Posts by Luseundich

    Hallo Bine,

    danke für den wundervollen Bericht, er hat mich zu Tränen gerührt. Seitdem mein Mann im November 2018 vorausgegangen ist, habe ich noch näher am Wasser gebaut, als früher. Auch mir sind schon einige merkwürdige Dinge passiert, die ich mir mit dem normalen Verstand nicht erklären kann. All das schiebe ich menem Schatz in die Schuhe. So finde ich Dinge plötzlich an Orten, an die ich sie nie gelegt habe. Mein Mann hat so etwas mit Wonne zu seinen Lebzeiten gemacht, wenn ich etwas nicht an den richtigen Platz gelegt hatte. Gibt es irgendein Problem, fällt mir kurz darauf eine plausible Erklärung ein, ohne dass ich lang darüber nachdenken müsste, es ist wie eine Eingabe. Ich träume fast jede Nacht von ihm. Ein Traum blieb mir besonders in Erinnerung. Obwohl mein Mann 30 cm größer war als ich, war ich immer noch wenigstens mit einem Fuß in seinem Bett. Das mache ich natürlich immer noch. Eines Nachts spürte ich plötzlich einen Widerstand und erschrak zunächst. Dann bemerkte ich, dass mein Mann neben mir im Bett lag und mit seiner rechten meine linke Hand festhielt. Ich sagte ihm zweimal "ich liebe Dich", er antwortete nicht, drückte aber meine Hand. Es war ein wunderschönes Gefühl, das ich bis heute nicht vergessen habe. Mir hilft es sehr, wenn ich von ihm träume und hich wünsche mir, dass diese Träume nicht weniger werden.

    Einen lieben Gruß

    Luse (und Ich)

    Liebe Sturm, meine aufrichtige Anteilnahme. Vielleicht habe ich eine Erklärung für Dein Gefühl. Vor der Trauerfeier gab mir unsere Nichte den Rat, mir vom Arzt ein Beruhigungsmittel verschreiben zu lassen, damit ich alles besser überstehen würde. Das habe ich abgelehnt, ich wollte den Schmerz und die Wahrheit mit all meinen Sinnen spüren. Ein paar Wochen später sagte unser Hausarzt mir, dass ich "froh" sein sollte, einen solchen Schmerz zu empfinden. Es sei ein Zeichen dafür, wie groß unsere Liebe gewesen sei. Und eines Tages wäre ich dafür dankbar. Seitdem ist mehr als ein Jahr vergangen, und immer noch ist es nicht einfach, mit dem Verlust umzugehen. Mir hilft es, in diesen Augenblicken mit meinem Mann zu sprechen, weil ich fest daran glaube, dass er nach wie vor an meiner Seite ist und mich beschützt. Ich werde auch manchmal gefragt, wie es mir geht und antworte, dass gesundheitlich alles in Ordnung wäre und ich über den Rest nicht sprechen möchte. So bekomme ich auch keine ungefragten Ratschläge, die einem nicht helfen. Ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel Kraft und hoffe, dass Du einen Weg findest, mit dem Verlust zu leben. Liebe Grüße Luse (und Ich)

    Danke liebe Helga. Du hast Recht, wir müssen nach vorne schauen, aber wir sollten auch das Zurückschauen auf viele wundervolle Jahre mit dem Liebsten, was wir auf dieser Welt hatten, nicht vernachlässigen. Vielleicht empfinden wir mit der Zeit mehr Freude über die vergangenen Jahre als Trauer darüber, was wir verloren haben. Man sagt ja, dass die Erinnerungen ein Paradies sind, aus dem wir nicht vertrieben werden können. und dass sie ein Fenster sind, durch das wir unsere Liebsten sehen können wann immer wir wollen. Das sollten wir - wenn wir es denn können - so oft wie möglich nutzen.

    Ich drück Dich in Gedanken, alles Liebe, Luse

    Hallo, seit vielen Wochen schreibe ich zum ersten Mal wieder. Mein Mann ist am 11. November 2018 vorausgegangen, und ich habe jetzt viele Gedenk- und vor allem traurige Tage erlebt. Jetzt bin ich froh, dass die Weihnachtszeit und Silvester, das für uns eine große Bedeutung hatte, vorbei sind.


    Wenn ich die vielen traurigen Berichte lese, schäme ich mich, wie behütet ich durch die Familie meines Mannes und unsere gemeinsamen Freunde bin. Einer unserer Freunde schrieb mir wunderschöne Neujahrsgrüße:


    ICH WÜNSCHE DIR FÜR DAS NEUE JAHR EINE HAND, DIE DICH FESTHÄLT, EIN NETZ, DAS DICH AUFFÄNGT, EIN SCHILD, DAS DIR DEN WEG WEIST UND 1000 STERNE.


    Einer meiner Großneffen, bei dem ich den Heiligen Abend zusammen mit der ganzen Familie verbrachte, wünschte mir nicht "Frohe Weihnachten", sondern nahm mich einfach in den Arm und drückte mich, ohne etwas zu sagen.


    Ich gehöre zu den Menschen, die jeden Tag mit ihrem Partner sprechen, ihm Briefe schreiben und ihm zu besonderen Gelegenheiten etwas schenken. Natürlich bekomme auch ich von meinem Mann etwas zu Weihnachten, zum Geburtstag und zum Hochzeitstag geschenkt. Ich bekam diesmal ein wunderschönes Schmuckstück aus seiner "schwarzen Kasse", die er nachdem er das Rauchen aufgegeben hat, anlegte und die ich für ihn weiterführe. Ich schenke ihm meistens den Besuch einer Veranstaltung, die ihm auch Freude gemacht hätte. An seiner Stelle geht eine sehr liebe Freundin, deren Mann vor 20 Jahren verstorben ist, mit mir, weil mein Mann ja auch ohne Karte an der Veranstaltung teilnehmen kann. Sie weiß genau, wie es mir geht und tut meiner Seele gut, weil sie meinen Mann auch sehr vermisst und gern über ihn spricht.


    Im Moment arbeite ich an einem Fotobuch zu seinem 80. Geburtstag. Und weil ich weiß, dass er immer an meiner Seite ist, auch wenn ich ihn nicht hören, sehen oder berühren kann, weiß ich auch, dass er sich sehr darüber freuen wird, auch wenn er manches Mal denken wird:"Nee, das muss jetzt aber wirklich nicht rein.". Ein Außenstehender würde denken, dass ich ein glücklicher zufriedener Mensch wäre. Aber, wie schon Lehar singen ließ : Doch wie's da drinnen aussieht, geht niemand was an.


    Ja, das behalte ich lieber für mich, weil sie mich sonst wahrscheinlich nicht mehr aus den Augen lassen würden. Auch, wenn ich lieber heute als morgen wieder mit meinem Mann zusammen wäre, habe ich ihm doch versprochen, dass ich all die Dinge pflege, die ihm besonders am Herzen lagen, solange er mir dabei hilft. Und das tut er bis jetzt. Er bewacht meinen Schlaf, er sorgt dafür, dass ich keine Albträume habe und er besucht mich fast jede Nacht in meinen Träumen. Nur die Trauer, die muss ich allein ertragen, und sie ist seit dem 11. November 2018 nicht kleiner geworden. Auch ich frage mich, warum man Menschen trennt, die für den anderen alles bedeuten und Individuen duldet, die die Menschen in ihrer Umgebung nur quälen.


    Ich gebe die wundervollen Neujahrswünsche an Euch alle weiter, vielleicht helfen sie auch Euch.


    Liebe Grüße Luse (und Ich)

    Danke liebe Gabi. auch wenn man seinen Schmerz letztendlich allein aushalten muss, ist hier doch immer jemand, der tröstende Worte findet, weil er ein ähnliches Schicksal erleiden muss. Es ist gut, dass es dieses Forum gibt.

    Vielleicht sind es eines Tages nur noch die schönen Erinnerungen, aber bis dahin wird es noch ein weiter Weg sein.

    Einen lieben Gruß Luse

    Liebe brokengirl,

    wie gut, dass Du dieses Forum gefunden hast. Dein Verlust tut mir unendlich leid. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du einen Weg findest, mit diesem schlimmen Ereignis zu leben. Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass mein Mann immer an meiner Seite ist, mich beschützt und mich manchmal leitet. Und ich freue mich auf den Tag, an dem wir endlich wieder vereint sind. Auch ich wäre ihm am liebsten sofort gefolgt. Es ist einfach die Hölle für die Menschen, die hilflos zurückbleiben müssen. Manchmal frage ich mich:"Was hätte er jetzt gemacht?". Eines weiß ich gewiss, unsere Liebsten sind nur vorausgegangen, Und wir würden ihnen unglaubliches Leid zufügen, wenn wir den schlimmsten aller Auswege wählen würden. Eines Tages wird hoffentlich die Freude über die Trauer siegen und wir uns an wunderschöne Erlebnisse mit unseren Liebsten erinnern. Mein Mann ist am 11. November vergangenen Jahres auf die andere Seite gegangen. Für mich ist es noch nicht leichter geworden, aber ich träume fast jede Nacht von ihm und bin glücklich, wenn ich über ihn reden kann. Ich habe neben der Familie und vielen Freunden eine Freundin, die mir die liebste ist. Sie hat ihren Mann vor 19 Jahren verloren, und wir haben sie damals aufgefangen. Sie vermisst meinen Mann genauso wie ich es tute, und sie weiß - auch ohne Worte - wie es mir geht. Ich wünsche Dir, liebe brokengirl, dass Du ebenso liebe Menschen um Dich hast, die Dir helfen, einen Teil Deiner Bürde zu tragen. Versuche einfach, es zuzulassen. Und sei gewiss, Du bist nie allein, Dein Papa ist immer an Deiner Seite.

    Ich umarme Dich. Luse (und Ich)

    Hallo an Euch alle,

    ich weiß, dass hier niemand mit dem Kopf schüttelt, wenn es einem mal so richtig besch...eiden geht. Mit dem 11. November (da musste mein Mann vor einem Jahr gehen), dem 19. November, da haben die Familie, unsere Freunde und ich uns von ihm verabschiedet und dem 25. November, da haben wir uns 1961, einem Samstag, kennengelernt und ineinander verliebt, habe ich drei schlimme Tage hinter mir, auch wenn ich nicht allein war. Aber viel besser werden die nächsten Wochen auch nicht mit Weihnachten und Silvester. Mich tröstet zzt. nur, dass ich ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk von meinem Mann bekomme. Es ist eingepackt, und ich öffne es erst Heilig Abend, den ich im Kreis der Lieblingsnichte meines Mannes verbringe, zusammen mit unserem Urgroßneffen, den mein Mann leider nur als Ultraschallbild kennengelernt hat. Dann kommt Silvester, auch ein schlimmer Tag für mich, er hatte eine größere Bedeutung für uns als Weihnachten. Wir haben uns Silvester 1961 etwas versprochen, was unser ganzes Leben lang Bestand hatte. Und, wenn ich ganz ehrlich bin, haben sich meine Gefühle seit dem 11. November 2018 nicht geändert, im Gegenteil, es wird mir immer bewusster, dass es nie mehr so sein wird wie früher. Wenn ich abgelenkt bin oder mit Freunden über meinen Mann reden kann, oder wenn ich (eigentlich jede Nacht) von ihm träume, geht es mir sogar richtig gut. Aber, irgendwie erwischt es mich dann doch wieder. Es gibt einfach Dinge, die man mit sich selbst austragen muss. Viele unserer Freunde vermissen meinen Mann auch sehr, und ich möchte sie nicht noch trauriger machen.

    Zum 80. Geburtstag meines Mannes habe ich damit begonnen, ein Fotobuch mit kleinen Anekdoten (ich habe ein sehr gutes Gedächtnis, und zu vielen Bildern fällt mir etwas ein) zu erstellen. Aber, auch da fließen immer wieder die Tränen.

    Vielen Dank, dass Ihr mir Eure Zeit geschenkt habt.

    Einen herzlichen Gruß Luse (und Ich)

    Hallo alle zusammen, lasst Euch einfach mal dafür umarmen, dass Ihr allen Trauernden hin und wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Und dass die Kalorien raus fallen, wenn man Süßigkeiten umdreht, wusste ich auch noch nicht. Bei einigen Sachen dürfte es allerdings schwierig werden. Aber, dafür haben wir ja eine Waschmaschine, die freut sich auch, wenn sie die alten Bekannten regelmäßig wieder sieht.

    Ich wünsche Euch und mir einen Abend mit vielen schönen Erinnerungen und Träumen. Manchmal hilft es einem.

    Luse (und Ich)

    Liebe Tabeha, zuerst mein tiefes Mitgefühl zum Verlust Deiner (Schwieger-)Tochter. Ich glaube, dass Du eine ebenso liebe Schwiegermutter warst, wie die Mama meines verstorbenen Mannes. Sie hat nie von "meiner Schwiegertochter" gesprochen, sondern immer nur von "unserer" Luse. Für mich war sie auch meine Mama. Es kam vor, dass fremde Personen dachten, mein Mann sei ihr Schwiegersohn. Der "Schwiegersohn" hat dann natürlich lauthals protestiert, wie er doch benachteiligt würde und war sehr glücklich, dass sein Weib und seine Mama ein so schönes Verhältnis hatten. Und nur, weil Schwiegertochter und Schwiegermutter nicht blutsverwandt sind, darf man nicht trauern ? Es gibt so viele gedankenlose Sprüche von "Freunden" und Familienmitgliedern. Auch ich durfte das schon erleben. Aber, irgendwann werden sie selbst erfahren, was passiert, wenn sie einmal jemanden verlieren, der ihnen im Leben sehr nahe gestanden hat. Vielleicht gewinnt aber auch dann die Gefühllosigkeit die Oberhand. Überhöre so lieblose Sprüche einfach. Halte Dich an die Menschen, die Dich verstehen, Dich umarmen und Dich ein wenig ablenken. Und, wenn Dir danach ist, weine einfach. Es gehört dazu und zeigt, wie sehr man den, den man verloren hat, liebte.

    Einen lieben Gruß

    Luse (und Ich)

    Liebe Liesel,

    ich kann Dich so gut verstehen. Mein Mann war 78 Jahre, als er gehen musste. Das tut genauso weh. Auch ich wäre ihm am liebsten sofort gefolgt, aber ich glaube, dass er das nicht gewollt hätte. Ich habe mich dann entschlossen, all das, was er so geliebt hat, in seinem Sinne weiterzupflegen, seine Blumen, seine Fische und unsere gemeinsamen Freundschaften. Ich habe jeden Raum unserer Wohnung mit seinen/unseren Fotos "tapeziert", an der Schlafzimmertür hängt von innen ein (fast) lebensgroßes Poster von ihm. An manchen Tagen kann ich die Fotos nicht ansehen, ohne zu weinen. Ich besuche ihn sehr oft, er "wohnt" jetzt in einem Kolumbarium, das sich in hellen freundlichen Räumen befindet, die man mit einer Schlüsselkarte jederzeit betreten und ihm auch etwas ins Gästebuch schreiben kann. Als der das Rauchen aufgab, legte er sein "Zigarettengeld" beiseite in seine "schwarze Kasse". Aus dieser Kasse, bekam ich zu besonderen Anlässen wie Geburtstag, Hochzeitstag oder Weihnachten etc., wunderschöne Geschenke, oft ein Schmuckstück. Diese "schwarze Kasse" führe ich für ihn weiter und bekomme immer noch zu besonderen Tagen etwas Schönes von ihm geschenkt. Auch ich schenke ihm nach vor zu besonderen Anlässen etwas, z.B. den Besuch eines Konzertes oder einer Veranstaltung, an der er Freude gehabt hätte. Und weil er ja keinen Eintritt mehr bezahlen muss, bekommt stattdessen meine liebste Freundin die Karte von mir. Sie vertritt ihn gern, und mir macht es Freude, weil ich weiß, dass es auch meinem Mann gefällt. Ich rede jeden Tag mit ihm, manchmal weine ich auch gemeinsam mit ihm. Ich bin immer noch mit ihm verheiratet und bleibe es, solange ich lebe.

    So versuche ich, mein Leben etwas erträglicher zu machen, und ich weiß, dass mein Mann mir dabei hilft, weil er immer an meiner Seite ist, auch wenn ich ihn nicht sehen oder berühren kann, was ich am meisten vermisse.

    Ich wünsche Dir, dass auch Du einen Weg findest, der Dich ein wenig aus der Traurigkeit führt. Hier erhälst Du Trost, Verständnis und Zuspruch.

    Sei lieb gegrüßt

    Luse (und Ich)

    Liebe Melanie,

    auch von mir mein tiefempfundenes Mitgefühl. Mein Mann starb am 11. November vergangenen Jahres, und die Familie und unsere Freunde haben uns heute vor einem Jahr von ihm verabschieden müssen. Am 25.11., am kommenden Dienstag vor 58 Jahren haben wir uns kennengelernt und waren über 54 Jahre verheiratet. Auch heute, nach einem Jahr fehlt er mir, ich vermisse ihn und wäre am liebsten bei ihm in seiner Welt. Mein Mann hat vor langer Zeit einmal gesagt, dass, wenn einer von uns gehen müsste, er der erste sein wolle. Wenigstens den Schmerz kann ich ihm jetzt abnehmen. Ich weiß aber auch, dass er immer an meiner Seite ist und mich beschützt. Das - denke ich - werden alle, die uns vorausgehen, tun. Sie helfen uns, wenn es nötig ist, man muss es nur zulassen.


    Ich glaube, dass Du hier unter soviel Gleichgesinnten, die nötige Kraft und den Trost bekommst, um einen Weg zu finden, der Dein Leben und das Deiner Tochter ein wenig erträglicher macht. Gib Deiner Tochter ein wenig Zeit, auch sie muss den Schicksalsschlag verarbeiten, und das tut sie auf ihre Weise. Du wirst mit Sicherheit bemerken, wenn sie das allein nicht schafft und Hilfe braucht.


    Ich drück Dich.

    Luse (und Ich)

    Liebe Nessa,


    Speedy, Matthias und Maike haben das gesagt, was hier alle fühlen. Dein Verlust tut auch mir unendlich leid. Mein Mann starb am 11. November letzten Jahres. Da waren wir fast 54 Jahre verheiratet. Aber, egal, wie lange man zusammen gelebt und geliebt hat, ein solcher Verlust ist schwer zu verkraften. Jeder hier wird versuchen, Dir Kraft und Trost zu spenden. Und hier verzichtet man auf alle klugen Sprüche, weil man genau weiß, was Du durchmachen musst. Mit all der Hilfe, dem Zuspruch und dem Verständnis schaffst Du das auch.


    Ich wünsche Dir, dass die schönen Erinnerungen wenigstens zeitweise Deine Trauer etwas mildern.

    Luse (und Ich)

    Liebe Helga, danke für Deine lieben Worte. Ich verstehe Dich nur zu gut. Mir hat die trübe Jahreszeit nie etwas ausgemacht. Da haben wir es uns zu Hause gemütlich gemacht, Freunde eingeladen oder besucht. Zum Glück habe ich eine ganz liebe Freundin, die bei uns im Haus wohnt und deren Mann vor 19 Jahren gestorben ist. Sie weiß genau, was so ein Ereignis mit einem macht und hilft mir durch ihre bloße Anwesenheit. Die Familie und die Freunde bemühen sich wirklich, aber sie können mit der Situation einfach nicht umgehen. Sie sind mitfühlend, aber sie warten immer darauf, dass man wieder "die alte" wird. Aber das wird man nie wieder. Dass Du Dich über Weihnachten mit Arbeit ablenkst, kann ich verstehen. Du kannst vielleicht den ein oder anderen trösten und weinen, wenn Dir danach zumute ist. Und das ist ganz besonders wichtig.

    Ich wünsche Dir für die nächste Zeit immer jemanden, der Dich tröstet und versteht.

    Ich drück Dich

    Luse (und Ich)

    Hallo an Euch alle,

    am kommenden Montag vor einem Jahr ist mein Mann eingeschlafen. Liebe Freunde haben mich eingeladen, mit ihnen abends essen zu gehen und mir so gezeigt, dass auch sie meinen Mann unendlich vermissen. Sie haben nicht "mich" sondern "uns" gefragt. Ich freue mich zwar auf den Abend, aber ich kann meine Tränen heute einfach nicht zurückhalten. Und vor dem 1. Jahrestag habe ich Angst, genauso vor dem 19.11., an dem die Abschiedsfeier war (mein Mann hat seine letzte Ruhestätte in einem Kolumbarium gefunden, in das ich, wenn es so weit ist, auch gehe) und vor dem 25. November, an dem wir uns vor 58 Jahren kennengelernt und ineinander verliebt haben, vor Weihnachten, das 1. Weihnachten mit unserem Urgroßneffen. Mein Mann wusste, dass er unterwegs war, durfte ihn aber zu seinen Lebzeiten nicht mehr kennenlernen. Ich habe Angst vor Silvester, das für mich immer einen größeren Stellenwert hatte als Weihnachten. Wir haben es jedes Jahr mit einer kleinen Reise verbunden und die Tage gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar verbracht. Auch sie vermissen ihn sehr. Auch wenn ich weiß, dass mein Schatz immer an meiner Seite ist, tut mir heute die Erinnerung an die wundervollen Jahre, die wir miteinander verbringen durften, furchbar weh. Manchmal wird einem das "nie wieder" schmerzlich bewusst, und das ist heute einfach so.

    Danke, dass Ihr mir zugehört habt.

    Luse (und Ich)

    Liebe Astrid, auch Ihre Ausführungen bestärken mich in dem Gefühl, die richtige Seite im Netz (mit Hilfe meines vorangegangenen Mannes ?) gefunden zu haben. Es ist hilfreich und schön, Vertrauen zu Menschen zu fassen, die man gar nicht kennt, die aber dasselbe Schicksal teilen, wie man selbst. Sie finden immer die richtigen Worte, und man merkt, dass die Trauer kein Ereignis ist, das in einer bestimmten Zeit "abgehandelt" sein muss. Es gibt stets jemanden, der einen tröstet und kann vielleicht auch anderen Betroffenen allein durchs "Zuhören" helfen.


    Luse (und ich)