Beiträge von Elster

    Daran, liebe Elster, muss ich noch arbeiten. Manchmal gelingt mir das schon ein bisschen.

    Es geht ja um das müssen. Wir dürfen immer. Es hat bei mir schon lang gedauert, bis ich mich getraut habe, mal nicht traurig zu sein.
    Alles zu seiner Zeit. Deine Trauer ist ja noch so neu, sie lernt gerade erst zu stehen.

    Ich hab gestern eine Reportage auf NHK Japan über das Windphone gesehen. Es hat ein Japaner erstmals für sich aufgestellt und die Idee bekam Flügel und nun gibt es sie überall auf der Welt. Auch in Deutschland. Es ist im Original eine Telefonzelle mit einem Wählscheibentelefon (das sind die meisten). Es ist nicht angeschlossen und die Idee dabei ist, dass man mit den Vorangegangenen spricht und der Wind trägt die Botschaft zu ihnen. Ich finde das so so so schön! Da war ein Mädchen, die ihren Papa Jahre zuvor in einem Tsunami verlor und noch nie über ihn hatte sprechen oder weinen können. Das Telefonat sprengte dann diesen Trauerpanzer und die Tränen flossen.

    Es gibt so viele Wege mit Trauer zu leben. Manche Menschen gehen diesen Weg mit uns, und manche nicht. Das ist einfach so. Manches lehrt einen erst die Erfahrung.

    Sei mir nicht böse, aber nach dem ersten Satz hab ich gelacht. Vielleicht meinen die meisten es gut. Leider vermute ich aber, dass die meisten einfach nichts mehr davon hören wollen. Sie selbst spüren diese Trauer nicht und möchten nichts damit zu tun haben. Mit dir schon! Nur dieses "Trauerding" kann dann mal weg.
    Ich habe schon lange beschlossen, mich für sie zu freuen, dass sie keine Ahnung haben, wovon sie reden.

    Alledings gehört zur Wahrheit, dass es eine Zeit, die individuell verschieden lang ist, dauert, bis man selbst verstanden hat, dass man nicht traurig sein muss, während man trauert. Was das für einen bedeutet, muss man sich selbst erarbeiten. Da helfen mMn keine Bücher.

    Es gibt in Kliniken viele wahnsinnig tolle, kompetente und zugewandte Angestellte. Meist beim Pflegepersonal, aber auch bei Ärzten. Ich musste häufig beobachten, wie ihnen diese Empathie und Fürsorglichkeit regelrecht ausgetrieben wurden. Durch das Konzept "Wirtschaftlichkeit". Die, die sich nicht seelisch verstümmeln lassen, gehen meistens wieder.
    Ausnahmen bestätigen jede Regel. Auch Feechen und ich hatten tolle Menschen um uns. Die konnten aber die furchtbaren Schiefstände im System "Klinik" nicht auffangen.
    Was euch passiert ist, lieber Dieter, erschüttert mich - es überrascht mich jedoch nicht.
    Ursel ist im Frieden. Das bleibt als Trost. Die verlorene Zeit bringt es dir nicht zurück.

    Der allerschwerste Tag für eine Mama, die ihr Kind nie wieder wird umarmen können.

    Liebe, Sehnsucht und Vermissen. Das sind die ewigen Zeugen dafür, dass er wahrhaftig hier war.
    Auch er liebt dich weiter. Immer und immer weiter.

    Der Tod bedeutet gar nichts

    Ich bin nur nach nebenan entschwunden.

    Ich bin ich und du bist du.

    Und was wir für einander waren, das sind wir noch immer.

    Nenne mich bei meinem vertrauten Namen.

    Sprich über mich in der leichten Weise, wie Du es immer getan hast.

    Ändere nicht deinen Tonfall.

    Trage keinen Ernst und Trauer in dir.

    Lache wie wir immer gelacht haben über die kleinen Scherze,

    die wir gemeinsam genossen haben.

    Spiele, lächle, denke an mich, bete für mich.

    Lass meinem Namen immer das vertraute Wort sein, das er immer war.

    Sprich ihn unbekümmert aus, ohne die Spur eines Schattens auf ihm.

    Leben bedeutet all das, was es immer bedeutet hat.

    Es ist dasselbe, das es immer war.

    Da ist absolute und ungebrochene Kontinuität.

    Was ist der Tod anderes als ein unbedeutender Zwischenfall?

    Warum sollte ich denn aus dem Sinn sein, nur weil du mich nicht mehr sehen kannst?

    Ich warte einstweilen auf dich, irgendwo ganz nah, gleich um die Ecke.

    Alles ist gut.

    Henry Scott Holland

    Nicht mein Verlust. Oder wer weiß?

    Heute morgen. Der Zug in dem mein Mann sitzt bleibt stehen. "Personen im Gleis" heißt es.
    Dann: man wartet auf die Polizei und einen neuen Lokführer.

    Wieder eine Familie zerstört. Wahrscheinlich Eltern, die nie wieder heil werden... nicht wirklich. Ich vermute das, weil Senioren selten aufs Gleis gehen.

    Ein Lokführer, der seinen Beruf vielleicht nie wieder ausüben kann. Auch ein Leben im Chaos.

    Und wir wissen nicht, wer es war oder wie sein oder ihr Leben war. Vielleicht haben wir genau die eine Person verloren, die unser Leben zum positiven verändert hätte. Wir werden es nie erfahren.


    Ich bin sehr traurig. Weil es immer weitergehen wird. Weil echte Hilfe ein Luxusgut für Selbstzahler geworden ist. Weil die Scham und die Hemmschwellen gigantisch sind. Vielleicht nicht bei diesem Menschen von heute morgen. Aber sehr sehr oft.

    Ich wünsche dir, dort, auf dem Gleis, dass du gut ankommst und alle Liebe endlich spürst, die du hier nicht spüren konntest.

    So ist es recht. Auch ein Baum will mal gehalten werden. Ein sehr sehr schönes Foto. Was kannst du schön strahlen!

    Bei uns sieht es auch noch recht traurig aus. Es gibt zwar was zu kaufen, aber das sieht nicht sehr widerstandsfähig fähig aus. Es war ein kalter Winter und alles braucht noch ein wenig.

    Ich kann nur raten und da sein ....ein bisschen muss auch von ihm kommen

    Ganz genau! Da sein und bleiben. Die Entscheidung trifft er allein. Gerade bei gesundheitlichen Themen tut es einer Mama unglaublich weh, nichts tun zu können. Der Schutztrieb hört nie auf.

    Liebe Carmen,
    ich umarme dich einfach mal ganz fest. Einem erwachsenen Kind bei sehr schlechten Entscheidungen zuzusehen, verlangt einer Mutter alles ab.

    Liebe Dietlind, genauso ist es. Anders und tröstlich. Ich kann mich Wochen später noch deutlich an diese Besuche erinnern, an gewöhnliche Träume meistens schon nach dem Aufwachen nicht mehr.


    Liebe Grüße von Dieter

    Ich erinnere mich auch Jahre später noch. Deshalb schüttle ich für mich immer mit dem Kopf wenn ich höre oder lese, dass man "keine neuen Erinnerungen mehr" miteinander haben kann. Also ich kann schon. Ich erlaube mir es wahrzunehmen und als wahr zu akzeptieren. Wir haben dann etwas Neues zusammen erlebt. Ich schreibe bewusst "erlebt", denn wir beide leben ja. Nur halt zur Zeit noch auf einer (dieser) Ebene getrennt.

    Untergehen lassen... wow.... unfassbar!
    Solchen Müll hört man übrigens auch von Psychologen und Psychiatern. Was hab ich mir alles anhören müssen!
    So lange du kannst - ja, das so ein schrecklicher Punkt. Wem "vererbst" du einst diese Verantwortung? Liebe Carmen, wir Mamas sind sehr resilient im Normalfall. Du ja auch. Das beweist du täglich neu. Gerne immer mal in neue Richtungen denken. Aber niemals aufgeben!

    Zwei Stunden in die nächste Stadt ist weit. Er müsste einfach mal zu einem Gespräch, ohne Behandlung, bei einem spezialisierten Arzt. Aber natürlich kannst du ihn nicht zwingen.
    Immer und immer Sorgen.

    Wohnt ihr denn sehr ländlich? Bei uns gibt es Zahnärzte wie Sand am Meer. Es gibt welche, die auf Angstpatienten spezialisiert sind. Evtl mal die Krankenkasse fragen. 20 Pillen am Tag sind extrem zu viel. Und ein kaputter Zahn kann mehr anrichten als "nur" Schmerzen.
    Hoffentlich werdet ihr im Norden bald von eurer Winterstarre erlöst. Man ist es nicht mehr gewöhnt, dass Winter auch kalt sein können.

    Ich hab gefragt - über ein Stockwerk hinweg: ist mein Baby tot? Ein leichtes Nicken von einer jungen Sanitäterin, nicht älter als mein Kind. Dann nur noch Schwärze und mein Schreien.
    Ein Moment, der tief im Bewusstsein graviert ist. Für jede Mutter. Wie könnte es anders sein....