Mein Mann liegt im Sterben - am 10.6.2020 ist er verstorben

  • Liebe Lorenza!

    Ja ich bin sehr traurig,das mein Ralf so früh von mir gehen mußte,aber mein Arzt hat gesagt,wenn er es

    überlebt hätte,dann wäre er ein Pflegefall geworden und er hätte nie wieder richtig denken können.Da bin ich

    froh,das ihm das erspart geblieben ist,denn das hätte er nicht gewollt.Ich hätte es auch bestimmt schwer

    ertragen,wenn ich ihn hätte so leiden sehen zu müssen und wenn er mich nicht einmal mehr erkannt hätte.

    Und wir haben auch mal über solche Sachen gesprochen,das hätte er nicht gewollt.Liebe Grüße Helga

  • liebe Helga (hasi) - danke für deinen Beitrag. Ja das gleiche wäre bei Petsch auch gewesen. Ich kann dich so gut verstehen - die Vernunft sagt es war gut - aber wenn ich ihn dann in der noch guten Zeit vor mir sehe - bricht die Vernunft weg und es bleibt diese unendliche Sehnsucht. Ich werde die Urne zu Hause aufbewahren - ob das ein bisschen hilft. Lg

  • leider leider konnte ich die Urne nicht mitnehmen :13:

    ich wusste schon damals, dass es mir guttun würde ...

    es tut mir noch immer sehr weh und macht mich jeden Tag wieder traurig - all die Dinge, die wir nicht mehr ZUSAMMEN erleben können - bei 100%tiger Übereinstimmung der Interessen ist es schwer, etwas zu tun, was NICHT an sie erinnert und mich NICHT paralysiert <X

    ich weiß aber auch, dass ihr Vieles, was sie niemals hätte erleben wollen, durch ihren plötzlichen Tod erspart geblieben ist - für SIE bin ich froh, MIR tut es trotzdem weh :33:

    die Gefühle neutralisieren sich oft, sodass ich dann eigentlich nichts fühle - allerdings bin ich in diesen Momenten auch handlungsunfähig weil da einfach nur Leere ist

    manchmal reagiert dann mein Körper, so wie vor 3 Wochen:

    ich habe UNSEREN Chilisamen gesetzt und konnte plötzlich kaum noch gehen - höllische Schmerzen - eine Entzündung der seitlichen Wirbelgelenke, innerhalb von 2 Stunden - den Kopf hatte ich vorher versucht abzuschalten, damit ich keine Panne beim Einpflanzen der Samen bekomme - da meinte mein Körper wohl, er müsse sich ein anderes Ventil suchen :4:


    es wird wahrscheinlich immer wieder irgendwelche Trigger geben, viele nehmen wir nur un(ter)bewusst war und wundern uns, warum wir, wie aus heiterem Himmel, todtraurig sind, urplotzlich anfangen zu weinen, es uns schlecht geht, wir total durcheinander sind oder unruhig oder wütend oder oder oder .....

    auch nach fast 2 Jahren ist es bei mir ein ewiges Auf und Ab - immer wieder sage ich mir, es muss doch mal ein Punkt kommen, an dem es mir ein Wenig besser geht - WENN ICH meine, einen solchen Punkt erreicht zu haben, dreht sich das Ganze wieder - als solle es garnicht sein X(


    es gibt der Möglichkeiten, wie es Dir ergehen kann, also soooo soooo viele

    aber sicher findest Du irgendwen hier, die/der tatsächlich das Gleiche oder annähernd das Gleiche, erlebt/gefühlt/nicht gefühlt hat

    etliche hier haben sich nicht zuletzt deswegen angemeldet, um zu erfahren, ob sie bescheuert oder verrückt sind, mit dem, was sie fühlen oder nicht fühlen.

    Glücklicherweise gibt es hier NICHTS, was es NCIHT WENIGSTENS EIN 2. MAL GIBT

    DESHALB: immer fragen oder einfach Herz ausschütten :30:

  • Liebe Lorenza!

    Ja vielleicht hilft es dir,wenn du die Urne bei dir hast.Das könnte ich nicht,aber so verschieden ist das.

    Ja die Sehnsucht ist groß und auf alle Fragen,warum,wieso,hätte ich nicht etwas merken müssen,usw

    werden wir nie eine Antwort bekommen.Leider müssen wir damit leben,auch wenn es noch so schmerzt

    ohne unseren Liebsten.Liebe Grüße Helga

  • trauriger speedy - so wunderbare Zeilen die du schreibst und deinen / unseren Zustand beschreibst - ich hoffe, dass diese Sehnsucht irgendwann in Freude über die gemeinsamen Zeit umgewandelt wird. Er fehlt mir so - danke für deine Unterstützung und eine innige Umarmung

  • liebe Helga- ja diese Fragen bleiben wohl für immer unbeantwortet - ich spreche ganz viel mit meinem Petsch, als ob er hier wäre. Gott sei Dank fällt mir das Alleinsein nicht allzu schwer da er ja die letzten 4 Monate im Hospiz verbracht hat und zuvor bereits Wochen im Krankenhaus. Dennoch- ich vermisse ihn jede Stunde - sei gedrückt und LG

  • Liebe Lorenza!

    Ja es hat mir soweh getan,das Ralf am Mittag ins Krankenhaus gekommen ist und ich nicht mehr bei ihm

    sein konnte wegen den ganzen Untersuchungen und dann ja 2,5 Stunden im Krankenhaus gewartet habe,von der Notaufnahme

    auf eine Station,dann wieder zum Notausgang und wieder auf eine Sation und warten ohne Ende und ich hatte ja

    gar keine Ahnung was los ist.Und dann habe ich von seinem Tod erfahren.Ich weiß nicht mehr,habe ich ihn

    zum Schluß nochmal geküßt und dachte erst es wären Kreislaufprobleme.Und er war fast die ganze Nacht

    wach und ist immer aufgestanden,aber ich habe einen festen Schlaf und er hat mich nicht geweckt,wollte

    er mich schon,nicht unnötig aufregen,warum oder hat er gemerkt das es schlimm war,hatte er nie etwas

    gemerkt,gesagt er nie etwas.Da denke ich immer wieder dran,ob ich nicht hätte etwas merken müssen.

    Aber es ist so und ich muß damit leben,das ich es nie erfahren werde,Liebe Grüße Helga

  • Liebe ALLE - ich bitte euch um Buchempfehlungen. Gibt es Bücher, die euch geholfen haben, vielleicht den Blickwinkel verändert haben und neue Gedankengänge ermöglicht haben? Ich habe die Urne meines geliebten Mannes seit 29.6. 2020 zu Hause - es fühlt sich sehr richtig an. Dennoch vermisse ich ihn so sehr! Er hätte am 28.6. 2020 seinen 70. Geburtstag gehabt. Ich bin in der früh in den Garten des Hospizes geradelt und habe versucht die letzten Wochen zu rekapitulieren und diese Erleichterung, dass er gehen durfte wieder zu verspüren. Die Sehnsucht nach ihm ist stärker - wird dieser Schmerz irgendwann weniger?

  • Liebe Bettyna,

    ich habe gelesen:

    "Kein Abend mehr zu zweit" von Uta Schlegel-Holzmann

    "Das erste Trauerjahr" von Eva Terhorst

    "Alleine weiterleben" von Eva Terhorst

    "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    "Von Witwen für Witwen" von Janette Robinson


    ...und noch einige andere Bücher.

    Aber diese hier empfand ich als am hilfreichsten, weil ich mich darin wiedergefunden habe.


    Ich beneide dich darum, dass du die Urne deines Mannes bei dir haben kannst. Bei uns war das leider nicht möglich.

    Ganz liebe Grüße und eine feste Umarmung

    Sabine

  • Liebe Lorenza,

    mein 1. Buch war von Roland Kachler - Meine Trauer wird Dich finden

    Danach folgten

    John Holland - Brücke zum Jenseits

    Joy Snell - Der Dienst der Engel

    James van Praagh mit

    Ihr seid nicht allein und

    Jenseits-Botschaften,

    dazu noch ein Trostbüchlein von

    Frank Maibaum - Liebe wird sein, Liebe was sonst


    Manchmal ist ein Blick ins Buch möglich.

    Liebe Grüße Luse (und Ich)

  • Meine Trauer wird dich finden...,


    ja das hatte ich ausgeliehen und gelesenen. Das war sehr, sehr hilfreich!

    Ein wunderbares Buch.

    Da fand ich ich mich wieder und hilfreich fand ich die Situationen die er detailliert beschreibt - bei dem Verstorben zu sein und nachher am offenen Sarg...

    Wer beschreibt es schon so genau?