Ich kann nicht ohne dich

  • Ich denke diesen Ort gibt es bestimmt. Ich hoffe das alles hier ist eine Prüfung und wir haben sie noch nicht bestanden. Wie alt bist du wie alt war dein Mann. Ja die Einsamkeit ist das allerschlimmste.

  • Hallo Alexa


    Joachim 57 Jahre und ich 55 .

    Heute morgen war ich wieder im Ruheforst bei Joachim. Ich versuche ihm dann zu erzählen was so passiert ist aber ich fang dann gleich an zu weinen. Ich bin nicht fürs Alleinsein gemacht.

    Hatte heute viel zu erledigen. Versicherung, Danksagungskarten fertig machen.

    Am Nachmittag hab ich welche bei Verwanten vorbeigebracht. Wir haben dann lange geredet , von Joachim . Geschichten von früher. das hat richtig gut getan.

    Aber kaum bin ich hier zu Hause ist da wieder alles so trostlos und ich weine viel. Hab ein richtig schlechtes Gewissen gegenüber meinem Hund. Er kommt mit meiner Trauer nur sehr schlecht zurecht. Ist eher ein unsicheres Tier und brauch Sicherheit die ich nicht oder nur wenig ausstrahle. Joachim hat oft gesagt unser letztes " Kind " hat Fell und 4 Pfoten. Ich bin mit Herz und Seele Hundemama. Auch Joachim hat immer alles so gemacht das sich unser Amigo wohl fühlt.

  • Ich hab ja schon von einigen hier die Geschichten gelesen.

    Bitte nicht fasch verstehen. Es tut schon gut hier zu schreiben und du spüren, daß alle hier einen verstehen.

    Aber wenn ich dann sehe wie lange euer Weg schon ist, ohne das der Schmerz heilt , dann macht mir das Angst. Ich weiß schon ,daß ich noch ganz am Anfang meiner Trauerarbeit bin und ich Geduld mit mir selbst haben muß.( Joachim weiß daß ich nicht der geduldigste Mensch bin )

    Doch ich sehe auch bei euch kein Licht am Ende des Tunnels.

  • Liebe Steffi,

    Vielleicht. Uß man berücksichtigen, daß die meisten hier im Forum das Schreiben nutzen um etwas los zu werden.

    Ich schreibe nicht, wenn es mir gerade mal etwas besser geht sondern eigentlich hauptsächlich, wenn es gerade malwieder besonders schmerzhaft ist.

    Zuerst hatte ich manchmal einen Tag an dem ich wenig geweint habe. Dann war da auch schon mal ein Tag dazwischen an dem ich gar nicht geweint habe. Und dann kam auch mal wieder ein Tag mit ganz schlimmem Weinen. Usw.

    Im Moment ist es eher so, daß ich nur noch selten Tage habe, an denen ich weine.

    Es ist nicht so, daß ich glücklich bin aber nicht mehr so ganz traurig über den Tag. 🐌🐌🐌🐌

    Heute war ich zum Kaffeetrinken verabredet. Eine Freundin macht sich Sorgen um mich und hat eine andere Freundin aufgefordert mich zu dritt zu sprechen. So süss.

    Wir habe über alles Mögliche gesprochen. Auch über Ralf ein bißchen. Am liebsten hätte ich die ganze Zeit über Ralf geredet aber sie wollten ja wissen, wie sie mir helfen können.

    Diese 3 Stunden im Café waren schön. Und ich war nicht unglücklich. Es fühlte sich normal an.

    Also kann man eigentlich nicht sagen, daß in den 6 Monaten nichts passiert ist.

    Es ist viel passiert. Und viel ist besser geworden. Das ist relativ.

    Keine Angst haben. Das Schlimmste ist passiert und jetzt kann es einfach nur noch besser werden.

    Ralfsheidemarie

  • Liebe RalfsHeidemarie


    Danke dir für deine Worte.

    Ich kann mit meinen Stimmungsschwankungen noch nicht so gut umgehen. Ich kenn mich so nicht. Ich war in meinem alten Leben nämlich sehr glücklich.

    Das was Joachim und ich hatten war EHRLICHE LIEBE

    Und so etwas wunderbares sollte nicht einfach zu Ende sein.

    Aber weder Joachim noch ich wurden gefragt es ist einfach geschehen.

    Das Schlimmste ist passiert schreibst du. Das ist richtig!

    Und jetzt kann es nur besser werden schreibst du. Das hoffe ich!!!!!


    Gruß Steffi

  • Hab gerade den Hund rauß in den Garten gelassen. in der Nachbarschaft wird gegrillt. Bin heulend reingelaufen

    Das hätten wir heute bestimmt auch gemacht und danach den Hot Tub angeheitzt.

    Ich bin ohne meinen Schatz nicht mal die Hälfte

  • Liebe Steffi,

    mein Ralf und ich, wir waren nur 6 Jahre zusammen. Ich habe diese Liebe erst mit 60 Jahren gefunden. Gesucht hatte ich schon lange Jahre nicht mehr. Ich war zufrieden mit meinem Leben auch ohne Partner. Ich habe mehr als 10 Jahre meinen Vater und dann meine Mutter betreut. Bin zu ihnen ins Haus gezogen in unser früheres Kinderzimmer.

    Eine volle Stelle und ein Arbeitsweg von ca. 1 Stunde sowie mein Hund und meine Eltern, da hätte ich gar keine Zeit gehabt für einen Partner.

    Im Febr. 2014 ist meine Mami gestorben, mit 92 Jahren und im August lernte ich Ralf näher kennen. Im Dezember waren wir dann zusammen.

    Ich fühlte mich von ihm geliebt. Und ich fühle mich auch heute noch von ihm geliebt. Er hat mir vorgemacht und gezeigt, daß ich liebenswert bin. Das erste mal in meinem Leben.

    Er hat von mir als "seine Frau" gesprochen, hatte ein Bild von mir in seinem Portemonai und wollte mich immer beschützen. Das war alles neu für mich. Und ich hab es genossen.

    Er hat mich nicht verlassen wie die anderen Männer. Er hat mir zugehört, hat mir Wärmflaschen gemacht und war für mich da. Es war keine einfache Zeit, da er nasser Alkoholiker war, aber es war oft einfach nur schön. ( Manchmal auch schrecklich)

    Und heute fühle ich mich immer noch geliebt von ihm. Er war und ist mein SeelenMensch.

    Ich muß ohne ihn weiterleben, aber nicht ohne seine Liebe.

    Diese Liebe fühle ich noch in mir und sie hat eine Schwester bekommen: ich habe mich selbst lieb.

    Ich möchte ihn auf Händen tragen und weil das nicht geht, versuche ich das Liebste was er hatte, nämlich ICH,/ mich auf Händen zu tragen. Für ihn, für unsere Liebe.

    Unsere Gefühle beeinflußen unsere Gedanken. Aber das ist keine Einbahnstraße. Auch unsere Gedanken machen unsere Gefühle.

    Denke ich: ich habe Angst vor der Zukunft, die Trauer wird nie besser werden. Es wird immer für den Rest meines Lebens schmerzhaft bleiben........ Dann geht es mir schlecht.

    Denke ich: das Schlimmste ist schon passiert, ich habe es überlebt, in der Zukunft wird es langsam jeden Tag etwas besser werden und er liebt mich ja immer noch. Dann geht es mir zwar nicht gerade gut, aber etwas besser als bei Version 1.


    Ich habe ganz schnell nach seinem Tod überlegt ob meine Zukunft jetzt nicht mehr stattfindet. Und dachte, ich könnte doch, wenn Corona es erlaubt andere traurige "Übriggebliebene", die ich im Forum kennen lernen durfte, besuchen. Mit meinem Wohnmobil. Und meinen 4 Hunden.

    Und daran halte ich verbissen fest. Eine Zukunftsidee für mich.

    Das ich da eine Idee hatte hat mir gut getan. Dadurch gibt es irgendeine Zukunft, die mit meiner Trauer zu tun hat und somit auch mit Ralf. Ein Zusammentun des Alten, des Gegenwärtigen und der Zukunft.

    Ralfsheidemarie

  • Liebe Steffi,


    du stehst am Anfang und das dauert es kann bis zu 5 Jahren dauern bis man ein Gleichgewicht bekommt.

    Was mich angeht, es gibt gute Tage, bessere und ganz schlechte Tage.

    Ich gehe arbeiten schaffe es endlich wieder Haushalt zu machen, lache auch freue mich auch.

    Doch alles sehr sehr getrübt, dieser Schmerz ist immer da er ist nicht mehr so intensiv aber er ist da ich lebe nun damit und werde immer damit leben, dafür waren wir uns zu nahe mein Seelenmensch.

    Nun muss ich einen Weg allein finden und das ist schwer.

    Ich war auch schon mit meinem Partner wieder mit Freunden grillen aber ich bin froh wenn ich wieder zu Hause bin ich kann Menschen schlecht ertragen das hat sich zwar gebessert aber weg ist es nicht.

    Es kostet jeden Tag Kraft viel viel Kraft und ich lebe einen Tag nach dem anderen nach wie vor.


    Ich für meinen Teil kann nur sagen es wird anders aber besser nein.

    Wie könnte es auch.?????????


    Vlg. Linchen

  • Liebe Steffi,

    Auch hier nochmal ein Willkommen von mir. Mein Mitgefühl zu deinem Verlust.

    Du hast Recht, du bist nicht mehr dieselbe. Mit jedem Verlust verändern auch wir uns ein Stück weit.

    Ich schrieb woanders schon mal- es ist wie ein Suchen nach Puzzle Teilen inmitten von Schmerz, bis man

    sich wieder zusammen gefügt hat.


    Ich hoffe du wirst bald fündig auf der Suche nach einem Trauercafe.

    Alles Liebe <3

  • Eins was ich hier schon gelernt habe


    Es ist egal wie lange man mit seinem Partner vorher zusammen war

    Es ist egal ob er plötzlich oder nach langer Krankheit gestorben ist


    Der Verlust zerreißt einem das Herz und beendet das Leben wie man es bis dahin gelebt hat


    Ich danke dir für deine Worte. Sie reißen mein Gehirn aus dieser Dauerschleife " Ich schaff es nicht "

    Ich weiß das ich in Zukunft immer wieder zurückfalle aber es auch einen Weg nach vorne gibt.


    Gruß Steffi

  • Liebe Isabel L.K.


    Ja ich glaube ich mach mich mal auf die Suche nach einem Trauercafe.

    Denke das ich da den Radius etwas erweitern muß

  • Hätte mich auch gewundert wenn es in Idar Oberstein so was wie ein Trauercafe geben würde. Hab Post von der Bundeswehr erhalten. Da ist ein Flyer vom Sozialdienst dabei. Da ruf ich am Montag mal an. Ich merke immer deutlicher, dass ich es nicht alleine schaffe. Ja die Familie hilft wo sie kann und dafür bin ich allen sehr dankbar. Aber sie müssen und sollen ihr Leben weiterleben ohne das ich sie zu sehr runterziehe.

    Ich bin erschöpft und gleichzeitig völlig rastlos. Kann mir einfachste Dinge nicht mehr merken. Weiß nicht mehr wo ich was abgeheftet hab, was ich noch wegschicken muss usw usw.

    Wisst ihr was toll wär? !

    Wenn ich einen Aus Schalter hätte. Den würd ich jetzt mal drücken. Nur für ne Weile einfach mal nix denken.

  • Liebe Steffi,


    nennt sich Trauerdemenz geht vorüber bleibt aber eine ganze Zeit.

    Ist auch völlig normal.

    Diese Trauer dieser Verlust kostet unmengen an Energie und Kraft leider, ich habe gelernt das es nur etwas hilft den Druck abzubauen heilen kann auch die Therapie nicht aber es ist zusätzliche Hilfe die gut tun kann auf jeden Fall.

    Mittlerweile ziehe ich aber mehr Kraft hier aus diesem Forum durch die vielen sehr unterschiedlichen Ansichten und Wege Versuche ect. bringt mir mehr als diese eine Person alle 14 Tage für 1-2 Stunden.

    Was mich zusätzlich auspowert da ich hier auf dem Land Bodenseekreis sehr weit fahren muss um überhaupt jemanden zu finden und da ich vollzeit arbeite bleibt nur der Abend und Papa ist auch noch und mein Partner und meine Samtpfoten und und und meistens komme ich da schon gestresst an und dann noch voll beladen mit den Emotionen nach Hause am Abend was mich dann kaum zur Ruhe bringen lässt deswegen entschieden das einzustellen.


    Vlg. Linchen

  • Ich bin heute zu Aldi gefahren und hab Handtasche und Geld im Auto gelassen. 👍 Bingo. Erst als alles auf dem Band lag und ich dran war habe ich es gemerkt.

    🤦‍♂️🤦🏼‍♀️🤦🏼🤷🏻🤷🏻‍♂️🤷🏼‍♀️

    Heidi

  • Ich bin heute zu Aldi gefahren und hab Handtasche und Geld im Auto gelassen. 👍 Bingo. Erst als alles auf dem Band lag und ich dran war habe ich es gemerkt.

    🤦‍♂️🤦🏼‍♀️🤦🏼🤷🏻🤷🏻‍♂️🤷🏼‍♀️

    Heidi

    kenne ich irgendwo her;)

  • Hallo Linchen1


    Ich bewundere deine Pauer. Vollzeit arbeiten und dann das alles zu Hause auch noch .

    Da zieh ich meinen Hut.



    RalfsHeidemarie


    So nervig das sicher für dich war, mich beruhigt es das es anderen auch passiert


    Grüße

    Steffi

  • Ja, es war sehr erschreckend. Vor allem weil ich eine ganze Weile in der Schlange stand. Und nix gemerkt habe.

    Da war doch schon alles auf dem Band und ich war dran. Mußte zum Auto rennen. Liege jetzt nass geschwitzt auf dem Bett.

    Bin froh, daß mir noch kein Unfall passiert ist.

    Heidi

  • Liebe Steffi,


    ich habe Monate keine Hausarbeit gemacht nur das nötigste saugen bissle wischen das wars.


    Hab vor ein paar Wochen mal die Fenster geputzt was glaubst Du wie die aussahen sind ja auch noch weißer Kunststoff mit 2 Katzen in der Wohnung also über ein Jahr keine Fenster geputzt auweia🙈.

    Ging einfach nicht nach der Arbeit war ich fertig und das Wochenende brauchte ich um neue Kraft zu tanken für die Woche.


    Vlg. Linchen

  • Hallo Linchen1


    Bei mir entwickelt sich das genaue Gegenteil. Ich versuche das mit Putzen der Tag schneller rumgeht. Aber ich geh ja auch noch nicht arbeiten.

    Joachim und ich haben immer gesagt wie schnell doch die Zeit vergeht. Ein Jahr ist nix mehr.

    Jetzt sitz ich hier im Zeitlupenland.


    Steffi