Liebe Patricia,
Es ist so so schwer. Dein Junge, dein David. Heute früh hat er seine eigenen Seifenblasen bekommen. Ich wusste den Namen nicht, drum flogen sie als "Pats Sohn". Morgen fliegen sie für David.
Schlaftabletten können bei solchem Stess tatsächlich das Gegenteil bewirken. Ich bekam damals zwei Tavor (weil meine Ärztin Angst hatte, dass ich meiner Lena hinterhergehe) und die haben mich eher hibbeliger gemacht. Bist du noch im Beruf? Wenn du es dir erlauben kannst, dann schlafe einfach, wann du kannst. Wie damals, mit den neugeborenen Babys (wie unglaublich furchtbar, dieser Zusammenhang ). Erst wenn es für dein Gefühl zu lange anhält, dann kannst du ja zum Arzt oder einem Therapeuten gehen. Jetzt gerade ist das völlig normal.
Wie traurig schön deine Beschreibung von der Beisetzung ist! Da hab ich echt Gänsehaut.
Ich habe die ersten Tage eins ihrer Kuscheltiere (den Lieblingshund hat ihr Zwillingsbruder bekommen, der ihn ihr auch Jahre vorher geschenkt hat) 24 Stunden am Tag wie ein Baby ihm Arm gehabt.
Alles was dich jetzt auch nur im Ansatz ein kleines bißchen tröstet ist richtig und gut!
Mit lieben, verstehenden Grüßen
Elster
Beiträge von Elster
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Wir sind nicht wichtig heute. Wir verstehen das!
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Liebe Patricia, mein ganz tief empfundenes Beileid.
Du darfst dir sicher sein, dass jede Form der Beisetzung in Ordnung ist! Auch mein Kind hab ich in einer Urne ein letztes Mal getragen. Heute lebt sie sehr stark fühlbar in und mit mir. Lass deine beiden anderen Kinder dein größter Trost sein. Sie sind alle Mutterliebe wert!
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Liebe Carmen, die bittere Erfahrung, dass niemand weiß, wie man mit einer Mutter, deren Kind gestorben ist umgehen soll, machen scheinbar die meisten. Man glaubt oder versteht nicht, dass man unbedingt den Namen des Kindes hören möchte. Immer und immer wieder.
Lars, Christoph, Dennis, Robin, Fabian..........
Lena. Lena. Lena.
Bitte sag doch einer ihren Namen! Sie leben doch woanders weiter und auf jeden Fall in Mutters Herz und Seele.
Drum mach ich meine Seifenblasen. Jeder bekommt seine eigenen. Sie tragen die Namen in die Luft. Immer wieder, jeden Tag.
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Liebe Carmen. Mir kam eine Idee, was du und wirklich nur du für die beiden Kinder machen könntest.
Vielleicht fängst du für jedes ein Buch an. Mit dem Titel "Als dein Papa so alt war wie du". Da könnten deine Erinnerungen einen guten Platz finden und die Kinder lernen ihren Papa tiefer kennen. Es könnte über viele Jahre verfasst werden mit je einem neuen Kapitel pro Geburtstag. Und jede noch so kleine oder große Erinnerung hätte dort Platz. Auch wenn es bestimmte Kleidung oder andere Äußerlichkeiten wie z.B. ein Haarschnitt sind. Oder großes wie z. B. Einschulung oder 18. Geburtstag.... was dir eben einfällt. Dazu manchmal ein Foto.
Sehen dürften sie es immer schon mal, aber sie bekommen es erst vererbt. Damit du dein ganzes Leben darin blättern kannst.
Wie findest du das?
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Oh, liebe Mama Carmen, das kann ja jetzt nicht klappen. Und leider wird es erst schlimmer, bevor es besser wird. Das Leben als verwaiste Mutter muss man lernen. Das wird einem nicht in die eigene Wiege gelegt, denn es ist so abartig, dass man hier ist und das Kind ist schon drüben. Es gibt nichts vergleichbares. Aber es ist zu schaffen. Jede in ihrem Tempo.
Er ist ja wirklich nicht verschwunden. Es ist ja wirklich nur der Körper, der gestorben ist. Aber diesen Körper hast du ja erschaffen. Es ist zwingend anders für eine Mama, als für jeden anderen. Füreinander da sein ist wichtig. Sollte aber wechselseitig sein. Du darfst zusammen brechen!
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Liebe Carmen,
ich fühle sehr mit dir. Du wirkst sehr "aufgeräumt", aber ich weiß, dass dieser Schein trügt. Du hast glücklicherweise ein familiäres Gerüst, welches dich trägt und in dem auch du eine "tragende Rolle" spielst. Das ist viel wert!
Du wirst einen Weg finden, deine Beziehung zu Lars weiter zu leben und zu entwickeln. Das findet sich quasi von selbst, auch wenn es dauern kann und sich immer wieder ändern könnte und auch dürfte. Und wenn er ab und zu mit den Augen rollt... der Gedanke wird dich irgendwann zum lächeln bringen. Und es wird ein echtes Lächeln sein. Nur aus Liebe und Dankbarkeit. Das kommt aber erst noch.
Dir und deiner Familie (da schließe ich seine Frau natürlich mit ein) wünsche ich vor allem Frieden, Mut und Hoffnung. -
Hallo Mimi,
ich weiß nicht, ob du noch liest und hier besteht ja keine Verpflichtung zum schreiben. Ich wollte nur, dass du weißt, dass ich jeden Tag an dich denke! -
Liebe Mimi
wieder ist einTag und eine Nacht geschafft. Die ersten vernebelten Monate sind wirklich hart. Jeden Morgen stirbt das geliebte Kind erneut, weil man sich im ersten Aufwachen nur daran erinnert. Es ist sehr schwer. Es wird nicht immer so sein. Aber was nützt das jetzt schon?
Darf ich dich fragen, wogegen Fabian allergisch war? Die Angst vor einem anaphylaktischen Schock habe ich auch meinen Sohn betreffend. Er hat die gefährliche Erdnussallergie. Da aber noch nie etwas vorgefallen ist, hat er kein Notfallmedikament.
Wenn ich darf, schließe ich Fabian in mein Seifenblasenritual mit ein. Zur Zeit aber vom Balkon aus, denn am Baum meiner Tochter wimmelt es vor Stechmücken.
Komm einigermaßen aufrecht durch den Tag. Zusammenbrüche sind aber erlaubt und manchmal schlicht notwendig. -
Liebe Carmen, was heute nur der reine Schmerz sein kann, untröstlich, kein Trost wirklich gewollt, weil es dem Kind ja zusteht, steht in direkter Kongruenz zur Liebe, die du für dieses Kind in dir trägst. Also unermesslich.
Da Lars wusste, dass ihn eines Tages etwas Größeres erwartet, wird sein Übertritt leicht gewesen sein. Er weiß, dass ihr trauert. Gleichzeitig weiß er, dass ihr wieder zusammen kommen werdet. Dieses Gefühl, dieses Wissen wirst du finden. Jetzt noch nicht.
Für Hanka bist du da, indem du einfach da bist. Da gibt es weder falsch noch richtig. Ihr dürft zusammenbrechen! Auch Kinder dürfen das miterleben. Auch sie müssen Trauer lernen.
Es fliegen nachher viele Seifenblasen. Für mein Lenchen, für Christoph, Robin, Fabian und für Lars. Und für alle anderen, die sie bestimmt sehen können. Ich bin davon überzeugt. -
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