Ich versuche auch mich zu öffnen

  • Ich lese nun schon seit Tagen immer wieder einmal. Es wird hier sehr gefühlvoll miteinander umgegangen, ich hoffe auch ich finde ein offenes Ohr und kann mich öffnen.


    Am 13. Februar ist mein geliebter Ehemann gestorben. Es ging alles so schnell. Im Winter war er zwar nach einer Grippeimpfung plötzlich ziemlich schwer krank, er hatte hohes Fieber, fühlte sich elend, nahm ab, hatte extremen Nachtschweiß. Unser Hausarzt hatte Angst es könnte eine schlimmere Erkrankung sein und veranlasste so viele Untersuchungen wie nur möglich. Es wurde nichts gefunden und alle Werte waren bestens. Es ging dann nach dem Jahreswechsel auch zusehends besser. Er nahm wieder zu, fühlte sich kräftiger.
    So gut, dass wir anlässlich unseres 25. Hochzeitstages dann vom 4. bis zum 11. Februar noch einen wunderschönen gemeinsamen Urlaub auf Lanzarote verbrachten. Nur ab und zu hatte er Kopfschmerzen, wir führten es auf die Halswirbelsäule zurück, wegen dem Autofahren. Vom 11. auf 12. kamen wir dann mit dem Flugzeug nach Hause. Beim Flug ging es ihm sehr, sehr schlecht. Anfallsartig hatte er arge Kopfschmerzen.


    Um drei Uhr früh waren wir endlich zu Hause. Wir gingen schlafen und am nächsten Vormittag waren wir noch gemeinsam mit den Hunden spazieren. Doch bis zu Mittag hin verschlechterte sich sein Zustand so, dass ich ihn ins Krankenhaus brachte. Gegen Abend hatten wir eine Diagnose : Kopftumor. Nur kurz konnten wir miteinander reden, er erzählte mir nur von Sparbüchern und was alles zu tun sei. Ich dachte: " Was redet der Mann?" Während ich die Formalitäten erledigte für die Aufnahme, gab man ihm starke Schmerzmittel und ich fand ihn nur mehr schlafend vor. Kein Abschied mehr! Am nächsten Tag waren vormittags Untersuchungen, also kam ich erst am Nachmittag zur ärztlichen Auskunft (mit mir waren unsere beiden Töchter). Die neuen Ergebnisse waren noch nicht da. Der Arzt meinte jedoch es sähe ganz gut aus, die Lage des Tumors sei auf den ersten Blick so gut, dass man sicher operieren könne, es könne gutartig sein.....


    Da Gerhard wieder nur schlief und von den schweren Mitteln betäubt war, blieben wir eigentlich nicht so lange bei ihm. Wir fuhren nach Hause und versuchten optimistisch zu sein. Leider kam gegen 17 Uhr der Anruf aus dem Krankenhaus, dass sich sein Zustand so rapide verschlechtern würde und die Ergebnisse nun vorlagen. Er hatte den bösartigsten Hirntumor, der sich schon sehr ausgebreitet hatte. Wir sollen bitte kommen. Ich fragten noch: "Sie meinen wir sollen Abschied nehmen?" Der Arzt meinte, so könne man sagen. Zum Glück war meine Freundin in der Nähe. Sie und ihr Mann brachten meine Tochter und mich sofort zum Krankenhaus. Die andere Tochter war mit den Hunden unterwegs, sie wurde jedoch bald gefunden und von den "Schwiegersöhnen" (sind alle noch jung und nicht verheiratet), ins Krankenhaus gebracht. Auch meine Schwester kam. Wir saßen noch bis 19.40 beim Bett, dann verließ er uns.


    So schlimm es war, er musste nicht leiden, hatte keine Schmerzen und wir konnten ihn bis zuletzt streicheln, küssen, ihm sagen, dass wir ihn lieben. So schwer es war, ich sagte ihm auch, dass er ruhig gehen kann, wir schaffen es. Ich wollte einfach nicht, dass er sich schwer tut beim Sterben!
    Und nun bin ich im Trauerland gefangen. Ich mache das durch, was alle hier kennen. Ich habe auch schon Erfahrung darin, habe mit 25 Jahren meinen Papa durch Suizid verloren, meine Schwester sah ich nach langem Leiden an Krebs versterben (im 42. Lebensjahr). Doch da konnte mich immer Gerhard begleiten. Er hat mich gestützt, mir zugehört und mich aufgefangen. Er fehlt mir so sehr!
    Hedi

  • liebe Hedi, <3


    von meiner Seite ....
    fühle dich hier GEBORGEN ...auf-ge-hoben
    liebevollst verstanden....


    und ja, schreibe , schreibe schreibe....
    es hat hier allen geholfen...wirklich allen


    Ja, ich kann völlig nachvollziehen, das du "erleichtert" bist, das es so "schnell" ging... Nach einer g ewissen Zeit wirst du empfinden, das dies eine GNADE war... aber ja, das dauert...


    Fühle dich umarmt und verstanden,,,bis in die Tiefe meiner Seele
    deine Claudia Amitola


    die auch ihren Seelenmann an diesem Hirntumor verabschiedet hat müssen
    aber nach fast 4 Jahren damit in innerer und äusserer Harmonie lebt
    wirklich....
    fühle dich GEBORGEN

  • Liebe Hedi ,


    Ein gefühlvolles willkommen hier auch von mir , ja du wirst hier aufgefangen und verstanden, schreibe , schreibe, schreibe lass deinem schmerz und deiner Trauer Raum.
    Wie schrecklich alles so plötzlich, aber ein Riesen Kompliment an dich das du deinem geliebten mann das gehen so sehr erleichtert hast und die kraft aufgebracht hast es ihm zu ermöglichen , ich weiß wie schwer es ist einem geliebten Menschen zu sagen du kannst gehen , es ist die schwerste Situation die man im irdischen leben erleben kann . Auch ich war bis zur letzten Minute bei meinem mann und habe ihm gesagt lass los du kannst gehen es ist verdammt schmerzlich , mein geliebter mann ist am 13.03. 2017 6 Monate nicht mehr auf dieser Ebene und es schmerzt wie am ersten tag . Aber ich weiß wie leidvoll und schmerzlich es ist jemanden das gehen leicht zu machen obwohl es der größte schmerz ist den man nicht in Worte fassen kann da wir ja zurück bleiben . Du wirst hier verstanden und jeder ist hier für dich da egal wann .
    Tröstende vorstehende grüße
    Petra

  • Danke Claudia, danke Petra!
    Ich hoffe auch sehr, dass ich hier im Forum meine Gedanken ordnen kann, mitfühlende Menschen, die wissen wovon man redet finde. Mit Freunden ist es oft so schwer. Ich habe eine beste Freundin, die mich nach drei Wochen fragte, ob es schon leichter wird. Da merkt man, dass man nicht verstanden wird. Wie sollte sie es auch annähernd verstehen, wenn sie so etwas nicht kennt. Ich bin ihr nicht böse. Aber ich weiß, dass ich noch ganz, ganz lange brauchen werde.
    Hoffnung gibt mir der Satz von Claudia: nach einigen Jahren wieder in innerer und äußerer Harmonie zu leben, das ist auch mein Wunsch!
    Liebe Petra, auch du hast deinen Mann in den letzten Minuten begleitet, du verstehst mich sicher, wenn ich jetzt sage, eigentlich war es ein schöner Abschied. Es war und ist das schmerzlichste in meinem bisherigen Leben. Aber trotzdem war so eine friedvolle Stimmung mit so viel Liebe um uns. Ich bin stolz auf uns alle, die wir dabei waren, dass wir das so bewältigt haben. Es war voller Harmonie. Ich habe jetzt eigentlich keine Angst mehr vor dem Tod. (Eigentlich im Moment mehr vor dem Leben) Das soll aber nicht heißen, das ich nicht leben möchte. Ich muss es nur neu lernen!
    Hedi

  • Liebe heidi , ich kenne das auch leider das deine Freunde dir helfen wollen aber sie verstehen es einfach nicht , meine neue Mandarin hatte das selbe , das ihr Mann verstarb , und wir stellten uns das vor wie es sein könnte , aber es ist 1000 mal schlimmer Ich fühle mich hier bei euch auch sehr gut aufgehoben und bin froh das ich diese Seite gefunden habe , ich wünsche dir auch ganz viel Kraft , und eine Umarmung, es wird sicher lange brauchen das wir über das hinwegkommen! Die Zeit heilt leider keine Wunden aber man lernt damit umzugehen !

  • Liebe Hedi ,
    Ja es kann niemand verstehen der das nicht erlebt hat , und es ist richtig niemand deswegen böse zu sein. Ja man muss neu leben lernen und das ist schwer und wird ein langer Weg und auch mit den wunden zu leben wie Mario gesagt hat . Das wichtigste für dich liebe Hedi ist jetzt für dich zu überleben , und das wirst du auch schaffen . Ja das was Claudia gesagt hat ist sehr schön und unser aller bestreuen aber es wird dauern. Ich bin auch froh bis zur letzten Minute bei meinem Jo gewesen zu sein auch wenn es sehr schmerzlich war so haben wir unseren Männern das gehen erleichtert. Ich wünsche dir einen erträglichen Sonntag.
    Vorstehende und mitfühlend grüße
    Petra

  • Liebe Hedi,


    ja, ich kenne diese Fragen, ob es einem schon wieder besser geht oder ob es schon leichter wird. Ich denke bei den meisten, die das nicht selbst erlebt haben ist das einfach Hilflosigkeit, weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen und sich ja auch wünschen, dass es einem wieder besser geht. Sie können sich nicht vorstellen, wie es ist, wenn für einen die ganze Welt zusammenbricht und das Leben einfach so weiter geht, als sei nichts geschehen. Man braucht einfach eine sehr lange Zeit sich an eine Welt ohne den geliebten Menschen und an das eigene neue Ich zu gewöhnen. Ich glaube aber, dass unsere Liebsten nicht wirklich gehen, sie bleiben bei uns in unseren Herzen und das gibt uns die Kraft zum überleben und irgendwann, wenn auch viel später auch zum Leben.


    Liebe und verstehende Grüße
    Andrea

  • liebe Hedi, <3


    schön, das dir so viele "Ersttrauernde" geantwortet haben. Meinem Gefühl nach gibt es dadurch mit der Zeit die Geborgenheit die man eigentlich braucht für das ICH-LEBEN...
    Ein "Teil" l meiner Gefühle und auch der "Tatsachen" steht in meinem Thread ....
    Was ich mir wünsche in meiner Trauer"...
    Dieser ist ganz Burkard, meinem Seelenmann gewidmet...
    in immerwährender Liebe und Harmonie <3


    Mein/unser "Zweitleben", das Katarina und ich jetzt leben ist ... wird immer im Thread Neues Sein-Leben.... stehen...
    Wir haben es bewusst unter Trauer um einen Partner eingestellt, weil wir
    und das möchte ich euch allen ans Herz legen....
    in HARMONIE , völlig MIT UNS, eine LEBEN MIT unseren Vorausgegangenen führen...


    Lächel... keinesfalls "muss" man sich verlieben, sondern einfach nur das HERZGEFUEHL zu dem geliebten Menschen, der vorausgegangen ist, in sein LEBEN MIT anderen Menschen . für sich stimmig und emphatisch empfinden....


    Ja, die Trauer bleibt....
    aber.... wirklich ...sie wandelt sich SEHR im Laufe der Zeit.....
    Noch einmal betonend, es hat nichts mit einer "neuen Liebe " zu tun.....
    Wichtig ist, das man sich der Trauer in ALLEN FACETTEN stellt ......dann entwickelt man eine mitfühlende Stärke... Da bist du, liebe Hedi, mit Petra, Andrea u nd Mario auf einem sehr schönen Weg...Das ist mein Gefühl....


    Gerne begleite ich euch immer wieder einmal.... aber nicht mehr sooo häufig....


    Ich habe hier sehr schöne, tiefe Bindungen zu manchen lieben Menschen real, die auch mich und Katarina in diesem Sommer in Schweden besuchen.... Solche Verbindungen mit sehr VIEL HERZ können durchaus hier auch entstehen....


    Noch einmal ... eine Bitte und vielleicht für dich ein Segen.... schreibe , schreibe ...schreibe .
    Besondere Tage bleiben auch immer besondere Tage... Am 23.03.2013 ist mein Burkard gegangen....in unserem Zuhause... weil wir das konnten.....


    Von Herzen wünsche ich dir gekonnte , artistische ... die Balance haltend.... auf dem Drahtseil deiner GEFUEHLE........ Das ist dein JETZIGES Empfinden... und das ist auch völlig nachzuvollziehen....
    lächel.....
    Gespannt für DICH bin ich, wenn ein anderes bild erscheint, weil ein Wandel stattgefunden hat.... Vielleicht ein Bild, wo du festen Boden unter den Füssen hast und DEIN Blick in eine friedvolle Landschaft schweift....


    völlig dich verstehend... wie alle hier.... in der GRUND-STIMMUNG...
    weil jede Trauer, jedes Leben individuell ist....
    Alles Liebe dir
    wünscht dir deine Claudia Amitola

  • Liebe Hedi,
    herzlich willkommen hier bei uns! Es ist schrecklich und schön zugleich, wie du den Abschied bechreibst, ich kann das gut nachvollziehen. Jemandem zu sagen wie sehr man ihn liebt ist etwas Schönes, gleichzeitig aber zu sagen, dass er sterben darf, obwohl man selbst noch gar nicht richig realisieren kann, was gerade geschieht, ist ein harter Brocken. Hut ab für deinen Realitätsinn mitten im Schock, mitten in einer Situation, die dir wie ein schlechter Film vorgekommen sein muss .... (so denke ich jetzt mal).
    Für die meisten ist es ein langer Weg, das hast du gut erkannt. Schreib, wann immer dir danach ist, denn am Anfang ist das Forum vor allem wichtig als Ausdrucksmittel, aber auch, um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen: Denn Schreiben hilft auch, Struktur im Chaos zu finden und es gibt uns ein wenig Boden unter den Füßen zurück, der uns durch einen so plötzlichen Todesfall einfach weggerissen wurde.
    Alles Liebe und viel Kraft!
    Christine

  • Wieder ein Tag geschafft! Danke an alle die mir antworteten und mir zuhören, das bedeutet mir sehr viel.
    Ich hoffe, ich kann es wieder einmal als weniger anstrengend empfinden zu leben. Schon alleine, dass ich jeden Abend denke, ein Tag "geschafft" ist doch ein Wahnsinn!
    Aber es ist ja wirklich so, ich bin noch auf einem so wackeligen Seil unterwegs!
    Trotzdem, ich will heute die guten Sachen suchen:
    Zwei lange Hundespaziergänge auf denen mich eine meiner Töchter begleitete, Gartenarbeit und jetzt noch ein Entspannungsbad. Es geht ja, doch einige schöne Momente!
    Und jetzt warte ich aufs Schlafengehen. Im Bett fühle ich mich nach wie vor geborgen. Ich habe mein "Schnüffelshirt" das noch nach meinem Mann riecht, ich schreibe ihm einen Brief vom Tag und dann hoffe ich auf einigermaßen erholsame Schlafphasen, in denen ich nicht denken muss. Nur fühlen! Ich träume eigentlich nicht schlecht, mein Mann besucht mich hin und wieder. Nur vor dem Aufwachen fürchte ich mich dann. Denn dann geht es wieder auf mein Seil.
    Gute Nacht an alle, schlaft gut!

  • liebe Hedi, <3
    manchmal bin ich auch für meine Inkonsequenz der vorhandenen Absichten hier bekannt" ... Nicht so viel schreiben wollen.,.,.,


    Du machst und fühlst so vieles richtig....

    Das wird dir helfen immer wieder auf den Boden... nicht der Tatsachen...sondern mehr und mehr den Boden der friedvollen Gefühle einzutauschen gegen das doch doch sehr anstrengende balancieren auf dem Seil ....


    Ich wünsche dir eine sanfte Nacht mit der träumenden Verbindung zu deinem Mann...

  • Danke für die schönen Bilder, da konnten wenigstens ein paar Tränen fließen! Damit habe ich nämlich oft meine Probleme, ich bin oft so erstarrt in meiner Trauer.


    Ich habe auch so Angst, dass mir Gerhard immer mehr entrückt. Anfangs hatte ich noch so eine gute Verbindung zu ihm, fühlte, dass er da ist und mich begleitet. Jetzt ist das nur ein Herbeisehnen dieser Gefühle und ich spüre ihn immer weniger. Ich bewundere Petra, die das immer so schön beschreibt, dieses Gefühl für ihren Mann. Ich bin so verloren im Moment.


    Die Morgenstunden waren immer so unseres. Beide Frühaufsteher, ging ich gleich immer mit den Hunden raus. Wenn ich wieder kam, hatte mir Gerhard schon Tee gemacht, einen Obstteller liebevoll für mich aufgeschnitten. Ohne viel Worte saßen wir dann da und waren mit der Welt zufrieden.
    Jetzt komm ich mit den Hunden wieder rein, mache mir alleine meinen Tee, mein Obst. Ich vermisse ihn so sehr und auch die Nacht war leider eine schlaflose, mit trüben Gedanken. Vor allem die gedankliche Entfernung macht mir so Sorge. Ich will ihn besser spüren. Ich bin aber so in meiner Trauer gefangen, dass ich das Gefühl habe, ich spüre nur mich und meine Trauer. Und das fühlt sich gar nicht gut an. Manchmal denke ich, es wäre besser, wenn man sich nicht so " in sich selbst hineinsteigert".


    Der Tag liegt wie eine Hürde vor mir. Dabei habe ich jetzt endlich wieder weniger zu tun. Die meisten Dinge sind so weit geordnet, es läuft ganz gut. Dazu muss ich sagen, dass mein Mann ein Geschäft führte, er war selbstständiger Kaufmann. Ich habe ja eigentlich meinen eigenen Beruf (Sonderschullehrerin), den ich sehr mag. Nun muss ich mich auch noch um das Geschäft kümmern, wir haben zwei Angestellte, die kann ich ja nicht von heute auf morgen auf die Straße setzen. Ich führe das Geschäft jetzt also erst einmal weiter und stoße es erst ab, wenn der Lehrling fertig ist. Es ist so eine Hürde, ich will alles richtig machen und habe aber fast keine Kraft. Rennereien von Wirtschaftskammer zu Finanzamt, zu Sozialversicherung.......... Dinge die ich eigentlich hasse und nie gemacht habe!


    So, genug geklagt, ich beginne jetzt einfach meinen Tag und werde schon sehen, was er bringt.
    Für alle viel Kraft, wo immer sie herkommen mag, denn von mir ist nur mehr wenig übrig, die ist fast aufgebraucht!

  • Guten Morgen liebe Hedi ,
    Erst einmal Kompliment wie du die Sachen im griff hast , auch wenn es dir selbst garniert so vorkommt, das du an eure Angestellten denkst und an euren Lehrling. Dein Mann ist stolz auf dich, du wirst es schaffen und was ganz wichtig ist du hast deine Tochter. Dein Mann entrückt dir nicht es kommt dir nur so vor da du soviel Dinge zu erledigen hast und dadurch auch viele wichtige Sachen im Kopf. Dein Mann ist immer bei dir und oft auch in deinen träumen. Ich finde es super das du dir deinen obstteller machst nach den du mit den Hunden warst , mach dein Frühstück doch zu deinem Ritual eine halbe Stunde oder Stunde nur für dich und deinen Mann in der zeit besprichst du dann gedanklich die Aufgaben des vor dir liegendes Tages und du wirst sehen du bekommst dann auch die Ratschläge und unterstüzt g von seiner Seite die du brauchst . Und übrigens du steigert dich in garniert hinein, das es einen zuviel wird weil man alles alleine machen muss ist völlig normal und das du man denkt so wieder ein Tag geschafft ebenfalls . Lass uns darauf hoffen , daß wir eines Tages wenn wir aufwachen denken wie schön ein neuer Tag beginnt, aber das wird noch dauern , wir müssen Geduld haben . Weißt du ich bin mit meinem Mann so stark verbunden weil ich doch im familiär niemand habe auf den ich bauen kann und dadurch besucht er mich immer nachts , auch wenn das Aufwachen für mich sehr schmerzlich ist . Wir hatten beide keine Familie mehr dadurch hat man eine sehr starke und tiefe Bindung zueinander , denn auf meinen einzigen Sohn kann ich im Moment leider auch nicht bauen . Ich wünsche dir einen erträglichen Tag.
    Mit mitfühlenden und verstehen den grüssen
    PETRA

  • Danke Petra, für deine lieben Worte und deine Unterstützung. Es tut mir leid, dass du keine Familie hast die dich unterstützt. Aber du klingst so stark und eben so stark verbunden mit deinem Mann, da schaffst du es bestimmt, dass wir den Morgen und den Tag wieder irgendwann als Geschenk sehen können. Du hast Recht, wir brauchen Geduld, angeblich beruflich meine Stärke, aber im Moment im privaten nicht.
    Auch dir einen erträglichen Tag! Hedi

  • Liebe Hedi,
    Im privaten darfst du ruhig schwach sein , sei schwach wann es dir danach ist wir müssen privat garnix das berufliche ist leider mit Pflichten verbunden aber ich glaube das ist auch gut so denn dadurch meistern wir den Alltag trotz des Schmerzes etwas einfacher . Liebe Hedi ich klinge stark , aber das kommt von meiner Einstellung zu den Dingen die jenseits der allgemein üblichen Anschauungen und Meinungen ist . Aber deshalb bin ich in vielen Momenten auch von schmerz und Traurigkeit erfüllt und ganz ganz schwach , ich würde mir wünschen das es nicht so ist aber dieser Wunsch lässt sich nicht erfüllen . Mein tag wird heute schwer da es heute 6 Monate her sind wo mein Mann gegangen ist . Ich wünsche uns heute einen erträglichen Tag.
    Mitfühlende und verstehende liebe grüße
    Petra

  • Liebe Hedi,
    ein herzliches Willkommen auch von mir. Es ist schön, dass du als stille Mitleserin den wertschätzenden Umgang hier im Forum als "Mutmacher" gesehen hast, selbst auch zu schreiben.
    Jeder neue Tag ein Drahtseilakt - wackelig, hart, schmerzhaft. Der Drahtseilakt zwischen Beruf - funktionieren müssen, und Privat - sich um sich selber kümmern. Das ist eine extreme Herausforderung.


    Ich hoffe die Kinder oder Jugendlichen im SPZ geben dir viel von Ihrer besonderen Art und zehren in dieser schweren Zeit nicht zusätzlich an deinen Nerven (kann mir vorstellen, dass da beides möglich ist und dass es auch sein könnte, dass das was vorher Freude machte einfach nur schwer und nervig wird - oder dass die angenehme Atmosphäre der Kinder oder Jugendlichen dir Kraft geben -ich hoffe das 2. ist der Fall)


    Dann auch noch tun müssen, das man vorher schon nicht tat oder nicht mochte - wie WKO, Finanzamt,... sich um ein Geschäft kümmern... ich kann dir nur sagen: Pass auf dich auf und achte auf deine Kräfte. Vielleicht kannst du manches delegieren?
    Spazieren, Brief schreiben, Entspannungsbad - schön, dass du für dich sorgst. Das ist ein ganz großes Geschenk, wenn du schon spürst, was dir wohl tut.


    Ich wünsche dir heute, dass du die Sonnenstrahlen spüren und den Frühling wahrnehmen kannst.
    Schön, dass du da bist und mit uns teilst.
    Lg. Astrid

  • Liebe Hedi


    Auch von mir ein herzliches warmes Willkommen. Als Du Dein Avatar-Bild einstelltest dachte ich: Wow, Das ist ein schönes Sinnbild Deiner Gefühle. Nur wer Mut hat und offen ist für die grosse weite Welt geht auf so Seil. Es ist ein Sinnbild der Stärke, des Mutes, der Weitsicht und der Standfestigkeit und der inneren Ausgeglichenheit DURCH die zwei Gegenseiten. Ich empfinde Dich als stark und auch darin stark Deine Gefühle zu spüren.


    Deine Freundin macht sich bestimmt grosse Sorgen um Dich und weiss nicht wie sie Dir helfen soll. Denke deshalb hat sie Dich gefragt: Geht es Dir besser?... Es ist ihre Hoffnung, dass es Dir besser geht......


    Ich wünsche Dir viel Kraft für alles was Du zu bewältigen hast.. auch mit dem Geschäft Deines Mannes und alle Bürokratie. Achte auf Dich und ich sehe, dass Du intuitiv einen guten Weg gehst und wir alle sind immer sehr sehr gerne für Dich da <3



    Fühle Dich verstanden und umarmt


    Katarina

  • Liebe Petra!
    Auch bei mir ist heute ein besonderer Tag, es ist genau ein Monat her, dass mich mein Mann im irdischen Leben verlassen musste.
    Da haben wir wohl was gemeinsam, du bist mir nur schon etwas voraus. Aber ich kann mir denken, es ist trotzdem noch lange nicht ein stabiles Seil, worauf wir da so dahinwackeln! Viel Kraft und gute Gedanken von meiner Seite an dich!


    Liebe Astrid!
    Ich muss gestehen, in die Arbeit gehe ich im Moment noch nicht. Ich gehe an und für sich gerne, ich liebe diese Arbeit. Aber sie ist doch so enorm herausfordernd, dass ich mich noch nicht zurück gewagt habe.
    Ich habe eine sehr verständnisvolle Chefin, die sofort nach oben hin meldete, dass ich mindestens bis Ostern fehlen werde. Ich will ja eigentlich schon nächste oder übernächste Woche, mal sehen ob die Kraft reicht. Ich habe in der Schule mit den jüngsten und geistig schwerstbehinderten Kindern zu tun. Die sind nicht recht empathisch. Mein autistisches Kind kann gleich mal körperliche Attacken starten, wenn ihm etwas nicht passt. Ich fühle mich vom Schicksal genug geprügelt, daher gönne ich mir noch die Auszeit.
    Ja, es stimmt, es ist gut wenn man sich so spürt, ich kann gut einschätzen was geht und was nicht. Aber manchmal würde ich mich lieber weniger spüren zur Zeit!


    Liebe Monika!
    Ja, die Tiere sind wirklich eine Unterstützung, man glaubt das kaum. Man kann auch von ihnen lernen. Meine zwei Boston Terrier haben eine Zeit getrauert, jetzt sind sie ganz im hier. Sie denken weder an gestern (was natürlich für uns gar nicht vorstellbar ist) und sie denken nicht an morgen. Wenn es jetzt schön ist, ist es schön für sie. Ich glaube ein bisschen was könnten wir Menschen uns da abschauen.


    Liebe Katarina!
    Ja, ich fand das Bild sehr passend, da ich es schon vorher in Worten ausgedrückt, zu meiner Freundin sagte: Ich habe die Bodenhaftung verloren, es kommt mir vor ich muss auf einem wackligen Seil weiter. Schön, dass du mir wieder einen neuen Zugang gelegt hast. Ich habe es noch gar nicht als mutig und stark empfunden. Ich meinte mehr, es ist mir eigentlich zu wackelig, ich habe nicht genug Gleichgewichtsgefühl, mein Körper ist für so ein dünnes Seil nicht der richtige, ich hasse extreme Herausforderungen....... Hui, mir fällt viel Negatives dazu ein. Aber danke für deine viel positivere Sicht auf mein Seil.



    So und jetzt geh ich in den Garten und pflanze erste Frühlingsblumen und rede dabei mit meinem Mann.
    Lieben Dank an euch alle!

  • Liebe Hedi,
    Ja es ist gut ausgedrückt das wir dahin wackeln . Aber der glaube an ein wiedersehen macht es leichter. Ja da hast du recht der 13 ist ein magisches Datum ich bin an einem 13 geboren war bis dato meine Glückszahl sorry kann ich nicht mehr unterschreiben. Ich muss katarina recht geben du bist stark genau wie ich und das wird dir helfen glaube mir, den Frühling zu spüren hilft es ist wie ein energie Schub und die Stimme die du hören wirst sagt lebe , lebe , lebe bis wir uns wieder sehen.
    Ich wünsche dir leben , kraft und Energie im sinne deines geliebten Mannes.
    Innige grüße
    Petra