Posts by Shiva3010

    Heute vor einem Jahr hast Du das blaue Auto bei mir am Haus geholt. Das Wetter war trocken, wärmer als heute, sonnig.


    Meine Schulden habe ich Dir mittags in den Briefkasten geworfen, in einem Umschlag mit einer selbstgemalten pinken Blume drauf. Pink war Deine Lieblingsfarbe. Ich hatte HDL in die Blume geschrieben, ganz leicht, mit Bleistift. Ob Du das je gesehen hast, weiß ich nicht...


    Abends warst Du kurz da, das Auto holen. Wir sind noch kurz auf der Bank gesessen, bis Dein Kumpel gekommen ist, um Dich zum Stammtisch abzuholen... An dem Tag ging es Dir gesundheitlich nicht gut. Du musstest sogar spucken, wenn ich mich recht erinnere. Dir war das unglaublich peinlich. Ich habe nur gesagt, dass Du Dir deshalb keine Gedanken machen sollst.


    Mein Körper ist hier in 2019, mein Herz und meine Gedanken in 2018. Ich habe gestern noch ein bisschen unsere Whatsapp-Konversation gelesen. Keine gute Idee. So viel Wärme, so viel Nähe, so viel Liebe... Alles nur Vergangenheit. Leere, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit in der Gegenwart. Du ahnst nicht, wie sehr Du mir fehlst. Wie gern ich die Zeit zurückdrehen würde, um dieses Jahr nochmal zu haben. Wenn ich schon keine Zukunft mit Dir haben kann, so möchte ich die Vergangenheit wieder, meinetwegen in Endlosschleife bis zum 10.12. Den 11. möchte ich nicht nochmal erleben.


    Ich hoffe jede Nacht, von Dir zu träumen, aber selbst das bleibt mir verwehrt. So sitze ich nun hier, halte innerliche Monologe mit Dir und bekomme doch keine Antwort.

    Meine Hand... so leer ohne Deine Hand in meiner Hand.

    Meine Augen... so nass ohne Deinen Anblick.

    Mein Herz... so schwer ohne Deine Liebe.

    Mein Leben... so leer ohne Deine Gegenwart.


    Mein Schatz, meine Bella, mein Herz, ich vermisse Dich. Nur ein Wunsch für mich auf dieser Welt: ich möchte Dich zurück. Ti amo.

    Liebe Astrid,


    Deine Fragen sind sehr spannend... Über meinen Nickname habe ich mir bisher nicht viele Gedanken gemacht. Shiva gilt auch als Einzelgänger. Ich hasse Menschenmassen. Mehr als 2 Menschen um mich herum sind schon zu viel.


    Erhaltung... Ich war immer ein Mensch, der mit Veränderungen nicht gut klar kommt. Im Gegenteil, ich hasse Veränderungen und habe Angst davor. Deshalb wundert es mich, dass ich durch Rainer mein Leben so komplett verändern konnte. Und dass es doch so einfach war, es zu tun. Weil ER da war. ICH musste es zwar tun, aber er war im Hintergrund da. ER war meine Stärke, mein Halt.


    Zerstörung... Als Rainer und ich nur Freunde waren, habe ich mal zu ihm gesagt, ich fühle mich wie eine 80-jährige Frau. Alt, müde, verbraucht. Das Leben war irgendwo sinnlos. Sinn hatte es erst wieder, als ich in ihm einen Freund gefunden hatte. Der mit mir seine Sorgen geteilt hat, genauso umgekehrt. Ab da wurde es wieder sinn-voll. Und schön. Wir haben beide wieder gelebt, nicht nur existiert. Dass daraus Liebe wird, war nicht geplant, aber Liebe kann man nicht planen. Wenn man plötzlich merkt, dass der Mensch, den man jahrelang "kennt", die fehlende Hälfte von einem ist. So ging es mir bei ihm. Ich denke, er wird das ähnlich gesehen haben. "Du bist die Liebe meines Lebens." Diesen Satz von ihm trage ich tief in meinem Herzen. Es schmerzt umso mehr, dass wir nicht mehr Zeit hatten, dass er nun nicht mehr da ist. Vor ihm habe ich existiert, mit ihm gelebt, ohne ihn ist ein Teil von mir bereits mit ihm gestorben. Er hat einen großen Teil von mir mitgenommen, einen kleinen Teil von sich in mir gelassen. Jetzt ist mein Leben komplett sinn-los. Kaputt. Zerstört.


    Ob und was sich aus diesen Trümmern noch wieder aufbauen lässt, bleibt abzuwarten. Selbst wenn man diese Trümmer wie bei einem zerbrochenen Teller wieder zusammensetzen kann, wird man es doch immer sehen. ICH werde es immer sehen und wissen, dass es nur Flickwerk ist. Nicht mehr das, was es war, nicht mehr so, wie es sein sollte...


    Ich wünsche uns allen ein er-träg-liches Wochenende. (Jedem, der mir nachher hier auf Arbeit ein "schönes" Wochenende wünscht, könnte ich den Mund zutackern. Beschissene Floskel.)

    Mein Herz,


    Ostern war eigentlich ganz ok. Gründonnerstag war ich noch einkaufen, dort, wo wir öfters zusammen am Anfang unserer Beziehung in der Mittagspause Kaffee getrunken haben. Ich saß hinterher heulend im Auto. Ich sehe Deinen "Geist" überall. War anschließend noch auf dem Friedhof und hab wieder geheult.


    Karfreitag war ich mit R. unterwegs. Ich wusste es, dass mich das Ziel an Mulhouse erinnern wird. So ist mein Körper zwar anwesend gewesen und durchs Museum spaziert, mein Herz ging jedoch mit Dir in Mulhouse durchs Museum spazieren...


    Sonntag waren wir wieder unterwegs. Tiere gucken. Es war schön. Montag wollte ich eigentlich zu Deinen Eltern, aber in meinem Zustand momentan ist das keine gute Idee. So bin ich im Büro gewesen. Ich bin einfach nur traurig. Und ich möchte sie nicht ständig mit meiner Trauer belasten... Dienstag waren es 18 Wochen... Und es ist keine Besserung in Sicht. Du fehlst mir. Unendlich. Und es ist so verdammt still ohne Dich.


    Dienstag war ich tatsächlich einkaufen. Es gab noch genau die gleichen pinken Turnschuhe, die wir im Elsass gekauft hatten. Ich habe im Laden mit meinen Tränen gekämpft, beim Gehen flossen sie dann tatsächlich. Das letzte Mal in diesem Einkaufscenter war ich mit Dir letzten Juli.


    Entgegen meinem Plan, nicht mehr im Haus zu übernachten, bin ich seit Freitag dort. Eigentlich sollte ich heute wieder in meine Wohnung, aber ich weiß noch nicht, ob ich nicht nur ein paar Sachen hole, nach dem Rechten schaue und wieder gehe... Ich will dort einfach nicht sein. Dort sehe ich jede Sekunde, dass nichts so ist, wie es sein soll. Im Haus kann ich es ab und zu dann doch noch ausblenden, dort bist Du immer noch, die Erinnerungen, Dein "Geist"...


    Heute ist der 25.04. Mein Schatz, heute vor einem Jahr begann mehr oder weniger unsere Freundschaft. Wir saßen abends zusammen vor dem Altreifenstapel bei mir am Haus auf der Bank. Ich habe Dich angeschrieben, weil ich mein Geld vergessen und keine Kippen mehr hatte. Du hast mir 10 Euro gebracht. Dann saßen wir in der Sonne, der Tag war sonnig und warm. Ich habe Dir mein Geheimnis erzählt, Du mir Deines. Ich weiß noch, dass ich Dich getreten habe, nachdem Du so cool auf mein Geständnis reagiert hast. Später hat Dir dieses Geständnis dann doch zu schaffen gemacht, das weiß ich. Mit Deinem Geheimnis hatte ich nie gerechnet. Deine Fassade und das, was Du warst, war nicht dasselbe... Seit diesem Abend wuchs unsere Freundschaft. Später hast Du mir gesagt, dass Du Dich an diesem Abend in mich verliebt hast. Weil ich kein Problem mit Deinem Geheimnis hatte. Ich war vorher schon in Dich "verknallt", schon sehr viel länger vorher. Eigentlich seit Du nach Deiner Scheidung öfters da warst.


    Morgen vor einem Jahr wirst Du mir ein paar Blümchen bringen. Da war das Wetter kalt, feucht. Du hast mir die Blumen ins Auto gelegt, ich hab sie auf den Küchenschrank gestellt, damit sie R. nicht gleich auffallen.


    Mon Coeur, es tut so weh. Hab vorher schon unsere WhatsApp-Konversation von vor einem Jahr gelesen. Mein Herz blutet, meine Tränen laufen. Du fehlst mir. Das Leben ohne Dich ist dunkel und leer. Mein Herz wird die nächsten Monate alles nochmal durchleben, was wir vor einem Jahr miteinander erlebt haben. Wie gern hätte ich Dir heute real gesagt, was heute für ein Tag ist. Stattdessen schreibe ich Dir Liebes- und Sehnsuchtsbriefe im Internet.


    Das Leben ist nicht fair. Du fehlst mir. Habe ich Dir heute schon gesagt, dass ich Dich liebe? Ich liebe Dich, mein Schatz.

    Liebe Adi,


    was Du tun sollst, kann ich Dir leider nicht sagen. Das weiß ich selber nicht. All die Menschen, die einem frohe Ostern wünschen und sich auf die freien Tage freuen... Stattdessen graut es uns davor, weil nichts so ist, wie es sein soll.


    Ich zumindest bin froh, dass die Sonne scheint, es passt zwar nicht zu meinem inneren Gemütszustand, aber die Sonne, Wärme, hilft mir, das Graue, Düstere, Trübe, Depressive in meiner Seele nicht so sehr Oberhand gewinnen zu lassen. Und das tut mir schon mal sehr gut. Meine innere "Wolke" (so habe ich meine Traurigkeit/Düsternis/Depression/Dämonen genannt) wird durch die Sonne draußen in Schach gehalten. Ich empfinde das Wetter für mich als wohltuend. Als hilfreich. Vielleicht kannst Du es auch für Dich als ein bisschen hilf-reich annehmen?

    Mein Schatz, seit gestern Abend bist Du irgendwie ganz weit weg. Ich musste zwar gestern Abend noch weinen, aber als ich dann für Deine Tochter noch ein paar Schmuckstücke von Dir rausgesucht habe (u.a. Deinen Ehering), war es ok. Deinen Ehering muss ich wirklich nicht aufbewahren, er gehört mir nicht.


    Morgen ist Karfreitag... langes Wochenende. Hab Dienstag auch noch Urlaub genommen, weil ich einkaufen will. Ich brauche pinke Turnschuhe. Pink war Deine Lieblingsfarbe. Deswegen gab es in unserem ersten und letzten gemeinsamen Urlaub im Oktober pinke Turnschuhe für mich. Zukünftig möchte ich nur noch pinke Turnschuhe...


    Trotzdem graust es mich vor dem Wochenende. Sooooo lang. Sooooo einsam. Ich werde aber vermutlich nicht mehr in Deinem Haus übernachten. Ich bleibe in meiner Wohnung. Es tut mir nicht gut, die "Rückkehr" in meine einsame Bude ist hinterher immer umso schlimmer. Werde zwar vermutlich etwas Zeit in Deinem Haus verbringen, aber es fühlt sich nicht mehr richtig an. Ich gehöre nicht mehr dorthin. Seit Du nicht mehr dort bist, ist es nicht mehr "mein zu Hause"...


    Morgen werde ich vermutlich mit meinem Ex einen Ausflug unternehmen. Und auch das wird mich an unseren Urlaub erinnern. An Mulhouse. Ich wünschte, ich könnte mit Dir die Zeit verbringen. Mit Dir Ausflüge machen. Aber diese Option steht mir nicht mehr offen. Entweder einsam oder... anders einsam. Mit der Sehnsucht nach Dir im Herzen. Wenn Du noch da wärst, wäre das keine Option gewesen, ich hoffe, das weißt Du. Aber er ist meine Lebensversicherung. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe es einmal versucht, bei Dir zu sein. 45 Tage nach Deinem Tod. Hat nicht sein sollen... bin immer noch hier. Er ist das einzig Konstante in meinem Leben. Mir ist sonst keiner geblieben...


    Ich wünschte, es wäre anders.


    Ich liebe Dich.

    6 Flaschen Rotwein ist harter Tobak...


    Kennst Du das Lied "Alkohol" von Grönemeyer?


    Alkohol ist dein Sanitäter in der Not

    Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot

    Alkohol ist das Drahtseil, auf dem du stehst

    Alkohol ist das Schiff mit dem du untergehst.


    Er hat so verdammt Recht. :33: Liebe kann manchmal helfen, heilen. Aber die Kraft und das Wollen dazu, das muss aus ihr kommen.

    Hallo,


    nein, seine Ex wohnt nicht mehr im selben Dorf, hat aber noch Kontakte hierher...


    Wenn der Dreck nur gegen mich geworfen werden würde, wäre mir das Jacke wie Hose. Aber der Dreck geht auch meines Erachtens gegen ihn. Und DAS ist das gemeine ;( Er kann sich nicht mehr wehren, hätte er aber vermutlich auch nur mit einem "älles Seggl" (zu hochdeutsch: alles Idioten) abgetan... Mich ärgert das halt... Natürlich ist für die Leute eine kleine schmutzige Affäre interessanter auseinanderzunehmen als eine große Liebe...


    Manchmal möchte ich angesichts dessen den Leuten nur den ausgestreckten Mittelfinger zeigen. Da das meine gute Erziehung aber verbietet, muss ich wohl höflich lächeln und mir den Rest denken... :4:

    Lieber Josef,


    danke.


    Kraft. Habe ich seit seinem Tod keine mehr.


    Aber Wut. Die in Wellen kommt, sobald mir mal wieder irgendwas zu Ohren kommt. Auf einen ganz bestimmten Menschen aus der Vergangenheit meines Lebensgefährten.


    Dazu muss ich kurz ausholen. Rainer und ich "kennen" uns schon etliche Jahre. Über 10 bestimmt. Man sah sich 1 bis 2 Mal im Jahr, damit hatte es sich. Mein Ex-Freund und Rainer kannten sich schon sehr viel länger. Erst nach seiner Scheidung (2016? Ich habe es nicht so mit Jahreszahlen, bislang war ein Jahr wie das andere...) kam er dann immer öfter zu meinem Ex. Half aus, schraubte. Zwischen ihm und mir entwickelte sich erst Anfang 2018 eine Freundschaft, rein platonisch zuerst. Ich hatte mich davor immer gescheut, weil es der Kumpel meines Freundes war. Aber wir redeten, er kotzte sich bei mir aus und umgekehrt. Ich sei die beste Psychologin für ihm, meinte er... Und er war meine beste Freundin. Wir wohnen im selben "Dorf".


    Kurz und gut, als es dann Mitte 2018 zur Trennung kam (ich von meinem Freund, mit dem ich über 15 Jahre zusammen war, er von seiner damaligen Freundin, mit der er seit ca. 1,5 Jahren zusammen war, weil wir uns doch ineinander verliebten), war uns schnell klar, dass der Eimer mit Schmutzwasser über uns beiden ausgeschüttet wird. Zumal ich sehr schnell bei ihm einzog. Egal, kümmerte uns nicht, irgendwann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben, wie man bei uns sagt. Solange er lebte, kamen meines Wissens 2 Reaktionen auf unsere Beziehung: von seiner Ex (ich weiß nicht mehr, von welcher der beiden): ich würde mich ins gemachte Nest setzen. Und von seinem Sohn am Telefon: Das war jetzt aber kein feiner Zug von Dir. Nie vergesse ich zu diesem Satz Rainers entgeistertes Gesicht... Egal.


    Seit er tot ist, bekomme ich immer mehr mit. Und das ärgert mich. Weil das Schmutzwasser immer noch ausgeschüttet wird, obwohl er sich nicht mehr wehren kann. Und ich weiß, wer dieses Wasser spritzt...


    "Rainer sei so charmant gewesen und hätte mir den Kopf verdreht, mir schöne Augen gemacht..." "Er sei in einer Midlife-Crisis gewesen und hätte deshalb eine 10 Jahre jüngere Freundin gebraucht." (Ich hätte bis letzten Freitag nie gedacht, dass ich den zweiten Satz tatsächlich hören muss, obwohl ich sie so eingeschätzt habe, dass was in der Richtung kommt... Und ja, Rainer war charmant. Er war aber auch düster, depressiv und innerlich zerrissen, das hat das charmante bei weitem überwogen. Sie sollte das wissen, immerhin waren sie ca. 20 Jahre zusammen...?)


    Das tut weh. Weil sie aus einer Beziehung, in der die letzten Wochen sogar von Heirat die Rede war, eine belanglose Affäre macht, obwohl sie NICHTS weiß. Pfui. Und die Leute im Dorf greifen das natürlich auf. Zu mir selbst sagt keiner was, ich kriege das immer nur hintenrum mit.


    Sorry, das musste mal raus.

    Lieber Josh,


    Dein Vergleich von Dr. Jekyll und Mr. Hyde lässt mich an eine WhatsApp von mir an Rainer denken, in der ich ihn, als wir noch Freunde waren, gefragt habe, wer er heute ist... Egal.


    Was ich sagen will: solange A. nicht selber mit dem Trinken aufhören will, kann das Umfeld auf sie einreden wie auf einen kranken Gaul. Es bringt nichts. Weiß ich aus Erfahrung. Erst wenn die Person selber aufhören WILL, kann man sie darin unterstützen. Und auch erst dann bringt ein Entzug was. Vorher bringt alles nichts. Außer, dass die Person komplett dicht macht.


    Aber ich glaube, das weißt Du.


    Ich wünsche Dir viel Kraft, wie auch immer Deine Entscheidung ausfällt. Und halte mit Deinen Kräften Haus.


    Liebe Grüße

    Ja, jeden einzelnen Tag überstehen... irgendwie... das einzig positive an diesen Tagen ist, dass er mich einen Tag näher zu ihm bringt...


    Ich lasse die Tage geschehen. Kämpfe nicht mehr. Ich habe resigniert. Im Büro funktioniere ich, so wie immer. Es ist alles so unwichtig geworden. Gestern Abend bin ich wieder in der Wohnung gesessen und hab geheult. Brian Adams "Heaven" lief unter anderem im Radio. Ganz toll... nicht.


    Unser Lied war Christina Stürmer: Seite an Seite. Eines Sonntags kam Rainer nach Hause, das war noch am Anfang unserer Beziehung, er hätte gerade beim Auto fahren geweint (das tat er öfters, einen so empfindsamen und sensiblen Menschen habe ich vor ihm nie kennengelernt, dabei vermittelte seine Fassade das nicht unbedingt), weil dieses Lied lief. Das in dem Lied seien wir. Er hat es mir dann vorgespielt. Wir saßen dann beide auf dem Sofa und haben geheult. "Denn wir gehen den Weg von hier Seite an Seite ein Leben lang, für immer." Nun muss ich diesen Weg alleine gehen. Keiner geht ihn mit mir an meiner Seite. Er wird ihn in meinem Herzen mit mir gehen, aber das reicht nicht. Das ist zu wenig. Aber für ihn tue ich das. Ich versuche es zumindest, weil ich hier bleiben muss. Weil ich jeden morgen wieder aufwache, obwohl ich ihn darum bitte, dass er mich holen kommt...


    Das Leben ist nicht fair. Wäre es das, wären wir bereits im "Paradies" und nicht mehr auf der Erde...

    Lieber Josef, liebe anderen stillen Mitleser,


    danke.


    Die Dienstage sind immer schlimm. Wobei, das stimmt nicht, es ist jeder Tag schlimm. Aber an einem Dienstag ist er gestorben. Seither mag ich weder Dienstage noch den 11. Tag im Monat im Kalender.


    Ich vermute, wenn Rainer mich so sieht, würde er die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Allein die Tatsache, dass ich abgenommen habe, obwohl ich schon immer zu wenig gewogen habe. Dann laufe ich in seinen Pullis rum, die mir etliche Nummern zu groß sind. Trage seine Uhr, seine Kette, seinen Ohrring. Die Frisur hätte ihm auch nicht gefallen. Aber ich habe nicht die Kraft, daran grad was zu ändern. Er hat sich immer als "Waschlappo" (=Waschlappen) bezeichnet... Seit seinem Tod werde immer mehr ich auch zum "Waschlappo".


    In meiner Wohnung stehen auch mehr Sachen von ihm als von mir. Aber das hilft nichts... das wichtigste konnte ich nicht einpacken und mitnehmen... ihn.


    Das Leben ist grausam. Und seit seinem Tod so verdammt sinnlos. Hab das Lied von den Fanta 4 in meinem Kopf umgedichtet:


    Er ist weg, weg, und ich bin wieder allein, allein. Er ist weg, weg, davor war's schöner allein zu sein... Und jetzt schau dich an, wo bist du hingekommen? Ich sags dir, er ist weg und hat mich mitgenommen...


    Eigentlich blöd, was man in Gedanken so macht, wenn die Zeit vorbei gehen soll. Aber wahr. Er hat mich mitgenommen. Die Aussicht, noch viele Jahre ohne ihn verbringen zu müssen, erfüllen mich mit Grauen. Mit Angst. Das Leben WILL ich so nicht.


    Ich durfte ein Stück Glück mit ihm erleben. Träume, wie es hätte werden sollen/können. Die Realität schmeckt umso bitterer. Weil außer Erinnerungen nichts bleibt. Und ein Gefühl der Ohnmacht angesichts des Schicksals. Des Lebens.

    Mon amour, gerade habe ich mich umgemeldet. Die Adresse in meinem Personalausweis stimmt nun nicht mehr mit Deinem Haus überein. Jetzt sitz ich hier im Büro und heule. Dafür bin ich jetzt in Deiner Geburtsstadt gemeldet. Dort, wo wir früher oder später hinwollten, dort, wo Dein Herz zu Hause ist. Dort, wo Du beerdigt bist. Also irgendwie ein lachendes und ein weinendes Auge. Das weinende überwiegt, weil ich allein hier bin. Werde ich diese Stadt jemals so lieben können wie Du? Ich versuche, die Stadt durch Deine Augen zu sehen. Ich arbeite hier zwar schon über 10 Jahre. Allerdings war mir diese Stadt trotzdem fremd. Erst durch Dich habe ich mehr davon kennengelernt. Durch Dich habe ich in einem halben Jahr mehr kennengelernt als in den 10 Jahren davor. Und wenn ich hier jetzt durch die Straßen laufe, über den Marktplatz, sehe ich Deinen "Geist", uns als glückliches Paar. Händchenhaltend. Immer Händchenhaltend.


    Bin gestern Abend auch wieder alleine in der Wohnung gesessen und hab geheult. Dieser Umzug macht es nochmal realer. Keine 20 Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt waren wir am "Stadtfest" letztes Jahr so glücklich. Hab ich allerdings erst gesehen, nachdem ich eingezogen bin, ich kenn mich ja immer noch nicht aus hier... Es tut so verdammt weh. Es ist so still ohne Dich. Du fehlst mir.


    Kein dauerhaftes Glück für Rainer und Micha auf dieser Welt. Warte auf der nächsten Ebene auf mich. Ich möchte Dich dort dann nicht mehr hergeben. Und Deine Hand nie mehr loslassen.

    Vielen Dank an Alle. Es tut mir so gut, dass ich nicht der einzige "Alien" bin. Denn so fühlte ich mich bisher meistens. Unverstanden... Wenn im Büro mal wieder still und leise die Tränen laufen. Oder ich mit der Faust gegen die Wand schlage (ok, das mache ich nur, wenn das niemand sieht).


    Das Problem: man schiebt seine Träume (wenn man denn noch welche hat) immer auf. Man denkt, man hat noch so viel Zeit. Wie oft habe ich zu Rainer gesagt: das machen wir, wenn Du wieder gesund bist... ;( Wir dachten wirklich beide, dass das Leben fair ist und dass wir deswegen eine gemeinsame Zukunft haben. Zeit haben. Glück haben. Wie naiv wir waren. Vor ein paar Tagen las ich etwas in unserer WhatsApp-Konversation (das schaffe ich nicht immer, es tut zu weh). Er schrieb mir ein paar Tage vor er starb: Alles wird gut <3 Ich bin heulend zusammengebrochen und hab zum Handy gesagt: Schatz, Du hast mich angelogen. Ich konnte nur noch weinen... weil nix gut ist.


    An einen Satz von ihm an mich denke ich oft: Wenn ich wieder gesund bin, hol ich Dir die Sterne vom Himmel.


    Ich brauche keine Sterne. Habe sie nie gebraucht. Ich habe nur eins gebraucht: ihn. Seine Anwesenheit, unsere Liebe war meine Kraftquelle.

    Mein Schatz, wieder ein Wochenende überlebt. Früher mit Dir habe ich die Wochenenden geliebt. Seit Du nicht mehr bist, graust es mich davor. Jeden Sonntag gehe ich auf den Friedhof. Dabei würde ich mit Dir Sonntags so gerne andere Dinge tun. Egal was, Hauptsache, zusammen sein.


    Seit letzten Donnerstag frage ich mich wirklich verwundert: wo ist die Zeit hin? 4 Monate und 4 Tage... wie habe ich es bis hierher geschafft? Und doch fühlt es sich nicht an wie 125 Tage. Der Tag ist so präsent, als sei es gestern gewesen. Wobei, nicht der Tag an sich. Der Satz der Krankenschwester hat mich in einen Schockzustand versetzt, der sehr lange anhielt. Ich habe an die Tage und Wochen danach nur lückenhafte Erinnerungen.


    Ich bin heute traurig. Nächstes Wochenende ist Ostern... auch noch ein langes Wochenende. Mehr Tage, die mit irgendeiner Aktivität gefüllt werden wollen, damit sie vorbei gehen. Mit einer Aktivität, die sich falsch anfühlt, weil Du nicht dabei bist. Die sich falsch anfühlt, weil ich nicht mit dem Herzen dabei bin. Meine äußere Hülle wird dabei sein, mein Herz ist aber bei Dir.


    Vor Pfingsten habe ich allerdings viel mehr Angst... da wollten wir in den Urlaub. Nach Italien. Du hast sogar schon die Route rausgesucht... Ich werde bestimmt nicht allein nach Italien. Und weißt Du, wo das Problem ist: ich will auch zukünftig nicht mit irgendjemandem nach Italien. Ich will mit Dir dorthin. Nach Marokko wolltest Du auch irgendwann. Zumindest wolltest Du mich dort nicht gegen Kamele eintauschen, sondern wieder mit nach Hause nehmen ^^ Und irgendwann mit dem Campingbus durch Island. Quer durch die Pampa... verrückte Träume. Aber immerhin Träume. Ich habe keine Träume mehr. Ich habe nur eins: Sehnsucht nach Dir <3

    Liebe Tereschkowa,


    tja, meine Zeitrechnung teilt sich auf in "ein Leben vor Dir", "ein Leben mit Dir" und "ein Leben nach Dir". Das Leben vor ihm war Gefängnis, mit ihm Himmel, jetzt Hölle... Am 11.12. brach meine persönliche Hölle los.


    Es war ein Dienstag früh. Ich habe gegen 7 Uhr einen Anruf vom Krankenhaus erhalten, sie hätten ihn auf die Überwachungsstation verlegt. Ich könne ihn besuchen. Es hatte geschneit, war kalt. Kurz meine Vertretung bei der Arbeit organisiert und bin ins Krankenhaus gefahren. Kurz vor 9 Uhr war ich dort, habe diese Station ewig nicht gefunden. Eine Schwester sprach mich an. Ich suche Herrn G. Als die Antwort kam, dass er ein paar Minuten vorher gestorben ist, brach meine Welt zusammen. Die nächsten Wochen war mein Kopf wie im Nebel... Ich weiß, dass ich noch über 2 Stunden bei ihm war. Hab geheult, seine Hand gehalten, sein Gesicht gestreichelt, ihn geküsst... Irgendwann kam seine Schwester samt Mann. Ich hatte sie angerufen. Meine letzten Worte an ihn waren: Danke, dass Du mich hinter Deine Fassade hast schauen lassen (oder irgendwas in der Art). Er sah aus, als ob er schläft.


    Bis jetzt ist es eigentlich nicht komplett real. Ich weiß, dass er tot ist. Aber irgendwo denke ich, das kann nicht sein. Das darf nicht sein. Aber wenn es nur ein Alptraum wäre, müsste ich schon längst aufgewacht sein. Kein Alptraum dauert so lange... Mit dieser Realität muss ich leben. Akzeptieren kann und will ich sie nicht. Vielleicht habe ich ein Stückweit resigniert. Daran, wie grausam das Schicksal ist...

    Ich danke Euch allen.


    Gestern dachte ich noch: jetzt habe ich 2 Haustürschlüssel (einmal den von meiner Wohnung, einmal den von seinem Haus) und habe doch nirgends mehr ein "zu Hause". Zumindest keines, was sich danach anfühlt.


    Heute morgen dachte ich: 4 Monate. 16 Wochen... wo ist die Zeit hin? Eigentlich schon so lange her... und doch, als sei es gestern gewesen. Unser letzter Abend im Krankenhaus. Er wusste, dass er stirbt. Ich habe das nicht in Betracht gezogen. Überhaupt nicht. Seine letzten Worte an mich waren: "Wir sehen uns heute zum letzten Mal. Danke für die schöne Zeit. Pass auf mein Haus auf." Ich habe zu ihm gesagt, kämpfe. Er antwortete, irgendwann hat man keine Kraft mehr zu kämpfen. Dann hat mich die Nachtschwester quasi rausgeworfen...


    Als ich am nächsten Morgen ins Krankenhaus kam, war es zu spät... er war ein paar Minuten vorher gegangen.


    Sorry, hier fließen die Tränen... brauch eine Pause...

    Vielen Dank.


    Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist, weil das Umfeld einen nicht versteht...


    Lass ihn los...

    Bist Du immer noch so schlecht drauf...

    Der Umzug ist ein Neuanfang...

    Bring Deine Steuerunterlagen 2018 auch gleich, dann machen wir das in einem Aufwasch mit 2017...

    Alles, was wir bisher weggeworfen haben, war eh nur Müll, das braucht kein Mensch mehr...


    Es tut weh. Jeder einzelne Satz davon tut weh. Und jede Aktion, die dazu gehört, ebenfalls. Versteht nur keiner. Dass jeder Tag so viel Kraft kostet, versteht keiner. Dass ich nur maximal eine Woche im Voraus plane, weil alles andere momentan nicht möglich ist. Sobald ich mir ein bisschen "innere Ruhe" erkämpft habe, kommt wieder irgendwas, was das wieder zum Einsturz bringt.


    Rainer hat am Anfang unserer Beziehung zu mir gesagt: Ich dachte, Du seist ein Eisblock... Ja, ich war vor der Zeit mit ihm ein Eisblock, weil das Leben mich dazu gemacht hatte... Weil ich mich selber dazu gemacht habe. Damit ich mich vor Gefühlen und den daraus meist resultierenden Schmerzen schütze.


    Er hat den Eisblock geschmolzen. Sehr rasch. Ganz einfach. Ich habe ihm mein Herz geöffnet. Hatte wieder Gefühle, mir waren wieder Dinge lieb und wichtig. Manchmal wünschte ich mir den Eisblock zurück, dann täte das alles jetzt nicht so furchtbar weh. Aber dann hätte ich auch das Glück mit ihm nie erfahren.


    Er sagte auch, ich hatte früher eine Körperhaltung, als träge ich die Last der Welt auf meinen Schultern. Ich muss sagen, JETZT trage ich die Last der Welt darauf... die Last des Verlustes, des Schmerzes, der Einsamkeit...


    Entschuldigung, ich neige dazu, meist Romane zu schreiben. Das war schon immer so, dass ich mich besser in Worten als im Gespräch ausdrücken kann. Rainer hat auch immer Romane auf sein Handy von mir bekommen...

    Hallo,


    ja, ich weiß, es ist etwas viel... aber dieser Thread soll mein "Erinnerungsthread" an meine Lebensliebe Rainer werden...


    Mein Blick ist gerade zu meiner Buddhasammlung im Büro gewandert. Die stand, als ich noch mit meinem Ex-Freund zusammengewohnt habe, in der Küche auf dem Schrank. Als ich dann dort gegangen bin, habe ich sie mit ins Büro genommen. Dort stehen sie seitdem zwischen meinen Pflanzen. Ich hab dann Rainer ein Foto samt Nachricht geschickt: Meine Sammlung hat ein neues zu Hause gefunden. Daraufhin er: Du sollst doch keine Skulpturen von mir aufstellen. Woraufhin ich geschrieben habe: Du bist kein kleiner dicker Mann mit Glatze <3


    Nein, mit 1,85 m und vollem Haar konnte man ihn so tatsächlich nicht bezeichnen. ^^