16 Monate alter Sohn verstirbt

  • Hey, hab mich länger nicht gemeldet, mein Handy is kaputt gegangen und mein altes war zu langsam fürs Internet. Ich hoffe es geht euch allen „gut“ mir leider nicht. Ich werde täglich mit sämtlichen alltäglichen Dingen, damit konfrontiert.

    Gestern war ich zum ersten Mal nicht auf dem Friedhof.. ich hab ein schlechtes Gewissen 😢

  • So ging es mir die erste Zeit auch nachdem ich meinen besten Freund verloren hatte. Aber du musst kein schlechtes Gewissen haben. Sie spüren doch trotzdem das du in Gedanken jeden Tag ganz nah da bist. Macht ir darüber keinen Kopf. Ich dachte anfangs genauso. Ich konnte danach nicht schlafen und nichts. Nach einer gewissen Zeit hab ich mir gesagt, ist doch total Quatsch. Es gibt nun mal Tage da schafft man es nicht. Und das ist auch keine Schande :*


    Eine ganz liebe Umarmung an dich liebe Nessi :30:

  • ich finde auch, dass das völlig normal ist. Wir denken eh immer an unsere Kinder. Da braucht man das Grab eigentlich nicht.Man hat Angst vor der Konfrontation und vor deinen Gefühlen, dass alles wieder auf einen hereinbricht. Ich hab auch Angst das Grab meines Sohnes zu besuchen.

    Hi

  • Ja genau, ich hab einfach ein schlechtes Gewissen weil ich mich tatsächlich bei ihm am Grab am nächsten fühle. Ich sag ihm jeden Tag was ich erlebt hab, was noch ansteht und welches Wetter wir grad haben. Ich musste gestern Abend auch wieder weinen, weil ich’s einfach nicht begreifen kann wieso nicht ich sondern er. Er sollte leben, es ist so verdammt ungerecht. Wieso immer die guten Menschen 😢

  • Hallo Nessi96 !


    Mein Beileid zu dem Verlust von deinem lieben Sohn Philipp!


    Den Anfang deines Threads habe ich gelesen, leider ging nicht alles, weil es mich zu sehr mitgenommen hat. Falls ich daher Vorschläge bringe, die vielleicht schon genannt wurden, sieh es mir bitte nach.

    Ich finde es auch ungerecht, was ihr erlebt habt und was bei euch alles passiert ist. Meine Tochter war etwas älter, fast 3 Jahre alt, als sie starb und ich hadere auch täglich damit, obwohl es im Sommer schon zwei Jahre her ist.


    Dass du am Grab Nähe spüren kannst, ist gut. Die Sache mit dem schlechten Gewissen weniger. Vielleicht wäre es eine Idee, bei dir zu Hause einen Platz „einzurichten“ bei dem du dich Philipp ähnlich nahe fühlen kannst, wenn du mal nicht zum Friedhof gehen kannst.

    Für meine Tochter ist bei uns die Fensterbank reserviert, weil sie in unserem altem Zuhause sehr gerne auf der Fensterbank saß und Vögel, Eichhörnchen, vorbeifahrende Autos, etc. beobachtete. Dort haben wir jetzt ihre Fotos und ein paar Lieblingssachen aufgestellt, stellen immer frische Blumen und verschiedene Dinge für sie hin. Für uns ist das deswegen wichtig, weil ihr Grab nicht in der Nähe ist und wir deswegen nicht oft und einfach so zwischendurch hinfahren können.

    Was ich zusammen mit meiner großen Tochter auch für die kleine mache und wobei ich gerade an dich gedacht habe: wir haben "für sie" Blumen, Gemüse, Beeren, die sie mag, ausgesät. Sich darum zu kümmern, zu gießen, zu pflegen, alles wachsen zu sehen etc. tut irgendwie gut, weil man das Gefühl hat, etwas für sie machen zu können, was ihr Freude bereitet hätte. Derzeit werden „ihre“ Erdbeeren jeden Tag röter, das lässt sich gut beobachten. Vielleicht wäre es ja auch eine Idee für dich, eine schöne Pflanze oder Blume für Philipp auszusuchen und zu Hause zu pflegen. Du könntest dann auch immer wieder mal eine Blüte abschneiden und zum Friedhof bringen, so ist auch eine Verbindung zu diesem wichtigen Ort da.

  • Sehr sehr lieb geschrieben, vielen Dank und mein herzliches Beileid 😢

    Es ist sehr sehr schwer etwas zu finden was er mochte. Da er so krank war konnte er nicht richtig fixieren, nix greifen oder sonst irgendwas. Er lachte meist einfach nur grundlos und ich weiß nicht was er gemocht hätte. Außer seine Tonie Box, allerdings schaffe ich es nicht die anzumachen. Alles steht noch so in seinem Zimmer wie es war. Sein Zimmer riecht noch so neu und auch wenn er nie darin geschlafen hat, sondern immer nur bei uns, ist es schwer hinein zu gehen.

    Ich habe ein trostlicht das zünde ich jeden Abend an, so ist er auch dabei. Aber ich könnte noch mehr an mein nachtkästchen stellen, da hast du recht.

    Muss euch noch kurz was sagen. Meine Nachbarin, mit der ich immer spazieren gegangen bin mit den Kindern, hat auch zwei. Die kleine ist jetzt 1 Jahr der große 2 Jahre. Gestern waren wir gemeinsam mit den kids spazieren. Und der kleine weiß ganz genau wo er mit seinem Laufrad hin muss. Wir waren immer hinter ihm, und er ist wie selbstverständlich zum Friedhof. Als ich des Tor aufgemacht hab ist er gleich an Philipps Grab und nam den „Pinsel“ aus dem Weihwasser und träufelte drei mal auf sein Grab. Ich musste wieder weinen, es war so unglaublich süß. So ein kleines Kind versteht schon was er da machen muss. Bin so dankbar, dass meine Nachbarin ihm Philipp nie vergessen lässt, ist ihr sehr wichtig.

    In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag, bei uns ist die ganze Woche regen angesagt, wuhu.

  • Seit Robin im Nimmerland ist schlafe ich immer mit seinem Teddy im Arm.... das ist für mich unglaublich tröstlich.

    Er hat seinen Bummi bekommen als er noch in meinem Bauch war und hat fast sein ganzes Leben lang mit dem Kopf auf dem Teddybauch geschlafen....

    Ich bilde mir ein das er immer noch nach Robin riecht....

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • Total schön ♥️ ich schlafe mit seinem letzten Hemd, das er an seinem ersten Geburtstag und zur Nottaufe an hatte. Ich rieche auch täglich daran. Seine lala (spieluhr) die immer überall dabei war und sein schnuffeltuch haben wir ihn mit gegeben, die passen jetzt immer auf ihn auf 😍🥺 allerdings hab ich mir die zwei Sachen nachgekauft, einfach nur, dass ich sie sehen kann.

  • Liebe Nessie,

    Den Vorschlag von West find ich auch sehr gut. Eine kleine Ecke für Zuhause und vielleicht kannst du eine Verbindung schaffen zum Friedhof.

    Ein paar Zweige von einer Pflanze am Grad oä.

    Schön, dass du eine so liebe Nachbarin hast. Solche Menschen sind sehr wertvoll, speziell in der Trauer <3

  • Ich arbeite jetzt 30 Stunden und irgendwie geht mir mein Chef tierisch auf den Nerv. Keine Ahnung wieso. Wahrscheinlich weil ich auch weiß, dass ich eigentlich noch nicht arbeiten würde sondern erst im November. Normal wär ich noch in elternzeit zuhause 😢

    Ich hoffe dass sich bald alles lockert und ich endlich einen trauerplatz bekomm bzw eine Gruppe mit denen ich reden kann. Es wäre so toll

  • Stellt euch vor am 7.7 gibt es eine sommergedenkfeier in dem VKKK in dem Elternhaus in dem wir waren neben der Intensivstation ❤️ ich freue mich Menschen mit einem Schicksal so wie wir, kennenzulernen ☺️
    momentan hab ich nämlich wieder so ein extremes tief und mir gehts total schlecht

  • Oh Nessi das ist gut, dass ihr an dieser Gedenkfeier teilnehmen wollt. Vielleicht lernst du dort eine Mama kennen,

    mit der du dich austauschen kannst. Niemand kann deine Trauer so gut verstehen wie jemand, der dasselbe Schicksal teilt.

    Ich wünsche dir das von ganzem Herzen :30:.


    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Heute war die Psychologin da, ich weiß immer noch nicht was ich von ihr halten soll. allerdings hat sie einen Kontakt zu einer Mama die auch einen gleich gesinnten sucht. Scheinbar hat sie ihr acht Monate altes Kind auch erst vor kurzem verloren. Ich bin gespannt ob wir wirklich Nummern austauschen. Ich würde mich wahnsinnig freuen. Und vielleicht geht es mir durch den menschlichen Kontakt besser

  • Hey, ich hatte wirklich kein Nerv auf garnichts. In der Arbeit is es stressig und ich bin immer so fertig. Ich schau dass ich nächste Woche evtl die Stunden wieder reduzieren kann. Mal sehen. Ist ja leider auch ne Geldsache 😪

    Ich hab mittlerweile eine kennengelernt durch die Palliativ Ärztin. Mit ihr komm ich so gut klar und wir werden uns bald treffen ❤️
    einer hab ich noch geschrieben, der ihren Schwiegervater kenn ich, er war damals der Vermieter von meiner Mama. Der ihr Sohn ist vor glaub ich 1,5 Jahren an Leukämie verstorben. Bin gespannt wann und ob sie sich meldet.

    Ich fahre nach wie vor täglich zum Grab aber mir geht es immer noch so extrem schlecht … wie geht es euch ?