Nur noch Leere

  • ... Ja, das ist es auch was mir zu schaffen macht:

    kein Kochen, kein backen, kein dekorieren, kein... kein..., kein...

    Für wen?

    Wer freut sich über das leckere Essen und über das andere alles...

    Ich fühle mich irgendwie heimatlos und allein unter vielen .

    Als wenn mir das Zuhause entrissen wurde .


    Aber es gibt Fortschritte.

    Ganz langsam 🙏🦋


    Liebe Grüße von Bettina mit Uwe im Herzen 🦋

  • Liebe Bärbel.


    ich kann dich so gut verstehen, der Verlust des Menschen, mit dem wir eine so lange Zeit unseres Lebens

    geteilt und den wir von ganzem Herzen geliebt haben, der auch ein Teil von uns war ... der ist so schmerzhaft,

    dass es dafür eigentlich keine Worte gibt. Und die Trauer, das Begreifen, dass dieser liebe Mensch jetzt nicht

    mehr bei uns sein darf, dass braucht so viel Zeit.


    Mit dem Menschen den wir verlieren, verlieren wir ja auch all` das, was unser Leben ausgemacht hat,

    alles was wir so gerne für ihn und mit ihm gemacht haben. Alles das fällt jetzt auch weg.

    Wir sind es nicht gewohnt, uns nur um uns zu kümmern, es macht uns keine Freude. Wie auch, wenn man

    diese Freude oder Freuden, nicht mehr mit dem liebsten Menschen teilen kann.


    Und trotzdem müssen wir es irgenwie lernen und das ist ein Prozess, der viel Zeit und Geduld braucht.

    Die Vorstellung dass wir unser Leben so wie es jetzt ist, irgendwann annehmen und akzeptieren können,

    die fehlt uns allerdings noch.


    L.G. Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Kerstin Dolore


    Danke für deine Worte. Du bringst es immer so sehr auf den Punkt und findest die richtigen Worte.

    Ich bin erst am Anfang meines Weges, der noch so unbegreiflich für mich ist. Noch habe ich keine Vorstellung wie das funktionieren soll . Ich habe keinen Plan. Die Tage „fließen „ so dahin.
    Ich lasse es zu.
    Morgens und abends ist es am schlimmsten.
    Ich bin froh dass das Wetter so mies und dunkel ist. Eigentlich war ich ein Sonnenmensch.


    LG Bärbel

  • Liebe Bärbel,

    ich gehe diesen Weg schon seit fast 18 Monaten und dennoch bin auch ich noch ziemlich am Anfang.

    Die Tage vergehen - ja, aber es ändert sich nichts :13:. Der Schmerz, die Sehnsucht, das Vermissen,

    es ist noch schlimmer geworden. Vielleicht weil erst jetzt ganz langsam das in mein Herz sickert, was

    der Verstand schon so lange weiß.


    Gestern Abend habe ich zum ersten Mal, einen großen Teil des WhatsApp - Verlaufs von mir und meinem

    Schatz gelesen und angehört, es sind auch einige Sprachnachrichten dabei. Ich hatte richtig das Gefühl,

    dass ich gerade mit ihm schreibe, mich mit ihm unterhalte, es war so real :13:.


    Ach Bärbel :(

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Ich bin erst am Anfang meines Weges, der noch so unbegreiflich für mich ist. Noch habe ich keine Vorstellung wie das funktionieren soll . Ich habe keinen Plan. Die Tage „fließen „ so dahin.

    Liebe Bärbel,

    Das ist völlig normal, dass man sich das nicht vorstellen kann.

    Nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist man orientierungslos.

    Man muss sich erst selbst wieder finden, sich neu kennenlernen.

    "Wer bin ich ohne den geliebten Menschen..?"


    Aber das braucht nun mal Zeit <3

  • Nachdem ich in letzter Zeit viel in den anderen Wohnzimmern mitgelesen und geschrieben habe , möchte ich auch mal meine Gefühlslage niederschreiben.


    Es ist hier wirklich eine wunderbare Gemeinschaft mit vielen Herzensmenschen .
    Mir tut es gut und mich schmerzen zugleich die vielen Schicksale , Hilflosigkeit, Verzweiflung, Sehnsucht, nach Hilfe suchend, und… und….

    Ich fühle mich auch verzweifelt, hilflos, habe so Sehnsucht nach meinem Liebsten Ehemann . Mein Rainer. Er fehlt mir einfach so. Er war immer da für mich. Nicht dass ich hilflos bin und nichts geregelt kriege. Nein, darum geht es verdammt nicht. Er fehlt mir als Mensch , der liebste , nie fordernd. Wir waren ein Team.
    Wir haben 2004 unser Haus gebaut mit soviel Muskelkraft. 2013 haben wir dann beide ganz allein alles wieder neu renoviert. Ich sehe uns hier wirbeln, lachen , lustig sein.

    Ich vermisse so mein Leben. Nichts ist noch nicht besser geworden. Ich kann es einfach immer noch nicht akzeptieren, dass er einfach weg ist.
    Er war immer so fit.
    Die letzten drei Wochen haben sich so in meine Seele gebrannt. Das zusehen beim Sterben. Nicht mehr essen, nicht sprechen, nur über die Augen.

    Die Augen, die mich immer so in Liebe anschauten und ich aber zugleich seine Traurigkeit gesehen habe uns verlassen zu müssen. Ich kriege das nicht raus , raus aus meinem Kopf.

    Diese drei Wochen haben mich so gebrochen, meine Seele .
    Ich muss einfach immer noch jeden Tag weinen. Ich habe keine Lösung.


    Ich habe geträumt wir haben nochmal geheiratet. Ich hatte ein pompöses Hochzeitskleid an und wir sind auf seinem Motorrad abgedüst.
    Dann habe ich einmal geträumt, dass er im Wohnzimmer am Tisch sitzt in seinem Lieblingspoloshirt und sagte zu uns „ Ich bin Doch da“ <3<3<3

    Ich möchte immer von dir träumen, mein Schatz <3

    Ich möchte Besuchszeiten im Himmel. So eine Schöne Formulierung , die ich hier im Forum fand.


    Ich weiß nicht wie mein Leben weiter gehen soll. Ich bin so traurig, dass es kein WIR mehr gibt.
    Ich war mir auch mal wichtig im Leben. NICHTS ist mehr davon da. Kann man nochmal Lebensfreude empfinden?

    Was fange ich an mit meinem RESTLEBEN ? :33::33::33:

    Am 14.02. sind es 3 Monate. 3 Monate desorientiert, ohne Lebensmut.

  • Liebe Sonnenschein57,


    ich verstehe deinen Schmerz :30:. Den Partner zu verlieren, den Menschen mit dem man sein ganzes Leben

    geteilt hat, mit dem man gemeinsam am Abend einschlafen und morgens aufwachen durfte, mit dem das Leben

    einfach schön war, auch wenn es mal schierige Zeiten gab, das tut einfach unfassbar weh. Man vermisst ihn jeden

    Tag. Aber es ist eben nicht nur der liebste Mensch der für immer weg ist, sondern das gesamte, geliebte Leben ist

    mit verschwunden, nichts, absolut nichts ist mehr so wie es war und diesen Zustand zu ertragen, ist auch mir nach

    inzwischen 1 1/2 Jahren ohne meinen Mann, noch nicht gelungen.


    Auch wir haben erst 2003 unser Haus gebaut und nun bin ich hier allein. Lebensfreude .... hab ich nicht, ein neues

    Ziel auch nicht, ich weiß genau wie du, einfach nicht wohin mit mir. Eine Veränderung dieses immerwährenden

    traurigen Zustands wäre schön, aber auch ich weiß nicht was ich tun kann, um mich besser zu fühlen.


    Lass dich mal ganz lieb in den Arm nehmen :30::24:.

    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Ach liebe Sonnenschein...


    Deine Worte rühren mich so und es gibt einfach keinen Trost, das wissen wir, "nur" verstehen können wir alles.


    3 Monate... ist garnichts meine Liebe. Du kannst noch nichts etwarten. Noch lange nicht. Bis hierhin hast du erst mal überlebt. ❤️💔


    Ich hatte ja auch einmal einen Partner, der die einzige Liebe in meinem Leben war, der viel zu früh gehen musste.


    Ich kann es verstehen, sssoooo gut, deine Gefühle, Gedanken. Ich habe immer das Gefühl, ich müsste irgendwas sagen können, was besonderes, etwas, das alles revidiert... Ich wäre gerne eine Zauberfee...


    Auf die Frage nach der Lebensfreude... Ich glaube es wird irgendwann zu Lebensmomente... Augenblicke die man wieder als schön und mit Freude empfinden kann, die berühmten "Momente des Glücks"... 💚🦋🌷🍀



  • Liebe Sonnenschein57,

    es ist nicht nur der Partner verstorben. Alle Träume, alle Pläne, alle Wünsche sind bei mir mitgestorben. Ich war eine eigenständige Person. Übrig geblieben ist jemand die sich völlig verloren fühlt.

    Und die größte Frage von uns allen ist wohl wie viel Zeit muß vergehen bis wir gelernt haben mit unserer Trauer zu leben.

    Die zweite Ungewissheit ist, wie sieht es mit dem Leben nach dem Tod aus.


    Der Austausch hier im Forum hilft die Stille etwas nach hinten zu schieben zumindest für eine Weile.


    Liebe Umarmung

    Steffi

  • Liebe Kerstin ,


    Danke für deine Worte . Es fühlt sich so ungerecht an. Hier zu sein, zu wohnen was man gemeinsam geschaffen hat und der Liebste , der einen so großen Anteil daran hat, er kann es nicht mehr .


    Liebe Pia


    Du bist eine Zauberfee.❤️ Denn du findest immer so liebe Worte . Sie trösten . Ich danke dir dafür . ❤️❤️

    Liebe Grüße Bärbel

  • Liebe Amelia


    Danke für deine Worte.
    Ja, du hast recht man ist gefangen in der Vergangenheit.
    Ich denke auch nur an unsere Jahre. Was wir erlebt haben, geschafft haben , alles gemeinsam durchstanden haben, schwierige Zeiten überstanden haben.

    Wünsche? Ich weiß nicht welche Wünsche ich habe.
    Ja, wir sind in uns gefangen :33:

  • Welche wünsche bleiben uns??


    Halbwegs durchs Leben zu kommen, ist einer meiner wünsche. Nicht nur Überleben. Den einzigen Wunsch den ich habe, den kann mir keiner erfüllen. Damit sind für mich wünsche etwas was ich nicht mehr brauche. Ich akzeptiere, es bleibt mir ja nichts anderes über, das war's dann aber schon.


    Gefangen in der Vergangenheit, ja das bin ich.

  • Was würde es denn bedeuten sich umzudrehen?

    Die Trauer ist die Tür gegen die ich hämmere und ich will nur einfach raus aus dem Zimmer

    diese Trauer läßt es nicht zu sich umzudrehen und zu gucken was es eigentlich noch zu bieten hat das Leben

    und das ist das was hinter dir in diesem Zimmer ist und worauf Du keinen Gedanken verschwendest

    das was hinter dir liegt ist im übertragenen Sinn dein neues Leben das man nun hat ob man will oder nicht, man muss sich umdrehen und die Möglichkeiten sehen die sich noch bieten.

    Die Umwelt bewusster wahrnehmen das ist hinter Dir in dem Zimmer wo Du eingesperrt bist aber du siehst es nicht

    weil dieTrauer den Blick trübt und man einfach nicht offen genug ist, man steckt fest

    Umdrehen ist die Achtsamkeit und das annehmen für das neue Leben und was es noch zu bieten hat.

  • Ich habe vor einiger Zeit ein Gedicht geschrieben, dass jetzt gerade so gut passt.

    Ich möche es dir in dein Zimmer hier stellen.


    Gefangen


    Das Leben ist manchmal hart und gemein,

    ich fühle mich traurig und völlig allein.

    Schwer wie ein Stein drückt der Kummer aufs Herz

    und ich hab das Gefühl, er vergeht nie dieser Schmerz.


    Tränen rinnen mir über`s Gesicht,

    doch dass es auch Schönes gibt, das seh` ich grad nicht.

    Ich bin wie gefangen, in einem dunkelen Haus,

    ich möcht´ es verlassen und finde doch nicht hinaus.


    Verzweifelt suche ich nach einem Weg,

    der mich zum Licht führt und in die Freiheit geht.

    Doch mit verweinten Augen im Dunkel zu stehen,

    macht mich unfähig den Ausgang zu sehen.


    Erst wenn der schlimmste Kummer vergangen

    und die Tränen etwas versiegt,

    stelle ich fest, dass ich es selbst bin,

    die vor dem rettenden Ausgang liegt.


    Wenn meine Seele und mein Herz,

    ihn bekämpfen können, diesen quälenden Schmerz,

    dann kommt auch die Kraft zum Aufstehen zurück,

    und zeigen mir den Weg zu Schönem und Glück.


    Noch verschleiern die Tränen mir meine Sicht,

    doch ich würd` sie gern tauschen, gegen Zuversicht.

    Vielleicht finde ich irgendwann wieder etwas Mut

    und stelle dann fest, das Leben wird doch nochmal gut.



    Herzlichst, Kerstin


    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Dolore


    vielen lieben Dank für dein schönes Gedicht.

    Selbst geschrieben hast du das. Wie schön, viel Liebe , Tiefe und Herzlichkeit sind darin geteilt.

    Es tut gut. Ich wünschte mir irgendwann Besserung. Doch ich weiß, da bin ich noch lange nicht.
    Ich habe ja keine Vorstellung von einem „Neuen“ Leben. Aber ich vermisse mein „ altes“ ICH.

    Ich bin dankbar für soviel Verständnis hier . Denn oft wiederholt man ja als Trauernder seine Gedanken, seine Worte.
    Draussen in der Welt ist das den Menschen Zuviel.
    Hier kann man das und darf man das. Das ist lieb.


    Ich umarme dich

    Bärbel <3