Seit 31.12.2018 ist mein Leben zuende

  • liebe Karo,


    wohl werden wir "seltsam", aber lediglich für die Aussenwelt. WIR wissen, das wir weder seltsam noch verrückt sind,sondern lediglich starke Liebe in uns tragen für einen Menschen der von uns gegangen ist ohne es zu wollen - wir verändern uns jeden Tag ein Stück mehr denke ich, das ist doch SOWAS von NORMAL.....


    "Nur wer die Sehnsucht kennt

    weiss, was ich leide

    Allein und abgetrennt

    von aller Freude

    seh ich ans Firmament

    nach jener Seite


    Ach, der mich liebt und kennt

    ist in der Weite

    Es schwindelt mir, es brennt

    mein Eingeweide

    Nur wer die Sehnsucht kennt

    weiss, was ich leide


    Johann Wolfgang von Goethe


    lieber gruß von Bine

  • etwas - für mich - "merkwürdiges" ist mal wieder passiert...


    habe hinter meinem bett lauter bilder von roger angepinnt, darunter eins auf dem wir uns fest im arm halten. sonntag morgen lag genau dieses bild hinter meinem kopf auf dem kissen, samt pin-nadel, was ansich ein ding der unmöglichkeit ist - wie konnte diese nadel da rausfallen???


    für mich ist klar - roger hat dieses bild "herausfallen" lassen, um mir zu sagen, das er mich im arm halten möchte, das er mich im arm HÄLT, auch wenn ich es nicht sichtbar fühle und spüre.


    solche kleinen erlebnisse sind es immer wieder, die mir ein bisschen hoffnung geben. so etwas passiert natürlich nicht jeden tag, aber hin und wieder, und ich kann mich daran ein wenig festhalten.


    lieber gruß von Bine

  • Woran wir fest glauben, ist für uns wahr!

    Behalte Deinen Glauben an diese Dinge und lass Dich davon nicht abbringen!


    Ich selbst bin "nicht gläubig",

    doch da ich es weder für den Glauben, noch für den Nichtglauben, Beweise gibt,

    darf jeder an seiner Einstellung festhalte!

    Daran glaube ich!

    Lg Karo

  • Liebe Mausebaer

    Schön das Du mal an mich denkst:)

    Mir geht's zur Zeit nicht gut bin so langsam am Ende meiner Kräfte.Die Trauer der Schmerz es ist alles so grausam nicht mehr auszuhalten.Ich habe an nichts mehr freude .Die Tage vergehen und es ist alles so unwahr und endlos sinnlos meine Gedanken sind nur bei meiner Hedwig.

    Ich DANKE DIR nochmal

    Gego

  • ach lieber Gego,


    ich kann dir deine trauer leider nicht nehmen, aber ich will dich mal ganz lieb und sanft umarmen :30::30:<3 und ein bisschen kraft schicken...


    ich selbst habe einige abwärts-spiralen hinter mir, ich dachte es geht niiiiiiiie mehr aufwärts, nur immer weiter nach unten wobei ich mich fragte, WIE weit kann es denn überhaupt noch nach unten gehen... damit einher gehend spürte ich ein drängen, ziehen, zerren, richtung roger.... ich wollte einfach ur noch bei ihm sein, für immer bei ihm sein...


    dann aber plötzlich ging es doch wieder ein bisschen nach oben, lieber Gego


    im moment bin ich leider auch wieder an einer stelle angekommen, an der ich mich frage, wozu das alles???? wozu jetzt meine bemühungen (ich möchte bald ehrenamtlich im seniorenheim was tun)????


    für mich war die überlegung, einen neuen abschnitt im leben beginnen.... aber inzwischen ist der gedanke wieder in mir zu sagen "alles so sinnlos, weil mein roger nicht mehr bei mir ist...."... ich WILL keinen neuen abschnitt beginnen...


    weisst du was? wir setzen uns heute abend wieder gemeinsam auf deine bank und gucken in den himmel zu unseren liebsten hinauf im wissen darum, das sie uns umarmen mit weichem sanften wind....


    liebe umarmung von Bine

  • Lieber Gego,ich fühle deinen Schmerz mit dir,es ist wahr,das Leben kommt einem so sinnlos und unendlich mühsam vor..

    der geliebte Mensch fehlt,diese endgültige nie mehr tut einfach nur entsetzlich weh,wirklich die Realität begreifen ist fast unmöglich,für mich jedenfalls und Trost kann ich dir auch nicht anbieten,wie auch?Für diesen Schmerz gibt es keinen Trost,nur mein tiefstes Mitfühlen mit dir in deinem Leid,Adi

  • Liebe Bine

    Deine Zeilen tun meiner Seele nur gut,. und das mit der Bank machen wir. Ich hoffe auch das ich aus den Loch raus komme.Meine Hedwig hat ja gesagt Du darfst schon ein bisschen weinen aber dann mußt Du auch wieder lachen.Das wenn so einfach wäre aber Du weißt es ja selber liebe Bine.Momentan überwiegt halt das weinen . Also bis später auf der Bank:24:

    Liebe Grüße von Gego:|:|

  • hallo ihr lieben,


    Gego, ja es war ein schöner tröstender abend auf deiner bank :24:ich hoffe dir geht es einigermaßen....


    ich hatte gestern einen abend an dem ich mal NICHT weinen musste.


    war gestern auf dem friedhof und habe roger lavendel mitgebracht, habe die letzten blütenstengel genommen die noch da waren....roger liebte lavendel und flieder über alles....


    auf dem friedhof weinte ich unter lächeln, lächelte seine namenstafel an und strich darüber, rupfte ein bisschen gras kürzer auf seiner urnen-stelle, mein herz tat gleichzeitig weh und ich fühlte mich einen moment doch aufgehoben bei meinem schatz.


    gestern abend dann fiel mir wieder ein, das ich hier im forum über rogers schnarchen geschrieben hatte und dass ich ohrstöpsel mir deshalb zugelegt hatte....


    ach, da hatten wir oft lustige situationen im bett vorm schlafen gehen, ich mit meinen ohrstöpseln :saint: mein kleiner witzbold fing manchmal an sätze zu formen mit gesten und mimik dazu die zum schießen war... ich rief dann laut "waaaaaaas?????" und versuchte von seinen lippen abzulesen - das was ich da aber abgelesen habe waren natürlich völlig absurde dinge :saint::saint::saint: das ging dann meist soweit, bis entweder ich oder roger losprusten musste und am ende wir beide im bett lagen und uns die bäuche vor lachen gehalten haben :8::8::8:und es war wunderschön so einzuschlafen dann, mit der wärme und nähe des geliebten mannes, entweder händchen haltend oder körper an körper......


    also, gestern dachte ich an diese situationen, hielt ein bild von roger in den händen und konnte ihn anlächeln ohne zu weinen, konnte mich bei ihm dafür bedanken, das er mich immer zum lachen gebracht hatte und küsste sein bild... ein wenig wollten dann doch die tränen kommen, aber die wollte ich in diesem moment einfach nicht.....


    meine liebe zu roger sollte gestern alles sein was ich beim einschlafen fühlte...


    lieber gruß von Bine

  • Hallo Bine,

    es ist toll, dass du derzeit diese Momente der Dankbarkeit für die Zeit mit Roger durchleben kannst.

    Ein fröhliches, herzliches Erinnern auf dem Friedhof... das ist auch nicht selbstverständlich.

    Hat dir aber bestimmt gut getan.:8:

  • liebe sora,


    ja, es hat mir sehr gut getan.... ich weiss nicht wielange dieser zustand in meiner "halbwelt"anhält - ich schwankte heute wieder zwischen verzweiflung und hoffnung auf ich weiss nicht was. das, worauf ich wirklich warte kann ja nicht mehr kommen - darauf das roger wieder zur tür herein kommt :33::33:


    jeder tag der vorbei geht ist ein weiterer tag im kalender den man abhaken kann von der endlosen, traurigen lebenszeit die noch kommt. meine versuche dem leben einen neuen sinn zu geben haben nun früchte getragen:


    der ko-ordinator vom kreisseniorenverband rief mich an und ich werde also am sonntag mit mehreren "ehrenamtlern" in ein seniorenheim ca. 50 km entfernt fahren um dort den leuten einen besuch abzustatten - und werde somit das erste mal in alles hinein schnuppern können und die anderen in der gruppe kennen lernen.


    das seniorenheim hier in der nachbarstadt hatte letztes jahr einen dachstuhlbrand und wurde deshalb evakuiert weil vollrenovierung anstand, die menschen wurden auf die seniorenheime in der weiteren umgebung verteilt, ende des jahres soll alles wieder ok sein und die senioren dürfen wieder "nach hause". solange aber fahren eben die leute vom ehrenamt überall hin wo die menschen hin verteilt wurden.


    ich habe inzwischen angst vor meiner eigenen courage... klar, ich wollte schon immer ehrenamtlich was tun und klar, mir macht der gedanke freude etwas für alte menschen zu tun - aber alles nun ganz alleine...niemand mehr da mit dem ich diese erlebnisse teilen kann und niemand der mir den rücken stärken kann - all das macht mir angst. das erste mal seit jahren das ich etwas ganz alleine beginne:13::13:


    aber, klar ist ja auch - wenn das alles nichts für mich ist kann ich ja wieder aussteigen und muss nicht weitermachen, niemand zwingt mich ja dazu.


    sonntag jedenfalls werde ich sicher keine angst haben zu brauchen wegen anderer paare, ich denke nicht das mir da groß welche über den weg laufen werden.


    ich möchte für mich den satz von NEIL ARMSTONG zweckentfremden: sonntag ist ein KLEINER schritt für die menschheit, aber ein GROSSER schritt für mich, ihr lieben.


    ich werde darüber berichten wie es für mich war.


    lieber gruß von Bine

  • liebe bine,

    es ist toll, dass du den mut aufbringst diese aufgabe zu übernehmen. ich wünsche dir viel glück dazu!!

    dass man mit niemanden mehr seine erlebnisse teilen kann, ist für mich auch ein problem. mir fehlt auch

    meine kraftquelle, mein mann.

    an ein ehrenamt habe ich auch schon gedacht, aber eher in richtung tafel oder kinderschutzbund.

    seniorenheime ziehen mich runter, mein vater musste seine letzte zeit dort verbringen. aber ich weiß

    schon, gerade dort ist hilfe und mitarbeit dringend gefragt.

    ich wünsche dir schöne erlebnisse bei dieser erfüllenden aufgabe.

    liebe grüße

    flora

  • Liebe Bine,


    ich wünsche dir ebenfalls einen schönen Sonntag mit den Senioren. Wenn du aufgestanden und hingegangen bist, hast du doch schon "die Hälfte" geschafft. Und der Rest kommt von allein. Es ist stark von dir, dass du dort reinschnupperst.

    Mit Aktivitäten wie diesen arbeitest du ja daran, diesen "Halbwelts"-Zustand ein wenig aufzulösen. Und es ist eigentlich ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass man gebraucht wird.

    Dem Leben einen neuen Sinn geben, das ist schwer, aber meiner Meinung nach ist das der Weg, auf dem man sich ein bisschen selbst an den Haaren aus dem Schlamassel zieht. Ist natürlich leichter gesagt als getan.

    Natürlich ersetzen solche Aktivitäten nicht unsere Verstorbenen, aber ein wenig Zerstreuung können sie schon bieten. Einfach mal etwas anderes sehen und hören und fühlen. Und daraus kann wieder etwas Neues entstehen!

    Ich bin schon gespannt auf deinen Bericht und wünsche dir alles Gute.


    Liebe Grüße,

    Sora

  • Ich bewundere Dich Bine, diesen Mut hätte ich nicht, zuviel Angst davor wieder mit Krankheit und Tod konfrontiert zu werden.

    Ich halte Dir die Daumen, dass die Besuche bei den Senioren Dir gut tun.:thumbup:Lg Karo

  • sonntag ist ein KLEINER schritt für die menschheit, aber ein GROSSER schritt für mich,

    Und wie war der Sonntag?

    Dass es ein großer Schritt war, das glaube ich sofort.

    Deinen Mut möchte ich unterstützen und hoffe von ganzem Herzen,

    dass dieser große Schritt dann auch einen schönen Weg offenbarte.


    Lg. Astrid.

  • hallo ihr lieben alle,


    danke für eure guten wünsche :24:


    der tag war garnicht so aufregend wie ich mir ausmalte - habe mir also umsonst stress gemacht was ja aber gut ist.


    von den ehremamtlern war eigentlich nur der leiter samt seiner frau dabei und dann noch ein mann der aber meist woanders zuständig ist.


    was mich echt positiv überraschte, war die offenheit und akzeptanz meiner person bei den senioren - sofort war ich integriert und es gab keinerlei klüngel was ich sehr sehr schön finde. weil - mit klüngel hatte ich ja schon bei einem trauercafe probleme und sowas zieht einen ja nur runter ins tiefe loch.


    die senioren die wir besuchten waren teilweisse sehr jung mit schlaganfall u.ä. das ist schon starker tobak, aber für mich war es kein problem. die leutchen sind dort wo wir waren, quasi ausgelagert, weil ja das eigentliche seniorenheim hier in der gegend mit dachstuhlbrand und sturmschäden komplett renoviert wird und erst gegen ende dieses jahres wieder aufmacht.


    die leute haben alle heimweh und sind froh wenn sie wieder hier sein können.


    ok, ich selbst darf nun wenn ich mag hinfahren wann ich möchte, wenn das andere heim renoviert ist dann werde ich vorgestellt bei der letiung und auch im seniorenbund, werde versichert das beim spazieren gehen mir nichts passieren kann falls ein senior stürzen sollte.


    also ich sage mal so: für die menschen dort wird es sinnvoll sein wenn ich mich um sie kümmere - für mich selbst aber weniger.....:33::33::33:


    als wir sonntag wieder nach hause fuhren, war es der gleiche weg, den ich immer von der uniklinik gefahren bin wenn ich von roger nach hause fuhr. und auch der gleiche weg, den ich am todestag nach hause gefahren bin - ohne roger.


    das war alles schon heftig. auch sehr erschöpft im kopf und körper war ich. obwohl alles schön ruhig und entspannt dort ablief. zuhause dann musste ich arg weinen, weil ich alleine war und ich nicht mit meinem mann das alles teilen konnte auf körperlicher ebene...ihr wisst was ich meine....


    gestern dann fiel ich wieder in ein tiefes loch und fragte mich einfach: wozu?????? wozu einen neuen weg suchen, wenn er kein ersatz sein kann für roger? ach, es gibt ja eh keinen ersatz, das wissen wir, aber...


    nach wie vor will ich dieses leben einfach nicht haben - meine bemühungen mit ehrenamt sind ein versuch einen neuen weg einzuschlagen, aber im moment erfüllt mich davon noch garnichts :13::13::13:


    ich werde mich trotzdem noch bei einem dritten senioren-vorstand melden, andere verbandsgemeinde wieder, und dort ebenfalls nochmal nachfragen,was dort sogemacht wird.


    tafel wurde mir abgeraten weil ich zu "zart" gebaut sei.... ok....


    hospizbegleitung steht mir offen für später mal, dafür müsste ich lehrgänge machen.


    der tod macht mir ansich nichts aus und ich könnte damit gut umgehen, natürlich würde mich das betroffen machen, aber auch würde ich das gute sehen, weil ein mensch nicht alleine sterben musste...


    lieber gruß von Bine

  • zuhause dann musste ich arg weinen, weil ich alleine war und ich nicht mit meinem mann das alles teilen konnte auf körperlicher ebene...

    das ist auch mein großes problem, es fehlt der austausch. keiner fragt, wie es war... und dadurch fallen wir wieder in ein tiefes loch.

    ich kann mich an nichts mehr richtig freuen, es dringt nicht mehr richtig zu mir durch. manchmal denke ich, ich habe einen panzer um mich gelegt. du nimmst dir schon ganz schön viel vor mit deinen ehrenämtern, vergiss nicht auf dich zu achten und überfordere dich nicht.

    wenn es dir gut tut, ist es ja in ordnung. wenn ich mal etwas anfangen sollte, muss es etwas sein, was ohne krankheit und tod ist.

    die tiere im tierheim zu betreuen oder auszuführen könnte auch nett sein, aber vorerst lasse ich es, ich bin froh, wenn ich das haus, den garten

    und mich über die runde bringe.

    lg

    flora

  • also ich sage mal so: für die menschen dort wird es sinnvoll sein wenn ich mich um sie kümmere - für mich selbst aber weniger..

    Vielleicht bekommt es ja mit der Zeit Sinn - auch für dich.


    Bei der Hospiz pass bitte auf, du bist selber noch so in der Trauer gefangen, dass dich das Sterben eines Menschen wieder an den Anfang werfen kann.

    Die Begleitung von Senioren finde ich da für dich im Moment passender. Das ist einfach mein Eindruck. Kann auch irren. Und bitte beginne nicht zu viel auf einmal. Gehe Schritt für Schritt, damit du dich selber nicht überrennst.


    Das nach Hause kommen und keinen Austausch - sowohl verbal als auch körperlich - zu finden, das ist das Schwere. Es kann ein wunderbarer Tag gewesen sein und plötzlich ist das alles nichtig, weil ich es nicht erzählen kann. Es kann ein schrecklicher Tag gewesen sein und plötzlich ist es noch schrecklicher, weil ich es nicht erzählen kann.

    Manchen hilft es, Tagebuch zu schreiben, so als würden sie dem geliebten Menschen jetzt ihren Tag erzählen.


    Seid lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Liebe Bine,

    erstmal möchte ich dir gratulieren, dass du diesen neuen Schritt gewagt hast und dich mit der Seniorengruppe vertraut gemacht hast.
    Es freut mich außerdem zu hören, dass du im Allgemeinen einen guten Eindruck von der Gruppe hattest und dich relativ wohl mit den Leuten gefühlt hast.

    Der Heimweg... hast du immer diesen Weg? Meinst du das Gefühl wäre immer das gleiche oder kann sich das noch ändern?

    Und wäre das ein Grund, nicht diese ehrenamtliche Arbeit mit der Seniorengruppe auszuüben, obwohl dir die Aktivitäten an sich etwas geben?

    Dass du nicht mit Roger deine Eindrücke vom Tag teilen kannst ist natürlich schmerzhaft.
    Aber du kannst sie mit uns teilen. Und vielleicht auch mit anderen Menschen aus deiner Umgebung. Sich über solche Aktivitäten auszutauschen ist für viele Menschen ja noch mal etwas anderes und auch "leichteres" als dich in deiner Trauer zu stützen...leider... Aber man muss mit dem arbeiten, was man hat. So sehe ich das zumindest.


    Vielleicht kannst du es so betrachten: Du hast dich jetzt hinaus gewagt und dabei ist dir wieder etwas Neues klar geworden: Das, was du erreicht hast, kannst du Roger nicht mehr auf "normalem" Wege mitteilen. (Du kannst ihm natürlich trotzdem Briefe schreiben oder ihm am Grab davon erzählen.)
    Jedenfalls, ohne deinen Mut wärst du gar nicht an dem Punkt, dass dir diese neuen Dinge bewusst werden, auch wenn sie schmerzen. Und so kannst du auch versuchen, sie für dich zu verarbeiten. Ich sehe da eine Parallele zu den "ersten Malen", die man ohne den Partner verbringen muss...Weihnachten, Geburtstag usw. Auch da muss man leider durch (egal ob alleine oder eigens organisierten Ausweichaktivitäten), in der Hoffnung, dass es irgendwann normaler wird und nicht mehr so sehr schmerzt.

  • hallo liebe Flora, Astrid, Sora


    flora, ja du hast schon recht - ich werde aber darauf achten mich nicht zu übernehmen :24: ich werde nicht alles gleichzeitig machen an ehrenämtern, was ich möchte ist, mich erst mal weiter orientieren... ob mir vielleicht doch eher liegt, auf "freier" ebene - also ausserhalb von seniorenheim - für alte leutchen was zu tun.


    im grunde reicht mir ebenso wie dir mein haus, garten und ich selbst - aber ich habe angst zu vereinsamen, weisst du? ihr habt meist eure enkel und kinder - davon ist bei mir leider nichts vorhanden. freunde ebensowenig weil die sich alle in den letzten jahren als es schwierig wurde für sie vom acker gemacht haben. nachbarn habe ich die einen schon nicht mehr zur "fürsorge" weil die die schnauze voll haben, auf der anderen hausseite die nachbarn sind nach wie vor nett und ganz ehrlich tatsächlich verständnisvoll... aber das reicht nicht =O=O=O


    meine mutter lebt ihr eigenes leben viele hundert kilometer entfernt mit freund... meine freundin, die echt einzige die ich habe, ist selbst sehr krank und wohnt ebenfalls sehr weit weg...


    ein teil meiner seele wurde amputiert und ich versuche jetzt einfach mit einer passenden prothese weiter zu leben, wobei ich denke diese prothese wird mir niemals wirklich richtig passen, aber vielleicht kann ich mich daran gewöhnen irgendwann einmal :13::13::13:


    liebe astrid, du hast schon recht - hospiz wäre vermutlich wirklich noch zu früh... es ist zur zeit auch nur so eine idee die in mir lebt, nichts konkretes für den moment, nur so ein gedanke als "möglichkeit" in der spähre :24:eine art tagebuch schreibe ich, ja, darin schreibe ich auf WIE ich fühle und WAS ich fühle - es ist eher nicht direkt an roger gerichtet, sondern um meine gedanken aus meinem kopf zu schreiben, damit ich wieder platz für andere gedanken habe.


    liebe sora,


    nein, der fahrtweg wäre auf dauer ein anderer - dieser jetzige fahrtweg hängt mit der auslagerung der senioren zusammen. wenn sie wieder alle in ihrem alten zuhause sind brauche ich nur viel kürzer zu fahren, dann zwar auch einen weg den ich mit roger x-mal gefahren bin, aber unter anderen voraussetzungen.


    danke dir :24: ja, ich kann die dinge mit euch austauschen und erzählen.... und ja, ich erzähle roger ja trotzdem alles, immer und überall, aber eben fehlt der direkte austausch, auch seine freude fehlt mir... und seine umarmungen.....


    lieber gruß von Bine