Beide Eltern nicht mehr da...Was kann helfen?

  • Hallo ihr alle,

    ich bin schon eine Weile auf der Suche nach Hilfe und habe das Gefühl, ich muss es einfach mal loswerden.


    Zu meiner Geschichte:

    Zunächst ist meine Mutter im Februar vollkommen unerwartet gestorben. Sie kam noch ins Krankenhaus. Ich durfte sie aber aufgrund der damaligen Bestimmungen nicht weiter als bis zum Krankenwagen begleiten Am nächsten Morgen starb sie allein auf der Intensivstation in einer fremden Stadt. Das hat mir völlig den sicheren Boden unter den Füßen weggezogen.


    Ich habe meine Mutter die vergangenen Jahre bis zum letzten Tag gepflegt. Das war nicht immer leicht, aber ich habe es gemacht, weil ich jeden Tag froh war, dass sie noch da war. Ich schaue dankbar auf die letzten Jahre zurück und bin gleichzeitig so unendlich verzweifelt ohne sie weiterleben zu müssen.


    Wenn ein Elternteil stirbt, hat man ja meistens zunächst noch den anderen, an den man sich wenden kann, mit dem man die Trauer teilen kann. Doch mein Vater war aufgrund seiner Demenz auch ein Pflegefall und vollständig auf Hilfe angewiesen. Ich lebte, neben der Trauer um meine Mutter, ständig in Angst, ihn auch bald zu verlieren. Die Pflege kostete viel Kraft und Nerven, aber ich war natürlich trotzdem froh für jeden Tag, an dem er zumindest körperlich noch hier war.

    Dann Ende August kam der Tag, als sein Arzt sagte, dass er im Sterben liegen würde und es nur noch um Tage ginge. Ich saß Tag und Nacht bei ihm und hatte solche Angst vor dem Moment, wann er kommt und wie es sein wird.

    Dann kam der Moment, als er seinen letzten Atemzug hatte und friedlich einschlief. Das war sehr hart, aber ich war froh bei ihm gewesen zu sein.


    Ich war mitten dabei den Tod meiner Mutter zu verarbeiten und jetzt kommt der Verlust meines Vaters so zeitnah hinzu. Jetzt ohne Eltern zu sein, ist für mich unvorstellbar. Mein ganzer Halt ist weg. Ich habe unerträglicher Angst vor der Zukunft ohne sie und fühle mich so allein und verlassen. Dieses Gefühl kennt hier sicher jeder. Was hat euch bislang geholfen?


    Liebe Grüße an euch alle

    Kiry

  • Liebe Kiry!

    Es tut mir so unendlich leid,dass du beide eltern innerhalb kurzer Zeit verlieren musstest.ich habe auch meine eltern inzwischen beide nicht mehr,Mama starb vor drei wochen und Papa allerdings schon 2007. Mir wird gerade erst bewusst,dass sie jetzt beide nicht mehr da sind und ich Waise bin.Der schmerz ist unendlich und ich wünschte ich könnte dir Trost bieten. ich klammre mich gerad daran,dass ich sie wiedersehen werde,wenn meine zeit zu gehen bestimmt ist. Trotzdem übermannt mich das tägliche weinen und das Gefühl der absoluten einsamkeit immer wieder. Du bist jedenfalls nicht allein,fühle dich ganz lieb umarmt:30::24::33:

  • Liebe Kiry... es tut mir so so leid...


    Du hast einen harten und langen Weg hinter Dir... Mama pflegen und einen Papa mit Demenz... meinen Respekt und Beide in so kurzer Zeit verloren... mein Vater wurde auch dement und brauchte ständige Pflege... und die Angst meine Mutter vielleicht auch noch bald zu verlieren macht mich wahnsinnig vor Angst.. Fühl Dich absolut verstanden... ich kann Dir so sehr nachfühlen...ja... unser Fundament ist gegangen unsere Heimat unser Leben...


    ...aber was tun... die Trauer und die Angst kann uns niemand nehmen...


    Ich hoffe, Du hast Familie oder wahre Freunde um Dich... und hier... hier kannst Du alles schreiben, was immer Du musst und Dich belastet... es wird immer jemand da sein, der Dich versteht und versucht aufzufangen...


    Ich bin in Gedanken bei Dir... Du hast so viel geleistet... alles was Du konntest...ich verstehe Dich sssoooooo gut... <3

  • Mein tiefes Mitgefühl, liebe Kiry.


    Meine Eltern sind auch beide schon verstorben. Meine Mama vor beinahe 30 Jahren, mein Papa vor 15 Monaten (morgen). Morgen wird eine Messe für beide gelesen. Ich bin sehr traurig und verstehe deinen Schmerz.


    Du hast dich wunderbar um deine beiden Eltern gekümmert. Deine Ängste verstehe ich nur zu gut.


    Ja, unser ganzer Halt, der von Beginn unseres Lebens an da war, ist weg.

    Aber sie sind an unserer Seite, Kiry. Für die Augen nicht sichtbar, aber für unser Herz.


    LG Mischi 💜

  • Liebe Bettinalein,

    herzlichen Dank für deine lieben Worte. Der Verlust deiner Mutter tut mir auch sehr leid. 3 Wochen ist ja wie gerade erst.

    Es tut schon gut von jemandem zu hören, der diese Gefühle auch kennt und durchleben muss. Zusammen ist man weniger allein.

    Ich hoffe auch, meine Eltern in irgendeiner Form wiederzutreffen. Jeden Abend bin ich froh, wieder einen Tag geschafft zu haben.


    Danke für die Umarmung. Fühle dich auch von mir umarmt!


    Kiry

  • Hallo Pia,

    ich danke dir sehr für deine Worte. Das tut so gut. Was es bedeutet einen geliebten Menschen mit Demenz zu begleiten, kennst du dann leider ja auch. Da habe ich auch noch viel zu verarbeiten. Das wird dir sicher auch so gehen . Dein Verlust tut mir auch sehr sehr leid.

    Ich hoffe so sehr für dich, dass deine Mama noch lange bei dir sein kann. Da ist jeder Tag kostbar.

    Fühl dich umarmt!

    Kiry

  • Hallo Mischi,

    vielen Dank für dein Mitgefühl. Der Verlust deiner Eltern tut mir auch sehr leid. Morgen wird auch für meinen Vater eine Messe gelesen. Ich kenne das noch von meinen Großeltern und wollte das dann auch für meine Eltern. Ich denke, das hätten sie auch gewollt, obwohl wir nie darüber gesprocher haben.


    Liebe Grüße

    Kiry

  • Liebe Kiry, sei herzlich Willkommen hier! Es tut mir sehr leid, dass du innerhalb so kurzer Zeit deine Eltern verloren hast! :30:

    Ich hoffe, das Schreiben und der Austausch hier hilft dir etwas! :30:

    LG Andrea

  • Liebe Kiry,


    es tut mit sehr leid, dass du innerhalb kurzer Zeit deine Mama und deinen Papa verloren hast.


    Mein Papa ist vor 24 Jahren verstorben und meine Mama im Mai 2019.


    Fühl dich verstanden und gedrückt :30::24:


    Mitfühlende Grüße

    Sveti

  • Hallo Kiry! Ich fühle so mit dir. Auch ich habe meine Eltern hintereinander verloren. Zuerst Papa und 72 Stunden ist meine Mama gefolgt. Ihr Herz hat es nicht mehr ausgehalten....Diese Leere ist unerträglich. Und wenn du sagst, der Halt fehlt, das verstehe ich ganz gut. Ich wünsche dir viel Kraft. :30:

  • Hallo Miri,

    lieben Dank für deine Zeilen. Mein aufrichtiges Beileid auch für dich. Innerhalb so weniger Stunden beide Eltern zu verlieren ist unvorsellbar grausam.

    Ich denke auch, dass mein Vater meiner Mutter gefolgt ist. Sie konnten im Leben nicht ohne einander und waren nie getrennt. Ich hoffe sehr, dass sie jetzt zusammen sind und auf ihnen mögliche Weise auch noch bei mir sein können.

    Fühl dich fest umarmt

    Kiry

  • Liebe Kiry,


    es tut mir so leid, so unendlich leid.

    Ich kann verstehen wie Du Dich fühlst.

    Habe vor 18 Monaten und 2 Tagen meine Mama verloren das schlimmste was passieren konnte es ist ein Alptraum aus dem ich nicht erwache.

    Ich leide der Schmerz ist so grausam und ich hab noch mein Papa der Gedanke ihn zu verlieren und damit das letzte Glied macht mir Angst....es ist jetzt schon ein Gefühl der absoluten Leere und Hilflosigkeit meine Mama und ich waren eins.


    Es ist ein Gefühl als würde die Welt sich weiter drehen alles geht weiter aber ich stehe und komme nicht vom Fleck.

    Also was hilft das ist eine gute Frage und nicht leicht zu beantworten ich mache weiter weil ich weiß das Mama es so wollen würde.


    Sie hätte alles für mich gegeben also muss ich weiter gehen irgendwie und ich will diese Dunkelheit nicht gewinnen lassen.

    Ich halte mich an allem fest....vor allem aber an ihrer Liebe an unserer Liebe.

    Doch es ist schwer jeden Tag.


    Vlg. Linchen

  • hallo kiry, mein vater starb als ich dabei war, das ist hart, aber er durfte zu hause sterben, meine mum starb dann einige jahre später im krankenhaus, auch das war hart, vielleicht war es für mich leichter da meine eltern schon etwas älter waren, vielleicht hat es mir auch meine jugend verkürzt, ich weiss es nicht, natürlich war ich traurig aber ich konnte weiter leben, nach einem jahr trauerzeit versteht sich. ich weiss nicht wie alt du bist und es hört sich total bescheuert an das die eltern immer eher gehen als die kinder, ich bin mir sicher das sie beide auf dich warten, wo auch immer, ich sage oft, auf der anderen seite. wenn du irgend kannst leb weiter, für deine eltern und für dich, deine eltern wollten sicher ein eigenständiges leben für dich, ohne sie, das wäre irgendwann auch ohne krankheit gekommen, . und sorry wenn ich dir zu nahe getreten bin.

  • Hallo Linchen,

    danke für deine Nachricht. Der Verlust deiner Mutter tut mir auch sehr leid. So schön, dass ihr beiden so ein inniges Verhältnis hattet. Du hast bestimmt viele reichhaltige Erinnerungen, auch wenn der Gedanke daran Dankbarkeit und gleichzeitig Schmerz auslöst..

    Ich kann noch nicht an frühere Zeiten denken. Da bin ich zur Zeit wie geblockt.

    Die Vorstellung, die Dunkelheit nicht gewinnen zu lassen, finde ich auch erstrebenswert. Ich merke aber auch jeden Tag, es ist ein Kampf.


    Liebe Grüße

    Kiry

  • Hallo ulfwilli,

    lieb von dir, dass du mir geschrieben hast. Du bist mir nicht zu nahe getreten.

    Der Verlust deiner Eltern tut mir leid. Verlust verbindet uns ja alle hier.

    Eine schöne Vorstellung, dass die Eltern auf einen warten.

    LG Kiry