Mein liebster Mensch kommt nicht mehr nach Hause - ich kann und will das nicht begreifen.

  • Liebe Forumsmitglieder,


    ich weiß gar nicht so recht, was ich schreiben möchte und wo ich anfangen soll. Bevor ich mich heute dazu entschlossen habe, mich hier zu registrieren, las ich in den letzten Tagen in einigen eurer Threads und konnte mich in so vielen eurer Zeilen wiederfinden. Zugleich macht es mich traurig, zu wissen dass ihr auch einen eurer Lieben oder sogar eure Liebste, euren Liebsten verloren habt. Das ist schrecklich und mein Mitgefühl gilt euch allen.


    Mein liebster Mensch, meine Liebe seit acht Jahren, meine Gefährtin und beste Freundin, starb am 27.8.2019 ganz plötzlich. Seither fühle ich mich wie benommen und taub, gleichzeitig aber auch so rastlos, dass ich darüber wahnsinnig werden könnte oder es vielleicht schon bin. Sie war 34 Jahre alt und wir teilten unser Leben miteinander, hatten viele Pläne und Träume für unsere gemeinsame Zukunft, aber weil wir nicht verheiratet oder verpartnert waren und ihre Familie unsere (homosexuelle) Beziehung nicht akzeptierte, weiß ich fast gar nichts über die genaueren Umstände, wie sie gestorben ist. Ihre Familie, die sie wie Dreck behandelte und zu der sie in den letzten Jahren kaum bis gar keinen Kontakt hatte, schließt mich seitdem von allem aus. Es gab sehr unschöne Vorfälle und Zusammentreffen und ich durfte weder an ihrem Begräbnis teilnehmen, noch weiß ich bis heute, wann es stattfand und wo sie begraben wurde. Darüber hinaus sind viele weitere schlimme Dinge passiert, die ich gar nicht näher beschreiben kann, weil ich sie einfach verdrängen muss, um nicht durchzudrehen.


    Meine Freundin fehlt mir so sehr, dass es mich innerlich zerreisst. Mich in unserer Wohnung aufzuhalten ist unerträglich, aber woanders kann und will ich auch nicht hingehen. Ich kann nicht verstehen, dass sie einfach nicht nach Hause kommt und kommen wird. Zusätzlich belastet es mich sehr, so gut wie keine Informationen zu haben und eigentlich mache ich fast nichts anderes, als zu versuchen, ihr Grab zu finden und an Infos über ihren gesundheitlichen Zustand und ihre Todesursache zu kommen. Von den Behörden und Institutionen fühle ich mich im Stich gelassen, weil ich keine oder nur widersprüchliche Auskunft bekomme. Offiziell hat unsere langjährige Beziehung und tiefe Liebe keinerlei Wert, niemand darf mir etwas sagen. In der Türkei, dem Heimatland ihrer Eltern, habe ich vor ein paar Wochen auf eigene Faust an allen erdenklichen Orten, die meine Freundin jemals erwähnt hat und mir mehr oder weniger wahrscheinlich erschienen, gesucht, aber das war erfolglos. Ich habe Angst, nie zu erfahren was genau passiert ist. Ich kann das nicht aufgeben, aber ich weiß nicht wie ich weitermachen soll, zumal ich gar nicht sicher weiß, ob sie überhaupt in der Türkei beerdigt wurde. In Wien, unserer Stadt, ist das grundsätzlich einfacher, aber ich habe mittlerweile alle Möglichkeiten ausgeschöpft und sie nicht gefunden. Von meinem Umfeld wurde mir schon ein paar Mal gesagt, dass ich aufgeben und loslassen soll, es sei immerhin nur ein Grab. Aber ich kann nicht und verzweifle daran, nicht zu wissen was genau meiner geliebten Freundin passiert ist und wo sie hingebracht wurde. Mein liebster, wichtigster Mensch.


    Vielleicht versteht ihr.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm,


    Willkommen im Forum. Wie Du bestimmt schon beim Lesen bemerkt hast, findest Du hier viele Menschen, die ihre(n) Liebste(n) verloren haben und die Trauer viel zu gut verstehen. Die Probleme die Du aber noch zusätzlich hast, machen mich echt sprachlos. Ich wünsche Dir nicht nur Kraft, sondern auch Ideen und Vorschläge aus dem Forum, die Dir vielleicht weiter helfen. Gibt es keine einzige Person aus dem Umfeld Deiner Partnerin, die vielleicht ein bisschen zugängleicher ist?

    LG,

    Sky / Robert

  • Hallo Robert,


    danke für deine Antwort.


    Bevor das alles passiert ist, dachte ich, dass es Familienmitglieder gibt, die nicht so radikal denken und handeln wie die anderen. Meine Freundin hatte zu einem ihrer Brüder und zu zwei Cousinen wenig, aber regelmäßigen Kontakt und, obwohl sie eine „Verstoßene“ war und es viel Druck vom Rest der Familie gab, ein gar nicht mal so schlechtes Verhältnis. Zwar angespannt und schwierig, aber ich hätte nie gedacht, dass sich speziell diese drei so verhalten, wie sie sich jetzt verhalten.


    Die Polizei kam am 27. August mit der Nachricht zu uns nach Hause, daraufhin rief ich ihren Bruder an. Am nächsten Tag waren dieser Bruder und ihre Mutter auch bei uns zu Hause. Leider kann ich mich kaum daran erinnern, aber angesichts der Umstände war dieses Aufeinandertreffen zwar schwierig und distanziert, aber höflich und soweit okay. Ihre Mutter redete nicht mit mir und sah mich nicht an, aber das ist „normal“. Leider - und ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern, wie genau es dazu kam und was ich mir dabei gedacht habe - gab ich ihnen damals die Dokumente meiner Freundin mit und auch Kleider. Rückblickend betrachtet ein großer Fehler. Es wurde aber die Verabredung getroffen sich später am Tag bei einem bestimmten Bestattungsinstitut zu treffen und es stand dabei gar nicht zur Diskussion ob ich bei diesem Termin dabei sein werde oder nicht. Als ich dorthin kam, wurde ich vor dem Gebäude aber von dem anderen Bruder meiner Freundin und einem weiteren Mann abgepasst und mir wurde gesagt, dass ich unerwünscht bin und das Begräbnis nun doch woanders organisiert wird. Ich wurde bedroht und beschimpft und seitdem wird jeder meiner Versuche Kontakt aufzunehmen, abgeblockt, egal wie ich das versuche und egal wen aus der Familie ich erreichen möchte. Auch unsere gemeinsamen Freunde wurden ignoriert oder belogen, auch sie hatten keine Möglichkeit sich zu verabschieden. Ich habe alles versucht, in meiner Verzweiflung und Unzurechnungsfähigkeit auch viel Dummes, das mittlerweile auch rechtliche Konsequenzen für mich hat oder vielleicht haben wird.

    Dabei möchte ich einfach nur wissen, woran meine Freundin gestorben ist und wo sie jetzt ist. Ich muss das unbedingt wissen, weil ich es nicht und nicht und nicht verstehen kann. Wer stirbt mit 34 einfach so? Es ergibt keinen Sinn und ich mache mir aus verschiedenen Gründen sehr große Vorwürfe.

    Nachdem über die Familie kein Weiterkommen möglich ist und ich vorsichtig sein muss, bin ich über jeden Rat dankbar, der in eine andere Richtung geht. Ich werde im Dezember wahrscheinlich noch einmal in die Türkei fliegen, weil ich mir selbst nicht trauen kann und vielleicht etwas übersehen habe, aber eigentlich ist das eine aussichtslose Suche und letztendlich beantwortet es mir nicht meine Fragen, warum und woran meine Freundin gestorben ist. Das schlimmste daran ist, dass meine Freundin zu dem Großteil ihrer Familie den Kontakt bewusst abgebrochen hat. Sie wurde von ihrer Familie nie akzeptiert und sehr schlecht behandelt und sie selbst lehnt deren radikalen Ansichten und ihren radikalen Glauben ab. Sie hat sich bewusst abgewandt nach ganz vielen schlimmen und konfliktreichen Jahren und jetzt sind ausgerechnet die Menschen, die sie nie respektiert haben wie sie ist, diejenigen, die das Recht haben all diese Entscheidungen zu treffen. Das ist so unfair und ich weiß nicht, wie ich das verkraften kann.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm! Erstmals mein tiefes Mitgefühl zum Verlust deiner Lebensgefährtin, ich drück dich mal fest! :30:

    Also deine/eure Geschichte liest sich wie in einem schlechten Roman, es tut mir wirklich sehr leid, dass du das mitmachen musst! :(

    Bekommst du bei der Polizei keine Auskunft, woran deine Freundin gestorben ist?

    Sie war aber zu dem Zeitpunkt schon zuhause oder in der Türkei? Ich kenne mich rechtlich leider nicht so gut aus, aber wenn ihr zusammen gewohnt habt, müsstest du ja auch Rechte haben? Vielleicht kannst du über die Botschaft etwas bewirken? Aber wahrscheinlich hast du das schon alles versucht!


    Ich kann dich gut verstehen, dieses Nichtwissen um die Umstände des Todes und wo deine Freundin jetzt ist, sind für dich sicher sehr schlimm! :( LG Andrea :30:

  • Liebe Sturm,

    willkommen hier im Forum. Mein aufrichtiges Beileid zu Deinem Verlust. Zu Deinem Schmerz kommen noch die vielen Fragen, das setzt Dir ganz gewiss zu. Ich wünsche Dir viel Kraft und Unterstützung von Freunden.


    Du wolltest Vorschläge hören. Ich rate Dir zu einem rechtlichen Beistand, der sich in dieser Kultur auskennt oder ihr selbst angehört. Auf eigene Faust zu ermitteln kann unter Umständen negative Konsequenzen für Dich nach sich ziehen.


    Ich wünsche Dir alles Gute

    LG Ros

  • Liebe Sturm,


    Also wenn so gar nichts geht, obwohl ihr zusammen gewohnt habt und die Polizei als erstes bei Dir war, solltest Du Dir vielleicht einen Privatdetektiv nehmen. Bei den Kosten und auch Risiken, die Deine persönlichen Ermittlungen verursachen, wäre das vielleicht die bessere Lösung, wenn auf normalem Weg gar nichts geht. Du könntest ja mal ein paar Anfragen.


    LG,

    Sky / Robert

  • Liebe Andrea, liebe(r?) Ros und lieber Robert!


    danke für eure Worte und Gedanken.


    Meine Freundin ist hier in Österreich gestorben. Ich weiß zumindest grob, was an dem Tag passiert ist, denn das haben die Polizisten erzählt, ohne weiter zu überprüfen in welcher Beziehung ich zu ihr stehe und ob ich diese Informationen überhaupt bekommen darf. Aber zu dem Zeitpunkt war absolut nicht klar, warum und woran sie gestorben ist und was genau eigentlich in ihrem Körper passiert ist. Auf weitere Informationen wie die Obduktionsergebnisse habe ich kein Recht und das tut so weh. Wir haben alles miteinander geteilt, unser ganzen Leben, und standen kurz davor eine Familie zu gründen. Das einzige Problem ist, dass wir nicht verheiratet waren. Das war zwar Thema für uns und wir wollten das irgendwann machen, aber haben es vor uns hergeschoben und fühlten kein dringendes Bedürfnis und keine Notwendigkeit danach, denn wir waren auch so, wie es war, sehr glücklich. Jetzt bereue ich das so sehr, weil ich sie sofort und ohne zu zögern geheiratet hätte und sie für mich doch eigentlich meine Frau ist und schon lange war. Ich kann nicht glauben, dass sie nicht mehr da ist und noch weniger kann ich das alles verstehen. Ich fühle mich so benommen die ganze Zeit und wie unter Wasser. Kann nicht klar sehen, hören, denken. Es ist so schlimm. Aber was sage ich euch, ich fürchte ihr kennt das auch. Wie hält man das nur aus?


    Die Idee mir rechtliche Unterstützung von jemanden mit Bezug zu dem Kulturkreis zu suchen, ist gut. Danke. Ich hatte bereits Beratung und Unterstützung von einem Anwalt in Anspruch genommen und das war eine furchtbare Erfahrung. Dieser Mensch konnte oder wollte mir nicht weiterhelfen und hat mit einigen seiner Äußerungen für mich alles nur noch schlimmer und hoffnungsloser gemacht. Jemand der die Problematik besser versteht, weil er mit der Kultur und den Ansichten vertraut ist, ist vielleicht wirklich besser geeignet. Jetzt finde ich das so naheliegend und logisch, aber selbst wäre mir das nach dieser schlechten Erfahrung nicht in den Sinn gekommen. An einen Privatdetektiv dachte ich auch schon. Ich muss über beide Möglichkeiten nachdenken, leider auch unter dem Aspekt der Finanzier- und Leistbarkeit.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Lieber Sturm!

    Das tut mir sehr leid.Und das schlimmste ist auch,das du so gut wie nichts weißt,wo sie

    bestattet wurde,dann woran sie verstorben ist.Es wäre gut gewesen,wenn ihr eine

    Vorsorgevollmacht gehabt hättet.Ja nicht alle Anwälte sind ok.Da gibt es auch soviele,

    aber vielleicht findest du noch einen guten.Alleine wirst du sicher nichts rausfinden.

    Vielleicht könntest du auch mal bei der Seelsorge anrufen,die geben einem auch

    ganz gute Ratschläge.Ich hoffe ganz doll für dich,das du es rausfindest.Wenn du

    das wnigstens wüsstest,wäre es eine Erleichterung für dich,das nimmt dir zwar

    nicht den Schmerz,aber so ist es noch schlimmer.Ich wünsche dir ganz viel Kraft

    und bitte mach nicht soviel im Alleingang und von der Familie wirst du sicher

    auch gar nichts mehr erfahren,aber wenn du immer wieder versuchst da

    etwas zu finden und da und du hast keinen Erfolg,dann ist es noch schlimmer.

    Alles Gute für dich.Liebe Grüße Helga

  • Hallo Helga,


    und danke. Ich weiß nicht, ob es eine Erleichterung für mich wäre. Ich habe auch sehr große Angst davor zu wissen, woran meine Freundin letztendlich gestorben ist und wahrscheinlich genauso große Angst, vor ihrem Grab zu stehen. Weil ich es einfach nicht wahrhaben will und weil ich mir Vorwürfe mache, nicht gut auf sie aufgepasst zu haben. Aber trotzdem muss ich das alles wissen.


    Für dich auch alles Gute! Liebe Grüße, Sturm

  • Hallo Sturm


    Ich denke, diese Information braucht "nur" unser Gehirn um alles besser einordnen zu können und um zu verstehen. Unser Herz begreift was geschehen ist und es tut einfach nur weh.


    Habe Deine tragische Schilderung gelesen...... und wie schwer Du es hast an Infos zu kommen. =O


    Hat Deine Freundin schon einmal jemanden aus der Verwandtschaft verloren? Dann kannst Du davon ausgehen, dass sie auch dort begraben ist.

    Wenn ihre Eltern in letzter Zeit nicht in die Tuerkei verreist sind und nicht verreisen kannst Du davon ausgehen, dass sie in Österreich begraben wurde.


    Es gibt in Wien einen islamischen Friedhof...mit Ausrichtung nach Mekka.... vielleicht kannst Du ihn einfach mal "erkunden".


    http://www.derislam.at/iggo/?c…avid=293&par=300&par2=255



    Wuensche dir viel Glueck :24:

  • Hallo Urania,


    schon komisch, ich denke es eher umgekehrt. Das Gehirn weiß nach bald drei Monaten langsam aber sicher Bescheid, aber im Herz kommt es nicht an und ich fühle mich jeden Tag wieder wie in einem ganz schwer zu beschreibenden Schockzustand, wenn wieder ein neuer Tag anfängt und sich dieser Tag wieder so fremd und surreal anfühlt und das einfach nicht mein Leben ist in unserer Wohnung mit unseren Tieren und unseren Sachen, aber meine Freundin ist einfach nicht da.


    Den verlinkten Friedhof kenne ich mittlerweile in und auswendig - ich grase ihn und im Prinzip alle Friedhöfe in Wien immer wieder ab. Das wäre eigentlich gar nicht nötig, da die Friedhofverwaltung hierzulande verglichen mit der Türkei sehr gut ist. Die städtisch verwalteten Friedhöfe bieten auch eine Online-Suche nach Verstorbenen bzw. Gräbern an und man kann sich gezielt nach bestimmten Gräbern erkundigen, aber ich habe auch die Information bekommen, dass Angehörige zumindest den Eintrag im Online-Verzeichnis ablehnen können. Ich weiß nicht, ob die Familie meiner Freundin soweit gedacht hat - ich kann es mir in dieser Extremsituation kaum vorstellen. Jedenfalls konnte ich sie bis jetzt weder durch Online-Recherche oder direkte Anfragen an die Friedhofsverwaltungen noch direkt vor Ort finden. Von dem Verwalter des islamischen Friedhofs habe ich keine Auskunft bekommen, aber auch kein Grab gefunden.

    Ich bin mir auch sehr sicher, dass sie in der Türkei beerdigt wurde. Das macht es auch so kompliziert. Die Familie ist riesengroß und lebt und lebte sehr verstreut in verschiedenen Landesteilen. Leider habe ich auch nur so wenig Einblick und kann mich nur an den Orten orientieren, die ich aus den Erzählungen von meiner Freundin kenne und mir merken konnte. Einige habe ich wahrscheinlich vergessen. Es gibt auch viele gleiche oder ähnlich klingende Namen, die Sprache ist so verwirrend. Man kann sich die Friedhöfe in der Türkei auch nicht so vorstellen wie hier, zumindest nicht in den kleinen Dörfern am Land. Hinzu kommt die Frage, ob die Familie überhaupt ein muslimisches Begräbnis durchbringen konnte. In der Türkei ist das unter der aktuellen Regierung sehr streng, jemand der keine Muslima ist, darf eigentlich nicht auf einem islamischen Friedhof begraben werden. Meine Freundin ist nicht nur keine Muslima, sondern auch noch eine verstoßene Lesbe, die ja aus deren Sicht die ganze Familie in den Dreck gezogen hat. Aber wahrscheinlich hat die Familie in dem Punkt einfach gelogen. Es ist jedenfalls fast aussichtslos ohne ganz konkreten Hinweis zu suchen. Ich verstehe, dass niemand versteht, warum ich trotzdem nicht mit der Suche aufhören kann. Ich verstehe allerdings nicht, wie man nicht verstehen kann, dass mir das so wichtig ist. Ich liebe meine Freundin so sehr. Ich muss einfach wissen, wo sie ist.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm


    Ich verstehe langsam welche Huerden du zu bewältigen hast und durch welches Leid Du gehst....


    Ich wuensche Dir viel Erfolg bei Deiner Suche..... und vielleicht hilft Dir zwischenzeitlich ein kleiner Alter ihr zu Ehren......


    Ich habe so einen da es kein Grab gibt an dem ich hingehen kann. Meine Frau ist im See verstreut und wenn ich dort bin... spuere ich sie nicht. Ich spuere sie hauptsächlich wenn ich in den dunklen Nachthimmel schaue und die Sterne mir betrachte.



    Fuehle Dich umarmt :30:

  • Liebe Sturm! Ich kann gut verstehen, dass du wissen musst, woran deine Freundin gestorben ist und wo sie jetzt ist! Ohne dass zu wissen, kannst du ja auch sicher nichts verarbeiten bzw nicht einmal beginnen, zu verarbeiten!

    Schlimm, dass man mit der Familie so gar nicht reden kann! :(LG Andrea :30:

  • Liebe Forumsmitglieder,


    Mein liebster Mensch, meine Liebe seit acht Jahren, meine Gefährtin und beste Freundin, starb am 27.8.2019 ganz plötzlich. Seither fühle ich mich wie benommen und taub, gleichzeitig aber auch so rastlos, dass ich darüber wahnsinnig werden könnte oder es vielleicht schon bin. Sie war 34 Jahre alt und wir teilten unser Leben miteinander, hatten viele Pläne und Träume für unsere gemeinsame Zukunft, aber weil wir nicht verheiratet oder verpartnert waren und ihre Familie unsere (homosexuelle) Beziehung nicht akzeptierte, weiß ich fast gar nichts über die genaueren Umstände, wie sie gestorben ist. Ihre Familie, die sie wie Dreck behandelte und zu der sie in den letzten Jahren kaum bis gar keinen Kontakt hatte, schließt mich seitdem von allem aus. Es gab sehr unschöne Vorfälle und Zusammentreffen und ich durfte weder an ihrem Begräbnis teilnehmen, noch weiß ich bis heute, wann es stattfand und wo sie begraben wurde. Darüber hinaus sind viele weitere schlimme Dinge passiert, die ich gar nicht näher beschreiben kann, weil ich sie einfach verdrängen muss, um nicht durchzudrehen.

    Liebe Sturm, Ich möchte dich herzlich willkommen heißen im Forum und dir mein Mitgefühl für deinen Verlust aussprechen <3


    Es ist unfassbar was du durchmachen musst. Und ich denke jeder hier wird verstehen warum es für dich dieses Suchen braucht. Wir können den Verlust eines lieben Menschen nicht fassen, und begreifen können wir am besten in dem wir von einem Körper Abschied nehmen, und einen Ort für unsere Trauer haben. Dies wurde dir alles genommen und erschwert den Trauerprozess zusätzlich.


    Wie von Ros bereits geschrieben, würde ich mich auch an einem mit der Kultur vertrauten Anwalt treffen und besprechen was noch möglich ist. Vielleicht ist ihr Bruder auch wieder zugänglicher wenn etwas Zeit vergangen ist, den auch sie sind in ihrer Trauer und mit der Vorgeschichte schwingen bestimmt auch Schuldgefühle mit.


    Ich wünsch dir ganz viel Erfolg bei der Suche, und dass du bald Klarheit und Frieden findest. Alternativ kannst du für dich (auch in der Zeit der Suche) ein Abschiedsritual gestalten, und vielleicht eine Erinnerungsecke.


    Fühl dich hier willkommen unter Gleichgesinnten und frei deine Gedanken und Emotionen mitzuteilen.


    Alles Liebe,

    Isabel

  • Liebe Sturm!

    Oh was du alles aushalten mußt.Ich müßte es auch unbedingt wissen,wenn ich in deiner Situation wäre.

    Sie war ein Teil von dir,und ihr habt soviele schöne Jahre miteinander verbracht und es ist sehr traurig,

    das sie mit nur 34 Jahren gehen mußte und du nichts weißt.Es würde mich auch verrückt machen,

    wenn es mir so ginge.Ich hoffe ganz doll für dich,das du bald erfährst,wo sie begraben ist.

    Schade das die Familie dir gegenüber so unfair ist und dir nichts sagt.Ja es ist sehr schwer

    auch wenn deine Lebensgefährtin kaum Kontakt zu ihrer Familie hatte.Du weißt ja das

    Bestattungsunternehmen und vielleicht gibt es irgeneine Möglichkeit,vermutlich nur

    mit Anwalt da etwas herauszufinden.Ich weiß nicht ob die etwas sagen dürfen,

    da habe ich keine Ahnung aber vielleicht notariel.Ich habe damals wo ich einen

    Anwalt brauchte geschaut im Internet und mir auch die Meinungen durchgelesen

    und habe den richtigen gefunden.Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und hoffe.

    das du bald Klarheit hast.Es tut sehr weh zu lesen,wie du leidest.Liebe Grüße Helga

  • Danke für eure lieben Worte.


    Ich werde nicht aufgeben und sehen, was ich weiter tun kann, auch wenn ich mich zwischenzeitlich immer wieder sehr erschöpft fühle und die Hoffnung nicht sehr groß ist.

    Wahrscheinlich ist es gar nicht so sehr ein Ort oder ein Grab, das ich brauche, sondern einfach das Wissen was mit meinem Schatz passiert ist und was danach weiter mit ihr gemacht wurde, ziemlich sicher ja auch gegen ihren Willen. Ich durfte sie nicht mehr sehen, ich konnte mich nicht verabschieden, von einem Moment auf den anderen ist sie einfach weg. Das ist so schwer zu begreifen und ich fühle mich gar nicht in der Lage mich über eine Art Ritual zu verabschieden oder Fotos, Kerzen oder ähnliches aufzustellen. Für mich ist sie einfach nicht tot und andererseits weiß ich natürlich, dass sie es ist. Ich will das aber einfach nicht wahrhaben, so dämlich das auch klingt.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Für mich ist sie einfach nicht tot und andererseits weiß ich natürlich, dass sie es ist. Ich will das aber einfach nicht wahrhaben, so dämlich das auch klingt.

    Liebe Sturm,


    erst einmal auch von mir mein tiefes Mitgefühl zu Deinem Verlust. Ich hoffe, Du findest Antworten auf Deine Fragen.


    Zum obigen Satz: das klingt nicht dämlich. Ich kann es voll und ganz nachvollziehen, wie vermutlich viele hier. Bei mir ist es 11 Monate und 16 Tage her. Trotzdem ist dieses Nicht-Wahrhaben-Wollen noch immer präsent.


    Ich wünsche Dir viel Kraft.

    So wie es gestern war, wird es nie mehr sein. Und heute kann ich nur ertragen, wenn ich nicht an morgen denke.

  • Liebe Shiva,


    danke für dein Mitgefühl. Das habe ich auch für dich. Ich habe eben kurz in deinem Thread gelesen, aber musste nach wenigen deiner Einträge unterbrechen, weil es mir so nahe geht und es mir so leid tut, dass du deine Liebe verloren hast. Mir ging es in den letzten Wochen meistens so, dass ich mich vom Rest der Welt wie abgekapselt fühlte und total isoliert von den Menschen um mich herum, egal wie sehr ich sie eigentlich mag und wie gut sie es sicher meinen. Wenn ich hier lese, fühle ich mich dem, was ihr schreibt irgendwie verbunden, aber gleichzeitig ist es auch unerträglich. Beschissener Tod. Ich werde es nie wahrhaben wollen, das weiß ich schon jetzt. Was ich einige Male gehört habe in den letzten drei Monaten: "Sei froh, dass du noch jung bist. Das ist ein gutes Alter, um irgendwann noch jemand anderen kennenzulernen. Du wirst nicht für immer alleine bleiben. Etc.pp." Wie kann man sowas sagen? Es ist nicht irgendein Mensch, der jetzt nicht mehr da ist, es ist nicht irgendeine Beziehung, die jetzt vorbei ist. Meine Freundin ist mein Leben. Ich brauche sie. Sie. Sonst niemanden.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm,

    wenn ich so was lese, wie die Mitmenschen reagieren, und nicht merken, was sie Dir antun damit,

    so was bringt mich echt auf die Palme. Drum antworte ich da meistens nicht, weil ich befürchte,

    dass ich dann Dinge schreibe, die weniger schön sind.

    Gut, man entschuldigt es immer wieder, die meinen es ja nur gut oder sie wissen es nicht besser.

    Aber wenn man sich ein kleines bisschen in den Anderen reinversetzt, fühlt man doch, dass man

    damit dem Menschen zusätzlich zu der Trauer auch noch weh tut.

    Ich musste mir auch anhören: Deine Mutti war ja schon alt, jetzt kannst Du Dein Leben leben u.s.w.

    Mann, meine Mutti war mein Leben. Ein Herz denkt nicht und rechnet auch nicht, ein Herz das

    liebt ganz einfach.

    Genauso ergeht es jetzt Dir, mit Deiner Freundin. Man sollte Trauerkarten erfinden für Trauernde,

    welche wir dann den Leuten geben, wenn sie uns verletzen und nur weh tun.

    Aufschriften:

    Bevor Du etwas Falsches sagst, sag lieber gar nichts.

    Oder

    STOP - meine Freundin ist mein Leben und sonst Niemand.

    ODER

    Ja, ich weine immer noch, mein Mann ist ja auch immer noch tot.

    oder

    loslassen - Ich hab meine Mutti nicht an der Leine.

    Und ein Herz, das liebt, liebt für immer.


    Sorry, oh Mann, so was ärgert mich einfach.

    Alles Liebe

    Kornblume

  • Liebe Sturm


    Verstehe Dich vollkommen....


    Bei mir ging es soweit, dass ich nicht zur Aufbahrung meiner Frau gehen konnte... hatte einfach viel zu sehr Angst .. hatte Angst, dass dann endgueltig etwas in mir zerbricht. Ich brauchte ein paar Monate bis ich ueberhaupt die Urne besuchen konnte... Es war unvollstellbar und es brauchte eine lange Zeit bis es endgueltig angekommen war, dass sie tot ist, dass sie nie wiederkommt.... ich denke bis heute ist es ein stueckweit so... sie ist immer noch so nah und doch so fern<3



    Fuehle Dich lieb umarmt