Ich versuche auch mich zu öffnen

  • Gratulation Hedi, bist gut angekommen in deinem neuen Leben und schön ohne Abzustürzen über dein Seil balanciert.

    So wie das mit der Beziehung klingt, ähnelt es meinem Lebensmuster mit dem Brückenmann (allerdings hat der mich kürzlich geschockt und eine kurze Bemerkung über Heiraten gemacht, hoffe , dass das nur ein Ausrutscher seinerseits war8|||).


    Toll wie du das alles geregelt hast, und wie geht es dir damit, dass deine Töchter nicht mehr da sind? Meine wohnt nur ums Eck und ich sehe sie fast nie:(.

    Naja dafür ruft sie sehr oft an, aber das ist nicht das Gleiche wie früher.

    Auf jeden Fall bin ich stolz auf Dich und darauf, wie gut du das geschafft hast, du Kämpferin!:8::24::8:

  • Liebe Angie, schön, dich wieder zu lesen.

    Wie geht es dir denn so?

    Macht dir das Heiraten ein :o oder ist es der Gedanke, dass es etwas Festes sein soll?


    Hast du mit deiner Tochter schon geredet, dass du sie öfters sehen möchtest?


    Ich wünsche dir einen feinen Tag heute.

    Lg. Astrid.

  • Liebe Angie!

    Ich habe mich so gefreut heute früh, als ich deine Worte gelesen habe!

    Das jetzige Arrangement mit Gerald ähnelt deinem nicht nur zufällig: Ich habe dich da auch ein wenig als Vorbild genommen. Man lernt ja durch die anderen Lebenswege hier dazu.

    Danke, dass du die Kämpferin in mir siehst. (Auch da habe ich gute Vorbilder!) Bin ich auch wirklich meist, ich will es einfach halbwegs gut haben in meinem weiteren Leben, dafür "kämpfe" ich.

    Und nicht, dass jetzt bei den anderen die mitlesen, ein ungutes Gefühl aufkommt:


    Auch Kämpfer und Kämpferinnen haben gewaltige Tiefs, spüren genau so die schmerzhaften Phasen. Der Anfang ist einfach nur Schmerz! Das kann man nicht nur durch "Willen" bekämpfen. Aber ein wenig habe ich für mich schon gestaltet und immer wieder darauf geachtet, was mir wohl gut tut! Den Rest macht die Zeit. Die Zeit die es eben braucht.


    Liebe Angie, ich weiß es noch nicht endgültig wie es sein wird, wenn beide Töchter ganz weg sind. Denn jetzt ist vorerst nur die ältere weg. Mit der jüngeren werde ich jetzt erst mal die Wohnung herrichten, einrichten,.... Das dauert noch. Aber ein kleiner Vorgeschmack ist ja schon da, da sie in den unteren Wohnbereich "verscheucht" wurde. Das tut mir jetzt einmal gut, da es viel weniger Arbeit ist. Jedoch ist mir bewusst, dass sie ja im Haus ist, das ist ja noch nicht weg!


    Ansonsten, ja man wird sehen, denn wenn sie endgültig weg sind, es ist Winter, die Wochenenden erscheinen mir endlos,.... das wird sicher wieder eine Herausforderung. Aber ich will es so. Ich will auf keinen Fall, dass sie sich für mich "aufopfern" und das Gefühl haben, sie müssten bei mir sein.

    Die Hunde sind da auch eine gute Hilfe. Man ist nie ganz alleine.


    Sogar die geplante Weihnachtsflucht, habe ich heuer doch nicht vor. Ich hatte ja vorerst wieder mit Lena wegfliegen wollen. Aber sie sieht ihren Freund ohnehin jetzt wenig und ich habe ihr abgeraten, dass sie mit mir fliegt (sie würde sofort, sie reist ja so gerne!).

    Ich bin neugierig, wie ich mich im Winter so bewähre. Ich lasse es auf mich zukommen. Noch bin ich zuversichtlich.


    Was machst du diesmal im Winter? Bianca wird ja vielleicht jetzt auch nicht mit dir verreisen, oder doch?

    Es tut mir leid, wenn du ein wenig zu kämpfen hast mit der Situation. Ich kann es mir vorstellen, ihr seid doch ein sehr zusammengeschweißtes Team! Bei mir ist es ja anders, da sie vorher schon weg waren, es war ja jetzt, wo sie wieder da waren eigentlich die Ausnahme.


    Ich grüße dich ganz herzlich, habe mich echt von ganzem Herzen gefreut von dir zu lesen!

    :* Hedi

  • Liebe Hedi, das freut mich aber, dass du mein Brückenmannmodell ein bißchen als Vorbild genommen hast. Nach einer erfüllten Beziehung ist es sehr schwer, wieder neu anzufangen, das muss man behutsam machen, da ja jeder seine Altlasten und Erfahrungen mitnimmt. Und ich finde, dass man nicht mehr Nestbauen muss, besonders wenn die Kinder wie in unserem Fall schon groß sind. Ich lebe nach der Devise,ist er da, ist es gut, ist er nicht da, ist es auch gut.


    Partner für gewisse Stunden, für gemeinsame Erlebnisse , aber nicht zwangsweise mit Besitzansprüche und Lebensgemeinschaft, ich mag gerne schöne Stunden verbringen aber Probleme gemeinsam wälzen will ich nicht.


    Mein Ideallebensmodell wäre ein Partner, der in seiner eigene Wohnung am besten in der Nähe wohnt, wenn man sich treffen will schön, wenn nicht hat man sein eigenes Leben.


    Ja Bianca wird jetzt nicht mehr mit mir in Urlaub fahren, leider. Ich weiß nicht, ob ich diesen Winter überhaupt wegfahre, vielleich mal anders, so ein Relaxweekend in einer Therme könnt ich mir vorstellen.


    Ja die lieben Kinder, wenn die erwachsen sind, ist man den Mutterjob doch irgendwie los. Es ist so seltsam, keine Verantwortung mehr zu tragen , aber irgendwie auch eine neue Form der Freiheit.;)

  • Liebe Astrid, mich hat das gewundert, denn ich habe geglaubt, dass er mit unserem Arrangement zufrieden ist, ich bin es ja auch, obwohl ich ihn selten sehe, weil er so arge Dienstpläne hat.

    Ich könnte es mir nur so vorstellen, z.B. zwei Wohnungen in der gleichen Wohnanlage ,aber zusammenziehen etc. nein,das geht gar nicht. Wir haben einen so unterschiedlichen Lebensrythmus und ich bin ein Mensch, der sehr viel Ruhe braucht.


    Mit Rudy war das anders, wir waren irgendwie gleichgeschaltet, da war das kein Problem.

  • Liebe Angie,

    da hast du vollkommen recht. Irgendwann ist es mit dem Nestbau vorbei. Dein Arrangement kann ich mir sehr gut vorstellen.


    Hast du seither mit ihm darüber geredet? Ich hoffe sehr, dass er damit zufrieden ist und zufrieden bleibt.


    und auch dir

    Liebe Hedi,

    wünsche ich, dass es nicht nur Kampf ist, sondern dass Gut gehen zwischen durch auch mal einfach gehen kann - das wünsche ich euch aus ganzem Herzen.


    Lg. Astrid.

  • Mein Brückenmann schlägt Urlaub in tropischen Gefilden im Februar oder März vor , weiss aber nicht, ob ich das will:?:.

    Schlafe am liebsten alleine ein und wache gerne alleine wieder auf. Hängt auch mit meiner Krankheit und bisweilen unethischen Begleiterscheinungen derselben zusammen, bei Rudy war das kein Problem, der hatte vorher eine krebskranke Frau, den hat da nix erschüttert.

  • Wie wäre es denn mit zwei Einzelzimmer - vielleicht mit Verbindungstüre?

    Alles was du für die Entscheidung brauchst, das wünsche ich dir, von Herzen.


    Lg. Astrid.

  • Es ist lieb, wie sehr er sich bemüht, manchmal denke ich, das er heimlich hier mitliest, denn er kommt mit Ideen, die ich ihm gegenüber nie erwähnt habe . Kürzlich hat er von einem Wellnessurlaub gesprochen, falls ich nicht wieder in die Domrep will.:/

    Letztens hat er für Abby Katzenfutter gekauft und mir einen Spezialschraubschlüssel geschenkt, den ich mit schon lange für´s Heimwerken gewünscht habe:8:.


    Sicher mag ich ihn gerne, aber ich schaff es nicht, jemanden so total in meine Leben und meine Seele zu lassen, wie ich das bei Rudy getan habe.

    Kann natürlich auch Angst vor neuerlichem Verlust sein. Blick da selbst nicht durch:?:.


    Eigentlich bin ich zufrieden mit dem Status Quo und will das nicht ändern. Zusammenleben ist keine Option für mich, war vor Rudy auch eher Einzelgängerin.

    irgendwie vermisse ich dieses absolute Glücks-und Einheitsgefühl, das ich mit Rudy hatte, das wird es mit niemandem mehr geben.


    Bei uns ist es ein nettes und angenehmes Miteinander, aber die Leidenschaft , die Schmetterlinge im Bauch fehlen.

    Beim Medium ließ mir Rudy ausrichten, dass er hofft, dass ich jemanden finde, der mir gut tut.

    Ja diesen Faktor erfüllt mein Brückenmann sicher . Aber reicht das für die Zukunft? :/


    Ich bin zufrieden, so wie es ist, ob er auf Dauer zufrieden damit ist, weiß ich nicht. Ich kann nicht mehr geben, als ich habe...


    Im Herzen bleibt die unerfüllte Sehnsucht, die allesumfassende Liebe zu meinem sexy Biker....;(

  • Liebe Angie!


    Dein Brückenmann klingt sehr, sehr lieb! Ich freue mich, dass er dir wohl tut!


    Ganz so wie du sehe ich die Sache ja bei mir nicht. Ich denke, die Brücke ist für den Anfang gut, dann will ich aber doch, dass es sich zeigt, ob man was "Ernstes" daraus macht (muss nicht unbedingt ein zusammen Wohnen sein, aber wenn ich ehrlich bin, ich fände es auch schön), oder ob es eben nur die Brücke war.


    Auf Dauer möchte ich es nicht so wie jetzt. Ich habe Gerald schon ganz schön tief im Herzen, damit habe ich kein Problem. Obwohl mein Mann der optimale Mann für mich war und wir eine Ehe hatten, an der ich absolut nichts ändern hätte wollen, habe ich die Sehnsucht nach einer wirklichen Beziehung.


    Gerald sieht das genau so. Auch er will letztendlich eine ganz normale, stabile Partnerschaft, wo man Alltagssorgen und alles miteinander teilen kann. Aber für den Anfang lassen wir es jetzt eben langsam angehen, das tut uns auch gut. Denn wir sind ja beide gefühlsmäßig noch wackelig (nicht aufeinander bezogen, aber durch die Trauer eben).

    Er mag den Ausdruck "Brückenmensch" gar nicht so gerne. Gestern hat er gesagt, ich bin auf alle Fälle nicht seine Brückenfrau, ich bin seine Freundin. Das hat mich irgendwie doch sehr gefreut.

    Liebe Grüße

    Hedi

  • Ach Hedi, das ist so schön zu lesen und ich drücke dir alle Daumen, dass es für euch letztendlich eine echte Partnerschaft mit allen dazugehörigen Vor und Nachteilen werden wird!

    Vom Ansatz her habt ihr dazu alle Chancen!

    Und ich würde mir so sehr ebenfalls eine echte neue Beziehung wünschen, natürlich nicht sofort, sondern, wenn ich mit meiner Trauer soweit bin, dass ich mich überhaupt erst wieder auf einen anderen Menschen einlassen kann.

    Aber ein Leben ganz allein, das wäre für mich eine absolute Horrorvorstellung.

  • Liebe Angie, liebe Hedi, liebe Tigerlily,

    schön, dass ihr euch euer Leben wieder schön einrichten wollt - so wie es eben für jede von euch passt.

    Danke für euer Mitteilen und uns teil haben lassen.


    Lg. Astrid.

  • Liebe Tigerlily!


    Ich habe, ganz genau wie du, auch in der schwersten Zeit bereits den Wunsch und auch die Zuversicht gehabt, dass es irgendwann einmal wieder jemanden für mich geben wird, den ich in mein Herz lassen kann.


    Man merkt es dann schon, wenn es so weit ist, dass man dazu bereit wäre!

    Ich glaube auch, dass, wenn man diesen Wunsch hat, es gar nicht so schwer ist, das passieren zu lassen.

    Es ist anfangs vielleicht nicht so einfach, aber es ist doch auch wieder wunderschön.


    Für jemanden viel zu bedeuten, jemanden haben der einem selber viel bedeutet, das ist einfach schön und tut gut.

    Auch für mich wäre ein Leben ganz alleine eine traurige Vorstellung.

    Ich wünsche dir viel Glück auf deinem Weg!

    Liebe Grüße

    Hedi

  • Gestern hat meine ältere Tochter ihr Masterstudium mit Sehr Gut abgeschlossen.

    Ich habe mich zuerst natürlich riesig gefreut, freue mich immer noch.

    Aber es schmerzt auch so sehr, diese Freude nicht mit meinem Mann teilen zu können!

    Er fehlt mir so sehr!

    Hedi

  • Liebe Hedi,


    :24:


    Diese Momente, die immer wieder schmerzlich erfahren lassen, wie sehr der geliebte Mensch fehlt.


    Zum sehr gut bestandenen Masterstudium deiner Tochter auch von mir eine herzliche Gratulation.


    Wünsche dir einen Badewannenmoment.

    Lg. Astrid

  • Liebe Hedi,


    trotz allem: schön hier von Dir zu lesen! Meine Tochter hat heute erfahren, dass ihre Diplomarbeit (sie ist mit Jus noch in der alten Studienordnung) angenommen wird. In einem Kapitel braucht es Ergänzungen. Das ist alles.


    Ich verstehe Dich gut, dass Du diese Freude gern mit ihm teilen würdest! Dich mit genau ihm über den Erfolg Eures Kindes freuen würdest, vielleicht Erinnerungen austauschen über wichtige und witzige Momente aus ihrem Leben.... Das geht jetzt nicht, und das ist traurig.


    Bei mir ist das ja insofern anders als meine Mama schon lang tot ist, sie hat Lisa leider auch nie kennen gelernt. Für mich ist es also viel "normaler", dass ich freudige Momente mit meiner Mama nicht teilen kann. Trotzdem stelle ich mir manchmal vor, wie sie stolz ist auf uns beide. Ich bin mir sicher, in irgendeiner Form weiß sie um unsere Lebenswege.

    Ich weiß, das klingt jetzt sehr abgeklärt, Deine Situation ist auch eine ganz andere. Trotzdem, vielleicht ist dieser Gedanke für Dich ja doch ein wenig tröstlich: wir können unsere Freude mit den Verstorbenen nicht so teilen, wie wir das möchten.

    Aber: es könnte trotzdem sein (für mich ist es so), dass sie dort, wo sie sind, über uns bescheid wissen und sich auch über Erfolge freuen können. Über Kinder und Enkelkinder, die das weiterführen und ausbauen, was sie selber in ihnen grundlegen wollten.


    Für mich ist es jedenfalls eine schöne Fügung, dass ich das jetzt beides innerhalb einer Viertelstunde erfahren habe: das mit der Diplomarbeit meiner Tochter und das mit dem großartigen Abschluss Deiner Tochter. Hab grad Tränen in den Augen.....


    Trotz allem sind wir jetzt zwei stolze Mamas von wunderbaren Töchtern...

  • Liebe StillCrazy, ich gratuliere dir auch zum Erfolg deiner Tochter.


    Ich habe auch den Glauben, dass die Verstorbenen auf ihre Weise unser Leben noch begleiten.

    Aber eben auf andere Weise.

    Mir fehlt er als Mensch, nicht als Seele die uns wohlwollend begleitet.

    Ich möchte mit ihm ein Glas Sekt trinken und darüber reden.

    Manchmal bin ich dann grantig und denke: Was hab ich von einer Seele die mich begleitet?


    Ja, ich denke es ist wieder viel Badewanne angesagt!

    Lg Hedi

  • liebe Hedi,liebe Still crazy

    Glückwunsch zu euren Töchtern !

    "Hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. " (Mt 7,15)

    Nicht jede Geschichte,die im Internet erzählt wird, ist wahr.Trauernde haben oft sehr viel Mitgefühl für andere .Passt gut auf euch auf.