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    Guten Morgen,


    Erinnerung


    Ich bekam gestern Abend eine sehr lange Sprachnachricht von der Mutter einer meiner Klientin.


    Schrieb ja mal,ich bin im sozialen und behinderten Bereich tätig,diese Klientin betreue ich seit ca.


    18 Jahre.


    Erinnerte mich dann an eine Begebenheit vom Mai oder Juni 2018.


    Ich glaube,ich hatte in meinem alten Wohnzimmer darüber geschrieben.


    Mit diesem jungen Mann bin ich einmal im Monat für fünf Stunden zusammen.


    Wir sprechen zuvor ab,wie unsere gemeinsame Zeit gestaltet wird.


    Oft gehen wir über den Friedhof, A. ist natürlich darüber informiert,dass mein Mann verstorben ist.


    Wir stecken eine Kerze an, A. erzählt von seiner verstorbenen Oma,von der Trauerfeier,von der


    Beerdigung.


    Zum Schluss gingen wir gemeinsam zum Mittagessen.


    Dort aß ich auch oft mit meinem Liebsten. Als ich gedankenversunken aus dem Fenster schaute,


    fragte A. mich,ob ich mir einen neuen Mann suchen möchte. Meine Frage warum,beantwortete er ,


    damit du mit jemanden reden kannst.


    A.ist ein sehr empathischer junger Mann,seine Frage war für mich zu jenem Zeitpunkt nicht


    störend oder verletzend.Er hatte meine Verletzlichkeit gespürt.Ich konnte diese Worte unbewertet


    annehmen.


    In der ersten Zeit meiner Trauer war meine Empathie anderen Menschen gegenüber sicher nicht


    besonders groß,Menschen in meinem Umkreis fanden natürlich meiner Meinung nach nicht die


    richtigen Worte für mich. Es gab sicher einige Bemerkungen,die mich verletzten.


    Ich glaube aber auch,ich habe durch mein Verhalten oft ins Fettnäpfen getreten.


    In einem Gespräch mit einer guten Bekannten kamen wir auf dieses Thema,mir wurde bestätigt,


    der Umgang mit mir war für meinem Gegenüber auch kräftezehrend.


    Meine Berufstätigkeit erfordert viele Fortbildungen,ein Thema war : Umgang mit


    Klienten, Mitarbeitern und Angehörigen,


    Ein anderes Thema war Kritikfähigkeit.


    Vielleicht hat mir diese Fortbildung geholfen. Worte, die mich meiner Meinung nach verletzten ,


    zeitnah zu hinterfragen und sie dann für mich in die richtige Relation zu bringen .


    Vor dem Tod meines Liebsten haben sich Menschen abgewandt,nach seinem Tod niemand mehr.


    Ich bin in der glücklichen Lage,ich habe neue gute Bekannte gefunden.


    Alle Menschen in meinem Umkreis kennen meinen Liebsten persönlich oder aus Erzählungen.


    Mit allen kann ich meine Zeitreise machen , niemand fühlt sich belästigt.



    Wünsche einen ruhigen Tag,

    Karin

    Guten Morgen,


    gestern war ein sehr emotionaler Tag.


    Mein Sohn unterstützte mich 2018 in den letzten Tagen bei meiner Pflege seines Vaters.


    Er machte zu der Zeit nur Nachtschicht,da er sowieso nicht richtig schlafen konnte.


    Er fuhr jeden Morgen 50 zig Kilometer,um mir zu helfen und die letzte gemeinsame Zeit zu nutzen.


    Gestern schafften wir es ,die letzten zwei Monate vor dem Tod meines Liebsten,seines


    Vaters und der Großvater seiner Kinder Revue passieren zu lassen.


    Es war schmerzhaft,es flossen Tränen.


    Aber bei ihm und auch bei mir werden immer mehr versteckte Erinnerungen frei.


    Sie wurden erneut durchlebt.


    Ja,diese Erinnerungen lösen auch eine ruhige Freude aus.


    Ja,aber gefüllt mit einer Sehnsucht,die natürlich schmerzhaft ist.


    Ja,aber was wäre ich ohne meine Erinnerungen ?


    Ich gehe bewusst diesen Weg,die letzten Monate zeigten mir sehr deutlich ,es gibt und gab


    Aufgaben für mich.Nur im Rückblick ist vieles meist erkennbar.


    Eine gewisse Akzeptanz der Geschehnisse setzt bei mir ein,ich kann mein gelebtes Leben mit


    meinen voraus gegangenen Liebsten nicht wiederholen.


    Ich lebe im Jetzt,muss mich wie jeder nicht in Trauer befindlicher Mensch von der Zukunft


    überraschen lassen.Ich sollte darauf vertrauen,dass es ein in anderer Form lebenswertes Leben wird.


    Ja,heute morgen wirke ich gefestigt,wünsche mir ,es hält länger an.


    Wünsche euch einen ruhigen Tag,

    Karin

    Guten Abend,


    am 11.10.20 habe ich mich erneut im Forum unter dem Titel


    Erinnerungen an Liebgewonnenes angemeldet.


    Jetzt bin ich seit fast 31 Monaten Witwe.


    Ich möchte von meinem gefühlten Erleben nach meinem Wiedereintritt berichten.


    Es war und ist für mich nicht nur angenehm gewesen.


    Einige wenige Mitglieder zeigten Freude.


    Mein Versuch etwas positives zu finden ,was mir in meiner Trauer hilft,wirkte meiner Meinung


    nach oft befremdlich auf andere Mitglieder.


    Mein Suchen und dann Einstellen meiner mir gut tuenden Bilder ,Geschichten Gedichte und Lieder


    waren anscheinend nicht regelkonform.


    Es sind therapeutische Geschichten,die meiner Meinung nach mich zum nachdenken brachten.


    Ich hatte die leise Hoffnung,es wäre auch etwas für andere Forumsmitglieder.


    Es gab einige Diskussionen.in die wurde ich hineingezogen.


    Es wurden Meinungen als Tatsachen hingestellt.Näher möchte ich nicht mehr auf das Thema


    eingehen.


    Mag sein,dass ich nicht mit dem Strom schwimme,das habe ich noch nie getan.


    Ich bin eine Einzelperson,mein Mut ist zerkratzt,aber vorhanden.



    Ich trauere um meine Liebsten,erlaube mir aber jedes kleinste Mosaiksteinchen meines


    zertrümmerten Leben aufzuheben und zu einem neuen Bild zusammen zusetzten.


    Ja,mir hilft das Lesen und Hören dieser Geschichten,sie regen mich zum Nachdenken an.


    Ich kann in die tiefste Traurigkeit fallen,ich kann dort bleiben.


    Ich habe Verantwortung für mich und meine Angehörigen,darum kämpfe ich um mein bisschen


    Restleben.Die Karin vor dem 27.04.18 gibt es nicht mehr.


    Ich lerne die jetzige Karin langsam kennen.


    Wünsche eine ruhige Nacht,

    Karin

    Guten Tag Isabel L.K.,


    ich glaube ,ich bin ein bisschen dusselig.


    Dürfen meine Texte, Bilder , Gedichte oder Lieder nicht mehr mit dem Hinweis auf den Urheber eingestellt werden?


    Oder darf ich nur noch eigene Texte eingestellen ?



    Danke für das Lesen,


    komm gut durch Tag,

    Karin



    • 484-28163d5642ac293acb502b08287024b2a9fbdb75.jpeg Isabel L.K. Beiträge1.096

      Liebe Karin,

      Ich habe heute nochmal die Forumsregeln neu gepostet- vielleicht wusstest du es nicht, aber Links zu Themen die außerhalb vom Forumsthema sind dürfen nicht eingestellt werden. Ich glaub Pro Leben heißt der Link bei dir.


      Ich hab die Regeln heute nochmal rein getan, weil es mir auch bei anderen aufgefallen ist, und ich wollte nochmal persönlich bei den Betroffenen drauf hinweisen.


      Liebe Grüße,

      Isabel

    Liebe Blaumeise,liebe Verbuendete,


    ja,das Basteln der Nikoläuse beinhaltet sehr vieles.


    Es zeigt mir,mein Leben geht weiter,meine Kinder und Enkelkinder erfreuen sich an jeder Jahreszeit.


    Sie sind ein Teil meines Liebsten,sie gehören zu uns.


    Darum bin ich glücklich über die Freude,die sie mir gemacht haben.


    Beide Großväter meiner vier Enkelkinder sind verstorben.


    Die Mutter meiner Schwiegertochter ist auch verstorben. Wir gehen achtsam miteinander um.


    Wir haben alle Verluste erlitten,jeder von uns ist mitfühlend mit dem Anderen.


    Es zeigt uns aber auch,jeder muss seinen eigenen Weg gehen und ja,wir dürfen fröhlich sein.


    Wir dürfen Spaß haben,wir dürfen lachen.


    Meine Kinder und vor allem meine Enkelkinder sollen nach ihren Möglichkeiten unbeschwerter ins


    und durch das Leben gehen.


    Würde ich ihnen immer meine Traurigkeit zeigen,welches Bild von der Zukunft bekämen sie.


    Darf ich sie belasten ? Auch der Siebenjährige trauert auf seine Art.


    Heute stand er vor dem Aquarium und meinte,er möchte auch so eins haben wie sein Opa.


    Mein Liebster ist auch in der Gedankenwelt dieser Kinder ständig präsent.


    Gute Nacht,

    Karin

    Ihr Lieben,


    hatte heute einen schönen Tag,meine Tochter kam mit ihrer Familie zu Besuch. Die Enkelkinder kamen die Treppe hoch und riefen : Oma mach die Augen zu,

    wir haben eine Überraschung für dich.

    Meine Tochter hat mit meinen Enkelkinder einen Adventskalender für mich gebastelt.

    Sie hat die Papprollen mit rotem Papier beklebt,Sie bekamen eine rote Mütze auf.

    Augen, Nase und einen Rauschebart,fertig ist der Nikolaus

    Auf den schwarzen Füßen steht eine Zahl,an dem Tag darf ich dann die Mütze absetzen und die Überraschung aus der Rolle nehmen.




    Wie können doch Kinderaugen strahlen,wenn sie einem ein Geschenk machen dürfen.


    Ja,ich hatte heute einen wirklich freudigen Tag.


    Wünsche eine ruhige Nacht,

    Karin

    Guten Morgen,


    Vorgestern habe ich zum 3.Mal meine Wohnung mit Weihnachtsdekoration geschmückt.



    Im Jahr 2018 fiel es mir unheimlich schwer.


    Bei jedem Teil,welches in die Hand nahm,flossen meine Tränen.


    Aber mein Mann sah mir immer beim dekorieren zu,er gab entsprechende Kommentare


    ab.


    Darum bemühte ich mich ,auch 2018 es genauso zumachen.


    Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern,wie erschöpft ich im Anschluss war.


    Aber es war für mich richtig so.


    Den Weihnachtsbaum stellte ich nicht auf,das war die Aufgabe von meinem Liebsten.



    Im Jahr 2019 bekam meine Wohnung wieder ihre gewohnte Dekoration.


    Natürlich war alles mit Trauer und Wehmut besetzt.


    Etwas war aber anders.


    Fragte meinen Sohn und Schwiegertochter,ob sie den Baum bei sich aufstellen möchten.


    Sie nahmen ihn mit Freude an,die Enkelkinder schmückten ihn zusammen mit meiner


    Schwiegertochter.


    Als ich zu Besuch kam und ich sah,dass der Baum geschmückt war,kam Friede in mir auf.


    Alle Kugeln und Kerzen hatte mein Liebster in der Hand gehabt.


    Dieser Platz für den Baum war richtig.



    Vorgestern dekorierte ich mit Freude.


    Hielt ständig Zwiesprache mit ihm. Hatte das Gefühl,er schaut mir lächeln zu.


    Ja,meine Trauer und Wehmut sind nicht verschwunden.


    Ich fühle mich geliebt,ich habe so viele Erinnerungen.


    Jedes dieser Dinge erzählt eine Geschichte


    Nein,Erinnerungen ersetzen nicht die lebenden Menschen,aber ich habe wenigstens das.


      



    Ich wünsche einen ruhigen Tag,

    Karin

    Liebe Freundin,


    ich habe gestern oft an dich gedacht.Wie schön,dass du den ganzen Tag persöliche Begleitung hattest.


    So konntet ihr euch über deinen Liebsten unterhalten.




    Vor einiger Zeit durfte ich mir dieses Lied gemeinsam mit meinem Liebsten anhören.


    Es tut mir gut,macht aber auch Wehmut.


    Komm gut durch den Tag,

    Karin