Beiträge von Elster

    Ich sage das nicht aus Selbstmitleid oder so und will auch nicht ständig jammern,

    Liebe Bille, ich sage immer, es gibt kein Selbstmitleid! Man kann nicht mit sich selbst mitleiden. Das geht gar nicht. Man leidet. Punkt. Und bitte: jammere! Ständig, wenn das gerade so sein muss. Dafür ist das Forum da. Wenn die Menschen um dich herum nicht mehr können oder wollen (du hast offensichtlich ganz liebe Eltern, die halt um ihr Kind Angst haben und so nicht immer die klügsten Sachen sagen), dann erzähl hier zum xten Mal. Haben viele hier so gemacht. So soll das auch sein.

    Gerade brauchst du keinen Trost. Du brauchst Verständnis. Trost kommt gar nicht an. Auch völlig normal. Trost nervt nur. Er macht ungeduldig weil er wie ein Vorwurf klingt. Auch wenn er meist nicht so gemeint ist.

    Ich wünsche dir Mut und Geduld. Das sind die beiden wichtigsten Eigenschaften zur Zeit. Das wird anders (haha). Klischees sind Klischees geworden, weil sie so oft wahr waren.

    Du schreibst von diesen heftigen Trauerwellen auch jetzt noch. Ich lese überall, dass das wohl für immer so bleiben wird. Dass sie einen einholen. Ganz egal, wobei und ganz egal, wie lange es her ist. Es wird immer schrecklich weh tun. Ein Leben lang. Ist es nicht so? Also kommt man doch niemals "drüber hinweg

    Das möchte ich noch kommentieren. Ich hoffe, das ist okay.

    Diese Wellen werden irgendwann seltener, also die Pausen dazwischen werden länger und man gewinnt an Erfahrung, wie man damit umgeht. Nach fast vier Jahren habe ich sie auch noch. Und es zerstört mich nicht mehr wie zu Beginn. Dafür halten sie ein wenig länger an. Aber das bin ich. Nein, es geht nie mehr weg, aber es dominiert nicht für immer. Die Trauer ist wie ein Loch in der Seele. Es wächst nicht zu, aber es überwuchert ein wenig und drum herum fängt ganz langsam und leise immer mehr an zu wachsen, was dein Leben ausmacht. Irgendwann ist da wieder mehr als nur dieses Loch.

    Nur: Alles, was ich höre und lese ist bei mir momentan nur THEORIE, ich kann das alles nicht umsetzen. Alle Erinnerungen an meinen Mann bringen mich um, machen mich wahnsinnig. Bedeuten einen Nervenzusammenbruch. Immer und immer wieder. Deshalb kann ich auch keinen Ort einrichten, um ihm nahe zu sein. Das klappt jetzt einfach noch nicht. Wird es jemals klappen? Ich weiß es nicht. Heute sage ich: Nein, das wird niemals klappen. Weil ich niemals die Schwelle vom Unerträglichen ins halbwegs Erträglich schaffen werde. Ich bin wie so in einem luftleeren Raum schwebend. Kann mich nirgends mehr andocken. Gehöre nirgends hin. Mein Zuhause, mein Daheim ist verloren ... Und ich bin mit verloren ...

    Du setzt bereits alles um, was geht. Nach so kurzer Zeit geht halt nicht mehr. Messe dich nicht mit anderen. Es dauert so lange wie es dauert.
    Die allermeisten wollen einfach nur hinterher, wenn ein über alles geliebter Mensch vorausgeht. Und die allermeisten finden irgendwann einen Weg die Trauer und das Vermissen als einen Teil ihres neuen Selbst zu akzeptieren.
    Anfangs waren schöne Erinnerungen für mich die pure Hölle! Der Schmerz war so groß, ich vergaß zu atmen. Monatelang! Nach zwei Monaten war mir immer nur schwindelig vom nicht atmen und der riesen Verwirrung, die sich in mir breit gemacht hatte. Ich hasste dieses: "es wird anders"!! Was zum Kuckuck soll das denn bitte heißen?? Wenn man mitten in der ersten Trauer, dem ersten Schock steckt! Damit kann man doch gar nichts anfangen.

    Mir half zu dieser Zeit am ehesten von verwaisten Müttern zu lesen, deren Kind schon viel länger drüben war. Einfach um zu begreifen, dass man das überlebt. Wissend, dass sie sich alle mal so gefühlt hatten wie ich.

    Es wird nie mehr wie früher. Das weißt du und du wehrst dich dagegen. Das ist sooo verständlich und eben wirklich normal. Und ich fühle mit dir! Es ist eine grausame Zeit. Und ein daraus hervorwachsen dauert lange. Manche können es schneller, andere brauchen Jahre.

    Liebe Bille, du musst jetzt keine Fotos anschauen können. Das ist völlig okay. Das kommt irgendwann. Du bist ein vorausschauender Mensch und es fällt dir schwer, nicht ständig an die sehr desolat wirkende Zukunft zu denken. Das macht es nicht leichter. Ich bin auch so. Ich habe nach einigen Monaten aufgehört zu zählen, wie lange "es" her ist. Es hat mich belastet und natürlich weiß ich grob wie lange, aber Tage zählen, über Jahre hinweg, das ist nichts für mich. Weil bei aller Vorausschau habe ich nach einiger Zeit die Unendlichkeit akzeptiert. Und unendlich kann man gar nicht zählen.

    Ich wünsche dir, dass das finanzielle schnell geregelt wird und dir nicht auch noch im Nacken sitzt. Und ich wünsche dir den Mut, morgens den Tag zu beginnen und dass du inneren Frieden findest (eines Tages...heute noch nicht)

    Liebe Grüße
    Elster

    Liebe Bille,

    es ist zwei Monate her. Da vergisst man ja sogar nocht zu atmen. Jetzt an für immer zu denken macht keinen Sinn. Die erste Trauer (die durchaus auch Jahre dauern kann, meistens aber eher Monate) ist keine Zeit um über irgendetwas hinwegzukommen. Alles, was du jetzt fühlst ist leider völlig normal und alle hier kennen es. Und wenn du ältere Threads liest wirst du feststellen, dass sich anfangs die meisten so gefühlt haben, wie du jetzt.

    Es ist schön, dass du deine Eltern hast und dich um dich kümmerst, indem du zu Trauergruppen gehst oder auch hier schreibst. Vieles findet sich! Aber ganz praktische Situationen, die man plötzlich allein meistern muss sind sicherlich sehr herausfordernd. Ich bin keine Witwe. Ich habe meine Tochter verloren. Darum sind unsere Themen nicht die gleichen. Aber Trauer ist Trauer, auch wenn sie unterschiedlich aussehen kann. Die Verzweiflung wenn man ein Kind, einen Elternteil oder einen Ehepartner verliert ist grausam, schmerzahft und alles umfassend. Das haben hier alle gemeinsam.

    Hab Geduld mit dir.

    Liebe Grüße,
    Elster

    Liebe Ashelia,
    um die "schwierigen" Tage herum, wie Geburtstage und Feiertage, wird eine Trauer, egal ob frisch oder schon älter, verarbeitet (was immer das heißt) oder noch roh, immer schwerer. Es braucht lange um sich daran einigermaßen zu gewöhnen. Aber du machst das ja richtig so gut es eben geht. Die Krankschreibung war eine sehr gute Idee und hat dich hoffentlich gut entlastet. Denn die Leistungsfähigkeit leidet enorm. Das gibt sich meistens wieder von selbst nach einiger Zeit.

    Zeit wirkt nun anders auf dich. Auch das kennen viele. Ja, er war gerade noch da. Und gleichzeitig ist er schon ewig fort. Die Welt steht Kopf.
    Nimm dir weiterhin viel Zeit.
    Was man den "Anfang" der Trauer nennt kann Wochen, Monate oder Jahre dauern. Nicht erschrecken! Während dieser Zeit lernt man sukzessive damit umzugehen. Nur die Gesellschaft als ganzes findet, das muss flotter gehen. Menschen, die es erlebt haben wissen: es geht so schnell oder so langsam wie es eben geht.

    Toll! Das WAR Realität! Superschönes Szenario. Dass du während des "Traums" an die momentane Situation in der manifesten Welt dachtest und diese auch bewertet hast, beweist es für mich. Wir gehen nachts im Körperschlaf spazieren. Und manchmal dürfen wir uns erinnern.

    Muss keiner sonst so sehen. Ich bin auch gern für mich auf einer einsamen Insel. Aber wer möchte ist willkommen!

    Das war kein unerheblicher Eingriff. Und für ihn kostete es unglaublich viel Kraft, sich überhaupt dafür zu entscheiden, geschweige denn es durchzuziehen. Es kann schon sein, dass das jetzt einfach alles zu viel ist. Am besten früh schlafen gehen und da ganze verarbeiten. Für einen Angstpatienten ist das eine völlig andere Hausnummer als für andere.

    Super! Dicker Schulterklopfer fürs durchziehen! Das war eine Horrorpartie für ihn. Und die Mama hat mitgelitten...

    Liebe Ashelia,
    mein ganz tief empfundenes Beileid. Hier in diesem Forum ist das keine Floskel. Hier wird Trauer gesehen, verstanden und mitgefühlt.

    Dass du noch trauerst.... du hast ja kaum damit begonnen. Du bist noch im ersten Schock. Das dauert, so lange es eben dauert. Die anderen, die das nicht verstehen können, die sind erstmal kein Maßstab für dich. Komme erst mal in deiner Trauer an. Hier kannst du dich austauschen und ausweinen. Auch alles zehn mal erzählen. Wir alle haben unterschiedliche Verluste erlitten. Ich betrauere meine Tochter. Aber dennoch verstehen wir einander (meistens).

    Ganz liebe Grüße
    Elster

    Liebe Bettinalein,
    meiner Meinung nach musst du das auch nicht ertragen. Auch du kannst nichts dafür, dass sie so krank wurde und sich sich so sehr verändert hat. Ihr böse zu sein macht keinen Sinn, das weißt du ja selber. Aber wenn du ihr schon nicht helfen kannst, dann hilf dir wenigstens selbst. Auch du hast Frieden verdient. Würde sie dich konkret brauchen, dann wärst du ja sicher für sie da. Aber das musst du dir nicht wöchentlich gefallen lassen, finde ich.
    Vielleicht schreibst du ihr einen Brief. Weiß sie denn, dass sie krankheitsbedingt übermäßig aggressiv ist? Vielleicht macht ihr einmal im Monat aus, oder so ähnlich. Ich weiß natürlich nicht, ob solche Absprachen mit ihr möglich sind. Aber, Bettinalein: du DARFST auf dich selbst achten!

    Das war ja jetzt auch zu viel! Ganz klar: Stress macht viel mit dem Körper. Ich hoffe, du kommst bald wieder runter. Vielleicht beim Hundi entfellen. Wobei, das hört sich auch nicht so nach Entspannung an. Ich drücke DIR die Daumen, dass du eine Möglichkeit findest, die Stresshormone zu zügeln!

    Liebe Carmen,

    bei mir lag starker Haarausfall an der Schilddrüse. Ich wurde mit Hashimoto diagnostiziert. Aber erst beim Radiologen. Der Wert, den die Hausärzte prüfen kann lang "normal" sein. Ich hatte das wahrscheinlich schon an die 15 Jahre bevor es entdeckt wurde. Ich verlor am Schluss fast büschelweise Haare.

    Daumen gedrückt für die OP!

    Es tut sehr weh. Auch beim vierten Mal und wohl für immer.
    Eine feste Umarmung von Mama zu Mama. Die Woge ist stark. Wir bleiben stehen.