Beiträge von Michi74

    Lieber No99,


    zunächst auch dir mein Beileid. Jeder Verlust eines geliebten Menschen ist tragisch und tut schrecklich weh. Vor allem weil man einfach nix machen kann - es bleibt einem einfach nichts anderes übrig, als irgendwie mit dem Erlebten und dem Verlust zu leben.


    Ja das stimmt - mit hilft es auch sehr, wenn man über andere Schicksale erfährt. Auch wenn jeder ein anderes "Pinkerl" zu tragen hat, so ist es doch sehr hilfreich und auch beruhigend wenn man weiß dass man mit dem Erlebten nicht alleine ist. Hört sich vielleicht blöd an, aber ich lese seit dem ständig die Traueranzeigen und es ist so richtig beruhigend für mich, wenn ich sehe, dass auch andere das gleiche Schicksal haben und einen geliebten Menschen verloren haben.


    Ich weiß dass dieser Hass eigentlich nichts bringt, aber scheinbar ist es so, dass man irgendwie ein Ventil für seine Gefühle braucht. Bei dir ist dieser Hass auf eine Schuldigen nicht möglich, weil du wie du sagst den Verursacher des Unfalls nicht kennst. Aber dieser Schrei auf Vergeltung, dass der Lenkerin das gleiche widerfahren soll wie mir ist irgendwie das einzige, dass mir bleibt um nicht durch zu drehen. Sie ist die einzige auf die ich meine Wut konzentrieren kann - auf wen sonst??
    Es bringt mir meinen Bruder nicht zurück, aber es wäre doch beruhigend zu wissen, dass auch sie jemanden verliert und so das selbe durchmachen muss wie ich.
    Wie gesagt wäre es aber auch nur beruhigend - es würde mir ja trotzdem nichts von meinem Schmerz nehmen. Mein Bruder fehlt halt überall - ich hatte so ein intensives Verhältnis zu ihm - gerade deshalb ist jetzt aber auch der Schmerz sooooooo extrem.


    Es zehrt einfach alles - ich bin so richtig ausgelaugt. Hab nur unendliche Leere in mir. Und das obwohl ich auch meinen Partner habe, der mich wirklich liebt und mir in der schweren Zeit begestanden ist. Aber es ist leider so, dass für alle anderen eh "schon 7 Monate" vergangen sind und es geht jeder davon aus, dass man scheinbar in der Zeit den Verlust verarbeitet hat. Also ich muss sagen dass ich bei weitem noch nicht so weit bin - im Gegenteil - seit zwei Wochen bin ich wieder in einem extremen Tief und versuche halt irgendwie da raus zu kommen ohne dass mein Umfeld viel davon mit bekommt. Man funktioniert halt - aber man lebt nicht.


    Keine Ahnung wie es weiter gehen soll ?(

    Hallo - knapp 8 Monate ist es nun her, dass ich meinen Bruder verloren habe. Auf solch schreckliche Weise - nicht einmal Abschied nehmen konnte ich von ihm.
    ABER was jetzt echt total arg wird ist dieser unbändige Hass auf die Autolenkerin. Dieser Hass und Schrei nach Gerechtigkeit und Vergeltung. Und ich kann es nicht abstellen, wünsche ihr, dass auch sie Mann oder Kind verliert. Damit auch sie sieht, was sie uns angetan hat. Es am eigenen Leib zu spüren kriegt. Jeder sagt mir immer, dass man so was nicht macht, niemandem wünscht - aber was tun? Wie diese Gedanken abstellen? MIR hat man meinen Bruder genommen, nie wieder werde ich ihn lachen oder reden hören, nicht mehr umarmen können. NIE WIEDER!!!!!
    Und was ist mir der Lenkerin????? Sie hat noch alles - Mann, drei gesunde Kinder. Lebt einfach so weiter und hat jetzt auch noch einen Anwalt der sie bestens vertritt und den Unfall so darstellt, als ob mein Bruder als Fußgänger jetzt daran Schuld wäre. Ich verstehe es einfach nicht - wie kann etwas so dermaßen ungerecht sein??????
    Und wer vertritt meinen Bruder????
    Ich verstehe es einfach nicht - wundert es da, wenn dieser Hass aufkommt?????
    Jeden Tag wird einem einen Dutzend Mal das Herz aus der Brust gerissen und es wird und wird einfach nicht besser. Dieser Schmerz, den man nicht stillen kann - einem keiner nehmen kann. Wie bitte soll man damit jemals leben lernen????


    ;(

    Hallo - ich habe am 15.12.2013 meinen Bruder verloren - ebenfalls auf ganz, ganz tragische Weise. Er wurde von einem Auto voll übernommen und hatte keine Chance.
    Seit diesem Tag ist nichts mehr wie es war und ich glaube mittlerweile, dass es auch nie wieder so werden wird wie es war. Wie denn auch - mein Bruder fehlt mir jede Sekunde meines Lebens. Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis und ich vermisse ihn wahnsinnig. Du siehst also, dass es auch nach Monaten noch nicht besser wird.
    Im Gegenteil - mir kommt vor, dass es jetzt wieder schlechter wird. Plötzlich registriert man, dass der geliebte Mensch wirklich nie, nie, nie wieder kommen wird.
    Nie wieder ihn reden hören, umarmen, lachen gemeinsam,.......
    Der Schmerz ist einfach so irre groß - einfach unbeschreiblich.
    Dazu diese irrsinnige Angst ihn zu vergessen.


    ABER ich glaube an ein Leben nach dem Tod - erst seit diesem Schicksalsschlag. Ich kann dir sagen, dass ich daran glaube, dass deine Tochter deinen Bruder hört oder sieht. Auch ich spüre meinen Bruder - so blöd es klingt, es ist so. Es kommt auch immer wieder vor, dass einfach "unerklärliche Dinge" passieren - so geht z. Bsp. auf einmal die Beleuchtung an, wenn es mir total schlecht geht. Zeichen, die meiner Meinung nach von meinem Bruder kommen - und dann spüre ich ihn. Wie er mir sachte über den Rücken streicht und mich umarmt. Irgend etwas bleibt einfach hier bei uns.


    Trotz allem wird es nicht leichter - aus dem Nichts kommt das nächste Tief, dass einem schier das Herz aus der Brust reist.
    Ich hoffe, dass ich dich mit meinem ganzen Geschwafel nicht runter gezogen habe, aber ich empfinde es so.
    GLG und ganz, ganz viel Kraft
    Michaela

    So passend der Titel - ich kapier´s auch nicht, dass einfach alles seinen gewohnten Gang geht.
    Für mich ist das Leben grad als wäre ich in Watte gepackt. Nur ein falsches Wort - ein falscher Gedanke und schon bricht man wieder in Tränen aus.
    Habe am 15.12.2013 meinen über alles geliebten Bruder bei einem tragischen Verkehrsunfall im 43. Lebensjahr verloren - für mich ist eine Welt zusammengebrochen.
    LG
    Michaela

    Hallo, ich bin neu hier und möchte mir auch meinen Kummer von der Seele schreiben.
    Ich habe am 15.12.2013 bei einem tragischen Verkehrsunfall meinen über alles geliebten Bruder verloren.
    Gerade mal 42 Jahre alt wurde er beim Heimweg von der Weihnachtsfeier von einem Auto mit Tempo 100 voll übernommen.
    Mein Bruder war auf der Stelle tot.
    Und ich bin in ein riesengroßes Loch gefallen. Ich versteh´s einfach nicht. Noch nie ist mein Bruder zu Fuß nach Hause gegangen.
    So viele Fragen nach dem Warum kreisen in meinem Kopf und reißen mir schier das Herz aus der Brust.
    Warum ist er grade dieses mal zu Fuß nach Hause gegangen, obwohl ihn immer die Tochter eines Kollegen nach Hause gebracht hat. Er hätte doch nur eine 1/4 Stunde auf sie warten müssen - aber nein - er hat darauf bestanden zu Fuß zu gehen. Er war schon so weit gekommen - aber gerade auf dem Wegstück ohne Gehsteig ist das unfassbare passiert.
    Eine Freilandstraße - Tempo 100.
    Angeblich ist mein Bruder mitten auf der Straße gegangen - ich versteh´s einfach nicht. Warum????
    Der Schmerz ist unbeschreiblich, nicht beschreibbar.
    Ich könnte schreien, heulen - muss mich zu jeder noch so kleinen Alltagstätigkeit aufraffen.
    Werde ich jemals auf dieses Warum eine Antwort bekommen??