Beiträge von P06Rfvxq

    Hallo Floechen-Petra !


    während der intensiven Trauer ist es glaub ich ganz normal, daß einem alles zuviel wird - die Trauerarbeit kostet soviel Kraft, daß keine mehr für andere Widrigkeiten des Lebens übrigbleibt. Kann halt nur aus eigener Erfahrung sprechen.


    Ich bitte in Momenten, in denen ich das Gefühl habe, es nicht mehr zu schaffen, auch meine Mutter um Hilfe ! Geht sicher den Meisten so, oder ??


    liebe Grüße und viel Kraft :30:
    Anna

    Hallo Petra,


    hab auch angefangen, meiner Mama einen langen Brief zu schreiben - das tut mir gut - weil die Gedanken dann heraussen sind und ich das Gefühl habe, mit ihr in Kontakt zu stehen. In letzter Zeit spüre ich manchmal ganz stark, wie sehr ich Teil von ihr bin und daß sie in mir und meinen Geschwistern und Nichten weiterlebt.


    liebe Grüße
    Andrea

    Liebe Heike,


    mein ganz herzliches Beileid zu Deinen schweren Verlusten. Du machst unglaublich viel durch !


    Gut, daß Du den Weg hierher gefunden hast. Es tut gut, in dieser Trauergemeinschaft zu lesen und zu schreiben. Vorallem nach der ersten Zeit, in der man doch Unterstützung erfährt, ist man ja meist alleine mit seinem Schmerz. Und hier erfährt man so viel Verständnis und die Tränen können fließen.


    Habe vor 3 Monaten meine Mutter verloren. Sie war auch an Borderline erkrankt, ebenso mein Ex- Lebenspartner. Weiß aber nicht, wie ich Dir damit helfen kann, da sie beide nicht in Therapie waren. Wenn Du Fragen hast, würde ich aber gerne versuchen, Sie zu beantworten.


    Wie die anderen, so denke ich auch, daß Du an einer Belastungsstörung leidest.Die Angstzustände sind schon ein Zeichen dafür. (Mir geht es ähnlich.) Ich glaube auch, daß neben guter professioneller Hilfe (das Suchen lohnt sich) auch die Vermeidung von jeglichem Stress wichtig ist, da Du Dich einfach erholen und wieder zu Kräften kommen mußt, um Dein Leben weiterzuführen. Ich bewundere Dich, wie Du es bisher gemeistert hast.


    Wünsche Dir ganz viel Kraft und sende Dir eine sanfte :30:
    Anna

    Liebe Petra,


    mein ganz tiefes Mitgefühl zum Weggehen Deiner Mama.


    Die Zeit, in der man von seiner Mutter endgültig Abschied nehmen muß, ist sehr schwer, das Begreifen dauert lange und ist wohl nur Schritt für Schritt möglich.


    (Bei meiner Mama ist es jetzt 3 Monate her und es gibt immer wieder Tage, wo ich glaube, ich könnte sie anrufen und besuchen)


    einen stillen Gruß
    Anna

    Liebe Petra


    vielen Dank für Deine Worte !


    Ja, ich habe ein paar mal sanft versucht, zu reden aber meine Mama hat sofort stark abgeblockt. Da hab ich dann auch nicht weiter versucht, denn ich wollte ihre Mauer nicht mit Gewalt durchbrechen. Sie hat nicht so gewirkt, als ob sie Angst hätte. Ich weiß, das klingt eigenartig, aber ich glaub es war wirklich so. Sie hat auch kein bißchen gekämpft. War wahrscheinlich einfach müde ! Ist halt so traurig ...


    Aber ich glaube, sie hat einmal mit mir "gesprochen" als sie schon nicht mehr gelebt hat. Vielleicht bilde ich es mir ja einfach nur ein, aber es hat sich nicht wie eine Phantasie angefühlt.



    Da Du hier bist, hast Du ja sicher auch viel mitgemacht. Möchtest Du mir sagen wie ich Deinen Thread finde ? Würde gerne auch mehr von Dir lesen.


    ganz lieber Gruß
    Anna

    Liebe Susanne,


    das ist schön, daß Du mit Deiner Mama noch reden konntest ! Und so wertvoll ! Und so schön, daß Du erfahren oder gehört hast, daß sie stolz auf Dich ist ! Ich hoffe, dieses Vertrauen Deiner Mama gibt Dir Kraft !


    Leider hat meine Mama kein im wahrsten Sinne Sterbenswörtchen über ihr Gehen mehr gesagt, obwohl noch genug Zeit dafür gewesen wäre ! Das schmerzt wie verrückt.


    Wie geht es Dir heute ? Sind bei Euch auch Gewitter ?? Dann würde Dein Garten ja etwas Wasser bekommen.


    alles Gute
    Anna


    Jetzt hab ich gefunden, wie ich das Bild anhängen kann, aber es ist zu groß und ich weiß nicht, wie ich es kleiner machen kann ?(

    Liebe Susanne,


    daß Du Dich um Deine Nachbarin kümmerst, hilft Euch doch beiden. Ich glaube, "nützlich" sein, sich gebraucht vorkommen, hilft sehr. Aber ich kann auch Deine Angst verstehen ! Der Verlust der Mutter ist heftig und man hat Angst vor neuen Verlusten ... geht mir auch so.


    Ich kenn´ auch das leere Gefühl, daß man sich einfach nicht mehr spontan austauschen kann - wie Du sagst, Du kannst Deine Mama jetzt nicht mehr um ihre Meinung fragen ...


    Redest Du im Moment auch viel in Gedanken mit ihr ? (hab ich am Anfang nicht gemacht, aber jetzt schon)


    Ich würde Dich gerne was fragen - falls es Dir zu persönlich ist, ignoriere die Frage bitte: Hat sich Deine Mama von Dir in irgendeiner Form verabschiedet, bzw. habt Ihr Euch verabschiedet ?


    Gruß
    Anna


    PS: wollte ein Bild von Netti anhängen, aber weiß wieder mal nicht wie - mit "Bild einfügen" geht es nicht - da kann ich nur eine URL eingeben ...

    Liebe Susanne,


    das schlapp sein hängt ja vielleicht auch mit der Hitze zusammen. Und die leeren Tage, das riesige Loch, müssen wir erst ganz langsam wieder mit Neuem füllen. Daß Du immer an Deine Mama denkst, ist sicher ganz normal und auch - so hab ich gestern gelesen - nach dieser Zeit auch gesund. Man kann ja nicht nach ein paar Wochen so tun als ob es die Mutter nie gegeben hätte. Aber es wird sicher leichter - noch nicht so schnell, aber irgendwann.


    Daß Du trotz allem gut für Dich selber kochst, finde ich super !! Du hast ja Pasta mit Pfifferlingen sicher auch gerne - warum sie also nicht auch für Dich alleine kochen ? :thumbsup:


    einen lieben Gruß aus der Ferne und doch Nähe in gemeinsamer Trauer :005:
    Anna

    Ja, die Gedanken kreisen und kreisen und bestimmte Bilder kommen immer wieder !


    Macht Dir Dein Garten Freude ? Ich meine, im Moment ? Hoffe, Du hast etwas, das Dir ab und zu wenigstens eine kleine Freude bereitet ! Vielleicht Dein Biyou ?


    Mein Papa lebt bei meinem Bruder und ist so Gott sei Dank gut versorgt und nicht alleine. Für´s Emotionale bin allerdings ich zuständig. Er wurde in letzter Zeit öfter vom Hund meines Bruders gebissen und da wird nichts dagegen unternommen ...


    Hast Du auch etwas, das Du als Aufgabe empfindest ?


    wünsche Dir einen erträglichen und friedlichen Abend
    Anna

    Liebe Susanne,


    Danke für Deine Frage ! Mein Papa verarbeitet den Verlust ganz gut - soweit ich es sagen kann. Er scheint sich schon erholt zu haben und mit ihm kann ich auch ab und zu über Mama reden. Aber eben, er ist 85 - ganz am Anfang wollte er auch nicht mehr leben. Ich habe ihn gebeten, noch ein bißchen zu bleiben und mir ziemlich Sorgen gemacht.


    Wie geht es Dir heute ?? Hoffe, das Weinen gestern hat Dich ein bißchen - für den Moment - erleichtert.


    Mir geht´s heute ganz schlecht. Bin ganz deprimiert, müde und einsam und habe auch Ärger mit einer Bekannten, die mich immer wieder versetzt. Die mag ich eigentlich nicht mehr sehen - weiß aber nicht, wie ich´s anstellen soll. Kennst Du das ? Gerade in einer Trauerphase kann man bestimmte Leute einfach nicht ertragen.


    lieber Gruß und :30: (ist ein kl. Trost - leider funktionieren die Smileys anscheinend nicht)
    Anna

    Liebe Susanne,


    drum tut es so gut, mir Dir zu schreiben - weil wir so viel ähnliches erleben und im gl. Zeitraum stehen.


    Ich hab nicht mit meiner Mama zusammengelebt - war "nur" immer ein paar Tage im Monat bei ihr. Drum ist die Umstellung für mich sicher nicht ganz so hart. Habe an meinen Gewohnheiten nicht wirklich was verändert aber der Gedanke, daß ich sie jetzt nie mehr besuchen kann, ist immer noch unwirklich und schmerzt sehr.
    Die Wohnung meiner Mama hab ich allerdings sehr schnell angefangen, auszuräumen. Jetzt ist alles weg, was es wegzuwerfen gab. Mit dem Rest lasse ich mir Zeit, weil ich es noch nicht ertragen kann, sie ganz leer zu machen. Eine große Veränderung für mich ist, mich jetzt um ihren Hund zu kümmern.


    Ja, mir geht´s auch so - ein Tag gut, ein Tag oder mehrere schlecht. Manchmal möchte ich einfach, daß der Schmerz aufhört !


    lieber Gruß
    Anna

    Liebe Manu,


    vielen Dank für Deine lieben Worte ! Es tut so gut, auch jetzt noch (nach 3 Monaten) Anteilnahme zu erfahren. Man kann ja nicht einfach nach ein paar Wochen zur Tagesordnung übergehen.
    Ja, man braucht sooooo viel Kraft - drum heißt es wohl auch "Trauerarbeit".


    Wie heißt denn bitte Dein Thread ?


    lieber Gruß Anna

    Liebe Susanne,


    nein, "egoistisch" ist das sicher nicht, daß Du Deine Mama vermisst !!!! bzw: Trauer IST ich-bezogen - aber nicht im negativen Sinn egoistisch !! Meine Mama ist ja jetzt auch 3 Monate nicht mehr da und mir geht es genau wie Dir. Ich "gönne" ihr die Erlösung von einem Leben, das in letzter Zeit sehr beschwerlich wurde und keine Aussicht auf Besserung mehr hatte und kann ihr weggehen meistens auch akzeptieren - trotzdem vermisse ich sie. Aber ein schlechtes Gewissen hab ich deshalb nicht ...


    Und mit 3 Monaten sind wir eben noch nicht sehr weit in unserer Trauer. Mir hat auch gerade heute, als ich gesagt habe, daß ich unendlich müde bin, gesagt: "Aber es ist doch schon so lange her" ... bums. Nein, es ist erst sehr kurz und ich muß mich immer wieder daran erinnern, mir Zeit zu geben und den Verlust so zu bewältigen, wie es für mich richtig ist. Manche verstehen´s, manche nicht.


    Und Du bist ja auch viel allein und mußt durch vieles alleine durch und Dich an eine völlig neue Lebenssituation gewöhnen ! Und, wenn ich das sagen darf ?, Du machst das toll - Du igelst Dich nicht ein, sondern versuchst durch Kontakte neue Kraft zu schöpfen - und auch das kostet Kraft.


    Vielleicht darf ich an Dich weitergeben, was eine Therapeutin vor noch nicht allzu langer Zeit zu mir gesagt hat: "Nimm Dir Zeit !"


    Liebe Grüße und eine kl. Umarmung


    Anna

    Hallo Ihr Lieben,


    vielen Dank für Eure Anteilnahme und die virtuellen Umarmungen ! Es tut gut hier zu schreiben und mit Euch in Kontakt zu sein. In der Öffentlichkeit muß man ja schnell wieder funktionieren und - so empfinde ich es - dabei kann man sich dann seeeehr zerrissen fühlen, weil die Trauer ja viel länger dauert und man sie so tief in sich trägt.


    @ Wilma: ja, mir geht es auch so: am Tag, wenn ich abgelenkt bin, geht´s einigermaßen, aber wenn ich heimkomme, ist da wieder diese große dunkle Glocke über mir und um mich herum.


    Ich versuche zur Zeit, die Balance zu finden und halten zwischen Ablenkung und Zulassen.


    Ich glaube, ich habe wieder ein PTBS entwickelt, weil einfach alles zuviel war - habe hier gelesen, daß Angst vor neuen Katastrophen (und die hab ich) eine Belastungsstörung ist - überhaupt hab ich oft - auch unbestimmte - Angstzustände. Bin auch sehr erschöpft. Hat bei mir aber auch mit der Einsamkeit zu tun, die ich ja von klein auf kenne.


    Kennt ihr auch das Gefühl, daß plötzlich alles völlig sinnlos geworden ist ??


    Gestern ist mir aufgefallen, daß ich hier im Forum noch gar nichts von Wut gelesen habe. Ich habe schon manchmal eine unglaubliche Wut auf meine Mutter ! Und ich gestehe es mir zu.
    Gott sei Dank weiß ich, daß die Wut zur Trauer gehört - sonst hätte ich sicher ein sehr schlechtes Gewissen noch dazu.


    Seid alle lieb gegrüßt und auch umarmt
    Anna

    Hallio nochmal liebe Susanne,


    mein Thread ist angekommen - habe Antworten bekommen - das tut so gut !
    er heißt "meine Mama ist nicht mehr da"


    liebe Grüße
    Anna

    Liebe Karla, lieber Josef


    vielen Dank für Eure Worte und das schicken der Kraft. Jetzt weiß ich erst, was es bedeutet, wenn man jemandem nach dem Tod eines Angehörigen Kraft wünscht. Man braucht wirklich ganz ganz viel davon ! Und jetzt fließen schon wieder die Tränen, aber das tut gut.


    Habe mit meiner Schwester auch kein besonders nahes Verhältnis, d.h. wir reden kaum über Mamas Tod. Am ehesten kann ich noch mit meinem Vater (85) darüber reden, aber es ist auch nicht leicht. Mein Bruder verliert kein Wort !


    Da ich wegen der Borderline Störung meiner Mutter noch in einer Selbsthilfe Gruppe bin, kann ich dort darüber reden und auch in meiner Maltherapie. Außerdem habe ich noch eine Freundin (die wohnt aber leider über 200 km entfernt), mit der ich darüber reden kann - sie kannte auch meine Mutter.


    Was ich mir sosehr wünsche und auch in der Zeit davor so gewünscht hätte, wären Umarmungen - die gab´s aber nur am Begräbnis.


    Auf Borderline/Narzissmus bin ich durch meinen EX-Partner gekommen. Er hat mir diese Störung "anhängen" wollen - da habe ich mich zu einem Therapeuten begeben, da ich nicht mehr sicher war - dabei ist herausgekommen, daß nicht ich, sondern er darunter leidet (Projektion - ein typ. Merkmal, wie ich inzwischen weiß). Ja, und so bin ich draufgekommen, daß auch meine Mutter darunter gelitten hat. War einerseits nicht leicht für mich, das zu erkennen, andererseits hatte das "schwierige Kind" endlich einen Namen.


    Ja, ich glaube Du hast Recht Karla, Mama hat es gut getan, daß ich, bzw. wir bei ihr waren. Die letzten Stunden waren dann auch ganz still. Aber es tut halt so weh, daß gar nichts mehr gekommen ist. Glaube nicht, daß sie uns schützen wollte - das hat sie nie getan ... sie konnte einfach nicht anders, denk ich ... aber das ist so schwer zu akzeptieren. Der Schmerz in den letzten Tagen und Nächten vor ihrem Weggehen war höllisch ! Aber danach habe ich mich auch irgendwie friedlich gefühlt, eben, weil ich dabei sein und sie begleiten konnte.


    Bin 51 Jahre alt ! weiß nicht, warum es mein Alter und den Namen nicht anzeigt, oder wie ich das ändern könnte.


    vielen Dank, daß Ihr da seid ! Es tut so gut, zu schreiben, dabei zu weinen und zu wissen, daß da jemand ist, der versteht.


    Anna