Die liebe meines Lebens, mein Lebensmensch

  • Meine große Liebe ist am 11.April 2020 um 12:58 für immer von mir gegangen.

    Ich habe seit diesen Moment, kein Leben mehr, es ist einfach weg. Ich bin schrecklich einsam, und leer, und nichts , egal wie sehr ich mich bemühe, kann mir Freude machen. Er war meine große Liebe, mein Lebensmensch mein alles, ohne ihm ist es unsagbar leer.

    Die ersten Wochen waren ein reiner Kampf, ich war zu nichts fähig, konnte nichts essen, hab in drei Wochen 14 kg abgenommen, konnte nicht schlafen zitterte am ganzen Körper, hatte schrei und weinkrämpfe, hatte Herz brennen das mir bis heute geblieben ist, konnte nicht mal selbständig zur Toilette. Dann kahm die Frage nach dem warum, und hätten wir nur, und wehre er nur und wehre ich nur, und und und...das mich leider immer noch beschäftigt. Dann kahm das, es muss weiter gehen, wir hatten, und jetzt hab ich einen großen Heurigen Betrieb, Weingärten, selbstständig, und wie das Wort schon sagt, das heißt selbst und ständig...alles wächst einfach so weiter, alles gehört weiter geführt, alles braucht seinen immer gleichen Takt.

    Es viel mir schwer, aber ich habe es weiter geschafft, weiter gemacht, und es ist gut , es war unseres, unser Leben, das kann doch nicht einfach alles verludern. Das arbeiten lenkt mich ab, da geht's besser. Heute fast 22 Wochen, nach seinem gehen, erwartet jeder von mir , alles ist gut, und wird Zeit das du wieder normal wirst. Nichts ist gut, und ich bin normal. Ich funktioniere einwandfrei, doch im inneren bin ich immer noch auf Tag eins. Die Freunde melden sich weniger, oder gar nicht mehr, die Familie ebenso. Keiner will ständig vom Tod und trauer umgeben sein, das versteh ich, aber es ist eben so. So bin ich jetzt, so ist mein Leben, und ich will es nicht haben, ich will mein altes wieder zurück haben. Er fehlt mir so schrecklich, und Die Zeit heilt gar nichts, wie ich diesen Spruch hasse. Oder du findest schon wieder jemanden, du bist ja noch jung, als ob ich meine große Liebe einfach ersetzen könnte. Jetzt ist der Moment gekommen, wo ich mich verkrieche in unserem Zuhause, alles noch da meine Liebe, du kannst jederzeit wieder nach Hause kommen, selbst deine Zahnbürste steht nich da.

    Ich weiß, ich bin nicht blöd, das er das nicht wird, aber ich kann nichts wegräumen, geht noch nicht.

    Ja ich bin am Anfang...am Anfang von was...vom alleine Leben, von Stille... die Stille macht mich wahnsinnig.

    An manchen Tagen, schaff ich es recht gut, meistens wein ich am Morgen, das wissen wieder einen Tag ohne ihn verbringen zu müssen, das macht mich so traurig, und dann wieder schaff ich es gar nicht. Ich weine noch sehr viel...immer noch. Drei Schritte nach vor , zwei zurück, so ist es manchmal. Ich hoffe es hilft mir ein wenig , hier zu schreiben, ich habe nicht viele mit dehnen ich sprechen kann, viel Freunde, viel Familie, aber ich merke das ich schon eine Belastung bin für sie, und wie soll ich mich da mitteilen, wenn ich dieses Gefühl habe. Wie gesagt, ich ziehe mich immer mehr von der Außenwelt zurück, ich schaff das nicht, die Blicke, die Erwartungen die sie an mich stellen, ich bin noch nicht soweit.

    Danke für die Möglichkeit mich mitteilen zu können.

    Schönen Abend noch

    Renate

  • Liebe Renate,


    hier bist du richtig. Jeder hat von uns einen schweren Verlust erlitten, aber wir alle stützen uns gegenseitig, so gut, wie jeder kann.

    Schreibe alles was dir auf der Seele liegt.


    LG Luise

  • er hat so gekämpft, warum hat er keine Chance bekommen, wir wollten doch noch leben, haben am 25. Mai letzten Jahr geheiratet, kein erster Hochzeitstag, wehren heuer am 28 Oktober 10 Jahre zusammen gewesen, wollten nach Norwegen fahren, eine Kreuzfahrt sein großer Traum, wir haben doch alles befolgt, alles gemacht, alles so wie Die Ärzte es wollten, dann kahm Corona, und er wurde nicht mehr operiert, keine Organe, er hätte eine Organspende bekommen, stand schon 9 Wochen aufcplatz 1, das nächste passende Organ hätte er bekommen, aber wegen Corona, hat das eben neun Wochen gedauert, und sein Körper wurde immer schwächer, versagte letztendlich. Ich durfte nicht mal zu ihm, wegen dieser Pandemie, erst als er schon im Tiefschlaf lag, ich legte meinen Kopf auf seine Brust, hiel ihn fest in meinen Armen, und hörte seinen letzten Schlag....

  • Liebe Renate,

    Der Verlust deines geliebten Mannes tut mir sehr leid. Wenn du hier schon ein wenig gelesen hast, wirst du merken, dass es den meisten so geht mit dem Rückzug von Familie und Freunden. Es kommt leider sehr häufig vor- viele wissen auch nicht wie umgehen damit.


    Wenn du magst, erzähl uns gern von deinem Mann. Hier ist immer Raum für deine Gedanken und Emotionen.


    Komm hier erstmal an, und fühl dich willkommen <3

    Isabel

  • Danke Isabel, danke Luise

    Ich war in einem anderen Forum, aber irgendwie wartete ich oft Tagelang auf ein Komentar und Stille hab ich genug um mich, da brauch ich nicht noch mehr davon. Ich hoffe ich finde so einen Weg mit meinen inneren ins reine zu kommen, ich bin so fahrig, so aufgekratzt, so ohne Ruhe. Ich arbeite unaufhörlich, oft bis zur völligen Erschöpfung, da geht es mir besser, aber gut ist das sicherlich nicht. Da wein ich nicht, da muss ich mich konzentrieren, da denk ich nicht...

  • Liebe Renate,

    Ich habe deinen Beitrag in den Ordner "Verlust des Partners" verschoben- damit dich andere Betroffene leichter finden.


    Das viele arbeiten ist auch kurzfristig eine "Erholung" von den vielen Emotionen. Doch sobald etwas Ruhe einkehrt, können sie wieder zuschlagen. In der Trauer gibt es leider keine abkürzung. Vielleicht gelingt es dir, dir bewusst Zeit zu nehmen dafür.

    Hast du schon mal an eine Trauerbegleitung gedacht?


    Ich wünsch dir einen möglichst ruhigen Tag,

    Isabel

  • Rückblicke....meinen Mann wurde am 7 September 2019 die Diagnose Leberzirose gestellt. Weit vorgeschritten, eine Transplantation wehre unumgänglich. Wir waren gerade Wein lesen als er zusammenbrach, und noch immer wollte er nur Heim , keine Rettung...nein da holte ich sie.

    Vorzeichwn der Erkrankung waren da, er hatte ständig Nasenbluten, gelbe Haut, orange Augen juckende Haut, ich sagte ihm täglich, bitte geh zum Arzt, ...er wusste das er schwer krank war, ...

    Ich muss dazu sagen wir hattenzu dieser Zeit noch zwei Betriebe, wir hatten so viel Arbeit, ich war restlos überfordert, eine Feier nach der anderen, 200, 300 Personen feiern ...er sagte einmal zu mir, ...Renate ich kann dich doch nicht alleine lassen, wie soll das funktionieren, das schaffst du nicht, ich verspreche dir wenn wir die Weilese fertig haben geh ich zum Arzt....daxwar es schon zu spät. Heute berfue ich das ich ihm nicht dazu überredet habe, dazu gebracht habe, er hat das alles nur für mich hinausgezögert. Ich hab vor lauter Arbeit nicht mal gemerkt wie schlecht es ihm ging. Gäste machten mich darauf aufmerksam....Renate merkst du nicht, wie sehr Walter abgenommen hat, der muss zum Arzt.... nein ich merkteces nicht. Als ich es dann merkte, stritten wir viel, weil er nicht gehen wollte, er könne mich nicht im Stich lassen, .....aber das hast du jetzt.....

    Sieben einhalb Monate, kämpften wir, waren wir nicht auf irgendeiner Untersuchung, so war er ohnehin stationär aufgenommen. Die Ärzte waren zuversichtlich... ihr Mann ist noch jung, kräftig nur die Leber ist geschädigt, alle anderen Organe funktionieren einwandfrei, das schafft er. Wir hielten uns an alles was uns gesagt wurde, er war so zuversichtlich, erzählte von den Dingen die wir, wenn er seine Leber hätte, tun würden. Er dachte nie ans sterben er dachte er schafft es, und ich auch.

    Am 4 April durfte ich meine Liebe das letzte mal wach sehen, die Ärzte riefen mich an ich sollte kommen, ich freute mich , ich hatte ihn schon über eine Woche nicht mehr besuchen dürfen, eben wegen dem Corona. Als Corona noch nicht war, war ich täglich von 10 Uhr Vormittag bis 19, 20 Uhr am Abend bei ihm. Selten das ich mal kürzer war, ich bin wie gesagt selbstständig, ich teilte mir das so ein.

    Die Ärzte wartetenvschon auf mich, mein Mann war dabei...sie sagten uns das auf Grund der Pandemie, jetzt keine Organe mehr zur Verfügung stehen würden, so gut wie keine....mein Mann stand auf Stelle eins, er hätte das nächste passende Organ bekommen, aber da war keins, weil Die Welt eben still stand. Er war auf der Euro transplant Liste, das heißt 9 Länder die da wenn ein Organ passt hin und her schicken, aber durch das Corona, wurde nichts mehr geschickt,wegen der Infektionsgefahr ,er hätte so viel Glück haben müssen , das jemand in seinen Spitälern stirbt, wo alles übereinstimmt, Blutbild, Blutgruppe, usw...da hätt er näher im Lotto gewonnen...

    Sie sagten uns, das diese Pandemie voraussichtlich länger dauern würde, und der Allgemeinzustand meiner Liebe, verschlechterte sich, die Blutgerinnung machte das meiste Problem, die Niere hatte versagt, er hing auf der Dialyse, die wieder wegen seiner schlechten Blutgerinnung immer ausfiel.

    Ich begann zu weinen, mein Mann sagte ....warum weinst du, der Arzt hat nicht gesagt das ich jetzt sterbe, und ich sterbe nicht, du darfst mich nicht aufgeben, hab keine Angst ich lass dich nicht allein...

    Am Abend als ich ging , hatte er Tränen in den Augen, er sagte er wolle so gern Heim...am 6 April haben sie ihm in Tiefschlaf gesetzt, nur damit sich sein Körper nicht so anstrengt, wurde mir gesagt...am 11 April ist er dann an einen Multiorganversagen gestorben. Um drei Uhr morgen rief man mich an ich solle kommen, er stirbt...meine Liebe doch nicht, bitte nicht, nicht mein Mann.... der Arzt sagte ich müsste etwas unterschreiben, damit sie die medikamentenzufuhr befänden könnten, durch die erschweren wir ihm das sterben sagte er, Walters Herz schlug plötzlich ein, zwei Hüpfer schneller, der Arzt sagt , ich weiß er will leben aber es geht nicht mehr, .... warum habe ich nicht nein gesagt , warum hab ich aufgegeben er sagte doch ich soll nicht aufgeben...ich fragte wie lange es dauern würde, er sagte 20- 30 Minuten.

    Zwei einhalb Stunden, hat er noch gelebt, er wollte nicht gehen , er wollte leben , bis zum Schluss hat er gekämpft der Arzt sagte so etwas hätte er in seiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt.

    Ja das ist meine Geschichte, meine traurige Geschichte, der Tag an dem auch mein Leben aufhörte.

  • liebe Isabel, ich hatte eine Trauerbegleitung, aber das war nicht das richtige für mich, oder besser gesagt, diese Person war nicht das richtige für mich. Sie war schlichtweg überfordert mit meinen weinen, meiner trauer und wollte das ich so schnell als möglich zum Alltag übergehe...einfach schrecklich war das. War auch beim Psychologen, bei einer Neurologin, bei einer Enetikerin, ja das war teilweise schon hilfreich, aber nur kurzfristig.

    Die Ärzte wollten mich mit anti depressiva voll pumpen, das war nichts....weinen ist wichtig und gut, das hab ich schon gelernt.

    Es ist halt nur alles so einsam , und ohne Sinn...

  • Liebe Renate,

    Dein tragischer Verlust tut mir von Herzen leid. Ich kann gut verstehen, wie Du Dich fühlst.

    Alle hier im Forum haben einen nahverbundenen Menschen verloren und ich glaube, nur solche Menschen können wirklich fühlen wie das ist.

    Deine Trauer ist noch ganz frisch und es ist noch zu früh, daran zu glauben, dass es irgendwann besser wird. Ich denke, die Arbeit tut Dir gut, weil etwas aus Deinem vorherigen Leben weitergeführt werden kann. Trost gibt es leider nicht, aber hier im Forum gibt es viele liebe Menschen, die Dich auf Deinem langen, schweren Weg begleiten. Du kannst, wann immer Du willst, Dein Herz ausschütten. Du bist nicht allein.

    Wenn Du magst, nehme ich Dich in den Arm und halte Dich eine Weile.

    Stille Grüße

    Sommermond

  • Im Weingarten haben wir geheiratet, unter einem großen Kirschbaum, bin grad da , mach die letzten Arbeiten vor der Weinlese, im Weingarten....da auf den Ästen des Baumes, hängen noch die Bindfäden, an dehnen wir die Lampions gehängt haben....wie unwirklich das ganze, wie glücklich waren wir, wie schön und harmonisch war unsere Hochzeit, mitten im Weingarten, mitten in unserer Welt, haben wir uns das ja Wort gegeben, haben wir unsere liebsten daran teilnehmen lassen....wo bist du meine Liebe, wo nur...

    Bis das der Tod uns scheidet....das ist Blödsinn...bis ICH sterbe...

  • Liebe Renate,

    schön und unendlich traurig die sichtbaren Zeichen aus einer wunderbaren Zeit, alle Erinnerungen stellen sich ein und die Realität ist für Augenblicke ausgeschaltet, leider kommt sie wieder. Ich sehe es genau wie Du, der Tod kann nicht scheiden, was das Leben so innig verband. Ich bin Christ und glaube, dass wir uns wiederfinden dürfen.

    Vielleicht kann Dich diese Hoffnung ein wenig tragen.

    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Alle im selben Boot sitzen...das ist so wahnsinnig traurig... wenn ich denke, das ihr alle solch brennende Herzschmerzen, solch Sehnsucht nach Geborgenheit, solch einfach nur das alte Leben wieder haben wollen, habt...das ist doch wahnsinnig traurig...weil für uns alle gibt es keine Alternative, soooo ist es jetzt, und Punkt...unfassbar.

  • Liebe Renate,


    mein herzliches Beileid zu deinem tragischen Verlust.

    Ich schaue mittlerweile nur selten im Forum vorbei, aber lass dir sagen: Es hat mir gerade in meiner Anfangsphase sehr geholfen.
    Hier sind Menschen, die Ähnliches durchgemacht haben und sich gegenseitig auf ihren Trauerwegen begleiten.

    Schreibe deine Gefühle auf, es wird dir immer jemand zuhören.


    Es ist, gerade in der Zeitrechnung der Trauer, noch nicht lange her, dass du deinen geliebten Mann gehen lassen musstest.

    Nimm dir Zeit für die Verarbeitung.. Wie du schon sagtest: Man macht einige Schritte vor und dann auch wieder welche zurück - und das muss man erst mal akzeptieren, sich selbst nicht deswegen unter Druck setzen.

    Auch der Verlust, unter diesen besonderen Umständen mit Corona und allem... das ist sicherlich sehr schwer anzunehmen. Meinen Schatz verlor ich letztes Jahr durch einen Unfall, den jemand anderes verursacht hat.. auch da habe ich lange Zeit gebraucht, um das begreifen und in Teilen akzeptieren zu können. Es ist und bleibt ungerecht, aber mittlerweile sehe ich noch andere Aspekte unseres gemeinsamen Lebens und nicht nur dieses Unrecht, das uns am Ende widerfahren ist. Das ist mir wichtig.

    Ich wünsche dir, dass du irgendwann auch an diesen Punkt kommst, wo du dich auch mal über die gemeinsamen Erinnerungen freuen kannst. Aber sowas ist am Anfang noch sehr schwer und schmerzt oft. Man muss erst mal durch Vieles durch und das ist ok, das gehört zum Trauerweg.


    Ich denke auch, dass es viele Menschen gibt, die im Tod ihrer Liebsten eine große Ungerechtigkeit sehen und daher oft damit hadern. Meiner Meinung nach sollte man allen Gefühlen nachspüren, aber aufpassen, dass man nicht zu lange in etwas verharrt und sich wochenlang einschließt, weil es sonst noch schwerer wird, wieder nach oben zu kommen.


    Das neue Leben... kaum jemand möchte das neue Leben, wir wünschen uns unser altes Leben voller Harmonie zurück. Auch mir geht es nach über einem Jahr manchmal noch so. Aber ich sehe auch die Veränderungen, die Entwicklung, die ich seitdem durchgemacht habe und bin sogar für manche Dinge dankbar.

    Und letzten Endes kann ich mein Leben nicht vor solchen Schicksalsschlägen schützen, nicht vor allen jedenfalls. Also kann ich mich auch genauso gut in Zuversicht üben.. auf manches habe ich Einfluss und auf anderes nicht.

    So denke ich mittlerweile darüber. Am Ende kam ich (wenn auch unter Protest) immer bei der Erkenntnis an, dass ich mein Schicksal annehmen muss. Und im Idealfall etwas Gutes daraus mache.

    Du wirst deinen Weg gehen, mit deinem Mann im Herzen. Wenn du nicht weiter weißt, wirst du spüren, was er dir jetzt raten würde - da bin ich mir sicher. Das ersetzt ihn nicht, aber es ist ein kleiner Trost, dass er ein Teil von dir geworden ist, der sich in den richtigen Momenten melden wird.


    Bitte bleib nicht zu lange allein, sondern suche auch den Kontakt zu deinem Umfeld, also zu denen, bei denen du dich auch etwas aufgehoben fühlst. Auch sie werden deinen Mann nicht ersetzen können, sie werden dir aber Aspekte von "Normalität" aufzeigen können, die du allein nur schwer oder mit der Zeit erarbeiten kannst.

  • Lebe Sora

    Ich glaube fest daran, das meine Liebe, immer bei mir ist, wie könnte ich es denn sonst schon so weit , ohne ihm , geschafft haben. Ich träume nicht von ihm, sehe ihm nicht, höre ihm nicht, aber ich weiß einfach, das er da ist. Er hat mich immer beschützt, immer war er da für mich, und das tut er, und ist es , immer noch.

    Ja das stimmt, ein Stück von meinen Herzen hat er mitgenommen, aber er hat mir dafür ein Stück von seinem, da gelassen. Ich habe viele Bilder von unserem Leben, viele waren schon, und einige hab ich dazu gehängt, auf unseren Wänden, in unserem Haus, und wenn ich mir die ansehe, tuts nicht weh, nein es versetzt mich in die schöne Zeit zurück, die wir hatten, den Moment genau auf diesen Bild, und das ist gut. Ich habe so das Gefühl, das er noch da ist, körperlich noch da ist, und alles mit lebt.

    Mag sein das das für manche, seltsam ist, ich habe kein Mausoleum, nein da hängt unser Leben, da sind meine Erinnerungen.

    Es giebt keinen Platz, wo sein Bild steht mit einer Kerze davor, es giebt im ganzen Haus Bilder, aber ja die waren auch vorher schon da, Bilder von unseren gemeinsamen schönen Tagen, und es giebt immer eine Kerze die brennt, aber die ist immer dort wo ich gerade bin...

    Meine Liebe, meine große Liebe, fehlt mir, jede Sekunde, und es wird um so länger er weg ist, schlimmer, nicht besser. Die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Zärtlichkeit, nach ihm einfach, macht mich wahnsinnig.

    Seine Familie, hat sich leider, ganz von mir abgewandt, obwohl wir doch so viel gemeinsam unternommen haben , als er noch da war. Warum weiß ich nicht, sie müssen sicher selber erst mal damit fertig werden. Heute vor 22 Wochen....154 Tagen also...ist mein Leben, um Punkt 12:58 , ein ganz anderes geworden.

    Die Stille, die Uhr dieso laut tickt, unser Estro, unser Schäferhund, der sich zu meinen Füßen drückt, dessen Wesen sich auch so verändert hat, er ist so auf Körperkontakt, das war er nie, und die leere dieses großen Hauses...all das drückt auf mein Gemüt.

    Wochenende, Die Zeit wo keiner Zeit hat, jeder mit seiner Familie schöne Stunden verbringt, mit seinen Partner.

    Meine Kinder aus erster Ehe, vier habe ich, kümmerten sich rührend um mich, anfangs, natürlich auch jetzt noch, aber sie haben auch das recht ihr Leben zu Leben, und mich nicht ständig zu betreuen.

    Mein Ältester Sohn, ist seit Walter, mein Mann, krank geworden ist, bei mir. Er hat seinen Job gekündigt, ist bei uns eingezogen, hat die Krankheit,den Tod, die trauer ...alles hautnah miterlebt. Er hilft seit diesen tag , bei der Arbeit, mein Mann fehlt auch dort, ...er sagte damals...Mama ich lass dich nicht allein...und bis heute ist er da, eine große Stütze. Ich achte darauf, ihn nicht zu sehr in Beschlag zu nehmen, ihn sein Leben auch zu lassen, das funktioniert gut.

    Manchmal wird es ihm Zuviel, mein traurig sein, dann geht er für ein zwei Tage, aber das ist auch gut so. Ich wüsste nicht was ich ohne ihm machen sollte, Arbeitstechnisch, aber auch einfach nur das er da ist.

    Meine Kinder, hatten Walter sehr lieb, sie wussten, das er mir gut tat, und deshalb war es gut so wie es eben war. Auch mein Mann, hatte einen Sohn aus erster Ehe, aber das ist ganz anders. Er versuchte immer, Kontakt zu ihm zu haben, aber er wollte das nicht, er wollte mich nicht, wollte nicht das ich da war, und seine Mama nicht mehr. Walter weinte viel deshalb, es war ja sein Sohn, bettelte sogar, aber er kahm nicht, selbst als er schon im sterben lag, selbst nicht zum Begräbnis.

    Jetzt will er Erben...und ja ein Testament haben wir keines gemacht, ich weiß, unverantwortlich, aber meine Liebe sagte immer, ...wenn ich das mache , dann unterschreibe ich das ich sterbe, ich werde nicht sterben, deshalb brauchen wir das nicht... ich wusste das das falsch war, aber ich wollte ihm nicht dazu drängen, oder so.

    Das kommt alles noch dazu, Existenzängste, der Hass der von seiner ex Frau geschürt wurde, der Sohn der keinerlei Reue oder Gefühle zeigt, ...und der Gedanke daran, wie sehr mein Mann, seinen Sohn liebte, was er alles versuchte, um ihn zu treffen, ihn zu sehen, um alles zu klären, .... am letzten Tag, wo er noch sprechen konnte, vor dem Tiefschlaf, sagte er zu mir....Bitte Renate, schau das mein Sohn kommt, bitte....er weinte fürchterlich. Ich fuhr mit dem Aufzug nach unten , rief seine Ex Frau an, erklärte ihr die Situation, bat darum, das sein Sohn kommen sollte, sie sagte.... ich werde es ihm sagen, aber er kommt fix nicht....und hängte auf.

    Ich sagte es meiner Liebe nicht, ich fuhr wieder drauf zu ihm , und sagte ihm ich hätte sie nicht erreicht, es hätte ihm nur unnötig belastet, unnötig weh getan.

    So ist das, soviel Zeug was noch immer in meinem Herzen ist, und in meinem Kopf herum schwirrt.

    Schönes Wochenende euch allen, und danke...

  • Liebe Renate,

    Du schreibst von Glück und Leid, beides liegt so nahe beieinander. Ich finde es wunderschön, dass Du einen innigen Kontakt zu Deinen lieben Mann hast und dass Dein Sohn Dich so unterstützt. Estro hat, wie viele Hunde, ein feines Gespür, das manchen Leuten scheinbar fehlt.


    Die Wochenenden sind immer sehr schwierig. Das dröhnende Ticken einer Uhr in einem leeren Haus ist bedrückend. In solchen Situationen fange ich oft ein Gespräch mit meiner Schwester an. Ich spreche oft mit ihr und frage sie um Rat.

    Für "normale" Menschen ist das sicher daneben, aber Trauer verändert alles.


    Ich wünsche Dir für diesen Tag ein wenig Frieden und dass das Wochenende nicht so lange dauert.

    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Ja Sommermond , ich danke dir, ...du schreibst du bist Christ, .... ich habe immer an Gott geglaubt, und auch immer viel gebetet, gerade in der schweren zeit der Krankheit. Bitte nimm mir meine Liebe nicht, hab ich oft gedacht, ist ja auch wie beten , der liebe Gott hört doch auch unsere Gedanken. Ich hoffe sehr das wir uns einmal wieder sehen werden. Momentan hadere ich ein wenig mit dem Herrgott, weil ich nicht verstehen kann das er es zulassen konnte,unser Glück einfach so , uns wegzunehmen.

    Walter war ein so guter, aufrichtiger Hilfsbereiter gläubiger Mensch, Kapellmeister unserer Ortschaft, zweifach ausgezeichnetes Ehrenmitglied, bei der freiwilligen Feuerwehr dabei, hat immer alles hinten angestell, wenn ihm jemand um Hilfe gebeten hat, er war erst 52 Jahre alt, wir hatten noch so viel vor, wir wollten doch alt werden miteinander... ich kann es nicht verstehen, warum er nicht eine Chance bekommen hat, er hätte sie verdient.

    Zwei Tage nach seinen Tod, habe ich im Radio von einen Mann gehört der, 14 Frauen Missbraucht hatte, darunter waren vier unter 17 jahre,8 davon mit Todesfolge, der im Todestrackt in Amerika auf seine Hinrichtung wartet, und wegen Corona wurde die Hinrichtung verschoben .... ihm brachte Corona Leben... meiner Liebe den Tod....das kann doch nicht im Sinne Gottes sein.

    Seither höre ich keine Nachrichten mehr, sehe kein Fern, und höre keine Musik.

    Ich glaube an Gott, aber er macht es mir nicht leicht.

    Aber das wird sich sicher auch wieder legen, denke ich ....

    :24: