Beiträge von manu

    Hallo,


    ich warte seit meine Mama am 25.5. gestorben ist, auf ein Zeichen von ihr. Sie hat früher immer gesagt, wenn sie mal gestorben ist, wird sie sich auf jeden Fall nochmal bei mir melden.
    Als ihr Vater gestorben ist, hat er sich auch bei ihr verabschiedet (es hat an der Tür geklingelt, mehrmals, aber niemand war vor der Tür).


    Ich bin richtig unglücklich,weil ich sie nicht spüren kann, ich hoffe immer, sie meldet sich bei mir irgendwie, dass irgendein Zeichen kommt, aber bis jetzt hat sie es nicht getan. Ich spüre sie auch nicht, wenn ich bei meinem Vater in der Wohnung bin, dort ist sie auch nicht.


    Als ich die vielen Stunden im Krankenhaus an ihrem Sterbebett war, da habe ich ihr irgendwann gegen Mitternacht gesagt, dass sie loslassen kann, dass sie gehen kann, dass es okay ist, dass sie sich um meinen Vater und mich keine Sorgen machen muss, dass wir das schon schaffen werden und dass ich nur will, dass sie nicht leidet und dass es ihr besser geht. Sie war nicht wach, sie war mit Schmerzmittel vollgepumpt und hat geschlafen.
    Sie hat solange gekämpft, die letzten 1,5 Stunden (knapp nachdem ich das alles zu ihr gesagt habe), da hat sich ihr Zustand dann auch verändert. Ich wusste, sie wird bald gehen, ich kann die verzweifelten, gequält klingenden Atemzüge nicht vergessen.


    Kann es sein, dass es daran liegt, dass sie nicht zu mir kommt? Weil ich zu ihr gesagt habe, dass sie gehen kann?
    Oder liegt es daran, dass ich sie bis zum Ende begleitet habe? Zwischen uns gab es nichts, was noch zu klären gewesen wäre, wir hatten ein sehr inniges Verhältnis zueinander und da war einfach nur Liebe.


    Ich bin froh, dass ich hier darüber reden kann.


    liebe Grüsse, manuela

    Hallo,


    ich habe am 25.5. meine Mama verloren. Sie hatte Eierstockkrebs und schon Metastasen in Leber und Lunge. Nach der OP am 7.5. kamen kritische Tage, wo wir nicht wussten,ob sie es schafft. Sie hat es geschafft, dann kam der Befund, die erste Chemo, für ca. 2 Tage ging es ihr besser, dann kam alles anders.


    Ich habe 16 Stunden an ihrem Sterbebett verbracht und mein Vater und ich haben sie bis zum Ende begleitet. Letzten Donnerstag war die Beerdigung.


    Sie hatte erst am 1. Mai Geburtstag und das war auch der letzte schöne Tag, den sie erleben durfte. Ich weiss noch, dass ich so ein komisches Gefühl hatte - hoffentlich ist es nicht der letzte Geburtstag.... Dann als ich sie ins Krankenhaus gefahren habe, auch da dieses komische Gefühl.


    Es gibt Tage, da komme ich relativ gut zurecht damit, ich schaffe es, den ganzen Tag im Job auszuhalten, trotzdem meine Leistung zu bringen. Stark zu sein für meinen Vater, der sehr leidet und nicht weiss, wie er jetzt weiterleben soll. Aber heute gehts mir irgendwie gar nicht gut und deshalb schreibe ich Euch.


    Meine Emotionen wechseln - traurig, verzweifelt, dieses Gefühl der Leere, dann kommt die Wut, dass mir meine Mama genommen wurde.
    Ich lasse meine Gefühle aber auch raus, ich unterdrücke das nicht. Es mag wahrscheinlich auch gut gemeint sein, wenn Freunde meinen, ich soll mal ins Kino gehen und irgendeinen Film anschauen oder mitkommen auf eine Party und tanzen.


    Aber ehrlich, es sind jetzt zwei Wochen, dass sie gestorben ist. Ich verstecke mich nicht zuhause, gehe ins Büro, einkaufen, erledige, was zu eben alles zu erledigen ist, verbringe Zeit mit meinem Vater. Aber nach Tanzen, mit fröhlichen Menschen Zeit verbringen, das kann ich momentan einfach noch nicht.


    Ich weiss nicht, wie, bzw. wann man mit so einem Verlust überhaupt fertig wird. Es ist auch nicht so leicht die ganzen Erlebnisse im Krankenhaus zu verarbeiten. Ich war jeden Tag bei ihr und dann die letzten Stunden.


    liebe Grüsse an Euch alle, manu