Beiträge von Polarstern

    Liebe Christine,


    auch dir vielen Dank.


    So wie du es beschreibst ist es auch. Loslassen oder darüber hinweg kommen mag ich absolut gar nicht. Wie soll das auch gehen, wenn man so sehr an einem Menschen gehangen hat. Es ist tatsächlich so, dass ich mich fühle als ob ein großer Teil von mir mit gestorben ist. Ich habe mein Lebenssinn und meine Lebenslust verloren und wie ich schon in meinem Beitrag geschrieben habe, ich funktioniere nur noch. Mir hat mal eine Trauerbegleiterin gesagt. Es gibt Menschen, die trauern Monate, andere trauern Jahre und es gibt Menschen, die trauern ein lebenlang. Von daher möchte ich mir auch gar nicht anhören bzw. sagen lassen, wie lange ich zu trauern habe und ich denke immer, wenn man nicht weiß was man sagen soll, dann lieber gar nichts sagen.


    Es tut mir so unglaublich Leid, dass du deinen Sohn verloren hast. Das ist wirklich furchtbar und ich kann ungefähr nachfühlen wie es dir gehen muss. 2 Jahre ist noch ein kurzer Zeitraum. Ich habe meinen Bruder vor langer Zeit verloren, da war er 23 und ich weiß wie meine Mutter damals gelitten hat. Dadurch ist unser Verhältnis noch enger geworden. Aber auch sie durfte sich damals so "kluge" Aussagen anhören. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und danke dir für deine Worte!


    Liebe Grüße aus dem "Fegefeuer" Duisburg

    Lieber Polarstern. So stark wie dein Liebe , so stark ist auch deine Trauer. Du sollst deine Mutti niemals loslassen.Ich mag dieses Wort nicht. Sie ist nicht mehr bei dir, weil sie gestorben ist. Aber du brauchst sie doch .Du wirst immer an sie denken , auch wenn es wehtut. Ich weine auch um meinen Sohn ,er starb ganz plötzlich vor nunmehr fast 2 Jahren. Egal wie alt oder wie krank deine Mutti war,es ist ,als würde man selbst mit gestorben sein. Das Zusammensein gibt es so nicht mehr. Ich mag nicht ,wenn die Menschen ihr Mitleid mit den Worten:" Du musst ,du sollst ......ausdrücken.Niemand in der Situation muss etwas.Es ist so schon schwer genug. Damit belastet man den Trauerden .Und in die Zukunft kann man auch nicht schauen. Ich bin durch dieses tiefe dunkle Tal auch gegangen. Vielleicht hilft dir das,was ich geschrieben habe etwas.Du bist nicht allein. Ganz liebe Grüße aus dem" Glutofen "Berlin von Christine.

    Liebe Bille,


    mein herzliches Beileid zu deinem Verlust und es tut mir sehr leid, dass du aufgrund von Behandlungsfehlern deinen Mann verloren hast!! Das ist wirklich schlimm und man hört von solchen Fehlern immer öfter. Ich bin auch so wütend auf das Krankenhaus, welches bei uns in der Gegend auch keinen guten Ruf hat. Das Schlimme ist, dass solche Ärzte weiter praktizieren dürfen und als Angehörige(r) fühlt man sich einfach machtlos.


    Vielen lieben Dank für deine Worte.


    Liebe Grüße


    Hallo King,


    vielen Dank für deine lieben Worte.


    Dann war deine Situation ja ganz ähnlich wie bei mir. Nur das meine Mutter dann zu mir gezogen ist. Wie ich auch schon sagte, die Verbindung zu meiner Mutter war schon immer eng. Nachdem sie dann zu mir gezogen ist wurde es noch enger, falls das überhaupt noch ging. Ich hatte sie gerne um mich. Sie war auch ein toller Mensch und sehr genügsam. Wir hatten auch einen ambulanten Pflegedienst, da ich ja auch berufstätig bin und sie ist zweimal die Woche zur Tagespflege gegangen. Mit war es wichtig, dass sie auch ein bisschen Unterhaltung hat. Da war sie auch total beliebt. Sie war schon immer meine engste Bezugsperson und es ist einfach schwer für mich zu akzeptieren, dass sie nicht mehr da ist.


    6,5 Monate ist wirklich eine sehr kurze Zeitspanne und ich versuche auch die Leute zu ignorieren. Aber ich bin immer wieder erschüttert, wie wenig Empathie die Menschen mittlerweile aufbringen. Vielleicht war es auch schon immer so und mir ist es nur nicht aufgefallen. Aber ich habe auch keine Lust mich zu verstellen und ziehe mich mittlerweile von solchen Leuten auch zurück. Ich hatte es mit einer Trauerbegleitung probiert aber da sie es ehrenamtlich macht hat sie nur selten Zeit. Sie war zweimal bei mir. Einmal Anfang März und dann Ende April. Nun schafft sie es erst im Juli, weshalb ich froh bin, dass ich dieses Forum gefunden habe. Ich wollte mich auch in einer Trauergruppe anmelden aber die haben nie zurückgerufen. Es ist wirklich schwierig Kontakt zu anderen (trauernden) Menschen zu finden, die einen verstehen.


    Ich glaube, den Verlust der Mutter überwindet man nie, wenn man eine enge Bindung zu ihr hatte und ich finde 4 Jahre ist auch noch nicht so langer her, wenn man mal bedenkt, wie viele Jahre man mit der Mama hatte.


    Jetzt nach 6,5 Monaten fühlt es sich für mich immer noch wie gestern an. Ich grübel auch sehr viel.


    Liebe Grüße



    Am 11.12.2025 habe ich meine Mutter verloren und ich komme damit gar nicht zurecht. Sie war 85 Jahre und ständig bekommt man zu hören, so ist das Leben oder niemand lebt ewig. Als ob ich das nicht selber wüsste. Das hilft mir aber nicht weiter. Ich habe so sehr an ihr gehangen und ich komme einfach nicht mit ihrem Tod klar. Nach dem überraschenden Tod meines Vaters, hat sie die letzten 3 Jahre bei mir gelebt, weil sie zum Teil pflegebedürftig war und nicht mehr alleine leben konnte. Wir hatten so eine schöne Zeit, wobei wir immer eine enge Bindung hatten. Sie war meine Bezugsperson, so wie ich ihre war.


    Ende letzten Jahres musste sie ins Krankenhaus aufgrund eines Beckenbruchs. Dann wurde sie noch mit falschen Medikamenten behandelt und kam auf die Intensivstation. Ich verstehe bis heute nicht, warum man ihr nicht die Medikamente gegeben hat, wie sie auf dem Medikamentenplan standen. Sie war vorher sehr gut eingestellt gewesen. Selbst die Oberärztin und 2 Schwestern haben zugegeben, dass viele Fehler passiert sind, die von einer Assistenzärztin begangen wurden. Sie hatte sich im Krankenhaus wieder erholt und kam für 3 Wochen in die Kurzeitpflege. Die ersten beiden Wochen hatte ich wirklich den Eindruck, dass es wieder aufwärts ging. Doch die letzte Woche ging es wieder abwärts und sie wurde immer stiller und manchmal bekam sie Panikattacken. Dann hat sie mich immer wieder angerufen, ob ich nicht nochmal kommen könnte, weil sie so Angst hat. Ich war immer viele Stunden an ihrer Seite. Ob im Krankenhaus oder Kurzeitpflege. Ich wollte einfach nur für sie da sein. Ich glaube sie hat gespürt, dass sie stirbt und sie wollte mich an ihrer Seite haben. Nur ich habe nichts gemerkt und mache mir immer noch Vorwürfe. Ich weiß nicht, ob ich es verdrängt oder ignoriert habe. Aber meine Mutter war immer eine Kämpferin und ich dachte bzw. hatte gehofft, dass ich sie noch ein bisschen bei mir habe. Sie ist dann wieder zu mir nach Hause gekommen und 2 Tage später gestorben. Den einzigen Trost den ich habe, ist der, dass sie Zuhause sterben konnte, wo sie sich wohlgefühlt hat und dass ich bei ihr war.

    Aber seitdem steht mein Leben still. Ich funktioniere nur noch. Ich gehe zwar zur Arbeit aber ansonsten habe ich an nichts mehr Interesse. Ich möchte nicht mehr Leben, weil mir mein Lebenssinn genommen wurde. Ohne Schlaftabletten kann ich nicht schlafen und wenn ich wach bin, dann denke ich nur an meine Mutter. Ich habe Schuldgefühle, weil ich sie nicht in ein anderes Krankenhaus habe verlegen lassen. Manchmal frage ich mich auch, ob ich genug für sie gemacht habe und ob sie sich bei mir wohlgefühlt hat. Jetzt ist sie heute 6,5 Monate tot und es tut noch so weh wie am ersten Tag. Ich kann und will sie einfach nicht loslassen. Ich fühle mich auch ziemlich alleine und verloren. Ich habe zwar noch einen Cousin und wir haben auch regelmäßig Kontakt aber das tröstet mich auch nicht wirklich. Meine Mutter war die Person mit der ich über alles gesprochen habe. Ich habe sie über alles geliebt und das Umfeld hat auch nicht wirklich Verständnis dafür, dass ich "immer noch" um meine Mutter trauere.