Mein liebster Mensch kommt nicht mehr nach Hause - ich kann und will das nicht begreifen.

  • Was ich meinte ist, das diese verzehrten Bilder und verschwommenen Wahrnehmungen eine Reaktion des Körpers auf den Verlust ist, um nicht von Eindrücken erschlagen zu werden.

    Danke, das ist hilfreich. Dann besteht Hoffnung, dass zumindest das wieder besser wird. Erschlagen fühle ich mich oft, überfordert auch.


    Danke auch euch, liebe Helga und Bine. Leider ist es sehr schwer, sich gegen das Gedankenrasen zu stemmen. Selbst im Schlaf kommt mein Kopf nicht richtig zur Ruhe bzw. schaffe ich es nur selten in eine Schlafphase, in der es mal eine Pause von all den Bildern und Fragen gibt. Aber wahrscheinlich wird auch das besser, wenn ich insgesamt etwas mehr zur Ruhe komme.


    Liebe Grüße und danke, Sturm

  • liebe Sturm,


    auch wenn du es dir kein bisschen jetzt vorstellen kannst... Alles, wirklich alles wird langsam besser. Ein kleiner , sehr kleiner Trost kann vielleicht für dich sein, das alle Trauernden diese Zeiten durchmachen.


    Ich wünsche dir von ganzem Herzen dass ... ja was ?... Es gibt kaum etwas was dich JETZT trösten kann. Ausser das du hier dich etwas geborgen und gut "aufgehoben" in deiner Trauer und deinem Schmerz fühlst<3

    Ja, und natürlich wünsche ich dir, dass du das Grab deiner innigst geliebten Frau findest.


    mitfühlende Grüsse, den die trauernde Liebe bleibt bei uns allen ein wichtiger "Teil" in unserem Leben

    Sverja

  • Liebe Sturm!

    Das wünsche ich dir,das du etwas zur Ruhe kommst.Ja bei mir ist es auch so.Ich habe seit einem Jahr

    nicht einmal durchgeschlafen.Am Abend kreisen die Gedanken,dann dauert es Stunden bis ich einschlafe

    und dann bin ich kurz eingeschlafen und wache schon wieder auf.Wahrscheinlich liegt es auch daran,

    das Ralf mich immer geweckt hat,weil ich gerne lange geschlafen habe und jetzt muß ich mir jeden

    Tag den Wecker stellen.Vielleicht ist da der Druck im Kopf,ob ich pünklich wach werde,das weiß

    ich nicht,aber ich hoffe auch,das es mal wieder besser wird.Ganz liebe Grüße Helga

  • liebe Sturm,


    in den ersten monaten habe höchstens zwei stunden geschlafen in den nächten, wenn überhaupt. tagsüber war ich todmüde aber schlafen war ebenso nicht möglich. irgendwann kam der schlaf wieder häufiger... zwar mit öfterem aufwachen in der nacht, aber immerhin habe ich wieder so etwas wie einen schlafrythmus.


    es kommen immer wieder phasen in denen der schlaf verrückt spielt, aber insgesamt wird sich alles verbessern, das kann ich dir versprechen.


    lieber gruß von Bine

  • Seit über vier Monaten will ich die Zeit zurückdrehen, zurück zu einem Leben mit meiner []., zurück zu dem Zeitpunkt an dem sie und ich vielleicht eine Chance gehabt hätte, zu ändern was sich jetzt nicht mehr ändern lässt. Warum habe ich nicht besser auf sie aufgepasst? Ich werde mir das nie vergeben.

    Heute würde ich die Zeit zumindest gerne anhalten. Ich will nicht in ein neues Jahr gehen, nicht ohne []. Sie fehlt mir so sehr. So, so sehr. Die Zeit ist so erbarmungslos. Jetzt also 2020. Ein neues Jahr. Zukunft. Mir macht das nichts als Angst.


    Ich wünschte so sehr wir alle, die so sehr vermissen, könnten die Zeit anhalten, aufhalten, zurück in der Zeit, zurück zu unseren Menschen, die uns so fehlen, zurück zu unserem Leben. Mich macht fassungslos, dass dieses Leben Vergangenheit sein soll. Wie konnte das nur passieren?


    Ich denke an euch. Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm,


    Du kannst niemanden beschützen oder retten, dessen Zeit gekommen ist. Leider. 😥

    Ich würde die Zeit auch gerne drehen. Vor, zurück, da oder dort, Hauptsache wieder zu meiner unendlich geliebten und vermissten Christie.


    Wir werden unsere Liebsten Wiedersehen!


    LG,

    Sky / Robert

  • Zuerst an ALLE


    ich tippe <3GERADE<3 nicht "ich verstehe dich" an

    weil für mich dann leider die GERADE so,;( so;( so;( schmerzhaften Liebesbekundungen<3 an unsere gelievten Menschen leichter "untergehen" .


    Ich fühle <3<3<3 aber völlig mit

    Liebe, sich verbunden mit ALLEN fühlend

    sendet euch Sverja

  • liebe Sturm<3


    du hast dich mit tiefer , innerer Gewissheit "STURM" genannt. Alle gegebenen Namen , gerade die, die man sich selber gibt, entsprechen einem tiefen inneren Gefühl.

    Bildhaft gesehen...

    Ein Sturm hat eine gewaltige Kraft... Er kann vieles , vieles zerstören...

    letzendlich aber nicht alles...


    Ich möchte es keinesfalls abschwächen , aber dennoch zumindest dir diesen Gedanken einmal anbieten. Ein Sturm kann durch Entwurzelung von ganzen Landstrichen , kleinen Pflanzen, die KAUM eine Chance für grösseres Wachstum hatten,dann den nötigen Freiraum geben...

    Das könntest du und wir alle auf unser Leben, unsere Trauer und unsere Beziehungen zu Menschen so sehen...


    Ich weiss, das willst du ganz und GARNICHT hören. Das ist dein völliges Recht in deinen nach wie vor stürmischen Gefühlen der Trauer... ALLE verstehen das ALLE hier..

    Es gibt leider kein zurück . Das JETZT ist auch nur kurz JETZT... Versuche , wenn es dir möglich ist immer wieder einmal von Atemzug zum nächsten Atemzug zu leben... Das gibt eine kleine innere ruhe und damit Frieden... von Atemzug zu Atemzug leben


    Die LIEBE bleibt ... ist eine ewige Verbundenheitsliebe... und ist unendlich gross... hat Platz für viele Liebe...


    sanfte , liebe Energiegrüsse sende ich dir wenn du es dir vorstellen kannst

    herzlichst <3 Sverja

  • Liebe Sverja,


    ich musste eine Weile über einer Antwort auf deine gut gemeinten Worte nachdenken. Erstmal danke dafür.


    Ursprünglich wollte ich schreiben: Danke für deine gut gemeinten Worte und die Zeit, die du dir dafür genommen hast. Ich weiß das zu schätzen, aber ich fürchte dein Zugang ist ein anderer als meiner.


    Allerdings stimmt das nicht, denn ich weiß gar nicht, was mein Zugang zu alledem ist. Ich habe gar keinen, fürchte ich. Mein über alles geliebter, wichtigster, wertvollster Lieblingsmensch ist tot. Das ist entsetzlich schlimm, es gibt keine Worte dafür und manchmal kriege ich keine Luft, wenn mir klar wird, was das bedeutet. Das ist alles. Mehr habe ich nicht, mehr weiß ich nicht. Kein definierter Glaube, keine höhere Philosophie.

    Das Jetzt, wie du schreibst, ist für mich allerdings nicht nur kurz jetzt. Jeder einzelne Tag kommt mir endlos lang vor und manchmal weiß ich morgens nicht, wie das funktionieren soll und es tatsächlich irgendwann wieder Abend werden kann. So viel Leere, so viel Sinnlosigkeit in so viel Zeit. Von Atemzug zu Atemzug leben… Mein Respekt allen, für die das gut funktioniert. Alles, was funktioniert, ist gut und richtig. Aber nicht alles funktioniert für jeden. Ich denke dabei: von Atemzug zu Atemzug leben? Was soll das bloß für ein Restleben sein? Aber wer weiß, vielleicht denke ich irgendwann auch anders und erinnere mich an deinen Rat.


    Was meinen Benutzernamen betrifft, muss ich dir sagen, dass du dich irrst. Den habe ich mir nicht selbst gegeben, es ist ein uralter Spitzname aus meiner Kindheit, der mir geblieben ist. Hintergrund: in jeder Hinsicht irrelevant. Im Übrigen wäre es mir lieber, ich könnte selbst schreiben, was ich hören will und was nicht. Danke dir!


    Liebe Grüße, Sturm



    Du kannst niemanden beschützen oder retten, dessen Zeit gekommen ist. Leider. 😥

    Lieber Robert,

    ein Austausch über diesen Gedanken wäre sicher auch spannend. Gerade tut es mir persönlich zu weh und ich weiß nicht, was ich glauben kann. Vielleicht bald.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Im Moment sind Traurigkeit und Sehnsucht so übermächtig, dass alle Worte fehlen. Das Vermissen ist so groß, dass es mich innerlich ausfüllt oder auffrisst, kein Unterschied spürbar, und anders kann, darf, soll es gar nicht sein. Ich muss und will []. unter Schmerzen vermissen, wie sollte es auch anders sein?


    Ab morgen wieder Alltag, eigentlich. Ich weiß nicht, ob ich das kann und wie. Die Menschen und alles außerhalb meiner eigenen komischen, kaputten Gedankenwelt sind mir so fremd geworden und ich fühle mich wie eine Außerirdische. Alles ist fremd und unbedeutend oder anders: die Menschen und die Welt sind gleich, aber ich bin fremd und unbedeutend geworden. Alles ist so falsch und wird mit keinem Tag, der vorbeigeht, auch nur ein winziges bisschen weniger falsch.


    Heute traurige Grüße, Sturm

  • Ja, Deine Welt ist kaputt gegangen und wird nie mehr die gleiche sein.... Es ist vollkommen OK sich als Ausserirdische zu fuehlen....


    Der Schmerz lässt Dich fuehlen.. der Schmerz auch wenn es komisch klingt... ist ein Schritt zur Heilung...


    Kannst Du Dir vorstellen fuer Sie einen kleinen Altar zu machen an dem Du Kerzen anzuenden, ihr Bild oder persönliche Gegenstände oder Fotos hinstellen kannst... Ich habe bis heute noch fuer meine verstorbene Frau einen Altar stehen.<3 Der Altar mit ihrer leeren Urne hat mir geholfen und hilft mir es zu begreifen aber auch sie irgendwie in meiner Nähe zu haben... auch wenn ich sie in mir spuere.


    Fuehle Dich umarmt :30:

  • Nein, das kann ich nicht, leider. (Oder auch nicht "leider", keine Ahnung.) Ich kann mich nicht damit konfrontieren, dass sie. (Nicht einmal schreiben kann ich es derzeit.) Dass das hier Realität ist. Dass das jetzt endgültig ist. Nachdem ich an nicht viel anderes denken kann, bin ich natürlich damit konfrontiert, aber schon das ist mir zu viel. Viel zu viel, Hilfe. Mir dann auch noch vor Augen halten, was mich innerlich so zerreisst, ich kann's nicht. Begreifen, das will ich nicht. Unter gar keinen Umständen. Das ist destruktiv und es tut mir leid, einen gut gemeinten Ratschlag so vehement abzulehnen. Mir wurde erst vor kurzem im Bezug auf meine Traurigkeit gesagt, ich wäre schrecklich bockig und stur. Ja, das mag vielleicht so sein. Am Ende ist es mir auch egal, sollte ich tatsächlich bockig und stur sein. Eigentlich ist mir wirklich alles egal geworden. Erschreckend, aber zugleich berührt mich auch das nicht. Alles egal, kein Leben mehr, keine Zukunft mehr. Ich weiß wirklich nicht, wie das alles werden soll. Es ist noch so viel Leben übrig und ich will es nicht mehr haben.

  • Liebe Sturm


    Du weisst am besten, was wann seine Zeit hat.... Ich konnte es auch ne Weile nicht, da ich dachte, dass ich daran zerbrechen wuerde.

    Vielleicht ist das bockige und sture ein Schutzmechanismus... der irgendwann mal wenn Du dazu bereit bist langsam aufweichen wird.... Wuensche Dir viel Kraft und den Mut Dich jeden neuem Tag zu stellen:30::30::30:

  • Eigentlich weiß ich nichts. Aber ja, vielleicht ist es ein Schutzmechanismus. Leider weiß ich ja auch sehr, sehr gut, viel zu gut und sehr schmerzlich, was wahr ist. Zumindest manchmal, für Sekunden oder Minuten, manchmal Stunden. Den Rest der Zeit will ich aber nicht wahrhaben. H. ist ja seit dem Sommer nicht mehr nach Hause gekommen und ich habe nach wie vor das dringende, große Gefühl hier alles für sie bereithalten zu müssen. Ihr Mantel für den Winter hängt am Haken. Ich kann mich nicht mal daran erinnern, ihn aus dem Schrank genommen und dahin gehängt zu haben, aber offensichtlich habe ich es vor einigen Wochen einfach getan. Obwohl mir das eigentlich nur vor Augen hält, wie endlos sinnlos alles ist, kann ich ihn nicht wegräumen. Er muss an diesem Haken hängen bleiben. Falls. Keine Ahnung, falls was. Es gibt für mich kein "falls" mehr, das irgendeine Bedeutung hat. Absurde, sinnlose, verrückte Gedanken.


    Danke für deine Zeilen, obwohl ich im Gegenzug hier derzeit gar nichts Gutes oder auch nur annähernd Freundliches beitragen kann.

    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm,

    Du bist nicht bockig und auch nicht stur, denn alles was Du willst, ist Deine geliebte Partnerin zurück haben und alles Andere

    intressiert Dich nicht. Egal, was die Menschen Dir sagen, in Dir schreit es nur: lasst mich in Ruhe, lasst mich alle mit Euren

    erbärmlichen Weisheiten in Ruhe ich kann das alles nicht mehr hören. Merkt ihr denn alle nicht, wie dreckig und besch......

    es mir geht? Seid alle still, ich ertrage Eure Worte nicht, die sind mir so was von egal. Ich mag mir all diesen Schwachsinn

    nicht mehr anhören. Lasst mich doch alle in Ruhe. Ich will nur noch meine Ruhe haben, ich will doch nur meine H. wieder

    haben. Nur meine H. Sie fehlt mir so sehr. Gibt mir bitte meine H. zurück, ich kann nicht mehr.

    Ach liebe Sturm, lass all Deine Gefühle zu. Das ist Trauer. Auch mich konnte kein Wort der Welt trösten, denn ich wollte

    nur meine geliebte Mutti zurück haben und sonst nichts. Die ganze Welt um mich herum ist mir fremd geworden. Keiner

    da, der mich versteht. In mir schrie es nur noch: Mutti ich will Dich endlich wieder haben. Ich halt es nicht mehr aus ohne

    Dich. Bis heute flüstere ich noch manchmal diesen einen Satz: Du fehlst mir so sehr.

    Liebe Sturm, ich wünsche Dir viel, viel Kraft

    für Deinen schweren Weg.

    Alles Liebe

    Kornblume

  • Ich muss und will H. unter Schmerzen vermissen, wie sollte es auch anders sein?

    Liebe Sturm,

    Ich bin an diesem Satz hängen geblieben, und möchte dich, wenn ich darf, fragen was du damit meinst?

    Ich hab es einige Male gelesen, und es fühlt sich ein wenig nach "Selbstbestrafung" an. Entschuldige wenn ich da etwas rein interpretiere, deshalb frag ich dich direkt, wie du es fühlst...

  • Liebe Kornblume, ja. Danke. Dir auch alles, alles Liebe.


    Liebe Isabel,

    nein, keine Selbstbestrafung, so meine ich das nicht. Aber zugleich ist es sehr schwer in Worte zu fassen, was ich meine, und ich fürchte, ich kann es gar nicht richtig ausdrücken. Was ich meinte ist, dass es mir wie das natürlichste, purste, selbstverständlichste auf der Welt vorkommt, sie so sehr und unter diesen Schmerzen zu vermissen. Das ist eines der wenigen Dinge, die ich als "nicht aus dem Lot" empfinde. [] ist weg, es tut weh. Das macht Sinn, wo sonst nicht mehr viel Sinn ist. Es würde keinen Sinn ergeben, wäre es anders. (Für mich. Meinem Empfinden nach, das zwar ständig Haken schlägt und dem ich ohnehin nicht richtig trauen kann, aber in dem Punkt bin ich mir sehr sicher. Ich will mich ein bisschen "im Lot" fühlen und in dieser Sache fühle ich mich "im Lot".)


    Keine Ahnung, ob das außerhalb meines Kopfes nachvollziehbar oder verständlich ist. Eine bessere Antwort habe ich leider nicht.


    Liebe Grüße, Sturm

  • Liebe Sturm, meine aufrichtige Anteilnahme. Vielleicht habe ich eine Erklärung für Dein Gefühl. Vor der Trauerfeier gab mir unsere Nichte den Rat, mir vom Arzt ein Beruhigungsmittel verschreiben zu lassen, damit ich alles besser überstehen würde. Das habe ich abgelehnt, ich wollte den Schmerz und die Wahrheit mit all meinen Sinnen spüren. Ein paar Wochen später sagte unser Hausarzt mir, dass ich "froh" sein sollte, einen solchen Schmerz zu empfinden. Es sei ein Zeichen dafür, wie groß unsere Liebe gewesen sei. Und eines Tages wäre ich dafür dankbar. Seitdem ist mehr als ein Jahr vergangen, und immer noch ist es nicht einfach, mit dem Verlust umzugehen. Mir hilft es, in diesen Augenblicken mit meinem Mann zu sprechen, weil ich fest daran glaube, dass er nach wie vor an meiner Seite ist und mich beschützt. Ich werde auch manchmal gefragt, wie es mir geht und antworte, dass gesundheitlich alles in Ordnung wäre und ich über den Rest nicht sprechen möchte. So bekomme ich auch keine ungefragten Ratschläge, die einem nicht helfen. Ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel Kraft und hoffe, dass Du einen Weg findest, mit dem Verlust zu leben. Liebe Grüße Luse (und Ich)