Posts by Kleine Frau

    Hallo, guten Morgen,


    heute werde ich am Nachmittag liebe gemeinsame Freunde von meinem Schatz und mir besuchen. Dieses alleine dahin, ist für mich noch nicht begreifbar.

    Wir haben uns immer alle 4 gemeinsam getroffen, wir haben gemeinsame Reisen gemacht. Nun bin ich nur noch die Hälfte. Ich glaube, dass das eine seltsame Begegnung sein wird. Da fehlt ein Mensch, für mich der Wichtigste. Mein Liebster war auch immer ein sehr präsenter Mensch. Wo er war, da war er auch und zog immer Aufmerksamkeit auf sich. Er war gesellig, fröhlich und jedem Menschen offen gegenüber. Er war ein richtiger Menschenmensch.

    Seit seinem Fortgehen bin ich eben nur noch 1/2. Alle Dinge jetzt erstmals allein zu machen, fühlen sich eigenartig an. Ich denke immer, dass er doch jetzt jeden Moment wieder an meiner Seite auftaucht. Aber diese Seite bleibt leer. Kann diese Leere jemals gefüllt werden? Ich kann es mir nicht vorstellen.

    Niemehr wird irgenwas so sein, wie es mit ihm war. Allein ist allein. Und mein Schatz fehlt überall. Es ist einfach nur traurig.


    Wünsche allen trotzdem einen nicht so traurigen Sonntag.

    Eure Kleine Frau

    Hallo, zusammen.


    Vor wenigen Tagen hat die Couch geknistert, genau an der Stelle, wo mein geliebter Mann am liebsten gesessen hat.

    Seither vermeide ich es, dort zu sitzen. Ich lege seitdem meistens seine Lieblingsjacke auf den Platz.


    Ich war an seinem Grab, auf welchem sich noch alle Blumen vom Begräbnis befinden. Jetzt nach fast 3 Wochen, vielem Regen und auch Schnee

    sind viele Blüten welk. Auf einem Kranz befinden sich orange Gerbera, die auch schon sehr gelitten haben. Als ich vor 3 Tagen zum Grab kam, lag eine ganz frische orange Gerbera dort. Als mein Mann verstorben ist, hat man ihm im Krankenhaus eine orange Gerbera zwischen die Hände gesteckt.


    Ich habe der Blüte einen besonderen Platz gegeben. Und auch bei meinem heutigen Besuch war sie noch ganz frisch.


    Das waren eindeutig Zeichen von meinem Liebsten. Ich werde weiterhin Augen und Ohren offenhalten.


    Liebe Grüße


    Die kleine Frau

    Leider hat uns nie ein Arzt damit konfrontiert, dass nichts mehr hilft. Wir sind da einfach so reingerutscht. Im Nachhinein denke ich, ich hätte noch viel mehr fragen müssen. Mein Liebster hat es , so glaube ich, bis zum Schluss nicht wahrhaben wollen. Ich habe damit zu tun, das Gefühl zu haben, dass das Ende nicht wirklich gut abgelaufen ist. Mir hat die letzte Offenheit der Ärzte gefehlt. Daher begleiten mich neben der Trauer auch viele Zweifel. Positiv ist für mich nur, dass Det am Ende weder Schmerzen, noch Atemnot hatte. Außerdem habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich im Moment seines Todes nicht anwesend war. Zuvor war ich mehr als 72 Stunden dauerhaft bei ihm. Man hatte mir zugeredet, dass ich ihn mal eine Weile alleine lassen müsse. Dass er die Zeit für sich braucht, um gehen zu können. So war es dann auch. während ich nicht da war, ist er eingeschlafen. Ich mache mir deswegen eben Vorwürfe, weil ich denke, falsch gehandelt zu haben.


    Es ist ein bisschen tröstlich zu wissen, dass ich mit dem Verlust des geliebten Mannes nicht alleine bin.

    Im Moment der Trauer denke ich häufig, dass ich die einzige Person bin, die so leidet.

    Gut, dass wir alle irgendwie im selben Boot sitzen und uns ein bisschen unterstützen können.


    Dir, liebe Sverja, ganz lieben Dank für deine schön geschriebenen Worte.

    Liebe Grüße

    Angela

    Guten Abend.

    Zunächst einmal ganz lieben Dank für die vielen warmen Worte.

    Heute war ich ziemlich beschäftigt, dadurch hatte ich nicht viel Zeit für Traurigkeit. Am schlimmsten ist es morgens und wenn ich nach Erledigungen wieder nach Hause komme. Es ist unser zu Hause, nicht meins. Ich fühle mich verloren. Halte mich auch hauptsächlich im Wohnzimmer auf. Er ist halt überall da.

    Wir waren ein spätes Paar. Als wir zusammengekommen sind, war er Anfang 40 und ich Ende 30. Es war so richtig die Liebe auf den ersten Blick. Wir waren zwar sehr unterschiedlich, aber dennoch Seelenverwandte. Egal, um was es ging, z.B. Möbel kaufen, Urlaube buchen, wir waren uns immer schnell einig.

    Wir hatten sehr gute Jahre und niemals wäre uns in den Sinn gekommen, dass es so schnell zu Ende sein könnte. Wir sind sehr viel gereist - wir haben in den 22 Jahren nahezu die ganze Welt gesehen. Mit dem Cabrio durch die Berge, mit dem Schiff auf allen Weltmeeren, mit dem Wohnmobil durch Europa. Wann und wo auch immer, wir konnten gemeinsam geniessen, uns austauschen, aber auch wunderbar miteinander schweigen. Wir hatten wirklich eine tolle Zeit, die wir immer sehr intensiv miteinander verbracht haben. Immer waren wir uns ganz nah, mit gleichen Gedanken, Wünschen und Träumen. Mein Liebster war immer für alle der "unkaputtbare" Det. Daher war auch nie ein Gedanke an Krankheit. So haben wir, trotz ganz leichter Krankheitszeichen, am 4.1.2019 eine Schiffsweltreise angetreten. Det hat diese Reise wunderbar hinter sich gebracht, trotz stärker werdenden Beschwerden (schlecht schlucken,kaum noch Stimme, manchmal etwas Atemnot). Aber er wollte unter allen Umständen noch die normale gebuchte Rückreise antreten. So sind wir wie geplant von Singapur nach Hause geflogen. Am übernächsten Tag habe ich ihn ins Krankenhaus gebracht, dort gab es eine Not-OP und die Diagnose Kehlkopfkrebs. Von da an gab es erst Auf, dann Ab mit Chemo, Bestrahlungen. Ab Sommer ging es wieder schlechter und dann kam im Oktober 19 die Nachricht von einem schnellwachsenden neuen Rachenkarzinom.

    Das war der Anfang vom schrecklichen Ende. 10 Monate die uns geblieben sind, davon die letzten 4 Monate unter schwersten Bedingungen. Wochenlang Krankenhaus mit neuerlicher Chemo. Aber alle möglichen Therapien waren sinnlos. Der Tumor ist einfach rasend weitergewachsen. Mit dem todtraurigen Ende am 2.2.2020. Jetzt bin ich hier und muss nicht nur den Tod meines lieben Det zu verarbeiten, sondern auch die vorangegangenen Monate.

    das war unsere Geschichte in Kurzform. Danke,, dass ich das hier einfach mal schreiben durfte.

    Liebe Grüße

    Angela

    Mein geliebter Mann hat mich am 02.02.2020 für immer verlassen. Er war sehr schwer krebskrank. Wir konnten 3 Tage vor seinem Tod noch heiraten. Darüber bin ich sehr glücklich und trage seinen Namen nun mit Stolz. Etwas, was mir für immer bleibt.

    Die Beerdigung war vor gut 2 Wochen. Er fehlt überall, hat überall seinen Handabdruck hinterlassen.

    Wenn ich unsere Wohnung betrete, ist die Stille und Leere unerträglich. So als hätte jemand die Luft rausgezogen. Det war meine Lebensinhalt . Die letzten Monate waren sehr anstrengend, immer im Wechsel zu Hause oder im Krankenhaus. Bedingt durch seine Erkrankung konnte er leider nicht mehr sprechen. Somit war eine normale Kommunikation nicht möglich. Gerne hätte ich gewusst, was in ihm vorgeht, aber er hat mich nicht teilhaben lassen. Er wollte mich immer schützen und beschützen. Nicht noch mehr belasten. Er war so unglaublich tapfer. Nie hat er geklagt. Manchmal fühle ich mich schuldig - hätte ich mehr für ihn tun können?

    Ständig spreche ich mit seinem Foto, als sei er noch da. Erzähle, was ich tue und fühle. Manchmal laufen die Tränen literweise, manchmal kann ich nicht weinen.

    Bin ich in der Trauer überhaupt schon angekommen?