Mein liebster Mensch kommt nicht mehr nach Hause - ich kann und will das nicht begreifen.

  • Liebe Sturm!

    Sicher,das ist ein schwerer Schritt,aber es ist nett von den Kollegen,das sie dich angerufen haben.

    Jetzt mußt du diesen Schritt gehen,und das bald und denke daran,deine Freundin wird dich auch weiterhin

    auf jeden deiner Schritte begleiten.Ich wünsche dir ganz viel Kraft und es ist doch gute wenn eine nette Freundin

    dich begleitet.Du schaffst das,auch wenn es sehr weh tut.Liebe Grüße Helga

  • Das ist von einer unserer letzten Reisen und die war eigentlich eine Katastrophe. Wir hatten einen unverschuldeten Unfall, bei dem zum Glück niemandem etwas Schlimmes passiert ist, doch unser Auto war vollkommen hinüber. Dann mitten im Winter aus dem albanischen Nirgendwo zurück nach Hause zu kommen, brauchte sehr viele, klapprige Busse und einige interessante Zugfahrten. Aber wir waren zusammen und deswegen war es schön. Ich dachte, dass das immer so sein wird oder zumindest noch eine sehr lange Zeit. Dass unser Leben gut ist, weil wir zusammen sind, auch wenn es manchmal schwierig oder nicht schön ist. Meistens muss ich den Gedanken von mir fern halten, aber manchmal versuche ich auch, ihn mir zu verdeutlichen: dass es das jetzt war und dass das jetzt nicht mehr ist. Aber ich kann mir selbst nicht glauben, weil mir das so unrealistisch vorkommt. Meine H. kann nicht weg sein, das geht nicht, das kann nicht wahr sein. Über dem Gedanken werde ich verrückt, glaube ich. Sorry, alles so wirr.

  • Entschuldige, dass ich schmunzeln muss, solche Erlebnisse hatte ich auch mit meiner Frau. Irgendwie ist immer was schief gelaufen doch haben immer weiter gekämpft.


    Ja... Du kannst es nicht wirklich fassen, da Du keinen wirklichen "Beweis" hast, dass sie wirklich fuer immer "weg" ist. Beides-- Unwirklichkeit und wenn es in der Realität mal angekommen ist nicht einfach. Der Prozess schmerzt, doch irgendwann besser wird, auch wenn Du es jetzt nicht glauben kannst und alles so verdammt weh tut...


    Liebe Umarmungen :30:

  • Liebe Urania, im Moment ist das für mich wirklich nicht vorstellbar.


    Am Freitag musste ich nun den Arbeitsplatz meiner Freundin räumen. Mir kommen dazu noch immer nicht die richtigen Worte. Falsch. Am ehesten vielleicht noch das.

    Aber nächste Woche habe ich einen Termin bei einer Anwältin, von dem ich mir viel erhoffe.


    Liebe Grüße und danke, Sturm

  • Liebe Sturm,

    ich bin neu hier im Forum und kämpfe neben dem unfaßbaren Tod meines Liebsten mit absurden, fast schon kriminellen Umständen. Das sind doch alles Verrückte .

    Mir sind zwei Gedanken zu deinen Fragen gekommen.

    Du hast sicher schon den Twitter und Polizeireport von dem Tag durchkämmt, manchmal hilft ein bißchen Informationschnipsel schon weiter. Gab es Zeugen, weitere Beteiligte?

    Ich habe vor vielen, vielen Jahren mit verschiedenen Kulturkreisen im Bereich Kindesentziehung ehrenamtlich zu tun gehabt,

    die besten Ergebnisse haben wir mit Anwältinnen als rechtlicher Beistand gehabt, die nicht im Wohnort der Familie lebten. Falls du noch überlegst, dir rechtlichen Beistand zu holen.

    Alles Liebe

    charlotte

  • Liebe Sturm,


    danke für deine Ideen. Ich habe in ein paar Tagen einen Termin bei einer Anwältin, die selbst Türkin ist und ihre Tätigkeit auch in türkischer Sprache anbietet. Meine Hoffnung ist, dass sie einen Zugang zu der Familie findet, vielleicht über den gemeinsamen Background, weil da aus Sicht der Familie vielleicht eine andere Vertrauensbasis da ist? Zumindest hoffe ich das so sehr. Dass ich rechtlich gesehen keinen Anspruch auf Informationen habe, weiß ich ja bereits. Trotzdem hoffe ich, dass sie mir helfen kann, aber mal abwarten. Ich habe auch Angst, mir zu große Hoffnungen zu machen.

    In den Polizeimeldungen gibt es keine Infos, denn die Polizei war auch erstmal gar nicht involviert, zumindest soweit ich weiß. Ich weiß trotzdem in etwa was passiert ist, nicht aber warum. Meine Freundin ist beim oder nach dem Joggen zusammengebrochen, Passanten verständigten die Rettung. Ich weiß auch in welches Krankenhaus sie gebracht wurde und, dass sie schon da oder nur wenig später nicht mehr gelebt hat. Mehr weiß ich aber schon nicht mehr. Das Krankenhaus durfte mir nichts sagen, die Polizei und andere Ansprechpartner später auch nicht. Mich macht das so verzweifelt, nicht nur weil ich keine Möglichkeit hatte, mich zu verabschieden, sondern weil ich mir auch Vorwürfe mache. Eigentlich war meine Freundin gesund und sehr fit, aber in den Tagen zuvor ging es ihr nicht gut. Wir waren kurz vorher aus dem Urlaub zurückgekommen, sie war dort krank geworden und ihr ging es auf dem Rückflug ziemlich schlecht. Zuhause war das etwas besser, aber ich habe mich einfach viel zu wenig um sie gekümmert und dem zu wenig Beachtung geschenkt.


    In deinem Thread habe ich gestern kurz gelesen - was du erleben musst, tut mir sehr, sehr leid. Ich verstehe nicht, warum so viele hier neben dem größten Unglück unseres Lebens auch noch mit so schwierigen Umständen konfrontiert werden. Als wäre es nicht schon schlimm genug, den wichtigsten Menschen zu verlieren. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es möglich ist, dass ein Mensch in einem Krankenhaus verloren geht. Ich möchte mit niemandem, der im stressigen Krankenhausalltag arbeitet, tauschen, aber einen verstorbenen Menschen nicht wiederfinden zu können? Das macht mich fassungslos. Genauso, dass der Ehering verloren ging... Wie kann das nur passieren?

    Ich habe die Sachen, die meine Freundin bei sich hatte, auch nicht. Wir waren zwar nicht verheiratet, aber trugen Ringe. Ich hätte ihren so gerne.


    Charlotte, dir auch alles Liebe und nochmals danke! Sturm

  • Arbeitsplatz meiner Freundin räumen. Mir kommen dazu noch immer nicht die richtigen Worte. Falsch. Am ehesten vielleicht noch das.

    Aber nächste Woche habe ich einen Termin bei einer Anwältin, von dem ich mir viel erhoffe.


    Liebe Grüße und danke, Sturm

    Liebe Sturm,

    Nun hast du auch diesen wichtigen Schritt geschafft. Ein schwerer, aber sehr wichtiger Schritt in deinem Trauerprozess, im Begreifen was passiert ist.


    Ich wünsch dir für den Termin alles erdenklich gute und drück ganz fest die Daumen das du mit dieser Anwältin Erfolg hast und ein Stück weit Frieden finden kannst <3


    Isabel

  • Liebe Sturm!

    Ich hoffe,das du dieses mal Erfolg hast.Und es ist doch gut,das es eine Anwältin ist und auch noch eine Türkin,das

    ist doch gut,dann hoffe ich ,das sie etwas rausfindet.Und es wäre so schön für dich,wenn du etwas mehr

    wüßtest.Schade,das du selbst ihren Ring nicht bekommen hast,aber wie auch.Ja alles ist so ungerecht.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.Liebe Grüße Helga

  • Liebe Sturm,

    inzwischen weiß ich mehr über die inneren Strukturen dieser Krankenhauskette,u.a. das der Eigentümer demnächst einer der zehn reichsten Deutschen zu sein beabsichtigt über die Gewinne mit kranken Menschen.

    Eine liebe Bekannte aus dem Pflegebereich forscht noch weiter nach.

    Klinikbewertungen online, die ich natürlich jetzt erst lese, reden von Hölle pur, menschenverachtende Kälte usw.

    Letzteres kann ich nur bestätigen, aber der Eigentümer ist bald zehnreichster Deutscher.

    Als wir aber das erste Mal dort auf Anraten unseres Hausarztes waren, hatten wir tolle Stationsärztin und liebe , bemühte Schwestern. Und der Rest: ich habe zwei gesunde Hände und kann auch mit anpacken.

    Ich weiß nicht, ob ich dir damit weh tue, deswegen frage ich lieber vorher.

    Mein Mann war auch Läufer und wir hatten ähnlichen Fall, Urlaub- erkrankt- beim Laufen umgefallen in der Laufgruppe .

    Möchtest du mehr hören ?

    Ich habe gute Erfahrungen mit Anwältinnen aus diesen Kulturkreis.

    Sie sind es gewohnt, sagen wir einmal elegantere Wege , Strategien zu nehmen, als männliche Kollegen, die häufig das Privileg habe, mehr die gerade Marschrichtung wählen zu können.

    Ich kenne diese innere Rattern, wenn soviel an Informationen fehlt, nur zu gut.

    Alles Liebe Charlotte

  • Liebe Charlotte,

    danke, dass du nachfragst. Nein, ich möchte nicht. Bitte nimm es mir nicht übel, aber mir ist das zu viel. Meine Gedanken drehen sich ohnehin permanent um alle erdenklichen und ergooglebaren Möglichkeiten, was meiner Freundin passiert sein könnte und diese Gedankenspirale ist kaum auszuhalten und leider auch nicht aufzuhalten. Fakt ist, dass ich gar nichts weiß. Ich glaube mich zieht es nur noch tiefer hinein, wenn ich mich darüber austausche ohne eine einzige, echte Information zum Zustand meiner H. zu haben. Das schaffe ich derzeit einfach nicht, aber ich habe sehr viel Achtung und Respekt vor eurem Unglück und fühle mit dir!


    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm,

    ich kann dich gut verstehen, da sind so viel , ich weiß nicht, wie in Nebel gehüllte Stundenabschnitte an diesem furchtbaren Tag.

    Ich hoffe so sehr für dich, daß du bald mehr erfährst.

    Alles Liebe Charlott

  • Isabel, Hasi, Urania, Charlott - danke für eure lieben Worte und Wünsche.

    Du handelst, Du tust was! Das ist das Wichtigste gerade!


    Ich weiß nicht. Mir kommt inzwischen alles einfach nur noch sinnlos vor.

    Am Mittwoch hatte ich das Gespräch mit der Anwältin. Sie sagte mir, was ich schon wusste: rechtlich ist das alles korrekt so, ich habe keinerlei Ansprüche. Dennoch wird sie, wenn ich es möchte, versuchen Kontakt aufzunehmen und bei der Familie etwas zu erreichen.

    Das alles hat sich aber relativiert durch ein Schreiben, das ich schon im November bekommen, aber bis gestern leider nicht geöffnet habe, aus Dummheit und Überforderung, vielleicht auch Gleichgültig. Der Alltag wächst mir einfach über den Kopf, die Post stapelt sich, in unserer Wohnung schaffe ich nur die nötigsten Handgriffe. Im Schreiben die Aufforderung eines Anwalts im Namen der Familie, sämtliche Gegenstände/Güter, die zum Eigentum und daher Nachlass meiner Freundin gehören, aufzulisten und diese Liste bis zum Ende einer Frist an ihn zu schicken. Es wird also darauf hinauslaufen, dass sie die Sachen von H. wollen. Mir zieht das den Boden unter den Füßen weg. Für mich steht fest, dass ich das nicht zulassen kann. Was genau ich tun werde, weiß ich aber nicht. Die Anwältin kann mich nächste Woche einschieben. Ich weiß, dass ich alles machen werde, was nötig ist, notfalls einfach lügen, aber mir nimmt dieses Schreiben gerade noch den letzten Rest…ich weiß gar nicht, was genau. Jetzt ist gar nichts mehr da, an dem ich mich irgendwie festhalten kann. Ich kann nicht beschreiben, was ich fühle, nur dass ich es nicht mehr aushalten kann und müde bin. In meinen gestrigen Gefühlen und meiner Zerstreutheit habe ich kurzerhand einen Flug in die Türkei gebucht, einen Tag vor Weihnachten, um dort ihr Grab zu finden. Eigentlich fühle ich mich dem überhaupt nicht gewachsen, aber ich weiß nicht, was ich sonst tun soll. Mir kommt alles zwecklos vor. Nichts bringt meine geliebte H. zurück, nichts bringt sie mir auch nur ein kleines Stückchen näher, aber ich kann trotzdem nicht nichts tun. Sie fehlt mir so sehr und das Alleinsein tut so weh. Es gibt um mich herum andere Menschen, aber tausend Menschen können nichts an diesem Alleinsein ändern, weil ich nur einen einzigen, bestimmten brauche. Mich macht das so verzweifelt.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Im Schreiben die Aufforderung eines Anwalts im Namen der Familie, sämtliche Gegenstände/Güter, die zum Eigentum und daher Nachlass meiner Freundin gehören, aufzulisten und diese Liste bis zum Ende einer Frist an ihn zu schicken. Es wird also darauf hinauslaufen, dass sie die Sachen von H. wollen. Mir zieht das den Boden unter den Füßen weg.

    Liebe Sturm,

    Das tut mir leid. Mir ist nicht ganz klar warum sie auch diese letzten Gegenstände wollen. Und kannst du dich dagegen wehren?

  • Liebe Sturm!

    Ich kann die Familie deiner Lebensgefährtin nicht verstehen.Haben sie dir nicht schon genug Leid zugefügt,

    und dich teilhaben lassen bei der Beerdigung,uvm.Sie haben dich einfach ausgeschlossen.Und jetzt wollen

    sie dir auch noch die letzten Erinnerungsstücke nehmen die du hast,das ist so schlimm.Die haben gar

    keinen Verstand und wissen nicht wie weh sie dir damit tun.Das ist nicht zu glauben,damit dürfen sie

    nicht durchkommen.Gut,das deine Anwältin nächste Woche zeit für dich hat und ich hoffe mit Erfolg.

    Ja ich kann verstehen ,das du am Boden zerstört bist,das ist alles zuviel.Ich wünsche dir ganz viel Kraft .

    Liebe Grüße Helga

  • Liebe Sturm


    Kannst Du ueberhaupt fliegen wegen der Frist vom Anwalt? Deine Anwältin kann bestimmt eine Fristverlängerung beantragen! An sich schreibst Du ja, dass Du dem vielleicht nicht gewachsen bist....lieber den Flug auf später verschieben?



    Hast du irgendjemanden (deine Eltern, Geschwister, Freunde) die Dir mit der Post und mit den Erledigungen helfen können? Die Gefahr besteht, wenn Du keinen Ueberblick mehr hast, dass Du irgendwann mal massive Schwierigkeiten bekommen könntest aus denen Du nur schwer wieder rauskommst.


    Wie ist es mit deiner Arbeit? Kannst Du Dich krank schreiben lassen? Geh zum Hausarzt oder Psychiater! Du brauchst dringend Hilfe und Du solltest nach Hilfe verlangen!


    Sende Dir viele liebe Umarmungen


    Katarina

  • Liebe Sturm!

    Ich mache mir echt sorgen um dich.Schaffst du das denn alleine in die Türkei zu fliegen und hast du einen

    Anhaltspunkt wo du suchen müßtest.Und wenn du dem nicht gewachsen bist,dann verschiebe es.Gerade weil

    es dir ja auch nicht so gut geht mit der Situation.Wäre schön,wenn du eine gute Freundin hättest,die dich

    begleiten würde.Ja ich weiß in der Türkei ist ja Weihnachten erst später,aber bitte sei vorsichtig

    und pass auf dich auf.Ich wünsche dir ganz viel Kraft.Helga