Posts by Puzzle

    Weil ich heute mein ärztliches verordnetes Bewegungsprogramm bereits absolviert habe, erlaube ich mir nun wieder, hier zu lesen. Dabei ist mir eine Diskrepanz aufgefallen, die ich hier einfach zur Diskussion stellen möchte. Ich versuche wertfrei zu formulieren, schreibe aber in „wir-Form“, weil ich den Eindruck habe, dass uns allen das eine oder andere oder beides schon widerfahren ist:


    Einerseits lese ich oft von der Unfassbarkeit der Intensität, in der uns die Trauer getroffen hat. Ich lese davon, wie unvorstellbar unser Zustand für jene ist, denen nicht widerfahren ist, was uns getroffen hat.
    Andererseits haben wir alle schon Kommentare dazu in unserem Umfeld gehört, die wir von unpassend bis tief verletzend empfunden haben.

    Wenn wir also unsere Situation als unvorstellbar für Außenstehende begreifen, warum erwarten wir dann, dass genau diese Außenstehenden die richtigen Worte finden? Da liegt doch eine Diskrepanz zugrunde, die uns nur zum Verhängnis werden kann.


    Vielleicht verletzen die unpassenden Worte im eigenen Umfeld weniger, wenn man sich dieser Diskrepanz bewusst ist.....

    Sie sind gegangen

    Mein Conclusio: Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass ich einfach einen Ausweg aus dem Schmerz der Trauer suche und deshalb alle Eventualitäten durchspiele. Am Ende dieser Fragen wird mich die Erkenntnis ereilen, dass sich die Situation auch dann nicht ändert, wenn ich hundert Umwege über „Ich wünschte, es wäre dieses oder jenes anders gewesen....“ gehe. Bis zum Akzeptieren ist es halt weit... und die Direttissima bin ich sonst auch nie gegangen.....


    Bitte verzeih, falls ich dir mit meinen Fragen zu nahe getreten bin. Dem Liebsten machtlos beim Fortgehen zuzusehen, sprengt meine Vorstellungskraft. Wahrscheinlich hätte ich diese Kraft nicht, weshalb mich das Schicksal auf meinen Weg geschickt hat....

    Ich weiß, liebe nasch, dass Prognosen unheimlich schwierig sind.

    Ein Beispiel:

    Vor mehr als 40 Jahren kam ein Cousin von mir in der Hälfte der Schwangerschaft seiner Mutter zur Welt. Man bedenke den damaligen Stand der Frühgeborenen-Versorgung.

    Der kleine Kerl war an Maschinen angeschlossen. Die Prognose war: wenn er überleben sollte, wird er ein Leben lang ein Pflegefall bleiben. Wie sein Zustand sein würde, wurde nicht gesagt, aber als „lebenswert“ wurde sein Leben nicht eingestuft. Den Eltern wurde empfohlen, die Lebenserhaltung einstellen zu lassen.
    Sie entschieden sich dagegen.

    Heute lebt mein Cousin ein normales Leben. Er hat einen handwerklichen Beruf erlernt, ist verheiratet, hat einen Sohn, alles in Ordnung. Die Defizite, die ihm geblieben sind, sind so gering, dass ein Fremder sie nicht erkennt und für ihn selbst oder seine Familie keine Belastung darstellen. Die Ärzte lagen falsch.

    Prognosen sind Wahrscheinlichkeiten. Sie sind keine Tatsachen. Manchmal passieren Dinge, die niemand auch nur im Ansatz erahnen konnte, gute und schlechte....


    Ich weiß nicht, was es mit mir gemacht hätte, wenn ich die Tatsachen und die Prognosen gewusst hätte. Mein Partner hat entschieden, sie mir zu verschweigen. Gut oder schlecht? Wer weiß das schon.

    Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass ich einfach einen Ausweg aus dem Schmerz der Trauer suche und deshalb alle Eventualitäten durchspiele. Am Ende dieser Fragen wird mich die Erkenntnis ereilen, dass sich die Situation auch dann nicht ändert, wenn ich hundert Umwege über „Ich wünschte, es wäre dieses oder jenes anders gewesen....“ gehe. Bis zum Akzeptieren ist es halt weit... und die Direttissima bin ich sonst auch nie gegangen.....

    Geduld bringt mich nicht weiter, denn ich hätte ein klein wenig Trost und Verständnis in dieser schweren Zeit gebraucht. Meine Trauer wurde ignoriert und kritisiert und das kann sie nicht mehr rückgängig machen. Ich musste mir woanders Hilfe suchen, das tut weh.

    Auch meine Eltern, besonders Mama hat darunter gelitten. Sie kann das nicht mehr gut machen, ihre Hilfe brauch ich jetzt nicht mehr...

    :30::30::30: es tut mir sehr, sehr leid, dass du zusätzlich so verletzt wurdest.

    ich "musste" meinem Schatz und Mama beim Sterben zusehen, es waren grauenvolle Tage, diese Bilder gehen nie mehr aus dem Kopf. Ich kann es trotzdem nicht realisieren, dass beide nie mehr bei mir sind...

    Dieses Realisieren fällt mir auch manchmal schwer, unabhängig davon, ob ich mich gefragt habe, ob er denn nun wirklich gestorben ist oder ob man mich nur auf unvorstellbar pietätlose Art verarscht.

    Das Unabänderliche, Endgültige scheint nicht in unseren Horizont zu passen, so fühlt es sich für mich an.

    Ja,da gebe ich dir vollkommen recht.

    Diese Fragen brauchte ich mir nicht stellen,entschuldige bitte.

    Karin

    oh bitte, es besteht kein Grund, dass du dich entschuldigst, du hast nichts falsch gemacht!


    Nachdem ich mir tausende von Fragen gestellt habe, wären an deren Stelle andere Fragen getreten.
    Es ist nun mal, wie es ist. Für jeden von uns.

    Das kann ich dir nicht beantworten, liebe Karin. Was mich über viele Wochen beschäftigt hat, war der Gedanke, ist es wahr, dass mein Partner tatsächlich gestorben ist?
    Ich habe seinen Leichnam nicht gesehen, wurde nicht vom Begräbnis informiert, konnte mich nicht verabschieden. Diese Wochen des Zweifelns wären mir erspart geblieben. Ob der Prozess des Trauerns dadurch insgesamt „leichter“ geworden wäre, kann ich nicht beurteilen.... aber „was ist passiert?“ hätte ich mich nicht fragen müssen und „ist das wirklich passiert oder ist es nur ein grausames, perfides Theater?“....


    Puzzle, unschlüssig....

    Der Neurologe, bei dem ich diese Woche war, war endlich einmal einer, der dem Patienten auch unangenehme Wahrheiten sagt. Er war der erste in diesem Marathon, der mich aufgefordert hat, mich einfach mehr zu bewegen. Wenn die Organe alle gut funktionieren und der Körper trotzdem randaliert, fehlt es an Bewegung. Das weiß ich ja grundsätzlich, trotzdem macht es einen Unterschied, das von einem „Fachmann“ gesagt zu bekommen. Die anderen Ärzte haben erst zugestimmt, als ich das Thema anschnitt, von selbst haben sie den Rezeptblock vorgezogen.


    Der Neurologe, so erzählte er mir, war viele Jahre lang als Notarzt unterwegs. Patienten, wie mein Partner, haben, so berichtete er unverblümt (nachdem ich ihm gesagt habe, ich hielte die Wahrheit aus, er solle kein Blatt vor den Mund nehmen), eine statistische Lebenserwartung von gut 5 Jahren, nachdem ihnen eine Kombination Herzschrittmacher/Defi implantiert wurde. Bei gesunder Ernährung, gut eingestelltem Blutzucker und ausreichend Bewegung eventuell 10 Jahre. Laut Statistik.
    Mein Partner lebte 13 Jahre damit. Bei den Krankenhausaufenthalten wurde immer betont, man würde alles für den Erhalt seiner Füße tun, sein allgemein guter Gesundheitszustand würde jede Maßnahme rechtfertigen. Entweder kennt man die Statistik nicht oder wollte Optimismus verbreiten.
    Jedenfalls lebte mein Partner in seiner Illusion, unsterblich zu sein, benahm sich immer so und nahm mich in diese Illusion mit. In Unkenntnis der Tatsachen wiegte ich ihn und mich in einer rosaroten Illusion in Sicherheit.
    Der Neurologe meinte, die Polyneuropathie, die diagnostiziert wurde, beschränkt sich nicht auf die Nerven in den Füße, sie beeinträchtigt alle Nerven im Körper. Herz und Lunge sind in einem dichten Geflecht aus Nerven eingebettet und funktionieren nur so gut, wie das Nervengeflecht Reize und Botschaften weiterleitet. Es war also, aus Sicht des Mediziners, weder überraschend, noch unerwartet, dass sein Herz irgendwann aufhört zu schlagen. Solche Patienten kann auch der beste Arzt nicht wiederbeleben, das hat er während seiner Notarzt-Zeit vielfach erleben müssen. Da mein Partner die Fehlermeldungen des implantierten Defis über Monate ignoriert hat, bestand während dieser Zeit bereits akute, quasi minütliche Lebensgefahr. Nun hatte mir mein Partner glaubhaft gemacht, er hätte das Gerät überprüfen lassen. Dazu meinte der Neurologe, das ginge nur in Spezialambulanzen und nicht so nebenher bei chirurgisch bedingten Krankenhausaufenthalten. Ich habe niemals einen Bericht einer solchen Ambulanz gesehen, mein Partner hat auch nicht erzählt, dass man ihn dorthin überstellt hätte... er hat die Fehlermeldung also ignoriert.


    Der Neurologe berichtete auch, dass Patienten, die so ein Gerät implantiert bekommen, genau informiert werden, was auf sie zukommt, auch ihre Lebenserwartung, auch das notwendige Verhalten, sämtliche Geräusche, die das Gerät macht und was in welchem Fall zu tun ist, selbstverständlich auch wie dringend der Handlungsbedarf ist.... alle Fragen, die ich meinem Partner gestellt hab, als die Fehlermeldung auftrat und die er unbeantwortet ließ. Er werde sich schon darum kümmern, wurde ich vertröstet.

    Der Arzt meinte, er würde sofort in einem Taxi in die nächste Interne Ambulanz sitzen, wenn so eine Fehlermeldung bei ihm auftreten würde, jede Minute, in der das Gerät nicht korrekt funktioniert, besteht Lebensgefahr. Dieses Implantat ist kein modisches Accessoire.


    Wie naiv und blauäugig ich doch war. Das hat dieses Gespräch gezeigt. Tatsächlich habe ich mich bereitwillig, gutgläubig und völlig realitätsfern in diese Illusion, in der mein Partner Lebensmut und Lebenswillen fand, mitnehmen lassen. Ein solches Implantat wirkt auf viele Patienten auch psychisch belastend, sie bekommen psychologische Betreuung, wenn sie sie brauchen. Mein Partner hat sich den Mythos der Unsterblichkeit eingeredet, um mit der Situation klar zu kommen, und hat ihn auf mich übertragen....


    Rein statistisch gesehen, waren also unsere drei Jahre schon weit über dem prognostizierten Ablaufdatum. Insofern sollte ich dankbar sein und mich mit meinem Partner zusammen darüber freuen, der Statistik ein Schnippchen geschlagen zu haben.... es fühlt sich nur nicht so an....

    Ich bin allerdings sehr dankbar für das offene Gespräch mit dem Arzt. Es hat mir alle Fragen beantwortet, bringt Klarheit. Nun ist ein Abschluss möglich.

    Gestern Abend kam der Anruf vom Internisten, in dem mir mitgeteilt wurde, dass die Borrelien nicht ausgewertet wurden. Es wurde nach Ausreden gesucht. Man meinte, es wäre wahrscheinlich nicht genug „Material“ für die Auswertung vorhanden gewesen. Nun bestand aber von Anfang an die Forderung, die Borrelien auszuwerten, warum nimmt man also bei der Blutabnahme nicht genug „Material“ für diese Werte?
    Es gab nicht einmal eine Entschuldigung dafür, dass man schlampig war, ich den Werten drei Wochen lang nachlaufen musste, um dann zu hören, sie wären nicht da und nun zu einer neuerlichen Blutabnahme gehen muss. Von der unnötigen Verschleppung des abschließenden HNO-Termins rede ich da noch gar nicht...

    Diesen Arzt werde ich nicht weiter empfehlen. So viel Schlamperei, Ignoranz und Hochnäsigkeit habe ich selten so deutlich zu spüren bekommen. Es mag schon sein, dass alle diese Leute, die in dem ganzen involviert waren, ihr Handwerk verstehen, doch vom Umgang mit Menschen, von Respekt und dem Bemühen um korrekte Abläufe verstehen sie nichts. Ich hab auch Verständnis dafür, dass man die Anforderung 1 mal übersieht, sie aber insgesamt drei Mal zu ignorieren, zeigt ein Muster, das gerade im Gesundheitsbereich zu schwerwiegenden Folgen führen kann.


    In meinem Fall war das jetzt lediglich ärgerlich, doch wenn ich ein Notfallpatient wäre und dann dieser Schlamperei ausgesetzt bin, kann es mich das Leben kosten.... wenn man sich in dieser Ordination der Verantwortung des Berufes nicht bewusst ist, ist es besser einen großen Bogen darum zu machen. Schließlich sind Ärzte und ihr Personal im Grunde auch nur „Dienstleister“ - und in meinem Fall bin ich mit der „Dienstleistung“ absolut unzufrieden.

    Habt es gut an diesem Wochenende.... findet Kraft und Ruhe...

    Puzzle

    Ich hadere immer noch damit, ausgeschlossen worden zu sein. Ich wünschte, ich hätte dieses Bild. Ich wünschte, ich hätte dabei sein dürfen.... ich weiß nicht, ob es besser gewesen wäre. Offenbar, nachdem ich das nicht durfte, meint das Schicksal, es wäre nicht besser gewesen. Und doch hadere ich. Es fällt mir schwer, darauf zu vertrauen, dass die Dinge im Leben genau so ablaufen, wie wir es verkraften können und dass das Schicksal, wenn wir schon grauenhafte Dinge erleben müssen, den für uns „richtigen“ Weg wählt.

    Menschen, die unzufrieden sind, können einem das Leben so schwer machen. Immer wieder fange ich mit diesem Thema an, denn meine Schwester ist mit ihrem Leben so unzufrieden, das sie mich, wo ich so verwundbar war in meiner Trauer, zutiefst verletzt hat.

    Wie soll ich inneren Frieden und Zufriedenheit finden, wenn ich so sehr darunter leide? Mir ist Familie so wichtig, aber ich weiss ein Gespräch würde nichts bringen. Ich kann das nicht in Worte fassen, wie sehr mich dieses Verhalten und dieses Schweigen verletzt...

    Andere Menschen kannst du nicht ändern.
    Ich bin nicht gläubig, was die Katholische Kirche angeht, doch folgendes Gebet beinhaltet viel Wahrheit:


    Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


    Vermutlich kennen wir das alle, denn es ist weithin bekannt.

    In unserer Trauer fehlt es vielen von uns an allen drei Eigenschaften, weil der Schmerz und der Verlust einfach alles dominieren.
    Als erstes sollten wir vielleicht um Geduld bitten. Geduld, bis wir einen Umgang mit dem Schmerz und dem Verlust gefunden haben. Und dann erst um Gelassenheit, Mut und Weisheit....


    Was ich sagen will, nasch, gib dir Zeit, hab Geduld. Schmerzlich hast du erlebt, wie schnell sich das Leben grundlegend ändert. Alles ändert sich ständig. Auch grauenhafte Zeiten ändern sich, nicht nur schöne. Hab Geduld....

    Es hat auch Nachteile, wenn die Belastung durch die Trauer nachlässt - denn nun habe ich wieder genug Energie, um mich zu ärgern.


    Ich habe diesen nervigen Untersuchungsmarathon, den der HNO-Arzt vorgeschrieben hat, nun endlich hinter mich gebracht.

    Die Anweisung für den Internisten lautete: internistische Untersuchung, Labor Serologie über neurotrope Erreger einschließlich Borrelien.

    Der Internist hat sein Laborteam beauftragt: Laborwerte lt Arztbrief HNO. Ich war dabei, ich habe die Anforderung gesehen. Den Arztbrief hatte ich mit, der wurde gescannt, war im Computersystem des Internisten ersichtlich.


    Standardmäßig hab ich nur den Befund vom Internisten bekommen, gar kein Laborergebnis der Blutuntersuchung.

    Ich habe um das Laborergebnis gebeten (1. Bitte) und bekam die Standardwerte, die ein Internist in einem großen Blutbild erhebt. Blutzusammensetzung, Niere, Leber, Zucker usw. Keine neurotropen Erreger, keine Borrelien.

    Ich musste also vor Ostern erneut um dieses spezielle Ergebnis bitten (2. Bitte). Man sagte mir die Zusendung nach dem Urlaub der Ordination zu. Es kam nichts.

    Erneut bat ich heute um das Ergebnis der Antikörper, neurotrope Erreger + Borrelien (3. Bitte) - und bekam eine Auswertung von Viren-Antikörpern, Borrelien sind Bakterien. Die fehlen wieder.

    Ich bat also das 4. Mal um die Ergebnisse für die Borrelien, darauf hab ich noch keine Antwort.

    4 Mal musste ich nun lästig sein - und hab noch immer nicht alle geforderten Befunde. Ja, fix! Kann dort niemand lesen? Weder den Arztbrief noch meine Mails?????


    Ich verstehe, dass in dieser Ordination viel zu tun ist. Hätte man aber von Anfang gelesen, was im Arztbrief stand, hätte man sich drei Mal so viel Zeit erspart und niemand hätte sich ärgern müssen. Ich als Patient nicht und das Ordinationsteam nicht mit mir, der lästigen Patientin. Wenn die Leute immer so schlampig arbeiten, machen sie sich die viele Arbeit, die sie haben, selbst.

    Einmal ordentlich gearbeitet, erspart viel Zeit und Ärger!

    Und grad ist ein Kollege bei mir vorbeigegangen, der immer ein breites Lächeln aufgesetzt hat, das sehr ansteckend auf mich wirkt, der sich im Vorbeigehen auf die unteren Rippenbögen geklopft hat, wie es im Video zu sehen ist.... ich musste lachen. Manche Menschen wissen von Natur aus, ganz instinktiv, was ihnen gut tut :)

    Tag 296 der Puzzle'schen Zeitrechnung (eine andere Formulierung, um von der Formulierung "Katastrophe" endlich wegzukommen)....


    Wie schon der Überschrift zu entnehmen ist, versuche ich, mich von der Katastrophe zu lösen. Die Todesnachricht kam so plötzlich, so völlig unerwartet, so völlig aus dem Nichts, dass es mich für Monate umgehauen hat. Das war schlimm genug.

    Im Rahmen der Beschäftigung mit Trauer und deren Bewältigung habe ich immer wieder Worte gelesen wie "Loslassen" oder "Annehmen" - na, was jetzt? Loslassen oder annehmen? ;) Auch hier denke ich: beides.

    Loslassen möchte ich den Gedanken, wie schrecklich das alles war, wie schlimm es mich getroffen hat. Die Erinnerung wird bleiben, aber sie immer wieder zu empfinden und mir das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, bringt mich nicht weiter. Ich muss das nicht betonen, denn es war zweifelsohne grauenhaft. Ständig an diesem Gedanken festzuhalten, schadet mir. Den Gedanken an die Katastrophe möchte ich also loslassen.


    Annehmen möchte ich die jetzige Situation ansich. Sie ist, wie sie ist. Er ist nun mal unwiederbringlich gegangen. Ich bin noch da. "Mach was draus" ist der Gedanke, der immer öfter auftaucht. Sicher könnte ich einfach weiterleben, weil ich nicht tot bin. Und natürlich gibt es Tage, die sich so anfühlen. Aber möchte ich das dauerhaft so haben?

    Sehr lange war ich den überschießenden Reaktionen und Emotionen machtlos ausgeliefert. Es ging einfach nicht, mich aufzurappeln, mich zu freuen oder gar zu lachen. Es ging einfach nicht. Doch inzwischen hab ich wieder Einfluss auf mich und den Tagesablauf. Das kann ich nutzen.


    Also schau ich mal, was der Tag bringt. Das Wetter ist bei uns sehr schön, noch kühl aber sonnig. Ein schöner Frühling bis jetzt. Die meiste Zeit empfinde ich diese Schönheit noch als "nervig", aber die Fortschritte kommen eben nur in ganz kleinen Portionen. Wenn es mir heute gelingt, die Schönheit der Natur nur für eine Minute zu genießen, werden es morgen vielleicht schon 2 Minuten? Hauptsache der Trend stimmt....


    Und so wünsche ich allen Fortschritte und die Kraft, sie zu erkennen... sie sind winzig, wie das erste zarte Blütenblatt im Frühjahr, das man nur sieht, wenn man gezielt danach Ausschau hält....

    Puzzle

    Ich habe es für mich ausprobiert. Mir hat es geholfen. Es hat mit der Funktionsweise unseres Gehirns zu tun. Mit positiven Affirmationen und das Zusammenbringen von Hautgefühl und Worten.

    Ich finde den Ansatz sehr interessant und gut.

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie man sein eigenes Hirn mit einigen Tricks quasi "überlisten" kann.

    Ich hab diese Woche ziemlich viel um die Ohren und wenig Zeit, mich intensiv und vor allem in Ruhe damit zu beschäftigen, habe aber vor, sobald ich Ruhe finde, das mal auszuprobieren.

    Wie ich schon sagte, was immer hilft in dieser Situation und sei es noch so eigenartig: nur die Tatsache, dass es hilft, zählt.


    Danke noch einmal für den interessanten Hinweis!

    RalfsHeidemarie

    So, nun hab ich mir das Video angeschaut und bin momentan mal etwas irritiert. Klopfen soll helfen? Am Anfang spricht der Verfasser von einigen Dingen, die ich auch nicht kenne. Ich werde mir also die Zeit nehmen und grundsätzlich mal recherchieren, worum es bei der Methode geht, was der Grundgedanke ist.

    Ich danke dir für den Hinweis. Alles, was die Situation erleichtern kann, ist es wert, ausprobiert zu werden!


    Einen ruhigen Abend!

    Puzzle