Ich kann nicht ohne dich

  • ja das kenne ich von Mamas Freundin sie ist für mich wie eine Tante ich kenne sie von klein an.

    Sie hat ihren Mann vor 3 Jahren verloren und hat auch geputzt und geputzt ich kann das nicht bei mir ist das genaue Gegenteil es geht gar nichts mehr.


    Vlg. Linchen

  • Jetzt sitz ich hier im Zeitlupenland.

    Liebe Steffi

    Zeitlupenland!!! Das ist der passende Ausdruck dafür.....

    Ich sehe meine Enkelmädchen an und denke: Bäh, wie die Zeit vergeht.....

    Dann stehe ich zu Hause vor Nikos Platz mit seiner Urne und seinen persönlichen Sachen und fühle nur Schmerz. Er ist nicht immer gleich aber jeden Tag da und ich denke/fühle jetzt nicht anders als vor Monaten.

    Hier ist das Zeitlupenland. Hier geht alles anders. Hier ist mein Säbelzahntiger so mächtig, dass es unmöglich scheint ihn jemals hier im Zeitlupenland zurück zu lassen wenn ich es schaffe dieses zu verlassen.

    Zeitlupenland!! Dieses Wort kam mir nicht in den Sinn. Ich danke dir dafür.

    Ich setze mich zu dir wenn ich darf, hiermit Zeitlupenland.

    Tamara und Säbelzahntiger

  • Liebe Steffi

    Heute vor 280 Tagen stand die Polizei an meiner Tür und sagte mir,rass Niko nicht mehr nach Hause kommt.

    9 Monate sind voll und meine Welt ist stehen geblieben in meinen Gedanken, im Zeitlupenland.

  • Liebe Tamara,

    wenn man sowas erlebt hat wie Du, dann ist das nicht "nur" Verlust und Trauer

    sondern auch ein Trauma, was Du erlitten hast.

    Da verfilzen sich 2 übermächtige, psychische Themen zu einem gewaltigen, großen Thema.

    Vielleicht ist es hilfreich das zu verstehen und zu trennen.

    Du 'bearbeitest', verarbeitest und trauert und Du steckst in einem Trauma fest.

    Da gibt es doch auch die Posttraumatische BelastungsStörung. Die für sich behandelt oder bearbeitet werden kann und muß.

    Meinst Du nicht, daß dieses Erlebnis mit der Polizei vor der Tür ein Trauma ausgelöst haben könnte?

    Ralfsheidemarie

  • Da verfilzen sich 2 übermächtige, psychische Themen zu einem gewaltigen, großen Thema.

    Liebe Tamara,


    das ist eigentlich keine Frage, ob das traumatisch war.


    Um diesen Begriff einmal etwas genauer auseinanderzunehmen, man spricht von Trauma, wenn in einer existenzbedrohlichen Situation die Ressourcen des Einzelnen überfordert werden und die Systeme des limbischen Systems die dominante Rolle übernehmen.


    Ist in der Vereinfachung nicht ganz korrekt, aber macht das Verständnis einfacher.


    Wenn du 1. nicht an den Umgang mit der Polizei gewöhnt bist und 2. existenzbedrohende Extremsituationen auftritt ist das eine traumatische Erfahrung, weil es beide Elemente hat.

    Existenzbedrohung und keine trainierten Verhaltensmuster zur Überwindung der Krise.


    Seitdem läuft dein Amydalamodus .


    Dann kommt noch das zweite Trauma des Kindesverlustes.


    Aus dem ersten Trauma entwickelt sich logisch eine PTBS, weil der Amydalamodus nicht beruhigt worden ist.


    Das ist alsob , wäre den Körper ein Auto, seit dem Auftauchen der Polizei ein zweiter Motor ( Notfallmotor) automatisch angesprungen wäre und seitdem Vollgas selbst im Stand gibt. Blinkt, hupt, übertourig rast...


    Hoffentlich klappt das mit der Reha:24:

    liebe GRüße


    Bettina

  • Liebe Tamara


    das tut mir unendlich leid für dich.

    RalfsHeidemarie und Charlott haben dir ja schon geantwortet. Hoffe du kannst etwas für dich herausziehen was dir hilft

  • Alle Aufgaben erledigt. Danksagungskarten verteilt.

    War mit Amigo im Ruheforst bei meinem Schatz. Wenn ich dort mit ihm sprechen will fang ich gleich an zu weinen. Aber er weiß ja sowieso das ich unendlich traurig bin weil er nicht mehr an meiner Seite ist. Versucht im Garten zu sitzen. Geht immer nur ne Weile. Meist bis ich Lachen und Trubel in der Nachbarschaft höre. Dann muß ich rein.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR <3

  • Liebe Steffi,


    das halten unsere liebsten aus auch wenn sie es nicht gerne sehen.

    Wenn es ganz ganz schlimm und heftig war dann hab ich Mama gespürt wie sie mich streichelt mir ein Bussi gibt und sagt Mäusle alles alles wird gut beruhig Dich, ich bin hier immer.

    Das war so als ob jemand neben mir sitzt ich hab sie gerochen gespürt gefühlt nur nicht gesehen.


    Vlg. Linchen

  • Endlich!!!

    Wollte mich gestern hier ganz normal anmelden------- Meldung Mein Benutzernahme konnte nicht gefunden werden. ich wußte natürlich nicht was zu machen ist.

    Heute hat mir dann ein netter Mensch von Aspetos geholfen und jetzt kann ich wieder hier schreiben.

    Solche vermeintliche Kleinigkeit wirft mich völlig aus der Bahn. Ich hatte gestern einen richtigen Weinkrampf. Hab dann auch mit Joachim geschimpft daß das alles nur ist weil er mich alleine gelassen hat. Sorry Schatz ich weiß ja das du gerne weitergelebt hättest.

    War im Ruheforst aber ich kann dort nicht mit ihm reden es kommen sofort Tränen.

  • Den Tag über hätte ich schön draußen sitzen können, da alle Nachbarn auf der Arbeit waren. Da war es überall so still wie bei mir. Aber viel zu warm. Selbst der Hund wollte nicht draußen sein. Jetzt ist es etwas besser----- aber die Nachbarn sitzen auch draußen und reden, lachen, hören Musik. Nur bei mir ist Stille, die ich nicht aushalte.

    Es macht keinen Sinn. Wir hatten ein schönes Leben haben niemandem etwas getan. Warum mußte Joachim sterben.

    Wir waren noch nicht dran. Joachim nicht mit Sterben und ich nicht mit allein sein. Warum dreht sich die Erde einfach weiter. Um mich herum lebt alles und hier ist alles tod.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR <3

  • Ach Steffi, ich verstehe dich. Mir geht es auch so. Wie gerne haben wir am Abend auf der Terrasse gesessen, haben draußen

    Abendbrot gegessen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.

    Jetzt ohne meinen Schatz, kann ich das einfach nicht mehr, es tut zu weh und es ist eben nicht mehr dasselbe.

    Immer alleine sein und miterleben, wie die Menschen rund um uns herum fröhlich sind, es tut so verdammt weh.


    Ich musste vorhin wieder im Garten alles gießen. Ich sehe die vielen blühenden Rosen, die Pfingstrosen sind dieses Jahr sehr

    spät dran, sie sind jetzt erst voller Blüten. Aber ich kann mich alleine, nicht mehr darüber freuen. Alles was ich im Garten tue,

    mache ich weil es gemacht werden muss, wie mechanisch, ohne jede Emotion.


    Ob für uns irgendwann wieder ein Leben möglich sein wird, an dem wir Freude haben ? Ich kann es mir nicht vorstellen.


    Herzliche Grüße, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.