Ich kann nicht ohne dich

  • Das geht mir ganz genauso Steffi :(. Wenn ich beim Einkauf Paare sehe oder auf dem Friedhof ..... ich ertrage es nicht.

    Warum Steffi, warum dürfen wir das nicht mehr ?

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Steffi, liebe Kerstin,


    die selben Gedanken habe ich auch wenn ich Paare sehe. Es tut so verdammt weh, wieso die und wir nicht. Ich fühle das selbe wie ihr obwohl die anderen Paare keine Schuld an unserer Situation tragen.


    Ich vermisse meinen Engel so extrem. Ich liebe dich so unendlich mein Schatz.


    LG

    Marco

  • Wo ist die Steffi die immer gesagt hat für jedes Problem gibt es eine Lösung. Stell mich vor den Spiegel und sag ja Pech jetzt weißt du nicht mehr weiter

    In den ersten Tagen hab ich oft gedacht am einfachsten ist es du gehst ihm nach. Aber das wäre falsch und meiner Familie gegenüber böse.

    Jemand hat hier mal geschrieben jeder Tag der vorüber ist bringt uns unseren Lieben einen Tag näher. Das hat mir geholfen.

  • Hab mir gerade noch mal das Lied von Unheilig " Ich würd dich gern besuchen " angehört. Ist eins der Lieder die an seiner Beisetzung gespielt wurden. Muß jedesmahl weinen. Aber danach ist für einen kurzen Moment so eine Wärme im Herz.

    Wenn ich mir jetzt unseren Hund Amigo so anschau , weiß ich mein Schatz will, daß ich gut auf den alten Kerl aufpasse. Er hat ja schon den Chef verloren.

    Es ist für uns alle schwer und manchmal fast unerträglich so weiterleben zu müssen. Aber so wie meine Fellnase mich braucht so gibt es bei euch allen jemanden der froh ist das ihr da seid.

  • liebe Steffi bei uns lief auch als erstes...so wie du warst...dann ich würd dich gern besuchen und als letztes Winter..wir waren auf vielen Konzerten :13:und mein SCHATZ hat es sich gewünscht

  • Hallo Babajaga, das letzte Lied Winter kannte ich nicht. Hab es mir gerade zum ersten mal angehört. wie alle Lieder von Unheilig einfach schön

  • Liebe Steffi

    Ein leises Willkommen hier..... wo eigentlich keiner sein möchte und tritzdem sind wir alle froh das es diesen Ort gibt.

    Ich weiss es gibt keine Worte die dich trösten..... aber alle hier wissen ganz genau wie du dich fühlst und wie abgrundtief dein Schmerz ist......

    Das mit den hinterher Sterben wollen verstehe ich vollkommen....

    Nachdem mein Sohn Robin am 18.November 2020 ins Nimmerland vorangegangen ist war es nur mein jüngerer Sohn Luan der mich hier gehalten hat.....

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • ich dachte auch immer, bis zum Tod ist das schlimmste durchgestanden.....aber es kam noch schlimmer und es endet nicht...

    Ja Nasch ..... bis zum schlimmsten Tag hatten wir auch noch einen kleinen Funken in uns - den man Hoffnung nennt.

    Dieser Funke ist nun auf immer verglüht ;(.

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Hallo Mel021099

    Danke für dein Willkommen und ja ich will nicht hier sein bin aber froh das es diesen Platz gibt. Es tut mir unendlich leid daß du deinen Sohn verloren hast. Fühl dich gedrückt


    Hallo Nasch

    Ich merke wie es mich jeden Tag ein wenig mehr zerreißt. und ich hatte noch nie so viel Angst vor dem was da noch kommt.


    Hallo Dolore

    In der Zeit der Hoffnung habe ich Pläne geschmiedet was ich alles machen kann damit sich mein Schatz zu Hause erholen und wieder gesund wird.

    Dann wurde mit einer riesen Keule alles in tausend Scherben zerschlagen und da sitz ich jetzt mittendrinn

  • Es ist immer noch so viel Tag übrig. Heute war ich mit Amigo an Joachims Baum. Ist ja ein Stück auch mein Baum hab den Platz neben meinem Schatz schon erworben. ich frage mich wann ich dort verweilen kann ohne das Gefühl innerlich zu zerreißen. Ich versuche ihm was zu erzählen aber dann kann ich doch nur weinen so weh tut es. Bin froh das ich den Hund habe der gibt mir Halt und schaft Tagesstruktur.

    Als Joachim noch in der Klinik lag kam ich auf die Idee für ihn seine Werkstatt aufzuräumen. Er war ein begnadeter Handwerker aber aufräumen war nicht sein Ding. Alles immer rumstehen lassen und dann nix mehr finden. Bin bis zum 17.5 nicht fertig geworden und schaff es jetzt nicht mehr weiter zu machen. Im Gegenteil das Chaos hätte mich an ihn erinnert. Auch hab ich alle Kleidungsstücke gewaschen. Logo hatte auch schon die Tasche gepackt wenn man ihn auf Normalstation verlegt. Hab jetzt angefangen und trag zu Hause seine Shirts um mich ihm näher zu fühlen. Sein Lieblingskissen vom Sofa sprüh ich mit seinem Deo ein.

    Ich hab bei einigen von euch gelesen, daß ihr spührt das eure Lieben bei euch sind. Ich bin leer fühle niemanden und nix. Ich liebe diesen Mann mehr als mein Leben und jetzt spühre ich ihn nicht WARUM

    Wärend des künstlichen Komas hab ich immer nur schöne Dinge erzählt weil ich gelesen habe, daß es für viele Patienten eine sehr schlimme Zeit ist. Hätte so viele Fragen gehabt. Hab immer zu meinem Sohn gesagt wenn Joachim wach wird zieh ich ihm die Ohren lang für den Schrecken den er mir zugefügt hat. Jetzt würde ich ihm gere sagen war nicht schlimm Hauptsache du bist da.

    Wenn ich sehe wie lange hier manche schon mit diesem Leid leben müssen ---- ich weiß nicht wie ihr das durchgehalten habt und immer noch durchhaltet.

  • Liebe Steffi,


    dein Verlust tut mir von Herzen leid, es dauert Du stehst noch unter Schock Du wirst ihn spüren es dauert eine Weile Du wirst Zeichen bekommen es kann alles mögliche sein.

    Wir leben nicht ,wir überleben. Gehe einfach immer Stück für Stück, lebe einen Tag nach dem anderen ohne Plan ohne Ziel.

    Es dauert so lang wie es dauert und gut wird es nicht mehr anders ja aber nicht gut.

    Jedenfalls für mich nicht.

    Wie könnte es auch.

    Es ist ein Alptraum aus dem es kein Erwachen gibt.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen1,


    Dann werde ich weitermachen so gut ich es eben kann und warten bis ich meinen Schatz in meiner Nähe spüre

    Dank dir für deinen Trost


    Steffi

  • Liebe Steffi,


    man sagt, die Seelen brauchen in der Regel erst eine gewisse Zeit um selbst zu verstehen und zu begreifen,

    was ihnen passiert ist. Und da sie sich nicht mehr so bemerkbar machen können wie in der Zeit ihres Erdenlebens,

    müssen sie es auch erst erlernen, uns Zeichen oder Botschaften zu schicken, die wir dann als solche wahrnehmen können.

    Und da sich in unserer Trauer und unserem Schmerz, aber auch noch unsere eigene Wahrnehmung verändert, weil wir so sehr

    mit uns und unseren Gefühlen beschäftigt sind, nehmen wir Zeichen die wir bekommen, oft auch nicht gleich wahr.


    Ich hatte meinen ersten, ganz intensiven Zeichen aus der jenseitigen Welt bekommen, als 1994 meine beste Freundin verstarb.

    Wir hatten ein ganz inniges, tiefes Verhältnis zueinander.

    Ihre Seele war bereits während ihres Sterbeprozesses bei mir ..... was ich aber erst einige Stunden später erkannte, als ich den Anruf

    von ihrer Schwester bekam, dass und wie sie verstorben ist. Ich habe ihren Todeskampf unbewusst (obwohl sie 600 km von mir entfernt war),

    miterlebt und das war keine schöne, sondern eine für mich und meinen Mann, sehr beängstigende Erfahrung. Auch die ersten 6 Wochen

    nach ihrem Tod, war sie ganz oft bei mir und ich habe es auch ganz intensiv gespürt (übrigens auch unser Hund den wir damals hatten).


    Als mein Mario starb dachte ich, das ich vielleicht dieselben Erfahrungen wieder mache .... aber bei ihm war es ganz anders.

    In den ersten 3 Monaten habe ich garkeine Zeichen bemerkt oder keine bekommen, ich weiß es nicht.

    Aber dann bekam ich ein erstes, sehr deutliches Zeichen (das ich auch erst nicht einordnen konnte) und in der Folge dann regelmäßig.


    Jede verstorbenen Seele hat seine ganz eigene Art sich zu melden. Du wirst von deinen Schatz irgendwann Zeichen bekommen.



    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Warum haut es mich ( und vielen von euch geht es ja auch so ) so völlig um wenn Leute die mir nichts bedeuten mich kritisieren. früher wäre mir das ins linke Ohr rein und auf direktem Weg durchs rechte wieder rauß. Weil ich zu einem höflichen Menschen erzogen wurde hätte ich dabei sogar gelächelt.

    Ich habe diese Kraft nicht mehr. Ich bestehe nur noch aus diesem Gefühl in meiner Trauer zu ertrinken. Der Lichtblick sind eure Geschichten die mir zeigen es geht jedem hier so und trotzdem lebt ihr auch nach Monaten oder Jahren noch. Immer noch traurig aber ihr seid noch da

    Vielleicht erwarte ich auch zu viel. Vor dem Tod von Joachim habe ich auf nichts von diesem Leid gewusst. Hab auch bei manchen Verstorbenen gedacht es war doch Erlösung vom Leid oder er/sie war ja schon alt. Aber das alles hilft denen die zurückbleiben nicht. Sie verspüren diesen Schmerz , diese Einsamkeit. Und diejenigen um die niemand trauert hatten ein einsames Leben.

    Mein Leben war gut so wie es war. Joachim und ich haben unsere Träume verwirklicht und wir hatten noch Träume was wir zusammen erleben wollten. Der Tod hatte dort keinen Platz. Ich hielt es für selbstverständlich daß wier noch lange Zeit zusammen haben. Auch wenn ich weiß das wir uns wortlos verstanden haben und jeder sich der erlichen Liebe des anderen sicher sein konnte. ich würde so gerne noch so vieles sagen.

  • ich befasse mich sehr viel mit der Trauer, Trauerarbeit usw....und ich habe gehört/gelesen, das man in der Trauer sehr verletzlich und angreifbar ist...Ich habe in meinem Leben schon viel negatives erfahren, aber in der Trauer verletzt zu werden, kann ich einfach nicht mehr verzeihen...

  • Hallo Steffi,


    vieles, was Du schreibst habe ich auch so empfunden.


    Dass man z. Bsp. den verstorbenen Partner spürt - dieses Gefühl will sich bei mir auch nicht so recht einstellen.


    Was ich aber ständig spüre ist dieses schmerzhafte Stechen oder Ziehen in der Bauchgegend. Ich stelle mir dann vor, dass die seelische Bindung wie ein dickes Seil vom Diesseits ins Jenseits reicht und jeder aus seiner (ihrer) Seite aus daran zieht. Der Gedanke, dass der Partner auch trauert in welcher Form auch immer, hat tatsächlich etwas Tröstendes. Du fühlst Dich mit Deinem Schmerz nicht so alleine, und der/die das am besten versteht ist bei Dir. Ich rede dann mit meiner Frau und denke dann, bin ich nun verrückt geworden ? Nein, Trauernde machen manchmal komische Sachen.


    Das mit der verlorenen Kritikfähigkeit und Empfindlichkeit kenne ich auch. Deswegen kann ich meinen Beruf zur Zeit nicht ausüben.

    Standhaft bleiben, mal was an sich abprallen lassen...cool bleiben, alles weg. Die Schutzhülle ist weg, die Sicht der Geschehnisse um einen herum ist verzerrt.

    So sind Symptome einer traumatischen Erfahrung (posttraumatische Störung, hat man mir gesagt). Die Reaktionen sind deshalb sehr irrational aus Sicht der lieben Kollegen. Eine professionelle Unterstützung der Trauerbewältigung ist deshalb kein Fehler. Bei uns hier gibt es ein Trauercafe, das einmal im Monat stattfindet, hier gehe ich ganz gerne hin.


    GLG

    Mario


    Nasch

    die Verletzungen bleiben nicht aus, die Trauerwelt und der Zustand in dem man sich befindet, passen einfach mit den Lebensanforderungen der westlichen Welt nicht zusammen - meine Meinung. Eine Erfahrung, die hier bestimmt sehr viele teilen.

    Z. Bsp.: Ich habe von keinem einzigen hier aus der Nachbarschaft eine Kondolenz erhalten, nicht eine...und es gibt genügend Nachbarn hier. Dass die dunkle Frau im Plastiksack weggebracht wurde, haben alle hier mitbekommen. Das ist für mich zutiefst verletzend.

  • Lieber Mario

    eine der mobilen Palliativ-Krankenschwestern, die sehr oft bei uns im Haus waren, meinte, ich soll meinen Mann nachts abholen lassen, damit wir nicht den neugierigen Blicken der Nachbarn ausgeliefert sind.

    Die schlimmsten Verletzungen hab ich von meiner Familie erlebt, folgend von sogenannten Freunden, die sich wenig oder überhaupt nicht bei mir gemeldet haben.

    Wenn es mir irgendwann wieder etwas besser geht, und ich wieder gesellschaftsfähiger bin, werde ich mir ganz langsam einen neuen Freundeskreis aufbauen, aber es eilt nicht, noch bin ich nicht so weit.

    Ich werde nie vergessen, wie mein Schatz und Mama mit dem Leichenwagen (inclusive Innenbeleuchtung) abgeholt wurden. Ihre letzte Fahrt von zuhause weg, für immer......

  • Alle Aufgaben erledigt. Leider ist noch viel Tag übrig. War heute alleine mit meinem Hund unterwegs. habso über dies und das nachgedacht. ich glaube ,Daß ich Joachim nicht spüre liegt an mir selbst. Mein Herz schreit nach ihm, aber mein Kopf sagt das gibt es nicht er ist tod und weg.

    Jetzt fühl ich mich leer. Ich schau sein Bild an. Er lächelt mich an. Mir laufen die Tränen, denn da ist nichts.

    Als er noch auf der Intensivstation lag hab ich viel von ihm geträumt. wie er wieder auf die Beine kommt. das er stolz auf mich ist weil ich alles so gut geregelt hatte. Und jetzt ist da nichts. Alles umsonst. Gehofft gebetet-------- und verloren. Wenn ich jetzt auf den Rechnungen sehe was die alles mit ihm angestellt haben und was die alles untersucht haben tut es noch mehr weh, daß ich nicht täglich bei ihm sein durfte um ihm beizustehen.

    Ich wünsche mir daß es da wirklich einen " Ort " gibt an dem mein Schatz jetzt befreit von Schmerz und Angst ist. Und das ich vielleicht irgendwann auch spüre das er noch in meiner Nähe ist so wie das bei vielen hier ist.