Mein Herzens- und Seelenmensch ist gegangen

  • Liebe Shiva,


    herzlich willkommen bei Uns im Forum . Mein aufrichtiges Beileid zu Deinem schrecklichen Verlust. Real ist es für mich nach 10 Mnaten und einem Tag nach wie vor nicht, auch wenn ich weiß das mein Geliebter tot ist.


    Was Du zur Zeit schreibst , für mich ist es so , sie nimmt mich mit,sie geht vorbei , sie lindert bisher nicht meinen Schmerz und das Gefühl als sei Mick nicht am 12.06.2018 in meinem Arm gestorben , sondern erst gestern ist gleichmäßig stark geblieben bis heute.


    Für mich ist dies ein nicht enden wollender Alptraum.Es ist Realität unbegreiflich aber wahr, akzeptieren werde ich sie wohl nie.., bisher überlebe ich sie nur.


    LG Gabi & Mäuschen

  • Liebe Shiva,

    so ähnlich unsere Gefühle, so unterschiedlich unsere Lebensgeschichten.

    So schön hast du geschrieben, ich musste weinen und doch alles lesen, ich bin traurig und möchte dir mein Mitgefühl ausdrücken, ich kann dich so gut verstehen.

    Alles Liebe und viel Kraft!

    Gabi

  • Mein Schatz, wieder ein Wochenende überlebt. Früher mit Dir habe ich die Wochenenden geliebt. Seit Du nicht mehr bist, graust es mich davor. Jeden Sonntag gehe ich auf den Friedhof. Dabei würde ich mit Dir Sonntags so gerne andere Dinge tun. Egal was, Hauptsache, zusammen sein.


    Seit letzten Donnerstag frage ich mich wirklich verwundert: wo ist die Zeit hin? 4 Monate und 4 Tage... wie habe ich es bis hierher geschafft? Und doch fühlt es sich nicht an wie 125 Tage. Der Tag ist so präsent, als sei es gestern gewesen. Wobei, nicht der Tag an sich. Der Satz der Krankenschwester hat mich in einen Schockzustand versetzt, der sehr lange anhielt. Ich habe an die Tage und Wochen danach nur lückenhafte Erinnerungen.


    Ich bin heute traurig. Nächstes Wochenende ist Ostern... auch noch ein langes Wochenende. Mehr Tage, die mit irgendeiner Aktivität gefüllt werden wollen, damit sie vorbei gehen. Mit einer Aktivität, die sich falsch anfühlt, weil Du nicht dabei bist. Die sich falsch anfühlt, weil ich nicht mit dem Herzen dabei bin. Meine äußere Hülle wird dabei sein, mein Herz ist aber bei Dir.


    Vor Pfingsten habe ich allerdings viel mehr Angst... da wollten wir in den Urlaub. Nach Italien. Du hast sogar schon die Route rausgesucht... Ich werde bestimmt nicht allein nach Italien. Und weißt Du, wo das Problem ist: ich will auch zukünftig nicht mit irgendjemandem nach Italien. Ich will mit Dir dorthin. Nach Marokko wolltest Du auch irgendwann. Zumindest wolltest Du mich dort nicht gegen Kamele eintauschen, sondern wieder mit nach Hause nehmen ^^ Und irgendwann mit dem Campingbus durch Island. Quer durch die Pampa... verrückte Träume. Aber immerhin Träume. Ich habe keine Träume mehr. Ich habe nur eins: Sehnsucht nach Dir <3

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Vielen Dank an Alle. Es tut mir so gut, dass ich nicht der einzige "Alien" bin. Denn so fühlte ich mich bisher meistens. Unverstanden... Wenn im Büro mal wieder still und leise die Tränen laufen. Oder ich mit der Faust gegen die Wand schlage (ok, das mache ich nur, wenn das niemand sieht).


    Das Problem: man schiebt seine Träume (wenn man denn noch welche hat) immer auf. Man denkt, man hat noch so viel Zeit. Wie oft habe ich zu Rainer gesagt: das machen wir, wenn Du wieder gesund bist... ;( Wir dachten wirklich beide, dass das Leben fair ist und dass wir deswegen eine gemeinsame Zukunft haben. Zeit haben. Glück haben. Wie naiv wir waren. Vor ein paar Tagen las ich etwas in unserer WhatsApp-Konversation (das schaffe ich nicht immer, es tut zu weh). Er schrieb mir ein paar Tage vor er starb: Alles wird gut <3 Ich bin heulend zusammengebrochen und hab zum Handy gesagt: Schatz, Du hast mich angelogen. Ich konnte nur noch weinen... weil nix gut ist.


    An einen Satz von ihm an mich denke ich oft: Wenn ich wieder gesund bin, hol ich Dir die Sterne vom Himmel.


    Ich brauche keine Sterne. Habe sie nie gebraucht. Ich habe nur eins gebraucht: ihn. Seine Anwesenheit, unsere Liebe war meine Kraftquelle.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva3010,


    Deine zeilen sind sind sehr sehr berührend von Dir.


    ich will Dir viel Kraft wünschen, ja Du hast recht Sterne brauchen wir nicht, die Sterne sind die Menschen die wir so sehr lieben.


    Liebe Grüße

    Josef

  • Mon amour, gerade habe ich mich umgemeldet. Die Adresse in meinem Personalausweis stimmt nun nicht mehr mit Deinem Haus überein. Jetzt sitz ich hier im Büro und heule. Dafür bin ich jetzt in Deiner Geburtsstadt gemeldet. Dort, wo wir früher oder später hinwollten, dort, wo Dein Herz zu Hause ist. Dort, wo Du beerdigt bist. Also irgendwie ein lachendes und ein weinendes Auge. Das weinende überwiegt, weil ich allein hier bin. Werde ich diese Stadt jemals so lieben können wie Du? Ich versuche, die Stadt durch Deine Augen zu sehen. Ich arbeite hier zwar schon über 10 Jahre. Allerdings war mir diese Stadt trotzdem fremd. Erst durch Dich habe ich mehr davon kennengelernt. Durch Dich habe ich in einem halben Jahr mehr kennengelernt als in den 10 Jahren davor. Und wenn ich hier jetzt durch die Straßen laufe, über den Marktplatz, sehe ich Deinen "Geist", uns als glückliches Paar. Händchenhaltend. Immer Händchenhaltend.


    Bin gestern Abend auch wieder alleine in der Wohnung gesessen und hab geheult. Dieser Umzug macht es nochmal realer. Keine 20 Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt waren wir am "Stadtfest" letztes Jahr so glücklich. Hab ich allerdings erst gesehen, nachdem ich eingezogen bin, ich kenn mich ja immer noch nicht aus hier... Es tut so verdammt weh. Es ist so still ohne Dich. Du fehlst mir.


    Kein dauerhaftes Glück für Rainer und Micha auf dieser Welt. Warte auf der nächsten Ebene auf mich. Ich möchte Dich dort dann nicht mehr hergeben. Und Deine Hand nie mehr loslassen.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Lieber Josef, liebe anderen stillen Mitleser,


    danke.


    Die Dienstage sind immer schlimm. Wobei, das stimmt nicht, es ist jeder Tag schlimm. Aber an einem Dienstag ist er gestorben. Seither mag ich weder Dienstage noch den 11. Tag im Monat im Kalender.


    Ich vermute, wenn Rainer mich so sieht, würde er die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Allein die Tatsache, dass ich abgenommen habe, obwohl ich schon immer zu wenig gewogen habe. Dann laufe ich in seinen Pullis rum, die mir etliche Nummern zu groß sind. Trage seine Uhr, seine Kette, seinen Ohrring. Die Frisur hätte ihm auch nicht gefallen. Aber ich habe nicht die Kraft, daran grad was zu ändern. Er hat sich immer als "Waschlappo" (=Waschlappen) bezeichnet... Seit seinem Tod werde immer mehr ich auch zum "Waschlappo".


    In meiner Wohnung stehen auch mehr Sachen von ihm als von mir. Aber das hilft nichts... das wichtigste konnte ich nicht einpacken und mitnehmen... ihn.


    Das Leben ist grausam. Und seit seinem Tod so verdammt sinnlos. Hab das Lied von den Fanta 4 in meinem Kopf umgedichtet:


    Er ist weg, weg, und ich bin wieder allein, allein. Er ist weg, weg, davor war's schöner allein zu sein... Und jetzt schau dich an, wo bist du hingekommen? Ich sags dir, er ist weg und hat mich mitgenommen...


    Eigentlich blöd, was man in Gedanken so macht, wenn die Zeit vorbei gehen soll. Aber wahr. Er hat mich mitgenommen. Die Aussicht, noch viele Jahre ohne ihn verbringen zu müssen, erfüllen mich mit Grauen. Mit Angst. Das Leben WILL ich so nicht.


    Ich durfte ein Stück Glück mit ihm erleben. Träume, wie es hätte werden sollen/können. Die Realität schmeckt umso bitterer. Weil außer Erinnerungen nichts bleibt. Und ein Gefühl der Ohnmacht angesichts des Schicksals. Des Lebens.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva,

    mir geht es genau wie Dir.

    In Marokko waren wir, wollten aber unbedingt wieder hin.

    So vieles was wir noch wollten.

    Jetzt nur noch Ohnmacht und Sinnlosigkeit. Ein Leben, dass wir so nicht wollten.

    Sei tapfer, ich versuche es auch jeden Tag wieder ....

    Liebe Grüße

    Petra

  • Liebe Shiva,

    Mir geht es genauso.

    Alle Träume sind alleine einfach nichts mehr wert. Erinnerungen nur Schmerz voll, weil sie uns zeigen wie schön es zu zweit war.

    Jetzt versuchen wir jeden Tag irgendwie zu überstehen.

    LG Wagi

  • Er ist weg, weg, und ich bin wieder allein, allein. Er ist weg, weg, davor war's schöner allein zu sein... Und jetzt schau dich an, wo bist du hingekommen? Ich sags dir, er ist weg und hat mich mitgenommen...

    Liebe Shiva,


    ich kenne das Lied, Du hast es sehr treffend umgedichtet, genauso empfinde ich auch , er ist weg und hat mich mitgenommen. Das was von mir noch geblieben ist , das bin nicht ICH.


    Alle Träume , Wünsche , wegerissen ohne ihn nicht realisierbar für mich. Nun heisst es jeden einzelnen Tag zu überstehen , mehr ist es nicht mehr, dieses Dasein.


    Sei lieb gegrüßt von

    Gabi & Mäuschen .

  • Ja, jeden einzelnen Tag überstehen... irgendwie... das einzig positive an diesen Tagen ist, dass er mich einen Tag näher zu ihm bringt...


    Ich lasse die Tage geschehen. Kämpfe nicht mehr. Ich habe resigniert. Im Büro funktioniere ich, so wie immer. Es ist alles so unwichtig geworden. Gestern Abend bin ich wieder in der Wohnung gesessen und hab geheult. Brian Adams "Heaven" lief unter anderem im Radio. Ganz toll... nicht.


    Unser Lied war Christina Stürmer: Seite an Seite. Eines Sonntags kam Rainer nach Hause, das war noch am Anfang unserer Beziehung, er hätte gerade beim Auto fahren geweint (das tat er öfters, einen so empfindsamen und sensiblen Menschen habe ich vor ihm nie kennengelernt, dabei vermittelte seine Fassade das nicht unbedingt), weil dieses Lied lief. Das in dem Lied seien wir. Er hat es mir dann vorgespielt. Wir saßen dann beide auf dem Sofa und haben geheult. "Denn wir gehen den Weg von hier Seite an Seite ein Leben lang, für immer." Nun muss ich diesen Weg alleine gehen. Keiner geht ihn mit mir an meiner Seite. Er wird ihn in meinem Herzen mit mir gehen, aber das reicht nicht. Das ist zu wenig. Aber für ihn tue ich das. Ich versuche es zumindest, weil ich hier bleiben muss. Weil ich jeden morgen wieder aufwache, obwohl ich ihn darum bitte, dass er mich holen kommt...


    Das Leben ist nicht fair. Wäre es das, wären wir bereits im "Paradies" und nicht mehr auf der Erde...

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Lieber Josef,


    danke.


    Kraft. Habe ich seit seinem Tod keine mehr.


    Aber Wut. Die in Wellen kommt, sobald mir mal wieder irgendwas zu Ohren kommt. Auf einen ganz bestimmten Menschen aus der Vergangenheit meines Lebensgefährten.


    Dazu muss ich kurz ausholen. Rainer und ich "kennen" uns schon etliche Jahre. Über 10 bestimmt. Man sah sich 1 bis 2 Mal im Jahr, damit hatte es sich. Mein Ex-Freund und Rainer kannten sich schon sehr viel länger. Erst nach seiner Scheidung (2016? Ich habe es nicht so mit Jahreszahlen, bislang war ein Jahr wie das andere...) kam er dann immer öfter zu meinem Ex. Half aus, schraubte. Zwischen ihm und mir entwickelte sich erst Anfang 2018 eine Freundschaft, rein platonisch zuerst. Ich hatte mich davor immer gescheut, weil es der Kumpel meines Freundes war. Aber wir redeten, er kotzte sich bei mir aus und umgekehrt. Ich sei die beste Psychologin für ihm, meinte er... Und er war meine beste Freundin. Wir wohnen im selben "Dorf".


    Kurz und gut, als es dann Mitte 2018 zur Trennung kam (ich von meinem Freund, mit dem ich über 15 Jahre zusammen war, er von seiner damaligen Freundin, mit der er seit ca. 1,5 Jahren zusammen war, weil wir uns doch ineinander verliebten), war uns schnell klar, dass der Eimer mit Schmutzwasser über uns beiden ausgeschüttet wird. Zumal ich sehr schnell bei ihm einzog. Egal, kümmerte uns nicht, irgendwann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben, wie man bei uns sagt. Solange er lebte, kamen meines Wissens 2 Reaktionen auf unsere Beziehung: von seiner Ex (ich weiß nicht mehr, von welcher der beiden): ich würde mich ins gemachte Nest setzen. Und von seinem Sohn am Telefon: Das war jetzt aber kein feiner Zug von Dir. Nie vergesse ich zu diesem Satz Rainers entgeistertes Gesicht... Egal.


    Seit er tot ist, bekomme ich immer mehr mit. Und das ärgert mich. Weil das Schmutzwasser immer noch ausgeschüttet wird, obwohl er sich nicht mehr wehren kann. Und ich weiß, wer dieses Wasser spritzt...


    "Rainer sei so charmant gewesen und hätte mir den Kopf verdreht, mir schöne Augen gemacht..." "Er sei in einer Midlife-Crisis gewesen und hätte deshalb eine 10 Jahre jüngere Freundin gebraucht." (Ich hätte bis letzten Freitag nie gedacht, dass ich den zweiten Satz tatsächlich hören muss, obwohl ich sie so eingeschätzt habe, dass was in der Richtung kommt... Und ja, Rainer war charmant. Er war aber auch düster, depressiv und innerlich zerrissen, das hat das charmante bei weitem überwogen. Sie sollte das wissen, immerhin waren sie ca. 20 Jahre zusammen...?)


    Das tut weh. Weil sie aus einer Beziehung, in der die letzten Wochen sogar von Heirat die Rede war, eine belanglose Affäre macht, obwohl sie NICHTS weiß. Pfui. Und die Leute im Dorf greifen das natürlich auf. Zu mir selbst sagt keiner was, ich kriege das immer nur hintenrum mit.


    Sorry, das musste mal raus.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva,


    ich lebe ebenfalls im ländlichen Raum und kann das sehr gut nachvollziehen. Ich habe da zum Glück ein dickes Fell und Schmutzwasser perlt von mir ab.


    Wenn seine Ex noch im selben Dorf wohnt, ist das natürlich schwierig und nicht jeder steckt das so einfach weg, vor allem nicht in einer Trauerphase. Aber glaube mir, bald wird wirklich die nächste Sau durchs Dorf getrieben und Du hast hoffentlich wieder Deine Ruhe. Und seine Ex wird ja wohl irgendwann einen neuen Freund finden.


    Ich wurde auch schon gefragt, weshalb das Auto von A. ständig vor meinem Haus steht und die Leute zerreißen sich die Mäuler. Mir ist das egal. Aber so was von. Leute, die mich nicht mögen, muss ich auch nicht um mich haben.


    Liebe Grüße

    Josh

  • Hallo,


    nein, seine Ex wohnt nicht mehr im selben Dorf, hat aber noch Kontakte hierher...


    Wenn der Dreck nur gegen mich geworfen werden würde, wäre mir das Jacke wie Hose. Aber der Dreck geht auch meines Erachtens gegen ihn. Und DAS ist das gemeine ;( Er kann sich nicht mehr wehren, hätte er aber vermutlich auch nur mit einem "älles Seggl" (zu hochdeutsch: alles Idioten) abgetan... Mich ärgert das halt... Natürlich ist für die Leute eine kleine schmutzige Affäre interessanter auseinanderzunehmen als eine große Liebe...


    Manchmal möchte ich angesichts dessen den Leuten nur den ausgestreckten Mittelfinger zeigen. Da das meine gute Erziehung aber verbietet, muss ich wohl höflich lächeln und mir den Rest denken... :4:

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva,


    ja, wenn es sich gegen ihn richtet, verstehe ich Dich sehr gut. Das ist zudem auch pietätlos und einfach arm.


    Ja, der Dorftratsch. Betrachte es einfach als Neid über die schöne Zeit, die ihr zusammen hattet und zeige ihnen gedanklich den Mittelfinger.


    Liebe Grüße

    Josh