Beiträge von Lischen

    Hallo ihr lieben. Ein weiteres Dankeschön für die ganzen lieben Worte von euch.


    Gestern war nun dieser unglaublich schwere Tag für uns, an dem wir Abschied von meiner über alles geliebten Mama nehmen mussten. Ich glaube, wir haben alles so organisiert, wie Mama es sich gewünscht hätte. Es waren so unglaublich viele Freunde meiner Mama da (über 100 Mann), die sich alle nochmal von ihr verabschiedet haben und uns ihre Hilfe angeboten haben, sobald wir diese benötigen würden.

    Viele sagten uns, dass die Auswahl der Lieder zu einhundert Prozent zu meiner Mama und ihrem Wesen passten.

    Electra - Nie zuvor (das Lieblingslied meiner Eltern)

    Bon Jovi - It's my Life (ihn fand Mama immer toll und besuchte auch ein Konzert von ihm)

    Michael Jackson - Will you be there (meine Mama war absoluter Michael Jackson Fan)


    Die schöne große Leinwand, die ein Bild von ihr ziert, hängt jetzt in unserem Wohnzimmer wo wir sie jeden Tag sehen können. ❤️


    Als dann gestern alles vorbei war, merkte ich, wie mir eine riesen Last von den Schultern viel... Dass wir diesen schweren Weg überstanden haben. Dennoch bleibt die Trauer und Sehnsucht nach ihr unheimlich groß und tut furchtbar weh.

    Vielen Dank für die ganzen lieben tröstenden Worte. Man fühlt sich nicht mehr ganz so allein mit seiner Trauer, wenn man liest, wer dieses furchtbare Erlebnis auch mitmachen musste. Und auch von mir eine aufrichtige Anteilnahme an eurem großen Verlust.


    Wir haben soweit schon alles fertig für die Trauerfeier. Wunderschöne Blumen, die Mama sehr mochte, einen wirklich tollen Redner, der meine Mama auch persönlich kannte und 3 ihrer Lieblingslieder, die gespielt werden. Dazu habe ich noch ein tolles Foto von ihr auf eine Leinwand drucken lassen was wir neben ihrer Urne aufstellen werden. Ein Foto von ihrem 40. Geburtstag, wo sie voller Lebensfreude ist und strahlt wie eine Sonne.


    Es tut mir immer so unheimlich weh, meinen Papa so leiden und weinen zu sehen. Wenn ich ihm nur irgendwie helfen könnte, außer für ihn da zu sein......

    Vorhin war wieder so ein schlimmer Moment. Meine Eltern hätten am 20.August diesen Jahres ihre Silberhochzeit gefeiert. Und vorhin rief der Inhaber des Schlosses an, wo meine Eltern feiern wollten und er frug ob alles so dabei bleibt, wie wir es geplant hatten.

    In der ganzen Trauer und dem Schmerz hatten wir völlig vergessen, daß ganze dort abzusagen.


    Täglich habe ich Momente, in denen ich denke, sie liegt noch im Krankenhaus und wir können sie im Moment einfach nur nicht besuchen. Werden sie aber nächste Woche wieder sehen. Doch je näher der Tag ihrer Beerdigung rückt, desto schlechter geht es mir und umso mehr wird mir von Tag zu Tag klar, dass ich sie nie wieder bei mir haben werde.

    Guten Abend alle zusammen.

    Ich suchte einen "Ort", an dem ich über meine Trauer und vorallem über meinen Verlust schreiben kann - und stieß auf dieses Forum hier. Es ist voller Menschen, die wahrscheinlich die selbe Hölle durchgehen, wie ich es gerade tue.


    Bitte entschuldigt, wenn die nächsten Zeilen etwas wirr sind....


    Meine über alles geliebte Mama ist am 20.Juni 2018 an den Folgen einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung gestorben.... Mit gerade mal 47 Jahren. Ich, mein Vater sowie der Rest unserer Familie sind immernoch total schockiert und können oder wollen diesen großen Verlust nicht wahr haben.


    Am 2.Mai kam Mama mit starken Bauchschmerzen und einen prall aufgeblähten Bauch ins Krankenhaus. Bei den Untersuchungen deutete alles auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung mit nekrotisierendem Gewebe hin. Man erklärte uns, dass dies eine sehr schwere und ernstzunehmende Krankheit sei, welche auch zum Tod führen kann.

    Mein Vater und ich waren total schockiert.

    Am 4.Mai musste meine Mama in ein anderen Krankenhaus verlegt werden, welches auf solche Erkrankungen spezialisiert ist. Dort versetzte man sie auch ins künstliche Koma.

    Ich wollte und konnte das alles überhaupt gar nicht begreifen. Mama war nie krank...


    Ihr Zustand war ein permanentes auf und ab. Mal stiegen die Entzündungswerte... Mal fielen sie ein wenig ab.

    Nach einer Woche musste man ihr einen Luftröhrenschnitt setzen, da sie wohl länger in diesem Zustand bleiben müsse. Bei weiteren Untersuchungen stellte man 4 Magengeschwüre und eine Thrombose in der Leber fest. Ab diesem Zeitpunkt ging es steil bergab. In ihrem ganzen Körper lagerte sich Wasser ein - ich erkannte meine eigene Mutter nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt sagte man uns, wir müssen mit dem schlimmsten rechnen.


    Doch Mama war unglaublich stark und kämpfte sich zurück. Sie hing zwar von da an an der Dialyse - aber diese half ihr. Das Wasser verschwand wie durch ein Wunder aus ihrem Körper.... Und sie sah nach einer weiteren Woche wieder ganz normal aus. Die Entzündungswerte waren auch gefallen. Nach der 4.woche im künstliche Koma wollte man nun damit beginnen, sie langsam aufwache zu lassen. Das war die woche, in der auch mein Geburtstag war. Ich freute mich und war voller Hoffnung, dass Mama zu meinem Geburtstag wach sein könnte. Natürlich hätte sie nicht gewusst, dass mein Geburtstag ist - aber das war mir egal. Hauptsache sie sei wach.

    Aber richtig wach wurde sie nicht. Sie hatte in der folgenden Woche zwar immer mal die Augen auf... Hat wahrscheinlich auch unsere Stimmen wahrgenommen, aber reagierte auf gar nichts.


    Am Ende der 5.woche musste sie sich einer Not-OP unterziehen. Durch das abgestorbene Gewebe der Bauchspeicheldrüse hatte sich eine Bauchfellentzündung gebildet. Man schnitt ihr den Bauch auf, entfernte das Gewebe und spülte ihn aller 2 Tage aus. Am Ende der 6. Woche verschlossen die Ärzte den Bauch und man sagte uns es sieht gar nicht so schlecht aus.


    Aber dann kam das, womit niemand von uns gerechnet hatte.


    Wir fuhren am 20.Juni wie jeden zweiten Tag ins KH um Mama zu besuchen. Ich weiß nicht wieso, aber nach 2 Minuten musste ich aus dem Zimmer... Mich überkam ein eigenartiges Gefühl. Papa kam nach 1.5h raus.... Aber leider hatte in dieser Zeit kein Arzt mal 5 Minuten, um mit uns zu sprechen. Wir sagten einem Pfleger dass wir uns nochmal melden, wenn wir zuhause sind.

    Eine halbe Stunde später klingelte das Telefon von meinem Vater, die Nummer von der ITS. Eine Ärztin war dran und teilte uns mit, dass es keine Chancen mehr für Mama gibt und wir jederzeit nochmal vorbei kommen können um uns zu verabschieden.


    Für mich brach eine Welt zusammen. Das kann die doch jetzt nicht wirklich gesagt haben. Meine Mama hat doch so gekämpft.


    Gegen 22 Uhr waren wir wieder im KH. Wir gingen direkt zu einem Arzt. Dieser erklärte uns, dass Mama zu allem noch eine Lungenentzündung bekommen hat und man nichts mehr für sie tun könnte. Sie würden die Beatmung jetzt auf Raumluft stellen und die kreislaufstabilisierenden Medikamente absetzen. Und dann würde es ganz rasch gehen. Ich frug den Arzt, was denn rasch bei ihm heißen würde.... Und rechnete ehrlich gesagt damit, dass er sagt, 1-2 Tage. Aber nein.... Er sagte, er gibt ihr noch 1h. Ich saß da wie versteinert.... Man kann mir doch nicht sagen, dass Mama in einer Stunde tot ist.

    Nachdem wir keine Fragen mehr hatten gingen Papa und ich in Mamas Zimmer.... Ich setzte mich an ihr Bett... Ich weinte... Ich schrie.... Ich will sie nicht gehen lassen. Die Welt brach um uns herum zusammen. 23.10 Uhr sagte Papa, dass es nun Zeit wäre, Tschüß zu sagen. Ich nahm Mamas Hand... Küsste sie und sagte ihr, wie sehr ich sie liebe. Papa ebenfalls.

    Ich wäre noch bis zum Schluss geblieben... Aber mein Papa war nicht stark genug und am Ende....

    Wir gingen aus dem Zimmer... Und setzten uns draußen auf eine Parkbank, fielen uns in die Arme und weinten um Mama. 10min Später gingen wir zum Auto und fuhren nach Hause. 23.45 Uhr kam dann der Anruf, das Mama um 23.35 Uhr eingeschlafen sei. Ich ging in die Knie und schreite laut und weinte zugleich.


    Bis heute ist es bei uns immernoch nicht angekommen, dass wir sie nie mehr wieder sehen werden. Ich weiß nicht, wie ich mit meinen gerade mal 26 Jahren mit dem Ganzen umgehen soll und das schaffen soll.

    Hört es irgendwann auf weh zu tun?


    Am 14.7. Ist Mamas Urnenbeisetzung. Papa und ich haben große Angst vor diesem Tag. Wie überstehen wir nur diesen schweren Weg?


    Die Welt ist so ungerecht.