Posts by furchii

    Vielen Dank für deine lieben Worte.

    Ja, es tut gut, mal alles aufzuschreiben und es hilft ein wenig.



    Hallo Helga,

    es tut mir sehr leid, dass du deinen Mann auch verloren hast. Ich glaube, man kann gar nicht irgendwann darüber hinwegkommen, so wie alle immer sagen...

    Ich habe wirklich Angst davor, irgendwann zu vergessen, wie er gerochen hat, wie er gesprochen hat, wie er gelacht hat, wie seine Berührungen sich angefühlt haben...

    Es ist so belastend für mich, dass ich keine Zeit hatte, mich mit der Situation auseinanderzusetzen, es irgendwie zu verarbeiten und "anzunehmen", dass er totkrank ist. Hätte er zumindest ein paar Wochen oder Monate mehr gehabt, hätte zumindest ein Prozess stattfinden können, mich damit auseinander zu setzen und verstehen zu können, dass er so krank ist.


    Außerdem glaube ich, dass die Ärzte ihm nicht gut genug geholfen haben.

    Er wurde am 9.3 ins Krankenhaus eingeliefert, weil er so Schmerzen in der Brust hatte. Wasser in der Lunge. 5 Tage später haben sie ihn schon wieder entlassen, da hab ich mich schon sehr gewundert. Schon 2 Tage danach hatte er wieder so Schmerzen, dass er wieder ins Krankenhaus ging. Wieder das selbe, sagten die Ärzte, Wasser in der Lunge. Erst am 19.3 haben sie andere Untersuchungen veranlasst und ein PET CT gemacht, wo dann feststand, dass er Lungenkrebs im Endstadium mit Metastasen hat. Warum haben die nicht schon vorher Untersuchungen veranlasst, als Arzt muss man doch aufgrund der Anamnese schon wissen, dass der Verdacht auf Lungenkrebs bestanden hat! Sogar ich als Laie habe schon die Vermutung gehabt, dass es kein Wasser in der Lunge war, sondern ein Pleuraerguss (was ja typisch ist für Lungenkrebs).


    Und ich bin überzeugt davon, dass er ohne Chemo länger gelebt hätte. Die Chemo (er hat nur 2x eine bekommen) hat seine Niere und sein Immunsystem komplett zerstört. Er konnte nicht mehr aufs Klo, hat kein Wasser mehr gelassen. Flüssigkeit hat sich in seinem ganzen Körper gesammelt, seine Hände und Füße waren so dick. Ich habe die Ärztin auf das Wasser in seinem Körper hingewiesen, dass das so ja nicht bleiben kann, weil es ja gefährlich ist. Sie meinte nur "wir schauen eh immer auf ihn"...

    Er konnte keine Dialyse machen, weil er solche Schmerzen hatte. Sie haben ihm aber kein Morphium gegeben, warum nicht? Am Freitag bevor er gestorben ist, haben sie ihm noch einen Port eingesetzt, diese OP hat ihm meiner Meinung nach den Rest gegeben, er musste 2 Stunden durchgehend auf dem Rücken liegen, das tat ihm immer extrem weh. Er hatte danach noch extremere Schmerzen. Zu diesem Zeitpunkt mussten die Ärzte schon gewusst haben, dass der Sterbeprozess schon eingesetzt hat, warum machen die noch so eine OP und quälen ihn?


    Vielleicht hätte sein Leben nicht verlängert werden können, aber ganz bestimmt hätte die Qualität seiner letzten Tage viel besser sein können, unsere letzten Tage zusammen hätten ganz anders sein können.

    Wäre er bloß auf die Onkologie oder in ein Hospiz verlegt worden, denn das Personal auf der Lungenstation kennt sich eben nur mit Lungenkrankheiten aus....

    Liebe Furchii,

    Deinen ersten Bericht, ganz oben, hab ich eben gelesen, konnt aber nicht mehr zu Ende lesen, weil es mich dermaßen erschüttert hat, weil ich genau das gleiche hätt schreiben können, fast das gleiche. Auch mein Jürgen war älter, zwanzig jahre und fast all das eben Gelesene war bei uns auch so! Ich versteh Dich ungemein. Ange

    Hallo Ange,

    das Leben kann so unglaublich ungerecht, aber gleichzeitig auch wunderschön sein... ungerecht, weil uns unsere Lebensliebe genommen wurde, aber auch wunderschön, dass wir sie kennenlernen durften....




    Danke für deine netten Worte.

    Die Bestattung darf maximal zu Fünft stattfinden, und man darf dann nicht zum Grab und keine Erde hineinschmeißen, also hat sich die Familie (die schon aus mehr als 5 Leuten besteht) dazu entschlossen, noch zu warten... ich weiß nicht wie lang.

    Alles was du schreibst kann ich sehr gut verstehen. Es tut mir sehr leid, dass du auch so einen Verlust erleben musstest.

    Ich versuche weiterzuleben, weil ich weiß, dass er das wollte. Und ich hoffe, irgendwann werde ich wieder leben, denn im Moment existiere ich nur... ich hoffe, dass ich irgendwann wieder leben kann, denn so, wie ich mich im Moment fühle, wäre es besser nicht zu leben.

    Er fehlt mir so sehr, sein Geruch, seine Stimme, sein Lachen.... ich kann einfach nicht verstehen, warum uns nur 2 Jahre vergönnt waren. Er hat mich so sehr geliebt, wie konnte er nur gehen, ohne dass ich mich noch verabschieden und ihn ein letztes Mal sehen konnte, nicht mal das konnte ich... Er ist Samstag Nacht gestorben und ich habe ihn am Donnerstag das letzte Mal gesehen, Samstag Abend haben wir noch telefoniert und ich habe zu ihm gesagt, morgen (also Sonntag) würde ich ihn schon gerne wieder besuchen.. (es waren Freitag und Samstag viele verwandte zu Besuch, das hätte ihn noch zusätzlich Kraft gekostet, meinte er, jetzt bereue ich es natürlich unglaublich, dass ich nicht trotzdem gekommen bin).. Und er hat gesagt "ja klar Maus"... Dazu kam es nicht mehr.


    Am Abend bevor er gestorben ist, habe ich ihm noch geschrieben, wie sehr ich ihn liebe und dass ich es für immer tun werde und ich ihm das verspreche. Das hat er noch gelesen.... Zumindest ist er gestorben mit dem Wissen, dass ich ihn für immer lieben werde.

    Ich danke euch.


    Wegen Corona konnte noch immer keine Bestattung stattfinden. Das kommt erschwerend hinzu.

    Er wollte immer, dass ich glücklich bin. Das weiß ich. Aber es ist unmöglich, ohne ihn glücklich zu sein. Ich würde ihm so gerne diesen Wunsch erfüllen, glücklich zu sein, aber ich kann es einfach nicht. Wenn ich an in 6 Monaten denke, weiß ich einfach nicht, wie das Leben bis dahin ohne ihn sein wird, wie ich es schaffen soll, ohne ihn weiterzuleben. Ich habe das Gefühl, dass es seit 2 Wochen besonders schlimm ist mit meiner Trauer, es ist mir schon ein wenig besser gegangen als derzeit, ist das normal? Ich mache eigentlich kaum etwas anderes als an ihn zu denken und zu weinen, meine Weinanfälle sind so stark, dass ich oft kaum noch Luft bekomme und ich habe sogar schon Nasenbluten bekommen dadurch.


    Er fehlt mir so sehr, ich habe einfach das Gefühl, dass mit seinem Tod auch mein Herz tot ist.

    Wir haben, als er noch gelebt hat und wir noch nichts von seinem Krebs wussten, schon mal darüber gesprochen, was ist, wenn er mal nicht mehr da ist... das wollte er besprechen, weil er aufgrund seiner Nierenerkrankung nie wusste, wie lange er tatsächlich noch lebt. Er hat mir gesagt, dass er will, dass ich wieder glücklich bin und weiterlebe. Ich wollte das damals schon nicht hören und nicht annehmen.

    "Früher", also bevor er gestorben ist, war ich so ein fröhlicher, unbeschwerter Mensch. Das hat er an mir geliebt. Jetzt bin ich es nicht mehr. Ich war immer sehr auf mein Aussehen bedacht, habe es geliebt mich zu schminken. Und er hat es auch geliebt, wenn ich hübsch aussah. Seit er tot ist, laufe ich rum wie Müll. Wofür soll ich noch hübsch aussehen, er kann es ja eh nicht mehr sehen. Ich esse kaum, habe schon 5kg abgenommen. Ich hasse es zu essen ohne ihn. Wenn wir zusammen gegessen haben, hat sogar eine Semmel mit Schinken geschmeckt als käme sie vom Himmel...


    Das ist auch das, was ich mir immer denke. Ich will nicht noch 40 oder 50 Jahre ohne ihn leben...

    Er war die Liebe meines Lebens.

    Alle sagen mir, du bist erst 29, das Leben muss weitergehen... eine Freundin hat zu mir gesagt, verlieb dich wieder... wie kann sie sowas sagen? Als wäre gar nichts passiert?

    Meine Gedanken hierzu sind, dass ich mit ziemlicher Sicherheit davon überzeugt bin, nie wieder aus ganzem Herzen lieben zu können.

    Vielleicht werde ich irgendwann wieder jemanden kennenlernen, aber es wird nicht so sein wie mit ihm. Ich liebe ihn aus tiefstem Herzen, unsere Beziehung war leicht. Wir hatten keine Beziehungsprobleme, wir mussten keine Sachen besprechen, die uns am Anderen stören. Ich habe alles an ihm geliebt. Die „normale“ Beziehung stellt sich für mich so dar bzw. habe ich die Erfahrung gemacht, dass es viele Sachen gibt, die einen am anderen nerven. Das war bei uns nicht so. Es war einfach alles irgendwie selbstverständlich… es war selbstverständlich, sich um den anderen zu kümmern, für den Anderen da zu sein, weiterhin auf sich selbst Acht zu geben und sich nicht gehen zu lassen, dem anderen Aufmerksamkeit zu schenken,…. Wir haben völlig im Gleichklang getickt, was Liebe, Beziehung und Sex angeht. Natürlich gab es auch Situationen, die besprochen werden mussten, da ging es aber immer nur um seine Krankheit. Nichts, was „uns“ im Sinne unserer Beziehung oder Liebe betraf. Dass wir Beziehungsprobleme hatten, weil jemand sich nicht sicher über seine Gefühle war oder da ein anderer/eine andere war, das war nicht der Fall. Nicht mal einen Gedanken haben wir an andere Frauen bzw. Männer verschwendet.

    Ich merke, dass ich allein beim Gedanken an andere Männer aggressiv werde. Niemand kann ihm je das Wasser reichen, er war einfach mein Mensch. Es wird mir nie wieder ein Mann Recht machen können, ganz einfach weil niemand er ist.

    Und ja, ich weiß, andere Männer sind auf ihre Weise wundervoll, aber das ist mir egal. Es interessiert mich überhaupt nicht und macht mich aggressiv. Er war einzigartig… er war so besonders. Er hatte so viele Eigenschaften, die mich so an ihm fasziniert haben.. er hatte so unglaubliches Charisma, Charme, Stolz, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Witz, Lockerheit, er war so spritzig, so lebensbejahend, so positiv, beschützerisch, liebevoll, er hatte so viel Feuer, so viel Leidenschaft, er war so stark, hat sich nie unterkriegen lassen, er war so extrovertiert und gleichzeitig hat er so eine Ruhe ausgestrahlt. Es gab so viele Dinge, die konnte ich nur mit ihm machen und auch nur ihm erzählen.


    Ich kriege mit, wie viele Leute in unglücklichen Beziehungen oder Single sind. Deshalb ist dieses „da kommt noch wer“ von Freundinnen so unsinnig, weil es einfach höchst unwahrscheinlich ist, dass man zwei Mal im Leben jemanden trifft, mit dem es einfach 100% passt und den man einfach aus tiefstem Herzen liebt.

    Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass man überhaupt ein einziges Mal jemanden trifft, den man als große Liebe bezeichnen kann. Viel wahrscheinlicher ist eher, dass man eine Beziehung hat, die „ok“ ist, aber weit weg von glücklich und wo schon gar keine tiefe Liebe existiert.. ich spreche aus Erfahrung. Er war nicht mein erster Freund, aber der Erste, den ich geliebt habe.

    Und ich will mich nicht einfach nur zufrieden geben. Ich will das, was ich mit ihm hatte. Nur das wird nie wieder kommen. Ich will die Sachen machen, die ich mit ihm gemacht habe. Ich will so behandelt werden wie er mich behandelt hat.. ich will, dass genauso reagiert wird, wie er reagiert hat… ich will, dass man mich so anschaut wie er mich immer angeschaut hat.

    Oft gehe ich Momente und Situationen mit ihm durch, das ist dann so, als wäre er bei mir… aber gleichzeitig ist es anstrengend, denn wenn ich es nicht tu, hab ich ein schlechtes Gewissen und Angst, dass ich ihn vergesse… und das will ich nicht… obwohl ich natürlich weiß, dass ich ihn niemals vergessen werde.

    Aber was ist in 30, 40 Jahren? Werde ich dann noch wissen, wie seine Stimme sich angehört hat, wenn ich 70 bin? Ich habe Angst, dass er mich vergisst und es ihm egal ist, was hier mit mir ist, weil seine Exfrau auch schon gestorben ist und jetzt haben sie sich wieder getroffen… sie waren zwar schon nicht mehr verheiratet, als sie gestorben ist, aber trotzdem….

    Ich weiß nicht wohin mit meinen Gefühlen. Alles ist so verwirrend, kompliziert und schwer. Dieses Wechselbad aus Gefühlen macht mich fertig. Ich will einfach nur, dass er wieder bei mir ist....

    Hallo.


    Vor einem Monat ist mein Freund innerhalb von 2 Wochen an Krebs gestorben. Wir hatten nur 2 1/2 Jahre zusammen... es waren die schönsten 2 1/2 Jahre meines Lebens.

    Ich bin erst 29 Jahre alt, er war 61.

    Er hat am 21.2 die Diagnose Lungenkrebs im Endstadium mit Metastasen in den Knochen bekommen. In der Nacht von 7. auf 8. März ist er gestorben. Als er mir von der Diagnose erzählt hat, hat er mich beschwichtigen wollen und gesagt, die Chemo wird helfen, den Krebs aufzuhalten, sodass sein Leben verlängert werden kann. Leider war es nicht so. Ich weiß, er hat daran geglaubt. Er war ein Kämpfer. Er wollte leben... leider hatte er auch eine nicht mehr gut funktionierende Niere, er hatte 2008 eine Nierentransplantation und die Niere, die ihm transplantiert wurde, funktionierte nur zu 25% .. das kam auch noch dazu... leider habe ich mich überhaupt nicht damit auseinandergesetzt, dass er sterben würde, weil ich es nicht glauben konnte/wollte. Er war immer so stark. Ich habe gedacht, dass er es schafft und gleichzeitig seinen schlechten Zustand verdrängt. Er hat auch nie ein Wort darüber verloren, dass es bald so weit sein könnte.. wir haben uns also nicht verabschiedet. Ich habe ihm diesen Brief geschrieben:


    „Hallo mein Schatz…

    Es ist jetzt ein Monat her, seit du gestorben bist. Ich würde dir gern sagen, dass ich spüre, dass es langsam besser wird, aber leider ist es nicht so, auch wenn ich an manchen Tagen den Eindruck hatte, dass es besser geworden ist. Es fällt mir schwer, über dich zu sprechen, ohne dass ich weinen muss. Schreiben fällt mir leichter. Ich fühle mich leer und so, als würde ich gar nicht existieren, als würde alles nur an mir vorbeiziehen… es gibt keine Zeit und keinen Raum, alles steht einfach nur still.. oft habe ich ein Gefühl im Brustkorb, das sich anfühlt, als würde der ganze Schmerz einfach rauswollen und als würde mein Körper und mein Herz platzen. Ich schaffe es nicht, dich loszulassen. Immer wieder frage ich mich, warum grad du? Warum muss ein einzelner Mensch so viel ertragen? Warum hat Gott dir zusätzlich zu deinen kranken, nicht funktionierenden Nieren auch noch Krebs gegeben? Ich versuche wirklich tapfer zu sein, so wie du es immer von mir wolltest, aber leider glaube ich, dass ich das nur mittelmäßig schaffe. Jeder neue Tag den ich anfangen muss ist einfach nur Grau. Ich wache auf mit dem Gedanken, dass du nicht mehr da bist. Dass ich nie wieder mit dir reden kann, dass du mich nie wieder von der Arbeit abholst, dass ich dich nach der Arbeit nie wieder anrufen kann, dass wir nach der Arbeit nie wieder bei der Gabi sitzen und Prosecco trinken. Ich frag mich noch immer jeden Tag, warum rufst du mich nicht an? Warum schreibst du nicht? Warum stehst du nicht mit dem Auto vor der Firma und holst mich ab? Warum sagst du nicht mehr Hi Baby zu mir? Wenn ich aus dem Haus gehe, schau ich immer noch jeden Tag auf den Parkplatz, ob dein Auto dort steht. Aber natürlich steht es dort nicht… oft weiß ich gar nicht, wie ich den Tag überhaupt schaffen soll.


    Deine Kleidung in meinem Kasten hat nicht mehr deinen Geruch, nicht mal mehr das hab ich von dir… weißt du noch, wie sehr ich deinen Geruch geliebt habe? Du hast immer gelacht, wenn ich dir gesagt habe, wie unglaublich gut du riechst. Weißt du, ich glaube nicht, dass irgendjemand verstehen kann, wie sehr ich dich liebe und wie sehr du mich geliebt hast. Was das zwischen uns war. Weil man es mit Worten auch gar nicht beschreiben kann. Du hast mich besser gemacht und ich hab dich besser gemacht. Wir waren so gut füreinander. Du hast mich so sehr geprägt, mehr als alle Menschen in meinem Leben bisher, außer meiner Eltern. Du hast mir so viel mitgegeben, ich habe so viel von dir gelernt, auch wenn es sich blöd anhört… du hast mich trotz unseres sehr hohen Altersunterschiedes nie von oben herab behandelt oder so, als wäre ich dumm und hätte keine Ahnung. Alles zwischen uns war immer auf Augenhöhe. Du hast nie gesagt, dass ich irgendwas nicht schaffen kann. Im Gegenteil, du hast mich immer ermutigt.

    Wir wollten noch so viel zusammen machen. Ich weiß noch genau, als du mir vergangenen Sommer von deinen Plänen erzählt hast, Urlaub mit mir in Südtirol kommenden Sommer zu machen. Du wolltest dir mit mir ein Bergrennen anschauen, das wollten wir Beide so gern. Wir wussten zwar immer, dass unsere Beziehung nicht für die Ewigkeit ist, aber wer rechnet mit nur 2 Jahren und 2 Monaten? Ich wollte mit dir zusammen sein, bis du richtig alt bist… mindestens noch 10 Jahre. Du wolltest immer, jeden einzelnen Moment, dass ich weiß, wie sehr du mich liebst und dementsprechend hast du mich auch behandelt. Dein Umgang mit mir war so liebevoll, so voller Liebe, dass es einem – also auch Außenstehenden – gar nicht nicht auffallen konnte, wie sehr du mich geliebt hast. Du hast mich behandelt als wäre ich das wertvollste Juwel auf der ganzen Welt.


    Und bei mir war es ebenso. Ich konnte meine Hände kaum von dir lassen, wir haben uns immer irgendwie berührt. Ich hätte alles für dich geschafft und das weißt du, ich hab es dir so oft gesagt. Nichts wäre zu schwierig, zu hart oder zu Kraftraubend gewesen, ich hätte alles geschafft für dich. Für uns. Ich vermisse es, mit dir auf der Couch zu sitzen, Prosecco zu trinken und dich anzusehen, als wärst du derjenige, der die Sterne ins Universum getan hat. Ich vermisse es, dir einfach alles erzählen zu können, ich vermisse es, dass du mir in jeder Situation einen Rat geben konntest…

    Ich kann mich erinnern, als wäre es gestern gewesen, dass du mit mir wegfahren wolltest, in die Steiermark. Bevor wir das machen konnten, wollte meine Mama dich kennenlernen… und du hast keinen einzigen Moment gezögert, sondern sofort eingewilligt und gesagt, du verstehst das vollkommen. Diese Tage in der Steiermark, in der Hütte, wo wir vor dem Kamin gesessen sind und den ganzen Abend geredet haben werde ich nie vergessen. Abende, an denen du mir vorgesungen hast. Abende, an denen ich einfach nur auf deinem Bauch gelegen bin und nicht glücklicher hätte sein können. Wir haben oft Abende nur damit verbracht, zu reden. Wir haben oft Stundenlang nur geredet und ich habe es geliebt, dir zuzuhören. Wenn du mir Witze, Geschichten oder aus deiner Vergangenheit erzählt hast, bin ich an deinen Lippen gehangen, als würdest du mir gerade die Lottozahlen voraussagen. Du hast immer gelacht, wenn du geschlafen hast und ich gesagt habe, dass ich dich beim Schlafen beobachtet habe.


    Du hast es so sehr geliebt, mich zum Lachen zu bringen. Wenn du mich auf die Stirn geküsst hast, konnte ich deine starke Liebe zu mir richtig spüren. Du hast mich ohne Worte verstanden. Du musstest mich nur anschauen und wusstest, was ich denke und fühle. Dieses Gefühl, das ich mit dir hatte, das du mir gegeben hast, die ganzen 2 Jahre lang, jeden Tag.. ich werde es nie vergessen, wie ich mich gefühlt habe durch dich. Es war so, als würde mein Körper ständig und unaufhörlich Endorphine ausschütten, als könnte ich glücklicher gar nicht sein, ich wollte einfach der ganzen Welt erzählen, wie sehr ich dich liebe und wie glücklich du mich machst. Wenn du bei mir warst habe ich mich immer gefühlt, als gäbe es nichts Böses auf der Welt und als könnte mir nichts passieren. Du warst ein ganz besonderer Mensch für mich. Du wirst es immer sein. Es war kein Zufall, dass wir uns getroffen haben, dass ich dich damals angeschrieben habe, das weiß ich ganz sicher. Das sollte so sein. Es treffen nicht durch Zufall zwei Menschen aufeinander, die sich so perfekt ergänzen, fast wie eine Symbiose, deren Beziehung so leicht ist, ohne viel darüber reden zu müssen, wie eine gute Beziehung wäre, wie die Beziehung besser wäre, denn bei uns war sie so wie es sein sollte. Du hast mir mal gesagt, dass du noch nie eine Frau so sehr geliebt hast wie mich… und ich weiß, dass ich nie wieder jemanden so sehr lieben werde wie dich. Ich weiß, du warst es einfach. Vielleicht werde ich irgendwann wieder jemanden lieben, aber es wird nie wieder so sein wie mit dir. Du bist wie ein Sturm über mich gekommen und hast ein Feuer in mir entfacht, das nicht mal der Tod löschen kann.


    Ich weiß, dass du das alles nie für mich wolltest, aber leider konntest du es nicht ändern. Du hast versucht mich davor zu beschützen, aber ich wollte diesen Weg mit dir gehen und ich würde es immer wieder tun. Meine Liebe zu dir ist endlos. 3 Tage bevor du gestorben bist, hast du deinen Kopf auf meine Brust gelegt und ich hab deine Haare gestreichelt und deinen Hinterkopf geküsst. Wahrscheinlich wussten wir insgeheim Beide, was bald passieren wird, aber keiner wollte es aussprechen und wahr haben… Ich weiß, dass du nicht gehen wolltest, dass du noch mehr Zeit mit mir wolltest, aber leider war dein Körper nicht stark genug.

    Und auch wenn der Schmerz mich in Stücke reißt, die Zeit mit dir, die mir geschenkt wurde, war die Beste meines Lebens. Ich würde niemals wollen, dich nicht kennengelernt zu haben, nur damit der Schmerz und die Trauer über deinen Tod nicht da wären, denn die Liebe, die du mir gegeben hast, die ich dir geben konnte, die ich gefühlt habe, wiegen alles auf. Ich verspreche dir, irgendwann werde ich nicht mehr jeden Tag weinen und irgendwann werde ich wieder aus ganzem Herzen lachen. Nicht heute, vermutlich auch nicht Morgen, aber irgendwann kann ich es wieder.


    Ich liebe dich.

    Und ich weiß, wir sehen uns wieder, irgendwann. Bis dahin bist du bei mir, auch wenn ich dich nicht sehen kann."