Ich kann nicht ohne dich

  • Liebe Steffi


    Ja es ist eine sehr schwere zeit und sie wird leider nicht leichter .

    Mein Mann hat zwar in seinen letzten Tagen nicht im Koma gelegen sondern hat so starke

    Schmerzmittel bekommen .das er nicht wach wurde.

    Ich habe auch mich ihm gesprochen und auch heute spreche ich mit meinen Toten Mann

    und mit meinen Kind als wären hier noch hier.es hilft mir ich bekomme

    mach mal kleine Reaktionen .

    Das ist natürlich nicht so als wären beide noch hier, aber da ich viel Alleine bin ,hilft es mir

    über den Tag .


    Alles liebe


    Traurige Birgit

  • Liebe Babajaga912, Liebe Birgit


    Ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben. Menschen die gleiches erlebt haben verstehen den Schmerz und auch die ständigen Fragen nach dem Warum

    Wenn mich jemand anruft kann ich oft vor lauter weinen kein Gespräch führen endschuldige mich und leg auf. Hier kann ich weinen und schreiben. Das tut gut


    Steffi

  • Liebe Steffi,


    das sind normale Fragen die wir uns alle stellen....hätten wir nicht....

    warum haben wir nicht....

    was wäre gewesen wenn....


    Auf diese Fragen gibt es keine Antwort ich habe für mich entschieden nach vielen vielen Stunden und Tagen dieser endlosen Fragen und des Karussells was damit einhergeht auszusteigen und mir zu sagen nein es hätte nichts aber auch gar nichts geändert nur das Leiden verlängert in ihrem Fall das Leiden erst begonnen.

    Also bin ich dankbar das es nicht der Fall war keine Schmerzen kein Leiden keine tausend Abschiede ect....einfach nur einschlafen nicht mehr aufwachen alles gut.


    Trotzdem gibt es Momente wo das nicht funktioniert wo ich meine Hände anschaue und mir sage, warum konnte ich sie nicht halten warum hab ich es nicht gesehen ich hatte doch geschworen aufzupassen und dann geht es wieder los das Karussell und der Kampf um das aussteigen beginnt von vorn.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen

    Diese Achterbahnfahrt kostet nur so unendlich viel Kraft und ich weiß nicht ob ich das schaffe.


    Heute gings wieder rauf und steil runter. Ich habe zeitweise das Gefühl als zieht jemand eine Schlinge um meinen Hals.

    Dann, meine Schwägerin war kurz bei mir, geht es wieder.

    Im Ruheforst nur geweint.

    Es gab mal eine Zeit da war Joachim für an einen anderen Standort versetzt. Da hatten wir das Haus schon gekauft und mein Sohn ging zur Schule. Wir haben uns damals für eine Wochenendehe entschieden. Haben jeden Abend telefoniert und Joachim kam jedes Wochenende nach Hause. Für mich war das eine anstrengende Zeit und ich war bei den Telefonaten immer traurig weil ich mich so allein gefühlt hab. Nach 8 Monaten kam die Rückversetzung und alles war wieder gut.

    Jetzt gibt es kein zurück mehr und das ist der Albtraum. In meinem Kopf läuft alles wild durcheinander. Trauer, schöne Erinnerungen, Wut, Verzweiflung.

    Da ist kein Platz um irgendwas auch nur im Ansatz zu verstehen oder zu verarbeiten.


    WIEDER EI TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Steffi,


    ich weiß das ist eine enorme körperliche Anstrengung auch seelisch ich habe abgenommen ein paar Kilo trotz normalem Essen und viel Schokolade.


    Die Energie die der verbraucht ist beeindruckend.

    Das Du so fühlst wie Du fühlst ist völlig normal.

    Das dauert einfach.

    Du stehst am Anfang diesen Weges Du musst Geduld haben mit Dir und der Situation.


    Eine stille Umarmung:24:


    Vlg. Linchen

  • Liebe. Liebe Steffi,

    Jeder und jede hier im Forum weiß was Du erlebst und wie Du Dich fühlst.

    Wir stehen alle auf etwas verschiedenen Stufen der Treppe hinauf aus dem Loch der Verzweiflung.

    Aber wir haben alle auf der Stufe, auf der Du gerade (wahrscheinlich eher liegst oder hockst) stehst, gestanden.

    Da müssten auch noch verschiedene Namen eingeritzt sein. Schau Dich mal um. Steht da irgendwo "Ralf", oder "Walter", oder auch "Bernd", "Uwe",........

    Ich kann so gut nachvollziehen was Du da schreibst. Es ist nicht zum AushaltenSchlimm.

    Versuche das Karussell an zu halten, wenn Du merkst, daß Du drin sitzt.

    Oft merkt man es erst Stunden später.

    Notbremse ziehen.

    Wie? In eine Zitrone beißen. Oder Brausepulver essen. Oder etwas ganz Scharfes. Könnte man auch ein scharfes Fishermensfriend nehmen.

    Das zieht einen auf eine andere Ebene.


    Ich will Dir ganz viel Zuversicht schicken. Ganz viel Schmerzaushaltbarfähigkeit. Und die Gewissheit, daß das Schlimmste geschehen ist und es jetzt nur noch hoch geht. Langsam und stetig.

    Manchmal fühlt es sich an wie Stillstand oder ein Zurückfallen - aber es geht stetig voran. Glaube daran.

    Denn wenn es nicht so wäre würden wir alle dort bei Dir stehen. Und das ist nicht so.

    Es wird nicht Alles wieder gut. Leider. Auch eine Rückversetzung wird leider nicht stattfinden. Aber wir Menschen sind in der Lage auch solch eine schreckliche Situation zu überstehen. Zu überleben.

    Hab Mut, Trauere, Weine und schreibe uns alles auf. Ja. Es ist gut, daß man während des Schreibens weinen kann.

    In mitfühlendes Gedanken

    Ralfsheidemarie

  • Danke für die lieben Worte Linchen und Ralfsheidemarie


    Joachim würde jetzt lachen und sagen. Meine Damen, meine Frau weiß nicht mal wie man Geduld schreibt.

    Das ist, neben den vielen Dingen die ich jetzt lernen muß weil mein Schatz nicht mehr da ist, mit das schwerste----- Geduld mit mir selbst haben. Ich weiß das ich noch unten im Tal steh und den Gipfel des Berges nur erahnen kann.

    Und ich weiß daß ihr schon weiter oben auf dem Weg seit. Aber habt ihr am Anfang nicht auch gehofft einfach ein paar Schritte nach oben überspringen zu können?


    Wenn mein Sohn mit Familie da ist kann ich für ein Zeit diese Schmerzen vergessen. Es ist mir auch wichtig daß sie sich nicht so viele Sorgen um mich machen. Sie wissen schon das ich Joachim vermisse aber nicht wie quälend diese Trauer und diese Schmerzen sind. Und das ist auch gut so. Ich versuche auch für meine Enkelkinder eine gute Oma zu sein. Doch zur Zeit nur mit mäßigem Erfolg. Es brauch noch Zeit!


    In meinem Kopf scheint alles durcheinander. Manchmal geh ich in die Küche und hab schon vergessen was ich wollte.


    Und dann sind da die Tausend Dinge die ich noch mit meinem Mann besprechen müsste. Wirklich es gibt so viel was ich ihm noch sagen muß!

    Es fühlt sich so schlimm an nicht mehr mit ihm reden zu können, also so von Angesicht zu Angesicht. Ich red mit seinem Bild ---- aber da kommt keine Reaktion.



    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Steffi,


    oh ja Geduld etwas was ich gar nicht gut kann schon als Kind nicht.

    Mama war da ganz anders und Papa sowieso er ist der geduldigste Mensch den ich kenne.


    Doch hier ist das was anderes es braucht einfach Zeit bis es etwas milder wird anders wie RalfsHeidemarie schon schrieb jeder von uns stand da wo Du stehst voller Schmerz innerlich zerreißt es einen alles liegt offen der gesamte Brustraum man bekommt kaum Luft und alles fühlt sich wie ein Film an.


    Vlg. Linchen

  • Ja Linchen ich weiß aber ich hatte auf eine " Abkürzung " des Weges gehofft. Wußte vorher nicht `s von solchen Schmerzen. Und zur Zeit hab ich das Gefühl ich kann das unmöglich schaffen. Eure Geschichten, eure Antworten und euer Verständnis helfen ungemein den langen harten Weg anzunehmen und immer einen Fuß vor den nächten zu stellen


    Steffi

  • Oh ja das Gefühl kenne ich nur zu gut…. Was hätte ich darum gegeben ALLES überspringen zu können, den Schmerz das tagelange weinen, das nicht aufstehen können oder wollen…. Und es gibt immer noch Momente wo ich das immer noch gerne würde….. ja es ändert sich, der Schmerz ändert sich….es wird „besser“ aber nie mehr so wie vorher…. Aber er ist nach 7 Monaten immer noch da….. immer. Der Schmerz gehört jetzt zu mir…

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • " Ich bin immer noch da ! "

    Ich bin die erste bunte Blüte, die ihr im Frühling seht,

    der erste warme Regentropfen, den der April bringt.

    Ich bin der erste Lichtstrahl, wenn die Sonne zu scheinen beginnt,


    ich bin der hellste Stern in dunkler Nacht

    und ihr werdet sehen daß das Gesicht im Mond meines ist.


    Ich bin die bunten Blätter, wenn der Herbst kommt,

    der reine weiße Schnee, der den Boden bedeckt


    Ich bin die heißen, salzigen Tränen, die fließen, wenn ihr weint

    und die schönen Träume, die kommen wenn ihr schlaft.


    Das ist ein Ausschnitt aus Joachims Trauerrede.

  • Liebe Steffi,

    natürlich habe ich nach einer Abkürzung gesucht. Einige Stufen überspringen. Oder besser noch den Aufzug, daß ich die Treppe nicht gehen muß.

    Oder kann man es vielleicht auf schnell stellen?

    Hab leider nichts dergleichen gefunden.

    Gehe auch Schritt für Schritt. Schaue nur Richtung Füße um nicht die ganze Treppe zu sehen.

    Manchmal wird der Schmerz abgelöst von einem Lächeln. Und manchmal ist das Weinen bis zur Übelkeit wieder da.


    Unser Forum hilft mir weiter. Es stützt und gibt Orientierung. Es hilft und tut gut.

    D A N K E an Alle.

    Ralfsheidemarie

  • Ja ich verstehe jetzt das es nun mein Weg ist durch und mit dieser Trauer und dem Schmerz . Es ist nur so ein heftiger Schlag daß ich glaube nie wieder aufstehen zu können. Die Schmerzen lassen mich kaum atmen. Manchmal wenn irgend was nicht gleich funktioniert bekomme ich eine Panikattacke. Und das sind alles ganz neue Seiten in meinem Leben.


    Heute war mein erster Arbeitstag. Ich bin heute morgen wie ein Tieger im Käfig hier durch die Wohnung. Hab geweint und gedacht ich schaff nicht mal den Weg dorthin.

    Jetzt ist der erste Dienst vorbei und das, was ich mir erhofft habe, ist eingetreten. Ich war für einige Stunden abgelengt und es tat gut.

    Meinen Kollegen hab ich vorher gesagt das ich keine Fragen beantworte sondern wenn, dann von mir aus erzähle. Sie haben das akzeptiert ( ich glaube das war für sie auch einfacher).

    Es war sehr anstrengend da ein Teil von meinem Gehirn noch nicht unter meiner Kontrolle zu sein scheint. Aber meine Kollegen haben mir dann geholfen.


    Als ich jetzt nach Hause kam hat sich bein Hund riesig gefreut. Und auch das tut gut.


    WIEDER EINE TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3