Posts by MarioS

    Liebe MissH,


    auch von mir mein Beileid. Es ist so schmerzhaft, einen geliebten Menschen ohne Vorahnung zu verlieren.


    Niemand kann das wirklich verstehen, aber hier schon.

    Es tut einfach so schrecklich weh und es sind so viele ungeklärte Fragen. Ich hoffe, er hatte während des Sterbens keine Angst oder Schmerzen.

    Auch mache ich mir Vorwürfe. Er war übergewichtig und hatte in den letzten Monaten den einen oder anderen Warnschuss.

    Hätte ich ihn mal massiver bearbeitet zum Arzt zu gehen!

    Ich kämpfe seit 14 Monate mit den selben Fragen, auf die es keine Antworten gibt.

    Es ist vorbei, der Seelenvertrag Deines Geliebten ist erfüllt.

    Dort, wohin Ihn die letzte Reise führt, geht es Ihm gut.


    Alles Gute

    Mario

    Liebe Sabiene,


    nach so langer Zeit ohne den geliebten Menschen da zu stehen ist unbeschreiblich.


    Ich hoffe, dass Dir Deine spirituellen Gedanken helfen, den Verlust zu verarbeiten.

    Mich hat Dein Text dazu auf jeden Fall angesprochen.


    LG

    Mario

    Hallo

    ich kann Frank's Aussage unterschreiben, es braucht einfach Zeit und gerade das erste halbe Jahr hat bei mir viel Kraft gekostet.

    Die Weinattacken kommen immer wieder, aber die kleinen Lichtblicke auch.


    Nach jetzt fast einem Jahr sind es Phasen, mal hab ich depressive Täler zu überstehen dann gibt es Phasen, wo es mir recht gut geht.


    LG

    Mario

    Über diesen imaginären Anker muß ich nachdenken. Was könnte ein Anker sein?

    Oder wird man irgendwann an Land gespült? Ganz von alleine?

    den Anker suche ich auch. Das Leben wird Dich bestimmt irgendwo anspülen, aber ich meine, ein klein wenig muss man schon selbst schwimmen, sonst geht man unter

    Ich habe mir vorgenommen jetzt erst mal egoistisch an mich zu denken

    das musste ich auch erst mal verinnerlichen.

    Ich kann es eh keinem recht machen, also wieso dann nicht egoistisch sein, vor allem wenn es um das eigene Überleben geht. Erkennen, was einem gut tut und was nicht, die entsprechenden Konsequenzen ziehen, ist allerdings gar nicht egoistisch, es ist eine Notwendigkeit in dieser Situation. Ich weiß z.Bsp., dass bei meinem Arbeitsplatz schlechte Stimmung herrscht, Urlaube verschoben werden müssen...nur, weil einer ausfällt. Was wäre die Alternative ? Ich komme wieder, entlaste die Kollegen und nach zwei Wochen (eher zwei Tage) dreh ich wieder am Rad. Nein, meine Gesundheit geht vor, Redunanzen aufbauen ist nicht meine Aufgabe.

    Wenn ich, so wie heute, frei habe kommen meine Gedanken nicht zur Ruhe

    und das ist auf Dauer nicht gesund

    Das Thema Trauer mit allen Aspekten beherrscht uns und so wie ich das inzwischen sehe dauert es einfach seine (lange) Zeit, bis sich ein kleines Stück innerer Frieden einstellt. Bei mir hat es ca 7 Monate gebraucht, da habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr so neben der Spur bin.


    Mario

    Hallo Steffi,


    ich habe gelesen, wie es Dir gerade geht und wie es mit der Arbeit so läuft.

    das Mario schon davor gewarnt hat unsere Arbeit als Ablenkung zu sehen

    Meine Warnung soll als Hinweis verstanden sein, als Schilderung meiner persönlich gemachten Erfahrung. Möglicherweise profitiert jemand davon, vllt ist es auch vollkommen verkehrt. Das Arbeitsleben ist so individuell, da muss jeder selbst entscheiden, ob die Kombination Trauerbewältigung und Arbeitswelt zusammen passen. Ich weiß natürlich auch, dass nicht jeder gerade so mal den Arbeitsplatz gefährden kann.


    Ich bin seit Mitte Mai AU ("nicht krank !" - Zitat meines Arztes), habe einen Reha-Antrag in Berlin. Bis Antritt Reha bekomme ich eine AU-Verlängerung jedes mal um zwei Wochen. Nach der Reha (ich gehe von 6 Wochen aus) werde ich auf jeden Fall das Gespräch mit der GF suchen und eine Wiedereingliederung vorschlagen. Vllt antwortet er mir mit der Kündigung, ich habe keine Ahnung.


    Steffi , kannst Du nicht 50% arbeiten ? Ist das möglich bei Deinem Arbeitsplatz ? Ist das Thema Reha für Dich relevant ?


    sorry, so viele Fragen


    GlG

    Mario

    Liebe Steffi,


    jeden Tag auf's neue den Schmerz, die Sehnsucht und diese starken Gefühlswellen auszuhalten ist so schwer.

    Schon nach dem Aufwachen, wenn mir die ganze Situation in einem Moment bewusst wird, erschlägt es mich förmlich.

    Dann zwinge ich mich regelrecht, mich nicht in Traurigkeit rein zu steigern, versuche Gedanken in diese Richtung sofort zu unterbrechen und suche Ablenkung, versuche die Gedanken zu verdrängen. Manchmal funktioniert das, oft nicht.


    Zur Zeit sind viele hier besonders traurig, so lese ich die Beiträge hier. Vllt liegt es auch an der Jahreszeit. Alles sieht schön aus, man sieht das Leben, die Natur und spürt die Wärme. Am liebsten möchte man daran teilhaben, genießen ... carpe diem eben. Aber wie, ohne den/die Liebsten. Ich denke dann, was Schönes hätten wir heute unternommen, und wie schön wäre so ein Tag geworden. Dann kommen schmerzliche Erinnerungen hoch und wieder wird es mir bewusst...


    ich muss mich heute morgen auch ein wenig zusammen reißen, ein bisschen Haushalt und dann raus, Licht, Sonne und Bewegung. Dann in die Stadt, einkaufen und Menschen beobachten. Wahrscheinlich wieder ein Tag, an dem ich mit niemanden ein Wort wechsle...egal, ich habe eh nur ein Thema.


    Allen Trauernden wünsche ich heute ein kleines bisschen positive Vibes


    LG

    Mario

    Hallo Steffi,


    diese Achterbahn der heftigen Gefühle kenne ich - seit einer Woche stecke ich wieder im Tal, gestern Abend habe ich mich kaum mehr eingekriegt


    Die Sorge, total zu verbittern habe ich auch. Das Gefühl, dass die eigene Situation unfair und ungerecht ist befeuert die Verbitterung. Vllt steckt das hinter der Verbitterung und vllt müssen wir lernen, uns von dem Gedanken unfair und ungerecht zu lösen.


    Ich lese immer wieder, dass man den Anblick von Pärchen so schwierig ist. Das ist bei mir überhaupt nicht so, schon komisch das alles.


    Zum Thema Arbeitsplatz möchte ich hier mal zur Vorsicht mahnen.

    Ja die Ablenkung und unter Leuten sein tut erstmal gut.

    Für die Kollegen bist Du allerdings auf längere Sicht eine Herausforderung oder Überforderung. Das kann richtig kompliziert werden und sogar kontraproduktiv für Deine Trauerarbeit. Wie glaubst Du, sehen Dich Deine Kollegen, wenn Du plötzlich in Tränen ausbrichst ? Erwarte nicht zu viel.

    Weiter sehe ich eine Doppelbelastung, die nicht lange funktionieren wird. Trauer und Arbeitsstress passen nicht zusammen, besonders wenn eine traumatische Störung mit dabei ist. Tagsüber ablenken und 150% geben, abends schon im Auto heulend auf der Heimfahrt, am nächsten Tag weiter...


    Ich schreibe das, weil das mit der Arbeit ist bei mir komplett in die Hose gegangen. Habe allerdings einen echten Stressjob, vllt hast Du andere Voraussetzungen.

    Nach der Bestattung 2 Monate gearbeitet, dann 2 Monate arbeitsunfähig, wieder 5 Monate gearbeitet und jetzt wieder seit 2 Monaten arbeitsunfähig.

    Trauerbewältigung nicht angegangen, innerlich total kaputt und ausgebrannt und bin nun froh, aus dem Stress-Alltag raus zu sein, ich bin soweit, dass ich sogar einen evtl Arbeitsplatzverlust nicht mehr als so schlimm ansehe.


    Ich wünsche Dir wirklich, dass Du es in Deinem Arbeitsumfeld leichter hast.


    Lieben Gruß

    Mario

    Guten Morgen Ralfsheidemarie


    Deine Liste ist wirklich sehr gut. Kann ich fast alle Punkte unterschreiben. Nur mit dem Alk hab ich's nicht so, ich vertrag nix und schnell wird mir übel <X.


    Bei mir war am Schlimmsten, dass ich die ersten Monate keine Musik hören konnte. Das hat sich Gott sei Dank wieder gebessert.

    Die Antriebslosigkeit finde ich so extrem. Es müssten so viele Dinge getan werden, aber die Trauer liegt auf mir wie ein Fels.

    Ich muss mich zusammenreißen - raus und bewegen und die momentane Trauerphase, die mich seit Tagen mal wieder im Griff hat, überstehen.


    Dir und allen Trauernden eine gute Zeit

    Mario

    "Hier bin ich nun, mein Liebster. Ich habe den Weg vollendet, dessen ersten Abschnitt wir gemeinsam gingen, denn schmerzerfüllt und mit leeren Händen wollte ich dir nicht folgen. Ich habe mir Zeit gelassen, die Sonnenstrahlen des Tages zu sammeln, sowie das nächtliche Glitzern der Sterne, den Anblick wunderbarer Blumen, den Duft frisch gemähter Wiesen, die fragenden Blicke der Fremden und das lebendige Lachen der Kinder, auch Trauer und Trost, Einsamkeit und Erfüllung, Sehnsucht und Glück.

    So kann ich dir nun viel von dem mitbringen, was dir nicht mehr vergönnt war. All das wäre für uns verloren gewesen, wenn ich nicht weiter durchs Leben gegangen wäre. Nun haben wir all dies für unseren weiteren Weg in die Ewigkeit."

    :2: für diesen Text. Ich lese diese so tröstenden Worte und denke an den Platz für mich neben Dir in "unserem" Grab .


    Ein Leben danach macht trotzdem Sinn.

    Hallo,


    ich stehe kurz vor dem Ein-jährigen und erlebe inzwischen auch gute Momente/Tage. Manchmal fühlt es sich komisch an - darf ich glücklich sein, Freude haben ? Ich sage mir dann, wenn ich schon ohne meine geliebte Frau weiter leben muss, dann soll das Leben lebenswert sein.

    Es heißt ja, dass der Mensch dafür ausgestattet ist, einen solchen Schicksalsschlag zu verkraften - was bedeutet, dass man nach einer gewissen Trauerzeit (das bekannte Trauerjahr ?) wieder ins Leben zurückfindet. Wie lange der Weg dauert, bestimmst auch Du selbst.

    Bei mir spielt der Faktor Zeit eine Rolle.


    Lieben Gruß

    Liebe Bettyna,


    das kenne ich nur zu gut. Ist mir dreimal sogar bei der Arbeit passiert. Da sitze ich mit z.T. ignoranten 10 Kollegen im Büro und stürze von jetzt auf nachher in ein Trauerloch, schluchze und leide, als gäbe es nichts sonst. Wird als Schwäche eingestuft, fertig!!

    Dauert immer so zwischen 10 Minuten und mehreren Stunden. Danach geht's dann wieder, allerdings fühle ich mich dann leer und ausgebrannt. Das erste halbe Jahr hatte ich die "Attacken" ständig, inzwischen nach 11 Monaten merke ich auch, dass es besser (anders) wird.

    Heute sind sie Dankbarkeit gewichen. Dankbar, dass ich so eine wunderschöne Beziehung leben durfte

    So denke ich auch, aber ich muss noch sehr daran arbeiten.


    Lieb grüßt

    Mario

    Hallo Rienchen,


    hochsensibel zu sein ist ein Geschenk. Es öffnet Türen zu Gedanken- und Gefühlswelten, die anstrengend sein können.


    Man muss lernen, damit umzugehen ...


    Im Fall der Trauer scheint Hochsens. eine besonders herausfordernde Eigenschaft. Sie macht es einem nicht gerade leicht.


    Mario

    Hallo Steffi,


    vieles, was Du schreibst habe ich auch so empfunden.


    Dass man z. Bsp. den verstorbenen Partner spürt - dieses Gefühl will sich bei mir auch nicht so recht einstellen.


    Was ich aber ständig spüre ist dieses schmerzhafte Stechen oder Ziehen in der Bauchgegend. Ich stelle mir dann vor, dass die seelische Bindung wie ein dickes Seil vom Diesseits ins Jenseits reicht und jeder aus seiner (ihrer) Seite aus daran zieht. Der Gedanke, dass der Partner auch trauert in welcher Form auch immer, hat tatsächlich etwas Tröstendes. Du fühlst Dich mit Deinem Schmerz nicht so alleine, und der/die das am besten versteht ist bei Dir. Ich rede dann mit meiner Frau und denke dann, bin ich nun verrückt geworden ? Nein, Trauernde machen manchmal komische Sachen.


    Das mit der verlorenen Kritikfähigkeit und Empfindlichkeit kenne ich auch. Deswegen kann ich meinen Beruf zur Zeit nicht ausüben.

    Standhaft bleiben, mal was an sich abprallen lassen...cool bleiben, alles weg. Die Schutzhülle ist weg, die Sicht der Geschehnisse um einen herum ist verzerrt.

    So sind Symptome einer traumatischen Erfahrung (posttraumatische Störung, hat man mir gesagt). Die Reaktionen sind deshalb sehr irrational aus Sicht der lieben Kollegen. Eine professionelle Unterstützung der Trauerbewältigung ist deshalb kein Fehler. Bei uns hier gibt es ein Trauercafe, das einmal im Monat stattfindet, hier gehe ich ganz gerne hin.


    GLG

    Mario


    Nasch

    die Verletzungen bleiben nicht aus, die Trauerwelt und der Zustand in dem man sich befindet, passen einfach mit den Lebensanforderungen der westlichen Welt nicht zusammen - meine Meinung. Eine Erfahrung, die hier bestimmt sehr viele teilen.

    Z. Bsp.: Ich habe von keinem einzigen hier aus der Nachbarschaft eine Kondolenz erhalten, nicht eine...und es gibt genügend Nachbarn hier. Dass die dunkle Frau im Plastiksack weggebracht wurde, haben alle hier mitbekommen. Das ist für mich zutiefst verletzend.