Beiträge von Elster
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Superschön! Mein Feechen würde sagen "haben alle die richtige Farbe".
Die oberste Rose sieht aus wie Erdbeereis mit Sahne.
Danke -
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Liebe Bille,
wie geht es denn mit deiner Trauerbegleitung? Wird es noch Treffen geben?
Ich habe anfangs immer ganz ganz viel über Trauer gelesen und gehört. Auch heute noch beschäftige ich mich damit, allerdings in eine andere Richtung. Was mir oft unterkam war der Begriff "komplizierte Trauer". Den fand ich immer seltsam. Welche Trauer ist denn unkompliziert? Höchstens die im Film. Tränchen bei der Beisetzung, etwas Riechsalz für die verschleierte Witwe und dann Cut. Als wäre es das nun. Und so geht die Gesellschaft ja nun auch mit Trauer um. Andere Völker gehen viel "handfester" damit um. Das ist interessantes Lesematerial, wenn du dafür offen bist. Es hat mir geholfen, meine Perspektive zu verändern. Langsam und behäbig, nicht über Nacht. Und nicht das allein. Es war aber ein Baustein auf meinem Weg zur- Achtung, jetzt kommt ein böses Wort - Akzeptanz.
Dass du deine Trauer für schlimmer (oder vielleicht besser: schwerer vermittelbar) hältst als alle anderen ist normal. Denn für dich ist sie das ja! Dass du dich (jetzt) nicht auch noch in andere hineinversetzen kannst oder möchtest ist okay!
Du trauerst nicht nur um deinen Mann, den Menschen, der er war, sondern um dein Leben, deine Zukunft, dein Glück. Das ist viel und das tut verdammt weh!
Und so gern ich dir helfen würde - ich kann es nicht. Trauer ist immer einsam, egal wie viele Menschen du um dich hast. Man fühlt sie immer allein.
Bleib trotzdem hier und genieße hier immerhin Verständnis. Das ist draußen oft nur schwer zu bekommen. Außer eben in Trauergruppen oder Trauergesprächen. Aber das ist immer mit Termin. Hier ist immer offen. Vielleicht dauert es manchmal etwas, bis jemand antwortet. Aber jeder weiß, was du durchmachst (auch wenn die Feinheiten individuell verschieden sind)
Ich wünsche dir die heute unerreichbar scheinende Zuversicht und den noch viel unmöglicher zu erreichen wirkenden Mut, die neue Bille zu werden, von der du momentan nichts wissen willst. Ich wünsche es dir einfach! -
Meine Eltern waren immer für alle da und haben geholfen, umgekehrt hält das nun keiner für nötig.
Eine traurige Wahrheit in zu vielen Familien.
Nächste Woche kommt jemand von einer sozialen Einrichtung, die arbeiten ehrenamtlich, hoffentlich ist das hilfreich.
Ja, das hoffe ich auch.
Und auch, dass deine Gesundheit noch durchhält und du hinterher noch Energie für dich übrig hast. Man wächst an seinen Aufgaben, heißt es. Aber verdammt.. muss das so schwer sein?? Zu allem schon reichlichst Schweren noch Plünderei. Unfassbar! Es tut mir sehr leid für dich. -
Ein Fragebogen?? Immernoch?? Mir wird physisch schlecht! Aber ich finde dich absolut toll, weil du jeden Stein umdrehst, um Hilfe zu finden!! Und tatsächlich sind auch solche dämlichen Unsinnigkeiten wertvoll, wenn sie in dir ein inneres "Aufbäumen" auslösen. Selbst wenn es winzig klein ist. Selbst wenn es daher kommt, dass dir etwas auffällt, wie eben eine nicht hilfreiche Gruppensitzung (wo war die Leitung??) oder ein unmöglich wahrheitsgemäß zu beantwortender Fragebogen.
Die Dynamik der Trauer ist nicht direkt spürbar. Erst hinterher merkt man es, wenn sich etwas verändert hat. Und auf bessere Tage folgen auch wieder schlechtere. Erst sehr langsam erkennt man, dass die guten Zeiten (anfangs nur Sekunden oder Minuten) mehr werden. Mit "gut" meine ich das neue "gut". Das erscheint erst so richtig, wenn man den Raum zwischen "Vorher" und "Nachher" verlassen hat. Und dort kann man schon recht lange festhängen.
Du beschreibst dich als jemand, der sehr viel Angst spürt. Und das glaube ich dir ohne Weiteres!! Ich lese allerdings auch jemanden, der den Mut aufbringt, in alle Richtungen zu schauen, um einen Rettungsring zu finden. Für Menschen ohne Angst ist das normal. Für dich ist es gigantisch!! Und ich möchte so gerne, dass du das wahrnimmst! Denn du, Bille, bist viel größer als du weißt!Das Du keine Freude empfinden kannst ist völlig normal das es Dich zerreist ebenfalls.
Das hier, und auch der Rest von Linchens Beitrag ist genau richtig in seiner Aussage.
Normal ist jetzt kein Wort, welches scheinbar ein Gleichmaß beschreibt. Normal ist jetzt, was nicht normal sein dürfte! Und wir hier schwimmen alle mit dir. Manche haben schon Rettungsringe, manche nicht. Einige können super alleine schwimmen. Nass sind sie trotzdem und anstrengend ist es in jedem Fall. --- Ich hab wahrgenommen, dass du wie ich super in Bildern denken kannst, deshalb diese Beschreibung. Ich ahne, dass du mich verstehst.
Liebe Grüße
Elster, die sich gefreut hat zu lesen, dass ihr Geschwätz geschätzt wird. -
Was Vodafone angeht: Vermutlich habe ich dann meist einfach Glück, dass mir gut geholfen wird.
Die hören wahrscheinlich einfach sofort, dass du dich auskennst und sparen sich den Bullsh*t für uns Technikblondinen.
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Ich schon wieder. Sorry, bin gleich weg. Aber Dieter erinnert mich gerade an die Medis.
Ich habe seit Jahren Opipramol daheim. Ich nehme es nicht als Antidepressivum sondern als Bedarfsmedikament und da hilft es bei mir sehr sehr gut! Ich brauche es nur noch sehr sehr selten und setze es ausschließlich als Beruhigungsmittel ein, wenn ich doch mal wieder panikartige Zustände habe, aus denen ich nicht allein rauskomme. Ich habe 50mg hier, nehme aber nur ein Viertel bis eine Halbe davon.
In der Trauer wird viel zu schnell ein Antidepressivum verschrieben. Trauer ist nicht gleich Depression. Depression ist etwas völlig anderes. Sie kann aus Trauer entstehen, ja. Aber dieses Ruhigstellen mit Hammermitteln kann sogar schädlich für den Prozeß sein. Es gilt immer: So viel wie nötig und so wenig wie möglich! Lass die Einnahme solcher Mittel sehr eng überwachen. Sie verstärken Suizidgedanken, wenn man Pech hat und lösen möglicherweise eine Depression erst aus! Das sagt dir nur kein Hausarzt oder Psychiater. Lass dich sehr umfassend beraten!
So, jetzt aber genug Elstergeschwätz. -
Ein P.S. noch:
Situationen, die andere gar nicht merken, hängen mir ewig oder auch ein Leben lang nach. Das ist mir mit den Jahren immer bewusster geworden.
Da erkenne ich mich sehr sehr wieder! Ein sehr beschwerender Zustand. Der Sack hinter einem wird immer schwerer. Für mich ist es ein Kontrollzwang. Ich wollte das Jetzt, die Zukunft und sogar das Vergangene kontrollieren. Und diesen Kampf kann man nur verlieren.
Tatsächlich ist das jetzt anders. Das Vorausgehen meines Feechens hat mir beigebracht, wie unnütz und unnötig das ist. Es ist nichts im Vergleich zu meiner Trauer. Nichts! Und nichts in dem Sack ist auch nur einen Blick wert. Das hab ich gelernt. Nicht sofort. Aber heute fühle ich es so. -
"Die Trauer vergeht nie." - Ein Satz, der Angst macht, weil er nicht beinhaltet, dass es zwischen Trauerphasen auch Erholungspausen gibt, bzw. geben wird. Pausen, die zuerst auch noch mal zusätzlich Angst machen werden. Denn man möchte nicht drüber hinweg sein. Man hat das Gefühl, die ganz schwere Trauer schuldig zu sein. Die erste Pause war schrecklich für mich. Ich wünschte mir sofortigst die schmerzhafte Trauer zurück. Ich wusste damals noch nicht, dass die Trauer nie vergeht. Das erste Mal, als ich ein Kleidungsstück von meinem Feechen hochnehmen konnte und dabei lächelte, hat mich bis ins Mark erschüttert. Ich verstand es nicht.
Zusätzlich zu den Erholungspausen wird es leichter zu 'er'tragen. Ich nenne es 'Muckis auf der Seele'. Das Gewicht ist das Selbe, aber mit ausreichend Training fühlt es sich leichter, bzw. tragbarer an.
"Die Trauer ist so groß wie die Liebe zu diesem Menschen." - Nur meine Auffassung: das ist ein sehr irreführender Satz. Und ich mag ihn überhaupt nicht! Nicht jeder trauert 'groß' oder laut oder wild, wenn er/sie groß und laut und wild geliebt hat und liebt. Sehr viele lieben nach der Akutphase (die echt lang dauern kann und manchmal Hilfe benötigt) einfach still weiter. Einfach so. Ja, Bille, wir lieben weiter. Völlig selbstverständlich. Und phasenweise ganz ganz leise. Trotz großer Liebe. Niemand trauert besser oder schlechter. Das impliziert dieser Satz. Und das ist schlicht nicht wahr!
Liebe Bille, nach zwei bis drei Monaten seit dem fruchtbarsten Tag deines Leben musst du noch gar nichts bewältigt haben! Es gibt den ganzen formellen Mist, der sein muss. Aber die Bille, die da sitzt und nicht weiß, was nun werden soll mit ihr, die muss nur weinen dürfen. Weinen, klagen, schreien, das Universum verfluchen und mit dem verdammten Schicksal hadern. Das neu Ordnen, das das neue Leben annehmen (ja, Bille, annehmen), das Aufwachen in in diesem neuen Leben - das kommt erst viel später. Du schaust immer weit voraus. Das ist okay. So bist du. Nur gerade geht das gar nicht. Stell dir vor, man amputiert dir ein Bein. Kannst du dann die nächste Bergbesteigung planen? Du wirst wieder auf einen Berg steigen können, doch bis dahin gibt es viele kleine und große Schritte und Veränderungen die du vornehmen musst. Kannst du das, wenn du gerade eben erst amputiert wurdest und noch im Aufwachraum liegst? Kaum. Die wenigsten können das. Einige wenige schon, aber an denen sollte man sich nicht messen.
Das bist gerade DU, Bille. Du wurdest quasi amputiert und du liegst im Aufwachraum und die Schmerzmittel wurden noch nicht angepasst. Es ist erst ein paar kurze Monate her! Schließ nicht von jetzt auf für immer. Auch wenn du dich so siehst. Du schreibst ja selbst - Bille war nicht immer so. Es gibt dich also in mutig. Wer außer deiner Angst sagt, dass das weg ist?
Liebe Bille, das alles ist nur meine Sicht der Dinge. Wenn dir etwas davon gefällt dann nimm es gerne an!. Was dir nicht gefällt kann weg! -
Vodafone ist der Horror, wenn es Probleme gibt. Information ist kaum zu bekommen. Wir zahlen jetzt ein paar Euro mehr beim rosa T und seit dem ist alles okay! Vodafone hat entweder sehr schlecht geschulte Leute im Callcenter, oder aber sehr gut geschulte - gut im Abwimmeln ist da gemeint. Technische Probleme kann es immer mal geben. Aber Kunden so dumm abspeisen ist echt unerträglich.
Sorry, Bettinalein, das hilft dir nicht im Moment. Daumen sind gedrückt, dass du bald wieder "benetzt" bist. -
Liebe Bille,
In Bezirkskliniken würdest du sicherlich mit Medis vollgepumpt werden. Und das ist nicht sinnvoll. Denn danach würdest du wieder genau da stehen, wo du heute stehst. Rehaeinrichtungen nehmen dich nicht, bzw. lassen dich zwangseinweisen, wenn du mit Suizid drohst. Wenn du mit der Bereitschaft zu lernen kommst - zu lernen, wie man mit einem so schweren Verlust zurechtkommt, dann kann dir geholfen werden. Es braucht ein Maß an Aufnahmefähigkeit und ein wenn auch nur klitzekleines Fünkchen Selbsterhaltungstrieb. Irgendwann kommt irgendeine Redewendung bei dir an. Irgendein Wort, ein Tonfall, ein Blick, eine Stimme wird zu dir, Bille, durchdringen und dann kann der Weg zur Heilung beginnen. Heute ist nicht Bille am Steuer. Heute regiert der Schock und die Verzweiflung. Beruhigende Mittel könnten eine Möglichkeit für dich sein. Nicht alle wirken abstumpfend. Nicht alle sind wesensverändernd. Sprich mit deinem Hausarzt oder deiner Trauerbegleitung darüber.
Du bist nicht "nur" Bille, die Frau von X. Du bist auch Bille, die schon immer Bille war. "Bille sein" neu lernen. Das wird die Herkulesaufgabe. Aber die ist zu schaffen! Schau dich hier um. Alle hier sind die neue Version ihrer Selbst, ich mit eingeschlossen. Das kam weder über Nacht, noch von allein.
Wiederhol dich, so oft du es brauchst. Das ist hier ausdrücklich erlaubt!! -
die Sozialberaterin auf meiner Arbeit, die mich gestern noch anrief, meinte, ich sei noch nicht so weit, wieder zur Arbeit zu kommen. Werde ich es denn jemals sein???
Zuerst: schön, dass das bemerkt wird! Da hast du es besser als so manch anderer.
Ob du jemals so weit sein wirst? Das weiß keiner. Denn dein Leben "danach" muss sich erst entfalten. Bildlich gesprochen bist du noch in der Fötushaltung. Deshalb weiterhin: atmen, essen, trinken, schlafen. Sonst nichts, was nicht sein MUSS! -
Ja, Bille, Worte werden irgendwann anders bei dir andocken, als jetzt noch. Das kommt von allein. Vielleicht merkst du es erst im Nachhinein, wenn es schon eine Weile lang so war.
Die ersten Wochen hab ich hier nur gestammelt. Wollte nur, das mir jemand zeigt, wie ich mein Feechen zurückbekomme (wider besseren Wissens), ohne es je so formuliert zu haben. Da das natürlich nie kam, hat mein Kopf und mein Sein allmählich umgedacht. Das war ein Prozess, der bis heute anhält. Denn bei allem Wissen, das ich habe, zweifle ich noch heute an dem, was ich weiß. Dass ist dieses "es wird anders" für jeden etwas unterschiedliches bedeutet. Es sind Worte, die grausam klingen können oder mutmachend. Die genau gleichen Worte können unterschiedlich auf dich wirken, je nachdem "wo" du gerade bist.
Trauer ist dynamisch. Und zwar in alle Richtungen.Aber eines möchte ich nun, nachdem ich das so ausführlich erklärt habe, sagen. Es stimmt nicht ganz, dass ich keine Zutat kenne, die es braucht, um diese Momente zu erreichen. Ich wollte die Zutat nur nicht vorher nennen. Und auch hier: Bitte, es muss nicht für alle so sein.
Aber bei mir ist diese Zutat eben das Akzeptieren. Was ja wie schon erwähnt nichts, aber auch gar nichts, mit nicht hadern zu tun hat.Akzeptanz ist in der frischen Trauer für viele ein echtes Unwort. Die eigentliche Bedeutung im Bezug auf Trauer erschließt sich quasi erst, wenn man sie erreicht hat, die Akzeptanz.
Liebe Bille, wir begleiten dich gern auf deinem Weg, wenn du das möchtest. Ich habe so viel hier gelernt. Auch über mich selbst. Mein altes und mein neues Selbst.
Ich wünsche dir weiterhin hauptsächlich Mut! -
Liebe Malin,
was von dir verlangt wird ist einfach viel zu viel für einen allein. Es tut mir so so leid! Bist du zufällig in Nordbayern? Dann komm ich dir helfen. Ich meine das ernst! Nur sehr weit fahren kann ich nicht. Und solltest du in Erlangen wohnen kann ich da auch nicht hin. Da starb mein Kind und ich kann es einfach nicht.
Gibt es eine psychiatrische Notfallambulanz bei euch? Oder einen telefonischen Krisendienst? Viele Bezirke haben sowas inzwischen. Dumme Floskeln nützen nicht viel aber es sich von der Seele schreiben vielleicht doch? Du bist ja anonym. Wir sind keine Therapeuten und du müsstest unpassende Antworten ausfiltern können, damit es hilft. aber vielleicht hilft auch schon ein persönlich wahrgenommen werden etwas weiter.
Du bist nicht besonders schwach. Es IST viel!!
Liebe Grüße, Elster -
Probier das arbeiten ruhig aus. Vielleicht tut es dir sogar gut. Einschätzen kann man das vorher gar nicht. Alles ist jetzt auf den Kopf gestellt. Ansonsten lässt du dich arbeitsunfähig schreiben.
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Liebe Bille,
du hast bei Malin keinen Fehler gemacht!! Du hast ihr ganz lieb geantwortet. Daraufhin hat dann einer nach dem anderen dir geantwortet und untereinander auch noch und dann ging es am Ende nicht mehr um Malin. Das passiert hin und wieder. Ich hab dann nur die Aufmerksamkeit zurückgelenkt auf die eigentliche Threaderstellerin. Keine Sorge!! -
Och schöööööön!
Das mit dem Esstisch verstehe ich sehr gut. Vieles kommt wieder, manches nie. Ist doch aber okay so, wenn du dir zu helfen weißt. Ursel vergraulst du damit garantiert nicht! -
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Ich fände es schön, wenn wir Malin ihren Thread wieder zurückgeben könnten.
Sie hat es gerade sehr schwer und bräuchte vielleicht etwas mehr persönlichen Zuspruch.
M22 wie geht es dir heute?