Och schöööööön!
Das mit dem Esstisch verstehe ich sehr gut. Vieles kommt wieder, manches nie. Ist doch aber okay so, wenn du dir zu helfen weißt. Ursel vergraulst du damit garantiert nicht!
Beiträge von Elster
-
-
-
Ich fände es schön, wenn wir Malin ihren Thread wieder zurückgeben könnten.
Sie hat es gerade sehr schwer und bräuchte vielleicht etwas mehr persönlichen Zuspruch.
M22 wie geht es dir heute? -
Sehr lange habe ich hier nicht mehr geschrieben. Der Alltag war ständig voller Stress und Sorgen, keine Zeit zu leben, keine Zeit zu trauern, meinen Vater ging es mal besser, mal schlechter, ständig Pflegedienst, Bereitschaftsdienst, Rettungsdienst, irgendwie weiß ich nicht wie ich die Zeit ausgehalten habe. Und nun? Nun ist er erlöst von Leid. Obwohl ich das so eigentlich auch nicht sagen kann. Es endete tragisch, nicht friedlich. Offensichtlich kann in meiner Familie niemand sterben ohne ein Trauma zu hinterlassen. Ich bin in einem Zustand für den es keine richtigen Worte gibt, stehe vor dem Chaos meines Lebens, kraftlos, mutlos, planlos, allein. Meine Gedanken sind leer, ich fühle nichts. Einen Haushalt auflösen, wie macht man das, wenn die Kraft fehlt? Entscheidungen treffen fällt mir schon so lange schwer, jetzt muss ich, weiß nicht wie.
Liebe M22
es tut mir sehr leid, dass du so viel Leid tragen sollst. Hast du jemanden, der dir hilft, das Chaos ein wenig zu ordnen? Entscheidungen treffen in so einer Situation ist unmenschlich schwer. Da fühle ich mit! Außer einer virtuellen Umarmung kann ich erstmal nichts anbieten. Aber das von Herzen! -
ich kann wirklich gut verstehen, dass ich dich und euch überfordere. Ich bringe euch dazu, innerlich in eine Zeit zurück zu gehen, die ihr Gott sei Dank hinter euch habt. Und in diesen Schmerz wollt ihr euch auch nicht mehr begeben. Oder könnt es auch gar nicht mehr. Das ist völlig natürlich und es tut mir auch wirklich sehr, sehr leid. Das war nicht meine Absicht. Ich muss irgendwie versuchen klarzukommen mit Hilfen, die ich mir suche. Was bleibt mir denn auch anderes übrig?
Das hier ist ein Trauerforum. Du bist hier völlig richtig! Jeder kennt den Ausknopf an seinem Gerät, wenn er etwas nicht lesen möchte. Das ist alles eigene Abwägung. Natürlich ist frisches Leid nicht immer für alle zu ertragen. Aber wir sind ja genügend, dass immer jemand bereit ist, sich zu kümmern. Ich selbst habe auch schon Neue ignoriert, weil es mir selbst zu schlecht ging. Die Wellen eben.
Linchen meinte bestimmt nicht, dass du nicht schreiben sollst!! -
Du bist sehr tapfer, liebe Bille. Du lässt nichts unversucht. Diese Stärke hat dir dein Mann und eure Beziehung zueinander gegeben. Ich weiß - du fühlst dich ganz und gar nicht stark. Aber da ist ein Funke in dir und den hat dir die Liebe gegeben. Denn die stirbt nicht. Niemals. Beidseitig. Und akzeptieren geht irgendwann mal. Es eilt nicht wirklich. Erst muss man von ganzem Herzen begreifen, dass akzeptieren nicht das das selbe ist wie loslassen oder gar gutheißen. Was es bedeutet wirst du von ganz allein für dich bestimmen, wenn es so weit ist.
Wenn dir die Trauerbegleiterin sympathisch war, dann ist das sehr gut. Dann hoffe ich, du hast nächste Woche ein gutes Gespräch mit ihr!
Herzliche Grüße
Elster -
Man kann andere nicht zum anders sein zwingen.
Ich hab einen Platz unter drei Bäumen für meine Fee. Also kein Grab. Ich darf da nur ab und zu schmücken. Aber ich bringe immer wieder Sachen hin. Nichts teures, nichts unersetzliches. Und ich weiß jedes mal, dass man es irgendwann entfernen wird. So steht es in der Friedhofssatzung. Ist mir aber egal. Da bin ich stoisch. Wenn mir danach ist, bringe ich etwas. Wenn es wegkommt, bringe ich etwas neues. Ich weiß, das ist etwas anderes, weil es Fremde sind, die es entfernen. Das hat kein persönliches "G'schmäckle". Es ist immer wieder traurig zu lesen, wie lieblos man mit dir umgeht, selbst in deiner Abwesenheit. Das hast du nicht verdient!
Dein Bub weiß, wie du ihn liebst und vermisst. Nichts sonst zählt. -
Mein Geschenk war eine Collage aus Eintrittskarten von Rockkonzerten seit 1972. Die hing bei mir seit Jahrzehnten im Flur und er hatte mich mal gefragt ob er die nach meinem Tod bekommen könnte. So lange wollte ich ihn nicht warten lassen.
Wenn ich darf: du bist der Hammer!
-
Nein, Bille, es lindert nichts. Linchen hat es schon geschrieben. Es dauert lange. Du wirkst irgendwie panisch und ich weiß was es bedeutet unbändige Angst zu haben. Ob du da von selbst raus kommst ist für uns nicht abzusehen. Die allermeisten tun es. Manche gehen zur Reha mit Trauerbewältigung als Schwerpunkt. Da könntest du mal deine Krankenkasse fragen. Dann wärst du von den vielen Erinnerungen mal weg. Es ist nur so ein Gedanke.
Hier sind Frauen die Mann und Kind verloren haben und es irgendwie bewältigen. Es gibt auch die, deren sehr hochbetagte Eltern gestorben sind und die kaum Land sehen für lange lange Zeit. Trauer ist nicht quantifizierbar. Deine Trauer ist deine Trauer. Höchst individuell. Und die eigene Trauer ist immer die schlimmste Trauer!!Und sie darf sein!
Dein Mann ist gestorben. Daran ändert auch ein liebgemeinter Rat oder ein Erfahrungsbericht von anderen nichts. Du kannst nur irgendwann zulassen, dass es dich tröstet. Das kommt aber erst noch. Bis dahin atmen, essen, trinken, schlafen. Wenn du das schaffst, hast du schon was geschafft. Alles eins nach dem anderen. -
Ich sage das nicht aus Selbstmitleid oder so und will auch nicht ständig jammern,
Liebe Bille, ich sage immer, es gibt kein Selbstmitleid! Man kann nicht mit sich selbst mitleiden. Das geht gar nicht. Man leidet. Punkt. Und bitte: jammere! Ständig, wenn das gerade so sein muss. Dafür ist das Forum da. Wenn die Menschen um dich herum nicht mehr können oder wollen (du hast offensichtlich ganz liebe Eltern, die halt um ihr Kind Angst haben und so nicht immer die klügsten Sachen sagen), dann erzähl hier zum xten Mal. Haben viele hier so gemacht. So soll das auch sein.
Gerade brauchst du keinen Trost. Du brauchst Verständnis. Trost kommt gar nicht an. Auch völlig normal. Trost nervt nur. Er macht ungeduldig weil er wie ein Vorwurf klingt. Auch wenn er meist nicht so gemeint ist.
Ich wünsche dir Mut und Geduld. Das sind die beiden wichtigsten Eigenschaften zur Zeit. Das wird anders (haha). Klischees sind Klischees geworden, weil sie so oft wahr waren. -
Du schreibst von diesen heftigen Trauerwellen auch jetzt noch. Ich lese überall, dass das wohl für immer so bleiben wird. Dass sie einen einholen. Ganz egal, wobei und ganz egal, wie lange es her ist. Es wird immer schrecklich weh tun. Ein Leben lang. Ist es nicht so? Also kommt man doch niemals "drüber hinweg
Das möchte ich noch kommentieren. Ich hoffe, das ist okay.
Diese Wellen werden irgendwann seltener, also die Pausen dazwischen werden länger und man gewinnt an Erfahrung, wie man damit umgeht. Nach fast vier Jahren habe ich sie auch noch. Und es zerstört mich nicht mehr wie zu Beginn. Dafür halten sie ein wenig länger an. Aber das bin ich. Nein, es geht nie mehr weg, aber es dominiert nicht für immer. Die Trauer ist wie ein Loch in der Seele. Es wächst nicht zu, aber es überwuchert ein wenig und drum herum fängt ganz langsam und leise immer mehr an zu wachsen, was dein Leben ausmacht. Irgendwann ist da wieder mehr als nur dieses Loch. -
Nur: Alles, was ich höre und lese ist bei mir momentan nur THEORIE, ich kann das alles nicht umsetzen. Alle Erinnerungen an meinen Mann bringen mich um, machen mich wahnsinnig. Bedeuten einen Nervenzusammenbruch. Immer und immer wieder. Deshalb kann ich auch keinen Ort einrichten, um ihm nahe zu sein. Das klappt jetzt einfach noch nicht. Wird es jemals klappen? Ich weiß es nicht. Heute sage ich: Nein, das wird niemals klappen. Weil ich niemals die Schwelle vom Unerträglichen ins halbwegs Erträglich schaffen werde. Ich bin wie so in einem luftleeren Raum schwebend. Kann mich nirgends mehr andocken. Gehöre nirgends hin. Mein Zuhause, mein Daheim ist verloren ... Und ich bin mit verloren ...
Du setzt bereits alles um, was geht. Nach so kurzer Zeit geht halt nicht mehr. Messe dich nicht mit anderen. Es dauert so lange wie es dauert.
Die allermeisten wollen einfach nur hinterher, wenn ein über alles geliebter Mensch vorausgeht. Und die allermeisten finden irgendwann einen Weg die Trauer und das Vermissen als einen Teil ihres neuen Selbst zu akzeptieren.
Anfangs waren schöne Erinnerungen für mich die pure Hölle! Der Schmerz war so groß, ich vergaß zu atmen. Monatelang! Nach zwei Monaten war mir immer nur schwindelig vom nicht atmen und der riesen Verwirrung, die sich in mir breit gemacht hatte. Ich hasste dieses: "es wird anders"!! Was zum Kuckuck soll das denn bitte heißen?? Wenn man mitten in der ersten Trauer, dem ersten Schock steckt! Damit kann man doch gar nichts anfangen.
Mir half zu dieser Zeit am ehesten von verwaisten Müttern zu lesen, deren Kind schon viel länger drüben war. Einfach um zu begreifen, dass man das überlebt. Wissend, dass sie sich alle mal so gefühlt hatten wie ich.
Es wird nie mehr wie früher. Das weißt du und du wehrst dich dagegen. Das ist sooo verständlich und eben wirklich normal. Und ich fühle mit dir! Es ist eine grausame Zeit. Und ein daraus hervorwachsen dauert lange. Manche können es schneller, andere brauchen Jahre.
Liebe Bille, du musst jetzt keine Fotos anschauen können. Das ist völlig okay. Das kommt irgendwann. Du bist ein vorausschauender Mensch und es fällt dir schwer, nicht ständig an die sehr desolat wirkende Zukunft zu denken. Das macht es nicht leichter. Ich bin auch so. Ich habe nach einigen Monaten aufgehört zu zählen, wie lange "es" her ist. Es hat mich belastet und natürlich weiß ich grob wie lange, aber Tage zählen, über Jahre hinweg, das ist nichts für mich. Weil bei aller Vorausschau habe ich nach einiger Zeit die Unendlichkeit akzeptiert. Und unendlich kann man gar nicht zählen.
Ich wünsche dir, dass das finanzielle schnell geregelt wird und dir nicht auch noch im Nacken sitzt. Und ich wünsche dir den Mut, morgens den Tag zu beginnen und dass du inneren Frieden findest (eines Tages...heute noch nicht)
Liebe Grüße
Elster -
Liebe Bille,
es ist zwei Monate her. Da vergisst man ja sogar nocht zu atmen. Jetzt an für immer zu denken macht keinen Sinn. Die erste Trauer (die durchaus auch Jahre dauern kann, meistens aber eher Monate) ist keine Zeit um über irgendetwas hinwegzukommen. Alles, was du jetzt fühlst ist leider völlig normal und alle hier kennen es. Und wenn du ältere Threads liest wirst du feststellen, dass sich anfangs die meisten so gefühlt haben, wie du jetzt.
Es ist schön, dass du deine Eltern hast und dich um dich kümmerst, indem du zu Trauergruppen gehst oder auch hier schreibst. Vieles findet sich! Aber ganz praktische Situationen, die man plötzlich allein meistern muss sind sicherlich sehr herausfordernd. Ich bin keine Witwe. Ich habe meine Tochter verloren. Darum sind unsere Themen nicht die gleichen. Aber Trauer ist Trauer, auch wenn sie unterschiedlich aussehen kann. Die Verzweiflung wenn man ein Kind, einen Elternteil oder einen Ehepartner verliert ist grausam, schmerzahft und alles umfassend. Das haben hier alle gemeinsam.
Hab Geduld mit dir.
Liebe Grüße,
Elster -
Liebe Ashelia,
um die "schwierigen" Tage herum, wie Geburtstage und Feiertage, wird eine Trauer, egal ob frisch oder schon älter, verarbeitet (was immer das heißt) oder noch roh, immer schwerer. Es braucht lange um sich daran einigermaßen zu gewöhnen. Aber du machst das ja richtig so gut es eben geht. Die Krankschreibung war eine sehr gute Idee und hat dich hoffentlich gut entlastet. Denn die Leistungsfähigkeit leidet enorm. Das gibt sich meistens wieder von selbst nach einiger Zeit.
Zeit wirkt nun anders auf dich. Auch das kennen viele. Ja, er war gerade noch da. Und gleichzeitig ist er schon ewig fort. Die Welt steht Kopf.
Nimm dir weiterhin viel Zeit.
Was man den "Anfang" der Trauer nennt kann Wochen, Monate oder Jahre dauern. Nicht erschrecken! Während dieser Zeit lernt man sukzessive damit umzugehen. Nur die Gesellschaft als ganzes findet, das muss flotter gehen. Menschen, die es erlebt haben wissen: es geht so schnell oder so langsam wie es eben geht. -
-
"Die haben mich in Öl gebadet!". Was sie damit sagen wollte, kann ich mir bis heute nicht erklären.
Vielleicht hat sie es wörtlich gemeint. Vielleicht gibt es keinen tieferen Sinn darin.
-
Toll! Das WAR Realität! Superschönes Szenario. Dass du während des "Traums" an die momentane Situation in der manifesten Welt dachtest und diese auch bewertet hast, beweist es für mich. Wir gehen nachts im Körperschlaf spazieren. Und manchmal dürfen wir uns erinnern.
Muss keiner sonst so sehen. Ich bin auch gern für mich auf einer einsamen Insel. Aber wer möchte ist willkommen! -
Das war kein unerheblicher Eingriff. Und für ihn kostete es unglaublich viel Kraft, sich überhaupt dafür zu entscheiden, geschweige denn es durchzuziehen. Es kann schon sein, dass das jetzt einfach alles zu viel ist. Am besten früh schlafen gehen und da ganze verarbeiten. Für einen Angstpatienten ist das eine völlig andere Hausnummer als für andere.
-
weil unten noch 4 stehen aber die sind gut
Die sind super zum Halten der Prothese. Jeder Zahn zählt! Gute Besserung.
-