Posts by West

    1 Monat hatte Robin noch vor einem Jahr….. es macht mich einfach nur sprachlos….

    Liebe Mel!

    Dieses Gefühl der letzten Lebenstage-wochen-monate begleitete mich rund um den Tag auch sehr intensiv. An einen Plan dahinter kann (und möchte ich nicht glauben), aber ich bin für jeden froh, der Trost oder auch nur einen tröstlichen Aspekt darin findet. Für mich ist es eine Grausamkeit. Unsere Kinder wurden um ihr Leben und ihre Zukunft gebracht. Wir um unser Liebstes. Deine Wut und Verzweiflung verstehe ich sehr, sehr gut.

    Liebe Genna!


    Es tut mir von Herzen leid, dass ihr eure Esther verloren habt. Ich kann ein wenig erahnen, wie es dir gehen muss. Meine kleine Tochter starb im Sommer 2019 im Alter von knapp drei Jahren.

    meine therapeutin sagt ich müsse mich intensiv mit der trauer und mit dem verarbeiten befassen, dann würden die symtome besser...

    Fühlst du dich bei deiner Therapeutin wohl und gut aufgehoben? Helfen dir die Termine bei ihr?


    Wenn beides der Fall ist, ist das schon mal viel wert und ich möchte mich jetzt auch gar nicht wie ein Geier auf die von dir genannte Aussage der Therapeutin stürzen, denn so isoliert kann man sie wahrscheinlich gar nicht fair beurteilen. Dennoch finde ich ihren Rat etwas fragwürdig und schwierig, zumindest meiner eigenen Erfahrung nach.

    Dein Körper zeigt dir bereits jetzt sehr deutlich, dass alles viel zu viel ist. Dein Kopf, Herz, Körper stecken bereits intensiv in Schmerz und Trauer. Ich weiß nicht, ob es da hilfreich ist, sich zusätzlich noch intensiver zu konfrontieren.


    warum jetzt nach 7 Monaten, warum wird es jetzt so schlimm?

    Vielleicht weil der erste Schock langsam nachlässt. Er schützt den Verstand in der ersten Zeit vor dem Begreifen.


    Hatte jemand von euch ab und zu beruhigungstabletten gebraucht und sie trotzdem danach gut absetzen können?

    Ja, bzw. als Notfallmedikation für die Einzeleinnahme noch immer (wobei ich versuche, es wirklich auf absolute Notfälle zu beschränken).

    Das Absetzen nach längerer, regelmäßiger Einnahme war anstrengend und langwierig, aber machbar. Rückblickend betrachtet weiß ich nicht, ob ich die Zeit ohne Medikation überstanden hätte.

    Deine Bedenken teile ich vollkommen, deswegen ist enger, guter Kontakt mit deinem Arzt sicher wichtig, um sich gut abzusprechen.

    Hallo Sie sind gegangen bzw. Karin!


    Meine Anmerkung hat keinen inhaltlichen sondern formellen Bezug, aber mir ist gerade auf der letzten Seite deines Threads etwas aufgefallen: ich finde es schwierig, wenn User zitiert werden und sich über ihr Geschriebenes unterhalten wird, ohne ihren Namen dazuzuschreiben oder (besser!) sie direkt zu markieren.

    Denn mit Markierung durch @ oder die Nutzung der Zitatfunktion der Forumsoftware, erhalt der betroffene User eine Benachrichtigung über die Erwähnung und hat die Möglichkeit mitzulesen und darauf zu reagieren.

    Vielleicht ist dir das gar nicht bewusst, daher mein Hinweis auf die Möglichkeiten der Markierung oder Zitation mit Link.


    Mit deiner Frage:

    Was sagt dieser Textfür dich aus?

    stellst du den Text einer Userin nämlich zur Diskussion, aber gibst nicht die Möglichkeit, dass die betroffene Person selbst davon direkt mitbekommt. Das Forum ist groß, es wird viel geschrieben und nicht jeder klickt jeden Thread regelmäßig an. So besteht die Gefahr, dass es den Anschein erweckt, es würde über jemanden gesprochen ohne denjenigen selbst beim Gespräch "dabei haben" zu wollen. Das ist vermutlich nicht deine Absicht.


    Im Sinne einer guten Diskussionskultur finde ich persönlich (und ich spreche explizit für mich!) es transparenter und sinnvoller, wenn Zitate entsprechend benannt oder, wie gesagt, noch besser markiert würden.


    Liebe Grüße! West

    .. hab echt Angst dass die Leute ihn vergessen ..

    Liebe Nessi96 !


    Das Gefühl kenne ich und diese Angst teile ich mit dir. Ich habe schon ein paar Mal versucht, meinem Umfeld zu erklären, was es mit dieser Angst auf sich hat und bin jedes Mal gescheitert. Zur Gänze verstehe ich mich da selbst nicht.

    Denn natürlich werden wir, die Eltern, die Familie, niemals vergessen und eigentlich ist das alles, was wichtig ist. Aber trotzdem tut der Gedanke weh, dass alle Leute rundherum zu vergessen scheinen... Ich fürchte, je jünger ein Kind war, umso schwieriger ist das.

    Hey, ich hatte wirklich kein Nerv auf garnichts. In der Arbeit is es stressig und ich bin immer so fertig. Ich schau dass ich nächste Woche evtl die Stunden wieder reduzieren kann. Mal sehen. Ist ja leider auch ne Geldsache 😪


    Hallo Nessi!

    Ich hoffe, dass es einen Weg gibt und du gute Gespräche mit deinem Vorgesetzten führen kannst, um weniger arbeiten zu müssen. Ich weiß nicht, in welchem Bereich du tätig bist, aber wenn weniger Stunden nicht möglich sind, kann man vielleicht "anders" arbeiten, zun Beispiel teilweise/tageweise von zu Hause aus oder andere Aufgaben übernehmen, die leichter zu bewältigen sind?


    Bei euch ist so wenig Zeit vergangen, es ist kein Wunder, dass es dir schlecht geht. Im ersten Jahr war ich fast gar nicht arbeitsfähig und auch jetzt bin ich es nur sehr begrenzt. Weil über kurz oder lang aber nun mal Geld verdient werden muss, habe ich mir angeschaut, welche Aufgabenbereiche meines Jobs mich am meisten belasten und mir am meisten Kraft rauben. An dieser Art Aufträgen arbeite ich inzwischen so gut wie gar nicht mehr, weil ich es einfach nicht schaffe (und der Output unterirdisch mies wäre). Weniger komplexere Bereiche, für die ich mehr Zeit als früher einplane, sind machbar. Phasenweise mal besser, mal schlechter. Finanziell gibt das große Einbußen, aber es reicht soweit und meine Ansprüche sind auch vollkommen andere als früher. Themen wie Ehrgeiz/Motivation und Selbsterfüllung im Job spielen keine Rolle mehr. Aber leider ist es nicht in jedem Beruf so einfach möglich, Stunden zu reduzieren oder notfalls Aufgaben abzugeben. Hoffentlich gibt es für dich eine gute Lösung!

    ich hätte dieser Person eine Ohrfeige geben sollen. Schade, dass ich es nicht gemacht habe.

    Hallo Yolanda !


    Einerseits ist das schade, aber vielleicht war es am Ende trotzdem gut, dass du es nicht gemacht hast. Obwohl das bestimmt eine angemessene und verdiente Reaktion gewesen wäre, würde es dir damit vermutlich auch nicht besser gehen. Das ist der entscheidende Unterschied: empathische und feinfühlige Menschen denken viel nach, reflektieren ihr Verhalten und stehen dann am Ende oft alleine mit ihren negativen Gefühlen und Selbstzweifel da und haben eine weitere "Ladung", mit der sie klarkommen müssen.

    Die Person, von der du erzählt hast, hätte nach der Ohrfeige wahrscheinlich noch einen Grund mehr gehabt, dich zu diffamieren und vielleicht wäre es noch schlimmer gekommen. Ob es sie zur Selbstreflexion animiert hätte? Ich wage es zu bezweifeln.


    Mir ist es seit dem Tod meiner Tochter leider schon ein paar Mal passiert, dass ich mich in Konfrontationen selbst vergessen und sehr impulsiv reagiert habe. Das war früher nie meine Art, im Gegenteil. Ich habe mich als Kind (soweit ich mich erinnern kann) kein einziges Mal geprügelt und kannte das Bedürfnis gar nicht. In den letzten zwei Jahren war ich als erwachsener Mann hingegen schon mehrfach knapp davor, jemandem eine reinzuhauen. Zweimal habe ich es gemacht. Besser ging es mir dann nicht, eher schlechter.

    Hallo Yolanda!


    Ich habe die Antwortmaske seit gut zwei Stunden offen und die Hände immer wieder an der Tastatur, aber eigentlich weiß ich gar nicht so recht, was ich schreiben soll. Es gibt wenig intimere und kompliziertere Themen als Schuld(gefühle). Ganz klar ist aber, dass kein Fremder das Recht hat, zu urteilen und so etwas zu sagen. Die Person sollte im Boden versinken.


    Noch eine Frage zum besseren Verständnis: hat er das zu dir und über dein Kind gesagt?

    Hallo Nessi96 !


    Mein Beileid zu dem Verlust von deinem lieben Sohn Philipp!


    Den Anfang deines Threads habe ich gelesen, leider ging nicht alles, weil es mich zu sehr mitgenommen hat. Falls ich daher Vorschläge bringe, die vielleicht schon genannt wurden, sieh es mir bitte nach.

    Ich finde es auch ungerecht, was ihr erlebt habt und was bei euch alles passiert ist. Meine Tochter war etwas älter, fast 3 Jahre alt, als sie starb und ich hadere auch täglich damit, obwohl es im Sommer schon zwei Jahre her ist.


    Dass du am Grab Nähe spüren kannst, ist gut. Die Sache mit dem schlechten Gewissen weniger. Vielleicht wäre es eine Idee, bei dir zu Hause einen Platz „einzurichten“ bei dem du dich Philipp ähnlich nahe fühlen kannst, wenn du mal nicht zum Friedhof gehen kannst.

    Für meine Tochter ist bei uns die Fensterbank reserviert, weil sie in unserem altem Zuhause sehr gerne auf der Fensterbank saß und Vögel, Eichhörnchen, vorbeifahrende Autos, etc. beobachtete. Dort haben wir jetzt ihre Fotos und ein paar Lieblingssachen aufgestellt, stellen immer frische Blumen und verschiedene Dinge für sie hin. Für uns ist das deswegen wichtig, weil ihr Grab nicht in der Nähe ist und wir deswegen nicht oft und einfach so zwischendurch hinfahren können.

    Was ich zusammen mit meiner großen Tochter auch für die kleine mache und wobei ich gerade an dich gedacht habe: wir haben "für sie" Blumen, Gemüse, Beeren, die sie mag, ausgesät. Sich darum zu kümmern, zu gießen, zu pflegen, alles wachsen zu sehen etc. tut irgendwie gut, weil man das Gefühl hat, etwas für sie machen zu können, was ihr Freude bereitet hätte. Derzeit werden „ihre“ Erdbeeren jeden Tag röter, das lässt sich gut beobachten. Vielleicht wäre es ja auch eine Idee für dich, eine schöne Pflanze oder Blume für Philipp auszusuchen und zu Hause zu pflegen. Du könntest dann auch immer wieder mal eine Blüte abschneiden und zum Friedhof bringen, so ist auch eine Verbindung zu diesem wichtigen Ort da.