Ich kann nicht ohne dich

  • Ich verstehe dich so gut, mir geht es anz genauso. Ich will keinen anderen, ich will nur bei meinem Geliebten sein.........................

  • Steffi,

    eine Freundin von mir ist jetzt gerade in einer Reha gewesen, wo man einen Hund mitnehmen kann.

    Aber sie fand die Klinik grottenschlecht. Allerdings hatte sie auch nicht "nur" Trauer sondern auch Schmerz und Depression. ( Fibromyalgie )


    Bei meiner Reha 2019, da lebte Ralf noch und von seinem Krebs hat noch niemand gewußt, gab es einen extra Kurs für Trauernde mit 4 Modulen.

    Ich konnte damals meine Hunde abgeben an eine Freundin. Das ist mir sehr schwer gefallen. Ich konnte aber bei der Reha viel mitnehmen für mich und wurde als arbeitsfähig entlassen. Ich hatte eine volle Stelle im Sozialbereich. Es gab die Einschränkung im Reha-Abschluß-Bericht: arbeitsfähig aber nicht auf der bisherigen Stelle.

    Rehas entlassen (so gut wie) alle als arbeitsfähig.

    Ich bin danach nicht mehr arbeiten gegangen. Hätte eine Eingliederung machen können, aber auf der gleichen Stelle. Habe meinen ausstehenden Urlaub genommen, bin noch mal AU gewesen und dann einen Monat zu früh in Rente gegangen.

    Im Moment scheint mir eine Reha nicht so effektiv zu sein aus Corona-Gründen.

    Aber eine Möglichkeit ist es schon. Vielleicht eher, im fortgeschrittenen Zeitraum der Trauer. Wenn man am Anfang der Trauer weinend in der Sporttherapie auf so Muskelgeräten sitzt??? Nein. Das ist nichts.


    Das Du mit ganzer Liebe Hundmensch bist, daß finde ich soooooo toll.

    Ich bin das auch.

    Und der Name Amigo ist herrlich.

    Hoffendlich bleibt der alte Freund noch ein Weilchen.

    Für mich hat sich das Verhältnis zum Tod auch völlig verändert. Er hat seinen Schrecken verloren. Und heute, zu denken ihm hinterher zu gehen hat nichts Erschreckendes mehr an sich.

    Selbst wenn danach nichts mehr sein sollte und man ist mit ihm zusammen im nichts, daß ist nicht so schmerzhaft und erschreckend wie hier im Leben ohne ihn zu sein.

    Das der Tod des geliebten Menschen einen so stark ausbremst und alles auf den Kopf stellt hätte ich mir nicht so vorgestellt. Aber ich habe vorher auch nicht darüber nachgedacht weil es einfach unvorstellbar war ohne ihn zu sein.


    Alles aber auch wirklich ALLES war bezogen auf ihn. Verbunden mit ihm. Selbst Zeit ohne ihn war eben nicht einfach nur Zeit sondern Zeit ohne ihn.

    Und nun bin ich wie in einem Luft leeren Raum. Alles schwebt und fliegt umher. Nichts steht mehr an seinem Platz. Nichts fühlt sich mehr richtig an.

    Total-Chaos auf allen Ebenen. Orientierungslosigkeit auf allen Ebenen.

    Uns so wie es in meinem Inneren aussieht so sieht es auch im Äußeren aus. Antriebslos schwimme, treibe ich im Leben rum und finde keinen Anker.


    Über diesen imaginären Anker muß ich nachdenken. Was könnte ein Anker sein?

    Oder wird man irgendwann an Land gespült? Ganz von alleine?

    Ralfsheidemarie

  • Über diesen imaginären Anker muß ich nachdenken. Was könnte ein Anker sein?

    Oder wird man irgendwann an Land gespült? Ganz von alleine?

    den Anker suche ich auch. Das Leben wird Dich bestimmt irgendwo anspülen, aber ich meine, ein klein wenig muss man schon selbst schwimmen, sonst geht man unter

  • Ja, das stimmt.

    Ich schwimme. Das tue ich.

    Ich kümmere mich darum über Wasser zu bleiben. Zu überleben.

    Ein bißchen ist das Forum für mich wie eine Boje, an der ich mich festhalte, zeitweise, oft......

    Und jetzt habe ich meine Impfungen und werde losschwimmen. Mit Pösel, meinem Wohnmobil werde ich in den Norden schwimmen/fahren und mal sehen wie es sich anfühlt alleine ohne Ralf aber mit den Hunden unterwegs zu sein.

    Einen Hafen habe ich schon vorbereitet. Ich werde von einer Freundin erwartet.

    Ich hoffe es gelingt.

    Seit 2 Wochen steht Pösel vor der Türe und wartet.

    Gestern habe ich mich getraut damit zu fahren. Es war kein großes trauriges Gefühl und kein großes Ralf-fehlt-Gefühl. Merkwürdiger Weise.

    Der Pösel war mein Traum, nicht seiner.

    Wir hatten auch sehr streitreiche Fahrten und sehr unangenehme Fahrten.

    Diese unangenehmen Erinnerungen mit Ralf haben überwogen, gestern.

    Ich hoffe ich kann es ganz zu MEINEM machen. Heute Nachmittag fahre ich erstmal für 1 oder 2 Nächte an den Niederrhein. Am Wochenende packe ich und dann geht's los.

    Ralfsheidemarie


    PS. Ich habe gerade mal nachgesehen in welchem Wohnzimmer ich hier überhaupt bin. Steffi, tut mir Leid. Soll ich den Beitrag in mein Wohnzimmer machen und hier löschen?

  • Liebe Kerstin,

    erst einmal auch mein innigstes Mitgefühl zu deinem Verlust, zu Steffis Verlust und zum Verlust all der anderen, die nicht hier in diesem Forum sein wollten, es aber jetzt dringend brauchen. Danke, dass ihr da seid.........

    Darf ich fragen, was du für Zeichen bekommen hast?

    Ich dachte auch immer, ich sei "irgendwie spirituell", ich habe meinen Doktor bis zum Schluss zu Hause gepflegt, meine große Liebe nd dachte, unsere reine Liebe ist so innig, dass ich sicher etwas wahrnehme von seinem Sterbeprozess oder danach, nichts, ich bin so traurig. Aber jetzt habe ich weiße Federn vor der Tür gefunden, die ich sonst nie fand, ich hoffe, das waren Zeichen von ihm. Ich glaube auch, dass er noch bei mir ist und bin so unendlich traurig, dass ich ihn nicht wirklich spüren und wahrnehmen kann, aber vielleicht liegt das daran, wie du sagst, dass es erst 5 Wochen her ist und es noch Zeit braucht, bis ich mit ihm in Kontakt treten kann...............es ist alles so trostlos ohne den geliebten Menschen, es gibt keinen guten Morgen und keinen guten Abend.............

  • Lieber Mario

    eine der mobilen Palliativ-Krankenschwestern, die sehr oft bei uns im Haus waren, meinte, ich soll meinen Mann nachts abholen lassen, damit wir nicht den neugierigen Blicken der Nachbarn ausgeliefert sind.

    Die schlimmsten Verletzungen hab ich von meiner Familie erlebt, folgend von sogenannten Freunden, die sich wenig oder überhaupt nicht bei mir gemeldet haben.

    Wenn es mir irgendwann wieder etwas besser geht, und ich wieder gesellschaftsfähiger bin, werde ich mir ganz langsam einen neuen Freundeskreis aufbauen, aber es eilt nicht, noch bin ich nicht so weit.

    Ich werde nie vergessen, wie mein Schatz und Mama mit dem Leichenwagen (inclusive Innenbeleuchtung) abgeholt wurden. Ihre letzte Fahrt von zuhause weg, für immer......

    Ja, mein Schatz war noch 2 Tage bei mir zu Hause aufgebahrt und dann kamen sie und legten ihn unsanft in den Sarg, Deckel drauf. Meine Kinder und ich zündeten Kerzen an und folgten dem Sarg bis zum Auto, wie eine Prozession. Wir standen mit den Kerzen, bis das Auto nicht mehr zu sehen war, das extra langsam fuhr. Es war so, so schrecklich, zu wissen, jetzt wurde er abgeholt für immer. Ich dachte auch, so lange er so litt zum Schluss, sein Tod wird eine Erlösung sein und es wird irgendetwas besser, aber jetzt ist mir klar, dass der ewige Albtraum erst begann, was würde ich jetzt darum geben, ihn noch pflegen zu dürfen, ihn noch haben zu dürfen, die Zeit mit ihm wiederhaben zu dürfen. ....

  • Ja, es tut so verdammt weh, das Gießen, die schöne Natur sehen und nicht den Liebsten dabei zu haben, nicht dieses Geliebt sein spüren und man denkt sich, wofür..............?

  • Liebe RalfsHeidemarie

    Es ist zwar mein Wohnzimmer, aber auch in einem realen Wohnzimmer sitzen Leute zusammen und jeder redet mit jedem.

    Alle hier sind in meinem Wohnzimmer herzlich willkommen. Ich konnte aus dem was ihr schreibt schon so viel Trost und Hilfe für mich raußziehen. DANKE AN EUCH DAFÜR


    Heute war ok

    Habe alle anfallenden Arbeiten erledigt und heute Mittag kam noch eine Freundin mit ihrem Hund zum gemeinsamen Spaziergang. Da sie vor einigen Jahren ihren Vater ganz plötzlich verloren hat weiß sie ( leider ) auch wie ich mich fühle. Waren gute Gespräche über Joachim ihren Vater und einfach über uns.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Oh. Das ist sehr lieb. Ja in einem Wohnzimmer empfängt man Gäste und die reden miteinander. Stimmt.

    Ich bin heute sehr sehr traurig und habe das Bett nur immer mal kurz verlassen. Und sogar habe ich geweint und gerufen er soll zurück kommen.

    "bitte komm zurück, ich mag ohne Dich nicht leben"

    Ich fühle mich wie gelähmt, wie festgehalten. Ich nehme mir was vor. Plane es und tue es dann nicht.

    Ich bin heute ein Weichei und mache nur mimimi. Mimimi! Mimimi! Mimimi!

    Nennt man das Selbstmitleid?

    Ich kümmere mich nicht um das Wissen, daß meine Gedanken meine Gefühle machen und lasse sie machen. Mimimi mimimi, mimimi.

    Bei dem Film Notting hill gibt es eine Scene in der der Allerärmste der Runde den letzten Brownie bekommt und alle bemühen sich zu jammern und am schlechtesten da zu stehen.

    Also, ich würde heute den Brownie bekommen. Mimimi mimimi mimimi 😭

    Ralfsheidemarie

  • Da liegt wohl heute etwas in der Luft, liebe Heidemarie, mir geht es genau wie dir heute, diese lähmende Trauer und ich finde, das hat mit Selbstmitleid nichts zu tun. Wir wollen ja nicht bemitleidet werden, wir wollen unsere große Liebe zurück und für sie da sein............

  • Hab mich dazu entschlossen einmal eine Meditation mitzumachen. Würde gerne wenigstens etwas mehr innere Ruhe finden.


    War heute bei meiner Schwester und ihrem Mann. War ein sehr intensives Gespräch. Sie sind beide der Überzeugung das es etwas nach dem Tod gibt. Das Joachim in einer anderen Form und anderen Welt lebt. Er wird dort aufgenommen und "lernt" jetzt dort zu existieren. Sie glauben auch das er Hilfe dort hat und braucht weil er ja bis zu seinem Tod im künstlichen Koma lag.

    Sie waren es auch die mir erklärt haben das die Bilder von Joachim als ich ihn fand und dann die Reanimation jetzt ein Teil von meiner Lebensgeschichte ist.

    So wie ich gelernt habe mit Ängsten aus der Kindheit zu leben so würde mit der Zeit auch diese Erfahrung seinen Schrecken etwas verlieren.

    Aber das alles braucht Zeit. Und ich muß lernen mir selbst diese Zeit zu geben bzw zu nehmen.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Schön das du solche Menschen um dich hast ❤️

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • Steffi 66, ich glaube das auch. Gut das du so ein hilfreiches Gespräch hattest.

    Da sollte sich so mancher etwas abschneiden. Selten das da draußen, in der normalen Welt, jemand so eingeht auf jemanden, zumindest ist das leider meine Erfahrung.

  • Ja meine Schwester ist eine ganz besondere Person für mich. Seit ich denken kann bewundere ich sie ( sie ist 10 Jahre älter als ich )

    Sie hat eine Ausbildung zur Heilpraktikerin , Reiki und Geistheilung .

  • Heute "ist" unser 33 Hochzeitstag.

    Joachim hätte heute Morgen grinsend gefragt: " Und hat dir schon jemand zu so einem tollen Mann gratuliert ?!"

    Ich hätte gelacht und wie immer geantwortet: " Der Mann ist nur so toll wie seine Frau ihn macht !"


    Ich war im Ruheforst und hab ihm gesagt das er für mich der tollste Mann war den ich je hätte haben können.

  • Er IST immer noch der tollste Mann

    Ich drück dich sanft🕯

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • Joachim und ich haben nie ne große Sache aus unserem Hochzeitstag gemacht. Wenn wir Lust hatten sind wir essen gegangen. Wenn nicht gabs auch schon Mal belegte Brote.Keine Geschenke keine Blumen. War einfach nicht unser Ding. Den Spruch morgens hat er sich aber nicht nehmen lassen.

    Und trotzdem ist es heute schwerer für mich. Hab viel und oft geweint.

    Habe die Hochzeitsfotos und das Video angeschaut. Da gibt es viele Gäste die schon verstorben sind. Aber mit deren Verlust kam ich klar. Hatte ja meinen Mann der mir und dem ich Trost geben konnte. Natürlich hab ich auch viele liebe Menschen die versuchen mir Trost zu spenden nur funktioniert es eben nicht. Die Liebe des Lebens zu verlieren dafür gibt es keinen Trost.

    Die Trauer zulassen, ertragen, damit arbeiten und irgendwann lernen damit so weiter zu leben das ich es lebenswerd nennen kann. Das ist mein Wunsch.

    Ohne Hilfe werde ich das nicht schaffen.

    Das Forum hier hilft mir

    Das Trauercafe fühlte sich auch richtig an.

    Hab mich zu einer Trauerwanderung angemeldet

    Hilfe durch meine Schwester nehme ich gerne an.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3