Beiträge von Chanto

    Guten Abend liebe Leute,


    vielen Dank für die freundliche Aufnahme hier in diesem Forum und bedanke mich bei jedem der sich die Zeit genommen hat mein

    Beitrag zu lesen.

    Ich bedanke mich auch für eure netten und freundlichen Worten, es ist schön zu sehen das man mit so einer Situation nicht alleine zurecht kommen muss.

    Vor allem wenn man selber noch nicht ganz weiß wie man damit umgehen soll....

    Ich danke für eure Anteilnahme und wünschen jedem der ebenfalls einen Verlust zu verarbeiten hat ebenfalls viel Kraft.

    Liebe Grüße Chanto

    Guten Abend liebe Leute,

    ich bin im Internet auf der Suche nach Hilfe zur Trauerbewältigung auf dieses Forum gestoßen und hoffe hier etwas Unterstützung zu bekommen.

    Ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen.


    Das Jahr 2018 hat nichts gutes für uns parat gehabt.

    Im Sommer diesen Jahres ging es unserer Oma sehr schlecht.

    Sie musste operiert werden, da sie starke Durchblutungsstörungen in den Beinen hatte.

    Danach ging es Ihr kurzzeitig besser, musste aber kurze Zeit später wieder ins Krankenhaus auf Grund von Dehydrierung. (Das passiert bei älteren Menschen

    scheinbar sehr schnell und sehr leicht, so die Ärzte).

    Als Sie ins Krankenhaus kam ging es Ihr noch entsprechend gut, sodass Kommunikation mit Ihr möglich war, aber Ihr Zustand hat sich in den darauf folgenden Tagen

    nicht verbessert, sondern drastisch verschlechtert.

    Sie fiel in eine Art Wach-Koma und befand sich in diesem Zustand eine Woche.

    Die Ärzte sagten das sich der Zustand wieder verbessern würde und sie daraus wieder zurück kommen würde.

    Doch dem war leider nicht so.

    Am 02.09.2018 ist unsere Oma verstorben und hat ein riesiges Loch bei uns allen hinterlassen.


    Wichtig zu erwähnen dabei ist, dass unsere Familie leider nicht mehr den besten Kontakt hat und dementsprechend unsere kleine Familie nur

    noch aus meiner Mutter, meiner kleinen Schwester (15), meiner Oma und mir (23) bestand.

    Das macht den Verlust für uns um so schwerer.


    Diesen Verlust zu verarbeiten war oder ist absolut nicht leicht.

    Das war oder ist schon ein schwere Angelegenheit mit der man Leben muss.

    Aber als wenn das alles nicht schon genug zu verarbeiten wäre, hat das Schicksal (oder was auch immer) es nicht gut mit uns gemeint.


    Etwa 10 Wochen später ereilte uns der nächste Schlag.


    Am 13.11.2018 ist urplötzlich und ohne Vorwarnung unsere über alles geliebte Mama von uns gegangen.

    Sie wurde Nachts ins Krankenhaus gebracht, da Sie unter Atemproblemen litt.

    Am Morgen darauf schien es Ihr, nach Sauerstoffversorgung, wieder besser zu gehen und Sie wollten noch einige Untersuchungen vornehmen.

    Nach dem vom Arzt angeordneten CT ging es dann jedoch ganz schnell...

    Innerhalb von Minuten hat sich der Zustand so verschlechtert das Sie Reanimiert werden musste..

    Jedoch konnten die Ärzte Sie leider nicht mehr retten.

    Ihr Herz hat einfach aufgehört zu schlagen. Plötzlicher Herztod ist die Ursache.

    Die Situation ist so schnell eingetroffen, dass nicht mal die Ärzte eine Erklärung dafür haben.


    Das macht es natürlich für uns um so schwerer damit klar zu kommen und es zu verarbeiten.


    Wenn wir schon dachten das der Verlust und der damit verbundene Schmerz unserer Oma nicht aufzufangen ist...

    Ist es kaum in Worte zu fassen wie schmerzhaft der Verlust unserer geliebten Mutter ist.


    Nun:

    Meine Schwester hat bis zuletzt bei unserer Mama gelebt.

    Unsere Eltern sind seit Jahren geschieden und der Kontakt besteht auch nicht wirklich.


    Meine Schwester lebt jetzt bei mir.


    Es war für mich keine Frage, dass Sie bei mir leben kann.

    Wir beide teilen den Verlust zwei geliebter Menschen... die Hälfte unserer kleinen Familie.

    Sie und Ich haben nur noch uns.


    Das Problem, weshalb ich hier Hilfe suche ist Sie.


    Ich weiß nicht wie ich Ihr helfen kann das alles zu verarbeiten.


    Wir haben in den ersten Wochen nach dem Tod unserer Mama viel geredet.

    Haben zusammen angefangen unseren Schmerz zu verarbeiten.

    Ich gebe Ihr auch immer zu verstehen, dass ich immer und jederzeit für Sie da bin und immer bereit bin mit Ihr zu reden, wenn Ihr danach ist.


    Aber seit der Beerdigung am 30.11.2018 ist es anders.

    Sie und ich sprechen eigentlich gar nicht mehr darüber.

    Wir unternehmen viel und machen viel anderes aber das wesentliche wird nicht mehr besprochen.


    Sie ist sehr verschlossen und lässt mich in der Hinsicht nicht mehr an sich ran.

    Sie ist fast nur noch Zuhause. Sie verbringt zwar viel Zeit mit mir, sie kommt auch zu mir und sucht Nähe...

    Aber ich habe Sie jetzt schon einige Male "erwischt" wie sie in Ihrem Bett liegt und weint.


    Wenn ich versuche mit Ihr zu reden, Sie frage was Ihr gerade diesen Kummer verursacht bzw. das Sie mit mir reden kann

    was sie beschäftigt... kriege ich einfach keine Antwort.

    Sie liegt im Bett und schweigt mich an. Egal wie ich versuche an Sie heran zukommen, in dieser Angelegenheit, ich habe leider keinen Erfolg.

    Ich mache mir Sorgen um Sie.

    Ich habe die Sorge das Sie die Trauer in sich hinein frisst, versucht es mit sich selbst auszumachen...


    Ich meine für mich selbst ist es mit meinen 23 ja schon schwer das alles zu verarbeiten, aber für meine Schwester, ist alles nochmal schwerer....


    Hat hier jemand für mich vielleicht einen guten Rat oder hat ähnliches mit den Kindern oder Geschwistern erlebt ?

    Was kann ich tun ?

    Ich bin für jeden Rat und jede Hilfe dankbar.