Mein Herzens- und Seelenmensch ist gegangen

  • Mein Schatz, seit gestern Abend bist Du irgendwie ganz weit weg. Ich musste zwar gestern Abend noch weinen, aber als ich dann für Deine Tochter noch ein paar Schmuckstücke von Dir rausgesucht habe (u.a. Deinen Ehering), war es ok. Deinen Ehering muss ich wirklich nicht aufbewahren, er gehört mir nicht.


    Morgen ist Karfreitag... langes Wochenende. Hab Dienstag auch noch Urlaub genommen, weil ich einkaufen will. Ich brauche pinke Turnschuhe. Pink war Deine Lieblingsfarbe. Deswegen gab es in unserem ersten und letzten gemeinsamen Urlaub im Oktober pinke Turnschuhe für mich. Zukünftig möchte ich nur noch pinke Turnschuhe...


    Trotzdem graust es mich vor dem Wochenende. Sooooo lang. Sooooo einsam. Ich werde aber vermutlich nicht mehr in Deinem Haus übernachten. Ich bleibe in meiner Wohnung. Es tut mir nicht gut, die "Rückkehr" in meine einsame Bude ist hinterher immer umso schlimmer. Werde zwar vermutlich etwas Zeit in Deinem Haus verbringen, aber es fühlt sich nicht mehr richtig an. Ich gehöre nicht mehr dorthin. Seit Du nicht mehr dort bist, ist es nicht mehr "mein zu Hause"...


    Morgen werde ich vermutlich mit meinem Ex einen Ausflug unternehmen. Und auch das wird mich an unseren Urlaub erinnern. An Mulhouse. Ich wünschte, ich könnte mit Dir die Zeit verbringen. Mit Dir Ausflüge machen. Aber diese Option steht mir nicht mehr offen. Entweder einsam oder... anders einsam. Mit der Sehnsucht nach Dir im Herzen. Wenn Du noch da wärst, wäre das keine Option gewesen, ich hoffe, das weißt Du. Aber er ist meine Lebensversicherung. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe es einmal versucht, bei Dir zu sein. 45 Tage nach Deinem Tod. Hat nicht sein sollen... bin immer noch hier. Er ist das einzig Konstante in meinem Leben. Mir ist sonst keiner geblieben...


    Ich wünschte, es wäre anders.


    Ich liebe Dich.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Mein Herz,


    Ostern war eigentlich ganz ok. Gründonnerstag war ich noch einkaufen, dort, wo wir öfters zusammen am Anfang unserer Beziehung in der Mittagspause Kaffee getrunken haben. Ich saß hinterher heulend im Auto. Ich sehe Deinen "Geist" überall. War anschließend noch auf dem Friedhof und hab wieder geheult.


    Karfreitag war ich mit R. unterwegs. Ich wusste es, dass mich das Ziel an Mulhouse erinnern wird. So ist mein Körper zwar anwesend gewesen und durchs Museum spaziert, mein Herz ging jedoch mit Dir in Mulhouse durchs Museum spazieren...


    Sonntag waren wir wieder unterwegs. Tiere gucken. Es war schön. Montag wollte ich eigentlich zu Deinen Eltern, aber in meinem Zustand momentan ist das keine gute Idee. So bin ich im Büro gewesen. Ich bin einfach nur traurig. Und ich möchte sie nicht ständig mit meiner Trauer belasten... Dienstag waren es 18 Wochen... Und es ist keine Besserung in Sicht. Du fehlst mir. Unendlich. Und es ist so verdammt still ohne Dich.


    Dienstag war ich tatsächlich einkaufen. Es gab noch genau die gleichen pinken Turnschuhe, die wir im Elsass gekauft hatten. Ich habe im Laden mit meinen Tränen gekämpft, beim Gehen flossen sie dann tatsächlich. Das letzte Mal in diesem Einkaufscenter war ich mit Dir letzten Juli.


    Entgegen meinem Plan, nicht mehr im Haus zu übernachten, bin ich seit Freitag dort. Eigentlich sollte ich heute wieder in meine Wohnung, aber ich weiß noch nicht, ob ich nicht nur ein paar Sachen hole, nach dem Rechten schaue und wieder gehe... Ich will dort einfach nicht sein. Dort sehe ich jede Sekunde, dass nichts so ist, wie es sein soll. Im Haus kann ich es ab und zu dann doch noch ausblenden, dort bist Du immer noch, die Erinnerungen, Dein "Geist"...


    Heute ist der 25.04. Mein Schatz, heute vor einem Jahr begann mehr oder weniger unsere Freundschaft. Wir saßen abends zusammen vor dem Altreifenstapel bei mir am Haus auf der Bank. Ich habe Dich angeschrieben, weil ich mein Geld vergessen und keine Kippen mehr hatte. Du hast mir 10 Euro gebracht. Dann saßen wir in der Sonne, der Tag war sonnig und warm. Ich habe Dir mein Geheimnis erzählt, Du mir Deines. Ich weiß noch, dass ich Dich getreten habe, nachdem Du so cool auf mein Geständnis reagiert hast. Später hat Dir dieses Geständnis dann doch zu schaffen gemacht, das weiß ich. Mit Deinem Geheimnis hatte ich nie gerechnet. Deine Fassade und das, was Du warst, war nicht dasselbe... Seit diesem Abend wuchs unsere Freundschaft. Später hast Du mir gesagt, dass Du Dich an diesem Abend in mich verliebt hast. Weil ich kein Problem mit Deinem Geheimnis hatte. Ich war vorher schon in Dich "verknallt", schon sehr viel länger vorher. Eigentlich seit Du nach Deiner Scheidung öfters da warst.


    Morgen vor einem Jahr wirst Du mir ein paar Blümchen bringen. Da war das Wetter kalt, feucht. Du hast mir die Blumen ins Auto gelegt, ich hab sie auf den Küchenschrank gestellt, damit sie R. nicht gleich auffallen.


    Mon Coeur, es tut so weh. Hab vorher schon unsere WhatsApp-Konversation von vor einem Jahr gelesen. Mein Herz blutet, meine Tränen laufen. Du fehlst mir. Das Leben ohne Dich ist dunkel und leer. Mein Herz wird die nächsten Monate alles nochmal durchleben, was wir vor einem Jahr miteinander erlebt haben. Wie gern hätte ich Dir heute real gesagt, was heute für ein Tag ist. Stattdessen schreibe ich Dir Liebes- und Sehnsuchtsbriefe im Internet.


    Das Leben ist nicht fair. Du fehlst mir. Habe ich Dir heute schon gesagt, dass ich Dich liebe? Ich liebe Dich, mein Schatz.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva,

    das Leben ist nicht fair. Da gebe ich dir absolut recht.

    War es noch nie und wird es nie sein.


    Shiva verkörpert das Prinzip der Zerstörung in der Trinität mit Brahma und Vishnu. Außerhalb dieser Trinität verkörpert er Schöpfung und Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung.

    Ich finden deinen gewählten Namen sehr spannend. Da ist sehr viel zerstört in deinem Leben.

    Und ich frage dich einfach mal,

    was bleibt erhalten? Was kann und darf iRGENDWANN (nicht heute und auch nicht nächste Woche sondern IRGENDWANN) neu beginnen? Und was darf und durfte geschaffen werden?


    Sei lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Liebe Astrid,


    Deine Fragen sind sehr spannend... Über meinen Nickname habe ich mir bisher nicht viele Gedanken gemacht. Shiva gilt auch als Einzelgänger. Ich hasse Menschenmassen. Mehr als 2 Menschen um mich herum sind schon zu viel.


    Erhaltung... Ich war immer ein Mensch, der mit Veränderungen nicht gut klar kommt. Im Gegenteil, ich hasse Veränderungen und habe Angst davor. Deshalb wundert es mich, dass ich durch Rainer mein Leben so komplett verändern konnte. Und dass es doch so einfach war, es zu tun. Weil ER da war. ICH musste es zwar tun, aber er war im Hintergrund da. ER war meine Stärke, mein Halt.


    Zerstörung... Als Rainer und ich nur Freunde waren, habe ich mal zu ihm gesagt, ich fühle mich wie eine 80-jährige Frau. Alt, müde, verbraucht. Das Leben war irgendwo sinnlos. Sinn hatte es erst wieder, als ich in ihm einen Freund gefunden hatte. Der mit mir seine Sorgen geteilt hat, genauso umgekehrt. Ab da wurde es wieder sinn-voll. Und schön. Wir haben beide wieder gelebt, nicht nur existiert. Dass daraus Liebe wird, war nicht geplant, aber Liebe kann man nicht planen. Wenn man plötzlich merkt, dass der Mensch, den man jahrelang "kennt", die fehlende Hälfte von einem ist. So ging es mir bei ihm. Ich denke, er wird das ähnlich gesehen haben. "Du bist die Liebe meines Lebens." Diesen Satz von ihm trage ich tief in meinem Herzen. Es schmerzt umso mehr, dass wir nicht mehr Zeit hatten, dass er nun nicht mehr da ist. Vor ihm habe ich existiert, mit ihm gelebt, ohne ihn ist ein Teil von mir bereits mit ihm gestorben. Er hat einen großen Teil von mir mitgenommen, einen kleinen Teil von sich in mir gelassen. Jetzt ist mein Leben komplett sinn-los. Kaputt. Zerstört.


    Ob und was sich aus diesen Trümmern noch wieder aufbauen lässt, bleibt abzuwarten. Selbst wenn man diese Trümmer wie bei einem zerbrochenen Teller wieder zusammensetzen kann, wird man es doch immer sehen. ICH werde es immer sehen und wissen, dass es nur Flickwerk ist. Nicht mehr das, was es war, nicht mehr so, wie es sein sollte...


    Ich wünsche uns allen ein er-träg-liches Wochenende. (Jedem, der mir nachher hier auf Arbeit ein "schönes" Wochenende wünscht, könnte ich den Mund zutackern. Beschissene Floskel.)

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Meine Hand... so leer ohne Deine Hand in meiner Hand.

    Meine Augen... so nass ohne Deinen Anblick.

    Mein Herz... so schwer ohne Deine Liebe.

    Mein Leben... so leer ohne Deine Gegenwart.


    Mein Schatz, meine Bella, mein Herz, ich vermisse Dich. Nur ein Wunsch für mich auf dieser Welt: ich möchte Dich zurück. Ti amo.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Heute vor einem Jahr hast Du das blaue Auto bei mir am Haus geholt. Das Wetter war trocken, wärmer als heute, sonnig.


    Meine Schulden habe ich Dir mittags in den Briefkasten geworfen, in einem Umschlag mit einer selbstgemalten pinken Blume drauf. Pink war Deine Lieblingsfarbe. Ich hatte HDL in die Blume geschrieben, ganz leicht, mit Bleistift. Ob Du das je gesehen hast, weiß ich nicht...


    Abends warst Du kurz da, das Auto holen. Wir sind noch kurz auf der Bank gesessen, bis Dein Kumpel gekommen ist, um Dich zum Stammtisch abzuholen... An dem Tag ging es Dir gesundheitlich nicht gut. Du musstest sogar spucken, wenn ich mich recht erinnere. Dir war das unglaublich peinlich. Ich habe nur gesagt, dass Du Dir deshalb keine Gedanken machen sollst.


    Mein Körper ist hier in 2019, mein Herz und meine Gedanken in 2018. Ich habe gestern noch ein bisschen unsere Whatsapp-Konversation gelesen. Keine gute Idee. So viel Wärme, so viel Nähe, so viel Liebe... Alles nur Vergangenheit. Leere, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit in der Gegenwart. Du ahnst nicht, wie sehr Du mir fehlst. Wie gern ich die Zeit zurückdrehen würde, um dieses Jahr nochmal zu haben. Wenn ich schon keine Zukunft mit Dir haben kann, so möchte ich die Vergangenheit wieder, meinetwegen in Endlosschleife bis zum 10.12. Den 11. möchte ich nicht nochmal erleben.


    Ich hoffe jede Nacht, von Dir zu träumen, aber selbst das bleibt mir verwehrt. So sitze ich nun hier, halte innerliche Monologe mit Dir und bekomme doch keine Antwort.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Bella,


    Deine Mutter hatte gestern Geburtstag. Die komplette "la familia" war Kaffee trinken und Kuchen essen. Ich zähle mich nicht zu "la familia", war aber auch eingeladen. Deine Schwester hat mir am Tag Deiner Beerdigung gesagt, dass sie nicht meine Familie sind, aber wir könnten Freunde sein... Deine Mutter nennt mich "mein Mädle". Deine Familie war Dir das wichtigste.


    Deine Schwester hatte sogar ein Foto von Dir mitgebracht, so dass Du auch dabei sein konntest. Ich war körperlich anwesend, aber nicht wirklich da.


    Dein Hund hat sich gestern sehr gefreut, mich zu sehen. Er saß dann nach ausgiebigem Streicheln neben mir, hatte seine Pfote auf meinem Arm liegen und schaute unentwegt zum Tor. Ich weiß, er hat auf Dich gewartet. Nach dem Motto: wenn Micha da ist, muss Herrchen auch gleich kommen... Ich hab ihm gesagt, dass ich genauso auch auf Dich warte.


    Dein Sohn hat Dein Auto, Dein Heiligtum, Dein Herzblut, auf sich angemeldet. Habe ich gestern so zum ersten Mal gesehen. Falsches Kennzeichen. Falscher Fahrer. Hab mich irgendwann nach dem Kaffee kurz verdrückt und bin neben dem Auto gestanden. Erinnerungen. An Dich, an uns mit diesem Auto. Du hättest einen Anfall bekommen, wenn man damit im Regen rumgefahren wäre. Es sollte mir egal sein. Auch ich tue Dinge, die dich traurig machen, die Du so nicht wollen würdest.


    Er will diese Woche noch jemand anrufen, der die Möbel aus dem Haus schafft... so lange bleibe ich. Eine Illusion. Ein Traum.


    Mein Alptraum. Dieses Leben "passt" mir nicht mehr.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Gedanklich und mit dem Herzen bin ich ein Jahr zurück. Ich fühle mich nun jeden Tag mit dem Herzen ein Jahr zurück. Erinnerung und Realität passen nicht zusammen... Lese unsere WhatsApp-Konversation und erinnere mich, was heute vor einem Jahr passiert ist. Sollte ich nicht tun, es tut verdammt weh, es hindert mich aber am Vergessen. Ich möchte nicht vergessen. Ich möchte so wenig wie möglich vergessen. Für UNS nicht vergessen.


    Ich möchte es aber auch nicht akzeptieren. Wenn ich es akzeptiere, müsste ich es ja verstehen. Das kann ich nicht. Und will ich nicht. Ich kann mich damit vielleicht arrangieren. Damit existieren. Leben werde ich damit nicht können. Gelebt habe ich nur mit Dir. Vor Dir habe ich auch bereits nur existiert. Das muss reichen...


    Wirst Du mir irgendwann verzeihen können, dass ich Dinge tue, die Dich traurig machen würden? Die aber mein "existieren" sichern, bevor ich wieder irgendeinen Blödsinn veranstalte, weil ich es ohne Dich nicht ertrage? Ich tue das, weil Du nicht da bist. Weil Du nicht mehr kommst. Wärst Du noch da, würde ich es nicht tun.


    Versprich mir eins, mein Schatz: No more tears in heaven. Du hast auf dieser Welt genug gelitten, getrauert, geweint, das reicht. Tu es dort, wo Du jetzt bist, nicht auch.


    Ich liebe Dich. Jede Sekunde.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Dienstag... schon wieder Dienstag. 19 Wochen... Die letzten beiden Abende konnte ich nicht gut einschlafen. Gedankenkarussell. Die Tatsache, dass die nächsten Tage Möbel geholt werden, macht mich fertig. Was wird von Deinem Leben übrig bleiben? Wie bei meinem "Schwiegervater" 1 Tasche und 1 Müllsack mit Klamotten? Bis auch das irgendwann entsorgt wird? Es erdrückt mich. Die Last dieses Lebens erdrückt mich. Wenn ich weine, sind es meine Tränen oder Deine? Ich glaube, ich kauf mir heut Abend ne Flasche Schnaps und betrink mich. Wenigstens einen Abend dieser Last entfliehen, den Erinnerungen. Der Trauer. Ich mag nimmer.


    Heute ein Jahr zurück. Es war Brückentag. Eigentlich hatte ich Urlaub. Eigentlich... Es war stressig. So stressig, dass ich Dir irgendwann eine Nachricht geschickt habe, dass Du mich bitte erschießen sollst, wenn ich das nächste Mal auf die Idee komme, Urlaub zu nehmen. Meine Urlaubstage waren meist stressiger, als wenn ich arbeiten gegangen wäre.


    Abends haben wir noch ewig telefoniert. Ich stand mit meinem Auto in einem Feldweg auf dem Weg nach Hause. Dir ging es nicht gut. Psychisch. Irgendwann ein paar Tage später hast Du mir geschrieben, ich sei die beste Psychologin für Dich.


    Dreh die Zeit zurück. Bitte. Wie kann es sein, dass Du mir so fehlst? Wie kann es sein, dass ich Dich nach diesen paar Monaten so gut gekannt habe? Der Großteil, was der Bestatter an Deiner Trauerfeier gesagt hat, kam von mir. Kam aus meiner Mail an ihn. Nur die "groben Infos" kamen von Deiner Familie. So, wie Du warst, das kam von mir...


    Unersetzlich. Das stand auf meiner Schleife für Dein Grab. Ja, das bist Du, und das wirst Du immer sein.


    Jetzt liegt da ein Herz. "Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände und Erinnerungen Stufen wären, würde ich hinaufsteigen, um Dich zurückzuholen". Glaub mir eins: ich würde es ohne zu zögern tun. Würde alles stehen und liegen lassen. Ich würde alles geben, was ich habe, alles eintauschen, um Dich zurück zu bekommen...


    Du fehlst mir.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva,


    Ich glaube, ich kauf mir heut Abend ne Flasche Schnaps und betrink mich. Wenigstens einen Abend dieser Last entfliehen, den Erinnerungen. Der Trauer. Ich mag nimmer.

    so sehr ich Dich auch verstehen kann, vergiss es. Das habe ich auch schon versucht. Der Alkohol spülte bei mir den Kummer erst so richtig nach oben und es war einfach nur furchtbar.


    Fühl Dich umarmt.


    Liebe Grüße

    Josh

  • Shiva3010 schrieb:

    Ich glaube, ich kauf mir heut Abend ne Flasche Schnaps und betrink mich. Wenigstens einen Abend dieser Last entfliehen, den Erinnerungen. Der Trauer. Ich mag nimmer

    Liebe Shiva3010,


    ich kann Dich auch gut verstehen, aber besser bitte kein Alkohol.


    Liebe Grüße

    Josef

  • Danke, Josh, danke, Josef.


    Ich weiß, dass es eine im wahrsten Sinne des Wortes Schnaps-Idee ist... Es tut mir auch nicht gut, ich habe es auch schon versucht und war dann erst so richtig in meinen Depressionen gefangen... Der Wunsch nach Vergessen oder Entfliehen nimmt aber gerade überhand.


    Dieses "Switchen" zwischen den Zeiten, der Vergleich heute vor einem Jahr zu heute tut verdammt weh.


    Ich geh jetzt erstmal ne Runde heulen...

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva3010,


    ja weinen kann auch sehr befreiend sein.


    Ich will Dir viel Kraft wünschen.


    Vielleicht probierst Du dann mal bisschen an die frische Luft zu gehen, das tut Dir vielleicht wenigstens ein bisschen gut.


    Ich wünsche Dir so sehr, daß Du innere Ruhe finden kannst und wieder schöne Momente haben wirst.


    Liebe Grüße

    Josef

  • Lieber Josef,


    weinen kann befreien, ja. Dieses Weinen nimmt aber auch gerade überhand. Mich befreit es momentan auch nicht.


    Selbst jetzt bei der Arbeit kullern immer wieder Tränen.


    Abends mache ich Gott Vorwürfe. Darf man das? Ist das nicht Gotteslästerung? Egal. Sollte ich dafür später in die Hölle kommen, egal. Die Hölle habe ich bereits. Seit dem 11. Dezember. Ich fühle mich von Gott um mein Glück betrogen. Wieso führt er uns zusammen, wenn er uns doch ein paar Monate später wieder trennt? Ich kann nichts gegen diese Gedanken tun. Rainer hat immer zu mir gesagt, ich sei Mutter Theresa. Selbst Mutter Theresa kommt mal an ihre Grenzen. Ich ertrage es nicht, dass er jetzt sterben musste, als er glücklich war. Als er wieder zu leben anfing. Als ob Gott mich zu ihm geschickt hat, um seine letzten Monate schön zu machen. Glücklich zu machen. Lebendig zu machen. Damit er nicht allein sterben muss? Konfuse Gedanken. Böse Gedanken. Selbstzerstörerische Gedanken.


    Nicht mehr meine Kirche. Nicht mehr mein Gott... Wie heißt es im Vater unser: Dein Wille geschehe... So viele Gebete umsonst. Sein Wille geschieht. Nicht der unsere. Wozu also beten, wenn es eh umsonst ist?


    Tut mir leid, heute bin ich in extrem schlechter und düsterer Stimmung. Aber diese Gedanken kommen die letzten Tage gehäufter. Also besser aufschreiben, bevor sie sich immer mehr mit im Gedankenkarussell drehen.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva,

    Wie heisst es, die Gedanken sind frei...

    Ich kenne auch diese Wut auf alles und jeden, dieses hinterfragen und keine Antwort bekommen, und dadurch noch mehr Wut...

    Ich trauere, wie ich möchte und mache, was mir gut tut.

    Ich wünsche Dir auch leichtere Momente, in denen Du zur Ruhe kommen kannst.

    Lass Dich umarmen.

    Liebe Grüße Ros

  • Liebe Shiva,


    Nicht mehr mein Gott... Wie heißt es im Vater unser: Dein Wille geschehe... So viele Gebete umsonst. Sein Wille geschieht. Nicht der unsere.

    in einem Schlaflied heißt es: "Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt..." Dieses Schlaflied hat mir als kleinem Kind bereits furchtbare Angst bereitet. Was, wenn er nicht will?


    Ich kann Deine Gedanken und Deine Vorwürfe sehr gut nachvollziehen. Trotz alledem bin ich felsenfest davon überzeugt, dass unsere Liebsten noch irgendwo sind und über uns wachen. Immer wenn ich verzweifelt bin, rede ich mit Silvia an ihrem Grab, manchmal schicke ich ihr auch eine WhatsApp-Nachricht. Meistens wird es kurz darauf wieder etwas besser, etwas geschieht in meinem Leben, was mich wieder nach vorne bringt.


    Liebe Grüße

    Josh

  • Liebe Ros, lieber Josh,


    danke. Ich scheine momentan wieder den Weg der Selbstzerstörung eingeschlagen zu haben. Habe gestern meine Patientenverfügung aktualisiert, meinen Organspendeausweis drangetackert und verfügt, wo und wie ich beerdigt werden möchte (ich bin 39!). Steckt jetzt alles in meiner Handtasche. Als ob ich mit gepackten Koffern am Bahnhof stehe und auf den Zug warte, der mich endlich von hier fort bringt.


    Ros,


    ja, Gedanken sind frei. Ich weiß, dass ich mir Fragen, die keiner beantworten kann, nicht stellen darf. Sie ziehen mich runter. Hat auch eine Weile funktioniert, sie mir nicht zu stellen... Doch jetzt kommen sie wieder.

    Wut. Ja, ich bin wütend. Und ohnmächtig gleichzeitig.


    Josh,


    ich spüre ihn nicht mehr. Ich glaube, MICH hat er verlassen. Bei seiner Tochter war er erst noch, sie hat von ihm geträumt und spürt seine "Wärme" ab und zu noch.

    Sonntag musste ich grinsen. Sein Sohn hat jetzt ja sein Auto... Samstag ließ er sich weder von ihm starten noch ging der Kofferraum auf. Erst Sonntag, als Rainers Neffe kam, lies sich das Auto von ihm starten und auch der Kofferraum ging auf. Da dachte ich bei mir, da hatte Rainer seine Finger im Spiel. Sein Neffe hat sehr viel von Rainer. Ich weiß, kann Zufall sein.

    Egal, ich fühle mich trotzdem von ihm verlassen... so allein.

    Und sollte ich morgen früh nicht mehr geweckt werden... ich wäre froh drum.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.