Er leidet sehr. Und ich leide, weil er leidet. Ich mache mir Sorgen. Ich versuche mit ihm zu reden. Stück für Stück. Manchmal läuft es ganz gut, dann zieht er sich wieder zurück. Er ist gern allein. Er sagt, er kommt besser mit der Trauer zurecht, wenn er allein ist und das muss ich auch akzeptieren. Aber ein Auge habe ich natürlich trotzdem auf ihn. Ich brauche ihn schließlich. Er ist mein Papa. Er sagt mir immer, dass ich mein Leben leben muss und dass ich nicht auf ihn Rücksicht nehmen soll. Aber wie soll denn das gehen? Ich kann und werde ihn doch nicht einfach links liegen lassen. Ich verstehe schon was er meint, denn ich glaube, er hat ein wenig Angst, dass ich mich zu sehr an ihn klammere. Aber nichtsdestotrotz mag ich ihn einfach nicht allein lassen. Es ist irgendwie schwierig. Mein Vater igelt sich auch nicht komplett ein. Er geht mittlerweile - wie ich - wieder zur Arbeit. Ich glaube er möchte diese Woche das erste Mal wieder seinem Hobby - der Musik - nachgehen und zum Üben fahren. Ich glaube, dass ihm das gut tun wird. Aber ich kann nur annähernd nachempfinden, wie es ihm wirklich geht. Meine Eltern hätten im nächsten Jahr ihren 40. Hochzeitstag gehabt. Sie kannten sich schon über 40 Jahre. Das ist eine lange Zeit und mein Papa hat seine Weggefährtin verloren. Nun ist er allein im großen Haus. Ich bin froh, dass unser Charly noch da ist. Der Hund meiner Eltern. Er hilft ihm ungemein, da bin ich sicher.

      Liebe Angie: Ja, meine Mama und ich, wir hatten ein ganz tolles Verhältnis. Natürlich gab es auch Momente, da waren wir uns nicht einig, aber das gehört ja auch dazu. Doch im Grunde waren wir ein Herz und eine Seele und wir hatten häufig Kontakt und auch gern. Deswegen schmerzt es vielleicht im Moment noch viel mehr. Ich hoffe einfach, dass sich das irgendwann wandeln wird. So wie ihr schreibt.

      Auch dir lieben Dank, Astrid. Ich weiß nicht, was habe ich getan, damit es mir besser ging? Raus in die Natur gehen. Das mache ich auch jetzt. Doch es hilft nur bedingt. Leider.
      Lesen. Lesen ist meine große Leidenschaft. Ich liebe Bücher und ich liebe es, in Geschichten einzutauchen, aber das geht gerade nicht. Ich habe es versucht, aber meine Gedanken schweifen einfach ab. Hinzu kommt, dass meine Mama mir sehr oft Bücher geschenkt und geliehen hat. Ich glaube 50 % meiner Bücher sind von meiner Mama und es schmerzt, sie in den Händen zu halten. Auch hier hoffe ich einfach, dass sich das irgendwann wandeln wird.

      Liebe Vienchen, ich verstehe so gut, wie du dich fühlst. Es ist einfach nur schrecklich. Man weiß einfach nicht weiter. Aber es hilft hier zu schreiben.

      Liebe Malena,

      deine Worte, sie geben mir unendlich viel. Ich kann das nicht beschreiben. Auch die Worte von allen hier sind hilfreich, aber ich fühle mich mit dir irgendwie verbunden (ich hoffe, ich trete dir damit nicht zu nahe). Auch dir mein herzliches Beileid. Es ist schwer. So unglaublich schwer. Am Samstag hatte ich einen Tag, an dem ich nur geweint habe. Geweint, geschrien, getobt, ich war so verzweifelt, dass ich eigentlich nicht wusste, wohin mit mir. Gestern ging es dann. Es ist, als würde ein riesiger Felsbrocken auf meiner Brust liegen und mich erdrücken. Ich wache morgens auf und frage mich, warum ich so fühle und dann überfällt es mich. Jeden Tag aufs Neue. Ich wünsche mir, ein bisschen mehr zu sein wie meine Mama. Sie war so unglaublich stark und sie hat sich nie hängen lassen. Sie war ein sehr familiärer Mensch. Eine Freundin von ihr sagte vor Kurzem zu mir, ich war ihr Augenstern. Ihr ein und alles. Das tröstet mich und stimmt mich zugleich traurig, weil sie mir einfach so sehr fehlt.

      Im September hatten wir einen tollen Tag zusammen und sie machte mir ein riesengroßes und auch teures Geschenk. Ich war ganz sprachlos. Ich habe mich tausend Mal bedankt und war ganz fassungslos, weil weder mein Geburtstag war und auch für Weihnachten war es noch zu früh. Sie meinte, sie möchte mir gerne ein Geschenk machen...wer weiß, wie lange sie das noch kann. Sie hat sich gefreut, dass ich mich so gefreut hat. Vielleicht war das mein GEschenk an sie? Ich weiß es nicht.
      Damals erschreckte mich dieser Satz zutiefst... Dieses "wer weiß..." Ich dachte immer, wir hätten noch so viel Zeit. Dass sie knapp 3 Monate später nicht mehr da ist, ist für mich fast immer noch nicht greifbar.
      Ob sie es irgendwie geahnt hat? Eigentlich nicht, denn sie wusste ja nicht, wie krank sie ist. Zumal damals war sie ja auch noch gar nicht krank.

      Meine Mama war immer sehr fürsorglich. Obwohl ich bereits 31 Jahre alt bin, hat sie sich immer sehr um mich gekümmert. Mich mit Dingen versorgt, an mich gedacht, mir mal eine Kleinigkeit vom Einkaufen mitgebracht. Mir geschrieben, mich angerufen. Immer gefragt, ob es mir gut geht. All diese Fürsorge fehlt mir sehr. Es geht nicht mal um die Dinge, sondern diese Geste. Wir hatten beide eine Vorliebe für Blumen. Ich versuche diese Tradition fortzuführen. Meine Mama hat sich in jeder Woche frische Blumen ins Haus geholt. Kein riesiger Blumenstrauß, manchmal nur drei oder vier Rosen. Einfach, damit sie es schön hatte.

      Meine Arbeit kann mich leider nicht so sehr ablenken. Mein Chef ist nicht sehr verständnisvoll. Er ist ein Gefühlstrampel, wenn ich es mal so ausdrücken darf, aber das schaffe ich. Ich konnte auch vorher damit leben.

      Ich habe indirekt mit meiner Mama zusammengearbeitet. Das macht es so schwer, hier zu sein. Sie hat beim Amtsgericht gearbeitet und ich arbeite beim Notar. Wir hatten beruflich öfter miteinander zu tun und nun kann ich auch hier ihre Spuren sehen und fühlen und sie machen mich so unendlich traurig. Ich musste bislang noch nicht beim Gericht anrufen, aber der Tag wird kommen und ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Irgendwie wird es wohl gehen.
      Ich habe mir ein ganz hübsches Büchlein zum reinschreiben bestellt. Ich werde meiner Mama schreiben, ich kann mir vorstellen, dass das hilft.
      Ich lasse das auf mich zukommen.

      Mamas beste Freundin hat mir am Freitag gesagt, ich muss nun Mamas Körper gehen lassen, um ihrer Seele immer und überall wieder begegnen zu können. Das klingt tröstlich. Ich hoffe, ich begegne ihr häufig. Ich frage mich, ob sie mir vielleicht kleine Zeichen sendet oder ob ich Zuviel hineininterpretiere. Aber es gibt so gewisse Dinge, da denke ich mir, das hat meine Mama mir geschickt. Ich hoffe, dass es so ist.

      Entschuldigt, falls das hier alles ein bisschen wirr ist. Ich bin so schlecht im Dinge ordnen.
      Ich danke Euch sehr für Eure Worte, Euren Zuspruch, Eure Umarmungen und Eure Hilfe. Es tut wirklich sehr gut. <3

      Malena (auch ein sehr schöner Name <3) Du hast übrigens Recht, ganz kurz war ein schwarzer Kater zu sehen, unser Gustav. Er ist wirklich ein Herzi und mir eine sehr große Hilfe.

      Leider muss ich mich jetzt erstmal wieder an die Arbeit machen.
      Gestern hatte ich übrigens eine Sekunde, eine einzige kleine Sekunde, als ich einen Film sah und dieser ein Happy-End hatte, da schmerzte mein Herz nicht. Da fühlte ich mich ganz normal. Es war nur ein ganz kurzer Moment, aber das gibt mir auch wieder Hoffnung.

      Bis später ihr Lieben :)
      .

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Kiwi85“ ()

      Es freut mich, dass du diesen kurzen Moment des Happy-End als schmerzfrei und normal wahrgenommen hast und daraus Hoffnung schöpfst.

      Das mit den Büchern kann ich verstehen und ich bin mir fast sicher, dass sich das ändern wird und du für und mit deiner Mama gerne wieder lesen wirst und vielleicht auch ihre Bücher wieder lesen wirst.

      Alles Liebe für dich.
      Astrid.
      Danke Astrid, ich hoffe es sehr.

      Jetzt gerade merke ich, wie mein Befinden wieder schlechter wird. Ich weiß nicht, ob ich es heute verdrängt habe, aber irgendwie war der Tag ok. Der dicke Brocken war da, aber nicht erstickend. Jetzt erstickt er mich. Ich muss immer daran denken, was nicht mehr sein wird, dass sie einfach nicht mehr da ist und weine... leider befreit es mich gerade nicht.

      Und dann habe ich ganz schreckliche Gedanken, warum habe ich es nicht bemerkt, mit dem Abzess. Wieso habe ich sie nicht überredet früher zum Arzt zu gehen. War ich eine gute Tochter oder habe ich ihr zu wenig zurückgegeben? Denn meine Mama hat mir so viel gegeben. Dann hätte ich plötzlich den Gedanken, dass das alles nur passiert ist, weil ich kurz vor Weihnachten das Armband, das ich mal von meiner Mama bekommen habe, abgenommen habe. Und dann hätte ich einfach vergessen es wieder anzulegen. Wie konnte das nur passieren.
      Mein Freund versucht mich zu beruhigen, aber so ganz will dieser Gedanke nicht gehen.
      Ich trage es immer, nur nicht während dieser Zeit...
      Es ist zum verzweifeln.

      Sie fehlt mir so...
      Liebe Kiwi,
      nein, du verdrängst nichts. Freu dich an den Verschnaufpausen. Trauer ist anstrengend und sie schenkt immer mal wieder eine Ruhepause. Nimm sie um dich zu erholen.

      Diese Gedanken zum Armband sind ganz normal. Es sind diese Zusammenhänge. Wichtig ist nur, dass du dir bewusst machst, dass das fehlende Armband NICHT am Tod schuld ist, sondern dass dir das fehlende Armband aufgefallen ist, WEIL deine Mama starb. Wäre sie nicht gestorben und du hättest das Armband einige Wochen später wieder angezogen, wäre es einfach so gewesen. Weil deine Mama gerade in der Zeit starb, als du das Armband nicht getragen hast, ist das bedeutend. Und doch trägst du nicht Schuld nicht am Tod deiner Mama und auch der Zeitpunkt lässt sich so nicht bestimmen.

      Die Frage nach der Schuld stellt sich in der Trauer immer. Auch wenn es keine Schuld gibt - so wie bei dir.

      Ich wünsche dir eine erholsame Nacht und einen erträglichen Abend.
      Lg. Astrid.

      Neu

      Liebe Astrid, es ist schön, dass du mir antwortest. Man hat so viele Gedanken und Fragen. Alles ist anders. Man fragt sich, ob man noch normal ist oder ob man sich schon Sorgen machen sollte.

      Diese Schuldfrage ist schrecklich. Man geht alles noch einmal durch. Alles was negativ war oder wo man sich negativ verhalten hat. Manchmal frage ich mich dann, ob ich damit bestraft werden sollte, aber dann frage ich mich, warum dann der Rest meiner Familie mitbestraft wurde. Gerade mein Opa (der Vater meiner Mama) leidet so unglaublich stark.

      ​Es fällt mir schwer, mich zu erholen. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal eine Sekunde nicht an Mama denke.
      ​Für mich ist diese Vorstellung, dass ich sie nie wieder sehen werde, dass ich nicht mehr mit ihr sprechen kann, sie nicht mehr umarmen kann, so unwirklich. So, als sollte ich mir die Unendlichkeit des Universums vorstellen, das fällt mir auch unglaublich schwer.

      ​Ich lese viel im Internet zum Thema Tod. Vorher hat mich das Thema nie so sehr belastet. Als vor zwei Jahren meine Oma starb, war ich traurig, ja. Sie fehlt mir auch noch heute. Aber sie hatte ein gesegnetes Alter und das gibt mir Trost. Bei meiner Mama ist das so anders. Sie hätte noch so viel erleben sollen. Wir hätten noch so viel zusammen erleben können. Wen soll ich denn jetzt nur fragen, wenn ich Hilfe brauche? Oder Ratschläge? Gerade was die Liebe angeht oder vielleicht irgendwann die Schwangerschaft oder Kinder? Die Meinung meiner Mama ist mir so unglaublich wichtig. Wie soll das nur gehen?

      Ihr merkt schon, heute ist kein guter Tag. Heute wird mir keine Erholung gegönnt sein.

      ​Ich fühle mich auch sehr unter Druck gesetzt. An meinem Arbeitsplatz verlangt eigentlich jeder, dass ich jetzt mal aufhören solle. Es gut sein lassen. Aber es ist doch nichts gut. Ich verstehe das einfach nicht. Wie können sie denn erwarten, dass ich wieder zu 100 % funktioniere? Denn das geht einfach nicht. Es fällt mir sehr schwer. Ich ertrage es kaum. Zumal meine Mama und ich ja auch ab und an zusammengearbeitet haben. Also sie bei einer Behörde und ich halt im Büro. Mir graut es richtig vor dem Tag, an dem ihr Nachfolger hier anrufen wird und ich diese Nummer im Display sehe. Ich hoffe, ich bin dann nicht mehr an diesem Arbeitsplatz. Ich möchte gern wechseln. Schon länger. Aber es ist nicht so leicht, etwas passendes zu finden.

      ​Viele versuchen auch zu helfen, aber es kann niemand helfen. Es ist verrückt. Und ich fühle mich einsam, total allein gelassen, obwohl ich weiß, dass das nicht stimmt. Ich bin nicht allein. Und doch fühlt es sich so an.

      ​Ich würde mir so wünschen, dass sie mir auch im Alltag mal begegnet. Vielleicht durch ein kleines Zeichen. Ich würde mir so wünschen, sie eines Tages wiederzusehen. Die Vorstellung ist schön, aber noch nicht tröstend. Vielleicht wird sie es ja irgendwann sein.

      ​Liebe Grüße
      Nadine

      Neu

      Liebe Nadine

      ​bwohw ich bin wütend - nein, diese Wut hat nichts mit dir zu tun sondern mit diesem Unglaublichen Umgang mit Trauernden. Was soll das? Ich liebe einen Menschen seit Anbeginn meines Lebens und dann stirbt dieser Mensch, dem ich verdanke hier auf der Welt zu sein und dann soll ich nach wenigen Tagen, Wochen wieder funktionieren - entschuldige hier verlässt mich meine Professionalität und meine Wertschätzung!

      So Dampf abgelassen. Tut mir leid, ich hoffe dich nicht getroffen zu haben mit meinem Ausbruch. Der gehört an deinen Arbeitsort - weit weg von deinem Schreibtisch - und schieß ihn ruhig weiter (Darfst mich gerne zitieren ;)

      Bei uns steht manchmal über einer Todesanzeige: Es war die Mutter, was braucht es der Worte mehr?
      Und ich denke, wenn die Beziehung stimmt ist es immer schlimm, wenn die Mama stirbt, besonders wenn die eigene Familie noch nicht gegründet ist. Die Schwangerschaft und die Geburt, die Zeit mit den Kindern - all das besprechen viele Frauen gerne mit ihren Mamas. Und jetzt fehlt sie und es wird keinen Ersatz geben. Vielleicht kannst du dann eine andere Frau fragen, dich mit ihr austauschen und deine Mama in deiner Erinnerung dabei sein lassen. Vielleicht kannst du sie dann in Gedanken fragen, was sie dazu meint. Manchmal gibt es auch eine Antwort (schon alleine weil du deine Mama so gut kennst und sicher in vielen Situationen intuitiv weißt, was sie dir geraten hätte) Diese Zwiesprache darf ruhig auch heute schon sein und die kann sehr wohl tun.

      Und was die Vielen angeht, die helfen wollen und es doch nicht können. Das ist nicht verrückt, sondern dein Leben ist verRÜCKT worden durch den Tod deiner Mama. Und so sind es auch die Umstände. Manche sagen es könne ihnen niemand recht machen. Wenn sie gefragt werden, ist es nicht richtig, wenn sie nicht gefragt werden ist es nicht richtig, wenn....
      Es ist nie richtig, dass ein geliebter Mensch stirbt. Es ist nicht richtig - und doch kann es etwas geben, dass dir wohl tun darf. Kannst du dich bei einem Menschen fallen lassen? Weinen, schweigen, schreien, lachen, toben, umarmen, ...?
      Das wünsche ich dir. Ein oder Zwei Menschen, bei denen du SO sein darfst, wie du jetzt gerade BIST.
      Alles Liebe und einen erträglichen Abend mit - einer Kuscheldecke und warmer Schokolade? Oder was magst du sonst gerne?

      Lg. Astrid