Liebe Ines,
Freut mich das du mich gefunden hast.
Mein Sohn ist inzwischen 40 Jahre und 8 Monate alt.
Gehen musste er mit 38 Jahren. Am 16.8. diesen Jahres waren es 2 Jahre.
Weißt du, eigentlich ist nichts anders, als vor 2 Jahren. Das Vermissen bleibt, die Sehnsucht bleibt und das Heimweh. Nicht mehr an jedem Tag gleich stark. Doch es ist immer präsent. Hilfe, im Sinne von Hilfe, gibt es keine. Ich mag die Natur (die Sonne nicht mehr so) und Tiere. Draußen fühle ich mich so eins mit allem. Da geht es. Die meisten Menschen...., naja, sind nicht mein Ding. Ich kann keine Musik mehr hören, keine Bilder anschauen und große Dialoge mit meinen Mitmenschen sind mir zuwider. Manchmal denke ich, ich lebe ein wenig in einer Parallelwelt. In der ist mein Christoph lebendig. Da kann ich mit ihm reden und er fährt überall mit mir hin wenn er möchte. Niemals hätte ich mir ein Leben ohne ihn vorstellen können. Er ist mein einziges Kind.
Jeder Tag ist eine Herausforderung geworden. Jeder Morgen ist nach wie vor eine Qual für mich. Am Anfang nach dem Weltuntergang hätte ich nicht gedacht das ich es überlebe. Erinnerungen aus den letzten beiden Jahren hab ich wenige. Aus dem Leben mit Christoph jede Menge.
Ach Ines, gerne würde ich dir etwas positives schreiben. Doch da ist nichts.
Darüber reden, oder wie hier, schreiben macht es etwas leichter.
Versuch es.
Lieber Gruß Kathi