Unerwarteter Tod meines Stiefvaters

  • Hallo ihr Lieben,

    vor drei Monaten ist mein Stiefvater an seiner Krebserkrankung gestorben. Er wurde gerade mal 61 Jahre alt... Mein leiblicher Vater ist gestorben, als ich 4 Jahre alt war. Auch die Gefühle und Erinnerungen kamen alle wieder hoch... 30 Jahre lang war mein Stiefvater wie ein zweiter Vater für mich. Ihn jetzt auch verloren zu haben, tut so weh... Und es ging alles so schnell. Obwohl er seine letzte Woche palliativ Zuhause verbringen konnte und ich ihn dort jeden Tag besucht habe, habe ich das Gefühl, mich nicht richtig verabschiedet zu haben. Ich hatte jedes Mal so einen Kloß im Hals, hab kaum ein Wort rausgebracht, ohne zu weinen. So gerne hätte ich, als es noch ging, länger mit ihm gesprochen. Und "obwohl" schon drei Monate seit seinem Tod vergangen sind, tut es noch weh wie am ersten Tag ohne ihn. Immer wieder erwische ich mich bei dem Gedanken, dass er nicht tot sein kann. Dass das einfach zu surreal ist.

    Und ich kann mit niemandem wirklich darüber sprechen. Immer kommt nur, wie schlimm es für meine Mutter sein muss. Dass es auch für mich eine traumatische Erfahrung war, einem geliebten Menschen hilflos beim Sterben zusehen zu müssen, und ich immer noch trauere, interessiert gefühlt niemanden...


    Ich weiß, dass es irgendwann leichter wird. Auch vom Tod meines leiblichen Vaters konnte ich mich "erholen", aber aktuell fühlt sich alles noch leer und sinnlos ohne ihn an...

  • Liebe Ashelia,
    mein ganz tief empfundenes Beileid. Hier in diesem Forum ist das keine Floskel. Hier wird Trauer gesehen, verstanden und mitgefühlt.

    Dass du noch trauerst.... du hast ja kaum damit begonnen. Du bist noch im ersten Schock. Das dauert, so lange es eben dauert. Die anderen, die das nicht verstehen können, die sind erstmal kein Maßstab für dich. Komme erst mal in deiner Trauer an. Hier kannst du dich austauschen und ausweinen. Auch alles zehn mal erzählen. Wir alle haben unterschiedliche Verluste erlitten. Ich betrauere meine Tochter. Aber dennoch verstehen wir einander (meistens).

    Ganz liebe Grüße
    Elster

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

    Und die Seelen unserer Vorausgegangenen begleiten uns

    Aurelius Augustinus