Erinnerungen an Liebgewonnenes

  • Liebe Karin,

    sehr schön <3

    Nur mal eine Sache.So ein Ahorn ist sehr,sehr teuer.

    Bei uns auf dem Friedhof wird leider alles geklaut was nicht Niet und Nagelfest ist.

    Ist mir Gott sei Dank noch nicht passiert. ( nicht zu laut schreien ;) )

    Ganz schlimm solche Menschen die noch nicht mal vor Grabschändung halt machen.......:cursing:

    Bei uns wär der Ahorn bestimmt schon ausgegraben worden.

  • Liebe Birgit,

    ja ich mag diese Leuchtkraft des Ahorns, er hat zu jeder Jahreszeit eine andere Farbe.



    Liebe Gaby,

    bislang sind mir noch keine Dinge vom Grab gestohlen worden.Ich wünsche mir,dass es so bleibt.

    Als das Herz einbetoniert wurde,meinte mein Sohn,wer das ausgraben will,dem sollen die Finger abfaulen.


    Habt einen ruhigen Tag,

    Karin

  • Guten Morgen,

    gestern las ich in anderen „Wohnzimmern“einige von mir verfasste Beiträge unter dem Namen Medina.

    Mein eigenes Wohnzimmer ließ ich im letzten Jahr löschen.


    Fast jeden Tag betreten zutiefst trauernde Menschen das Forum neu.


    Als ich es 2018 betrat,bekam ich Ansprache,mir wurde vermittelt,es hört mir immer jemand zu.

    Es gibt und gab so viele Schicksale.


    Nun hab ich mich verändert,ich hatte mich erst unbewusst,dann bewusst dem veränderten Leben zugewandt.

    Das langsame Sterben meines Mannes hat mir auch seinen Kampf um sein Leben gezeigt.

    Ich glaube,dass ist der Grund warum ich dieses veränderte Leben angenommen habe.


    Das Leben in meiner Familie geht weiter.Die Jahreszeiten,die Geburtstage, Einschulungen,Feiertage,liebgewonnene Menschen sterben,andere Verluste ,alles läuft unerbittlich weiter.


    Was hat sich verändert?


    Ich habe mich verändert, meine Trauer hat sich verändert .

    Es hört sich seltsam an,ich bin an der Tragödie auch gewachsen.

    Ich habe festgestellt,ich konnte viele Steine selbst wegräumen,die mir in den Weg gelegt wurden.

    Ich habe festgestellt,Trauer will allein durchlebt werden,ich glaube sie ist für jeden Menschen einzigartig.

    Es hilft aber sehr,wenn es eine Schulter zum Anlehnen und ein Ohr zum Zuhören gibt.

    Mir hat es immer geholfen,dass jemand mein Jammern kommentarlos ertragen hat.


    Alle schönen Dinge,die ich vorher so selbstverständlich gesehen und angenommen habe,betrachte ich heute anders.


    Ich habe inzwischen sehr viele positive Dinge erlebt,Menschen sind in mein Leben getreten,mussten es auch wieder verlassen.Ich habe Reisen gemacht.

    Meine Trauer hat sich überwiegend in Wehmut verwandelt.

    Mein gestriges Leben beeinflusst mein jetziges Leben mit Erinnerungen.

    Ich lebe im Heute.

    Dieses Heute ist nicht mehr bestückt mit der Frage ,was denken andere Menschen über mich!!


    Ich habe mein Liebstes verloren,habe meine verbliebene Kraft gebündelt und lebe jetzt so,wie es mir möglich ist.Ich verschwende keine Gedanken mehr daran,was andere von mir halten.

    Sie dürfen in meinen Zug einsteigen,sie dürfen ihn auch jederzeit verlassen.

    Auch in diesem Forum ist es möglich,private Kontakte zu schließen.Vielleicht gehen wir mit Menschen,die ähnliches erlebt haben,toleranter um.


    Ich habe festgestellt,es gibt immer dunkle Regentage,da weine und hadere ich natürlich mit meiner Situation.Aber mein Liebster ist bei mir,ich komme immer wieder aus diesem Loch heraus.

    Ja,auch heute ist es noch kräftezehrend,aber es ist richtig so.


    Habt einen ruhigen Tag,

    Karin


  • Liebe Karin,


    danke für den Einblick in Deine Art mit dem Unbegreiflichen umzugehen, ein Beispiel dafür, wie man es schaffen kann, eine neue, andere Sichtweise zu bekommen. Damit wirst Du vielen Mut machen.


    Einen lieben Gruß

    Yoda

  • Ich habe mich jetzt hier mal zu einem Viertel durchgelesen, ich danke Dir ,für deine Erfahrungen , die du mit uns teilst.


    Ich sehe mich in vielen auch wieder.


    Jetzt kommt der erste Advent, mein Schatz ist dann noch nicht mal 3 Monate von uns gegangen, ich wollte nichts machen, nichts dekorieren.


    Aber ich weiss, wie sehr er diese Zeit geliebt hat, wie schön er es fand, wenn ich dekoriert habe und deshalb werde ich das auch tun, evt nicht alles , nicht ganze Haus.


    Ein bißchen habe ich schon angefangen , ich muss weinen ohne Ende, aber ich tue es für ihn und auch für mich. Einen Tannenbaum wird es nicht geben , weil wir den immer zusammen geschmückt haben , dieses Jahr nicht, wenn alles klappt, bin ich dann eh nicht Zuhause.


    Reisen wollten wir auch, 4 Jahre war er jetzt in Rente , leider hat das alles nicht so geklappt.



    Und ich finde den Gedanken schön, ihn auf Reisen in meinem <3mitzunehmen und auch für mich wieder die schönen Seiten des Lebens zu sehen und die auf die Wir - Erinnerungen zu legen. Gefällt mir sehr gut .


    Ich bin weit davon entfernt, in meiner Trauer , die in Wellen verläuft, schon soweit wie du zu sein .


    Aber deine Worte geben mir Hoffnung.


    Wenn ich erstmal umgezogen bin, das dauert zwar noch und erfordert noch viel Kraft und Arbeit, dann werde ich zum zweiten mal Oma , ich werde meine Enkelchen öfter sehen , ich werde mir eine Aufgabe suchen. Später , viel später, irgendwas Ehrenamtliches.


    Ich glaube fest daran , daß die Trauer milder wird, anders. Weggehen wird sie nie.


    Es ist ein langer Weg, ein Heilungsprozess.


    Ich hoffe ich habe nicht zu durcheinander geschrieben, so war es mir gerade in meinem Kopf. Lg,Evi