Posts by Yanouk

    Hallo ihr Lieben,


    war heute mit Prinz wieder auf der Bank mit dem Blick auf unser Dorf. Kleiner Ort am Solling. 198 Seelen.

    Während ich dort, wie imme,r in den letzten Wochen saß, Prinz wieder sein Gras genüßlich zu sich nahm und seine Freunde, die Feldhasen, sich seitlich um ihn gesellten, schaute ich in die Runde.

    Der Blick fiel auf die vorhandenen 5 Windräder.

    Rechts 2 Stück die den Wind ausnutzten. Kraftvoll im Gleichklang sich drehten.

    Links 2 Stück, eines stand still und das andere Windrad drehte sich zu 10% im Verhältnis zu den beiden Windrädern rechts.

    In der Mitte das Windrad drehte sich wie die beiden Windräder rechts.


    Ich dachte mir: Ich gebe Ihnen Namen. Rechts die beiden Windräder heissen: ROSI & UWE in der Vergangenheit.

    Links die beiden Windräder heissen: ROSI & Uwe in der Gegenwart.


    Ich weiss nur nicht, wie ich das dritte Windrad zu beurteilen habe. Es bleibt erst einmal ohne Namen. Oder ZUKUNFT ???


    Das sind die wirren Gedanken eines Trauernden.


    Ich wünsche Euch einen angenehmen Abend,

    Uwe & Prinz aus dem Solling.

    Liebe Indian Summer,


    vielen Dank für dein herzliches Willkommen.


    Ja, die Hunde waren unsere ständigen Begleiter.

    Viele Namen die uns begleitet haben. Jeder vom Wesen her anders, aber alle unbestechlich, was die Familie betraf.

    Da war Amsko, der einen starken jagdtrieb hatte und uns häufig zum Verzweifeln brachte. Ein Deutsch Langhaar.

    Dann kam die Bouvierhündin Funny. Immer an der Seite meiner lieben Rosi. Sie war eine Prinzessin.

    Dann unser Zuchtrüde Balu. Ein Bouvier mit einem Gewicht von 65 kg und einer Größe von 76 cm. Immer in Rosi verliebt und auch an ihrer Seite.

    Dann Ambra, die wunderbare Bouvierhündin. Leider auch immer an der Seite von Rosi.

    Dann der unbestechliche Yanouk. Ein wunderbarer charakterstarker Bouvierrüde (siehe das Bild). Immer an der Seite von Rosi.

    Nun ist es der liebe Bouvierrüde Prinz. Die Katzen und Kinder finden ihn süß. Der Liebling im ganzen Dorf. Der auf den Wiesen gemeinsam mit den Feldhasen (keine Lüge) am Gras nascht, und dieses in einem Abstand voneinander von 10 Metern. Ich sitze auf der Bank und kann nur mit dem Kopf schütteln. Immer an der Seite von Rosis Pflegebett. Er ist nun dreizehn Jahre alt. Ungefähr seit einer Woche lebt er langsam wieder auf. Anscheinend hat er sich nun langsam mit der Abwesendheit von Rosi abgefunden. Er wirkt wieder jünger und probiert mit lustigen Sachen ( rast an mir vorbei und kontrolliert die einzelnen Rohrunterführungen in den Grabenverläufen nach was weiß ich...., springt dann aus den Gräben heraus und schaut mich "verschmitzt" an, bevor er im rasenden Tempo die nächste Rohrunterführung in Angriff nimmt ) mich aufzumuntern. Das ist ab jetzt der Hund an meiner Seite.


    Ich habe in den Jahren nichts gemeistert, sondern meiner Rosi probiert zurückzugeben, was Sie die anderen Jahre (19 Jahre) für mich getan hat. Vor ihrer Zeit hatte ich einige Frauen kennengelernt. Ich spreche jetzt aus den 70er Jahren. Ich möchte mich auch nicht versündigen, aber keine hätte ihr jemals das Wasser reichen können. Natürlich waren sie auch lieb, aber eben anders !!!


    Noch einen schönen Abend wünscht,

    Uwe.

    Liebe Tigerlily,


    ich bedanke mich bei Dir recht herzlich für die netten Worte. So wie Du dich fühlst, so ist es auch bei mir. Ein Haus voller Erinnerungen, die mich dann innehalten lassen. Jedes Teil erinnert an meine geliebte Frau und ich habe bis jetzt die meisten Sachen nicht zur Seite packen können. Das zuletzt getragene Shirt habe ich über einen Sessel gelegt und muss es jeden Tag wenigstens anfassen. Wenn ich die Hand längere Zeit darauf verweilen lasse, dann nimmt der Stoff die Wärme meiner Hand auf und ich habe das Gefühl, dass es ihre Wärme ist, die da zurückstrahlt.

    So wie Du, habe auch ich einen Platz für Rosi eingerichtet. Ihre Bildnisse stehen auf einem uralten Sekretär. Bilder aus der Kindheit bis in dieses Jahr. Umringt von den wichtigsten Personen ihres Lebens. Alle sind Sie schon vor ihr gegangen. Oma, Mutter, Papa, Schwiegermutter, Tante Elli und unser bester Freund Karl.

    Manchmal stehe ich davor und sage mir, hoffentlich sehen wir uns bald wieder.


    Mit lieben Grüßen aus dem Solling,

    Uwe

    Liebe Astrid,


    vielen Dank für deinen Willkommensgruß.

    Deine Frage: "Wie verbringst Du deine Tage ?"


    Bisher: Morgens um 3-4 Uhr aufstehen - Kaffee kochen - Rosi begrüßen - Kerze für Rosi entzünden - Tasse Kaffee trinken - Rosi sagen, dass ich meine Tabletten genommen habe - unserem Bouvier sagen, wir müssen nun losgehen, 1.Spaziergang mit Prinz - vorher melde ich mich natürlich bei Rosi ab und sage ihr, dass wir uns beeilen - Rückkehr mit dem Hund und durch den Flur rufen: Rosi, ich bin wieder da mein Schatz. - Computer einschalten und schauen, ob es etwas Neues bei Aspetos gibt - ich gehe dann zu Rosi ins Zimmer, schaue aus dem Fenster und erzähle ihr: Dein Lieblingsvogel, das Rotkehlchen habe ich die letzte Tage nicht gesehen. Die Nachbarn schnippeln wieder ihre Büsche kaputt. Prinz ist ganz schön alt geworden. Die Nachbarin zetert schon wieder rum. usw. usw. - unserem Bouvier sagen, wir müssen nun losgehen, 2. Spaziergang mit Prinz -natürlich melde ich mich bei Rosi wieder ab und sage ihr, dieser Spaziergang dauert länger, wir gehen an den Hügel, da kann ich über das Tal von einer Bank aus hinunterschauen. - Wieder Rückkehr mit dem Hund und durch den Flur rufen: Rosi, ich bin wieder da mein Schatz. - In den Trauerforen gucken, ob es was Neues gibt - Es ist 15.00 Uhr - Jetzt dürfen Rosi und ich nicht gestört werden: Wir schauen uns die Sendung BARES FÜR RARES an. - danach verfalle ich in alte Zeiten mit den Fragen: Weisst Du noch...... - dann gehe ich kurz in das Büro - gucke die täglich ankommende Post an und stapel sie ungeöffnet übereinander, wird ja sowieso alles abgebucht - stehe wieder am Fenster bei Rosi und sage ihr: "Heute, so wie in den letzten Wochen, hat wieder keiner von unseren "Freunden" angerufen. Na ja, das macht ja NICHTS, wir haben ja uns, das kriegen wir auch alleine gebacken....." - 3.Spaziergang mit Prinz - vorher melde ich mich bei Rosi ab und sage ihr, dass wir uns beeilen - Rückkehr mit dem Hund und durch den Flur rufen: Rosi ich bin wieder da mein Schatz - Gehe heimlich in die Küche und stelle meine gebrauchte Kaffeetasse in den Kühlschrank mit dem Gedanken, die kann ich auch am morgigen Tag erneut ungewaschen benutzen, war ja nur Kaffee drin - Davon erzähle ich Rosi aber nicht, das gäbe ein Donnerwetter - es ist 20.00 Uhr - ich verabschiede mich von Rosi, lösche die Kerze, stelle 2 andere Bilder zu mir an das Bett und gebe ihr noch einen langen Kuss, lege mich hin und schalte den Fernseher ein um dann sofort einzuschlafen. - und dann Morgens um 3-4 Uhr.......


    So verbringe ich meine Tage. Nur Freitags, das große Ereignis, der Einkauf für die nächste traurige kommende Woche.

    Und jeden 2. Tag der Kampf mit der Waschmaschine. Ich wasche ab jetzt Alles mit 40 Grad.


    JETZT KANN MAN MICH RUHIG FÜR VERRÜCKT HALTEN, das ist mir aber zur Zeit egal.


    Ich wünsche Dir einen schönen Abend,

    Uwe

    Liebe Tina,


    ich bedanke mich recht herzlich für deine Grüße und entschuldige bitte die späte Antwort.


    Auch mir tut es sehr leid, dass Du deinen geliebten Mann verlieren musstest. In einer Sache, die ich bei dir gelesen habe konnte ich mich sofort hineinversetzen. Meine Frau war 9 Jahre schwer krank - es ist täglich schlimmer geworden - dennoch habe auch ich bis zum Schluss nicht wahrhaben wollen, dass Sie sterben wird. Das letzte Jahr ihres Lebens war ich 24 Stunden täglich für Sie da. Kümmerte mich um Beatmungsgeräte, musste Schleim absaugen, überprüfte CO2-Gehalt, verband alle 2 Tage den großen Dekubitus im Steissbereich, kochte Essen, lagerte Sie im Bett usw. usw.

    Dieses alltägliche Beisammensein muss mich blind gemacht haben.


    Aber ich möchte im Nachhinein sagen, die letzten 9 Jahre waren, was unsere Liebe betraf, die intensivsten. Jeder Tag war besonders wertvoll und wenn meine Frau (was Sie häufig machte, wenn es ihr gesundheitlich sehr schlecht ging) mich fragte: "Schatz, würdest Du mich wieder heiraten ?" Was habe ich wohl aus innerster Überzeugung zu meiner unendlich geliebten Rosemarie gesagt ?????


    Ich wünsche auch dir einen erträglichen Abend und

    liebe Grüsse

    Uwe

    Erst jetzt habe ich, (Uwe,60, Gartengestalter), die Kraft zu schreiben.

    Meine geliebte Frau Rosi (63, Meisterin im Garten-& Landschaftsbau) hat am 06.07.2018 ihre Augen für immer geschlossen. Sie litt an COPD und ihr Herz wurde von Jahr zu Jahr schwächer.

    9 lange Jahre kämpfte Sie gegen diese schwere Krankheit an und ich bin dankbar, dass ich bis zum Ende an ihrer Seite verbringen durfte. Wir waren 28 Jahre zusammen und davon 26 Jahre verheiratet.

    Vor 4 Jahren gaben wir (ich) unsere Fischzucht auf, damit ich mich rund um die Uhr um meine geliebte Frau kümmern konnte.

    Noch bin ich nicht fähig alle Sachen in Worte zu fassen. Bitte lasst mir noch ein wenig Zeit.

    Die einzige Frage die ich mir stelle ist: Wie viele Stufen führen noch weiter in die Tiefe der Trauer ?


    Mir fehlen die schönen braunen Augen, das schelmische Lachen, die kleinen Wünsche, der Humor, ihr schöner Geruch, die liebevolle Stimme, die Küsse, die Streicheleinheiten usw., usw.


    Ich werde bald mehr schreiben.

    Nur diese Sache möchte ich noch am heutigen Tag loswerden. Meine liebe Rosi hielt im Februar 2018 auf ihrem Geburtstag eine kleine Ansprache an alle Gäste. Der letzte Satz der Ansprache verfolgt mich schmerzhaft. Sie drehte sich zu mir hin und sagte mit Tränen in den Augen: " Mein lieber Mann, ich liebe Dich unendlich und ich werde Dich auch dann unendlich lieben, wenn ich nicht mehr bei Dir bin."