Ich kann nicht ohne dich

  • Liebe Steffi

    Ja es tut mir leid das es dir so schwer fällt zu deinem Joachim zu fahren .


    Bei mir ist es genau anders rum ,ich laufe wie ein König durch die Wohnung ,wenn


    ich nicht zum Grab geben kann ,obwohl ich eine halbe stunde hin und eine halbe stunde zurück


    brauche .Meine Nadja hatte da mal die Idee das ich meine große Liebe jeden Tag da besuchen kann.


    Damals wusste ich ja noch nicht was ich heute weiß .


    Also dein Mann ist immer bei dir egal ob du zu seinem Baum gehst oder nicht ,


    Lass dir zeit heraus zu finden was richtig für dich ist ,es gibt so viele Arten der Trauer


    Sprich mit ihm ,mir hilft es immer mit beiden zu reden ,als wären sie noch hier


    Liebe Steffi ich wünsche dir🍀 viel Glück und Kraft den richtigen Weg für dich zu finden


    Liebe Grüße

    Traurige Birgit

  • Liebe Steffi,

    unsere Liebsten sind immer dabei, ob wir sie nun am Grab besuchen oder nicht.

    Mir geht es auch so, an manchen Tagen knie ich am Grab und heule wie ein

    Schloßhund, und an anderen da kann ich auch mit meinem Schatz schimpfen. warum er mich

    in einem Chaos zurück gelassen hat.

    AL Brigitte

  • Oh, liebe Steffi, wie sehr ich dich verstehen kann. Ich schaffe das mit dem Friedhof nur an etwas weniger schlimmen Tagen und auch nur an der Hand meiner besten Freundin. Dort wirkt dann alles total surreal auf mich. Meine Seele weigert sich mitzukommen. Sie weiß nicht, was ein Grab ist, meint immernoch, alles sei nur eine schwere Phase - ein paar Monate durchhalten und dann könne das gemeinsame Leben weitergehen.


    Ja, Schluss mit dem Sch... Es reicht jetzt. Wir sind lange genug tapfer gewesen ohne unsere geliebten Menschen. Sie könnten endlich zurückkommen.


    "Wir können nicht mehr ohne euch und wir wollen auch nicht!"


    ***Niobe

  • Liebe Steffi,

    mein Mann liegt auch in einem Ruheforst an einem See,so wie er es sich gewünscht hat.Der Baum,an dem sein Name steht,- ja sein Name,- unwirklich und doch real.Die ersten zwei Jahre,bin ich dann zum Sterbetag,Geburtstag,Hochzeitztag etc...mit einem sehr schlimmen Gefühl zu seinem( Baum) gefahren,mit Tränen in den Augen,mit einem Gefühl,- nicht zu beschreiben,- werde ich ihn dort antreffen,fühle ich ihn...Auf dem Weg dorthin habe ich ihn gebeten dort zu sein und mit ihm gesprochen,; bitte mein Schatz,ich bin gleich da,ich bitte dich,-Du auch...das Gefühl ihm nah zu sein und doch nicht zu sehen,gab mir etwas Trost.Legte unsere 3 roten Rosen an den Baum und hielt inne,berührte den Baum,machte die Augen zu und es war so unendlich still im Wald,am See...die Sonne schien und es kribbelte am Körper; er war bei mir,ganz nah,- Tränen über Tränen und doch so einzigartig schön ihn zu fühlen,- an einem Tag im Mai.Wenn ich dort hinein fahre in den Wald herrscht irgendwie absolute Ruhe,alles still um mich...

    Als er im Sterben lag,bestellte er den Bestatter zu sich in dem Hospiz,in dem ich bis zu seinem Todestag bleiben durfte,und besprach seine Beerdigung.Er wollte alleine mit der Urne bestattet werden,weil er wußte,das ich zusammenbrechen würde.Er wollte sich vorher von mir verabschieden...wollte alleine in die Erde gelassen werden.Ich wußte nicht an welchem Tag er beerdigt wurde...Als er am 18.5. dann verstarb,bin ich Mittags noch zu uns nach Hause gefahren(20 km) entfernt,kam Abends der Anruf,ihr Mann atmet sehr schwer,es könnte jetzt soweit sein...ich war so entsetzt,stieg ins Auto und fuhr so schnell es ging...Schrie unterwegs,bitte warte bis ich komme,bitte...als ich ankam,sah ich im Augenwinkel schön eine Kerze brennen,an seiner Zimmertür brannte das Licht...kam rein und da lag er in seinem schwarzen Anzug,mit der Totenkopfkrawatte am weißen Hemd,die wollte er...und ich schrie die Schwester an,warum sie mich nicht früher angerufen hat...jetzt lag er da,der einst so starke Mann,- er hatte immer ein Witz parat...und nun,- war er irgendwie nicht mehr da,lag da,seine Augen geschlossen,der Mund weit auf und berührte ihn sanft,so sanft und gab ihm einen Kuss auf die Wange ,meine Tränen kullerten über sein starres Gesicht,- es knisterte in seinem Körper...so blieb ich noch lange Zeit bei ihm...

    Fuhr spät in der Nacht traurig nach Hause,allein ohne Sinn und Verstand,dachte der nächste Baum ist deiner...Aber es kamen so viele Bäume und fuhr doch an jeden Baum vorbei...

    Alles ist anders und nichts ist mehr,wie es einmal war,

    denn du bist nicht mehr da...🕯

  • Es ist traurig und tröstend zugleich das hier alle wissen wie es in mir aussieht.


    Liebe Devani,

    es tut mir leid das du nicht bei deinem Mann sein konntest als er gestorben ist.

    Aber vielleicht hat er ja bewußt gewartet bis du zu Hause warst.

    Du schreibst von der Stille im Ruheforst. Genau das ist es womit ich nicht zurecht komme. In der ersten Woche nach Joachim`s Tod war die Ruhe am Baum angenehm doch jetzt tut sie mir weh.


    Zu Hause ist auch die Stille das schlimmste. Auch wenn ich mich zum Spaziergang mit einer Freundin treffe bleiben zu viele Stunden übrig.

    Dann fang ich wieder mit dem hätte ich doch nur, was wäre wenn ich dies oder jenes anders gemacht hätte. HÄTTE HÄTTE HÄTTE


    Zur Zeit komm ich auf meinem Weg nicht voran sondern sitze heulend am Wegesrand und will zurück. Mir ist klar das zurück nicht geht.

    Nur mir geht die Kraft aus und ich kann mir gerade nicht vorstellen das es irgendwann erträglich wird ohne Joachim zu leben.

    Zur Zeit hällt mich nur die Verantwortung für den Hund hier.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Devani,

    mir ging es genauso wie dir,auch ich war nicht dabei, als mein Liebster seine Augen für immer schloß. Ich kam und die Kerzen brannten, er lag so friedlich da. Es quält mich unendlich, ihn nicht bis zu seinem letztem Atemzug begleitet zu haben.


    Liebe Steffi,

    ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es irgendwann mal erträglicher wird. Das ist sicher kein Trost für dich,

    aber ich hab leider auch keine Vorstellung, wie mein Leben weiter gehen soll - es ist alles so sinnlos geworden.

  • Liebe Steffi,

    ja,das kann ich sehr gut nachempfinden. Bei mir ging wirklich 1 Jahr gar nichts,hab nur da gesessen und geweint.Die Trauer hatte mich voll im Griff,nahm 15 Kilo ab,bis ich eines Tages einfach zusammengeklappt bin.Und dann begann nach und nach eine Veränderung für mich.Mein Mann sagte mir bevor er starb,als er noch mit mir reden konnte:13:,dass ich mein Leben weiterführen soll,- ohne ihn!!!Du bist schön,siehst gut aus,ziehe in eine andere Umgebung,bau dir ein neues anderes Leben auf.Es wird nicht leicht werden,aber mein Leben ist hier zu Ende und dass muß dir klar werden.Ich habe mein Leben gelebt,sagte er...der letzte schönste Abschnitt,mit dir mein Engel.

    ...aber die Trauer,die kann einen niemand nehmen,die Gefühle,die Emotionen,die Leere,die unendliche Traurigkeit die uns begleitet und dann noch alles schaffen müßen,all die alltäglichen Dinge ,jeden Tag ein neuer...anderer Tag,das ist eine enorm harte Herausforderung für unser neues Leben.Den Weg muß leider jeder für sich selbst finden,mit oder ohne Hilfe.Und deshalb ist es auch enorm wichtig sich auszutauschen hier im Forum,- mit Menschen,die auch die Schicksalschläge der anderen verstehen und niemals alleine da stehen in ihrer Trauer,weil es Menschen gibt,die füreinander da sind<3.

    Liebe ketzi,

    das tut mir unendlich weh,dass auch Du nicht bei deinem Mann sein konntest,...aber wahrscheinlich hat er es auch so gewollt.Als ich um die Mittagszeit nach Hause fuhr,sagte ich meinem Mann mindestens um die 10 mal,das ich ihn unendlich Liebe und ging dann zur Tür und schaute ihn immer wieder traurig an und mir fiel es schwer zu gehen.Er versuchte mit leiser Stimme und geschlossenen Augen noch etwas zu sagen,konnte es aber nicht verstehen.:13:

    Alles ist anders und nichts ist mehr,wie es einmal war,

    denn du bist nicht mehr da...🕯

  • Zur Zeit bin ich schon froh wenn der Tag irgendwie vorbei ist. Ich schau mir alte Fotos an und sehne mich nach meinem Mann.
    Früher hab ich oft gedacht ich brauch mehr Zeit für mich ------- jetzt macht mich diese Zeit verrückt. Möchte aber auch niemanden anrufen.

    Bin zur Zeit einfach ausgepowert und hab keine Ahnung wo ich Kraft tanken kann.

    Vielleicht akzeptiere ich einfach dieses Tief und warte mal ab ob es besser wird.

    Ich sehe hier ja daß es bei anderen auch solche Berg und Talfahrten gibt.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Steffi


    Ja ich kann dich so gut verstehen ,dieses Leere und die Einsamkeit


    macht einen verrückt ,das kenne ich nur zu gut .


    Auch ich bin froh über jeden Tag der geschafft ist.


    gerade zur zeit fällt es mir so schwer ,alles zu ertragen


    ich hoffe für uns alle das wir nicht zu lange warten müssen


    Liebe Grüße


    Traurige Birgit

  • Heute war Treffen im Trauercafe

    Das tut mir gut. Fragen zum Thema wo und wie leben unsere Lieben. Eine ter Teilnehmerinnen hat von ihren Erfahrungen berichtet. Ihr Mann ist ihr erschienen und hat sie sanft gedrückt.

    Andere haben von Zeichen erzählt die sie erhalten haben.

    Das stärkt meine Hoffnung auch einmal mit Joachim in Kontakt treten zu können. Ich muß nur lernen bzw mein Herz fragen was ein Zeichen von ihm ist

    Am Montag habe ich beim Morgenspaziergang einen wunderschönen Regenbogen über dem Wald gesehen. Das war ein Zeichen von Joachim um mir zu zeigen, das ich nicht alleine bin.

    Diese Gesprächsrunde im Trauercafe regen zum Nachdenken an. Und wenn jemand anwesend ist der schon etwas weiter in seiner Trauerarbeit ist kann ich darauß etwas Beruhigendes für mich mitnehmen.


    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3

  • Liebe Steffi,

    das finde ich richtig gut mit dem Trauercafe und schön,dass du dort warst.Die Herzenswärme und auch die Erfahrungen, die einem dort entgegengebracht werden,-sind auch wertvoll und wie du schon sagst,dass es auch deine Hoffnung stärkt,evt.mit deinem Mann in Kontakt treten zu können,das wünsche ich dir von ganzem Herzen<3...die Zeichen von unseren Lieben,-die man bekommt,sind so wunderbar vielfältig und spannend und so Herzerwärmend schön,- jeder spürt sie auf seine eigene Weise,...manchmal weniger,manchmal mehr und es gibt natürlich auch Tage in denen man nichts spürt,aber der Regenbogen ist ein so schönes Zeichen.Auch Schmetterlinge sind etwas sehr besonderes,wenn sie um einen herumtänzeln in ihrer Leichtigkeit und einige Zeit verweilen,immer in der Nähe sind,kann auch das ein himmlisch schönes Zeichen sein.

    Liebe Grüße Devani🦋🦋🦋

    Alles ist anders und nichts ist mehr,wie es einmal war,

    denn du bist nicht mehr da...🕯

  • Danke euch

    Trauercafe und Trauerwanderung ( beides findet ein mal pro Monat stat ) gibt mir die Möglichkeit mich mit anderen Trauernden auszutauschen.

    Die meiste Kraftkam zB von einer Frau die ihren Mann vor 4 Jahren verloren hat. Sie erzählte uns anderen das ihr Leben sich so entwickelt hat das sie sagen kann

    Es ist ok. Ich habe für mich und meinen Mann einen Platz in dieser Welt gefunden.

    Leider hat sie gestern ausrichten lassen sie werde nicht mehr zu den Treffen kommen.

    Von ihr ging Zuversicht und Hoffnung aus.

    Wir hier geben nicht auf, kämpfen gegen alle Schmerzen an und ich wünsche uns allen auch einmal dort anzukommen. Zu sagen ich lebe mit meinem Schatz im Herzen und es ist ok



    WIEDER EIN TAG HIER VORBEI = EINEN TAG NÄHER BEI DIR<3