Ich kann nicht ohne dich

  • Hallo Sommermond


    Der Weg zurück ist nicht real. Den gibt es nur in unseren Träumen. Wir müssen den Weg finden mit unseren Lieben im Hezen zu leben. Das wäre auf jeden Fall das was sich Joachim für mich wünschen würde. Er war und ist die Liebe meines Lebens. Daran ändert auch sein Tod nichts. Das ist was ich weiß, was die Zukunft bringt werde ich sehen.


    Liebe Ralfsheidemarie


    Du hast recht im Nebel geht man noch vorsichtiger.

    Heute war ich zum ersten mal im Trauercafe. Hab nur zugehört und viel geweint. Aber genau das hat gut getan. Keiner der einen bedrängt und das Wissen das alle wissen wie es mir geht. Ist wie hier nur das man sich gegenübersitzt.

    Das Trauercafe packe ich in meinen Rucksack den ich auf meinem Trauerweg mitnehme.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Danke Sommermond

    Der Gedanke an meinen Schatz tut höllisch weh. Zur Zeit sehe ich nur den Verlust.

    Ich liebe ihn und es reicht mir nicht ihn bei mir zu wissen. Ich vermisse seine Stimme, seinen Geruch, den körperlichen Kontakt.


    Meine Trauer zieht so viel Kraft das ich völlig erschöpft bin. Trotzdem finde ich keinen Schlaf weil mein Gehirn einfach nicht abschalten kann. Immer und immer wieder überlege ich was passiert wäre wenn dieses oder jenes anders gelaufen wäre. Mir ist klar das es nichts ändert aber die Gedanken lassen sich nicht abstellen.


    Wie soll das Leben ohne meinen Mann für mich lebenswert werden?


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Steffi,


    das Kopfkino lässt mit der Zeit nach es dauert nur wie alles dauert.

    Der Erschöpfungszustand allerdings hält an bei mir sind es 15 Monate heute genau und ich bin nach wie vor erschöpft, mittlerweile so erschöpft das ich nachts schlafen kann.

    Wie gesagt trotz Süßigkeiten habe ich abgenommen der Körper braucht das um Energie zu laden.


    Das Kopfkino ist weniger aber der Schmerz bleibt die Sehnsucht das Verlangen einfach alles alles alles fehlt.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Steffi,


    jeden Tag auf's neue den Schmerz, die Sehnsucht und diese starken Gefühlswellen auszuhalten ist so schwer.

    Schon nach dem Aufwachen, wenn mir die ganze Situation in einem Moment bewusst wird, erschlägt es mich förmlich.

    Dann zwinge ich mich regelrecht, mich nicht in Traurigkeit rein zu steigern, versuche Gedanken in diese Richtung sofort zu unterbrechen und suche Ablenkung, versuche die Gedanken zu verdrängen. Manchmal funktioniert das, oft nicht.


    Zur Zeit sind viele hier besonders traurig, so lese ich die Beiträge hier. Vllt liegt es auch an der Jahreszeit. Alles sieht schön aus, man sieht das Leben, die Natur und spürt die Wärme. Am liebsten möchte man daran teilhaben, genießen ... carpe diem eben. Aber wie, ohne den/die Liebsten. Ich denke dann, was Schönes hätten wir heute unternommen, und wie schön wäre so ein Tag geworden. Dann kommen schmerzliche Erinnerungen hoch und wieder wird es mir bewusst...


    ich muss mich heute morgen auch ein wenig zusammen reißen, ein bisschen Haushalt und dann raus, Licht, Sonne und Bewegung. Dann in die Stadt, einkaufen und Menschen beobachten. Wahrscheinlich wieder ein Tag, an dem ich mit niemanden ein Wort wechsle...egal, ich habe eh nur ein Thema.


    Allen Trauernden wünsche ich heute ein kleines bisschen positive Vibes


    LG

    Mario

  • Ich weine eine Runde mit. Habe die Nacht 3 Stunden each gelegen und versucht zu verstehen warum wir denn bloß einen Sinn brauchen. Was das überhaupt ist. Und warum dieser Sinn mit dem Liebsten gegangen ist. Wohin?

    Wo finde ich ihn wieder. Oder einen Anderen? Egal.

    Wenn man das Leben geschenkt bekommen hat, dann ist das doch Sinn genug zu leben. Warum fühlt es sich nicht so an?

    Sinn

    Sinnlos

    Sinnfrei

    Sinnvoll

    Das macht Sinn

    Sinnlich

    Ohne Sinn

    Sinnfindung:

    Sinnfindung ist eng verknüpft mit den Bemühungen zur Bewältigung des Ereignisses (Coping). Sinnfindung beinhaltet unter anderem Umdeutungen, Vergleichsprozesse, Akzeptieren von unveränderbaren Situationen sowie Modifizieren von Zielen. Sinn meint die Bedeutung (das Woher) eines Ereignisses, das Ziel (das Wohin, vergl.


    Hat mein Leben keine Bedeutung mehr?

    Es bedeutet mir nichts mehr?

    Und meine Bedeutung war mein Liebster?


    Bedeutung: Bedeutung steht für den durch ein Zeichen, ein Wort oder eine Aussage hervorgerufenen Wissenszusammenhang. Die Bedeutung weist auf den Sinn einer sprachlichen Äußerung.

    Alltagssprachlich bezeichnet der Begriff ferner auch die Wichtigkeit, die einem Gegenstand beigemessen wird.


    Wichtigkeit, Gewicht haben, bedeutsam sein, von Bedeutung sein, wichtig sein,

    Hat es dann auch mit Wert zu tun.


    Wenn ich keinen Sinn in meinem Leben mehr sehe, habe ich keine Bedeutung mehr? Habe ich keinen Wert mehr? Für mich selbst?

    Das ist ganz schön doof.

    Denn meine eigene Wichtigkeit. Mein eigener Wert ist doch unabhängig von meiner Liebe.

    Hat es damit etwas zu tun? Mit Selbstwert? Fremdwort? Dem Liebsten so viel Wert gewesen zu sein?

    Ich suche noch.

    Ich suche den Sinn des Sinngefühles. Oder den Sinn des Sinnlosgefühles.

    Das muss sich jetzt erstmal setzten. Ich brauche jetzt einen Kaffee.

    Ralfsheudemarie

  • Liebe Steffi,


    ich kann Dich gut verstehen, die Sehnsucht nach unseren Lieben werden wir lebenslang mit uns tragen.


    Die vielen Warumfragen sind nach 15 Monaten für mich seltener geworden.


    Die Traurigkeit begleitet mich jeden Tag.


    Liebe Linchen,


    auch ich habe nach mein altes Gewicht nicht wieder erreicht und die Appetitlosigkeit kehrt regelmäßig zurück.


    Schmerz und Sehnsucht sind schwer zu tragen.


    Lieber Mario,


    mit dem Gedanken "Meine Schwester ist nicht mehr da" werde ich jeden Tag wach.


    Liebe Heidemarie,


    ich denke nicht, daß unser Leben keinen Sinn mehr hat, auch wenn es uns manchmal so vorkommt. Die Schönheit der Natur, die Arbeit, die erledigt ist, die durchschlafene Nacht, manche Kleinigkeiten, die, wider Erwarten, gelingen, unsere Herzensmenschen weiterhin zu lieben, das alles macht Sinn.

    Ich habe das Glück, Christ zu sein und für mich ist das die wesentliche Sinngebung.


    Euch allen und allen Trauernden wünsche ich von Herzen etwas Kraft und Zuversicht.


    Liebe Grüße


    Sommermond

  • Mir kommt der Spruch in den Sinn ( ha, Sinn, habe ich völlig gedankenlos geschrieben ):


    " Wer ein Warum zu leben weiß,

    erträgt fast jedes Wie. "


    Ich habe ihn, glaube ich, früher mal verstanden.

    Jetzt nicht mehr richtig.

    Ihr?


    Manchmal wünschte ich, da wäre ein Mensch, der die Zeit und die Geduld hat und die Zuneigung, mir noch einmal zu erklären, was Leben heißt ...


    Immer wieder dringt etwas durch, aber ganz leise ...


    Mischi 💜

  • Ihr Lieben

    Komme gerade vom Spätdienst. Eure Worte tun gut und machen auch nachdenklich.

    Heute morgen hatte ich schon Stunden vor Dienstantritt eine Panikattacke. Da mußte ich daran denken das Mario schon davor gewarnt hat unsere Arbeit als Ablenkung zu sehen. Heute muß ich ihm zustimmen. Alles was ich mache zieht unsagbar viel Kraft und so langsam geht sie mir aus. Mein Versuch am " normalen " Leben teil zu nehmen ist zum Scheitern verurteilt. Ich bin nicht mehr die die ich vor Joachims Tod war. Mein altes Ich ist auch am 17 Mai gestorben.

    Aber ich dachte halt das ich ja nicht auf meine Arbeit verzichten kann bis ich meine Trauer verarbeitet habe. Mal davon abgesehen davon daß ich das Geld brauche.


    Jetzt muß ich lernen mit dem zu leben was ich noch habe. vielleicht kommen neue Dinge dazu die es leichter werden lassen. Das wird ein langer, steiniger Weg.


    Eine Kollegin sagte heute zu mir als sie meine Tränen sah: Ich würde dir so gerne helfen, weiß aber nicht wie.

    Es gibt halt nichts was mir helfen würde. Denn das was ich will, ist unerreichbar. Und damit umzugehen muß ich lernen.


    Hier schreiben hilft

    Hier lesen hilft

    Das Trauercafe tat auch gut

    Sind halt alles Kontakte mit Menschen die wissen was Trauer heißt.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Bin froh daß das Wochenende vorbei ist

    Zu Hause ----- alleine ---- ist schlimm. Wenn ich morgens wach werde und auf die leere Seite schaue kommen sofort die Tränen.

    Auf der Arbeit------ sehr anstrengend------ raubt mir viel Kraft.

    Jetzt zu Hause ist die Stille unerträglich.


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  • Liebe Steffi,


    das stimmt das eine geht nicht das andere geht auch nicht was soll man da machen?

    Die Kraftreserven werden aufgebraucht es ist ein Kreislauf.

    Ich versuche immer wieder mit allem möglichen meine Kraftreserven aufzutanken leider hält das nicht lange an und zur Zeit draußen sitzen auf der Dachterrasse geht auch nicht wirklich zwecks schlechtem Wetter.

    Also was tun das ist die Frage.?


    Vlg. Linchen

  • Heute ein freier Tag------- es geht mir auch nicht besser. Zu viel Zeit zum Denken. Das Gedankenkarusell ist in voller Fahrt und ich finde die Bremse nicht


    Auf deine Frage Linchen " Was tun " gibt es keine Patentlösung. Jeder muß die für ihn richtigen Schritte tun. Manche bringen uns dann wirklich nach vorne, andere müssen als Fehler vebucht und abgehakt werden.

    Und unser Umfeld kommt mit unseren wechsenden Gefühlen oft nicht klar. Ich hab mir jetzt angewöhnt auf die Frage wie es mir geht ehrlich mit " schlecht und das wird noch lange so sein " antworte. Will damit aufzeigen daß ,auch wenn ich scheinbar gut funktioniere, ich noch einen langen Weg vor mir habe.

    Ich erwarte nicht das sich jemand vorstellen kann wie es mir geht. Ihr hier könnt das ( LEIDER ). Aber ich konnte es vor dem 17 Mai auch nicht.


    Seit mein Mann gestorben ist hat der Tod für mich einen Großteil seines Schreckens verloren.

    Ich habe zur Zeit keine Todessehnsucht mehr ( das war am Anfang sehr stark ). Möchte meine Enkel aufwachsen sehen. Bin für meinen Hund verandwortlich. Der Alte Kerl braucht mich und das fühlt sich gut an.

    Also muß mein Fernziel sein mit der Trauer leben zu lernen. Heute fühlt sich das noch unmöglich an. Aber ich kenne jetzt schon einige die sagen es wird irgendwann erträglich. Ich hoffe das ich auch zu denen gehöre und nicht an meinem Verlust verzweifle .



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  • Hallo Steffi,


    ich habe gelesen, wie es Dir gerade geht und wie es mit der Arbeit so läuft.

    das Mario schon davor gewarnt hat unsere Arbeit als Ablenkung zu sehen

    Meine Warnung soll als Hinweis verstanden sein, als Schilderung meiner persönlich gemachten Erfahrung. Möglicherweise profitiert jemand davon, vllt ist es auch vollkommen verkehrt. Das Arbeitsleben ist so individuell, da muss jeder selbst entscheiden, ob die Kombination Trauerbewältigung und Arbeitswelt zusammen passen. Ich weiß natürlich auch, dass nicht jeder gerade so mal den Arbeitsplatz gefährden kann.


    Ich bin seit Mitte Mai AU ("nicht krank !" - Zitat meines Arztes), habe einen Reha-Antrag in Berlin. Bis Antritt Reha bekomme ich eine AU-Verlängerung jedes mal um zwei Wochen. Nach der Reha (ich gehe von 6 Wochen aus) werde ich auf jeden Fall das Gespräch mit der GF suchen und eine Wiedereingliederung vorschlagen. Vllt antwortet er mir mit der Kündigung, ich habe keine Ahnung.


    Steffi , kannst Du nicht 50% arbeiten ? Ist das möglich bei Deinem Arbeitsplatz ? Ist das Thema Reha für Dich relevant ?


    sorry, so viele Fragen


    GlG

    Mario

  • Lieber Mario

    Als ich geschrieben Habe das du davor gewarnt hast meinte ich das nicht negativ. Ich habe es auch als deine persöhnliche Erfahrung verstanden.

    Ich arbeite 50% und das wird auch so bleiben. Geld ist nicht alles und ich denke ich werde finanziell zurecht kommen. Ob das Verständnis meiner Kollegen in der Zukunft weniger wird oder sogar in Unmut umschlägt weiß ich nicht. Ich habe mir vorgenommen jetzt erst mal egoistisch an mich zu denken. Mein Arbeitgeber

    ( 800 Betten Krankenhaus ) interessiert nur meine Arbeitskraft nicht mein Befinden.

    Ich bin nach wie vor nicht sicher ob mir die Arbeit gut tut oder zu viel Kraft kostet. Wenn ich, so wie heute, frei habe kommen meine Gedanken nicht zur Ruhe

    und das ist auf Dauer nicht gesund. Hab noch keine Lösung.

    Über Reha hab ich noch nicht nachgedacht. Müsste dann möglich sein meinen Hund mitzunehmen. Ich bin Hundehalter mit Leib und Seele ( so wie mein Mann es auch war ) Ich könnte daher die Reha nicht genießen wenn ich Amigo dafür abgeben müßte


    Gruß

    Steffi

  • Ich habe mir vorgenommen jetzt erst mal egoistisch an mich zu denken

    das musste ich auch erst mal verinnerlichen.

    Ich kann es eh keinem recht machen, also wieso dann nicht egoistisch sein, vor allem wenn es um das eigene Überleben geht. Erkennen, was einem gut tut und was nicht, die entsprechenden Konsequenzen ziehen, ist allerdings gar nicht egoistisch, es ist eine Notwendigkeit in dieser Situation. Ich weiß z.Bsp., dass bei meinem Arbeitsplatz schlechte Stimmung herrscht, Urlaube verschoben werden müssen...nur, weil einer ausfällt. Was wäre die Alternative ? Ich komme wieder, entlaste die Kollegen und nach zwei Wochen (eher zwei Tage) dreh ich wieder am Rad. Nein, meine Gesundheit geht vor, Redunanzen aufbauen ist nicht meine Aufgabe.

    Wenn ich, so wie heute, frei habe kommen meine Gedanken nicht zur Ruhe

    und das ist auf Dauer nicht gesund

    Das Thema Trauer mit allen Aspekten beherrscht uns und so wie ich das inzwischen sehe dauert es einfach seine (lange) Zeit, bis sich ein kleines Stück innerer Frieden einstellt. Bei mir hat es ca 7 Monate gebraucht, da habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr so neben der Spur bin.


    Mario

  • Die Erkenntnis das ich für meinen Arbeitgeber nur zähle wenn ich arbeitsfähig bin ist mir schon länger bewusst.

    Seit ich wieder arbeiten gehe hat die Pflegediebstleitung schon zwei mal angerufen und gefragt ob ich zusätzliche Dienste machen kann.

    Zur Zeit sind meine Kollegen ganz lieb und rücksichtsvoll. Wie lange, das weiß ich nicht, ist aber auch nicht mein Problem. Es ist ja nicht so das ich keine Lust habe sondern nicht in der Lage bin mehr zu leisten.


    Gruß Steffi