Ich kann nicht ohne dich

  • Ihr Lieben,


    das fällt mir auch schwer daran zu glauben überhaupt zu denken.

    Doch auf der anderen Seite bemühe ich mich weil ich ja weiß das sie es wollen würde.

    Ich glaube sie würde mir sonst meinen Popo verhauen, wenn wir uns wieder sehen irgendwann.:/;)


    Vlg. Linchen

  • Alles fühlt sich falsch an

    Die Stille im Haus . Wenn ich dann Radio anschalte kommt garantiert ein Lied was mich zum Weinen bringt. Schalte ich den Fernseher ein reden sie vom Urlaub und ich muß weinen weil ich mit meinem Schatz nie wieder in Urlaub fahren kann. Also wieder Stille

    Besuch hat sich auch keiner angesagt. Haben bei dem Wetter besseres zu tun

    Kommentar von meiner Mutter " Das wird wieder ". Danke für`s Gespräch. Ich weiß ja das meine Mutter nicht in der Lage ist Gefühle zu zeigen ( konnte sie noch nie) aber dann sagt sie besser garnix das kenn ich wenigstens von ihr.

    Ich bin müde und gleichzeitig rastlos.

    Es haben viele gesagt wenn ich Hilfe brauche soll ich mich melden. Ich muß wohl noch lernen zu bitten. Früher waren Joachim und ich uns genug.

    Einen großen Freundeskreis hab ich daher sowieso nicht. Und es sind alles Paare. Ich möchte nicht das fünfte Rad sein.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Steffi,


    das ist auch ganz normal ich kann immer noch keine Musik ertragen und ich liebe meine Musik.

    Was melden angeht kann ich Dir sagen vergiss es....lass es bleiben Du wirst schwer enttäuscht es sei denn das Du den jenigen so gut kennst das Du weißt bei dem kann ich mich ausweinen.


    Der Körper braucht eine wahnsinnige Kraft für diese Trauer das Du müde bist ist ganz normal auch das wird anders mit der Zeit es dauert alles.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Steffi :30:, dein Text könnte auch von mir sein :(.

    Alle um uns herum haben ihr Leben .... nur unseres, das ist weg, weg mit dem Liebsten was wir hatten.

    Mich erdrückt die Stille und die Einsamkeit in unserem Haus auch :(.


    Ich setze mich mal zu dir und halte dich :24:.

    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Hallo Kerstin


    Danke für`s halten

    Ja genau so ist es. Ich weiß nicht wie ich das in Zukunft aushalten soll und kann. Manchmal mache ich Joachim deshalb in Gedanken Vorwürfe, weil er mich alleine gelassen hat. Ich weiß ja ,daß er das nicht gewollt hat aber ich bin so verzweifelt.


    Steffi

  • Liebe Steffi


    Ich muss Linchen und Kerstin recht geben bei mir ist es auch nicht anders und auch ich kann keine Musik

    hören ,obwohl es mir Jahre lang gut geholfen ich .


    Ich versuche es mit Fernsehen wenn was mit Urlaub kommt mach ich leiser oder schallte um ,das ist mir liebe

    als dies extreme Stille und ich höre Hörbücher von Audibile .

    Besuche kommt fast keiner außer ich mache Termine mit Bekannten oder Freunden von mir aus .

    Ich habe leider sehr schnell merken müssen das sowie bei euch das Umfeld viel Verspricht aber nichts

    hilft ,ich bin sehr froh das ich zwei Trauerbegleitungen habe die kommen regelmäßig und das tut gut .


    Ich habe beschlossen zu versuchen alles mit mir alleine aus zu machen, ist nicht leicht ,aber besser

    als auf Hilfe zu warten die nicht kommt

    Ich weiße genau meinen beiden sowie euren Lieben wollten das Leben für und 'nicht wie es jetzt ist

    Einsam , Traurig und allein . also rede ich mit ihnen als wäre sie hier .


    ruh dich aus ,es steht uns allen noch eine harte zeit bevor ,denn einfach sterben kann man ja nicht.

    Ich wünsche dir Kraft ,eine Umarmung:24: und ein wenig Trost

    Alles liebe Traurige Birgit:13::13:

  • Ach Birgit

    Das mit Radio und TV ist so ne Sache. Alles gut solange keine Lieder kommen die ich mit Joachim in Verbindung bringe und Sendungen die wir gerne geschaut haben sind auch tabu. In den Nachrichten ist das größte Problem ob und wohin man in Urlaub fahren kann. Da fang ich gleich an zu heulen.


    Aber ich glaube nicht das ich es alleine schaffe. Hier zu schreiben hilft mir schon enorm. Gestern stand bei uns in der Zeitung das ein Trauercafe im Juli wieder startet. Da werd ich mich mal melden um zu sehen ob mir das hilft. Ich halte einfach diese Stille nicht aus. Und ich bekomme von Joachim keine Zeichen so wie du von deinen Lieben. Vielleicht bin ich einfach noch nicht offen genug dafür.


    Und es ist gut daß du deine Trauerbegleitungen hast.


    Eine stille Umarmung

    Steffi

  • Ich habe heute mal auf zwei Nachfragen von Freundinnen ehrlich geantwortet.


    1. Darf ich dich mal besuchen. oh Gott wie schlimm. Will dich nicht bedrängen. Meine Antwort: Es ist ein Albtraum. Wenn du kommen willst ruf kurz an.

    KEINE ANTWORT


    2. Wollte schon die ganze Zeit schreiben, finde aber nicht die richtigen Wort. Meine Antwort: Wenn ich die richtigen Worte kennen wüede dann würde ich sie mir immer wieder vorsagen.Leider gibt es die nicht. KEINE Antwort.


    Aber ich habe für mich beschlossen das ich nicht immer Es geht schon muß ja sage


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EIN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Steffi,


    ja so endet es in der Regel es ist schon komisch.

    Dabei wäre das eigentlich so einfach aber nein es funktioniert einfach nicht.

    Diese Gesellschaft kann und will damit nicht umgehen sie können es einfach nicht.


    Vlg. Linchen

  • Komme gerade vom Hausarzt

    Ich möchte nächste Woche einen Arbeitsversuch starten. Ich hab zwar auf der einen Seite Angst, dass ich es nicht schaffe doch da ist die Hoffnung das es mir ein kleines Stück Alltag zurückgibt. Hab zu Joachim gesagt er müsse mir dabei helfen.

    Ich komm zu Hause mit dem Alleinesein nicht klar. Mag aber auch nicht bei Familie und Bekannten nachfragen ob sie Zeit haben. Die haben alle Familie, Arbeit usw

    Größere Touren mit dem Hund sind nicht drinn. Amigo ist 12 und die Hitze macht ihm zu schaffen da will ich ihn nicht überfordern.

  • Hallo Steffi,


    ging mir genau so. Die Decke im leeren Haus ist mir auf den Kopf gefallen. Gehe nun auch schon die zweite Woche arbeiten und muss sagen das es mir sehr hilft raus und unter Menschen zu kommen. Natürlich ist es erst einmal schwer aber bei mir hat es super funktioniert.


    LG

    Marco

  • Kann dich auch nur ermuntern, diesen Schritt zu wagen.

    Bin auch seit kurzem wieder arbeiten und mir tut es gut wieder etwas Alltag zu erleben.

    Ich komme für eine gewisse Zeit aus meinem Gedankenkarusell, kann nicht dran denken und bin von Menschen umgeben.

    Ich kann dadurch nicht ganztägig in meiner Trauer versinken und habe das Gefühl, ich falle nicht so tief an diesen Tagen.

    Alles Gute für dich!

  • Hab schon ein wenig Angst. Wenn ich beim Einkaufen ältere Paare sehe denke ich warum die und Joachim und ich nicht mehr.

    Aber mir geht es zu Hause in der Stille von Tag zu Tag schlechter. ich erhoffe mir von der Arbeit das es so ist wie bei Wanderin und Scopas. Ablenkung und unter Leuten sein. Meine Kollegen wissen alle Bescheid. Und wenn`s nicht klappt dann weiß ich es wenigstens. Mein erster Dienst ist erst am Dienstag ist ja noch was hin.


    War heute im Ruheforst bei meinem Schatz . Jetzt ist auch das Namensschild am Baum.

    Amigo schnuffelt immer an dem noch sichbaren Erdhügel und legt sich dann daneben.

    Ich war auch irgendwie ruhiger als an den letzten Tagen.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Hallo Steffi,


    Ich wünsche dir von Herzen das es dir die erwünschte Ablenkung gibt. Ich habe letzten Dienstag meine erste Schicht gehabt und die ganze letzte Woche war für mich Horror. Ich habe gedacht es lenkt mich ab. Aber irgendwie machte es das ganze für mich noch schlimmer. Ich hab mich trotz dessen dort hingequält, mit der Hoffnung es lenkt ab. Aber dies war eben das genaue Gegenteil. Diese Woche war wiederum recht angenehm. Ich hatte vor allem in meiner Pause so ein Tief, was nach der Pause schnell wieder verschwand. Gott sei Dank. Dass allen Mut und lasse diesen Schritt zur ,,Normalität" wieder zu. Das brauch jeder Mensch. Man gewöhnt sich an alles. Menschen sind Gewohnheitstiere.


    Ich drücke dir die Daumen und schicke dir eine Stille Umarmung :24::30:

  • Liebe Steffi,

    ich kann nachempfinden wie es dir geht. Wie so viele hier. Mein Mann ist seit 1 Jahr verstorben. (Suizid) Ich bin seitdem am rotieren, unser Leben irgendwie aufrecht zu halten. Eigentlich niemand mehr fragt wie geht es euch. Ich dachte es wird irgendwann besser. Ich muß nur nicht mehr gleich weinen. Es ist eine bleierne Traurigkeit und die Frage wozu ständig kämpfen. Sorry, dass ist sicher nicht tröstend. Worauf ich hinaus wollte: ich hab in der ersten Zeit sehr viele Sachen vergessen. Tausend Dinge zu erledigen und den Überblick verloren. Bei mir ist keine Familie im Hintergrund, allein mit Sohn. Was mir geholfen hat....ich habe ein Notizbuch angelegt in das ich alles aufgeschrieben habe was zu tun war mit Datum, Telefonate die ich wann warum mit wem geführt hatte, Telefon Nummern von Behörden, Ansprechpartner usw. ...In dieser Zeit völlig neben sich zu stehen und trotzdem alles regeln zu müssen....Das Buch nutze ich immer noch, obwohl ich nicht mehr alles vergesse. Es war mir eine Stütze. Auch zu sehen was ich schon alles geschafft habe. Ich wünsche mir für dich, dass du nicht so alleine bist wie ich und die Kraft findest die ich nicht mehr habe. Fühl dich ganz fest gedrückt.

  • Liebe Angelique,

    ja genau das ist meine Angst. das ich den Kopf nicht hab und meine Arbeit nicht gut mache. Oder ich bei einer Aussage von Patienten ausflippe oder Weinen muß. Aber wenn ich es nicht versuche .......


    Liebe Blue,

    ja ich schreib mir auch alles auf. Zum Glück habe ich Familie die mir bei Sachen hilft die vorher Joachim gemacht hat. ohne diese Hilfe wüede ich untergehen. es ist nur noch nicht so einfach für mich um diese Hilfen zu bitten. Ich will keinen nerven.


    Euch eine stille Umarmung

    Steffi

  • Heute hab ich mich mit meinem Sohn und Familie getroffen

    Früher kam meine Enkel immer freudig Oma rufend zu mir. Heute waren sie sehr still. Ein leises Hallo.

    Sie vermissen ihren Opa auch und anscheinend bin ich auch für sie nicht mehr die selbe Oma. Das tut mir leid. Ich versuche es ja aber am Verhalten der beiden seh ich das es nicht funktioniert.


    Die Selbe wie früher?

    Die Steffi gibt es nicht mehr. Zur Zeit befinde ich mich in einem tiefen Tal und kann nicht nach oben.Ich bin mir nicht sicher ob ich es überhaupt will.


    Joachim lag ja 6 Wochen im künstlichen Koma. Ich habe immer bei meinen Besuchen mit ihm geredet als wäre er wach. Aber ich spührte keine Reaktion.

    Einmal am Anfang hat man ihn soweit wach werden lassen um zu sehen ob er reagiert. Er konnte Arme und Beine bewegen. Da durfte ich nicht dabei sein.

    Spätere Versuche mußten immer abgebrochen weil er dann instabil wurde.


    Ich habe mir so sehr gewünscht das er wieder wach wird.

    Ich wollte in seine Augen schauen, seine Lachfältchen sehen seine Stimme hören.

    Ich hätte ihm noch so vieles sagen wollen.

    Wir waren beide sicher zusammen uralt zu werden.


    Und ich weiß nun nicht wie ich mit diesem Schmerz alt werden soll.

    Ich will ja für meine Familie da sei. Meine Enkel aufwachsen sehen.

    Ich hoffe das mein Schatz mir hilft mit dem Ganzen klar zu kommen. Ich bin mir sicher das er mir hilft wenn er kann.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Hab heute morgen die Post für morgen fertig gemacht ( Ich bekomme alle Rechnungen vom Krankenhausaufenthalt von Joachim und muß Kopien an Versicherung und Beihilfe schicken)

    Bei jeder Rechnung die hier ankommt werde ich daran erinnert was Joachim auf der Intensiv Station alles " durchmachen " mußte. Ich weiß ja dass alles dem Ziel diente ihn ins Leben zurück zu holen. Aber jedsmal frage ich mich auch ob er es geschafft hätte wenn irgendwas anders gelaufen wäre.

    Am 17.5 hat mir der behandelnde Arzt mitgeteil, das wegen der massiven Hirnblutung ein Weiterführen der Therapie nicht mehr zu beführworten wäre. Habe ich das zu schnell angenommen? Hätte ich nicht zustimmen sollen? Hab ich meinen Mann zu schnell aufgegeben? Ist er mir böse ?
    Ich kann nur hier sitzen und weinen. Aber Antworten erhalte ich keine.

    Es tut heute unfassbar weh!

  • ich Frage mich das auch immer ...obwohl ich die Antwort eigentlich weiß :13:es gab für meinen Schatz keine Chance...der :13: Blutkrebs hat ganze Arbeit geleistet...es war alles was es gibt am abstoßen vor allem seine Haut...dann versagte nach und nach jedes Organ...und heute vor 7 Monaten :33::33:

  • Liebe Steffi


    Ja es ist eine sehr schwere zeit und sie wird leider nicht leichter .

    Mein Mann hat zwar in seinen letzten Tagen nicht im Koma gelegen sondern hat so starke

    Schmerzmittel bekommen .das er nicht wach wurde.

    Ich habe auch mich ihm gesprochen und auch heute spreche ich mit meinen Toten Mann

    und mit meinen Kind als wären hier noch hier.es hilft mir ich bekomme

    mach mal kleine Reaktionen .

    Das ist natürlich nicht so als wären beide noch hier, aber da ich viel Alleine bin ,hilft es mir

    über den Tag .


    Alles liebe


    Traurige Birgit