Alles anzeigenGuten Morgen Ihr Lieben,
jetzt ist er da, der Heilige Abend. Heute vor einem Jahr gegen acht Uhr morgens wurde Ursel nach 7 Monaten Krankenhaus als "stabil" nach Hause gebracht.
Sie ging als klar denkende Frau in die Klinik und als sie zurück kam wusste sie nicht mal mehr dass sie hier wohnt. Die letzten 10 Tage ihres Lebens verbrachte sie mehr oder weniger in geistiger Umnachtung. In den Krankenhäusern müsste viel mehr gegen das "Krankenhaus-Delir" gemacht werden, es betrifft viele ältere Menschen. Vielleicht war es für sie sogar zum Schluss ein Segen, da grübel ich jetzt seit einem Jahr drüber nach. Aber es ist wie es ist, sie ist nicht mehr hier und sie fehlt mir jeden Tag mehr. In diesem Jahr ist kein Tag vergangen an dem ich nicht um sie geweint habe.
Ich würde jetzt am liebsten die nächsten 10 Tage verschlafen, bin aber schon froh wenn ich nachts 5 Stunden schaffe. Es ist nicht so dass ich keine lieben Menschen um mich habe, habe aber fast alle Einladungen abgelehnt.
Ich bin einfach von einem Jahr Trauer erschöpft und in dieser Zeit am liebsten allein.
Allen Trauernden in diesem Forum wünsche ich eine erträgliche Weihnachtszeit.
Ich verstehe Dich, war jetzt auch eingeladen bei vielen Familienmitgliedern, habe ich auch alles angenommen. War cool. Aber als ich nach Hause kam, war ich erleichtert. Es ist einfach nicht dasselbe. Man ist nicht mehr derselbe. Zuhause muss man niemandem etwas vorspielen, kann den eigenen Gedanken nachgehen.